"Stalin"

Werke

Band 4

ÜBER DIE KIEWER BÜRGERLICHE RADA

Bürgerliche Zeitungen verbreiten verstärkt Gerüchte, wonach angeblich "Verhandlungen zwischen der Rada und dem Rat der Volkskommissare eingeleitet worden sind". Den Konterrevolutionären nahe stehende Kreise tragen diese Gerüchte auf jede Art und Weise weiter und unterstreichen dabei ihre "besondere" Bedeutung. Es ist schon so weit gekommen, dass viele Genossen nicht abgeneigt sind, dem Märchen von Verhandlungen mit der Kiewer Rada Glauben zu schenken, und viele von ihnen haben bereits schriftlich bei mir angefragt, inwieweit dies der Wahrheit entspräche.

Ich erkläre in aller Öffentlichkeit:

1. Der Rat der Volkskommissare führt keinerlei Verhandlungen mit der Kiewer Rada, noch beabsichtigt er solche zu führen.

2. Gegen die Kiewer Rada, die sich endgültig an Kaledin gebunden hat und hinter dem Rücken der Völker Rußlands verräterische Verhandlungen mit den österreichisch-deutschen Imperialisten führt - gegen diese Rada ist nach Meinung des Rates der Volkskommissare nur ein schonungsloser Kampf bis zum vollen Sieg der Sowjets der Ukraine möglich.

3. Nur nach völliger Beseitigung der Kiewer bürgerlichen Rada, nach ihrer Ersetzung durch eine neue, sozialistische Rada der Sowjets, deren Kern sich schon jetzt in Charkow gebildet hat, können in der Ukraine Frieden und Ruhe eintreten.

Volkskommissar J. Stalin

"Prawda" Nr. 9,
13. Januar 1918.

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