"Stalin"

Werke

Band 2

DAS LEBEN SIEGT!

"Die von den Arbeitern eingesandten Petitionen,
in denen sie die Freiheit... der Koalitionen
fordern, haben ihre Lage nicht im geringsten
erleichtert, sondern im Gegenteil, die Antwort,
die die Arbeiter auf diese Forderung erhielten,
war ein Blutbad"...

Aus der Rede des Deputierten Kusnezow

Vor nicht so langer Zeit - es ist erst ein Jahr her - eröffneten die Eiferer der "legalen Partei", die Herren Liquidatoren, mit Pauken und Trompeten die so genannte Petitionskampagne.

Das "publizistische" Organ der Liquidatoren, das allen bekannte "Delo Shisni"[105], schrieb, die nächste Aufgabe der Arbeiterbewegung sei der Kampf für das Koalitionsrecht durch Petitionen.

Das "wissenschaftliche" Organ der Liquidatoren, "Nascha Sarja"[106], versicherte den Arbeitern, um diese Aufgabe "zu begründen", die Petitionen würden "breite Massen" um sich organisieren.

Da aber spielte sich auf den Lena-Goldfeldern das blutige Drama ab, trat das lebendige Leben mit seinen unerbittlichen Widersprüchen auf die Bühne - und die Petitionstaktik der Liquidatoren zerstob zu Staub. Der gesetzliche Streik, Petitionen, Bitten - alles ist hin! Die "erneuerte" Ordnung hat ihr wahres Gesicht gezeigt. Und der Vertreter dieser Ordnung, der Minister Makarow, hat, gleichsam der größeren Klarheit halber, erklärt, die Erschießung von 500 Arbeitern sei noch nicht alles, das sei erst der Anfang, auch in Zukunft werde mit Gottes Hilfe das gleiche geschehen...

Das hat gesessen! Die mit soviel Lärm eingeleitete Petitionstaktik ist am Leben zerschellt! Die Politik der Petitionen hat sich als ohnmächtig erwiesen!

Nicht Petitionen ist es also beschieden, den uralten Streit zwischen dem alten und dem neuen Rußland zu entscheiden...

Die zahlreichen Meetings und Streiks der Arbeiter aber, die sich an allen Ecken und Enden Rußlands anlässlich des Lena-Gemetzels erhoben haben - sprechen sie nicht ein übriges Mal davon, dass die Arbeiter nicht den Weg der Petitionen gehen werden?

Man höre den Arbeiterdeputierten Kusnezow:

"Im Grunde haben die von den Arbeitern eingesandten Petitionen, in denen sie die Freiheit der Koalitionen fordern, ihre Lage nicht im geringsten erleichtert, sondern im Gegenteil, die Antwort, die die Arbeiter auf diese Forderung erhielten, war ein Blutbad"...

Das sagt der Deputierte Kusnezow.

Anders kann ein Arbeiterdeputierter, der auf die Stimme des ihm vertrauten Arbeitermilieus horcht, auch nicht sprechen.

Nein, die Liquidatoren haben kein Glück!...

Nun, und die Petitionstaktik? Wohin soll man die stecken? Natürlich irgendwohin, recht weit weg von den Arbeitern...

Ja, ja, die Lehren des Lebens gehen offensichtlich nicht einmal an den Liquidatoren spurlos vorbei. Der Petitionsrausch beginnt, wie es scheint, zu weichen. Nun wohl, wir begrüßen sie zu der Ernüchterung, wir begrüßen sie von ganzem Herzen!

Wir wiederholen ja schon seit langem: Das Leben ist allmächtig, es bleibt stets Sieger...

Petersburger "Swesda" (Der Stern) Nr. 30,
15. April 1912.
Unterschrift: K. Salin.
Nach dem russischen Zeitungstext.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis