"Stalin"

Werke

Band 3

AUF DEM WEGE ZU MINISTERSESSELN

Dieser Tage erschienen in der Presse Resolutionen der Gruppe "Jedinstwo"[2]: über die Provisorische Regierung, über den Krieg und über die Vereinigung.

Es handelt sich um die Gruppe Plechanow-Burjanow, eine Gruppe von "Vaterlandsverteidigern".

Zur Kennzeichnung dieser Gruppe genügt es zu wissen, dass nach ihrer Meinung

1. "die notwendige demokratische Kontrolle über die Handlungen der Provisorischen Regierung am besten durch die Beteiligung der Arbeiterdemokratie an der Provisorischen Regierung erreicht wird";

2. "das Proletariat gezwungen ist, den Krieg fortzusetzen", unter anderem, "um Europa von der Bedrohung durch die österreichisch-deutsche Reaktion zu befreien".

Kurzum: Schickt, ihr Herren Arbeiter, Geiseln in die Provisorische Regierung Gutschkow-Miljukow und setzt den Krieg gefälligst fort für die ... Annexion Konstantinopels!

Das ist die Losung der Gruppe Plechanow-Burjanow.

Und nach alledem hat diese Gruppe die Stirn, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands zur Vereinigung mit ihr aufzufordern!

Die ehrenwerte Gruppe "Jedinstwo" vergisst, dass die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands auf dem Standpunkt der Beschlüsse von Zimmerwald und Kiental steht, die sowohl die "Vaterlandsverteidigung" als auch die Teilnahme an der jetzigen Regierung ablehnen, auch wenn es sich um eine provisorische Regierung handelt (nicht zu verwechseln mit einer revolutionären Provisorischen Regierung!).

Sie merkt nicht, dass Zimmerwald und Kiental die Ablehnung der Guesde-Sembat bedeuten und dass, umgekehrt, eine Vereinigung mit Gutschkow-Miljukow die Einheit mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands ausschließt...

Sie hat übersehen, dass für Liebknecht und Scheidemann schon lange kein Platz mehr in einer Partei ist noch sein kann.

Nein, ihr Herren, ihr habt euch mit eurem Einheitsappell an die falsche Adresse gewandt!

Man kann natürlich danach trachten, Ministersessel zu erlangen, man kann sich mit Miljukow-Gutschkow zur ... "Fortsetzung des Krieges" vereinigen und dergleichen mehr, alles das ist Geschmacksache, aber was hat damit die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands zu tun, und was hat eine Vereinigung mit ihr damit zu tun?

Nein, ihr Herren, geht eures Weges.

"Prawda" Nr. 11,
17. März 1917.
Artikel ohne Unterschrift.

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