"Stalin"

Werke

Band 7

DER XIV. PARTEITAG DER KPdSU(B)[50]

18.-31. Dezember 1925

POLITISCHER RECHENSCHAFTSBERICHT
DES ZENTRALKOMITEES

18. Dezember

III
DIE PARTEI

Ich komme zur Frage der Partei. Die Partei behandle ich nicht etwa deshalb am Ende meines Berichts, weil sie ihrem spezifischen Gewicht nach der letzte Faktor unter allen unseren Entwicklungsfaktoren wäre. Nein, keineswegs. Der Grund ist vielmehr der, dass die Partei unser ganzes Werk krönt.

Ich sprach von den Erfolgen der Diktatur des Proletariats auf dem Gebiet der Außen- und Innenpolitik, auf dem Gebiet des außenpolitischen Manövrierens, unter den Verhältnissen der kapitalistischen Umkreisung, und auf dem Gebiet des sozialistischen Aufbaus innerhalb des Landes. Aber diese Erfolge wären unmöglich gewesen, wenn unsere Partei ihren Aufgaben nicht gewachsen gewesen wäre, wenn sie sich nicht entwickelt und gekräftigt hätte. Die Partei als führende Kraft ist in dieser Hinsicht von unermesslicher Bedeutung. Die Verwirklichung der Diktatur des Proletariats geschieht nicht im Selbstlauf, sondern vor allem durch die Kräfte der Partei und unter ihrer Führung. Ohne die Führung durch die Partei wäre die Diktatur des Proletariats in der heutigen Situation kapitalistischer Umkreisung unmöglich. Es genügt, die Partei nur ein wenig ins Wanken zu bringen, sie zu schwächen, und sofort wird auch die Diktatur des Proletariats ins Wanken geraten und geschwächt werden. Dadurch eben erklärt es sich, dass die Bourgeois aller Länder mit heller Wut von unserer Partei sprechen.

Ich will damit keineswegs sagen, dass unsere Partei mit dem Staat identisch sei. Ganz und gar nicht. Die Partei ist die führende Kraft in unserem Staat. Es wäre jedoch dumm, aus diesem Grunde zu behaupten, wie das einige Genossen tun, das Politbüro sei das höchste Organ im Staate. Das ist nicht wahr. Das ist eine Konfusion, die nur Wasser auf die Mühle unserer Feinde leitet. Das Politbüro ist das höchste Organ nicht des Staates, sondern der Partei, die Partei aber ist die höchste führende Kraft des Staates. Das ZK und das Politbüro sind Organe der Partei. Ich will die Staatsbehörden nicht mit der Partei identifizieren. Ich will nur sagen, dass in allen grundlegenden Fragen unserer Innen- und Außenpolitik der Partei die führende Rolle gehörte. Und nur deshalb hatten wir in unserer Innen- und Außenpolitik Erfolge. Deshalb ist die Frage nach der Zusammensetzung unserer Partei, nach ihrem ideologischen Niveau, nach den Kadern der Partei, nach der Fähigkeit der Partei, bei der Behandlung der Wirtschaftsprobleme des Sowjetaufbaus die Führung auszuüben, nach ihrem Gewicht in der Arbeiterklasse und der Bauernschaft und schließlich nach dem inneren Zustand der Partei überhaupt eine grundlegende Frage unserer Politik.

Zunächst über die Zusammensetzung der Partei. Am 1. April 1924 hatte die Partei ohne das Lenin -Aufgebot insgesamt 446000 Mitglieder und Kandidaten. Davon waren 196000, d. h. 44 Prozent Arbeiter, 128000, d. h. 28,8 Prozent Bauern, 121000, d. h. 27,2 Prozent Angestellte und sonstige Mitglieder. Am 1. Juli 1925 zählte die Partei statt 446000 bereits 911000 Mitglieder und Kandidaten, davon 534000, d. h. 58,6 Prozent Arbeiter, 216000, d. h. 23,8 Prozent Bauern, 160000, d. h. 17,6 Prozent Angestellte und sonstige Mitglieder. Am 1. November 1925 hatten wir 1025000 Kommunisten.

Zu welchem Prozentsatz ist die Arbeiterklasse (die gesamte Arbeiterklasse gerechnet) in unserer Partei organisiert? Auf dem XIII. Parteitag sagte ich in meinem organisatorischen Bericht, dass wir (die Landarbeiter mitgerechnet) insgesamt 4100000 Arbeiter haben. Ich rechnete die Arbeiter der Kleinindustrie damals nicht mit, die zahlenmäßig nicht erfasst werden konnten, weil die Sozialversicherung damals noch nicht ausgebaut war und die Statistik sich damit nicht befasste. Ich gab damals die Zahlen vom Januar 1924 an. In der Folgezeit, als es möglich wurde, die in der Kleinindustrie beschäftigten Arbeiter statistisch zu erfassen, zeigte es sich, dass wir am 1. Juli 1924 insgesamt 5500000 Arbeiter hatten, die Landarbeiter eingerechnet. Von ihnen waren in der Partei 390000, das heißt 7 Prozent der gesamten Arbeiterklasse. Am 1. Juli 1925 gab es 6500000 Arbeiter, von denen der Partei 534000, das heißt 8 Prozent der gesamten Arbeiterklasse, angehörten. Am 1. Oktober 1925 hatten wir in der Landwirtschaft und in der Industrie - Klein-, Mittel- und Großbetriebe zusammengerechnet - 7 Millionen Arbeiter. Von ihnen waren in der Partei 570000, das heißt 8 Prozent, organisiert.

Ich sage das alles, um zu zeigen, wie unvernünftig es ist, davon zu sprechen, man könnte in ein oder zwei Jahren erreichen, dass 90 Prozent der gesamten Arbeiterklasse des Landes in der Partei organisiert wären.

Untersuchen wir jetzt den Anteil der in der KPR(B) organisierten Arbeiter an der gesamten Arbeiterschaft der Großindustrie. Die Zahl der ständigen Arbeiter (ohne Saisonarbeiter) in der Großindustrie, sowohl der staatlichen als auch der nichtstaatlichen, die Rüstungsindustrie, die Haupteisenbahnwerkstätten und die wichtigsten Depots mit eingerechnet - die Zahl der Arbeiter in allen diesen Zweigen belief sich am 1. Januar 1924 auf 1605000. In unserer Partei gab es damals 196000 Arbeiter. Das waren 12 Prozent der gesamten Arbeiterschaft der Großindustrie. Nehmen wir nun die in der Partei organisierten Arbeiter von der Werkbank und bestimmen wir ihr prozentuelles Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeiter in der Großindustrie, so sehen wir, dass am 1. Januar in der Partei 83000 Arbeiter von der Werkbank waren - 5 Prozent aller in der Großindustrie beschäftigten Arbeiter. Alle diese Zahlen beziehen sich auf den 1. Januar 1924. Am 1. Juni 1924 waren 1780000 Arbeiter in der Großindustrie beschäftigt; der Partei gehörten damals 389000 Arbeiter an, das heißt 21,8 Prozent aller in der Großindustrie beschäftigten Arbeiter. Arbeiter von der Werkbank gab es in der Partei 267000, das heißt 15 Prozent aller in der Großindustrie beschäftigten Arbeiter. Am 1. Januar 1925 gab es in der Großindustrie 1845000 Arbeiter; die Zahl der in unserer Partei organisierten Arbeiter überhaupt, sowohl derer, die an der Werkbank stehen, als auch der anderen, belief sich auf 429000, das heißt 23,2 Prozent aller in der Großindustrie beschäftigten Arbeiter; Arbeiter von der Werkbank gab es damals in der Partei 302000, das heißt 16,3 Prozent der gesamten Arbeiterschaft der Großindustrie. Am 1. Juli 1925 gab es in der Großindustrie 2094000 Arbeiter; in der Partei waren 534000, das heißt 25,5 Prozent der Arbeiter; unmittelbar an der Maschine stehende Arbeiter gab es 383000, das heißt 18,2 Prozent der gesamten Arbeiterschaft der Großindustrie.

Während also, was die gesamte Arbeiterklasse betrifft, die Zahl der in der Partei organisierten Arbeiter im Verhältnis zur gesamten Arbeiterschaft langsamer zunimmt als die Zahl der Arbeiter überhaupt, so sehen Sie hier, in der Großindustrie, das umgekehrte Bild: Der Prozentsatz der in der Partei organisierten Arbeiter nimmt schneller zu als die Zahl der in der Großindustrie beschäftigten Arbeiter selbst. Das muss hervorgehoben werden, damit wir uns vor Augen halten, wie unsere Partei aussieht, wenn wir von ihrem Arbeiterkern sprechen: es sind dies hauptsächlich Arbeiter der Großindustrie.

Können wir jetzt, wo wir das alles vor Augen haben, daran denken, binnen eines Jahres den Anteil der Arbeiter von der Werkbank in der Partei bis auf 90 Prozent der Mitgliedschaft zu steigern? Nein, das können wir nicht, weil wir nicht in Phantasterei verfallen wollen. Denn wenn wir jetzt 380000 Arbeiter von der Werkbank in der Partei haben, so müsste man die Zahl der Parteimitglieder binnen eines Jahres auf 7 Millionen erhöhen, damit alle übrigen Parteimitglieder, also rund 700000, die nicht an der Werkbank stehen, nur noch 10 Prozent der Parteimitgliedschaft ausmachen. Die Genossen haben sich hier einfach vergaloppiert und sind mit ihren 90 Prozent aufgesessen.

Wächst nun das Gewicht der Partei in der Arbeiterklasse? Es lohnt sich kaum, diese ganz offenkundige Wahrheit erst noch zu beweisen. Sie wissen, dass unsere Partei dem Wesen der Sache nach ein gewähltes Organ der Arbeiterklasse ist. Wir haben in dieser Hinsicht erreicht, was noch keine Partei der Welt erreicht hat. Schon diese Tatsache allein zeugt davon, dass das Gewicht unserer Partei in den Reihen der Arbeiterklasse unermesslich groß ist und dass unsere Partei eine Monopolstellung innerhalb der Arbeiterklasse einnimmt.

Was das Gewicht unserer Partei im Dorfe anbelangt, so ist es hier ziemlich schlecht bestellt. Zur Zeit des XIII. Parteitags gab es 53 Millionen Landbewohner im Alter von 18 bis 60 Jahren, zur Zeit des XIV. Parteitags etwas über 54 Millionen. Dagegen zählten die Dorfzellen zur Zeit des XIII. Parteitags 136000 Kommunisten, das heißt 0,26 Prozent der gesamten erwachsenen Landbevölkerung, und zur Zeit des XIV. Parteitags beläuft sich die Zahl der Bauern in der Partei auf 202000, das heißt auf 0,37 Prozent. Unsere Partei wächst im Dorfe furchtbar langsam. Ich will nicht sagen, dass sie mit Siebenmeilenschritten vorankommen soll, aber dieser Prozentsatz von Bauern in unserer Partei ist dennoch ganz unbedeutend. Unsere Partei ist eine Arbeiterpartei. Die Arbeiter werden in ihr immer überwiegen. Darin kommt zum Ausdruck, dass bei uns die Diktatur des Proletariats besteht. Aber klar ist auch, dass die Diktatur des Proletariats unmöglich ist ohne das Bündnis mit der Bauernschaft, dass ein gewisser Prozentsatz der besten Vertreter der Bauernschaft innerhalb unserer Partei den für die Partei notwendigen Rückhalt im Dorfe bildet. Mit dieser Seite der Sache ist es einstweilen nicht allzu gut bestellt.

Ferner muss ich hervorheben, dass das ideologische Niveau unserer Partei allgemein gestiegen ist. Über die organisatorische Seite wird Ihnen Genosse Molotow Bericht erstatten, ich will deshalb auf diese Frage nicht eingehen; eins aber muss ich bemerken, dass nämlich das ideologische Niveau unserer führenden Kader, der jungen wie der alten, allen Anzeichen zufolge bedeutend gestiegen ist. Als Beispiel dafür könnte man die Diskussion nehmen, die wir im vorigen Jahr mit dem Trotzkismus hatten. Es handelte sich, wie Sie wissen, um eine Revision des Lenin ismus, um einen Wechsel in der Parteiführung, sozusagen im Vorbeigehen. Wie geschlossen die Partei dieser parteifeindlichen Welle begegnete, weiß ein jeder. Was besagt das? Das besagt, dass die Partei gewachsen ist. Ihre Kader sind erstarkt, sie fürchtet keine Diskussion. Jetzt sind wir leider in die Periode einer neuen Diskussion eingetreten. Ich bin überzeugt, dass die Partei auch diese Diskussion rasch überwinden wird und dass nichts Besonderes passieren kann. (Zurufe: „Sehr richtig!” Beifall.) Um den Ereignissen nicht vorauszueilen und niemand zu reizen, will ich im Augenblick nicht grundsätzlich darauf eingehen, wie sich die Genossen Lenin grader auf ihrer Konferenz verhalten und wie die Moskauer Genossen darauf reagiert haben. Ich glaube, dass die Delegierten darüber selbst sprechen werden, und ich werde dann in meinem Schlusswort das Fazit ziehen.

Ich komme zum Schluss meines Berichts.

Ich sprach von unserer Außenpolitik, von jenen Gegensätzen, die die kapitalistische Welt zerfressen. Ich sagte, dass diese Gegensätze nur durch die Arbeiterrevolution im Westen überwunden werden können.

Ich sprach ferner über jene Gegensätze, die den Rahmen für unsere Beziehungen, die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den kapitalistischen Staaten, abgeben. Ich sprach darüber, dass sie, diese Staaten, bestrebt sein werden, unser Land in ein Anhängsel des kapitalistischen Systems zu verwandeln, dass sie bestrebt sein werden, uns einer Intervention zu unterwerfen; wir aber werden ihnen eine Abfuhr erteilen, wobei wir darauf rechnen, dass die Arbeiterklasse des Westens uns mit allen Mitteln unterstützen wird, besonders nachdem Arbeiter des Westens uns immer häufiger besuchen und sich mit uns verbrüdern. Hierbei rechnen wir darauf, dass diese Verbrüderung den Kapitalisten teuer zu stehen kommen wird. Diese Gegensätze werden von uns ebenfalls überwunden. In letzter Instanz aber können wir die Gegensätze, die zwischen der Welt des Kapitalismus und der Welt des Sozialismus auf äußerem Gebiet bestehen, nicht aus eigener Kraft allein überwinden, dazu brauchen wir die Hilfe der siegreichen proletarischen Revolution in einer Reihe von Ländern.

Ich sprach ferner über die Gegensätze innerhalb unseres Landes, zwischen den kapitalistischen und den sozialistischen Elementen. Ich sagte, dass wir diese Gegensätze aus eigener Kraft überwinden können. Wer nicht daran glaubt, der ist ein Liquidator, der glaubt nicht an den sozialistischen Aufbau. Wir werden diese Gegensätze überwinden, wir sind bereits dabei, sie zu überwinden. Natürlich ist es um so besser, je schneller Hilfe aus dem Westen kommt, denn desto rascher werden wir diese Gegensätze überwinden, um dem Privatkapital den Rest zu geben und den vollen Sieg des Sozialismus zu erringen, die vollendete sozialistische Gesellschaft bei uns zu errichten. Aber auch ohne Hilfe von auswärts werden wir den Kopf nicht hängen lassen, werden wir nicht Zeter schreien, unsere Arbeit nicht hinwerfen (Beifall) und bei Schwierigkeiten nicht verzagen. Wer müde geworden ist, wen die Schwierigkeiten schrecken, wer den Kopf verliert, der möge denen Platz machen, die Mut und Festigkeit bewahrt haben! (Beifall.) Wir gehören nicht zu denen, die Schwierigkeiten schrecken. Dafür sind wir Bolschewiki, dafür sind wir in Lenin s Schule gestählt worden, um Schwierigkeiten nicht auszuweichen, sondern ihnen entgegenzutreten und sie zu überwinden. (Zurufe: „Sehr richtig!” Beifall.)

Ich sprach ferner, Genossen, über die Erfolge und über die Fehler unserer Partei. Solche Fehler gab es nicht wenige. Sowohl im Außenhandel als auch bei der Getreideaufbringung und ebenso auf einigen anderen Arbeitsgebieten hat es nicht wenig Fehler gegeben. Iljitsch hat uns gelehrt, nicht überheblich zu werden. Wir werden nicht überheblich werden. Es wurden nicht wenig Fehler gemacht. Aber wir haben auch Erfolge zu verzeichnen. Wie dem auch sein mag, eins haben wir erreicht, wir haben etwas erreicht, was uns niemand nehmen kann. Nämlich, dass wir durch unsere umfassende Aufbauarbeit, durch unseren bolschewistischen Ansturm an der Wirtschaftsfront, durch die Erfolge, die wir hier erzielten, der ganzen Welt gezeigt haben, dass Arbeiter, die die Macht erobert haben, es verstehen, nicht nur den Kapitalismus zu schlagen, nicht nur zu zerstören, sondern auch eine neue Gesellschaft, den Sozialismus, aufzubauen. Diese Errungenschaft, die darin besteht, dass wir diese Wahrheit greifbar vor Augen geführt haben, kann uns niemand nehmen. Das ist unter allen unseren bisherigen Errungenschaften die größte, und sie hat uns am meisten Mühe gekostet. Denn wir haben der Arbeiterklasse des Westens und den unterdrückten Völkern des Ostens gezeigt, dass die Arbeiter, die bisher in der Geschichte nur für die Herren zu arbeiten verstanden, während die Herren regierten, dass diese Arbeiter, nachdem sie die Macht erobert haben, sich als fähig erwiesen, ein großes Land zu regieren und unter den schwierigsten Bedingungen am Sozialismus zu bauen.

Was ist erforderlich, damit die Proletarier des Westens siegen können? Vor allem Glauben an die eigene Kraft, das Bewusstsein, dass die Arbeiterklasse ohne die Bourgeoisie auskommen kann, dass die Arbeiter-klasse fähig ist, nicht nur das Alte niederzureißen, sondern auch Neues zu erbauen, den Sozialismus zu errichten. Die ganze Arbeit der Sozialdemokratie besteht darin, den Arbeitern Skeptizismus, Unglauben an die eigene Kraft, Unglauben an die Möglichkeit einzuflößen, mittels Gewalt den Sieg über die Bourgeoisie zu erringen. Der Sinn unserer ganzen Arbeit, unseres ganzen Aufbaus besteht darin, dass diese Arbeit und dieser Aufbau die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder von der Fähigkeit der Arbeiterklasse überzeugen, ohne die Bourgeoisie auszukommen und aus eigener Kraft die neue Gesellschaft aufzubauen.

Die Pilgerfahrten der Arbeiter in unser Land, die Tatsache, dass die Arbeiterdelegationen, die unser Land besuchen, jeden Winkel in unserem Aufbauwerk durchforschen und bestrebt sind, die Erfolge unserer Aufbauarbeit mit eigenen Augen zu sehen - all dies zeigt, dass die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder, der Sozialdemokratie zum Trotz, bereits beginnt, an ihre eigene Kraft zu glauben und an die Fähigkeit der Arbeiter-klasse, auf den Trümmern des Alten die neue Gesellschaft aufzubauen.

Ich will nicht sagen, dass wir im Berichtsjahr viel erreicht hätten, aber eins muss man dennoch anerkennen, und zwar: Wir haben durch die Erfolge unserer sozialistischen Aufbauarbeit gezeigt und bewiesen, dass die Arbeiterklasse, nachdem sie die Bourgeoisie gestürzt und die Macht in die eigenen Hände genommen hat, fähig ist, die kapitalistische Gesellschaft auf der Grundlage des Sozialismus umzugestalten. Das haben wir erreicht, und das kann uns niemand nehmen, trotz alledem. Und das ist ein unschätzbarer Erfolg. Denn was heißt es, diesen Erfolg zu erringen? Es heißt, den Arbeitern der kapitalistischen Länder den Glauben an die eigene Kraft, den Glauben an ihren Sieg zu geben. Es heißt, ihnen eine neue Waffe gegen die Bourgeoisie in die Hand zu geben. Dass sie diese Waffe ergreifen und bereit sind, sie zu gebrauchen, geht schon daraus hervor, dass die Pilgerfahrten der Arbeiter in unser Land nicht aufhören, sondern häufiger werden. Wenn aber die Arbeiter der kapitalistischen Länder erst einmal vom Glauben an die eigene Kraft durchdrungen sind, dann, davon können Sie überzeugt sein, wird das der Anfang vom Ende des Kapitalismus und das sicherste Anzeichen für den Sieg der proletarischen Revolution sein.

Deshalb glaube ich, dass wir nicht umsonst am Aufbau des Sozialismus arbeiten. Deshalb glaube ich, dass wir bei diesem Werk im internationalen Maßstab siegen müssen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall. Der ganze Parteitag erhebt sich zu einer Ovation.)

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