"Stalin"

Werke

WIE DIE ROTEN TRUPPEN EMPFANGEN WERDEN

Mitteilung an die Zeitung "Krasnoarmejez"[101]

Genosse Stalin, Mitglied des Revolutionären Kriegsrats der Republik, teilt mit, dass er sich für verpflichtet hält, die ausnehmend herzliche Einstellung der ortsansässigen Bevölkerung zur Roten Armee an der polnischen Front hervorzuheben.

Eine solche Einstellung habe ich weder im Osten noch im Süden beobachten können, sagt Genosse Stalin.

Obwohl die Bauernmassen im Westen, an denen des Wolgagebiets und des Südens gemessen, arm sind, teilten die Bauern dennoch das Letzte mit den Rotarmisten.

Die außerordentlich schwere "Gespann"pflicht wurde ohne Murren erfüllt.

Dem Rotarmisten wurde jeder Beistand, jede Hilfe erwiesen, und groß war der Kummer der Bevölkerung, als wir gezwungen waren, Ende Mai den Rückzug anzutreten.

Die Bevölkerung des Frontgebiets hatte die ganze Last der polnischen Okkupation ertragen müssen und war sich deswegen sehr wohl bewusst, welche Gefahr die Invasion der polnischen Pans für sie bedeutet.

An unserer Front gibt es eine ganze Gruppe von Truppen, deren gesamtes Sanitätswesen in den Händen von Bauern und Bäuerinnen liegt, die unseren verwundeten Rotarmisten die größte Fürsorge und Aufmerksamkeit angedeihen lassen.

Was die Stimmung der bjelorussischen Bauern im Gebiet jenseits der Front anbelangt, so finden dort, unseren Informationen zufolge, ununterbrochen Aufstände statt, dort operieren Partisanenabteilungen, die das Hinterland des Gegners zerstören, die Depots in Brand stecken und die Gutsbesitzer niedermachen.

Man kann ohne weiteres sagen, dass sich dieselbe Geschichte wiederholt wie mit Koltschak in Sibirien.

Beim Herannahen unserer Truppen beginnt das Hinterland des Gegners überall von innen heraus zu explodieren.

Wir sind gegenwärtig in Bjelorußland Zeugen einer wirklichen Bauernrevolution gegen die polnischen Gutsherren.

"Krasnoarmejez" (Der Rotarmist) Nr. 337,
15. Juli 1920.

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