"Stalin"

Werke

Band 6

DER XIII. PARTEITAG DER KPR(B)

ORGANISATORISCHER BERICHT
DES ZENTRALKOMITEES

24. Mai

Genossen! Die allgemeine Lage, wie sie sich im Laufe des Jahres im Lande gestaltet hat, und die Verhältnisse, unter denen die Partei tätig war, können als günstig bezeichnet werden. Die grundlegenden Tatsachen sind: der Aufschwung in der Wirtschaft des Landes, das Anwachsen der Aktivität überhaupt, das Anwachsen der Aktivität der Arbeiterklasse im Besonderen, die Intensivierung des Parteilebens.

Die Frage läuft darauf hinaus, wieweit es der Partei gelungen ist, diese Lage während des letzten Jahres auszunutzen, um ihren Einfluss in den Massenorganisationen, die die Partei umgeben, zu verstärken, wie-weit es ihr gelungen ist, ihre Zusammensetzung zu verbessern, ihre Arbeit überhaupt zu verbessern, die Registrierung der verantwortlichen Funktionäre, ihre Verteilung und Beförderung zu verbessern, und schließlich, wieweit es der Partei gelungen ist, das innere Leben ihrer Organisationen zu verbessern.

Hieraus ergeben sich acht Fragen, über die ich sprechen werde:

a) der Zustand der Massenorganisationen, die die Partei umgeben und sie mit der Klasse verbinden, und das Anwachsen des kommunistischen Einflusses in diesen Organisationen;

b) der Zustand des Staatsapparats, sowohl des Apparats der Volkskommissariate und der Institutionen mit wirtschaftlicher Rechnungsführung als auch des unteren Sowjetapparats, und das Anwachsen des kommunistischen Einflusses auf diesem Gebiet;

c:) die Zusammensetzung der Partei und das Lenin -Aufgebot;

d) die Zusammensetzung der führenden Organe der Partei, die Parteikader und die jungen Parteimitglieder;

e) die Arbeit der Partei auf dem Gebiet der Agitation und Propaganda, die Arbeit im Dorfe;

f) die Arbeit der Partei auf dem Gebiet der Registrierung, Verteilung und Beförderung der verantwortlichen Funktionäre, sowohl der Parteimitglieder als auch der Parteilosen;

g) das innere Leben der Partei;

h) Schlussfolgerungen.

Ich werde im weiteren eine Reihe Zahlen anführen müssen, denn ohne sie würde der Bericht unvollständig und unbefriedigend sein. Dabei muss ich den Vorbehalt machen, dass ich an die absolute Genauigkeit dieser Zahlen nicht glaube, denn mit der Statistik hapert es bei uns, da leider nicht alle sowjetischen Statistiker das elementare Gefühl für ihre Berufsehre besitzen.

Nach diesem notwendigen Vorbehalt gehe ich nun zu den Zahlen über.

1. Die Massenorganisationen, die die Partei mit der Klasse verbinden

a) Die Gewerkschaften. Im vergangenen Jahr waren nach den statistischen Angaben 4800000 Personen in den Gewerkschaften organisiert. In diesem Jahr sind es 5 Millionen. Zweifellos ein Zuwachs. Nimmt man die 12 grundlegenden Industrieverbände, nimmt man die Zahl der in diesen Produktionszweigen beschäftigten und die Zahl der organisierten Arbeiter, so ergibt sich, dass 92 Prozent organisiert sind. In den grundlegenden Industriezweigen sind 91 bis 92 Prozent der gesamten Arbeiter-klasse gewerkschaftlich organisiert. So steht es auf dem Gebiet der Industrie.

Schlechter ist es um die Landwirtschaft bestellt, wo es etwa 800000 landwirtschaftliche Arbeiter gibt, wobei der Anteil der gewerkschaftlich Organisierten, wenn man die nicht in staatlichen Betrieben beschäftigten landwirtschaftlichen Arbeiter nimmt, 3 Prozent beträgt.

Was den kommunistischen Einfluss in den Verbänden betrifft, so haben wir Zahlen über die Vorsitzenden der Gouvernementsgewerkschaftsräte und der Kreisgewerkschaftsräte. Zur Zeit des XII. Parteitags waren etwas über 57 Prozent der Vorsitzenden Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität. Zur Zeit des jetzigen Parteitags sind es nur noch 35 Prozent. Eine Abnahme. Dafür ist der Prozentsatz der Vorsitzenden, die nach dem Februar 1917 in die Partei eingetreten sind, gestiegen. Das erklärt sich daraus, dass die Zahl der gewerkschaftlich Organisierten gestiegen ist, dass es an Parteimitgliedern aus der Zeit der Illegalität mangelt, dass die jungen Parteimitglieder den Kadern zu Hilfe gekommen sind. Von diesen Vorsitzenden waren 55 Prozent Arbeiter, jetzt sind es 61 Prozent. Eine Verbesserung der sozialen Zusammensetzung der führenden Organe.

b) Die Genossenschaften. Auf diesem Gebiet sind die Zahlenangaben noch verwirrender als auf irgendeinem anderen Gebiet und keineswegs vertrauenerweckend. Die Konsumgenossenschaften hatten im vergangenen Jahr etwa 5 Millionen Mitglieder. In diesem Jahr haben sie etwa 7 Millionen. Gott gebe, dem wäre so, ich glaube aber nicht an diese Zahlen, denn die Konsumgenossenschaften sind noch nicht völlig zum Prinzip der Freiwilligkeit übergegangen, und zweifellos gibt es hier tote Seelen. In den landwirtschaftlichen Genossenschaften soll es im vergangenen Jahr 2 Millionen Mitglieder gegeben haben (obwohl ich Zahlenangaben über 4 Millionen Mitglieder besitze, die ich im vergangenen Jahr vom Allrussischen Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften erhalten habe), in diesem Jahr dagegen sind es 1500000 Mitglieder. Zweifellos ein Rückgang der Organisiertheit auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die führenden Organe der Konsumgenossenschaftszentrale bestanden im vergangenen Jahr zu 87 Prozent aus Parteimitgliedern, jetzt zu 86 Prozent. Eine Abnahme. In den Organen der Gouvernements- und Rayonverbände gab es 68 Prozent; Kommunisten, jetzt sind es 86 Prozent. Eine Verstärkung des Einflusses. Wenn wir jedoch nicht nach den "führenden" Organen, sondern nach den verantwortlichen, wirklich leitenden Funktionären fragen, so finden wir unter allen überhaupt verantwortlichen Funktionären insgesamt nur 26 Prozent Kommunisten. Diese Zahl halte ich für glaubwürdiger. In den landwirtschaftlichen Genossenschaften haben wir für die Zusammensetzung der führenden Organe folgende Zahlen: 46 Prozent im vergangenen Jahr und 55 Prozent in diesem. Geht man dem aber etwas gründlicher nach und nimmt die verantwortlichen Funktionäre, so ergibt sich, dass unter ihnen nur 13 Prozent Kommunisten sind.

So verstehen es manche Statistiker bei uns, die Fassade, das Äußere, zu verschönern und das Faule den Augen zu entziehen.

c) Der Jugendverband. Die Zahl der Mitglieder und Kandidaten betrug im vergangenen Jahr 317000 (obwohl ich für das vergangene Jahr Zahlenangaben mit der Unterschrift eines Mitglieds des ZK des Kommunistischen Jugendverbands Rußlands über 400000 Mitglieder habe), während die Zahl der Mitglieder und Kandidaten in diesem Jahr 570000 beträgt. Trotz einer gewissen Verworrenheit in der Zahlenangabe ist zweifellos ein Anwachsen der Organisiertheit zu verzeichnen. Arbeiter gab es im Kommunistischen Jugendverband Rußlands im vergangenen Jahr 34 Prozent, in diesem Jahr sind es 41 Prozent; Bauern gab es im vergangenen Jahr 42 Prozent, in diesem Jahr sind es 40 Prozent. Im vergangenen Jahr gab es 50000 Schüler von Betriebsschulen, in diesem Jahr sind es 47000. Die Zahl der Mitglieder der KPR(B) im gesamten Jugendverband betrug im vergangenen Jahr etwa 10 Prozent, in diesem Jahr beträgt sie 11 Prozent. Ebenfalls zweifellos eine Steigerung.

d) Die Vereinigungen der Arbeiterinnen und Bäuerinnen. Die grundlegende Organisation auf diesem Gebiet sind die Delegiertenversammlungen. Verworrene Zahlenangaben gibt es hier mehr als genug. Geht man der Sache aber einmal richtig auf den Grund, so stellt sich heraus, dass es in den Städten im vergangenen Jahr 37000 Frauendelegierte gab, während es in diesem Jahr 46000 sind, das heißt etwas mehr als im vergangenen. In den Dörfern gab es im vergangenen Jahr 58000 Frauendelegierte, während es jetzt 100000 sind. Wie groß die Zahl der Frauen aus den breiten Massen der Bäuerinnen und Arbeiterinnen ist, die diese Delegierten vertreten, darüber konnte ich keine einigermaßen genauen Zahlen erhalten.

Da die Frage der Heranziehung von Arbeiterinnen und Bäuerinnen zur Sowjet- und Parteiarbeit besonders wichtig ist, dürfte es nicht überflüssig sein, den prozentualen Anteil der Arbeiterinnen und Bäuerinnen an den Gewerkschaftsorganen, den Sowjets, den Gouvernements- und Kreiskomitees der Partei zu untersuchen. In den Dorfsowjets gab es im vergangenen Jahr nur etwa 1 Prozent Frauen (erschreckend wenig). In diesem Jahr sind es 2,9 Prozent (ebenfalls sehr wenig), aber immerhin ist ein Zuwachs zu verzeichnen. In den Exekutivkomitees der Amtsbezirke gab es im vergangenen Jahr 0,3 Prozent Frauen, in diesem Jahr sind es 0,5 Prozent, ein ganz geringer Zuwachs, der gar nicht der Rede wert ist. In den Kreisexekutivkomitees gab es im vergangenen Jahr etwa 2 Prozent Frauen, in diesem Jahr sind es etwas über 2 Prozent (ich bringe die Zahlen für die RSFSR, denn für alle Republiken gibt es keine Zahlen). In den Gouvernementsexekutivkomitees der RSFSR gab es im vergangenen Jahr etwas über 2 Prozent Frauen, jetzt sind es etwas über 3 Prozent. In den Gewerkschaften sind in diesem Jahr 26 Prozent der Mitglieder Frauen, für das vergangene Jahr haben wir keine Angaben. In den Betriebskomitees sind 14 Prozent der Mitglieder Frauen. In den Gouvernementsabteilungen der Gewerkschaftsverbände beträgt der Anteil der Frauen 6 Prozent, in den Zentralkomitees der Gewerkschaftsverbände etwas über 4 Prozent. In der Partei gab es im vergangenen Jahr etwa 8 Prozent Frauen, jetzt sind es 9 Prozent. Von den Kandidaten waren etwa 9 Prozent Frauen, jetzt sind es 11 Prozent. All dies bis zum Lenin -Aufgebot. In den Gouvernementskomitees gab es kurz vor dem XIII. Parteitag 3 Prozent Frauen, in den Kreiskomitees etwa 6 Prozent. In den wichtigsten Frauenvereinigungen, in den Delegiertenversammlungen, gab es 10 Prozent Kommunistinnen, jetzt gibt es 8 Prozent. Diese Verringerung erklärt sich durch das Anwachsen der Zahl der parteilosen Delegierten. Es muss festgestellt werden, dass die Hälfte der Bevölkerung unserer Sowjetunion - die Frauen - beim großen Werk des Sowjet- und Parteiaufbaus immer noch abseits oder fast abseits steht.

e) Die Armee. In der Armee, in den militärischen Lehranstalten und in der Flotte ist die Gesamtzahl der Kommunisten von 61000 auf 52000 gesunken. Das ist ein Mangel, der beseitigt werden muss. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der Parteimitglieder unter den Kommandeuren gestiegen. Zur Zeit des XII. Parteitags betrug die Zahl der Kommunisten unter den Kommandeuren 13 Prozent, jetzt haben wir 18 Prozent. Interessant ist die Zusammensetzung der Parteimitgliedschaft in der Armee vom Gesichtspunkt der Dauer der Parteizugehörigkeit. Von den 52000 Kommunisten, die in den Reihen der Armee tätig sind, gibt es 0,9 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität, das heißt nicht einmal ein Prozent; etwas über 3 Prozent sind zwischen Februar und Oktober 1917 in die Partei eingetreten; 11 Prozent sind vor 1919 eingetreten; 22 Prozent sind 1919, 23 Prozent 1920 und 20 Prozent in den Jahren 1921 bis 1923 eingetreten. Hieraus ersehen Sie, dass in unserer Armee hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, junge Parteimitglieder tätig sind.

f) Freiwillige Organisationen der gesellschaftlichen Initiative. Beachtung verdient die Tatsache, dass in diesem Jahr ein neuer Organisationstypus entstanden ist - freiwillige Organisationen, Organisationen der gesellschaftlichen Initiative -: die verschiedensten Kultur- und Bildungszirkel und -vereinigungen, Sportorganisationen, Förderungsgesellschaften, Organisationen der Arbeiter- und Bauernkorrespondenten usw. Die Zahl dieser Organisationen wächst ständig, wobei zu bemerken ist, dass es unter ihnen nicht nur mit der Sowjetmacht sympathisierende, sondern auch ihr feindlich gesinnte Organisationen gibt. Nimmt man die RSFSR, so konnte man im vergangenen Jahr etwa 78 bis 80 solcher Organisationen der gesellschaftlichen Initiative zählen, in diesem Jahr über 300. Nimmt man die Organisation für Körperkultur in der RSFSR, so betrug die Mitgliederzahl dieser Organisation im vergangenen Jahr 126000, in diesem Jahr dagegen beträgt sie 375000. Die soziale Zusammensetzung dieser Organisation ist folgende: Im vergangenen Jahr gab es 35 Prozent Arbeiter, jetzt sind es 42 Prozent. Die Hauptzentren dieser Organisationen sind die Betriebskomitees und die Betriebsklubs und auf dem Lande die Bauernkomitees für gegenseitige Hilfe[35]. Beachtung verdienen die Organisationen der Arbeiterkorrespondenten und der Dorfkorrespondenten, deren Bestimmung es ist, das Sprachrohr der proletarischen öffentlichen Meinung zu sein. Die Organisationen der Arbeiterkorrespondenten umfassen 25000, die der Dorfkorrespondenten 5000 Personen. Wenden wir uns der Zusammensetzung der Gouvernementsorgane dieser Organisationen zu, so sehen wir dass die Kommunisten in ihnen im vergangenen Jahr in der RSFSR 19 Prozent ausmachten, in diesem Jahr sind es etwas mehr als 29 Prozent. Schließlich darf eine neue Organisation nicht unerwähnt bleiben,

die gestern bei uns vor dem Lenin mausoleum demonstrierte[36], die Pionierorganisation, deren zahlenmäßige Stärke im Juni vergangenen Jahres nach Berechnungen unserer Statistik (mit der es, wie ich schon sagte etwas hapert) 75000 und im April dieses Jahres über 161000 betrug. Unter den Pionieren gibt es in den Industriegouvernements 71 Prozent Arbeiterkinder, Bauernkinder gibt es 7 Prozent. In den nationalen Gebieten beträgt die Zahl der Arbeiterkinder in dieser Organisation 38 Prozent. In den Bauerngouvernements machen die Arbeiterkinder 36. Prozent aus.

So ist es um die Massenorganisationen bestellt die die Partei umgeben und sie mit der Klasse verbinden. Im Wesentlichen steht das Wachstum des Einflusses der Partei in diesen Organisationen außer Zweifel.

2. Der Staatsapparat

a) Die Zahl der Angestellten. Nach den statistischen Angaben betrug die Zahl der Angestellten der Volkskommissariate das heißt der Angestellten von Institutionen, für die der Staatshaushalt aufkommt im vergangenen Jahr etwas über 1500000, in diesem Jahr sollen es nur 1200000 sein. Ein Abbau von 300000. Wenn wir uns aber den Institutionen zuwenden, die auf der Grundlage der wirtschaftlichen Rechnungsführung arbeiten, so sehen wir, dass wir das wir auf diesem Gebiet in diesem Jahr etwa 200 000 Angestellte haben (für das vergangene Jahr gibt es keine Zahlen), das heißt, das wir das, was wir in den Institutionen, für die der Staatshaushalt aufkommt, durch den Abbau gewonnen haben, in den Institutionen, die auf der Grundlage der wirtschaftlichen Rechnungsführung arbeiten, in bedeutendem Maße wieder verloren haben. Ich spreche schon gar nicht davon, dass ein Teil der Angestellten in den örtlichen Haushalt übergeführt wurde, das heißt in dieser Rechnung nicht erfasst ist. Insgesamt gesehen, ist die Zahl der Angestellten die gleiche geblieben, wenn sie nicht gar gestiegen ist. Es bleiben die Angestellten der Genossenschaften, im vergangenen Jahr 103000 an der Zahl und jetzt 125000 - eine Zunahme; die Angestellten der Gewerkschaften, im vergangenen Jahr 28000 an der Zahl und jetzt 27000, und die Angestellten des Parteiapparats, deren Zahl früher 26000 betrug und jetzt 23000 beträgt. Insgesamt also 1575000, die Zahl der in den örtlichen Haushalten erfassten Angestellten nicht eingerechnet. Wie Sie sehen, haben wir vorläufig keinen Grund, von Erfolgen in bezug auf den Abbau der Angestellten im Allgemeinen und der Angestellten des Staatsapparats im Besonderen zu sprechen.

b) Die parteimäßige Zusammensetzung der obersten Organe des Landes. Betrachten wir die Mitglieder der höchsten Institutionen, die Mitglieder der Kollegien, die Leiter der Hauptabteilungen und ihre Stellvertreter (ohne Industrie), so sehen wir, dass hier im Jahre 1923 die Zahl der Kommunisten 83 Prozent betrug und in diesem Jahr 86 Prozent beträgt. Zweifellos ein gewisser Fortschritt gegenüber der Lage, in der wir uns vor etwa zwei Jahren befanden. Die Arbeiter machten in diesen leitenden Organen im vergangenen Jahr 19 Prozent aus, in diesem Jahr sind es 21 Prozent. Das ist wenig, aber immerhin eine Zunahme.

c) Die parteimäßige Zusammensetzung der Industrieorgane. Was die Industrieorgane, die Truste, Syndikate und die größten Betriebe betrifft, so gewinnen wir hier folgendes Bild: In den Trusten gab es in der UdSSR im gesamten Apparat im vergangenen Jahr etwas über 6 Prozent Kommunisten, in diesem Jahr sind es etwas über 10 Prozent. In den leitenden Organen der Truste, Syndikate und größten Betriebe gab es im vergangenen Jahr etwas über 47 Prozent Kommunisten, in diesem Jahr sind es etwas über 52 Prozent. Nehmen wir die Direktoren der größten Betriebe, so hatten wir im vergangenen Jahr 31 Prozent und haben in diesem Jahr 61 Prozent Kommunisten. In den Trusten der RSFSR hatten wir im gesamten Apparat 9,5 Prozent Kommunisten, in diesem Jahr haben wir etwas über 12 Prozent (etwa 13 Prozent). In der Leitung der Truste der RSFSR gab es 37 Prozent Kommunisten, jetzt sind es 49 Prozent. In den Syndikaten hatten wir im vergangenen Jahr im gesamten Apparat 9 Prozent, in diesem Jahr sind es 10 Prozent. In der Leitung der Syndikate hatten wir 42 Prozent, jetzt haben wir 55 Prozent.

Insgesamt gesehen, muss festgestellt werden, dass wir in den Wirtschaftsorganen, wenn man die Leitungen nimmt, 48 bis 50 Prozent Kommunisten haben.

d) Die parteimäßige Zusammensetzung der Handels- und Kreditinstitutionen. Ein völlig anderes Bild bieten unsere Handels- und Kreditinstitutionen, die gegenwärtig in unserer gesamten Wirtschaft außerordentliche Bedeutung gewonnen haben. Nehmen wir zum Beispiel die Kommission für Innenhandel, die für unsere ganze Entwicklung von größter Bedeutung ist. Bis zu der letzten Reform gab es dort in der Leitung der zentralen Institution insgesamt nur 4 Prozent Kommunisten. Nehmen wir das wichtigste Organ des Volkskommissariats für Außenhandel, das Staatliche Export- und Importhandelskontor, so sehen wir, dass wir dort unter den verantwortlichen Funktionären nur 19 Prozent Kommunisten haben, wobei Sie darüber, was für Kommunisten das sind, auf Grund der Tatsache urteilen können, dass in der zentralen Stelle des Staatlichen Export- und Importhandelskontors die Kommunisten hundertprozentig aus der Partei hinausgereinigt wurden. (Heiterkeit.) Das zweite wichtige Organ, das für unsere gesamte Wirtschaft von erheblicher Bedeutung ist, die Allrussische Aktiengesellschaft für den Handel mit Getreide und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, bietet folgendes Bild: 58 Kontore dieser Gesellschaft, den Apparat der zentralen Stelle, die Bevollmächtigten und ihre Stellvertreter nicht eingerechnet, beschäftigen insgesamt 9900 Angestellte. Davon sind 5,9 Prozent Kommunisten, 0,7 Prozent Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbands Rußlands, und die übrigen sind Parteilose. In den Organen, die in nächster Berührung mit der Bauernschaft stehen, in den Getreidesammelpunkten, in Nebenstellen aller Art und unter den Beauftragten gibt es insgesamt 17 Prozent Kommunisten. In der zentralen Stelle dieser Gesellschaft sind 137 verantwortliche Mitarbeiter tätig, davon sind 13, also 9 Prozent, Mitglieder der KPR(B). Zu bemerken ist, dass die Parteimitglieder in der Gesellschaft in höchstem Grade unrationell verwendet werden - nur 20 Prozent von ihnen leisten verantwortliche Arbeit, während die übrigen 80 Prozent Angestellte in untergeordneten Stellen sind. Nicht besser ist es um eine solche Kreditinstitution wie die Staatsbank bestellt. Das ist die wichtigste Kreditinstitution, die für unser gesamtes Wirtschaftsleben erhebliche Bedeutung hat. Sie kennen die Kraft des Kredits - das ist eine Kraft, mit deren Hilfe jede beliebige Bevölkerungsschicht zugrunde gerichtet beziehungsweise wirtschaftlich gehoben werden kann, man braucht nur den so genannten Vorzugskredit anzuwenden. Und diese Staatsbank nun hat in ihrem gesamten Apparat nur 7 Prozent Kommunisten und in ihrer Leitung nur 12 Prozent, dabei aber entscheidet die Staatsbank über das Schicksal einer ganzen Reihe von Betrieben und sehr vieler Wirtschaftsinstitutionen.

e) Die parteimäßige Zusammensetzung der Sowjets. Wir haben Angaben über die RSFSR. In den Dorfsowjets hatten wir im vergangenen Jahr etwa 6 Prozent Kommunisten, jetzt haben wir etwas über 7 Prozent. Die Exekutivkomitees der Amtsbezirke bestanden zu etwas über 39 Prozent aus Kommunisten, jetzt zu 48 Prozent. In den Kreisexekutivkomitees hatten wir etwas über 80 Prozent, jetzt haben wir etwas über 87 Prozent. In den Stadtsowjets der Kreisstädte hatten wir 61 Prozent, jetzt aber haben wir nur noch 58 Prozent. In den Gouvernementsexekutivkomitees hatten wir 90 Prozent, jetzt haben wir 89 Prozent. In den Stadtsowjets der Gouvernementsstädte waren es früher 78 Prozent, jetzt sind es 71 Prozent. In diesen letztgenannten drei Sowjets, den Stadtsowjets der Kreisstädte, den Gouvernementsexekutivkomitees und den Stadtsowjets der Gouvernementsstädte, ist der Einfluss der Parteilosen unbedeutend, aber immerhin im Steigen begriffen. Was die Gouvernementsexekutivkomitees betrifft, so haben wir von 69 Gouvernements Angaben, die sich auf 2623 Funktionäre erstrecken. Und was zeigt sich da? Die Gouvernementsexekutivkomitees bestehen zu etwa 11 Prozent aus parteilosen Mitgliedern. Den höchsten Prozentsatz an Parteilosen haben wir in Sibirien und im Fernöstlichen Gebiet, wo er 20 ausmacht. Was die nationalen Republiken betrifft, so haben wir dort 7 Prozent Parteilose. Das ist der geringste Prozentsatz an Parteilosen in den Gouvernementsexekutivkomitees. Und das in den nationalen Republiken, wo es überhaupt wenige Parteimitglieder gibt!

3. Die Zusammensetzung der Partei. Das Lenin -Aufgebot

a) Die zahlenmäßige Stärke. Zur Zeit des XII. Parteitags hatten wir etwas über 485000 Mitglieder und Kandidaten der Partei. Jetzt haben wir 472000 ohne das Lenin -Aufgebot. Zusammen mit dem Lenin -Aufgebot beträgt nach den Angaben für den 1. Mai (bis zu diesem Zeitpunkt wurden 128000 Mitglieder aufgenommen) die Zahl der Mitglieder 600000. Wenn man berücksichtigt, dass in etwa zwei Wochen das Lenin -Aufgebot im ganzen nicht weniger als 200000 neue Mitglieder ergeben wird, kann man die zahlenmäßige Stärke der Partei mit 670000 bis 680000 angeben.

b) Die soziale Zusammensetzung der Partei. Im vergangenen Jahr hatten wir 44,9 Prozent Arbeiter, in diesem Jahr haben wir, ohne das Lenin -Aufgebot, 45,75 Prozent, also eine Zunahme um 0,8 Prozent. Bauern gab es 25,7 Prozent, jetzt sind es 24,6 Prozent, also eine Abnahme um 1,1 Prozent. Angestellte und sonstige gab es etwas über 29 Prozent, jetzt sind es ein wenig mehr als etwas über 29 Prozent, das heißt eine geringfügige Zunahme. Nehmen wir die soziale Zusammensetzung einschließlich des Lenin -Aufgebots nach dem Stand vom 1. Mai, so haben wir unter den Mitgliedern und Kandidaten der KPR(B) 55,4 Prozent Arbeiter, 23 Prozent Bauern, 21,6 Prozent Angestellte und sonstige.

c) Die Zusammensetzung der Partei unter dem Gesichtswinkel der Dauer der Parteizugehörigkeit. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Mitglieder, die vor 1905 in die Partei eingetreten sind, 0,7 Prozent, jetzt beträgt sie 0,6 Prozent; die Zahl derjenigen, die in den Jahren 1905 bis 1916 eingetreten sind, betrug 2 Prozent und ist unverändert geblieben. 1917 Eingetretene gab es etwas über 9 Prozent, jetzt sind es etwas unter 9 Prozent. 1918 Eingetretene gab es 16,5 Prozent, jetzt sind es 15,7 Prozent. 1920 Eingetretene gab es 31,5 Prozent, jetzt sind es 30,4 Prozent. 1921 Eingetretene gab es 10,5 Prozent, jetzt sind es 10,1 Prozent. 1922 Eingetretene gibt es jetzt 3,2 Prozent - die Zahl für das vergangene Jahr haben wir nicht. 1923 Eingetretene gibt es 2,3 Prozent. All dies ohne Berücksichtigung des Lenin -Aufgebots.

d) Die Zusammensetzung der Partei nach Nationalität und Geschlecht. Die Großrussen machten in der Partei kurz vor dem XIII. Parteitag 72 Prozent aus, nach dem Lenin -Aufgebot wird sich der Prozentsatz offenbar erhöhen. Die zweite Gruppe bilden die Ukrainer mit 5,88 Prozent. Die dritte Gruppe bilden die Juden mit 5,2 Prozent. Weiter folgen die turkischen Nationalitäten mit etwas über 4 Prozent und nach ihnen die anderen Nationalitäten, wie Letten, Georgier, Armenier usw. Zur Zeit des XII. Parteitags gab es 7,8 Prozent Frauen unter den Parteimitgliedern, jetzt gibt es 8,8 Prozent. Unter den Kandidaten gab es 9 Prozent Frauen, jetzt gibt es 10,5 Prozent. Von den auf Grund des Lenin -Aufgebots in die Partei Aufgenommenen sind 13 Prozent Frauen, was den oben genannten Prozentsatz der Frauen ein wenig vergrößern wird.

Schließlich beträgt die Zahl der als Industriearbeiter tätigen Kommunisten am 1. Dezember 1923 (Mitglieder und Kandidaten) 17 Prozent und unter Hinzurechnung des Lenin Aufgebots 35,3 Prozent, wenn man die Zahl 128000 zugrunde legt.

e) Die parteimäßige Organisiertheit der Arbeiterklasse. Nimmt man den gesamten Arbeiterteil unserer Partei, das heißt sowohl die Anzahl, die wir zum 1. Mai hatten, als auch diejenige, die wir in etwa zwei Wochen haben werden, wenn das Lenin -Aufgebot 200000 erreicht (und wohl noch überstiegen) hat, so wird die Gesamtstärke des Arbeiterteils unserer Partei 410000 von der Gesamtzahl 672000 betragen. Das sind 10 Prozent des gesamten Industrie- und Landproletariats der Union, das 4 100 000 beträgt.

Wir haben erreicht, dass von je 100 Arbeitern 10 in der Partei organisiert sind.

4. Die Zusammensetzung der leitenden Organe der Partei
Die Kader und die jungen Parteimitglieder

a) Die Zusammensetzung der leitenden Organe im Lande. Ich nehme die Gouvernementskomitees und die Gebietskomitees in 45 Organisationen. Die Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität machen im Plenum der Gouvernementskomitees und der Gebietskomitees etwas über 32 Prozent aus, die übrigen 67 Prozent sind Mitglieder, die später in die Partei eingetreten sind: 23 Prozent von ihnen sind 1917 eingetreten, 33 Prozent 1918-1919, 9 Prozent 1920. In den leitenden Organen, sowohl in den Gouvernementskomitees als auch in den Gebietskomitees, überwiegen nicht die Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität, sondern die nach dem Oktober eingetretenen. Nehmen wir die Präsidien der Gouvernementskomitees und der Gebietskomitees in den 52 Organisationen, aus denen wir Angaben über die Dauer der Parteizugehörigkeit haben, so ergibt sich, dass vor der Revolution 49 Prozent, nach dem Februar 1917 19 Prozent, in den Jahren 1918-1919 26 Prozent und in den folgenden Jahren 6 Prozent eingetreten sind. Immerhin überwiegen hier die Parteimitglieder, die nach dem Februar in unsere Partei eingetreten sind. Von den Leitern der Organisationsabteilungen der Gouvernements- und Gebietskomitees waren zur Zeit des XII. Parteitags 27,4 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität, zur Zeit des XIII. Parteitags sind es 30 Prozent; von den Leitern der Agitations- und Propagandaabteilungen waren zur Zeit des XII. Parteitags 31 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität, jetzt sind es 23 Prozent. Was die Sekretäre der Gouvernementskomitees und der Gebietskomitees betrifft, so haben wir hier eine entgegengesetzte Tendenz. Zur Zeit des XII. Parteitags waren von den Sekretären der Gouvernementskomitees und der Gebietskomitees 62,5 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität, zur Zeit des gegenwärtigen Parteitags sind es 71 Prozent.

Die Aufgabe ist klar - wir müssen die für die Sekretäre der Gouvernementskomitees erforderliche Dauer der Parteizugehörigkeit herabsetzen.

Die Zusammensetzung der Kreiskomitees in 67 Kreisen bietet folgendes Bild: Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität 12 Prozent; 22 Prozent sind 1917 eingetreten, 43 Prozent sind 1918-1919 eingetreten. Unter den Sekretären der Kreiskomitees gibt es zur Zeit unseres XIII. Parteitags nach Angaben aus 248 Kreisen 25 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität; 27Prozent sind 1917, vor dem Oktober eingetreten, 37 Prozent sind vor 1919 eingetreten. Unter den Sekretären der Zellen gibt es in 28 Gouvernements (es stehen Angaben über 6541 Sekretäre zur Verfügung) nur etwas über 3 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität; die Hauptgruppe - 55 Prozent - besteht aus Sekretären, die nach dem Oktober, 1917-1918 in die Partei eingetreten sind.

Was die soziale Zusammensetzung betrifft, so gab es dieses Jahr in den Gouvernementskomitees und Gebietskomitees in 45 Organisationen 48 Prozent Arbeiter. In den Präsidien der Gouvernementskomitees und der Gebietskomitees gab es in 52 Organisationen 41 Prozent Arbeiter. Unter den Sekretären der Gouvernementskomitees und der Gebietskomitees gab es zur Zeit des XII. Parteitags 44,6 Prozent Arbeiter, zur Zeit des XIII. Parteitags sind es 48,6 Prozent. In den Kreiskomitees (von 67 Kreisen) gab es 63,4 Prozent Arbeiter. Unter den Sekretären der Kreiskomitees (von 248 Kreisen) betrug die Zahl der Arbeiter 50 Prozent.

Alle diese Angaben gelten für die Periode vor den letzten Gouvernements- und Kreisparteikonferenzen.

Ich habe aber auch einige Angaben über die Ergebnisse der letzten dem Parteitag unmittelbar vorangegangenen Konferenzen erhalten. Diese Angaben, die 11 Gouvernements und 16 Gebiete betreffen, zeigen, dass die Zahl der Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität in den Gouvernementskomitees und den Gebietskomitees sich auf 27 Prozent verringert hat, die Zahl der Arbeiter hingegen auf 53 Prozent gestiegen ist.

Daraus geht klar hervor, dass wir es mit zwei Tendenzen zu tun haben: mit einer Auffüllung der Kader durch junge Parteimitglieder und einer Erweiterung der Kader einerseits und mit einer Verbesserung der sozialen Zusammensetzung der Parteiorganisationen anderseits.

b) Die Zusammensetzung des ZK und der Zentralen Kontrollkommission. Nimmt man die Kandidaten und Mitglieder des ZK, insgesamt 56, so sind von ihnen 44,6 Prozent Arbeiter und 55,3 Prozent Bauern und Intellektuelle. Das ZK muss also durch Vergrößerung seines Arbeiterbestandteils erweitert werden. Von den Mitgliedern und Kandidaten der ZKK sind 48 Prozent Arbeiter und 52 Prozent Bauern und Intellektuelle. Die Schlussfolgerung, die sich ergibt, ist die gleiche. Was die Dauer der Parteizugehörigkeit betrifft, so sind unter den Mitgliedern und Kandidaten des ZK 96 Prozent Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität. Sie alle sind vor dem Februar in die Partei eingetreten. Von den 56 Mitgliedern und Kandidaten des ZK gibt es nur 2, die später eingetreten sind, das sind 4 Prozent. Das gleiche ist auch in der ZKK der Fall. Von 60 Personen sind hier 57 Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität, und 3 (das heißt 5 Prozent) sind es nicht. Folglich müssen junge Parteimitglieder herangezogen werden.

c) Die Zusammensetzung des gegenwärtigen Parteitags. Insgesamt sind 742 Delegierte registriert. Davon sind 63,2 Prozent Arbeiter, 48,4 Prozent waren Parteimitglieder schon während der Illegalität. Die übrigen sind mehr oder minder junge Mitglieder.

5. Die Arbeit der Partei auf dem Gebiet der Agitation und Propaganda

a) Die kommunistische Schulungsarbeit. Auffallend ist der große Prozentsatz der politisch Ungeschulten in der Partei: in einigen Gouvernements erreicht ihre Zahl 70 Prozent. In einigen Gouvernements Zentralrußlands gibt es durchschnittlich 57 Prozent politisch Ungeschulte (geprüft wurden 60000 Personen); im vergangenen Jahr waren es etwa 60 Prozent. Das ist einer der grundlegenden Mängel unserer Arbeit. Offenbar geht unsere Arbeit nicht so sehr in die Tiefe als vielmehr in die Breite. Die Zahl der Schulen zur Heranbildung von Sowjet- und Parteifunktionären, eigentlich der Schüler dieser Schulen, hat sich infolge der Tatsache, dass für einen Teil dieser Schulen jetzt der örtliche Haushalt aufkommen muss, etwas verringert. Die Zahl der Studenten der kommunistischen Hochschulen hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr vergrößert. Sie wird aber etwas verringert werden müssen, damit die materielle Lage der Studenten entsprechend den zur Verfügung stehenden Mitteln verbessert und der Nachdruck auf die Vertiefung der kommunistischen Schulungsarbeit gelegt wird. Besonders zu betonen ist die Propaganda des Lenin ismus, die bei der kommunistischen Schulungsarbeit von entscheidender Bedeutung ist.

b) Die Presse. Im vergangenen Jahr hatten wir 560 Zeitungen, in diesem Jahr haben wir weniger, und zwar 495; ihre Auflage ist jedoch von 1½ Millionen auf 2½ Millionen gestiegen. Von Interesse ist die Zunahme der Zahl der Zeitungen in nichtrussischen Sprachen. Wir haben sogar Republiken, wo keine einzige russische Zeitung erscheint, wie zum Beispiel Armenien, wo 100 Prozent aller Zeitungen in armenischer Sprache erscheinen. In Georgien erscheinen 91 Prozent der Zeitungen in georgischer Sprache, in Bjelorußland 88 Prozent in nichtrussischer Sprache. Eine Zunahme der Zahl der Zeitungen in nationalen Sprachen ist buchstäblich in allen nationalen Gebieten und Republiken festzustellen. Unser Augenmerk muss auf die Zusammensetzung der Redaktionen unserer periodischen Organe gerichtet werden. 287 Presseorgane wurden inspiziert, und es zeigt sich, dass in diesen Presseorganen nur 10 Prozent der Redakteure Parteimitglieder aus der Zeit der Illegalität sind. Den Großteil bilden Mitglieder, die 1918-1919 in die Partei eingetreten sind. Das ist ein Mangel, dem abgeholfen werden sollte, indem den jungen Mitarbeitern der Zeitungen ältere und erfahrenere zur Seite gestellt werden.

c) Die Arbeit unter den Bauern. Auf diesem Gebiet haben wir eine ganze Reihe von Mängeln. Die Sowjets in den Dörfern und Amtsbezirken sind vorläufig noch Organe des Steuerapparats. Die Bauern sehen in ihnen vor allem Organe, die Steuern erheben. Die Tätigkeit der örtlichen Organe in den Dörfern ist nach dem allgemeinen Urteil von Funktionären, die das Dorf kennen, folgende: Unsere Politik ist richtig, wird aber draußen im Lande falsch durchgeführt. Die Zusammensetzung der Sowjetorgane in den Dörfern und Amtsbezirken lässt sehr viel zu wünschen übrig. Schlecht wirkt sich auf die Arbeit der Umstand aus, dass die Zellen im Dorfe fast ausschließlich aus Angehörigen der Verwaltungsorgane bestehen. Noch schlechter wirkt sich der Umstand aus, dass die mit dem Dorfe in naher Berührung stehenden Funktionäre die Sowjetgesetze nicht kennen, dass sie es nicht verstehen, der Dorfarmut diese Gesetze zu erklären, dass sie es nicht verstehen, die Interessen der Dorfarmut und der Mittelbauern auf der Grundlage der Sowjetgesetze, auf der Grundlage der Vergünstigungen, die die Sowjetgesetze der Dorfarmut gewähren, gegen das Kulakenunwesen zu schützen. Dann gibt es einen allgemeinen Fehler: Man will den Bauern mit Worten überzeugen und begreift nicht, dass der Bauer nicht Worte braucht, sondern eine gegenständliche Agitation, eine Agitation, die unmittelbaren Nutzen bringt. Heranziehung zu den Genossenschaften, Ausnutzung von Vergünstigungen für die Dorfarmut, landwirtschaftlicher Kredit, durch die Bauernkomitees organisierte gegenseitige Hilfe, das sind die Fragen, die den Bauern vor allem interessieren können.

6. Die Arbeit der Partei auf dem Gebiet der Registrierung,
Verteilung und Beförderung der Funktionäre

a) Registrierung und Verteilung. Im vorigen Jahr waren ungefähr 5000 verantwortliche Funktionäre registriert, in diesem Jahr haben wir ungefähr 15000 registrierte verantwortliche Funktionäre aller Grade. dass sich unsere Registrierungsarbeit bessert, steht außer Zweifel. Die Zahlen besagen, dass im vergangenen Jahr 10000 Funktionäre aller Art verteilt wurden, davon etwas mehr als 4000 verantwortliche. In diesem Jahr wurden 6000 verteilt, davon 4000 verantwortliche. Die Hauptarbeit in bezug auf die Verteilung konzentrierte die Partei vor allem auf die Versorgung der Partei mit Funktionären, sodann der Organe des Obersten Volkswirtschaftsrats und schließlich der Organe des Volkskommissariats für Finanzen, hauptsächlich seines Steuerapparats. Alle übrigen Arbeitszweige wurden in geringerem Umfang mit Kommunisten versorgt. Das ist ein großer Fehler in unserer Arbeit. Während sich der Schwerpunkt des Wirtschaftslebens auf den Handel verschoben hat, haben wir nicht genügend Initiative und Entschlossenheit bekundet, um dazu überzugehen, die Handels- und Kreditinstitutionen, ihre Vertretungen im Lande und im Auslande im größtmöglichen Umfang mit aktiven Funktionären zu versorgen. Namentlich denke ich hierbei an solche Organe wie das Staatliche Export- und Importhandelskontor und die Allrussische Aktiengesellschaft für den Handel mit Getreide und landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

7. Das innere Leben der Partei

Ich werde nicht aufzählen, wieviel Fragen im ZK und in seinen Organen erörtert wurden und welcher Art diese Fragen waren - das ist nicht von entscheidender Bedeutung, und zudem ist darüber ja bereits in dem an Sie verteilten schriftlichen Rechenschaftsbericht gesprochen worden. Ich möchte Sie nur auf folgende Umstände aufmerksam machen.

Erstens hat sich das innere Leben unserer Organisationen zweifellos gebessert. Man gewinnt den Eindruck, dass die Organisationen reifer geworden sind, Zwistigkeiten gibt es wenig, und es wird sachliche Arbeit geleistet. Ausnahmen gibt es in den Randgebieten, wo neben den alten, im Kommunismus nicht sehr festen Funktionären Kader junger marxistischer Funktionäre heranwachsen, die die Swerdlow-Universität und andere Lehranstalten besucht haben und in der Parteiarbeit stark, in der Sowjetarbeit aber furchtbar schwach sind. Diese Konflikte zwischen jungen und alten Funktionären in den Randgebieten lassen sich nicht so bald aus der Welt schaffen. In diesem Sinne bilden die Randgebiete eine Ausnahme. Was die Mehrzahl der Gouvernements Zentralrußlands betrifft, so kann festgestellt werden, dass dort die Organisationen reifer geworden sind und die sachliche Arbeit vorwärts geht. In der Republik mit den meisten Zwistigkeiten, in Georgien, über das wir auf dem vergangenen Parteitag so viel gesprochen haben, herrscht jetzt Frieden in der Partei. Die besten Menschen unter den früheren Abweichlern, wie Philipp Macharadse und Okudshawa, haben mit den extremen Abweichlern endgültig gebrochen und ihre Bereitschaft zu einträchtiger Zusammenarbeit bekundet.

Zweitens hat in den Gouvernementskomitees und insbesondere im ZK der Partei während dieses Jahres eine Verlagerung des Schwerpunkts der Arbeit von den Büros oder Präsidien auf die Plenartagungen stattgefunden. Früher überantworteten die Plenartagungen des ZK dem Politbüro das Recht, grundlegende Fragen zu entscheiden. Jetzt ist das nicht mehr der Fall. Jetzt werden die grundlegenden Fragen unserer Politik und unserer Wirtschaft vom Plenum entschieden. Schauen Sie sich die Tagesordnung unserer Plenartagungen, die Stenogramme an, die an alle Gouvernementskomitees verteilt werden, und Sie werden verstehen, dass sich der Schwerpunkt vom Politbüro und Orgbüro auf das Plenum verlagert hat. Das ist insofern sehr wichtig, als sich im Plenum bei uns etwa hundert bis hundertzwanzig Personen versammeln (es sind die Mitglieder des ZK und der ZKK sowie deren Kandidaten) und das Plenum infolge der Verlagerung des Schwerpunkts auf das Plenum zur bedeutendsten Schule für die Heranbildung von Führern der Arbeiterklasse, von politischen Führern der Arbeiterklasse geworden ist. Vor unseren Augen wachsen und reifen neue Menschen heran, die morgigen Führer der Arbeiterklasse - hierin liegt die unschätzbare Bedeutung unserer erweiterten Plenartagungen.

Es ist bezeichnend, dass die gleiche Tendenz im Lande zu verzeichnen ist. Die wichtigsten Fragen werden aus den Büros der Gouvernementskomitees in die Plenartagungen verlegt, die Plenartagungen werden erweitert, ihre Sitzungen dauern länger, die besten Funktionäre des Gouvernements werden hinzugezogen, und auf diese Weise werden die Plenartagungen der Gouvernementskomitees zu einer Schule für die Heranbildung von Führern im Orts- und Gebietsmaßstab. Es muss erreicht werden, dass diese Tendenz draußen im Lande, in den Gouvernements und Kreisen, zur Wirklichkeit wird.

Drittens hatte das innere Leben unserer Partei während dieses Jahres eine nie dagewesene Intensität aufzuweisen, man kann sagen, dass es voll schäumender Kraft war. Wir Bolschewiki sind gewohnt, schwere Aufgaben zu bewältigen, und vollbringen oft große Dinge, ohne es selbst zu bemerken. Solche Tatsachen wie die Diskussion und das Lenin -Aufgebot sind - das braucht nicht erst bewiesen zu werden - gewaltige Ereignisse im Leben des Landes und der Partei, und sie mussten natürlich zwangsläufig belebend auf das innere Leben der Partei wirken.

Wovon zeugen diese beiden Tatsachen? Davon, dass unsere Partei, nach der Diskussion, die sie durchgemacht hat, fest wie ein Fels dasteht. Davon, dass unsere Partei, die nach dem Willen und mit Zustimmung der gesamten Arbeiterklasse 200000 neue Mitglieder aufgenommen hat, ihrem Wesen nach eine gewählte Partei, ein gewähltes Organ der Arbeiterklasse ist.

Schlussfolgerungen

1. Von den Massenorganisationen, die unsere Partei umgeben, ist den Genossenschaften und den Vereinigungen der Arbeiterinnen und Bäuerinnen besondere Beachtung zu schenken. Ich hebe diese Organisationen deshalb hervor, weil sie gegenwärtig am meisten bedroht sind.

a) Es steht außer Zweifel, dass der Apparat der Konsumgenossenschaften, der berufen ist, das Bindeglied zwischen der staatlichen Industrie und der bäuerlichen Wirtschaft zu sein, sich seiner Aufgabe nicht gewachsen gezeigt hat. Davon zeugt die unbestreitbare Tatsache, dass der bäuerliche Sektor in den Konsumgenossenschaften nur ein Drittel der Gesamtmitgliederzahl ausmacht. Es muss erreicht werden, dass die Bauern in den Konsumgenossenschaften die ihnen zukommende Stellung einnehmen. Die Kommunisten müssen den Schwerpunkt der Arbeit aus den Gouvernements in die Kreise und Rayons verlegen, um zu den Massen der Bauernschaft Verbindung zu bekommen und auf diese Weise die Konsumgenossenschaften zu einem Bindeglied zwischen Industrie und bäuerlicher Wirtschaft zu machen.

b) Nicht besser ist es um die landwirtschaftlichen Genossenschaften bestellt. Das Durcheinander in den Zahlenangaben, der Rückgang der Mitgliederzahl im letzten Jahr - all das sind Tatsachen, die zum Nachdenken veranlassen. Auch hier müssen die Kommunisten, wie in den Konsumgenossenschaften, den Schwerpunkt in die Kreise und Rayons verlegen - näher an die Bauernmassen, und sich zum Ziel setzen, zu erreichen, dass die Organe des Allrussischen Verbands landwirtschaftlicher Genossenschaften draußen im Lande nicht als Deckmantel für das Kulakenunwesen dienen. Das genügt aber nicht. Die leitenden Organe des Allrussischen Verbands landwirtschaftlicher Genossenschaften, deren Arbeit in letzter Zeit bedenkliche Schwächen aufweist, müssen mit kommunistischen Kräften gestärkt werden.

c) Schlechter ist es um die Arbeit unter den Frauen bestellt. Zwar sind die Delegiertenversammlungen der Arbeiterinnen und Bäuerinnen im Wachsen begriffen und nehmen an Umfang zu, aber das, was die Funktionäre der Frauenbewegung auf dem Gebiet der Agitation erreichen konnten, ist bei weitem noch nicht, nicht einmal zum hundertsten Teil des erforderlichen Minimums, organisatorisch verankert. Der prozentuale Anteil der Arbeiterinnen und Bäuerinnen in den Sowjets und Gewerkschaften sowie in der Partei zeigt das mit aller Klarheit. Die Partei muss alle Maßnahmen treffen, um diese Lücke in nächster Zukunft auszufüllen. Wir dürfen nicht dulden, dass die Hälfte der Bevölkerung der Sowjetunion beim großen Werk des Sowjet- und Parteiaufbaus immer noch abseits steht.

d) Besondere Beachtung verdienen die freiwilligen Organisationen der gesellschaftlichen Initiative, besonders die Organisationen der Arbeiterkorrespondenten und Dorfkorrespondenten. Die Organisationen der Arbeiterkorrespondenten und Dorfkorrespondenten haben eine große Zukunft. Unter bestimmten Entwicklungsbedingungen können diese Organisationen die Rolle eines gewaltigen Sprachrohrs und mächtigen Willenskünders der proletarischen öffentlichen Meinung spielen. Sie kennen die Kraft der proletarischen öffentlichen Meinung bei den Aufdeckung und Beseitigung der Mängel unseres sowjetischen Gesellschaftslebens - sie ist viel bedeutender als die Kraft administrativen Drucks. Aus diesem Grunde muss die Partei diesen Organisationen allseitige Hilfe angedeihen lassen.


2. Die Frage des Staatsapparats erheischt besondere Beachtung. dass die Lage auf diesem Gebiet unbefriedigend ist, dürfte wohl kaum angezweifelt werden.

a) Lenin s Vermächtnis, den Staatsapparat einzuschränken und zu vereinfachen, ist nur zum Teil, in minimalstem Umfang, erfüllt worden. Der Abbau von 200000 bis 300000 Angestellten in den Apparaten der Volkskommissariate, wenn gleichzeitig neben ihnen neue Apparate - Truste, Syndikate usw. - entstehen, kann eigentlich weder als Abbau noch als Vereinfachung des Apparats bezeichnet werden. Die Partei muss alle Maßnahmen treffen, damit das Vermächtnis Lenin s auf diesem Gebiet mit eiserner Hand durchgeführt wird.

b) Ich habe Ihnen Zahlen angeführt, die von dem minimalen prozentualen Anteil der Parteilosen in unseren Sowjets zeugen. Genossen, so kann es nicht weitergehen, so kann der Aufbau des neuen Staates nicht fortgesetzt werden. Wenn man der Aufgabe, Parteilose zur Sowjetarbeit in den Gouvernements und Kreisen heranzuziehen, keine besondere Beachtung schenkt, ist eine ernsthafte Aufbauarbeit unmöglich. Hier könnten verschiedene Wege ins Auge gefasst werden. Als ein zweckmäßiger Weg wäre der folgende anzusehen: bei den Abteilungen der Gouvernements- und Kreissowjets Sektionen zu schaffen oder, noch besser, regelmäßig zusammentretende sachliche Beratungen für Parteilose - in den Städten aus Arbeitern, in den Kreisen aus Bauern - einzuberufen, um Parteilose zur praktischen Arbeit in den verschiedenen Verwaltungszweigen heranzuziehen und dann aus diesen zur praktischen Arbeit herangezogenen parteilosen Arbeitern und Bauern die besten und fähigsten auszuwählen und sie mit staatlicher Arbeit zu betrauen. Ohne eine solche Erweiterung der Basis der Stadt- und Kreissowjets, ohne Erweiterung der Basis der Sowjetarbeit, ohne Einbeziehung der Parteilosen können die Sowjets ernstlich an Gewicht und Einfluss verlieren.

c) In unserer Partei besteht die Meinung, wirkliche Parteiarbeit sei die Arbeit in den Gouvernementskomitees, Gebietskomitees, Kreiskomitees und Zellen. Was alle übrigen Arten der Arbeit betrifft, so sei dies keine eigentliche Parteiarbeit. Oft macht man sich über Leute, die in Trusten und Syndikaten arbeiten, lustig: "Sie haben sich", so heißt es, "von der Partei losgelöst." (Zwischenruf: "Sie werden hinausgereinigt.") Hinausgereinigt werden müssen einige Genossen sowohl in den Wirtschaftsorganen als auch in den Parteiorganisationen. Ich nehme aber keinen Ausnahmefall, sondern einen Fall, wie er massenhaft vorkommt. Gewöhnlich teilt man bei uns die Parteiarbeit in zwei Kategorien ein: in eine höhere Kategorie, das ist die eigentliche Parteiarbeit in den Gouvernementskomitees und Gebietskomitees, in den Zellen, im ZK, und in eine niedrigere Kategorie, die Parteiarbeit in Anführungszeichen genannt wird, das ist die Arbeit in allen Sowjetorganen und besonders in den Handelsorganen. Genossen! Eine solche Einstellung zu den Wirtschaftsfunktionären widerspricht dem Lenin ismus von Grund aus. Jeder Wirtschaftsfunktionär, auch wenn er im schäbigsten Laden, in der schäbigsten Handelsinstitution arbeitet, ist, wenn er aufbaut und die Sache vorwärts bringt, ein echter Parteifunktionär, der die volle Unterstützung der Partei verdient. Bei einer solchen hochnäsigen, intelligenzlerischen Einstellung zum Handel können wir unsern Aufbau um keinen Schritt vorwärts bringen. Unlängst habe ich an der Swerdlow-Universität eine Vorlesung gehalten, in der ich davon sprach, dass wir vielleicht etwa zehntausend Kommunisten aus dem Gebiet der Parteiarbeit oder der Industrie auf das Gebiet der Handelstätigkeit werden überführen müssen. Man brach in Lachen aus. Man will keinen Handel treiben! Indes ist klar, dass alle unsere Reden über sozialistischen Aufbau Gefahr laufen, in leeres Geschwätz auszuarten, wenn wir in der Partei die hochnäsig-intelligenzlerischen Vorurteile gegenüber dem Handel nicht ausrotten und wenn wir Kommunisten nicht alle Zweige des Handels meistern.

d) Genossen, keine Aufbauarbeit, keine Staatsarbeit, keine Planarbeit ist ohne eine richtige Rechnungsführung denkbar. Eine Rechnungsführung aber ist nicht ohne Statistik denkbar. Ohne Statistik können, wir in der Rechnungsführung keinen Schritt vorwärtskommen. Vor kurzem sagte Rykow auf der Konferenz, dass er in der Periode des Kriegskommunismus im Obersten Volkswirtschaftsrat einen Statistiker hatte, der heute in einer Frage diese Zahlen gab und morgen in der gleichen Frage andere. Leider gibt es bei uns noch immer solche Statistiker. Die Arbeit der Statistiker ist so beschaffen, dass die einzelnen Zweige des Ganzen eine zusammenhängende Kette bilden, und wenn ein Kettenglied verdorben ist, so läuft die ganze Arbeit Gefahr, verdorben zu werden. Im bürgerlichen Staat besitzt der Statistiker ein gewisses Mindestmaß an Berufsehre. Er kann nicht lügen. Er kann eine beliebige politische Überzeugung und Richtung vertreten, was aber Tatsachen, Ziffern betrifft, so würde er sich eher die Zunge abbeißen, als die Unwahrheit zu sagen. Hätten wir nur mehr solcher bürgerlicher Statistiker, Menschen, die Selbstachtung und ein gewisses Mindestmaß an Berufsehre besitzen! Wenn die statistische Arbeit bei uns nicht in dieser Weise organisiert wird, so werden wir in der Aufbauarbeit keinen Schritt vorwärtskommen.

Das gleiche gilt auch für die Rechenschaftslegung. Keine wirtschaftliche Tätigkeit kann ohne Rechenschaftslegung vorankommen. Unsere Buchhalter weisen aber leider nicht immer die elementaren Eigenschaften eines gewöhnlichen bürgerlichen, ehrlichen Buchhalters auf. Ich verbeuge mich vor manchen von ihnen, es gibt unter ihnen ehrliche und der Sache ergebene Mitarbeiter, dass es aber auch räudige Schafe gibt, die nach Belieben eine Abrechnung zusammendichten können und die gefährlicher als Konterrevolutionäre sind - das ist eine Tatsache. Ohne Überwindung dieser Mängel, ohne ihre Beseitigung können wir weder die Wirtschaft des Landes noch seinen Handel vorwärts bringen.

e) Der Prozentsatz der Arbeiter und Kommunisten in den leitenden Organen mancher staatlicher Institutionen ist immer noch minimal und ungenügend. Dieser Mangel springt besonders ins Auge bei den leitenden Institutionen und Auslandsvertretungen der Handelsorgane (Außenhandel, Innenhandel, Syndikate) und bei den Kreditinstitutionen, die gegenwärtig für das Leben und die Entwicklung der Volkswirtschaft und vor allem der Staatsindustrie von entscheidender Bedeutung sind. Die Partei muss alle Maßnahmen treffen, um diese Lücke auszufüllen. Ohne das ist an eine Verwirklichung der wirtschaftspolitischen Direktiven der Partei gar nicht zu denken.

f) Bisher war die Frage der Organisierung und Gestaltung der Truste die wichtigste Frage des wirtschaftlichen Aufbaus. Jetzt, da sich der Schwerpunkt auf das Gebiet des Handels verlagert hat, sind die Fragen der Organisierung gemischter Gesellschaften und Aktiengesellschaften[37] für Innen- und Außenhandel aktuell geworden. Die Praxis hat gezeigt, dass wir zwar die Trustfrage bewältigt haben, dass aber die Arbeit unserer Institutionen in bezug auf die Lösung der Frage der gemischten Gesellschaften und der Aktiengesellschaften auf beiden Beinen hinkt. Es ist eine Tendenz vorhanden, die Organisierung eines Typus von Handelsinstitutionen durchzusetzen, die die Bedeutung der staatlichen Kontrolle auf diesem äußerst wichtigen Gebiet auf ein Minimum beschränken würden. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Partei mit allen Mitteln gegen derartige Tendenzen kämpfen wird.

 

3. Die Verbesserung der Zusammensetzung der Partei im Allgemeinen und ihrer führenden Organe im Besonderen ist weiter fortzusetzen. Auf keinen Fall dürfen die Kader der Partei als etwas in sich Abgeschlossenes betrachtet werden. Die Kader müssen Schritt für Schritt durch Heranziehung junger Parteimitglieder erweitert werden. Die Kader müssen durch junge Parteimitglieder aufgefüllt werden. Ohne das ist das Bestehen der Kader zwecklos.

 

4. Auf dem Gebiet der Agitation:

a) Schlecht ist es um das politische Wissensniveau der Parteimitglieder bestellt (60 Prozent sind politisch ungeschult). Das Lenin -Aufgebot vergrößert den Prozentsatz der politisch Ungeschulten. Eine systematische Arbeit zur Behebung dieses Mangels ist erforderlich. Unsere Aufgabe ist es, diese Sache voranzutreiben.

b) Schlecht ist es um das Kino bestellt. Der Film ist ein Massenagitationsmittel von größter Bedeutung. Unsere Aufgabe ist es, diese Sache in die Hand zu nehmen.

c) Die Presse entwickelt sich, jedoch ungenügend. Unsere Aufgabe ist es, die Auflage der "Krestjanskaja Gaseta"[38] auf eine Million, die Auflage der "Prawda" auf 600000 zu bringen und eine populäre Zeitung für das Lenin -Aufgebot zu schaffen, deren Auflageziffer wenigstens auf eine halbe Million zu bringen ist.

d) Die Wandzeitungen entwickeln sich, jedoch ungenügend. Unsere Aufgabe ist es, die Korrespondenten der Wandzeitungen zu unterstützen und diese Sache voranzutreiben.

e) Schlecht ist es um die Arbeit im Dorfe bestellt. Die Agitation im Dorfe muss hauptsächlich gegenständlich sein und auf der Linie jeglicher Unterstützung der armen Bauern und Mittelbauern, einschließlich der Gewährung von Vorzugskrediten, verlaufen, auf der Linie der Entwicklung der Ansätze von Kollektivwirtschaften (nicht Kommunen) nach der Art der Komitees unbegüterter Bauern[39] in der Ukraine, wo es etwa 5000 Kollektivwirtschaften gibt, auf der Linie der Einbeziehung der Bauernschaft in die Genossenschaften, vor allem in die landwirtschaftlichen Genossenschaften. Als besonders wichtig ist die Aufgabe anzusehen, dass wir uns die Bauernkomitees sichern. Wir dürfen die territorialen Truppenteile[40] nicht vergessen, die für die Agitation im Dorfe von großer Bedeutung sind.

 

5. Auf dem Gebiet der Registrierung, Verteilung und Beförderung der Funktionäre, der Parteimitglieder und der Parteilosen:

a) Die Registrierung ist mehr oder minder in Gang gekommen.

b) Mit der Verteilung sieht es etwas schlechter aus; denn die von Lenin auf dem XI. Parteitag[41] gestellten grundlegenden Aufgaben, die Kräfte entsprechend der neuen, durch die innere Entwicklung bedingten Lage umzugruppieren, sind noch nicht erfüllt. Die nächste Aufgabe, alle und jegliche Handelsorganisationen in größtmöglichem Umfang mit den besten Kräften zu durchsetzen, harrt noch ihrer Lösung.

Im vergangenen Jahr hat die Abteilung für Registrierung und Verteilung eigentlich nur für die Organe des Obersten Volkswirtschaftsrats und des Volkskommissariats für Finanzen, namentlich für dessen Steuerapparat, gearbeitet und vorwiegend diese Organe mit Funktionären versorgt. Jetzt besteht unsere Aufgabe darin, uns auf die Handelsorgane und Kreditinstitutionen einzustellen und sie vorzugsweise, vor anderen Institutionen, mit Funktionären zu versorgen. Es dürften hier wohl etwa 5000 Kommunisten erforderlich sein.

Gleichzeitig besteht unsere Aufgabe darin, die bestehende Methode der Kräfteverteilung durch neue Methoden zu ergänzen: durch die Methode der Freiwilligkeit, durch die Methode des Aufgebots von Freiwilligen zur Organisierung der Arbeit an besonders wichtigen Stellen des Sowjetaufbaus. Diese Methode steht in unmittelbarer Beziehung zur Organisierung einer mustergültigen Arbeit in bestimmten Rayons, ohne die (die Organisierung einer mustergültigen Arbeit) wir unmöglich auskommen können. Der von Lenin in der "Naturalsteuer[42] entwickelte Gedanke einer mustergültigen Arbeit muss verwirklicht werden.

c) Besondere Aufmerksamkeit ist der Beförderung von Funktionären, Parteimitgliedern und Parteilosen, zu widmen. Die Methode, neue Leute nur von oben zu befördern, ist ungenügend. Sie muss durch Methoden einer Beförderung von unten, im Verlauf der praktischen Arbeit, im Verlauf der Heranziehung neuer Kräfte zur praktischen Arbeit, ergänzt werden. In dieser Hinsicht müssen die Produktions-, Betriebs- und Trustkonferenzen bei der Beförderung von Arbeitern auf verantwortliche Posten in den Betrieben und Trusten eine große Rolle spielen. Es müssen Sektionen bei den Abteilungen der Sowjets in den Gouvernements- und Kreisstädten entwickelt und in periodische Beratungen praktischer Natur umgewandelt werden, zu denen sowohl die Mitglieder der Sowjets als auch namentlich Nichtmitglieder, Arbeiter und Arbeiterinnen, Bauern und Bäuerinnen, hinzuzuziehen sind. Nur im Verlauf einer solchen breit angelegten praktischen Arbeit wird man neue Leute aus den Reihen der parteilosen Arbeiter und Bauern aufrücken lassen können. Der mächtige Widerhall, den das Lenin -Aufgebot in den Städten gefunden hat, und die gewachsene politische Aktivität der Bauernschaft zeugen mit aller Deutlichkeit davon, dass dieser Weg der Beförderung große Resultate zeitigen muss.

 

6. Zwei Schlussfolgerungen aus dem Gebiet des inneren Lebens der Partei:

a) Das so genannte "Prinzip" der Erweiterung des ZK der Partei hat sich als richtig erwiesen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Erweiterung des ZK gewaltigen Nutzen gebracht hat, dass die Genossen, die das "Prinzip" der Einengung des ZK vertraten, auf dem falschen Wege waren.

b) Jetzt ist es für alle klar, dass die Opposition, als sie während der Diskussion von einer Zersetzung der Partei sprach, völlig im Unrecht war. Es dürfte sich in unserer Partei wohl kaum eine ernst zu nehmende Organisation finden, die angesichts der Entwicklung des inneren Lebens der Partei und ihres machtvollen Wachstums nicht sagen würde, dass die Leute, die noch vor kurzem von einem Untergang unserer Partei geunkt haben, die Partei in Wirklichkeit nicht kannten, der Partei fern standen und stark an Leute erinnerten, die man Fremdlinge in der Partei nennen sollte.

Das Fazit: Unsere Partei wächst, sie schreitet vorwärts, sie lernt verwalten, sie wird zum autoritativsten Organ der Arbeiterklasse. Das Lenin -Aufgebot ist der direkte Beweis dafür. (Lang anhaltender Beifall.)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis