"Stalin"

Werke

Band 1

ANMERKUNGEN

  1. „Brdsola" ("Der Kampf") - die erste illegale georgische Zeitung der Tifliser sozialdemokratischen Organisation, ihrer der Lenin schen "Iskra" folgenden Gruppe. Der Initiator bei der Gründung der Zeitung "Brdsola" war J. W. Stalin. Die Herausgabe der Zeitung "Brdsola" war ein Resultat des Kampfes, den die revolutionäre Minderheit des "Messame-Dassi", der ersten sozialdemokratischen Organisation Georgiens (J. W. Stalin, W. Z. Kezchoweli, A. G. Zulukidse) seit 1898 gegen deren opportunistische Mehrheit (Jordania u. a.) in der Frage der Schaffung einer illegalen revolutionären marxistischen Presse führte. "Brdsola" wurde in Baku in der illegalen Druckerei gedruckt, die im Auftrag des revolutionären Flügels der Tifliser sozialdemokratischen Organisation von einem vertrauten Mitarbeiter J. W. Stalins, W. Z. Kezchoweli, eingerichtet worden war. Ihm wurde auch die mit der Herausgabe der Zeitung verbundene praktische Arbeit übertragen. Die richtunggebenden Artikel in "Brdsola" über die Fragen des Programms und der Taktik der revolutionären marxistischen Partei stammen aus der Feder J. W. Stalins. Es erschienen vier Nummern der Zeitung "Brdsola": Nr. 1 im September 1901, Nr. 2/3 im November/Dezember 1901 und Nr. 4 im Dezember 1902, "Brdsola", nächst der "Iskra" die beste marxistische Zeitung in Russland, verfocht die unauflösliche Verbindung des revolutionären Kampfes des transkaukasischen Proletariats mit dem revolutionären Kampf der Arbeiterklasse ganz Russlands. "Brdsola" verteidigte die theoretischen Grundlagen des revolutionären Marxismus und propagierte ebenso wie die Lenin sche "Iskra" die Notwendigkeit des Übergangs der sozialdemokratischen Organisationen zur politischen Massenagitation, zum politischen Kampf gegen die Selbstherrschaft, und verfocht die Lenin sche Idee der Hegemonie des Proletariats in der bürgerlich-demokratischen Revolution. Im Kampf gegen die "Ökonomisten" begründete "Brdsola" die Notwendigkeit der Schaffung einer einheitlichen revolutionären Partei der Arbeiterklasse und entlarvte die liberale Bourgeoisie, die Nationalisten und Opportunisten aller Spielarten. Die Lenin sche "Iskra" vermerkte das Erscheinen von Nr. 1 der Zeitung "Brdsola" als ein Ereignis von großer Bedeutung.
  2. "Rabotschaja Myssl" ("Arbeitergedanke") - eine Zeitung, die offen die opportunistischen Ansichten der „Ökonomisten" vertrat; erschien von Oktober 1897 bis Dezember 1902. Es erschienen 16 Nummern.
  3. Gesetz vom 2. Juni 1897 setzte den Arbeitstag für die Arbeiter der Industriebetriebe und der Eisenbahnwerkstätten mit 11 ½ Stunden fest; gleichzeitig schränkte das Gesetz die Zahl der Feiertage für die Arbeiter ein.
  4. Gemeint sind die "Provisorischen Bestimmungen über die Ableistung der Militärpflicht durch die Studierenden der Hochschulen", die am 29. Juli 1899 von der Regierung bestätigt worden waren. Auf Grund dieser Bestimmungen wurden Studenten, die an kollektiven Kundgebungen gegen das in den Hochschulen aufgerichtete Polizeiregime teilnahmen, aus den Lehranstalten ausgeschlossen und als Gemeine für ein bis drei Jahre in die zaristische Armee gesteckt.
  5. "Sakartwelo" ("Georgien") - Zeitung der Auslandsgruppe der georgischen Nationalisten, die zum Kern der bürgerlich-nationalistischen Partei der Sozialföderalisten wurde; erschien 1903-1905 in georgischer und französischer Sprache in Paris.
    Der Partei der georgischen Föderalisten (die im April 1904 in Genf gebildet wurde) gehörten außer der Gruppe "Sakartwelo" Anarchisten, Sozialrevolutionäre und Nationaldemokraten an. Die Hauptforderung der Föderalisten war die nationale Autonomie Georgiens im Rahmen des gutsherrlich-bürgerlichen Russischen Reichs. In den Jahren der Reaktion wurden sie zu offenen Gegnern der Revolution.
  6. Die "Armenische Sozialdemokratische Arbeiterorganisation" wurde bald nach dem II. Parteitag der SDAPR von armenischen nationalföderalistischen Elementen gegründet. W. I. Lenin vermerkte die enge Verbindung dieser Organisation mit dem "Bund". "Das ist eine Kreatur des ´Bund‘, nicht mehr, eigens ersonnen zwecks Nährung des kaukasischen Bundismus ... Die kaukasischen Genossen sind alle gegen diese Bande von Literaten und Desorganisatoren", schrieb W. I. Lenin am 7. September (n. St.) 1905 an die Mitglieder des Zentralkomitees (siehe Lenin -Sammelband V, S. 493, russ.).
  7. "Bund“ (Allgemeiner Jüdischer Arbeiterverband in Litauen, Polen und Russland) - eine jüdische kleinbürgerliche, opportunistische Organisation. Wurde im Oktober 1897 auf einem Kongress in Wilna gegründet. Der "Bund" war vorwiegend unter den jüdischen Handwerkern tätig. Auf dem 1. Parteitag der SDAPR 1898 "als eine autonome Organisation, die nur in den das jüdische Proletariat speziell berührenden Fragen selbständig ist", in die Partei eingetreten, war der "Bund" der Träger des Nationalismus und des Separatismus in der Arbeiterbewegung Russlands. Der bürgerlich-nationalistische Standpunkt des "Bund" wurde von der Lenin schen "Iskra" scharf kritisiert. Die kaukasischen "Iskra"-Anhänger unterstützten W. I. Lenin voll und ganz in seinem Kampf gegen den "Bund"
  8. Gemeint sind die Parteikomitees, die sich im März 1903 in Tiflis auf dem I. Kongress der sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen Kaukasiens zum Kaukasischen Bund der SDAPR vereinigten. Auf dem Kongress waren die Organisationen von Tiflis, Baku, Batum, Kutais, Gurien und andere Organisationen vertreten. Der Kongress billigte die politische Linie der Lenin schen "Iskra", nahm als Leitlinie den Programmentwurf der "Iskra" und der "Sarja" an, arbeitete ein besonderes Statut des Bundes aus und erhob es zum Beschluss. Der I. Kongress des Kaukasischen Bundes legte das Fundament für die internationale Struktur der sozialdemokratischen Organisationen in Kaukasien. Der Kongress schuf ein leitendes Parteiorgan - das Kaukasische Bundeskomitee der SDAPR, in das in seiner Abwesenheit J. W. Stalin gewählt wurde, der damals im Batumer Gefängnis in Haft saß. Nach seiner Flucht aus der Verbannung und seiner Rückkehr nach Tiflis Anfang 1904 trat J. W. Stalin an die Spitze des Kaukasischen Bundeskomitees der SDAPR.
  9. Die beiden Briefe J. W. Stalins aus Kutais wurden unter der Korrespondenz gefunden, die W. I. Lenin und N. K. Krupskaja mit den bolschewistischen Organisationen in Russland geführt haben. Diese Briefe schrieb J. W. Stalin, als er sich im September/Oktober 1904 in Kutais aufhielt.
    Adressiert waren sie an M. Dawitaschwili, einen seiner Genossen von der revolutionären Arbeit in Transkaukasien her, der damals in Leipzig lebte und der Leipziger Gruppe der Bolschewiki angehörte. D. Suliaschwili, ein anderes Mitglied dieser Leipziger Gruppe der Bolschewiki, schrieb über diese Briefe in seinen Erinnerungen: "Wir erhielten vom Genossen Stalin begeisterte Briefe über Lenin . Die Briefe bekam Genosse M. Dawitaschwili. Genosse Stalin sprach sich in diesen Briefen enthusiastisch über Lenin aus, über seine unbeugsame, rein marxistische Taktik, darüber, wie er die Fragen des Parteiaufbaus löste usw. In einem dieser Briefe nannte Genosse Stalin Lenin einen ´Bergadler’ und gab seiner Bewunderung Ausdruck über dessen unversöhnlichen Kampf gegen die Menschewiki. Wir sandten diese Briefe an Lenin und erhielten von ihm bald eine Antwort, in der er Stalin den ´flammenden Kolchiden‘ nannte." (Siehe L. Beria, "Zur Geschichte der bolschewistischen Organisationen in Transkaukasien", neue, erweiterte [3. deutsche] Ausgabe, Moskau 1940, S. 86 [deutsche Neuausgabe Berlin 1949].) Die georgischen Originale der Briefe waren nicht aufzufinden.
  10. Gemeint ist die neue, die menschewistische "Iskra". Nach dem II. Parteitag der SDAPR bemächtigten sich die Menschewiki unter Beihilfe Plechanows der "Iskra" und bedienten sich ihrer zur Bekämpfung W. I. Lenin s und der Bolschewiki. Sie begannen in der Zeitung offen ihre opportunistischen Ansichten zu propagieren. Die menschewistische "Iskra" erschien bis zum Oktober 1905.
  11. Im Herbst 1904, nachdem sich die Menschewiki der Redaktion der "Iskra" bemächtigt hatten, gründete W. D. Bontsch-Brujewitsch im Auftrage W. I. Lenin s einen besonderen Verlag, dessen Aufgabe es war, "Parteiliteratur, besonders den prinzipiellen Standpunkt der Mehrheit des II. Parteitags verfechtende Literatur", herauszugeben. Der Parteirat und das Zentralkomitee, die sich damals in den Händen der Menschewiki befanden, legten dem Druck und der Verbreitung der bolschewistischen Literatur alle erdenklichen Hindernisse in den Weg. Aus diesem Anlass fasste die Konferenz der bolschewistischen Komitees Kaukasiens im November 1904 die folgende Resolution "Über die Literatur der Mehrheit": "Die Konferenz fordert das ZK auf, den Parteikomitees neben der übrigen Parteiliteratur, die die Meinungsverschiedenheiten in der Partei klarstellt, die Literatur der Gruppe Bontsch-Brujewitschs und Lenin s zuzustellen." Ende Dezember 1904 ging die Verlagstätigkeit an die von W. I. Lenin gegründete Zeitung "Wperjod" ("Vorwärts") über.
  12. Die "Deklaration der 22" ist ein von W. I. Lenin geschriebener Aufruf "An die Partei". Dieser Aufruf wurde auf einer Beratung der Bolschewiki, die im August 1904 unter Lenin s Leitung in der Schweiz stattfand, angenommen. Die in dem Briefe J. W. Stalins erwähnte Broschüre "An die Partei" enthält außer dem Aufruf "An die Partei" die Resolutionen des Rigaer und des Moskauer Komitees, ferner die Resolution der Genfer bolschewistischen Gruppe, die sich den Beschlüssen der Beratung der 22 Bolschewiki anschlossen. Der Aufruf "An die Partei" wurde für die Bolschewiki zum Programm des Kampfes für den III. Parteitag. Die meisten Komitees der SDAPR erklärten sich mit den Beschlüssen der bolschewistischen Beratung solidarisch. Im September 1904 schlossen sich das Kaukasische Bundeskomitee sowie die Komitees von Tiflis und Imeretino-Mingrelien der "Deklaration der 22" an und entfalteten eine Agitation für die sofortige Einberufung des III. Parteitags.
  13. W. I. Lenin s Artikel "Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück" wurde im September 1904 geschrieben. Der Artikel ist die Antwort auf ein Feuilleton Rosa Luxemburgs "Die organisatorischen Fragen der russischen Sozialdemokratie", das in Nr. 69 der "Iskra" und in Nr. 42 und Nr. 43 der "Neuen Zeit" veröffentlicht worden war, ferner auf einen in Nr. 66 der "Iskra" abgedruckten Brief Karl Kautskys. Lenin wollte seine Antwort in der "Neuen Zeit" veröffentlichen, aber die mit den Menschewiki sympathisierende Redaktion lehnte die Veröffentlichung ab.
  14. Das "Protokoll des II. ordentlichen Kongresses der Auslandsliga der russischen revolutionären Sozialdemokratie"; herausgegeben von der Liga in Genf 1904.
  15. W. I. Lenin s Buch "Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück" wurde von Februar bis Mai 1904 geschrieben und erschien am 6. (19.) Mai 1904 im Druck (siehe "Ausgewählte Werke" in zwei Bänden, Bd. I, Moskau 1946, S. 314-402 [in der deutschen Ausgabe dieses Bandes, Moskau 1946, S. 325-415, sind einige Kapitel ausgelassen; vollständiger Abdruck in der deutschen Ausgabe von Lenin , „sämtliche werke“, Bd. VI, Wien-Berlin, 1930]
  16. 16. Gemeint ist W. I. Lenin s Buch "Was tun?" (siehe "Ausgewählte Werke" in zwei Bänden, Bd. I, Moskau 1946, S.169-313). [Deutsche Neuausgabe Berlin 1949.]
  17. Nach dem vom II. Parteitag der SDAPR beschlossenen Statut war der Parteirat die höchste Parteiinstanz. Der Parteirat bestand aus fünf Personen: je zwei Mitglieder des Rats ernannten das Zentralkomitee und das Zentralorgan, das fünfte Mitglied des Rats wurde vom Parteitag gewählt. Die Hauptaufgabe des Rates bestand darin, die Tätigkeit des ZK und des ZO zu koordinieren und zusammenzufassen. Bald nach dem II. Parteitag der SDAPR erlangten die Menschewiki im Parteirat das Übergewicht und verwandelten ihn in ihr Fraktionsorgan. Der III. Parteitag der SDAPR machte Schluss mit dem Bestehen mehrerer Zentren in der Partei und schuf ein einheitliches Parteizentrum - das Zentralkomitee -, das in einen ausländischen und einen russischen Teil gegliedert wurde. Nach dem vom III. Parteitag beschlossenen Statut wurde der Redakteur des Zentralorgans vom Zentralkomitee aus den Mitgliedern des Zentralkomitees ernannt.
  18. W. I. Lenin s Broschüre „Brief an einen Genossen über unsere organisatorischen Aufgaben" mit einem Vorwort und einem Nachwort des Verfassers erschien 1904 in Genf im Verlage des ZK der SDAPR (siehe „Sämtliche Werke", Bd. V, S. 179-192, russ.)
  19. Kostrow, An - Pseudonyme N. Jordanias.
  20. "Kwali“ („Die Furche") - Wochenzeitung in georgischer Sprache, ein Organ liberal-nationalistischer Richtung. In den Jahren 1893-1897 hatte das Blatt den angehenden Literaten aus dem „Messame-Dassi" seine Spalten geöffnet. Ende 1897 ging die Zeitung in die Hände der Mehrheit, des „Messame-Dassi" (N. Jordania u, a.) über und wurde zum Sprachrohr des „legalen Marxismus". Nachdem innerhalb der SDAPR die Fraktionen der Bolschewiki und der Menschewiki entstanden waren, wurde „Kwali" zum Organ der georgischen Menschewiki. Im Jahre 1904 wurde die Zeitung von der Regierung verboten.
  21. „Proletariatis Brdsola“ („Der Kampf des Proletariats") - eine georgische illegale Zeitung, Organ des Kaukasischen Bundes der SDAPR; erschien von April/Mai 1903 bis Oktober 1905; nach dem Erscheinen der zwölften Nummer wurde die Zeitung eingestellt. Nach seiner Rückkehr aus der Verbannung, im Jahre 1904, trat J. W. Stalin an die Spitze der Redaktion, der außerdem A. G. Zulukidse, S. G. Schaumian u. a. angehörten. Die richtunggebenden Artikel in der Zeitung schrieb J.W. Stalin. „Proletariatis Brdsola" war Nachfolger der Zeitung „Brdsola". Der I. Kongress des Kaukasischen Bundes der SDAPR fasste den Beschluß, mit der Zeitung „Brdsola" die armenische sozialdemokratische Zeitung „Proletariat" zu einem gemeinsamen Organ zu vereinigen, das gleichzeitig in drei Sprachen: georgisch („Proletariats Brdsola"), armenisch („Proletariati Kriw") und russisch („Borba Proletariata") erscheinen sollte. Der Inhalt aller drei Ausgaben war identisch. Die Nummernfolge entsprach dem vorhergehenden Organ in der betreffenden Sprache. „Proletariates Brdsola" war nächst dem „Wperjod" und dem „Proletari" die größte illegale bolschewistische Zeitung, die konsequent die ideologischen, organisatorischen und taktischen Grundlagen der marxistischen Partei verfocht. Die Redaktion von „Proletariatis Brdsola" unterhielt den engsten Kontakt mit W. I. Lenin und dem bolschewistischen Auslandszentrum. Als im Dezember 1904 die Benachrichtigung über das Erscheinen des „Wperjod" erging, setzte das Kaukasische Bundeskomitee eine literarische Gruppe ein, um den „Wperjod" zu unterstützen. In Erwiderung auf die Einladung des Bundeskomitees, an „Proletariatis Brdsola" mitzuarbeiten, schrieb W. I. Lenin in einem Brief vom 20. Dezember (n. St.) 1904: „Liebe Genossen! Habe Euren Brief über ´Borba Proletariata’ erhalten. Werde mich bemühen zu schreiben und auch die Redaktionskollegen verständigen." (Siehe Lenin -Sammelband XV, S. 267, russ.) „Proletariatis Brdsola" druckte regelmäßig Artikel und Materialien aus der Lenin schen „Iskra" und später aus dem „Wperjod" und dem „Proletari" ab. In der Zeitung wurden Artikel W. I. Lenin s veröffentlicht. Im „Proletari" wurden wiederholt positive Rezensionen und Einschätzungen über „Proletariatis Brdsola" gegeben und auch Artikel und Korrespondenzen aus dieser Zeitung abgedruckt. In Nr. 12 des „Proletari" wurde das Erscheinen von Nr. l der Zeitung „Borba Proletariata" in russischer Sprache vermerkt. Am Schluss der Notiz heißt es: „Wir werden zum Inhalt dieser interessanten Zeitung noch zurückkehren. Wir begrüßen aufs wärmste die Erweiterung der Verlagstätigkeit des Kaukasischen Bundes und wünschen ihm weitere Erfolge bei der Erneuerung des Parteigedankens in Kaukasien."
  22. Gemeint ist J.W. Stalins Artikel „Welche Auffassung hat die Sozialdemokratie von der nationalen Frage?" (siehe vorl. Bd.)
  23. Der „Allerhöchste persönliche Ukas" des Zaren Nikolaus II. vom Dezember 1904 wurde zusammen mit einer besonderen Regierungsmitteilung in den Zeitungen vom 14. Dezember 1904 veröffentlicht. Abgesehen von dem Versprechen einiger „Reformen" zweitrangigen Charakters proklamierte der Ukas die Unerschütterlichkeit der selbstherrlichen Gewalt und enthielt Drohungen nicht nur gegen die revolutionären Arbeiter und Bauern, sondern auch gegen die Liberalen, die sich erdreisteten, der Regierung schüchterne konstitutionelle Forderungen vorzulegen. Nach dem Ausdruck W. I. Lenin s war der Ukas Nikolaus´ II. eine „direkte Ohrfeige für die Liberalen".
  24. Das „Verfassungsprojekt" wurde von einer Gruppe von Mitgliedern des liberalen „Befreiungsbundes" im Oktober 1904 ausgearbeitet und erschien als besondere Druckschrift unter dem Titel „Staatsgrundgesetz des Russischen Reiches. Entwurf einer russischen Verfassung", Moskau 1904.
  25. J. W. Stalins Broschüre „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei" wurde Ende April 1905 geschrieben. Sie war eine Antwort auf die Artikel N. Jordanias „Mehrheit oder Minderheit?" im „Sozialdemokrat", „Was ist die Partei?" in „Mogsauri" u. a. Über das Erscheinen der Broschüre J. W. Stalins „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei" erfuhr man bald im bolschewistischen Auslandszentrum. Am 18. Juli 1905 ersuchte N. K. Krupskaja in einem Brief an das Kaukasische Bundeskomitee der SDAPR, die Broschüre ins Ausland zu schicken. Die Broschüre „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei" fand in den bolschewistischen Organisationen Transkaukasiens weite Verbreitung; die fortgeschrittenen Arbeiter machten sich nach ihr mit den innerparteilichen Meinungsverschiedenheiten und mit dem Standpunkt W. I. Lenin s, der Bolschewiki, bekannt. Die Broschüre wurde in der illegalen (Awlabarer) Druckerei des Kaukasischen Bundes der SDAPR im Mai 1905 in georgischer und im Juni in russischer und armenischer Sprache veröffentlicht. Die Auflage betrug je 1500-2000 Exemplare.
  26. "Iskra" („Der Funke") - die erste gesamtrussische illegale marxistische Zeitung; gegründet 1900 von W. I. Lenin . Die erste Nummer der Lenin schen „Iskra" erschien am 11. (24.) Dezember 1900 in Leipzig, die folgenden Nummern in München, von April 1902 an in London und vom Frühjahr 1903 an in Genf. In einer Reihe von Städten Rußlands (Petersburg, Moskau u. a.) wurden Gruppen und Komitees der SDAPR der Lenin schen „Iskra"-Richtung gegründet. In Transkaukasien verfocht die Ideen der „Iskra" die illegale Zeitung „Brdsola" („Der Kampf") - das Organ der georgischen revolutionären Sozialdemokratie. (Über die Bedeutung und die Rolle der „Iskra" siehe „Geschichte der KPdSU (B). Kurzer Lehrgang", Moskau 1945, S. 40-48 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1949, Kapitel I, 5 und II, 2].)
  27. „Sozialdemokrat" - illegale Zeitung der kaukasischen Menschewiki; erschien von April bis November 1905 in georgischer Sprache in Tiflis. Geleitet wurde die Zeitung von N. Jordania. Die erste Nummer des „Sozialdemokrat" erschien als „Organ des Tifliser Komitees der SDAPR"; weiterhin nannte sich die Zeitung „Organ der kaukasischen sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen".
  28. „Rabotscheje Djelo" („Arbeitersache") - unregelmäßig erscheinendes Organ des Bundes russischer Sozialdemokraten im Ausland (der „Ökonomisten"). Erschien von 1899 bis 1902 in Genf.
  29. Siehe W. I. Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. IV, S. 56, russ.
  30. Starowjer - Pseudonym A. N. Potressows.
  31. Siehe Karl Marx und Friedrich Engels, „Manifest der Kommunistischen Partei", Moskau 1945, S. 31 [vgl. deutsche Neuausgabe, Berlin 1949, S. 22 bis 23].
  32. "Die Neue Zeit" - Zeitschrift der deutschen Sozialdemokratie, erschien in Stuttgart von 1883 bis 1923.
  33. „Mogsauri" („Der Reisende")-historisch-archäologische und geographisch-ethnographische Zeitschrift; erschien in Tiflis von 1901 bis November 1905. Ab Januar 1905 wurde „Mogsauri" eine literarisch-politische Wochenschrift der georgischen Sozialdemokraten, die unter Redaktion von Ph. Macharadse erschien. In „Mogsauri" wurden neben Artikeln bolschewistischer Autoren auch Artikel der Menschewiki veröffentlicht.
  34. Das Hainfelder Programm wurde auf dem Gründungsparteitag der österreichischen Sozialdemokratie 1888 in der Stadt Hainfeld beschlossen. Dieses Programm enthielt in seinem prinzipiellen Teil eine Reihe von Sätzen, die den Gang der gesellschaftlichen Entwicklung sowie die Aufgaben des Proletariats und der proletarischen Partei richtig beleuchteten. Später, auf dem Wiener Parteitag von 1901, wurde das Hainfelder Programm durch ein neues Programm ersetzt, das revisionistische Einstellungen enthielt.
  35. Siehe Karl Marx, „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte", Moskau 1939, S. 40-41 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1946, S. 40-41].
  36. „Sarja" („Die Morgenröte") - theoretische Zeitschrift der Sozialdemokratie Rußlands, gegründet von W.I. Lenin ; erschien gleichzeitig mit der „Iskra" unter einer gemeinsamen Redaktion. Die Zeitschrift erschien in Stuttgart von April 1901 bis August 1902
  37. Siehe W. L Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. VI, S. 150, russ.
  38. "Dnjewnik Sozialdemokrat a" („Tagebuch des Sozialdemokraten") - eine von G. W. Plechanow in Genf herausgegebene Zeitschrift, die in unregelmäßiger Folge von März 1905 bis April 1912 erschien. Im Ganzen erschienen 16 Nummern. Im Jahre 1916 erschien noch eine Nummer der Zeitschrift.
  39. Gntschakisten - Mitglieder einer armenischen kleinbürgerlichen Partei „Gntschak", die 1887 in Genf auf Initiative armenischer Studenten gegründet wurde. In Transkaukasien betrieb die Partei „Gntschak", die den Namen Armenische Sozialdemokratische Partei angenommen hatte, eine Spalterpolitik in der Arbeiterbewegung. Nach der Revolution von 1905-1907 entartete die Partei „Gntschak" zu einer reaktionären nationalistischen Gruppierung.
  40. Siehe „Die KPdSU (B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Konferenzen und Plenartagungen des Zentralkomitees", Teil I, 6. Auflage, Moskau 1940, S. 45, russ.
  41. In der Zeitung „Proletariatis Brdsola" („Der Kampf des Proletariats") Nr. 11 wurde nur der erste Teil des Artikels von J. W. Stalin „Die provisorische revolutionäre Regierung und die Sozialdemokratie" veröffentlicht. Der zweite Teil des Artikels war, wie man aus dem im Archiv erhalten gebliebenen handschriftlichen Planentwurf der Nummern (Nr. 12, 13, 14) von „Proletariatis Brdsola", den J. W. Stalin abfasste, ersieht, zur Veröffentlichung in Nr. 13 der Zeitung bestimmt. Da „Proletariatis Brdsola" mit Nr. 12 das Erscheinen einstellte, wurde der zweite Teil nicht veröffentlicht. Dieser Teil des Artikels ist nur in handschriftlicher russischer Übersetzung in den Akten der Gendarmerieverwaltung erhalten geblieben. Der georgische Wortlaut der Handschrift wurde nicht aufgefunden.
  42. Der Amsterdamer Kongress der II. Internationale tagte im August 1904.
  43. Karl Marx und Friedrich Engels, „Ansprache der Zentralbehörde an den Bund" (der Kommunisten) (siehe Karl Marx, „Enthüllungen über den Kommunistenprozess zu Köln", Moskau 1940, S. 113).
  44. Gemeint ist W.I. Lenin s Schrift „über die provisorische revolutionäre Regierung", in der er den Artikel von Friedrich Engels „Die Bakunisten an der Arbeit" zitiert (siehe W. I. Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. VII, S. 325, 326, 328, russ.).
  45. Gemeint sind der Entwurf eines Gesetzes über die Schaffung einer beratenden Reichsduma und die Bestimmungen über die Dumawahlen, ausgearbeitet von einer Kommission unter dem Vorsitz des Innenministers Bulygin. Der Gesetzentwurf und die Bestimmungen über die Wahlen wurden zusammen mit dem Manifest des Zaren am 6. (19.) August 1905 veröffentlicht. Die Bolschewiki erklärten der Bulyginschen Duma den aktiven Boykott. Bevor sie noch zusammentreten konnte, wurde sie von der Revolution hinweggefegt.
  46. Der in Nr. 11 von „Proletariatis Brdsola" veröffentlichte Artikel J.W. Stalins „Antwort an den Sozialdemokrat´" rief im bolschewistischen Auslandszentrum lebhaften Widerhall hervor. In einem kurzen Resumé des Hauptinhalts des Artikels von J. W. Stalin schrieb W. I. Lenin im „Proletari": „An dem Artikel .Antwort an den „Sozialdemokrat"´ heben wir die ausgezeichnete Fragestellung hinsichtlich des berühmten ´Hineintragens des Bewusstseins von außen’ hervor. Der Verfasser gliedert diese Frage in vier selbständige Teile: 1. Die philosophische Frage nach dem Verhältnis des Bewusstseins zum Sein: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Entsprechend der Existenz von zwei Klassen wird auch ein zweifaches Bewusstsein herausgearbeitet: das bürgerliche und das sozialistische. Der Lage des Proletariats entspricht das sozialistische Bewusstsein. 2. Wer kann dieses sozialistische Bewusstsein (den wissenschaftlichen Sozialismus) herausarbeiten und wer arbeitet es heraus?’ ´Das moderne sozialistische Bewusstsein kann nur erstehen auf Grund tiefer wissenschaftlicher Einsicht´ (Kautsky), d. h. seine Herausarbeitung, ist Sache einiger sozialdemokratischer Intellektueller, die über die hierfür erforderlichen Mittel und Mußestunden verfügen.’ 3. Wie dringt dieses Bewusstsein ins Proletariat ein? ´Hier tritt nun die Sozialdemokratie auf (und nicht nur sozialdemokratische Intellektuelle), die das sozialistische Bewusstsein in die Arbeiterbewegung hineinträgt.’ 4.Was findet die Sozialdemokratie im Proletariat selbst vor, wenn sie mit der Propaganda des Sozialismus zu ihm kommt? Eine instinktive Hinneigung zum Sozialismus. ´So entstehen naturnotwendig zugleich mit dem Proletariat sozialistische Tendenzen bei den Proletariern selbst wie bei jenen, die sich auf den Standpunkt des Proletariats stellen... Das erklärt... das Aufkommen der sozialistischen Bestrebungen.’ (Kautsky.) Der Menschewik zieht hieraus die lachhafte Schlussfolgerung: ´Daher ist es klar, dass der Sozialismus nicht von außen in das Proletariat hineingetragen wird, sondern im Gegenteil aus dem Proletariat hervorgeht und in die Köpfe derjenigen eingeht, die sich die Anschauungen des Proletariats zu eigen machen.’!" (Siehe „Proletari" Nr. 22 vom 11. (24.) Oktober 1905, Rubrik „Aus der Partei", S. 6.)
  47. Die „Antwort an das Bundeskomitee" wurde in Form einer Beilage zu Nr. 3 des „Sozialdemokrat" vom 1. Juli 1905 veröffentlicht. Der Verfasser der „Antwort" war N. Jordania, der Führer der georgischen Menschewiki, dessen Ansichten J.W. Stalin in der Broschüre „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei" und anderen Schriften einer schonungslosen Kritik unterzog.
  48. Siehe W.I. Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. V, S. 187, russ.
  49. „Moskowskije Wjedomosti" („Moskauer Nachrichten") - begannen 1756 zu erscheinen; die Zeitung vertrat die Interessen der reaktionärsten Kreise der adligen Fronherren und der Geistlichkeit. Seit 1905 das Organ der Schwarzhunderter. Nach der Oktoberrevolution von 1917 eingestellt.
  50. „Russkije Wjedomosti" („Russische Nachrichten") - seit 1863 von liberalen Professoren der Moskauer Universität und Semstwovertretern in Moskau herausgegebene Zeitung; vertrat die Interessen der liberalen Gutsbesitzer und der Bourgeoisie. Nach 1905 Organ der rechten Kadetten.
  51. „Proletari" - illegale bolschewistische Wochenzeitung, Zentralorgan der SDAPR, begründet auf Beschluß des III. Parteitags; erschien in Genf vom 14. (27.) Mai bis zum 12. (25.) November 1905. Es erschienen 26 Nummern. Verantwortlicher Redakteur der Zeitung war W. I. Lenin . Der „Proletari" setzte die Linie der alten, der Lenin schen „Iskra" fort und war der Nachfolger der bolschewistischen Zeitung „Wperjod". Die Herausgabe des „Proletari" wurde eingestellt, als W. I. Lenin nach Petersburg übersiedelte.
  52. Die Konstitutionell-Demokratische Partei (K.-D., Kadetten) war die Hauptpartei der liberal-monarchistischen Bourgeoisie; wurde im Oktober 1905 gegründet. Unter dem Deckmantel eines geheuchelten Demokratismus bemühten sich die Kadetten, die sich Partei der „Volksfreiheit" nannten, die Bauernschaft auf ihre Seite zu ziehen. Sie erstrebten die Erhaltung des Zarismus in Form einer konstitutionellen Monarchie. In der Folgezeit wurden die Kadetten zur Partei der imperialistischen Bourgeoisie. Nach dem Siege der sozialistischen Oktoberrevolution zettelten die Kadetten konterrevolutionäre Verschwörungen und Aufstände gegen die Sowjetrepublik an.
  53. „Kawkaski Rabotschi Listok" („Kaukasisches Arbeiterblatt") - erste legale bolschewistische Tageszeitung in Kaukasien; erschien in Tiflis vom 20. November bis zum 14. Dezember 1905 in russischer Sprache. Geleitet wurde die Zeitung von J. W. Stalin und S. G. Schaumian. Auf der 4. Konferenz des Kaukasischen Bundes der SDAPR wurde der „Kawkaski Rabotschi Listok" als offizielles Organ des Kaukasischen Bundes anerkannt. Es erschienen 17 Nummern. Die beiden letzten Nummern der Zeitung erschienen unter der Bezeichnung „Jelisawetpolski Westnik" („Jelisawetpoler Anzeiger").
  54. Im Dezember 1905 wurden Tuckum, Talsen, Rujen, Friedrichstadt und andere lettische Städte von bewaffneten Abteilungen aufständischer Arbeiter, Landarbeiter und Bauern besetzt. Es begann ein Partisanenkrieg gegen die zaristischen Truppen. Im Januar 1906 wurden die Aufstände in Lettland von Strafexpeditionen Orlows, Sologubs und anderer zaristischer Generale unterdrückt.
  55. J. W. Stalins Artikel „Die Reichsduma und die Taktik der Sozialdemokratie" wurde am 8. März 1906 in „Gantiadi" („Die Morgendämmerung") veröffentlicht - der Tageszeitung des vereinigten Tifliser Komitees der SDAPR, die vom 5. bis zum 10. März 1906 erschien. Der Artikel war eine offizielle Wiedergabe des Standpunktes der Bolschewiki in den Fragen der Dumataktik. In der vorhergehenden Nummer von „Gantiadi" war ein Artikel unter der Überschrift „Die Wahlen zur Reichsduma und unsere Taktik", gezeichnet X., abgedruckt worden, der den Standpunkt der Menschewiki in dieser Frage zum Ausdruck brachte. J. W. Stalins Artikel war begleitet von der folgenden Bemerkung der Redaktion: „In der gestrigen Nummer haben wir einen Artikel veröffentlicht, der die Ansicht eines Teils unserer Genossen in der Frage der Teilnahme an der Reichsduma wiedergibt. Heute wird dem Versprechen gemäß ein zweiter Artikel abgedruckt, der die prinzipielle Ansicht eines anderen Teiles unserer Genossen über diese Frage wiedergibt. Wie der Leser sehen wird, sind diese Artikel prinzipiell voneinander verschieden: der Verfasser des ersten ist für die Beteiligung an den Dumawahlen, der Verfasser des zweiten ist gegen die Beteiligung. Sowohl die eine als auch die andere Ansicht bringt nicht nur eine persönliche Meinung zum Ausdruck. Sie geben die taktische Einstellung der beiden in der Partei vorhandenen Strömungen wieder. So steht die Sache nicht nur bei uns, sondern auch im ganzen übrigen Rußland."
  56. "Rewoluzionnaja Rossija" („Revolutionäres Rußland") - Organ der Sozialrevolutionäre, erschien von Ende 1900 bis 1905; anfänglich vom „Bund der Sozialrevolutionäre" herausgegeben, wurde es im Januar 1902 das Zentralorgan der Partei der Sozialrevolutionäre
  57. „Nowaja Shisn" („Neues Leben") - die erste legale bolschewistische Zeitung; erschien in Petersburg vom 27. Oktober bis zum 3. Dezember 1905. Von dem Augenblick an, da W. I. Lenin aus der Emigration zurückkehrte, begann „Nowaja Shisn" unter seiner unmittelbaren Führung zu erscheinen. Aktiven Anteil an der Zeitung nahm Maxim Gorki. Mit Nr. 27 wurde „Nowaja Shisn" von den Behörden verboten. Die letzte Nummer, Nr. 28, erschien illegal.
  58. „Natschalo" („Der Anfang") - legale Tageszeitung der Menschewiki; erschien in Petersburg vom 13. November bis zum 2. Dezember 1905.
  59. „Znobis Purzeli“ („Nachrichtenblatt") - georgische Tageszeitung; erschien in Tiflis von 1896 bis 1906. Seit Ende 1900 war die Zeitung das Sprachrohr der georgischen Nationalisten; 1904 wurde sie zum Organ der georgischen Sozialföderalisten.
  60. „Elwa" („Der Blitz") - georgische Tageszeitung, Organ des Vereinigten Tifliser Komitees der SDAPR; begann nach dem Verbot der Zeitung „Gantiadi" zu erscheinen. Die erste Nummer der Zeitung „Elwa" erschien am 12. März, die letzte am 15. April 1906. Für die Bolschewik! schrieb J. W. Stalin die führenden Artikel in der Zeitung. Insgesamt erschienen 27 Nummern.
  61. Der IV. Parteitag (der „Vereinigungsparteitag") der SDAPR fand vom 10.-25. April (23. April-8. Mai) 1906 in Stockholm statt. Auf dem Parteitag waren Vertreter der nationalen sozialdemokratischen Parteien Polens und Litauens, Lettlands sowie des „Bund" anwesend. Viele bolschewistische Organisationen waren von der Regierung nach dem bewaffneten Dezemberaufstand von 1905 zertrümmert worden und konnten keine Delegierten entsenden. Die Menschewiki hatten auf dem Parteitag eine, wenn auch unbedeutende, Mehrheit. Die Vorherrschaft der Menschewiki auf dem Parteitag bestimmte auch den Charakter der Parteitagsbeschlüsse in mehreren Fragen. J. W. Stalin war der Parteitagsdelegierte der Tifliser Organisation der Bolschewiki, und zwar unter dem Pseudonym Iwanowitsch. Er hielt auf dem Parteitag Diskussionsreden über den Entwurf des Agrarprogramms, über die Einschätzung der gegenwärtigen Lage und über die Reichsduma. Außerdem gab J. W. Stalin auf dem Parteitag mehrere sachliche Erklärungen ab, in denen er die opportunistische Taktik der transkaukasischen Menschewiki in der Frage der Reichsduma, des Abkommens mit dem „Bund" und in anderen Fragen entlarvte.
  62. John - Pseudonym von P. P. Maslow.
  63. N. Ch. - Noah Chomeriki, ein Menschewik.
  64. „Simartle" („Die Wahrheit") - politisch-literarische Tageszeitung der georgischen Menschewiki; erschien in Tiflis im Jahre 1906.
  65. Karl Kautsky und Jules Guesde waren damals noch nicht in das Lager der Opportunisten übergegangen. Unter dem Einfluss der russischen Revolution von 1905-1907, die überhaupt die internationale Arbeiterbewegung, besonders die Arbeiterklasse Deutschlands, gewaltig beeinflusste, trat Karl Kautsky in einer Anzahl von Fragen im Geiste der revolutionären Sozialdemokratie auf.
  66. Achali Zchowreba" („Neues Leben") - bolschewistische Tageszeitung, die in Tiflis vom 20. Juni bis zum 14. Juli 1906 erschien. Der Leiter der Zeitung war J. W. Stalin. Ständige Mitarbeiter von „Achali Zchowreba" waren M. Dawitaschwili, G. Telia, G. Kikodse u. a. Es erschienen insgesamt 20 Nummern.
  67. Zitiert wird der Artikel W. I. Lenin s „Rußlands gegenwärtige Lage und die Taktik der Arbeiterpartei" (siehe „Sämtliche Werke", Bd. IX, S. 16, russ.). Der Artikel wurde in den „Partinyje Iswestija" („Parteinachrichten"), dem Organ des vereinigten ZK der SDAPR, veröffentlicht. Die „Partinyje Iswestija" wurden in Petersburg am Vorabend des IV. Parteitags (des „Vereinigungsparteitags") illegal herausgegeben. Es erschienen zwei Nummern, Nr. l am 7. Februar und Nr. 2 am 20. März 1906.
  68. Karl Marx und Friedrich Engels, „Germany: Revolution and Counter-Revolution" (siehe Marx/Engels, „Revolution und Konterrevolution in Deutschland", Moskau 1940, S. 113 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1949, S. 119]).
  69. Friedrich Engels, „Die Bakunisten an der Arbeit", Moskau 1941, S. 16 bis 17.
  70. "Sewernaja Semlja" („Nordland") - bolschewistische legale Tageszeitung - erschien in Petersburg vom 23. bis zum 28. Juni 1906.
  71. „Rossija" („Rußland") - Tageszeitung polizeilich-schwarzhundertlicher Prägung; erschien vom November 1905 bis April 1914. Organ des Innenministeriums.
  72. Im Juni und Juli 1906 versandte der Innenminister P. A. Stolypin an die örtlichen Behörden Verfügungen, in denen er schonungslos militärische Niederschlagung der revolutionären Bewegung der Arbeiter und Bauern und der revolutionären Organisationen verlangte.
  73. D. Trepow - Petersburger Generalgouverneur, leitete die Unterdrückung der Revolution im Jahre 1905.
  74. J.W. Stalins Schrift „Die gegenwärtige Lage und der Vereinigungsparteitag der Arbeiterpartei" erschien 1906 in Tiflis in georgischer Sprache im Verlage des „Proletariat". Der Broschüre waren drei Resolutionsentwürfe der Bolschewiki zum IV. Parteitag (zum „Vereinigungsparteitag") beigegeben: 1. „Der gegenwärtige Augenblick der demokratischen Revolution" (siehe W. I. Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. IX, S. 39-41, russ.), 2. „Die Klassenaufgaben des Proletariats im gegenwärtigen Augenblick der demokratischen Revolution" (siehe „Die KPdSU (B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Konferenzen und Plenartagungen des Zentralkomitees", Teil I, 6. Auflage, Moskau 1940, S. 65, russ.), 3. „Der bewaffnete Aufstand" (siehe W. I. Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. IX, S.41 bis 42, russ.), ferner der Entwurf der Resolution über die Reichsduma, den W. I. Lenin auf dem Parteitag im Namen der Bolschewiki einbrachte (siehe W. I. Lenin , „Sämtliche Werke", Bd. IX, S. 159-60, russ.). Außerdem befand sich im Anhang der Broschüre die Resolution des Parteitags über den bewaffneten Aufstand und der Resolutionsentwurf der Menschewiki „Über den gegenwärtigen Augenblick der Revolution und die Aufgaben des Proletariats".
  75. Die „Partei der demokratischen Reformen", eine Partei der liberal-monarchistischen Bourgeoisie, wurde während der Wahlen zur I. Reichsduma im Jahre 1906 gegründet.
  76. Die Oktobristen oder der „Verband vom 17. Oktober" war eine konterrevolutionäre Partei der großen Handels- und Industriebourgeoisie und der großen Gutsbesitzer, gegründet im November 1905. Die Oktobristen unterstützten restlos das Stolypinregime, die Innen- und Außenpolitik des Zarismus.
  77. Die Trudowiki waren eine Gruppe kleinbürgerlicher Demokraten, die sich im April 1906 aus bäuerlichen Deputierten der I. Reichsduma bildete. Die Trudowiki verfochten die Forderung, alle ständischen und nationalen Beschränkungen aufzuheben, die Selbstverwaltung der Semstwos und der Städte zu demokratisieren, das allgemeine Wahlrecht bei den Wahlen zur Reichsduma zu verwirklichen und vor allem die Agrarfrage zu lösen.
  78. „Nascha Shisn" („Unser Leben") - eine liberal-bürgerliche Zeitung, erschien in Petersburg mit Unterbrechungen vom November 1904 bis zum Dezember 1906.
  79. „Achali Drojeba" („Neue Zeit"} - legale Gewerkschaftszeitung; erschien wöchentlich in georgischer Sprache in Tiflis vom 14. November 1906 bis zum 8. Januar 1907. Die Zeitung stand unter der Leitung J. W. Stalins, M. Zchakajas und M. Dawitaschwilis; sie wurde vom Tifliser Gouverneur verboten.
  80. Die Kommission des Senators Schidlowski wurde durch den Ukas des Zaren vom 29. Januar 1905 eingesetzt, angeblich „zur unverzüglichen Aufklärung der Ursachen der Unzufriedenheit der Arbeiter in der Stadt St. Petersburg und ihren Vororten". In die Kommission sollten auch gewählte Vertreter der Arbeiter aufgenommen werden. Die Bolschewiki betrachteten dieses Beginnen des Zarismus als einen Versuch, die Arbeiter vom revolutionären Kampf abzulenken, und schlugen vor, die Wahlen zu der Kommission zu benutzen, um der Zarenregierung politische Forderungen vorzulegen. Nachdem die Regierung die Forderungen abgelehnt hatte, weigerten sich die Wahlmänner, ihre Vertreter in die Kommission zu wählen und riefen die Arbeiter Petersburgs zum Streik auf. Gleich am anderen Tage begannen politische Massenstreiks. Am 20. Februar 1905 musste die Zarenregierung die Kommission Schidlowskis auflösen.
  81. Die unter dem Vorsitz des Finanzministers W. N. Kokowzew stehende Kommission wurde im Februar 1905 eingesetzt. Sie wurde ebenso wie die Kommission Schidlowskis zur Untersuchung der Arbeiterfrage, diesmal jedoch ohne Beteiligung der Arbeiter, geschaffen. Die Kommission existierte bis zum Sommer 1905
  82. Das Vereinsgesetz vom 4. März 1906 gestattete Vereinigungen und Verbänden die legale Existenz unter der Bedingung, dass sie ihre Statuten behördlich registrieren ließen. Trotz zahlreicher Beschränkungen der Tätigkeit der Vereinigungen und trotz Einführung strafrechtlicher Verantwortlichkeit für Gesetzesverletzungen machten sich die Arbeiter die gewährten Rechte weitgehend zunutze, um proletarische Gewerkschaften ins Leben zu rufen. In den Jahren 1905-1907 wurden in Rußland zum ersten Mal Massengewerkschaften geschaffen, die unter der Führung der revolutionären Sozialdemokratie einen ökonomischen und politischen Kampf führten.
  83. Nach Erlass des Zarenmanifestes vom 17. Oktober 1905 verlangten der Ministerratsvorsitzende S. J. Witte und der Innenminister P. N. Durnowo in einer Anzahl von Rundschreiben und Telegrammen an die Gouverneure und Stadthauptleute, trotz der offiziell proklamierten „Freiheiten", dass Meetings und Versammlungen mit Waffengewalt auseinandergejagt, Zeitungen verboten und entschlossene Maßnahmen gegen die Gewerkschaften ergriffen würden, dass alle Personen, die sich revolutionärer Tätigkeit verdächtig gemacht hatten, auf administrativem Wege verschickt würden.
  84. Ende 1905 und Anfang 1906 führte in Georgien eine Gruppe von Anarchisten, an deren Spitze V. Tscherkesischwili, ein Schüler Kropotkins und bekannter Anarchist, sowie seine Anhänger Michako Zereteli (Bâton), Schalwa Gogelia (S. G.) und andere standen, eine erbitterte Kampagne gegen die Sozialdemokraten. Die Gruppe gab in Tiflis die Zeitungen „Nobati", „Muscha" und andere Blätter heraus. Die Anarchisten hatten keinerlei Stütze im Proletariat, erzielten jedoch gewisse Erfolge unter den deklassierten und kleinbürgerlichen Elementen. Gegen die Anarchisten wandte sich J. W. Stalin mit einer Artikelserie unter dem gemeinsamen Titel: „Anarchismus oder Sozialismus?" Die ersten vier Artikel erschienen im Juni und Juli 1906 in der Zeitung „Achali Zchowreba". Der Druck der folgenden Artikel unterblieb, da die Behörden die Zeitung verboten hatten. Im Dezember 1906 und am 1. Januar 1907 wurden die in „Achali Zchowreba" veröffentlichten Artikel in der Zeitung„Achali Drojeba" nachgedruckt, aber in etwas veränderter Gestalt. De Redaktion der Zeitung begleitete diese Artikel mit der folgenden Bemerkung: „Kürzlich machte die Gewerkschaft der Angestellten uns den Vorschlag, Artikel über Anarchismus, Sozialismus und andere derartige Fragen zu drucken (siehe ´Achali Drojeba’ Nr. 3). Den gleichen Wunsch äußerten auch einige andere Genossen. Wir kommen diesen Wünschen entgegen und veröffentlichen diese Artikel. Was die Artikel selbst betrifft, so halten wir es für notwendig, zu erwähnen, dass ein Teil dieser Artikel schon einmal in der georgischen Presse gedruckt worden ist (aus Gründen, die nicht von dem Verfasser abhängen, wurden die Artikel nicht beendet). Trotzdem haben wir es für notwendig gehalten, alle Artikel vollständig abzudrucken, und dem Verfasser den Vorschlag gemacht, sie in einer allgemein verständlichen Sprache umzuarbeiten, was er auch bereitwillig getan hat." So entstanden die beiden Varianten der ersten vier Teile der Schrift „Anarchismus oder Sozialismus?". Ihre Fortsetzung wurde in den Zeitungen „Tschweni Zchowreba" im Februar 1907 und „Dro“ im April 1907 gedruckt. Die erste Variante der in „Achali Zchowreba" veröffentlichten Artikel „Anarchismus oder Sozialismus" findet sich im Anhang zum vorliegenden Band. „Tschweni Zchowreba“ („Unser Leben") - eine bolschewistische Tageszeitung, die in Tiflis vom 18. Februar 1907 an legal erschien. Geleitet wurde diese Zeitung von J.W. Stalin. Es erschienen 13 Nummern. Am 6. März 1907 wurde die Zeitung „wegen extremer Richtung" verboten. „Dro“ («Die Zeit") war eine bolschewistische Tageszeitung, die nach dem Verbot von „Tschweni Zchowreba" vom 11. März bis zum 15. April 1907 in Tiflis erschien. Leiter der Zeitung war J. W. Stalin. Zur Redaktion der Zeitung gehörten auch M. Zchakaja, M. Dawitaschwili. Es erschienen 31 Nummern.
  85. „Nobati“ („Appell") - Wochenzeitung der georgischen Anarchisten; erschien 1906 in Tiflis.
  86. Friedrich Engels, „Ludwig Feuerbach", Moskau 1939, S. 7 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1946, S. 7].
  87. Karl Marx, „Zur Kritik der politischen Ökonomie", Moskau- Lenin grad 1934, S. 5-6 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1947, S. 13-14].
  88. Karl Marx und Friedrich Engels, „Die heilige Familie", Abschnitt „Kritische Schlacht gegen den französischen Materialismus" (Marx-Engels-Gesamtausgabe, Erste Abt., Bd. 3, Berlin 1932, S. 307).
  89. Karl Marx, „La Misere de la Philosophie" (siehe „Das Elend der Philosophie", Moskau 1939, S. 129 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1947, S. 188]).
  90. Friedrich Engels, „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats", Moskau 1940, S. 146 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1946, S. 146].
  91. Karl Marx, „Kritik des Gothaer Programms", Moskau 1941, S. 23 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1946, S. 21].
  92. Friedrich Engels, „Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft", Moskau 1939, S. 150, 151 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1949, S. 191-192].
  93. Muscha" („Der Arbeiter") - Tageszeitung der georgischen Anarchisten; erschien in Tiflis im Jahre 1906.
  94. „Chma" („Die Stimme") -Tageszeitung der georgischen Anarchisten; erschien in Tiflis im Jahre 1906.
  95. Karl Marx, „Enthüllungen über den Kommunistenprozess zu Köln", Moskau 1940, S. 115, 116. (IX. Beilage, „Ansprache der Zentralbehörde an den Bund, März 1850".)
  96. Karl Marx, „Briefe an Kugelmann", Moskau 1940, S. 110 [deutsche Neuausgabe, Berlin 1947, S. 100].
  97. Zitiert nach: K. Marx, „Der Bürgerkrieg in Frankreich" (Einleitung von Friedrich Engels). [Deutsche Neuausgabe Berlin 1949.]

    ENDE BAND 1

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