"Stalin"

Werke

ES LEBE SOWJETARMENIEN!

Armenien, das geplagte und schwergeprüfte, das durch der Entente und der Daschnaken Gnaden dein Hunger, dem Ruin preisgegeben und zur Massenflucht verurteilt ist, dieses von allen "Freunden" betrogene Armenien hat heute seine Rettung darin gefunden, dass es sich zum Sowjetland erklärt hat.

Weder die lügenhaften Versicherungen Englands, "des uraltem Beschützers" der armenischen Interessen, noch die berüchtigten vierzehn Punkte Wilsons[113], noch die marktschreierischen Versprechungen des Völkerbunds mit seinem "Mandat" für die Verwaltung Armeniens konnten Armenien vor den Massakern und der physischen Vernichtung retten (und hätten es auch nicht retten können!). Nur die Idee der Sowjetmacht hat Armenien den Frieden und die Möglichkeit der nationalen Erneuerung gebracht.

Hier einige Tatsachen, die zur Sowjetisierung Armeniens geführt haben. Die verderbliche Politik der Daschnaken, der Agenten der Entente, führt das Land in die Anarchie und ins Elend. Der von den Daschnaken angezettelte Krieg gegen die Türkei verschlechtert die schwere Lage Armeniens aufs äußerste. Die von Hunger und Entrechtung gepeinigten Nordprovinzen Armeniens erheben sich Ende November und bilden das Revolutionäre Militärkomitee Armeniens mit dem Genossen Kasjan an der Spitze. Am 30. November läuft vom Vorsitzenden des Revolutionären Komitees Armeniens ein an Genossen Lenin gerichtetes Begrüßungstelegramm ein, in dem mitgeteilt wird, dass Sowjetarmenien geboren ist und dass das Revolutionäre Komitee die Stadt Delishan eingenommen hat. Am 1. Dezember verzichtet Sowjetaserbaidshan freiwillig auf die umstrittenen Provinzen und proklamiert die Übergabe Sangesurs, Nachitschewans und Berg-Karabachiens an Sowjetarmenien. Am 1. Dezember erhält das Revolutionäre Komitee eine Begrüßung vom türkischen Kommando. Am 2. Dezember läuft eine Mitteilung des Genossen Ordshonikidse ein, dass die Daschnakenregierung aus Eriwan vertrieben ist und dass sich die Truppen Armeniens dem Revolutionären Komitee zur Verfügung stellen.

Heute ist Eriwan, die Hauptstadt Armeniens, in den Händen der Sowjetmacht Armeniens.

Der jahrhundertealten Feindschaft zwischen Armenien und den umwohnenden Mohammedanern wurde durch die Herstellung der brüderlichen Solidarität zwischen den Werktätigen Armeniens, der Türkei, Aserbaidshans mit einem Schlag jeglicher Boden entzogen.

Mögen alle, die es angeht, wissen, dass nur die Sowjetmacht in der Lage war, das so genannte armenische "Problem" zu lösen, über das sich die alten Wölfe der imperialistischen Diplomatie vergeblich den Kopf zerbrochen haben.

Es lebe Sowjetarmenien!

"Prawda" Nr. 273,
4. Dezember 1920.
Unterschrift: J. Stalin.

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