"Stalin"

Werke

Band 4

BRIEF AN W.I. Lenin

An Genossen Lenin

Eile an die Front. Schreibe nur zur Sache.

1. Die Linie südlich Zarizyn ist noch nicht wiederhergestellt. Ich treibe alle an und schimpfe mit allen, die es verdienen; ich hoffe, dass wir die Wiederherstellung bald erreicht haben. Sie können überzeugt sein, dass wir niemanden schonen werden, weder uns noch andere, aber Getreide werden wir trotz allem liefern. Wenn unsere militärischen "Spezialisten" (Schuster!) nicht geschlafen und gefaulenzt hätten, wäre die Linie nicht unterbrochen worden, und wenn die Linie wiederhergestellt wird, dann nicht dank den Militärs, sondern trotz ihnen.

2. Südlich von Zarizyn hat sich viel rollendes Material mit Getreide angehäuft. Sobald der Weg frei wird, schicken wir Ihnen das Getreide mit Durchgangszügen.

3. Habe Ihre Mitteilung erhalten[23]. Es wird alles getan werden, um eventuellen Überraschungen vorzubeugen. Seien Sie gewiss, dass unsere Hand nicht zittern wird...

4. Habe einen Kurier mit einem Brief[24] nach Baku geschickt.

5. Mit Turkestan steht es schlecht, England manipuliert über Afghanistan. Geben Sie irgendjemandem (oder mir) Sondervollmachten (militärischen Charakters) im Gebiet Südrußlands, damit dringende Maßnahmen ergriffen werden, solange es noch nicht zu spät ist.

Im Hinblick auf die schlechte Verbindung zwischen den Randgebieten und dem Zentrum ist es notwendig, einen Mann mit weit reichenden Vollmachten an Ort und Stelle zu haben, um rechtzeitig dringende Maßnahmen ergreifen zu können. Wenn Sie zu diesem Zweck irgendjemand (wer es auch sei) ernennen, so lassen sie mich das über direkte Leitung wissen und übermitteln Sie das Mandat ebenfalls über direkte Leitung, sonst laufen Sie Gefahr, ein neues Murmansk[25] zu erleben.

Ich schicke den Streifen betreffs Turkestans.

Vorläufig alles.

Ihr Stalin
Zarizyn,
7. Juli 1918.

Teilweise veröffentlicht in der
"Prawda" Nr. 301,
21. Dezember 1929.

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