"Stalin"

Werke

Band 3

ANMERKUNGEN

  1. Die internationale Konferenz der Internationalisten fand in Zimmerwald vom 5. bis zum 8. September (23.-26. August) 1915 statt. Die Konferenz erklärte in ihrem Manifest den Weltkrieg für einen imperialistischen Krieg; sie verurteilte die Haltung der "Sozialisten", die für die Kriegskredite stimmten und sich an den bürgerlichen Regierungen beteiligten; sie forderte die Arbeiter Europas auf, den Kampf gegen den Krieg, für einen Frieden ohne Annexionen und Kontributionen zu entfalten. Die zweite Konferenz der Internationalisten fand vom 24. bis zum 30. (11.-17.) April 1916 in Kiental statt. Das Manifest und die Resolutionen, die in Kiental angenommen wurden, waren ein weiterer Schritt vorwärts in der Entwicklung der internationalen revolutionären Bewegung gegen den Krieg. Aber weder die Kientaler noch die Zimmerwalder Konferenz nahm die bolschewistischen Losungen an: Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg, Niederlage der eigenen imperialistischen Regierungen im Kriege, Organisierung der III. Internationale.

  2. Die Gruppe "Jedinstwo" (Einheit) nahm im März 1917 organisatorische Form an; sie vereinigte die extrem rechten Menschewiki unter den "Vaterlandsverteidigern"; die führende Rolle in dieser Gruppe spielten Plechanow sowie die früheren Liquidatoren Burjanow und Jordanski. Die Gruppe unterstützte vorbehaltlos die Provisorische Regierung, sie forderte die Fortsetzung des imperialistischen Krieges und hetzte gemeinsam mit den Schwarzhundertern gegen die Bolschewiki. In den Tagen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution beteiligten sich Mitglieder der Gruppe an dem konterrevolutionären "Komitee zur Rettung des Vaterlandes und der Revolution".

  3. "Rjetsch" (Die Rede) - Tageszeitung, Zentralorgan der Kadettenpartei, das vom Februar 1906 bis zum 26. Oktober 1917 in Petersburg erschien.

  4. "Djen" (Der Tag) - Zeitung, die seit 1912 in Petersburg erschien und vom Bankkapital finanziert wurde; sie befand sich in den Händen der Liquidatoren-Menschewiki; am 26. Oktober 1917 wurde sie wegen konterrevolutionärer Tätigkeit verboten.

  5. Anlässlich einer Unterredung Miljukows mit Journalisten veröffentlichte die "Prawda" in ihrer Nr. 17 vom 25. März 1917 einen Leitartikel unter der Überschrift "Nieder mit der Politik der Imperialisten!", worin die Außenpolitik der Provisorischen Regierung charakterisiert wurde. Die "Prawda" erschien nach der Februarrevolution (ab 5. März 1917) als Zentralorgan der bolschewistischen Partei. Am 15. März 1917 beschloss das Büro des ZK der SDAPR(B) auf seiner erweiterten Sitzung die Entsendung J.W. Stalins in das Redaktionskollegium der "Prawda". Nach seiner Rückkehr nach Rußland im April 1917 übernahm W.I. Lenin die Leitung der "Prawda". Die nächsten Mitarbeiter der "Prawda" waren: W.M. Molotow, J.M. Swerdlow, M.S. Olminski, K.N. Samoilowa und andere Genossen. Am 5. Juli 1917 wurde die Redaktion der "Prawda" von Offizierschülern und Kosaken demoliert. Nach den Julitagen, als W.I. Lenin in die Illegalität ging, wurde J.W. Stalin verantwortlicher Redakteur des Zentralorgans der Partei. Der Militärorganisation beim ZK der SDAPR(B) gelang es, die Herausgabe einer Zeitung unter dem Titel "Rabotschi i Soldat" (Arbeiter und Soldat) zu organisieren, die ab 23. Juli 1917 erschien. Das Zentralkomitee der Partei gab Anweisung, dass die Zeitung "Rabotschi i Soldat" bis zur Schaffung eines Zentralorgans der Partei dessen Funktion erfülle. In der Periode vom Juli bis zum Oktober leistet das Zentralorgan der Partei eine gewaltige Arbeit für den Zusammenschluss der Arbeiter- und Soldaten um die bolschewistische Partei und für die Vorbereitung des bewaffneten Aufstands. Ab 13. August 1917 erschien das Zentralorgan der Bolschewiki unter dem Titel "Proletari" (Der Proletarier), nach dessen Verbot unter dem Titel "Rabotschi" (Der Arbeiter) und dann als "Rabotschi Putj" (Der Arbeiterweg). Das letztgenannte Organ erschien bis zum 26.Oktober 1917. Seit dem 27. Oktober 1917 erscheint das Zentralorgan der bolschewistischen Partei wieder unter dem Titel "Prawda".

  6. "Wetscherneje Wremja" (Die Abendzeit) - Abendblatt reaktionärer Richtung, gegründet von A. S. Suworin; erschien in Petersburg von 1911 bis 1917.

  7. "Djelo Naroda" (Die Sache des Volkes) - Zeitung der Sozialrevolutionäre, die vom 15. März 1917 bis zum Januar 1918 in Petrograd erschien.

  8. Sonderbund - reaktionärer Verband von sieben katholischen Kantonen der Schweiz, der 1845 gebildet wurde; trat für die politische Zersplitterung des Landes ein. Im Jahre 1847 entbrannte ein bewaffneter Kampf zwischen dem Sonderbund und den übrigen Kantonen, die für die Zentralisierung der Staatsmacht in der Schweiz waren. Der Krieg endete mit der Niederlage des Sonderbunds und mit der Umwandlung der Schweiz aus einem Staatenbund in einen einheitlichen Bundesstaat.

  9. "Die VII. Allrussische Konferenz (Aprilkonferenz) der SDAPR(B) tagte vom 24. bis zum 29. April 1917 in Petrograd. Sie war die erste legale Konferenz der Bolschewiki und spielte im Leben der Partei die Rolle eines Parteitags. W.I. Lenin entwickelte in dem Referat über die gegenwärtige Lage die Leitsätze, die er schon früher in den Aprilthesen dargelegt hatte. J. W. Stalin hielt auf der Konferenz eine Rede zur Unterstützung der von W. I. Lenin eingebrachten Resolution über die gegenwärtige Lage und das Referat über die nationale Frage. Die Konferenz verurteilte die opportunistische Kapitulantenposition Kamenews, Rykows, Sinowjews, Bucharins und Pjatakows, die gegen die sozialistische Revolution in Rußland auftraten und in der nationalen Frage auf einer nationalchauvinistischen Position standen. Die Aprilkonferenz stellte die Partei der Bolschewiki auf den Kampf für das Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen in die sozialistische Revolution ein. Siehe die Resolution der Aprilkonferenz über die nationale Frage in "Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK", Teil I, 6. Auflage, Moskau 1940, S. 233 (russ.).

  10. Der VIII. Parteitag der KPR (B) tagte in Moskau vom 18. bis zum 23. März 1919. Der Parteitag wies die chauvinistische Großmachtskonzeption Bucharins und Pjatakows in der nationalen Frage entschieden zurück. Siehe das von dem Parteitag beschlossene "Programm der KPR(B)" in "Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK", Teil I, 6. Auflage, Moskau 1940, S. 281-295 (russ.).

  11. Siehe "Der II. Kongress der Komintern, Juli bis August 1920", Moskau 1934, S. 492 (russ.).

  12. Schingarjows Telegramm wird im Wortlaut angeführt in W.I. Lenin s Artikel "Ein ´freiwilliges Abkommen´ zwischen Gutsherren und Bauern?", veröffentlicht in Nr. 33 der "Prawda" vom 15. April 1917 (siehe W.I. Lenin , "Werke", 4. Ausgabe, Bd. 24, S. 108 (russ.).

  13. Die Allrussische Beratung der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, einberufen vom Exekutivkomitee des Petrograder Sowjets, fand vom 29. März bis zum 3. April 1917 in Petrograd statt; sie stand unter dem Einfluss der Menschewiki und Sozialrevolutionäre.

  14. Die am 18. April 1917 an die alliierten Mächte gesandte Note des Außenministers der Provisorischen Regierung, des Kadettenführers Miljukow, bestätigte die Treue der Provisorischen Regierung zu den vom Zarismus geschlossenen Verträgen und bekundete die Bereitschaft der Regierung, den imperialistischen Krieg fortzusetzen. Unter den Petrograder Arbeitern und Soldaten rief die Note die größte Empörung hervor.

  15. Das Palais der Zarenfavoritin Kszesinska wurde von revolutionären Soldaten in den Tagen der Februarrevolution besetzt. Hier wurden das Zentralkomitee und das Petrograder Komitee der Bolschewiki, die Militärorganisation beim ZK der SDAPR(B), ein Soldatenklub und andere Organisationen der Arbeiter und Soldaten untergebracht.

  16. Nach der Beratung im Marienpalast veröffentlichte die Provisorische Regierung am 22. April 1917 eine "Erläuterung" zu der Note Miljukows, worin sie erklärte, sie verstehe unter der Losung "Entschiedener Sieg über den Feind" die "Herbeiführung eines dauerhaften Friedens auf der Grundlage der Selbstbestimmung der Völker". Das paktiererische Exekutivkomitee des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten erklärte die Berichtigungen und "Erläuterungen" der Regierung für befriedigend und den "Zwischenfall für erledigt".

  17. Der "Bund" (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverband in Polen, Litauen und Rußland) wurde im Oktober 1897 gegründet (siehe J. W. Stalin, "Werke", Bd. 1, S. 395, russ. [deutsche Ausgabe S. 345], Anmerkung 7).

  18. Das auf einem Kongress von Vertretern der Amtsbezirke und Arbeitersiedlungen gewählte Revolutionäre Volkskomitee für den Kreis Schlüsselburg traf Maßnahmen zur Lösung der Bodenfrage. Die Bodenkommission dieses Komitees beschloss: 1. die den Kirchen, Klöstern, dem Zarenhause und Privatbesitzern gehörenden ungenutzten Ländereien gemeindeweise zu bestellen; 2. das erforderliche lebende und tote Inventar aus den Gütern von Privatbesitzern, aus Lagerhäusern usw. zu einem Minimalpreis zu entnehmen. Entsprechend diesem Beschluss nahmen die Amtsbezirkskomitees den gesamten Bodenfonds des Kreises unter ihre Kontrolle, führten eine Bestandsaufnahme des landwirtschaftlichen Inventars durch, sorgten für den Schutz der Wälder, leiteten die Umpflügung der brachliegenden Ländereien in die Wege usw.

  19. In der Beilage zu Nr. 13 der "Soldatskaja Prawda" (Soldaten-Prawda) vom 3. Mai 1917 wurden die Resolutionen der VII. Allrussischen Konferenz (Aprilkonferenz) der SDAPR(B) veröffentlicht.

  20. Die Vorbereitungen zu den Petrograder Bezirksdumawahlen begannen im April 1917. Die "Prawda", das Petrograder Komitee und die Bezirkskomitees der bolschewistischen Partei forderten die Arbeiter und Soldaten auf, sich an den Wahlen aktiv zu beteiligen und für die Listen der Bolschewiki zu stimmen. Am 10. Mai 1917 hielt das Petrograder Komitee der SDAPR(B) unter Teilnahme J. W. Stalins eine Sitzung ab, auf der die Stadtkommission und die Bezirkskommissionen über den Verlauf der Kommunalwahlkampagne berichteten. Die Wahlen zu den Petrograder Bezirksdumas fanden vom 27. Mai bis zum 5. Juni 1917 statt. J. W. Stalin widmete den Ergebnissen der Wahlen seinen Artikel "Zu den Ergebnissen der Kommunalwahlen in Petrograd" (siehe den vorliegenden Band).

  21. Die Trudowiki oder die "Trudowaja Gruppa" waren eine Gruppe klein-bürgerlicher Demokraten, die sich im April 1906 aus bäuerlichen Deputierten der I. Reichsduma bildete. Im Jahre 1917 verschmolzen sich die Trudowiki mit der "Volkssozialistischen" Partei.

  22. "Volkssozialisten" - kleinbürgerliche Organisation, die 1906 aus einem Teil des rechten Flügels der Sozialrevolutionäre hervorging. Die von den Volkssozialisten aufgestellten politischen Forderungen gingen nicht über den Rahmen der konstitutionellen Monarchie hinaus. Lenin nannte sie "Sozialkadetten" und "sozialrevolutionäre Menschewiki". Nach der Februarrevolution von 1917 bezog die Partei der Volkssozialisten unter den anderen kleinbürgerlichen "sozialistischen" Parteien eine extrem rechte Position. Nach der Oktoberrevolution beteiligten sich die Volkssozialisten an konterrevolutionären Organisationen.

  23. "Rabotschaja Gaseta" (Arbeiterzeitung) - Zentralorgan der Partei der Menschewiki, das ab 7. März 1917 in Petrograd erschien. Bald nach der Oktoberrevolution wurde die Zeitung verboten.

  24. Die "Zwischengruppe" ("Zwischenbezirkliche Organisation vereinigter Sozialdemokraten") entstand in Petersburg im Jahre 1913. Ihr gehörten trotzkistische Menschewiki und ein Teil ehemaliger Bolschewiki an, die sich von der Partei abgespalten hatten. Während des ersten Weltkriegs bezog die "Zwischengruppe" einen zentristischen Standpunkt und kämpfte gegen die Bolschewiki. Im Jahre 1917 erklärte sich die "Zwischengruppe" mit der Linie der bolschewistischen Partei einverstanden. Deshalb bildeten die Bolschewiki bei den Wahlen zu den Petrograder Bezirksdumas im Mai 1917 einen Block mit ihr. Auf dem VI. Parteitag der SDAPR(B) wurde die "Zwischengruppe" in die Partei aufgenommen. Eine Reihe Mitglieder der "Zwischengruppe" mit Trotzki an der Spitze entpuppten sich später als Feinde des Volkes.

  25. "Nowaja Shisn" (Neues Leben) - menschewistische Zeitung, die ab April 1917 in Petrograd erschien. Um sie gruppierten sich die zu Martow haltenden Menschewiki und intellektuelle Einzelgänger halbmenschewistischer Richtung. Die Gruppe "Nowaja Shisn" schwankte ständig zwischen den Paktierern und den Bolschewiki; nach den Julitagen nahmen die Mitglieder der Gruppe gemeinsam mit den menschewistischen "Vaterlandsverteidigern" an einem Vereinigungskongress teil. Nach der Oktoberrevolution bezog die Gruppe mit Ausnahme einiger Personen, die sich den Bolschewiki anschlossen, eine feindliche Stellung gegenüber der Sowjetmacht. Die Zeitung "Nowaja Shisn" wurde im Sommer 1918 verboten.

  26. Der Erste Allrussische Bauernkongress tagte vom 4. bis zum 28. Mai 1917 in Petrograd. Die Mehrheit auf dem Kongress hatten die Sozialrevolutionäre und die ihnen nahe stehenden Gruppen. Der erdrückende Teil der Bauerndelegierten aus den Gouvernements vertrat die kulakische Oberschicht des Dorfes.

  27. Die "Deklaration der Rechte des Soldaten" war ein Befehl an die Armee und die Flotte über die Grundrechte der Militärpersonen, der vom Kriegsminister der Provisorischen Regierung, Kerenski, am 11. Mai 1917 erlassen worden war. Die "Deklaration" brachte eine bedeutende Beschränkung der Rechte, die sich die Soldaten in den ersten Tagen der Revolution von 1917 erobert hatten. Das sozialrevolutionär-menschewistische Exekutivkomitee des Petrograder Sowjets begrüßte die "Deklaration der Rechte des Soldaten"; die Soldaten und Matrosen aber veranstalteten Protestkundgebungen gegen sie und nannten sie eine Deklaration der Rechtlosigkeit.

  28. "Wetschernaja Birshowka" (Abendbörsenblatt) - Abendausgabe der Zeitung "Birshewyje Wjedomosti" (Börsennachrichten). Die "Birshewyje Wjedomosti" waren eine bürgerliche Zeitung, die seit 1880 in Petersburg erschien. Der Titel "Birshowka" (Börsenblatt) wurde ein Gattungsname zur Bezeichnung der Prinzipienlosigkeit und Feilheit der Presse. Ende Oktober 1917 wurde die Zeitung vom Revolutionären Militärkomitee des Petrograder Sowjets verboten.

  29. Robert Grimm, Sekretär der Sozialistischen Partei der Schweiz, traf im Mai 1917 in Rußland ein. Anfang Juni brachten bürgerliche Zeitungen Meldungen, Grimm habe den Auftrag, den Boden für einen Separatfrieden zwischen Deutschland und Rußland zu sondieren. Im Zusammenhang hiermit wies die Provisorische Regierung Grimm aus Rußland aus.

  30. Der Erste Allrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, der vom Petrograder Sowjet vorbereitet und einberufen wurde, tagte vom 3. bis zum 24. Juni 1917. Die Mehrheit auf dem Kongress gehörte den Sozialrevolutionären (285 Delegierte) und den Menschewiki (248 Delegierte). Die Bolschewiki, die damals in den Sowjets die Minderheit bildeten, hatten 105 Delegierte. Die Bolschewiki entlarvten auf dem Kongress den imperialistischen Charakter des Krieges und enthüllten die Verderblichkeit des Paktierens mit der Bourgeoisie. In seinen Reden über die Stellung zur Provisorischen Regierung und über den Krieg stellte W.I. Lenin den paktiererischen Losungen der Menschewiki und der Sozialrevolutionäre die Forderung des Übergangs der gesamten Macht an die Sowjets entgegen. Der Kongress stand unter dem Einfluss der Menschewiki und der Sozialrevolutionäre.

  31. "Wolja Naroda" (Volkswille) - Organ des rechten Flügels der Partei der Sozialrevolutionäre, das vom 29. April bis zum 24. November 1917 in Petrograd erschien.

  32. Der Aufruf "An alle Werktätigen, an alle Arbeiter und Soldaten Petrograds" wurde im Zusammenhang mit der Arbeiter- und Soldatendemonstration verfasst, die das Zentralkomitee und das Petrograder Komitee der SDAPR(B) auf den 10. Juni 1917 angesetzt hatten. Zum ersten Mal wurde er am 9. Juni in Form einer Proklamation veröffentlicht, die in den Stadtbezirken Petrograds verbreitet wurde. Am 10. Juni sollte der Aufruf in der "Prawda" und in der "Soldatskaja Prawda" erscheinen; da sich aber das Zentralkomitee und das Petrograder Komitee der Bolschewiki in der Nacht zum 10. Juni genötigt sahen, die Demonstration abzusagen, wurde er aus den Stereotypplatten der "Prawda" und der "Soldatskaja Prawda" herausgeschnitten. Nur eine geringe Anzahl von Exemplaren der "Soldatskaja Prawda" kam mit dem Aufruf heraus. Am 13. Juni wurde der Aufruf in Nr. 80 der "Prawda" gleich nach dem Artikel "Die Wahrheit über die Demonstration" veröffentlicht. Am 17. und 18. Juni 1917 veröffentlichte die "Prawda" den Aufruf aus Anlass der auf den 18. Juni angesetzten neuen Demonstration noch einmal.

  33. "Okopnaja Prawda" (Schützengraben-Prawda) - bolschewistische Zeitung, die ab 30. April 1917 in Riga erschien. Die ersten Nummern der Zeitung wurden vom Soldatenkomitee des Nowoladogaer Regiments mit Mitteln herausgegeben, die die Soldaten selbst aufbrachten. Ab Nr. 7 (17. Mai 1917) wurde die Zeitung zum Organ der Militärorganisation und der Russischen Sektion beim Rigaer Komitee der SDAPR(B), ab Nr. 26 (5. Juli 1917) zum Organ der Militärorganisation der XII. Armee, erst beim Rigaer Komitee und dann beim ZK der Sozialdemokratie Lettlands. Am 21. Juli 1917 wurde sie verboten, aber schon zwei Tage später - am 23. Juli - begann an Stelle der "Okopnaja Prawda" die Zeitung "Okopny Nabat" (Schützengraben-Sturmglocke) als Organ der vereinigten Militärorganisation der Sozialdemokratie Lettlands zu erscheinen und kam bis zur Einnahme Rigas durch die Deutschen heraus. Ab 12. Oktober wurde die Herausgabe des "Okopny Nabat" in der Stadt Wenden wieder aufgenommen. Ab 29. Oktober 1917 nahm die Zeitung wieder ihren früheren Titel "Okopnaja Prawda" an. Von da an erschien sie ohne Unterbrechung bis zum Februar 1918.

  34. "Soldatskaja Prawda" (Soldaten-Prawda) - bolschewistische Zeitung, die ab 15. April 1917 als Organ der Militärorganisation beim Petrograder Komitee der SDAPR(B) und ab 19. Mai als Organ der Militärorganisation beim ZK der SDAPR(B) erschien. Die "Soldatskaja Prawda" besaß bei den Soldaten und Arbeitern Petrograds eine große Popularität. Die Arbeiter stifteten Geld für die Herausgabe der Zeitung und ihre unentgeltliche Verbreitung unter den Frontsoldaten. Die Zeitung erreichte eine Auflage von etwa 50000 Exemplaren, wovon die Hälfte an die Front ging. In den Julitagen des Jahres 1917 wurde die "Soldatskaja Prawda" gleichzeitig mit der "Prawda" demoliert und von der Provisorischen Regierung verboten; in den ersten Tagen nach der Oktoberrevolution erschien sie wieder, und zwar bis zum März 1918.

  35. Die Druckerei "Trud" (Arbeit), die bolschewistische Zeitungen und Bücher druckte, wurde vom Zentralkomitee der SDAPR(B) am 22. April 1917 erworben. Auf den Appell der "Prawda" hin brachten die Arbeiter und Soldaten selbst die Mittel für den Ankauf der Druckerei auf. Am 6. Juli wurde die Druckerei durch Trupps von Offizierschülern und Kosaken demoliert.

  36. Die Zweite (außerordentliche) Petrograder Stadtkonferenz der Bolschewiki wurde am 1. Juli 1917 einberufen. Es waren 145 Delegierte anwesend, die 32220 Parteimitglieder vertraten. Die Einberufung einer außerordentlichen Konferenz war notwendig geworden infolge der Verschärfung der politischen Situation in Petrograd und im ganzen übrigen Lande im Zusammenhang mit der Offensive, die damals an der Front begann, den Versuchen der Provisorischen Regierung, die revolutionären Regimenter aus Petrograd zu entfernen, die Stadt von revolutionären Arbeitern "zu entlasten" und dergleichen mehr. Im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 3.-5. Juli unterbrach die Konferenz ihre Tagung und trat erst am 16. Juli wieder zusammen. Ihre ganze weitere Arbeit stand unter der unmittelbaren Leitung J.W. Stalins.

  37. Die außerordentliche Beratung in Moskau - die Moskauer Staatsberatung - wurde von der Provisorischen Regierung am 12. August 1917 einberufen. Die Mehrheit der Beratungsteilnehmer bildeten Vertreter der Gutsbesitzer, der Bourgeoisie, der Generalität, des Offizierkorps und der Oberschicht der Kosakenschaft. Die von den Sowjets und dem ZEK entsandte Delegation setzte sich aus Menschewiki und Sozialrevolutionären zusammen. Kornilow, Alexejew, Kaledin und andere entwickelten auf der Konferenz ein Programm zur Unterdrückung der Revolution. Kerenski drohte in seiner Rede, er werde die revolutionäre Bewegung niederschlagen und den Versuchen der Bauern, von den Gutsländereien Besitz zu ergreifen, ein Ende machen. Das Zentralkomitee der bolschewistischen Partei forderte in einem von J.W. Stalin verfassten Aufruf das Proletariat zum Protest gegen die Moskauer Beratung auf. Die Bolschewiki veranstalteten in Moskau am Eröffnungstage der Beratung einen eintägigen Streik, an dem sich über 400000 Menschen beteiligten. Protestkundgebungen und -streiks fanden auch in einer Reihe anderer Städte statt. J.W. Stalin widmete der Entlarvung des konterrevolutionären Wesens der Moskauer Beratung eine Anzahl von Artikeln (siehe den vorliegenden Band)

  38. Am 5. Juli 1917 traf eine Delegation von Matrosen der Baltischen Kriegsflotte aus Helsingfors in Petrograd ein. Der Anlass dazu war der Versuch der Provisorischen Regierung, Schiffe der Baltischen Flotte zum Kampf gegen die revolutionären Kronstädter Matrosen einzusetzen, die sich aktiv an der Demonstration vom 3. und 4. Juli in Petrograd beteiligt hatten. Am 7. Juli wurde die 67 Mann starke baltische Delegation auf Anordnung der Provisorischen Regierung verhaftet.

  39. Die Entwaffnung der Sestrorezker Arbeiter erfolgte am 11. Juli 1917 auf Anordnung der Provisorischen Regierung und mit Zustimmung des sozialrevolutionär-menschewistischen ZEK. Die Arbeiter wurden ultimativ aufgefordert, ihre Waffen abzuliefern, und mit Waffengewalt bedroht. Die bolschewistischen Mitglieder des Betriebskomitees der Sestrorezker Waffenfabrik wurden verhaftet.

  40. Die von der Provisorischen Regierung am 8. Juli 1917 veröffentlichte Deklaration enthielt eine Reihe demagogischer Versprechungen, mit denen die Provisorische Regierung, die Sozialrevolutionäre und die Menschewiki die Massen nach den Ereignissen vom 3.-5. Juli zu beruhigen suchten. Die Provisorische Regierung forderte zur Fortsetzung des imperialistischen Krieges auf, versprach jedoch, die Wahlen zur Konstituierenden Versammlung an dem festgesetzten Tage - am 17. September - abzuhalten sowie Gesetzesvorlagen über den Achtstundentag, über Sozialversicherung und dergleichen mehr auszuarbeiten. Die Deklaration vom 8. Juli wurde trotz ihres rein formalen Charakters von den Kadetten angegriffen, die die Aufhebung dieser Deklaration zur Vorbedingung für ihren Eintritt in die Regierung machten.

  41. Kamkowleute - Anhänger B. Kamkows (Katz), eines der Führer des linken Flügels der Partei der Sozialrevolutionäre, der sich bald nach der Februarrevolution von 1917 gebildet hatte.

  42. Der Artikel "Ein Sieg der Konterrevolution" wurde in der Kronstädter Zeitung "Proletarskoje Djelo" (Die proletarische Sache) Nr. 5 vom 19. Juli 1917 unter der Überschrift "Ein Triumph der Konterrevolution" veröffentlicht.

  43. Worte Muley Hassans, des Mohren von Tunis, eines der Helden in Friedrich Schillers Trauerspiel "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" (dritter Aufzug, vierter Auftritt).

  44. A. Henderson - einer der Führer der englischen Arbeiterpartei (Labouristen). Während des ersten Weltkriegs war Henderson Sozialchauvinist und Mitglied der Regierung Lloyd Georges. A. Thomas - einer der Führer der Sozialistischen Partei Frankreichs, während des ersten Weltkriegs Sozialchauvinist, gehörte dem französischen Ministerkabinett an.

  45. Der Aufruf "An alle Werktätigen, an alle Arbeiter und Soldaten Petrograds" wurde im Auftrage der II. Petrograder Stadtkonferenz der Bolschewiki aus Anlass der Ereignisse vom 3.-5. Juli geschrieben. Am 25. Juli 1917 (in der Zeitung ist auf der ersten Seite irrtümlich der 24. Juli als Datum angegeben) wurde der Aufruf in Nr. 2 der Zeitung "Rabotschi i Soldat" abgedruckt; am 1. August wurde er auf Verlangen der Arbeiter und Soldaten in Nr. 8 noch einmal abgedruckt.

  46. Die Beratung vom 21. Juli, die die Sozialrevolutionäre und die Menschewiki als "historisch" bezeichneten, wurde von der Provisorischen Regierung im Zusammenhang mit der Regierungskrise einberufen, die durch den Austritt der Kadetten aus der Regierung und durch Kerenskis Rücktrittserklärung hervorgerufen worden war. An der Beratung beteiligten sich Vertreter der bürgerlichen Parteien und der Paktiererparteien. Die Kadetten verlangten auf der Beratung die Schaffung einer in ihren Handlungen von den Sowjets und den demokratischen Parteien unabhängigen Regierung, die fähig wäre, mit Hilfe von Repressalien die "Disziplin" in der Armee wiederherzustellen usw. Die Sozialrevolutionäre und die Menschewiki stimmten diesen Forderungen zu und bevollmächtigten Kerenski, eine neue Provisorische Regierung zu bilden.

  47. Worte aus einem Lied des demokratischen amerikanischen Dichters Walt Whitman (siehe "Sammlung revolutionärer Lieder", herausgegeben vom Petersburger Komitee der SDAPR, 1916, S. 9, russ.).

  48. Gemeint sind die außerordentliche Petrograder Stadtkonferenz der Bolschewiki, die vom 1. bis zum 3. und vom 16. bis zum 20. Juli 1917 tagte (siehe Anmerkung 36), und die zweite Stadtkonferenz der Menschewiki, die am 15. und 16. Juli stattfand.

  49. Der Artikel "Zu den Wahlen zur Konstituierenden Versammlung" wurde im Zusammenhang mit der beginnenden Wahlkampagne geschrieben, die den von der Provisorischen Regierung auf den 17. September 1917 anberaumten Wahlen zur Konstituierenden Versammlung galt. Der erste Teil des Artikels wurde in Nr. 99 der "Prawda" vom 5. Juli 1917 veröffentlicht. Da aber die "Prawda" nach den Julitagen verboten wurde, erlitt der Abdruck des Artikels eine Unterbrechung. Erst am 27. Juli 1917 konnte der Artikel in Nr.4 der Zeitung "Rabotschi i Soldat" vollständig abgedruckt werden.

  50. Der Allrussische Bauernverband war eine 1905 entstandene kleinbürgerliche Organisation. Der Verband forderte politische Freiheit, Einberufung einer Konstituierenden Versammlung und Abschaffung des Privateigentums an Grund und Boden. Im Jahre 1906 zerfiel der Bauernverband. im Jahre 1917 nahm er seine Tätigkeit wieder auf und beraumte auf den 31. Juli einen Allrussischen Kongress in Moskau an. Der Kongress sprach sich für die rückhaltlose Unterstützung der Provisorischen Regierung, für die Fortsetzung des imperialistischen Krieges und gegen die Besitzergreifung der Gutsländereien durch die Bauern aus. Im Herbst 1917 beteiligten sich einige Mitglieder des Hauptkomitees des Bauernverbandes an Repressalien gegen Bauernaufstände.

  51. Der Sowjet der Bauerndeputierten der Petrograder Garnison, den man später in Petrograder Sowjet der Bauerndeputierten umbenannt hat, wurde am 14. April 1917 von Vertretern der Truppenteile und einiger Betriebe Petrograds gebildet. Zur Hauptaufgabe machte sich der Sowjet den Kampf für die entschädigungslose Übergabe allen Grund und Bodens in die Nutzung der Bauern. Der Petrograder Sowjet der Bauerndeputierten kämpfte gegen die Paktiererpolitik des Allrussischen Sowjets der Bauerndeputierten, der unter der Führung der rechten Sozialrevolutionäre stand. Nach der Sozialistischen Oktoberrevolution beteiligte sich der Sowjet aktiv an der Organisierung der Sowjetmacht auf dem Lande und an der praktischen Durchführung des Dekrets über den Boden. Im Februar 1918 stellte der Sowjet im Zusammenhang mit der Demobilisierung der alten Armee seine Tätigkeit ein.

  52. Der VI. Parteitag der SDAPR (Bolschewiki) tagte vom 26. Juli bis zum 3. August 1917 in Petrograd. Auf dem Parteitag wurden die folgenden Referate gehalten und erörtert: Politischer und organisatorischer Bericht des ZK; Berichte der lokalen Organisationen; der Krieg und die internationale Lage; die politische und wirtschaftliche Lage; die Gewerkschaftsbewegung; die Kampagne anlässlich der Wahlen zur Konstituierenden Versammlung. Der Parteitag nahm ein neues Parteistatut an und beschloss in einer besonderen Resolution die Gründung von Jugendverbänden. J.W. Stalin gab den Rechenschaftsbericht des ZK und hielt das Referat über die politische Lage. Der Parteitag lehnte die trotzkistischen Vorschläge Bucharins und Preobrashenskis ab, die versuchten, den Kurs der Partei auf die sozialistische Revolution zu vereiteln, und nahm die von J.W. Stalin beantragte Resolution über die politische Lage an. Der Parteitag stellte die Partei auf den bewaffneten Aufstand, auf die sozialistische Revolution ein.

  53. Friedrich Adler - einer der Führer der österreichischen Sozialdemokratie. Im Jahre 1916 erschoss er zum Zeichen des Protests gegen den Krieg den österreichischen Ministerpräsidenten Stürgkh, wofür er im Mai 1917 zum Tode verurteilt wurde. Im Jahre 1918 aus dem Gefängnis entlassen, nahm Adler gegenüber der Oktoberrevolution einen feindseligen Standpunkt ein.

  54. Am 4. Juli 1917 wurde in den Arbeitervierteln folgender Aufruf verbreitet:

    "Genossen Arbeiter und Soldaten Petrograds! Nachdem die konterrevolutionäre Bourgeoisie offenkundig gegen die Revolution in Aktion getreten ist, soll der Allrussische Sowjet der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten die gesamte Macht in seine Hände nehmen.

    Das ist der Wille der revolutionären Bevölkerung Petrograds, die das Recht hat, diesen ihren Willen den gegenwärtig tagenden Exekutivkomitees der Allrussischen Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten durch eine friedliche und organisierte Demonstration zur Kenntnis zu bringen.

    Es lebe der Wille der revolutionären Arbeiter und der revolutionären Soldaten!

    Es lebe die Macht der Sowjets!

    Die Koalitionsregierung ist zusammengebrochen; außerstande, die Aufgaben zu erfüllen, um derentwillen sie gebildet wurde, ist sie zerfallen. Die Revolution steht vor grandiosen, höchst schwierigen Aufgaben. Es bedarf einer neuen Staatsmacht, die Hand in Hand mit dem revolutionären Proletariat, der revolutionären Armee und der revolutionären Bauernschaft entschlossen an die Verankerung und den Ausbau der Errungenschaften des Volkes herangeht. Eine solche Staatsmacht kann nur die Macht der Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten sein.

    Gestern traten die revolutionäre Garnison Petrograds und die Arbeiter in Aktion, um die Losung zu proklamieren: ´Alle Macht dem Sowjet!´ Wir fordern dazu auf, diese in den Regimentern und in den Betrieben aufgeflammte Bewegung zu einer friedlichen, organisierten Willenskundgebung aller Arbeiter, Soldaten und Bauern Petrograds zu machen.

    Das Zentralkomitee der SDAPR
    Das Petersburger Komitee der SDAPR
    Das Zwischenbezirkliebe Komitee der SDAPR
    Die ;Militärorganisation beim ZK der SDAPR
    Die Kommission der .Arbeitersektion des Sowjets
    der Arbeiter- und Soldatendeputierten."

  55. Der "Listok Prawdy" (Das Blatt der Prawda) erschien am 6. Juli 1917 an Stelle der fälligen Nummer der "Prawda", deren Redaktion von Offizierschülern demoliert worden war. Im "Listok Prawdy" wurde unter der Überschrift "Ruhe und Standhaftigkeit" ein Aufruf des Zentralkomitees und des Petrograder Komitees der SDAPR(B) sowie der Militärorganisation der SDAPR(B) veröffentlicht.

  56. "Shiwoje Slowo" (Lebendiges Wort) -Boulevardblatt vom Schwarzhundertertypus, das in Petrograd bis zur Oktoberrevolution erschien. Im Jahre 1917 betrieb das Blatt eine Pogromagitation gegen die Bolschewiki.

  57. Das Flugblatt "Die Verleumder vors Gericht!" wurde vom Zentralkomitee der SDAPR(B) nach dem 5. Juli herausgebracht und am 9. Juli 1917 in der vom Helsingforser Komitee der SDAPR(B) herausgegebenen Zeitung Wolna" (Die Welle) nachgedruckt. In diesem Flugblatt hieß es: "Die Konterrevolution will auf die einfachste Weise die Revolution enthaupten, indem sie Verwirrung in die Massen hineinträgt und sie gegen die populärsten Führer, gegen die verdientesten Kämpfer der Revolution aufzuwiegeln sucht ... Wir verlangen von der Provisorischen Regierung und vom Zentralexekutivkomitee der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten die unverzügliche und öffentliche Untersuchung aller Umstände der niederträchtigen Verschwörung der Pogromhelden und gedungenen Verleumdergegen die Ehre und das Leben der Führer der Arbeiterklasse ... Vors Gericht mit den Verleumdern und den Verbreitern von Verleumdungen! An den Schandpfahl mit den Pogromhelden und Lügnern!"

  58. Besrabotny - ein Pseudonym D. S. Manuilskis.

  59. Am 27. Juli 1917 wurden die an die Front abgehenden Züge des ukrainischen Regiments "Bogdan Chmelnizki" auf Bahnstationen in der Umgebung von Kiew und in Kiew selbst von Kosaken und Kürassieren beschossen.

  60. Der Befehl Nr. 1 wurde am 1. März 1917 vom Petrograder Sowjet auf Verlangen von Vertretern der revolutionären Truppenteile erlassen, die das wachsende Misstrauen der Soldaten gegen das Provisorische Komitee der Reichsduma und die von ihm eingesetzte Militärkommission bekundeten.
    Der "Befehl" wies die Truppenteile (Kompanien, Bataillone usw.) an, Soldatenkomitees zu wählen und ihre Vertreter in die Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten zu entsenden, er stellte die Waffen der Truppenteile den Soldatenkomitees zur Verfügung und gestattete die Durchführung von Befehlen der Militärkommission nur in den Fällen, in denen diese nicht den Befehlen und Beschlüssen des Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten zuwiderliefen usw.

  61. J. W. Stalin bezieht sich auf die im Juli 1917 von Lenin geschriebene Broschüre "Zu den Losungen" (siehe W.I. Lenin , "Werke", 4. Ausgabe, Bd. 25, S. 164, russ.).

  62. Den Artikel "Gegen die Moskauer Beratung" schrieb J. W. Stalin im Auftrage des Zentralkomitees der SDAPR(B), das am 5. August 1917 zur Moskauer Beratung Stellung genommen hatte. Das ZK fasste den Beschluss, seine Resolution sowie ein Flugblatt herauszugeben und im Zentralorgan mehrere Artikel anlässlich der Moskauer Beratung zu veröffentlichen. Der Artikel "Gegen die Moskauer Beratung" wurde zuerst als Leitartikel in Nr. 14 der Zeitung "Rabotschi i Soldat", dann am 12. August 1917 in der Kronstädter Zeitung "Proletarskoje Djelo" und am 13. August in Nr. 1 des "Proletari" als Aufruf des ZK der Partei veröffentlicht. Außerdem erschien der Artikel "Gegen die Moskauer Beratung" als Flugblatt.
    In dem Aufruf und in dem Flugblatt wurden die letzten Zeilen des Artikels durch die folgenden Worte ersetzt:
    "Genossen! Beruft Kundgebungen ein und beschließt Protestresolutionen gegen die ´Moskauer Beratung´! Schließt euch den Putilowarbeitern an und organisiert heute zum Zeichen des Protests gegen die ´Beratung´ Geldsammlungen zugunsten der gehetzten und verfolgten Parteipresse. Lasst euch nicht provozieren und unternehmt heute keinerlei Straßenaktionen!"

  63. Die Einberufung einer Konferenz in Stockholm wurde im April 1917 angeregt. Der dänische Sozialdemokrat Borgbjerg traf in Petrograd ein und lud im Namen des Vereinigten Komitees der Arbeiterparteien Dänemarks, Norwegens und Schwedens die sozialistischen Parteien Rußlands ein, sich an einer in Stockholm abzuhaltenden Konferenz über die Frage des Friedensschlusses zu beteiligen. Das sozialrevolutionär-menschewistische Exekutivkomitee und später auch der Petrograder Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten fassten den Beschluss, sich an der Stockholmer Konferenz zu beteiligen und die Initiative zu ihrer Einberufung zu übernehmen. Die VII. Allrussische Konferenz (Aprilkonferenz) der Bolschewiki sprach sich entschieden gegen die Beteiligung an der Stockholmer Konferenz aus und entlarvte ihren imperialistischen Charakter. Am 6. August trat Kamenew in der Sitzung des ZEK bei der Debatte über die Stockholmer Konferenz mit der Aufforderung auf, sich an der Konferenz zu beteiligen. Die bolschewistische Fraktion des ZEK nahm Stellung gegen Kamenews Auftreten, das Zentralkomitee der Partei verurteilte seine Linie und beschloss, im Zentralorgan die Ansichten der Partei in dieser Frage darzulegen. Am 9. August wurde in der Zeitung "Rabotschi i Soldat" J.W. Stalins Artikel "Noch einmal über Stockholm" und am 16. August in der Zeitung "Proletari" W. I. Lenin s Brief "Über das Auftreten Kamenews im Zentralexekutivkomitee anlässlich der Stockholmer Konferenz" veröffentlicht.

  64. Das Exekutivkomitee des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten beschloss im April 1917, in die neutralen und alliierten Länder eine Delegation zu entsenden, die die Konferenz in Stockholm vorbereiten sollte. Der Erste Allrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten bestätigte diesen Beschluss des Petrograder Sowjets. Die Delegation besuchte England, Frankreich, Italien und Schweden, wo sie mit Vertretern verschiedener sozialistischer Parteien Verhandlungen führte. Die Stockholmer Konferenz kam jedoch nicht zustande.

  65. Langes Parlament wurde das Parlament in der Epoche der englischen bürgerlichen Revolution des 17. Jahrhunderts genannt, das 13 Jahre (1640 bis 1653) bestand.

  66. Die so genannte Vorberatung oder "inoffizielle Beratung von Männern der Öffentlichkeit" fand vom 8. bis zum 10. August 1917 in Moskau statt. Diese Beratung hatte das Ziel, die bürgerlich-gutsherrlichen Kreise und den Militärklüngel zu vereinigen sowie eine einheitliche Plattform für die bevorstehende Staatsberatung auszuarbeiten. Auf der Beratung wurde der konterrevolutionäre "Bund von Männern der Öffentlichkeit" gegründet.

  67. Der finnische Landtag, der Ende März 1917 zusammentrat, verlangte die Verwirklichung der Autonomie Finnlands. Nach langwierigen, ergebnislosen Verhandlungen mit der Provisorischen Regierung beschloss der finnische Landtag am 5. Juli 1917 ein "Gesetz über die oberste Macht", demzufolge die Macht des Landtags sich auf alle Lebenssphären Finnlands erstrecken sollte, mit Ausnahme der Außenpolitik, der Militärgesetzgebung und der Militärverwaltung, für die gesamtrussische Institutionen zuständig bleiben sollten. Am 18. Juli 1917 erklärte die Provisorische Regierung, das vom Landtag beschlossene Gesetz greife dein Willen der Konstituierenden Versammlung vor, und löste den Landtag auf.

  68. Die Ukrainische Zentralrada wurde von bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Gruppen der Ukraine im April 1917 gebildet. Unmittelbar vor den Juliereignissen wurde das Generalsekretariat der Rada als höchstes Verwaltungsorgan in der Ukraine organisiert. Nach der Zerschlagung der Julidemonstration in Petrograd trennte die Provisorische Regierung, eine Politik nationaler Knechtung verfolgend, das Donezbecken, das Gebiet von Jekaterinoslaw und einige andere Gebiete der Ukraine von deren Territorium ab. Die oberste Macht in der Ukraine ging an einen von der Provisorischen Regierung ernannten Sonderkommissar über. Nichtsdestoweniger gingen die Führer der Rada angesichts der Gefahr der herannahenden proletarischen Revolution bald ein Abkommen mit der Provisorischen Regierung ein, und die Rada wurde zum Bollwerk der bürgerlich-nationalistischen Konterrevolution in der Ukraine.

  69. "Jswestija Petragradskowo Sowjeta rabotschich i soldatskich deputatow" (Nachrichten des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten) - eine seit dem 28. Februar 1917 erscheinende Zeitung. Nach der Bildung des Zentralexekutivkomitees der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten auf dem I. Allrussischen Sowjetkongress wurde die Zeitung zum Organ des ZEK und erschien ab 1. August 1917 (von Nr. 132 an) unter denn Titel "Iswestija Zentralnowo ispolnitelnowo komiteta i Petrogradskowo Sowjeta rabotschich i soldatskich deputatow" (Nachrichten des Zentralexekutivkomitees und des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten). Die Zeitung befand sich während dieser ganzen Zeit in den Händen der Menschewiki und Sozialrevolutionäre und führte einen erbitterten Kampf gegen die bolschewistische Partei. Am 27. Oktober 1917, nach dem II. Allrussischen Sowjetkongress, wurden die "Iswestija" das offizielle Organ der Sowjetmacht. Im März 1918 wurde die Zeitung anlässlich der Übersiedlung des Allrussischen Zentralexekutivkomitees und des Rats der Volkskommissare von Petrograd nach Moskau verlegt.

  70. Am 19. August 1917 begann die deutsche Armee, die Front vor Riga zu durchbrechen. Die russischen Truppen leisteten dem Feind energischen Widerstand, aber das Oberkommando in der Person Kornilows befahl den Rückzug, und am 21. August wurde Riga von den Deutschen besetzt. Kornilow gab Riga preis, um das revolutionäre Petrograd in Gefahr zu bringen, den Abtransport der revolutionären Truppen aus Petrograd zu bewirken und die Durchführung der konterrevolutionären Verschwörung zu erleichtern.

  71. "Nowoje Wremja" (Die Neue Zeit) - Zeitung, die ab 1868 in Petersburg erschien; sie war ein Organ der reaktionären Kreise des Adels und der Beamtenbürokratie. Im Jahre 1905 wurde sie zu einem Organ der Schwarzhunderter. Ende Oktober 1917 wurde sie verboten.

  72. "Russkije Wjedomosti" (Russische Nachrichten) - Zeitung, die ab 1863 in Moskau erschien und die Interessen der liberalen Gutsbesitzer und der Bourgeoisie vertrat. Im Jahre 1918 wurde sie zusammen mit anderen konterrevolutionären Zeitungen verboten.

  73. Der Fall Dreyfus war ein von den reaktionären Kreisen Frankreichs aufgezogener provokatorischer Prozess, in dem ein Offizier des französischen Generalstabs, der Jude Dreyfus, 1894 von einem Kriegsgericht auf Grund einer notorisch falschen Anklage wegen Spionage und Hochverrats zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Die in der Öffentlichkeit Frankreichs entbrannte Bewegung zur Verteidigung Dreyfus´ enthüllte die Korruptheit des Gerichts und verschärfte den politischen Kampf zwischen Republikanern und Monarchisten. Im Jahre 1899 wurde Dreyfus begnadigt und auf freien Fuß gesetzt. Im Jahre 1906 kam es zu einem Wiederaufnahmeverfahren, das mit seinem Freispruch endete.

  74. "The Times" - einflussreiche Zeitung der englischen Großbourgeoisie, die seit 1788 in London erscheint.

  75. "Le Matin" - bürgerliche Zeitung, die seit 1884 in Paris erscheint.

  76. Der Artikel "Entweder - oder" wurde mit einigen Kürzungen schon früher in Nr. 10 des "Proletari" vom 24. August 1917 unter der Überschrift "Wo ist der Ausweg?" veröffentlicht.

  77. "Russkaja Wolja" (Russischer Wille) - bürgerliche Zeitung, die mit dem Gelde von Großbanken gegründet wurde und vom 15. Dezember 1916 bis zum 25. Oktober 1917 in Petrograd erschien.

  78. Der Artikel "Die Verschwörung geht weiter" wurde in Nr. 5 des "Rabotschi" vom 28. August 1917 veröffentlicht. An diesem Tage brachte die Zeitung anlässlich des Kornilowputsches neben der fälligen Nummer eine Extraausgabe von einer Seite heraus. Am nächsten Tage, am 29. August, wurde der Artikel "Die Verschwörung geht weiter" in Nr.6 des "Rabotschi" unter der Überschrift "Politische Kommentare" erneut abgedruckt.

  79. "Le Temps" - bürgerliche Zeitung, die von 1829 bis 1842 und von 1861 bis 1942 in Paris erschien.

  80. Die Resolution des Petrograder Sowjets wurde in Nr. 21 des "Rabotschi Putj" vom 27. September 1917 veröffentlicht.

  81. Der Eisenbahnerstreik begann am 24. September und endete am 26. September 1917. Die Arbeiter und Angestellten der Eisenbahn verlangten Erhöhung der Löhne und Gehälter, Einführung des Achtstundentags und Verbesserung der Lebensmittelversorgung. Der Streik erfasste alle Eisenbahnen des Landes und fand bei den Industriearbeitern Sympathie und Unterstützung.

  82. Die Deklaration vom 14. August - das Programm der so genannten "revolutionären Demokratie" - wurde von Tschcheidse auf der Moskauer Staatsberatung im Namen der sozialrevolutionär-menschewistischen Mehrheit des ZEK des Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, des Exekutivkomitees des Allrussischen Sowjets der Bauerndeputierten und anderer Organisationen verlesen. Die Deklaration forderte zur Unterstützung der Provisorischen Regierung auf.

  83. Liberdans - Spitzname, der an den menschewistischen Führern Liber und Dan samt ihren Anhängern hängen blieb, nachdem in Nr. 141 der Moskauer bolschewistischen Zeitung "Sozialdemokrat" vom 25. August 1917 ein Feuilleton D. Bjednys unter der Überschrift "Liberdan" erschienen war.

  84. "Torgowo-Promyschlennaja gaseta" (Handels- und Industriezeitung) - bürgerliche Zeitung, die von 1893 bis 1918 in Petrograd erschien.

  85. "Obschtscheje Djelo" (Die gemeinsame Sache) - täglich erscheinende Abendzeitung, die im September und Oktober 1917 in Petrograd von W. Burzew herausgegeben wurde. Die Zeitung unterstützte Kornilow und führte einen wütenden Verleumdungsfeldzug gegen die Sowjets und die Bolschewiki.

  86. Der II. Allrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, an dem sich Vertreter der Kreis- und Gouvernementssowjets der Bauerndeputierten beteiligten, wurde am 25. Oktober 1917 in Petrograd eröffnet. Der Kongress hielt nur zwei Sitzungen ab - am 25. und 26. Oktober. Bei Eröffnung des Kongresses waren 649 Delegierte eingetroffen. Die zahlenmäßig stärkste Fraktion des Kongresses war die Fraktion der Bolschewiki, die 390 Delegierte zählte. Die Menschewiki, die rechten Sozialrevolutionäre und die Bundisten verließen den Kongress bald nach seiner Eröffnung, da sie es ablehnten, die sozialistische Revolution anzuerkennen. Der II. Sowjetkongress verkündete den Übergang der Macht in die Hände der Sowjets und bildete die erste Sowjetregierung - den Rat der Volkskommissare. Zum Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare wurde W. I. Lenin , zum Volkskommissar für die Angelegenheiten der Nationalitäten J. W. Stalin gewählt.

  87. Die Kommission oder das Exekutivkomitee für Landesverteidigung wurde von der Beratung über Verteidigungsfragen eingesetzt, die vom sozialrevolutionär-menschewistischen ZEK des Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten am 7. August 1917 einberufen worden war. Das Exekutivkomitee für Landesverteidigung unterstützte die militärischen Maßnahmen der Provisorischen Regierung, die im Interesse der bürgerlich-gutsherrlichen Konterrevolution durchgeführt wurden (Abtransport der revolutionären Truppen aus Petrograd usw.).

  88. Es handelt sich um die von W.I. Lenin geschriebene und .vom ZK der SDAPR(B) in seiner Sitzung vom 10. Oktober 1917 angenommene Resolution (siehe W.1. Lenin , "Werke", 4. Ausgabe, Bd. 26, S. 162, russ)

ENDE BAND 3

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