"Stalin"

Werke

Band 7

ZU DEN ERGEBNISSEN DER ARBEITEN DER
XIV. KONFERENZ DER KPR(B)

VI
ÜBER DIE METALLINDUSTRIE

Ich gehe zur letzten Gruppe der auf der XIV. Konferenz unserer Partei behandelten Fragen über.

Worin besteht das Neue und Besondere in der Leitung unserer Wirtschaft?

Es besteht darin, dass unsere Wirtschaftspläne hinter der tatsächlichen Entwicklung unserer Wirtschaft zurückzubleiben beginnen, dass sie sich als unzureichend erweisen und durchweg nicht mit dem tatsächlichen Wachstum der Wirtschaft Schritt halten.

Diese Tatsache kommt unter anderem in unserem Staatshaushalt krass zum Ausdruck. Sie wissen, dass wir infolge des raschen Steigens der Einkünfte unseres Haushalts, das in unseren Voranschlägen nicht vorgesehen war, unsern Staatshaushalt im Verlauf eines halben Jahres dreimal ändern mussten. Mit anderen Worten, unsere Voranschläge und unsere Haushaltspläne sind hinter dem Anwachsen der Staatseinkünfte zurückgeblieben, so dass sich in der Staatskasse Überschüsse gebildet haben. Das bedeutet, dass die Säfte, die das Wirtschaftsleben unseres Landes nähren, mit unbändiger Kraft empor drängen und alle und jegliche wissenschaftlichen Pläne unserer Finanzspezialisten über den Haufen werfen. Das bedeutet, dass wir einen nicht geringeren, wenn nicht noch mächtigeren Arbeitsaufschwung in der Wirtschaft erleben, als es zum Beispiel in Amerika nach dem Bürgerkrieg der Fall war.

Diese neue Erscheinung im Leben unserer Wirtschaft kommt wohl am markantesten im Wachstum unserer Metallindustrie zum Ausdruck. Im vorigen Jahr hatte die Produktion der Metallindustrie einen Wert von 191 Millionen Vorkriegsrubel. Im November vorigen Jahres wurde der Plan für das Wirtschaftsjahr 1924/25 mit 273 Millionen Vorkriegsrubel festgesetzt. Im Januar dieses Jahres wurde dieser Plan abgeändert, da er dem Tempo des tatsächlichen Wachstums der Metallindustrie nicht entsprach, und auf die Summe von 317 Millionen erhöht. Im April dieses Jahres erwies sich dieser erweiterte Plan wiederum als unzureichend, so dass er auf 350 Millionen erhöht werden musste. Jetzt sagt man uns, dass auch dieser Plan sich als unzureichend erwiesen hat, denn er wird noch weiter, auf 360 bis 370 Millionen erhöht werden müssen.

Mit anderen Worten: Die Produktion der Metallindustrie hat sich in diesem Jahr im Vergleich zur vorjährigen Produktion fast verdoppelt. Ich spreche schon gar nicht von dem kolossalen Wachstum unserer Leichtindustrie, von der Entwicklung des Verkehrswesens, der Brennstoffindustrie usw.

Wovon zeugt dies alles? Davon, dass wir hinsichtlich des Ingangbringens unserer Industrie, die die Hauptbasis des Sozialismus darstellt, bereits die breite Straße der Entwicklung betreten haben. Was die Metallindustrie anbelangt, die die Haupttriebfeder der gesamten Industrie überhaupt ist, so haben wir den toten Punkt überwunden, und unsere Metallindustrie hat alle Aussichten, einen Aufschwung zu nehmen, zu voller Blüte zu gelangen. Genosse Dzierzynski hat Recht, wenn er sagt, dass unser Land ein Land des Metalls werden kann und muss.

Es bedarf wohl kaum eines Beweises, dass diese Tatsache sowohl für die innere Entwicklung unseres Landes als auch für die internationale Revolution von gewaltiger Bedeutung ist.

Es steht außer Zweifel, dass, vom Standpunkt der inneren Entwicklung aus gesehen, die Entwicklung unserer Metallindustrie, ihr Wachstum von kolossaler Bedeutung ist, da sie ein Wachstum unserer gesamten Industrie und unserer gesamten Wirtschaft bedeutet, da die Metallindustrie die Hauptbasis der Industrie überhaupt darstellt, da weder die Leichtindustrie noch das Verkehrswesen, noch die Brennstoffindustrie, noch die Elektrifizierung, noch die Landwirtschaft in die Höhe gebracht werden können ohne eine mächtige Entfaltung der Metallindustrie. Das Wachstum der Metallindustrie ist die Grundlage des Wachstums der gesamten Industrie und der Volkswirtschaft überhaupt.

Folgendes sagt Lenin über die „Schwerindustrie”, wobei er unter Schwerindustrie hauptsächlich die Metallindustrie versteht:

„Die Rettung für Rußland ist nicht nur eine gute Ernte in der Bauernwirtschaft - das ist zuwenig - und nicht nur ein guter Zustand der Leichtindustrie, die der Bauernschaft Gebrauchsgegenstände liefert - das ist ebenfalls zu-wenig - wir brauchen auch eine Schwerindustrie. Aber um sie auf einen guten Stand zu bringen, dazu bedarf es der Arbeit vieler Jahre.“

Und weiter:

„Ohne Rettung der Schwerindustrie, ohne ihre Wiederherstellung können wir keinerlei Industrie aufbauen, ohne diese aber werden wir überhaupt als selbständiges Land zugrunde gehen.” (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 33, S. 388/389 [deutsch in „Ausgewählte Werke” in zwei Bänden, Bd. II, S.972].)

Was die internationale Bedeutung der Entwicklung unserer Metallindustrie anbelangt, so ist sie, man kann sagen, unermesslich. Denn was bedeutet das stürmische Wachstum der Metallindustrie unter der Diktatur des Proletariats anderes als den direkten Beweis dafür, dass das Proletariat fähig ist, nicht nur das Alte zu zerstören, sondern auch Neues zu erbauen, dass es fähig ist, aus eigener Kraft eine neue Industrie und eine neue Gesellschaft aufzubauen, eine Gesellschaft, die frei ist von der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen? Und das in der Praxis und nicht durch Bücher zu beweisen, heißt, die Sache der internationalen Revolution sicher und endgültig voranzutreiben. Die Pilgerfahrten der westeuropäischen Arbeiter in unser Land sind kein Zufall. Sie haben eine überragende agitatorische und praktische Bedeutung für die Entwicklung der revolutionären Bewegung in der ganzen Welt. Der Umstand, dass Arbeiter zu uns kommen und bei uns in den Fabriken und Werken jeden Winkel durchforschen - dieser Umstand zeugt davon, dass sie den Büchern nicht glauben und sich durch eigene Erfahrung von der Fähigkeit des Proletariats, eine neue Industrie aufzubauen, eine neue Gesellschaft zu schaffen, überzeugen wollen. Und wenn sie sich davon überzeugt haben werden, dann wird, dessen können Sie sicher sein, die Sache der internationalen Revolution mit Siebenmeilenstiefeln voranschreiten.

„Jetzt wirken wir auf die internationale Revolution”, sagt Lenin , „hauptsächlich durch unsere Wirtschaftspolitik ein. Auf die Russische Sowjetrepublik sind die Augen aller gerichtet, aller Werktätigen in allen Ländern der Welt ohne jede Ausnahme und ohne jede Übertreibung... Der Kampf ist im Weltmaßstab auf dieses Gebiet übertragen. Lösen wir diese Aufgabe, dann haben wir im internationalen Maßstab bestimmt und endgültig gewonnen. Deshalb erlangen die Fragen des wirtschaftlichen Aufbaus für uns eine ganz außerordentliche Bedeutung. An dieser Front müssen wir durch eine langsame, allmähliche - rasch geht es nicht -, aber stetige Steigerung und Vorwärtsbewegung den Sieg davontragen." (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 32, S.413, russ.)

Darin liegt die internationale Bedeutung des Wachstums unserer Industrie überhaupt und der Metallindustrie im Besonderen.

Wir haben heute etwa 4 Millionen Industrieproletarier. Das ist natürlich wenig, aber immerhin etwas, um am Sozialismus zu bauen und die Verteidigung unseres Landes aufzubauen zum Schrecken aller Feinde des Proletariats. Wir können und wir dürfen aber dabei nicht stehen bleiben. Wir brauchen 15 bis 20 Millionen Industrieproletarier, wir brauchen die Elektrifizierung der wichtigsten Gebiete unseres Landes, eine genossenschaftlich organisierte Landwirtschaft und eine hoch entwickelte Metallindustrie. Und dann werden wir uns vor keiner Gefahr zu fürchten haben. Dann werden wir im internationalen Maßstab siegen.

Die historische Bedeutung der XIV. Konferenz besteht gerade darin, dass sie den Weg zu diesem großen Ziel klar vorgezeichnet hat.

Und dieser Weg ist der richtige Weg, denn er ist der Weg Lenin s, der uns zum endgültigen Siege führt.

Das sind im Allgemeinen die Ergebnisse der Arbeiten der XIV. Konferenz unserer Partei.

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