"Stalin"

Werke

Band 4

BRIEF AN W.I. Lenin

An Genossen Lenin

Einige Worte:

1. Wenn Trotzki, ohne zu überlegen, nach allen Seiten hin Mandate an Trifonow (Dongebiet), an Awtonomow (Kubangebiet), Koppe (Stawropol), an die Mitglieder der französischen Mission (die verhaftet zu werden verdienten) usw. austeilt, dann kann man mit Sicherheit sagen, dass bei uns in einem Monat im Nordkaukasus alles zusammenbricht und dass wir dieses Gebiet endgültig verlieren werden. Mit Trotzki geht dasselbe vor sich wie seinerzeit mit Antonow. Hämmern Sie ihm ein, dass ohne Wissen der örtlichen Funktionäre keine Ernennungen vorgenommen werden dürfen und dass es sonst zu einem Skandal für die Sowjetmacht kommt.

2. Wenn Sie uns keine Flugzeuge mit Fliegern, keine Panzerwagen und Sechszollgeschütze geben, so wird die Zarizyner Front nicht standhalten können, und wir werden die Eisenbahn für lange Zeit verlieren.

3. Getreide gibt es im Süden viel, um es aber erfassen zu können, braucht man einen eingearbeiteten Apparat, dem von den durchfahrenden Truppen, Armeebefehlshabern und anderen keine Hindernisse bereitet werden. Mehr noch, es ist notwendig, dass die Militärs den Funktionären des Ernährungswesens helfen. Die Lebensmittelfrage ist natürlich mit der militärischen Frage verflochten. Um die Sache fördern zu können, brauche ich militärische Vollmachten. Ich habe schon darüber geschrieben, aber keine Antwort erhalten. Nun gut. Dann werde ich eben selbst, ohne Förmlichkeiten, diejenigen Armeebefehlshaber und Kommissare absetzen, die die Sache zugrunde richten. Das gebietet mir die Sache, und das Fehlen eines Papierchens von Trotzki wird mich natürlich nicht davon abhalten.

J. Stalin
Zarizyn,
10. Juli 1918.

Zum ersten Mal veröffentlicht.

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