"Stalin"

Werke

Band 8

ÜBER DEN KAMPF GEGEN DIE RECHTEN UND
„ULTRALINKEN” ABWEICHUNGEN

Zwei Reden in der Sitzung des Präsidiums des EKKI
22. Januar 1926

I

Ich denke, dass Hansen und Ruth Fischer auf einem falschen Standpunkt stehen. Sie fordern, dass der Kampf gegen die Rechten und die „Ultralinken”, sozusagen der Gerechtigkeit halber, immer und überall, unter allen Umständen mit der gleichen Schlagkraft geführt werde. Dieser Standpunkt, dass die Schläge gegen die Rechten und die „Ultralinken” unter allen Umständen und in jeder Situation der Gerechtigkeit halber gleichmäßig verteilt werden müssen, ist ein kindischer Standpunkt. So kann ein Politiker die Frage nicht stellen. Die Frage des Kampfes gegen die Rechten und die „Ultralinken” darf man nicht unter dem Gesichtswinkel der Gerechtigkeit betrachten, sie muss unter dem Gesichtswinkel der Erfordernisse des politischen Augenblicks, unter dem Gesichtswinkel der politischen Bedürfnisse der Partei in jedem gegebenen Augenblick betrachtet werden. Warum ist in der französischen Partei der Kampf gegen die Rechten gegenwärtig die dringlichste aktuelle Aufgabe, während in der deutschen Kommunistischen Partei die aktuelle Aufgabe der Kampf gegen die „Ultralinken” ist? Weil die Lage in der deutschen und der französischen Kommunistischen Partei nicht die gleiche ist. Weil die politischen Bedürfnisse dieser zwei Parteien im gegebenen Augenblick verschieden sind.

Deutschland ist erst vor kurzem aus einer tiefen revolutionären Krise[1] hervorgegangen, in der die Partei den Kampf mit der Methode des direkten Angriffs führte. Jetzt macht die deutsche Kommunistische Partei eine Periode des Kräftesammelns und der Vorbereitung der Massen auf die künftigen entscheidenden Kämpfe durch. Zur Erreichung der alten Ziele unter neuen Verhältnissen taugt die Methode des direkten Angriffs jetzt bereits nicht mehr. Jetzt ist erforderlich, dass die deutsche Kommunistische Partei zur Methode der Umgehungsbewegungen übergeht, mit dem Ziel, die Mehrheit der Arbeiterklasse in Deutschland zu gewinnen. Es ist nur natürlich, dass sich unter solchen Verhältnissen in Deutschland eine Gruppe „Ultralinker” gefunden hat, die, in schülerhafter Weise alte Losungen wiederholend, es nicht verstanden hat oder nicht willens ist, sich den neuen Kampfbedingungen, die neue Arbeitsmethoden erfordern, anzupassen. Daher die „Ultralinken”, die die Partei durch ihre Politik daran hindern, sich den neuen Kampfbedingungen anzupassen und sich den Weg zu den breiten Massen des deutschen Proletariats zu erschließen. Entweder bricht die deutsche Kommunistische Partei den Widerstand der „Ultralinken”, und dann wird sie den breiten Weg der Gewinnung der Mehrheit der Arbeiterklasse beschreiten, oder aber sie tut dies nicht, und dann wird sie die gegenwärtige Krise in eine chronische und für die Partei verderbliche Krise verwandeln. Daher der Kampf gegen die „Ultralinken” in der deutschen Kommunistischen Partei, als die aktuelle Aufgabe der Partei.

In Frankreich haben wir eine andere Lage. Dort hat es noch keine tiefe revolutionäre Krise gegeben. Dort wurde der Kampf im Rahmen der Legalität, mit ihren ausschließlich oder fast ausschließlich legalen Kampfmethoden, geführt. Jetzt aber macht sich in Frankreich eine Krise bemerkbar. Ich denke an den Krieg in Marokko und in Syrien sowie an die finanziellen Schwierigkeiten Frankreichs[2]. Wie tief diese Krise geht, lässt sich noch schwer sagen, dennoch aber ist es eine Krise, die von der Partei die Verbindung legaler und illegaler Kampfbedingungen erfordert, die von der Partei ein Höchstmaß an Bolschewisierung erfordert. Es ist nur natürlich, dass sich unter solchen Verhältnissen in der französischen Partei eine Gruppe gefunden hat - ich meine die Gruppe der Rechten -, die es nicht verstanden hat oder nicht willens ist, sich den neuen Kampfbedingungen anzupassen, und die mechanisch weiterhin auf den alten Kampfmethoden als den einzig richtigen beharrt. Dieser Umstand muss natürlich die Bolschewisierung der französischen Kommunistischen Partei hemmen. Daher die rechte Gefahr in der französischen Kommunistischen Partei, als die aktuelle Gefahr. Daher die Aufgabe, gegen die rechte Gefahr zu kämpfen, als die dringlichste Aufgabe der französischen Kommunistischen Partei.

Einige Beispiele aus der Geschichte der KPdSU(B). Nach der Revolution von 1905 hatte sich bei uns in der Partei ebenfalls eine „ultralinke” Gruppe mit dem Namen „Otsowisten” gebildet, die es nicht verstand oder nicht willens war, sich den neuen Kampfbedingungen anzupassen und die die Methode der Ausnutzung der legalen Möglichkeiten (Duma, Arbeiterklubs, Versicherungskassen u. a.) nicht anerkannte. Es ist bekannt, dass Lenin einen entschiedenen Kampf gegen diese Gruppe führte und dass es der Partei gelang, den richtigen Weg zu beschreiten, nachdem sie diese Gruppe überwunden hatte. Dasselbe war bei uns nach der Revolution von 1917 der Fall, als eine „ultralinke” Gruppe[3] gegen den Brester Frieden auftrat. Es ist bekannt, dass auch diese Gruppe von unserer Partei, mit Lenin an der Spitze, zerschlagen wurde.

Was besagen alle diese Tatsachen? Sie besagen, dass die Frage des Kampfes gegen die Rechten und die „Ultralinken” nicht abstrakt gestellt werden darf, sondern dass sie konkret, je nach den politischen Verhältnissen, gestellt werden muss.

Ist es ein Zufall, dass die Franzosen dem Präsidium des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale eine Resolution gegen die rechten Elemente ihrer Partei vorlegen, die Deutschen aber eine Resolution gegen die „Ultralinken”? Natürlich ist das kein Zufall. Wo es schmerzt, da greift man hin.

Darum ist der Standpunkt, dass die Schläge gegen die Rechten und die „Ultralinken” der Gerechtigkeit halber gleichmäßig verteilt werden müssen, unhaltbar.

Gerade deshalb würde ich vorschlagen, im Entwurf der Resolution über die „Ultralinken” in Deutschland den Satz zu streichen, in dem es heißt, dass in der deutschen Kommunistischen Partei der Kampf in gleicher Weise sowohl gegen die Redeten als auch gegen die „Ultralinken” zugespitzt werden muss. Ich schlage vor, diesen Satz aus dem gleichen Grunde zu streichen, aus dem der Satz über die Zuspitzung des Kampfes gegen die „Ultralinken” aus der Resolution über die Rechten in der französischen Kommunistischen Partei gestrichen wurde. Dass man gegen die Rechten und die „Ultralinken” immer und überall kämpfen muss, ist absolut richtig. Aber nicht hierum geht es jetzt, sondern darum, worauf gegenwärtig die Frage in Frankreich einerseits und in Deutschland anderseits zugespitzt werden soll. Ich glaube, dass in der französischen Kommunistischen Partei die Frage auf den Kampf gegen die Rechten zugespitzt werden muss, denn dies erfordert im gegenwärtigen Augenblick die politische Notwendigkeit; in der deutschen Kommunistischen Partei hingegen muss die Frage auf den Kampf gegen die „Ultralinken” zugespitzt werden, da dies im gegenwärtigen Augenblick die politischen Bedürfnisse der deutschen Kommunistischen Partei erfordern.

Welches ist die Stellung der Zwischengruppe in der deutschen Kommunistischen Partei, der Gruppe Ruth Fischer-Maslow, wenn man diese Frage von dem soeben dargelegten Gesichtspunkt aus betrachtet? Diese Gruppe deckt meiner Ansicht nach in diplomatischer Weise die „ultralinke” Scholem-Gruppe. Ohne sich offen mit der Scholem-Gruppe solidarisch zu erklären, tut die Gruppe Ruth Fischer-Maslow jedoch alles, was von ihr abhängt, um den Schlag der Partei gegen die Scholem-Gruppe abzuschwächen. Die Gruppe Ruth Fischer-Maslow hindert somit das Zentralkomitee der deutschen Kommunistischen Partei daran, die „ultralinken” Vorurteile der deutschen Kommunistischen Partei zu überwinden und auszumerzen. Daher muss die deutsche Kommunistische Partei gegen diese Gruppe, gegen die Gruppe Ruth Fischer-Maslow, einen entschiedenen Kampf führen. Entweder wird die Gruppe Ruth Fischer-Maslow zerschlagen, und dann wird die Partei die Möglichkeit erhalten, die jetzige Krise im Kampf gegen die Scholem-Gruppe zu überwinden, oder aber die deutsche Kommunistische Partei lässt sich durch die diplomatischen Schliche der Gruppe Ruth Fischer-Maslow einfangen, und dann wird der Kampf zugunsten Scholems verloren sein.

II

Mir scheint, dass Hansen hinsichtlich des innerparteilichen ideologischen Kampfes eine Art Pfaffenmoral predigt, die einer kommunistischen Partei ganz und gar nicht ansteht. Er ist offenbar nicht gegen einen ideologischen Kampf. Aber er möchte diesen Kampf so führen, dass es dabei zu keiner Diskreditierung der Führer der Opposition kommt. Ich muss sagen, dass es einen solchen Kampf auf der Welt nicht gibt. Ich muss sagen: Wer einen Kampf nur unter der Bedingung für zulässig hält, dass die Führer nicht auf diese oder jene Weise kompromittiert werden, der verneint faktisch die Möglichkeit jeglichen ideologischen Kampfes innerhalb der Partei. Müssen wir die Fehler dieser oder jener Parteiführer aufdecken? Müssen wir diese Fehler ans Tageslicht bringen, um die Parteimassen an Hand der Fehler der Führer zu erziehen? Ich denke, wir müssen das tun. Ich denke, dass es keine anderen Wege zur Korrigierung der Fehler gibt. Ich denke, dass die Methode der Vertuschung von Fehlern nicht unsere Methode ist. Daraus folgt aber, dass der innerparteiliche Kampf und die Korrigierung von Fehlern nicht vor sich gehen können, ohne dass dieser oder jener Führer auf diese oder jene Weise kompromittiert wird. Das mag betrüblich sein, aber daran lässt sich nichts ändern, denn gegen das Unvermeidliche zu kämpfen, steht nicht in unserer Kraft.

Müssen wir überhaupt sowohl gegen die „Ultralinken” als auch gegen die Rechten kämpfen? - fragt Hansen. Natürlich müssen wir das. Diese Frage ist bei uns schon längst entschieden. Nicht um diese Frage geht der Streit. Der Streit geht darum, auf welche Gefahr wir jetzt den Kampf in den zwei verschiedenen Parteien, der französischen und der deutschen, die sich jetzt nicht in einer gleichen Lage befinden, zuspitzen müssen. Ist es ein Zufall’, dass die Franzosen dem Präsidium des EKKI eine Resolution gegen die Rechten, die Deutschen aber eine Resolution gegen die „Ultralinken” vorgelegt haben? Vielleicht haben sich die Franzosen geirrt, als sie die Frage auf den Kampf gegen die Rechten zuspitzten? Warum hat sich denn Hansen dann nicht bemüht, dem Präsidium eine Gegenresolution über den Kampf gegen die „Ultralinken” in Frankreich vorzulegen? Vielleicht haben sich die Deutschen geirrt, als sie die Frage auf den Kampf gegen die „Ultralinken” zuspitzten? Warum haben sich denn Hansen und Ruth Fischer dann nicht bemüht, dem Präsidium eine Gegenresolution über die Zuspitzung der Frage auf den Kampf gegen die Rechten vorzulegen? Worum geht es eigentlich? Es geht eben darum, dass es sich bei uns nicht um die abstrakte Frage des Kampfes gegen die Rechten und die „Ultralinken” überhaupt handelt, sondern um die konkrete Frage der nächsten Aufgaben der deutschen Partei im gegebenen Augenblick. Und die nächste Aufgabe der deutschen Kommunistischen Partei besteht darin, die „ultralinke” Gefahr zu überwinden, ebenso wie die nächste Aufgabe der französischen Kommunistischen Partei darin besteht, die rechte Gefahr zu überwinden.

Woraus lässt sich zum Beispiel die allgemein bekannte Tatsache erklären, dass die Kommunistischen Parteien Englands, Frankreichs, der Tschechoslowakei schon ernstliche Stützpunkte in der Gewerkschaftsbewegung ihres Landes haben, sich den Weg zu den breiten Massen der Arbeiterklasse bereits erschlossen haben und das Vertrauen, wenn nicht der Mehrheit, so doch beträchtlicher Massen der Arbeiterklasse zu erringen beginnen, während es in Deutschland in dieser Beziehung immer noch schwach bestellt ist? Dieser Umstand erklärt sich vor allem daraus, dass in der deutschen Kommunistischen Partei die „Ultralinken” noch stark sind, die den Gewerkschaften, der Losung der Einheitsfront, der Losung der Eroberung der Gewerkschaften immer noch skeptisch gegenüberstehen. Es ist allen bekannt, dass die „Ultralinken” noch vor kurzer Zeit die Losung „Heraus aus den Gewerkschaften!” verfochten. Es ist allen bekannt, dass die Überreste dieser antiproletarischen Losung unter den „Ultralinken” bis auf den heutigen Tag noch nicht restlos überwunden sind. Eins von beiden: Entweder vermag die deutsche Kommunistische Partei die Vorurteile der „Ultralinken” in der Frage der Methode der Arbeit unter den Massen schnell und entschieden zu überwinden, indem sie die Scholem-Gruppe aufs Haupt schlägt, sie ideologisch zerschlägt, oder aber sie vermag das nicht, und dann kann die Krise in der deutschen Kommunistischen Partei eine höchst gefährliche Richtung nehmen.

Man sagt, dass es bei den „Ultralinken” ehrliche revolutionäre Arbeiter gibt, die man nicht abstoßen darf und soll. Das ist vollkommen richtig. Wir schlagen auch gar nicht vor, sie abzustoßen. Deshalb enthält ja unser Resolutionsentwurf auch keine Vorschläge, irgendeinen der „Ultra-linken”, geschweige denn einen Arbeiter, abzustoßen oder aus der Partei auszuschließen. Wie aber sind diese Arbeiter auf das Bewusstseinsniveau einer Lenin istischen Partei zu heben? Wie sind sie von den Irrungen zu befreien, in denen sie jetzt infolge der Fehler und Vorurteile ihrer „ultralinken” Führer befangen sind? Dafür gibt es nur ein Mittel: Das ist das Mittel der politischen Desavouierung der „ultralinken” Führer, das Mittel der Aufdeckung der „ultralinken” Fehler, die die ehrlichen revolutionären Arbeiter irremachen und daran hindern, auf den richtigen Weg zu gelangen. Können wir in den Fragen des ideologischen Kampfes in der Partei und der politischen Erziehung der Massen ein faules diplomatisches Spiel, eine Vertuschung von Fehlern zulassen? Nein, das können wir nicht. Das wäre ein Betrug an den Arbeitern. Was ist nun der Ausweg in einem solchen Fall? Es gibt nur einen Ausweg: die Fehler der „ultralinken” Führer aufzudecken und auf diese Weise den ehrlichen revolutionären Arbeitern zu helfen, auf den richtigen Weg zu gelangen.

Man sagt, dass der Schlag gegen die „Ultralinken” die Beschuldigung hervorrufen könne, die deutsche Kommunistische Partei habe eine Rechtsschwenkung gemacht. Das ist alles Unsinn, Genossen. Als Lenin im Jahre 1908 auf der gesamtrussischen Parteikonferenz[4] den Kampf gegen die russischen „Ultralinken” führte und sie aufs Haupt schlug, fanden sich damals bei uns ebenfalls Leute, die Lenin einer rechten Einstellung, der Rechtsschwenkung bezichtigten. Die ganze Welt weiß jetzt jedoch, dass Lenin damals recht hatte, dass sein Standpunkt der einzig revolutionäre war, dass aber die russischen „Ultralinken”, die sich damals in „revolutionären” Phrasen ergingen, in Wirklichkeit Opportunisten waren.

Man darf nicht vergessen, dass Rechte und „Ultralinke” in Wirklichkeit Zwillingsbrüder sind, dass sie folglich auf dem opportunistischen Standpunkt stehen, mit dem Unterschied jedoch, dass die Rechten ihren Opportunismus nicht immer verbergen, während die Linken ihren Opportunismus stets mit „revolutionären” Phrasen verhüllen. Wir können unsere Politik nicht danach bestimmen, was diese oder jene Schwätzer oder Spießbürger über uns sagen könnten. Wir müssen unbeirrt und sicher unsern Weg verfolgen, ohne darauf zu achten, welche Lügenmärchen müßige Leute über uns noch erfinden könnten. Die Russen haben ein gutes Sprichwort: „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.” Wir sollten uns dieses Sprichwort merken, es kann uns noch manches Mal von Nutzen sein.

Ruth Fischer sagt, dass in Zukunft in der deutschen Kommunistischen Partei die rechte Gefahr zu einer akuten Frage der Partei werden könne. Das ist durchaus möglich und sogar wahrscheinlich. Was aber folgt daraus? Ruth Fischer zieht daraus die eigenartige Folgerung, dass der Schlag gegen die „Ultralinken” in Deutschland, die jetzt bereits eine reale Gefahr darstellen, abgeschwächt werden müsse, der Schlag gegen die Rechten aber, die in der Zukunft eine ernsthafte Gefahr darstellen können, gleich jetzt verstärkt werden müsse. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass eine solche Fragestellung ein wenig lächerlich und grundfalsch ist. Zu einem solch lächerlichen Standpunkt konnte nur die diplomatische Zwittergruppe gelangen, die Gruppe Ruth Fischer-Maslow, die sich bemüht, den Kampf der Partei gegen die „Ultralinken” abzuschwächen und dadurch die Scholem-Gruppe zu retten, sie vor dem Schlage zu bewahren. Darin liegt der einzige Sinn des Vorschlags Ruth Fischers. Ich glaube, dass eine ebensolche diplomatische Zwischengruppe auch in Frankreich bestehen dürfte, eine Gruppe, die sich bemüht, durch liebliche Reden die rechten Elemente der französischen Kommunistischen Partei zu decken. Darum stellt der Kampf gegen die diplomatischen Zwischengruppen sowohl in der deutschen als auch in der französischen Partei die aktuelle Tagesaufgabe dar.

Ruth Fischer versichert, dass die Annahme der Resolution gegen die „Ultralinken” in Deutschland die Lage innerhalb der Partei nur verschärfen könne. Mich dünkt, dass Ruth Fischer die Krise in der deutschen Kommunistischen Partei hinziehen, sie zu einer langwierigen, zu einer chronischen Krise machen will. Wir können deshalb nicht den Weg Ruth

Fischers gehen, trotz all ihrer Diplomatie und ihrer lieblichen Worte über den Frieden in der Partei.

Ich denke, Genossen, dass sich in der deutschen Partei bereits ernste marxistische Elemente herauskristallisiert haben. Ich denke, dass der jetzige Arbeiterkern der deutschen Kommunistischen Partei eben jenen marxistischen Kern bildet, den die deutsche Kommunistische Partei braucht. Diesen Kern zu unterstützen und ihm im Kampf gegen Abweichungen aller Art, vor allem gegen die „ultralinke” Abweichung zu helfen, das ist die Aufgabe des Präsidiums des EKKI. Darum müssen wir die Resolution gegen die „Ultralinken” in Deutschland annehmen.

„Prawda“ Nr. 40,
18. Februar 1926.

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