"Stalin"

Werke

Band 4

REDE IN DER SITZUNG DES ZENTRALKOMITEES
DER SDAPR(B) ZUR FRAGE DES FRIEDENS
MIT DEN DEUTSCHEN

11. Januar 1918
(Kurze protokollarische Niederschrift)

Genosse Stalin ist der Ansicht, dass wir durch die Annahme der Losung des revolutionären Krieges dem Imperialismus in die Hände arbeiten. Die Stellungnahme Trotzkis kann unmöglich als ein Standpunkt bezeichnet werden. Es gibt keine revolutionäre Bewegung im Westen, es sind keine Tatsachen vorhanden, die von einer revolutionären Bewegung sprächen, diese besteht nur in der Potenz; nun wohl, aber auf Potenzen allein können wir uns in unserer Praxis nicht verlassen. Wenn die Deutschen eine Offensive einleiten, dann wird das bei uns die Konterrevolution stärken. Deutschland wird angreifen können, da es seine eigenen Kornilowtruppen - die "Garde" - hat. Im Oktober sprachen wir vom heiligen Krieg gegen den Imperialismus, weil man uns mitgeteilt hatte, allein schon das Wort "Frieden" würde die Revolution im Westen auslösen. Das hat sich jedoch nicht bestätigt. Die sozialistischen Reformen, die wir durchführen, wühlen den Westen auf, aber um sie durchzuführen, brauchen wir Zeit. Wenn wir die Politik Trotzkis annehmen, schaffen wir damit die schlechtesten Bedingungen für die revolutionäre Bewegung im Westen. Deswegen schlägt Genosse Stalin vor, den Antrag des Genossen Lenin auf Abschluss des Friedens mit den Deutschen anzunehmen.

Zuerst veröffentlicht in dem Buch:
Protokolle des Zentralkomitees der SDAPR.
August 1917 bis Februar 1918.
Moskau/ Lenin grad 1929.

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