"Stalin"

Werke

Band 3

ZWEI RESOLUTIONEN

Zwei Resolutionen. Die erste stammt vom Exekutivkomitee des Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten. Die zweite stammt von den Arbeitern (400 Mann) der Maschinenabteilung der Russisch-Baltischen Waggonwerke.

Die erste ist für die Unterstützung der so genannten "Freiheitsanleihe". Die zweite ist dagegen.

Die erste stimmt der "Freiheitsanleihe" als solcher, als einer Anleihe zugunsten der Freiheit, kritiklos zu.

Die zweite definiert die "Freiheitsanleihe" als eine Anleihe gegen die Freiheit, denn sie "wird zum Zwecke der Fortsetzung des brudermörderischen Gemetzels aufgelegt, das nur für die imperialistische Bourgeoisie vorteilhaft ist".

Die erste spiegelt die Zweifel von Menschen wider, die den Kopf verloren haben: Wie soll es denn mit der Versorgung der Armee werden, wird denn die Versorgung der Armee nicht gefährdet, wenn man der Anleihe die Unterstützung versagt?

Die zweite kennt keine solchen Zweifel, denn sie sieht einen Ausweg: Sie "erkennt an, dass die Versorgung der Armee mit allem Notwendigen Geldmittel erfordert, und verweist den Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten darauf, dass diese Gelder aus der Tasche der Bourgeoisie genommen werden müssen, die dieses Gemetzel angefangen hat und es fortsetzt und aus diesem Blutrausch Millionenprofite herausschlägt".

Die Verfasser der ersten Resolution werden wohl zufrieden sein, haben sie doch "ihre Pflicht getan".

Die Verfasser der zweiten Resolution protestieren, da sie der Meinung sind, dass die ersteren durch eine solche Einstellung zur Sache des Proletariats "die Internationale verraten".

Damit haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen!

Für und gegen die "Freiheitsanleihe", die gegen die Freiheit gerichtet ist.

Wer hat Recht? Entscheidet, Genossen Arbeiter.

"Prawda"" Nr. 29,
11. April 1917.
Unterschrift: K. Stalin.

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