"Stalin"

Werke

Band 9

SCHLUSSWORT

13. Dezember

III
DIE FRAGE DES AUFBAUS DES SOZIALISMUS
IN DER UdSSR

Genossen! Gestatten Sie mir, jetzt zu der Frage des Aufbaus des Sozialismus in der UdSSR, in unserem Lande, überzugehen.

1. Die „Manöver“ der Opposition
und der „Nationalreformismus“ der Partei Lenin s

Trotzki hat in seiner Rede erklärt, dass der größte Fehler Stalins die Theorie von der Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande, in unserem Lande, sei. Daraus folgt also, dass es sich nicht um die Theorie Lenin s von der Möglichkeit der Errichtung des Sozialismus in unserem Lande handelt, sondern um irgendeine, niemand bekannte „Theorie“ Stalins. Ich verstehe das so, dass sich Trotzki das Ziel gesetzt hat, den Kampf gegen die Theorie Lenin s zu führen; da es aber riskant ist, einen offenen Kampf gegen Lenin zu führen, so hat er beschlossen, diesen Kampf unter dem Deckmantel des Kampfes gegen eine „Theorie“ Stalins aufzunehmen. Trotzki will sich dadurch den Kampf gegen den Lenin ismus erleichtern und maskiert diesen Kampf durch seine Kritik an der „Theorie“ Stalins. Dass sich die Sache gerade so verhält, dass Stalin damit gar nichts zu tun hat, dass von irgendeiner „Theorie“ Stalins gar keine Rede sein kann, dass Stalin niemals Anspruch erhoben hat auf irgend etwas Neues auf dem Gebiet der Theorie, sondern nur bestrebt war, dem Lenin ismus, entgegen den revisionistischen Anstrengungen Trotzkis, in unserer Partei zum vollen Triumph zu verhelfen - das werde ich später zu beweisen versuchen. Zunächst stellen wir fest, dass Trotzkis Erklärung über eine „Theorie“ Stalins ein Manöver, ein Winkelzug, ein feiger und ungeschickter Winkelzug ist, der darauf berechnet ist, seinen Kampf gegen die Lenin sche Theorie vom Sieg des Sozialismus in einzelnen Ländern zu verschleiern, einen Kampf, dessen Beginn auf das Jahr 1915 zurückgeht und der bis in unsere Tage fortdauert. Ob diese Methode Trotzkis ein Zeichen ehrlicher Polemik ist - darüber mögen die Genossen selber urteilen.

Den Ausgangspunkt für die Beschlüsse unserer Partei in der Frage der Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande bilden die bekannten programmatischen Werke des Genossen Lenin . In diesen Werken Lenin s heißt es, dass der Sieg des Sozialismus in einzelnen Ländern unter den Bedingungen des Imperialismus möglich ist, dass der Sieg der Diktatur des Proletariats bei der Lösung des ökonomischen Problems dieser Diktatur gewährleistet ist, dass wir, die Proletarier der UdSSR, alles besitzen, was zur Errichtung der vollendeten sozialistischen Gesellschaft notwendig und hinreichend ist.

Ich habe soeben ein Zitat aus dem bekannten Artikel Lenin s angeführt, in dem er zum erstenmal die Frage nach der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einzelnen Ländern aufwarf, und werde es deshalb hier nicht wiederholen. Dieser Artikel wurde im Jahre 1915 geschrieben. In diesem Artikel heißt es, dass der Sieg des Sozialismus in einzelnen Ländern, die Machtergreifung durch das Proletariat, die Enteignung der Kapitalisten und die Organisierung der sozialistischen Produktion möglich sind. Bekanntlich hat Trotzki gleich damals, in dem gleichen Jahr 1915, gegen diesen Artikel Lenin s in der Presse polemisiert und die Lenin sche Theorie des Sozialismus in einem Lande als eine Theorie der „nationalen Beschränktheit“ bezeichnet.

Es fragt sich, was hat das mit einer „Theorie“ Stalins zu tun?

Weiter habe ich in meinem Referat ein Zitat aus dem bekannten Werk Lenin s „Ökonomik und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletariats“ angeführt, in dem direkt und eindeutig davon gesprochen wird, dass man den Sieg des Proletariats der UdSSR im Sinne der Lösung des ökonomischen Problems der Diktatur des Proletariats als gesichert ansehen muss. Diese Arbeit Lenin s wurde 1919 geschrieben. Das Zitat lautet:

„Wie die Bourgeois aller Länder und ihre offenen und verkappten Helfershelfer (die ‚Sozialisten’ der II. Internationale) auch lügen und uns verleumden mögen, eines bleibt zweifellos: Vom Standpunkt des ökonomischen Hauptproblems der Diktatur des Proletariats ist bei uns der Sieg des Kommunismus über den Kapitalismus gesichert. Die Bourgeoisie der ganzen Welt tobt und wütet ja gerade darum gegen den Bolschewismus, organisiert militärische Invasionen, Verschwörungen und ähnliches gegen die Bolschewiki, weil sie ausgezeichnet versteht, dass unser Sieg beim Umbau der gesellschaftlichen Wirtschaft unvermeidlich ist, wenn man uns nicht durch militärische Gewalt erdrückt. Und uns auf diese Weise zu erdrücken, gelingt ihr nicht.“‘ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 30, S. 90 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. II, S.618].)

Sie sehen, dass Lenin hier direkt von der Möglichkeit des Sieges des Proletariats der UdSSR beim Umbau der gesellschaftlichen Wirtschaft, bei der Lösung des ökonomischen Problems der Diktatur des Proletariats spricht.

Bekanntlich sind Trotzki und die Opposition in ihrer Gesamtheit mit den in diesem Zitat enthaltenen grundlegenden Thesen nicht einverstanden. Es fragt sich, was hat das mit einer „Theorie“ Stalins zu tun?

Ich habe schließlich ein Zitat aus der bekannten Schrift Lenin s „über das Genossenschaftswesen“ angeführt, die im Jahre 1923 geschrieben wurde. In diesem Zitat heißt es:

„In der Tat, die Verfügungsgewalt des Staates über alle großen Produktionsmittel, die Staatsmacht in den Händen des Proletariats, das Bündnis dieses Proletariats mit den vielen Millionen Klein- und Zwergbauern, die Sicherung der Führerstellung dieses Proletariats gegenüber der Bauernschaft usw. - ist das nicht alles, was notwendig ist, um aus den Genossenschaften, allein aus den Genossenschaften, die wir früher geringschätzig als Krämerei behandelt haben und die wir in gewisser Hinsicht jetzt, unter der NÖP, ebenso zu behandeln berechtigt sind, ist das nicht alles, was notwendig ist, um die vollendete sozialistische Gesellschaft zu errichten? Das ist noch nicht die Errichtung der sozialistischen Gesellschaft, aber es ist alles, was zu dieser Errichtung notwendig und hinreichend ist.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 33, S. 428 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. II, S. 989].)

Sie sehen, dass dieses Zitat keinerlei Zweifel darüber lässt, dass die Errichtung des Sozialismus in unserem Lande möglich ist.

Sie sehen, dass in diesem Zitat die Hauptfaktoren der Errichtung der sozialistischen Wirtschaft in unserem Lande aufgezählt werden: die proletarische Staatsmacht, die Großproduktion in den Händen der proletarischen Staatsmacht, das Bündnis des Proletariats und der Bauernschaft, die führende Rolle des Proletariats in diesem Bündnis, die Genossenschaften.

Trotzki versuchte unlängst auf der XV. Konferenz der KPdSU(B), diesem Zitat ein anderes Zitat aus Lenin s Werken entgegenzustellen, das Zitat, in dem es heißt: „Kommunismus - das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 484, russ.) Aber diese Zitate einander entgegenstellen heißt den Grundgedanken von Lenin s Schrift „Über das Genossenschaftswesen“ entstellen. Ist etwa die Elektrifizierung kein Bestandteil der Großproduktion, und ist sie etwa in unserem Lande überhaupt möglich ohne eine in den Händen der proletarischen Staatsmacht konzentrierte Großproduktion? Ist es nicht klar, dass Lenin s Worte über die Großproduktion in seiner Schrift „Über das Genossenschaftswesen“ auch die Elektrifizierung als einen der Faktoren des Aufbaus des Sozialismus einschließen?

Bekanntlich führt die Opposition einen mehr oder weniger offenen, meist aber versteckten Kampf gegen die grundlegenden Thesen, die in diesem Zitat aus Lenin s Schrift „Über das Genossenschaftswesen“ enthalten sind.

Es fragt sich, was hat das mit einer „Theorie“ Stalins zu tun?

Das sind die grundlegenden Thesen des Lenin ismus über die Frage des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande.

Die Partei vertritt den Standpunkt, dass zu diesen Thesen des Lenin ismus die bekannten Thesen Trotzkis und des Oppositionsblocks in schärfstem Widerspruch stehen, die besagen, dass „der Aufbau des Sozialismus im national-staatlichen Rahmen unmöglich ist“, dass „die Theorie des Sozialismus in einem Lande eine theoretische Rechtfertigung der nationalen Beschränktheit ist“, dass „ohne direkte staatliche Unterstützung durch das europäische Proletariat die Arbeiterklasse Rußlands nicht imstande sein wird, die Macht zu behaupten“ (Trotzki).

Die Partei vertritt den Standpunkt, dass diese Thesen des Oppositionsblocks ein Ausdruck der sozialdemokratischen Abweichung innerhalb unserer Partei sind.

Die Partei vertritt den Standpunkt, dass die Formel Trotzkis von der „direkten staatlichen Unterstützung durch das europäische Proletariat“ den völligen Bruch mit dem Lenin ismus bedeutet. Denn was bedeutet es, den Aufbau des Sozialismus in unserem Lande abhängig zu machen von der „direkten staatlichen Unterstützung durch das europäische Proletariat“? Wie nun, wenn es dem europäischen Proletariat in den nächsten Jahren nicht gelingt, die Macht zu ergreifen? Kann sich unsere Revolution auf unbestimmte Zeit hinaus im Leerlauf drehen, in Erwartung des Sieges der Revolution im Westen? Kann man darauf rechnen, dass die Bourgeoisie unseres Landes damit einverstanden sein wird, den Sieg der Revolution im Westen abzuwarten, und dass sie auf ihre Arbeit und ihren Kampf gegen die sozialistischen Elemente unserer Wirtschaft verzichten wird? Ergibt sich nicht aus dieser Formel Trotzkis im Falle einer Verzögerung der siegreichen Revolution im Westen die Perspektive einer allmählichen Auslieferung unserer Positionen an die kapitalistischen Elemente unserer Wirtschaft und weiterhin die Perspektive des Verzichts unserer Partei auf die Macht?

Ist es nicht klar, dass wir es hier mit zwei grundverschiedenen Linien zu tun haben, von denen die eine die Linie der Partei und des Lenin ismus, die andere aber die Linie der Opposition und des Trotzkismus ist?

Ich fragte Trotzki in meinem Referat und wiederhole diese Frage: Stimmt es etwa nicht, dass Trotzki die Theorie Lenin s von der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einzelnen Ländern im Jahre 1915 als eine Theorie der „nationalen Beschränktheit“ qualifiziert hat? Ich habe aber keine Antwort erhalten. Weshalb? Ist etwa die Pose des Schweigens ein Zeichen von Mannhaftigkeit in der Polemik?

Weiter fragte ich Trotzki und wiederhole diese Frage: Stimmt es etwa nicht, dass er die gegen die Theorie vom Aufbau des Sozialismus erhobene Beschuldigung der „nationalen Beschränktheit“ noch ganz unlängst, im September 1926, in seinem bekannten an die Opposition gerichteten Dokument wiederholt hat? Aber auch diesmal erhielt ich keine Antwort. Weshalb? Nicht vielleicht deshalb, weil die Pose des Schweigens bei Trotzki ebenfalls eine Art „Manöver“ ist?

Was beweist das alles?

Das beweist, dass Trotzki in der grundlegenden Frage, in der Frage des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande, auf seinen alten Positionen des Kampfes gegen den Lenin ismus verharrt.

Das beweist, dass Trotzki, der nicht den Mut aufbringt, offen gegen den Lenin ismus aufzutreten, diesen seinen Kampf mit der Kritik an einer nicht vorhandenen „Theorie“ Stalins zu verschleiern sucht.

Gehen wir zu einem anderen „Manövristen“ über, zu Kamenew. Er ist offenbar von Trotzki angesteckt und hat ebenfalls zu manövrieren begonnen. Aber bei ihm ist das Manöver gröber ausgefallen als bei Trotzki. Während Trotzki nur Stalin zu beschuldigen versuchte, hat Kamenew kurzerhand die ganze Partei beschuldigt und behauptet, dass sie, das heißt die Partei, „die internationale revolutionäre Perspektive mit einer nationalreformistischen Perspektive vertauscht“. Wie gefällt Ihnen das: Unsere Partei vertauscht, wie sich herausstellt, die internationale revolutionäre Perspektive mit einer nationalreformistischen Perspektive. Da unsere Partei aber die Partei Lenin s ist, da sie sich in ihren Beschlüssen zur Frage des Aufbaus des Sozialismus voll und ganz auf die bekannten Thesen Lenin s stützt, so folgt, dass die Lenin sche Theorie vom Aufbau des Sozialismus eine Theorie des Nationalreformismus ist. Lenin - „ein Nationalreformist“, - solchen Blödsinn tischt uns Kamenew auf.

Hat unsere Partei irgendwelche Beschlüsse zur Frage des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande gefasst? Ja, sie hat solche Beschlüsse gefasst, und zwar ganz eindeutige Beschlüsse. Wann wurden diese Beschlüsse von der Partei gefasst? Sie wurden auf der XIV. Konferenz unserer Partei im April 1925 gefasst. Ich denke an die bekannte Resolution der XIV. Parteikonferenz über die Arbeit des EKKI und den sozialistischen Aufbau in unserem Lande. Ist diese Resolution eine Lenin istische Resolution? Ja, sie ist es, denn dafür können uns so kompetente Leute bürgen wie Sinowjew, der auf der XIV. Parteikonferenz ein Referat hielt zur Verteidigung dieser Resolution, und Kamenew, der auf dieser Konferenz den Vorsitz führte und für diese Resolution stimmte.

Warum haben Kamenew und Sinowjew dann nicht versucht, die Partei des Widerspruchs zu überführen, des Abweichens von der Resolution der XIV. Parteikonferenz zu der Frage des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande, die bekanntlich einstimmig angenommen wurde?

Was wäre wohl einfacher: In der Partei gibt es eine besondere Resolution zur Frage des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande; Kamenew und Sinowjew haben für diese Resolution gestimmt, sie beide beschuldigen jetzt die Partei des Nationalreformismus - warum gehen sie nun bei ihrer Argumentation nicht von einem so wichtigen Parteidokument wie der Resolution der XIV. Parteikonferenz aus, die den Aufbau des Sozialismus in unserem Lande behandelt und die offensichtlich von Anfang bis zu Ende eine Lenin istische Resolution ist?

Haben Sie darauf geachtet, wie die Opposition überhaupt, besonders aber Kamenew, um die Resolution der XIV. Parteikonferenz herumging wie die Katze um den heißen Brei? (Heiterkeit.) Warum haben sie solche Angst vor der Resolution der XIV. Parteikonferenz, die zu dem Referat Sinowjews unter aktiver Mitwirkung Kamenews angenommen wurde? Weshalb haben Kamenew und Sinowjew Angst, diese Resolution auch nur flüchtig zu erwähnen? Behandelt diese Resolution etwa nicht den Aufbau des Sozialismus in unserem Lande? Ist die Frage des Aufbaus des Sozialismus etwa nicht die wesentlichste Streitfrage unserer Diskussion?

Worum geht es hier also?

Es geht eben darum, dass Kamenew und Sinowjew, die im Jahre 1925 für die Resolution der XIV. Parteikonferenz waren, sich in der Folge von dieser Resolution, also vom Lenin ismus, losgesagt haben, zum Trotzkismus übergegangen sind und jetzt Angst haben, diese Resolution auch nur flüchtig zu streifen, da sie fürchten, entlarvt zu werden.

Wovon handelt diese Resolution?

Hier ein Zitat aus dieser Resolution:

„Überhaupt ist der Sieg des Sozialismus (nicht im Sinne eines endgültigen Sieges) in einem Lande unbedingt möglich.“

Und weiter:

„...Das Bestehen zweier diametral entgegengesetzter gesellschaftlicher Systeme ruft die ständige Gefahr der kapitalistischen Blockade, anderer Formen des ökonomischen Druckes, der bewaffneten Intervention und der Restauration hervor. Die einzige Garantie für den endgültigen Sieg des Sozialismus, das heißt die Garantie gegen die Restauration, ist folglich die siegreiche sozialistische Revolution in einer Reihe von Ländern. Daraus folgt keineswegs, dass die Errichtung der vollendeten sozialistischen Gesellschaft in einem so rückständigen Lande wie Rußland ohne ‚staatliche Hilfe’ (Trotzki) der in technischer und ökonomischer Hinsicht entwickelteren Länder unmöglich sei. Ein Bestandteil der trotzkistischen Theorie der permanenten Revolution ist die Behauptung, dass ‚ein wirklicher Aufschwung der sozialistischen Wirtschaft in Rußland erst nach dem Siege des Proletariats in den wichtigsten Ländern Europas möglich sein wird’ (Trotzki 1922) - eine Behauptung, die das Proletariat der UdSSR in der jetzigen Periode zu fatalistischer Passivität verurteilt. Gegen derartige ‚Theorien’ schrieb Genosse Lenin : ‚Unendlich schablonenhaft ist ihr Argument, das sie im Verlauf der Entwicklung der westeuropäischen Sozialdemokratie auswendig gelernt haben und das darin besteht, dass wir für den Sozialismus noch nicht reif seien, dass uns, wie sich die verschiedenen „gelehrten“ Herren unter ihnen ausdrücken, die objektiven ökonomischen Voraussetzungen für den Sozialismus fehlen.’“ (Aufzeichnungen über Suchanow.) (Resolution der XIV. Konferenz der KPR(B) „Über die Aufgaben der Komintern und der KPR(B) im Zusammenhang mit dem erweiterten Plenum des EKKI“[30].)

Sie sehen, dass die Resolution der XIV. Parteikonferenz eine genaue Darlegung der grundlegenden Thesen des Lenin ismus über die Frage der Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande gibt.

Sie sehen, dass der Trotzkismus in der Resolution als etwas dem Lenin ismus Entgegengesetztes qualifiziert wird und dass eine Reihe von Thesen der Resolution von der direkten Verneinung der Grundlagen des Trotzkismus ausgeht.

Sie sehen, dass die Resolution voll und ganz den Streit widerspiegelt, der jetzt von neuem über die Frage der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft in unserem Lande entbrannt ist.

Sie wissen, dass mein Referat sich auf den Leitsätzen dieser Resolution aufbaute.

Sie erinnern sich wahrscheinlich, dass ich in meinem Referat die Resolution der XIV. Parteikonferenz besonders erwähnte und gegen Kamenew und Sinowjew die Beschuldigung erhob, dass sie diese Resolution verletzt, dass sie sich von dieser Resolution abgekehrt haben.

Weshalb haben Kamenew und Sinowjew nicht versucht, diese Beschuldigung zu widerlegen?

Worin liegt hier das Geheimnis?

Das Geheimnis liegt darin, dass Kamenew und Sinowjew sich bereits längst von dieser Resolution losgesagt haben, sie haben sich von ihr losgesagt und sind zum Trotzkismus übergegangen.

Denn eins von beiden:

Entweder ist die Resolution der XIV. Parteikonferenz keine Lenin istische Resolution - dann waren Kamenew und Sinowjew, die für diese Resolution gestimmt haben, keine Lenin isten;

oder sie ist eine Lenin istische Resolution - dann haben Kamenew und Sinowjew, die mit dieser Resolution gebrochen haben, aufgehört, Lenin isten zu sein.

Einige Redner haben hier davon gesprochen (unter ihnen, glaube ich, auch Riese), dass nicht Sinowjew und Kamenew zum Trotzkismus übergegangen seien, sondern im Gegenteil Trotzki zu Sinowjew und Kamenew. Das ist alles Unsinn, Genossen. Die Tatsache, dass sich Kamenew und Sinowjew von der Resolution der XIV. Parteikonferenz losgesagt haben, ist ein direkter Beweis dafür, dass gerade Kamenew und Sinowjew zum Trotzkismus übergegangen sind.

Also:

Wer hat sich in der Frage des Aufbaus des Sozialismus in der UdSSR von der Lenin istischen Linie losgesagt, die in der Resolution der XIV. Konferenz der KPR(B) formuliert worden ist?

Offensichtlich Kamenew und Sinowjew.

Wer hat „die internationale revolutionäre Perspektive“ mit dem Trotzkismus „vertauscht“?

Offensichtlich Kamenew und Sinowjew.

Wenn Kamenew jetzt ein großes Geschrei erhebt über den „Nationalreformismus“ unserer Partei, so deshalb, weil er dadurch die Aufmerksamkeit der Genossen von seinem Sündenfall ablenken und seine Schuld auf andere abwälzen will.

Das ist der Grund dafür, warum Kamenews „Manöver“ in Bezug auf den „Nationalreformismus“ unserer Partei ein Winkelzug ist, ein hässlicher und grober Winkelzug, darauf berechnet, durch das Geschrei über den „Nationalreformismus“ unserer Partei zu verdecken, dass man sich selbst von der Resolution der XIV. Parteikonferenz losgesagt hat, dass man sich vom Lenin ismus losgesagt hat, dass man zum Trotzkismus übergegangen ist.

2. Wir sind dabei, die ökonomische Basis des Sozialismus in der UdSSR
aufzubauen, und wir können sie vollständig aufbauen

Ich sagte in meinem Referat, dass die politische Basis des Sozialismus bei uns bereits geschaffen ist - das ist die Diktatur des Proletariats. Ich sagte, dass die ökonomische Basis des Sozialismus noch längst nicht geschaffen ist und dass man sie noch schaffen muss. Ich sagte weiter, dass deshalb die Frage so steht: Können wir aus eigener Kraft die ökonomische Basis des Sozialismus in unserem Lande errichten? Ich sagte schließlich, dass diese Frage, wenn man sie in die Klassensprache übersetzt, folgende Form annimmt: Können wir aus eigener Kraft unsere, die sowjetische, Bourgeoisie überwinden?

Trotzki behauptet in seiner Rede, ich hätte mit der Überwindung der Bourgeoisie der UdSSR deren politische Überwindung gemeint. Das stimmt natürlich nicht. Da ist Trotzkis Fraktionsgeist mit ihm durchgegangen. Aus meinem Referat geht hervor, dass ich mit der Überwindung der Bourgeoisie der UdSSR deren ökonomische Überwindung meinte, denn politisch ist die Bourgeoisie bereits überwunden.

Was heißt die Bourgeoisie der UdSSR ökonomisch überwinden? Oder mit anderen Worten: Was heißt die ökonomische Basis des Sozialismus in der UdSSR schaffen?

„Die ökonomische Basis des Sozialismus schaffen heißt die Landwirtschaft mit der sozialistischen Industrie zu einem wirtschaftlichen Ganzen zusammenschließen, die Landwirtschaft der Führung der sozialistischen Industrie unterstellen, die Beziehungen zwischen Stadt und Land auf der Grundlage des Austauschs von landwirtschaftlichen Produkten und Industrieerzeugnissen regeln, heißt alle jene Kanäle schließen und liquidieren, mit deren Hilfe Klassen entstehen und vor allem Kapital entsteht, und letzten Endes derartige Produktions- und Distributionsbedingungen schaffen, die direkt und unmittelbar zur Aufhebung der Klassen führen.“ (Siehe das Referat Stalins auf dem VII. erweiterten Plenum des EKKI.)

So habe ich in meinem Referat das Wesen der ökonomischen Basis des Sozialismus in der UdSSR definiert.

Diese Definition ist eine genaue Wiedergabe der Definition „ökonomisches Wesen“, „ökonomische Basis“ des Sozialismus, die Lenin in dem bekannten Entwurf zu seiner Schrift „Über die Naturalsteuer“[31] gegeben hat.

Ist diese Definition richtig, und können wir auf die Möglichkeit der Errichtung der ökonomischen Basis des Sozialismus in unserem Lande rechnen - das ist jetzt die Grundfrage unserer Meinungsverschiedenheiten.

Trotzki hat diese Frage nicht einmal gestreift. Er hat sie einfach umgangen, offenbar in der Annahme, es sei klüger, zu schweigen.

Dass wir dabei sind, die ökonomische Basis des Sozialismus aufzubauen, und dass wir sie vollständig aufbauen können, das sieht man aber schon daraus, dass:

a) unsere sozialisierte Produktion eine zusammengefasste Großproduktion ist, während die nicht nationalisierte Produktion in unserem Lande eine zersplitterte Kleinproduktion ist, wobei bekanntlich der Vorzug der Großproduktion, dazu noch der zusammengefassten Großproduktion, vor der Kleinproduktion eine unbestreitbare Tatsache ist;

b) unsere sozialisierte Produktion bereits die Kleinproduktion führt und sie sich zu unterwerfen beginnt, ganz gleich, ob es sich um die städtische Kleinproduktion handelt oder um die ländliche;

c) an der Front des Kampfes der sozialistischen Elemente unserer Wirtschaft gegen die kapitalistischen Elemente die ersten zweifellos das Übergewicht über die zweiten haben und sich Schritt für Schritt vorwärts bewegen, indem sie die kapitalistischen Elemente unserer Wirtschaft sowohl auf dem Gebiet der Produktion als auch auf dem Gebiet der Zirkulation überwinden.

Ich spreche schon gar nicht von den anderen Faktoren, die zum Siege der sozialistischen Elemente unserer Wirtschaft über die kapitalistischen Elemente führen.

Welchen Grund haben wir anzunehmen, dass sich der Prozess der Überwindung der kapitalistischen Elemente unserer Wirtschaft nicht auch weiterhin fortsetzen wird?

Trotzki sagte in seiner Rede:

„Stalin sagt, dass wir den Aufbau des Sozialismus durchführen, das heißt, dass wir die Klassen und den Staat aufzuheben suchen, das heißt, dass wir unsere Bourgeoisie überwinden. Ja, Genossen, aber der Staat braucht doch eine Armee gegen die äußeren Feinde“. (Ich zitiere nach dem Stenogramm. J. St.)

Was bedeutet das? Was ist der Sinn dieses Zitats? Aus diesem Zitat kann man nur eine Schlussfolgerung ziehen: Da die Errichtung der ökonomischen Basis des Sozialismus die Aufhebung der Klassen und des Staates bedeutet und da wir die Armee immerhin für die Verteidigung des sozialistischen Vaterlands brauchen, während eine Armee ohne Staat unmöglich ist (wie Trotzki annimmt) - so ergibt sich, dass wir die ökonomische Basis des Sozialismus so lange nicht errichten können, wie die Notwendigkeit der bewaffneten Verteidigung des sozialistischen Vaterlands noch besteht.

Genossen, das ist eine völlige Begriffsverwirrung. Entweder versteht man hier unter Staat einfach den Apparat der bewaffneten Verteidigung der sozialistischen Gesellschaft, was absurd ist, denn der Staat ist vor allen Dingen das Werkzeug einer Klasse gegen andere Klassen, wobei es selbstverständlich, sobald es keine Klassen mehr gibt, auch keinen Staat geben kann. Oder hier ist gemeint, dass die Armee zur Verteidigung der sozialistischen Gesellschaft ohne Vorhandensein des Staates unmöglich ist, was wiederum absurd ist, denn theoretisch ist sehr wohl ein Zustand der Gesellschaft denkbar, in dem es keine Klassen und keinen Staat gibt, wohl aber ein bewaffnetes Volk, das seine klassenlose Gesellschaft gegen äußere Feinde verteidigt. Die Soziologie liefert uns nicht wenig Beispiele dafür, dass es in der Menschheitsgeschichte Gesellschaften gegeben hat, die keine Klassen, keinen Staat hatten, sich aber in der einen oder anderen Weise gegen äußere Feinde verteidigten. Dasselbe ist von der künftigen klassenlosen Gesellschaft zu sagen, die, obwohl ohne Klassen und ohne Staat, doch eine sozialistische Miliz haben kann, die für die Verteidigung gegen äußere Feinde notwendig ist. Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass es bei uns dazu kommen könnte, denn es unterliegt keinem Zweifel, dass die Erfolge des sozialistischen Aufbaus in unserem Lande und um so mehr der Sieg des Sozialismus und die Aufhebung der Klassen - dass dies Tatsachen von welthistorischer Bedeutung sind, die einen gewaltigen Drang der Proletarier der kapitalistischen Länder zum Sozialismus, die revolutionäre Explosionen in anderen Ländern hervorrufen müssen. Theoretisch aber ist ein Zustand der Gesellschaft durchaus denkbar, in dem das Bestehen einer sozialistischen Miliz ohne das Vorhandensein von Klassen und Staat vorstellbar ist.

Übrigens ist diese Frage bis zu einem gewissen Grade im Programm unserer Partei beleuchtet worden. Dort heißt es:

„Die Rote Armee muss als Werkzeug der proletarischen Diktatur notwendigerweise einen offenen Klassencharakter tragen, das heißt sich ausschließlich aus dem Proletariat und den ihm nahe stehenden halbproletarischen Schichten der Bauernschaft formieren. Erst mit der Aufhebung der Klassen wird sich eine solche Klassenarmee in eine sozialistische Miliz des ganzen Volkes verwandeln.“ (Siehe Programm der KPdSU(B)[32].)

Trotzki hat offenbar diesen Punkt unseres Programms vergessen. Trotzki sprach in seiner Rede von der Abhängigkeit unserer Volkswirtschaft von der kapitalistischen Weltwirtschaft und versicherte, dass „wir von dem isolierten Kriegskommunismus immer mehr und mehr zu einem Verwachsen mit der Weltwirtschaft kommen“.

Danach würde also unsere Volkswirtschaft, in der kapitalistische und sozialistische Elemente miteinander ringen, mit der kapitalistischen Weltwirtschaft verwachsen. Ich sage kapitalistische Weltwirtschaft, da eine andere Weltwirtschaft gegenwärtig nicht existiert.

Das stimmt nicht, Genossen. Das ist absurd. Da ist Trotzkis Fraktionsgeist mit ihm durchgegangen.

Niemand bestreitet, dass unsere Volkswirtschaft von der kapitalistischen Weltwirtschaft abhängig ist. Das wurde und wird von niemand bestritten, ebensowenig wie jemand bestreitet, dass jedes Land und jede Volkswirtschaft, auch die amerikanische Volkswirtschaft, von der kapitalistischen Weltwirtschaft abhängig ist. Aber das ist eine gegenseitige Abhängigkeit. Nicht nur unsere Wirtschaft ist von den kapitalistischen Ländern abhängig, sondern die kapitalistischen Länder sind auch von unserer Wirtschaft, von unserem Erdöl, unserem Getreide, unserem Holz und schließlich von unserem gewaltigen Markt abhängig. Wir bekommen Kredite, sagen wir einmal, von der „Standard Oil“. Wir bekommen Kredite von deutschen Kapitalisten. Aber wir bekommen sie nicht um unserer schönen Augen willen, sondern weil die kapitalistischen Länder unser Erdöl, unser Getreide brauchen, weil sie unsern Markt für den Absatz von Maschinen brauchen. Man darf nicht vergessen, dass unser Land ein Sechstel der Erde umfasst, einen gewaltigen Absatzmarkt darstellt und dass die kapitalistischen Länder ohne diese oder jene Verbindung mit unserem Markt nicht auskommen können. All das drückt die Abhängigkeit der kapitalistischen Länder von unserer Wirtschaft aus. Es besteht hier eine gegenseitige Abhängigkeit.

Bedeutet das, dass die Abhängigkeit unserer Volkswirtschaft von den kapitalistischen Ländern die Möglichkeit der Errichtung der sozialistischen Wirtschaft in unserem Lande ausschließt? Natürlich nicht. Die sozialistische Wirtschaft als absolut abgekapselt und von der Volkswirtschaft der sie umgebenden Länder absolut unabhängig hinstellen - ist eine Dummheit. Kann man behaupten, dass die sozialistische Wirtschaft absolut keinen Export und keinen Import haben wird, dass sie im Lande nicht vorhandene Erzeugnisse nicht einführen und im Zusammenhang hiermit eigene Erzeugnisse nicht ausführen wird? Nein, das kann man nicht behaupten. Was aber ist Export und Import? Es ist ein Ausdruck der Abhängigkeit der einen Länder von den anderen. Es ist ein Ausdruck der gegenseitigen ökonomischen Abhängigkeit.

Das gleiche gilt für die kapitalistischen Länder unserer Zeit. Sie können sich kein einziges Land ohne Export und Import vorstellen. Nehmen wir Amerika, das reichste Land der Welt. Kann man sagen, dass die gegenwärtigen kapitalistischen Staaten, sagen wir England oder Amerika, absolut unabhängige Länder sind? Nein, das kann man nicht. Warum? Weil sie vom Export und Import abhängig sind, weil sie von den Rohstoffen anderer Länder abhängig sind (Amerika zum Beispiel von Kautschuk und anderen Rohstoffen), weil sie von den Absatzmärkten abhängig sind, auf denen sie ihre Maschinen und sonstigen Fertigwaren absetzen.

Bedeutet das, dass es eine selbständige Volkswirtschaft in den einzelnen Ländern nicht geben kann, da es keine absolut unabhängigen Länder gibt? Nein, das bedeutet es nicht. Unser Land ist von anderen Ländern ebenso abhängig wie die anderen Länder von unserer Volkswirtschaft. Das bedeutet aber noch nicht, dass unser Land damit seine Selbständigkeit verloren hat oder verliert, dass es seine Selbständigkeit nicht behaupten kann, dass es sich in ein Schräubchen der internationalen kapitalistischen Wirtschaft verwandeln muss. Man muss unterscheiden zwischen der Abhängigkeit der einzelnen Länder voneinander und der ökonomischen Selbständigkeit dieser Länder. Wenn man die absolute Unabhängigkeit der einzelnen volkswirtschaftlichen Einheiten verneint, so bedeutet das noch nicht und kann es nicht bedeuten, dass die ökonomische Selbständigkeit dieser Einheiten verneint wird.

Trotzki aber spricht nicht nur von der Abhängigkeit unserer Volkswirtschaft. Er verwandelt diese Abhängigkeit in ein Verwachsen unserer Wirtschaft mit der kapitalistischen Weltwirtschaft. Was aber bedeutet ein Verwachsen unserer Volkswirtschaft mit der kapitalistischen Weltwirtschaft? Das bedeutet ihre Verwandlung in ein Anhängsel des Weltkapitalismus. Ist aber unser Land etwa ein Anhängsel des Weltkapitalismus? Natürlich nicht! Das ist dummes Zeug, Genossen. Das ist nicht ernst zu nehmen.

Wenn das richtig wäre, dann hätten wir überhaupt keine Möglichkeit, unsere sozialistische Industrie, unser Außenhandelsmonopol, unser nationalisiertes Verkehrswesen, unser nationalisiertes Kreditwesen, unsere planmäßige Wirtschaftsführung zu behaupten.

Wenn das richtig wäre, dann befänden wir uns bereits auf dem Wege, der zur Entartung unserer sozialistischen Industrie und zu ihrer Verwandlung in eine gewöhnliche kapitalistische Industrie führt.

Wenn das richtig wäre, dann hätten wir keine Erfolge an der Front des Kampfes der sozialistischen Elemente unserer Wirtschaft gegen die kapitalistischen Elemente zu verzeichnen.

Trotzki sagte in seiner Rede, dass „wir in Wirklichkeit dauernd unter der Kontrolle der Weltwirtschaft stehen werden“.

Danach würde sich also unsere Volkswirtschaft unter der Kontrolle der kapitalistischen Weltwirtschaft entwickeln, denn eine andere Weltwirtschaft als die kapitalistische existiert gegenwärtig nicht.

Ist das richtig? Nein, das ist nicht richtig. Das ist ein Traum der kapitalistischen Haie, der niemals in Erfüllung gehen wird.

Was bedeutet Kontrolle durch die kapitalistische Weltwirtschaft? Kontrolle im Munde der Kapitalisten ist kein leeres Wort. Kontrolle im Munde der Kapitalisten ist etwas durchaus Reales.

Kapitalistische Kontrolle heißt vor allen Dingen Finanzkontrolle. Aber sind unsere Banken etwa nicht nationalisiert, arbeiten sie vielleicht unter der Leitung der europäischen kapitalistischen Banken? Finanzkontrolle heißt Errichtung von Filialen der großen kapitalistischen Banken in unserem Lande, heißt Bildung so genannter „Tochter“banken. Aber gibt es etwa bei uns solche Banken? Natürlich nicht! Und es gibt sie nicht nur nicht, sondern es wird sie auch niemals geben, solange es eine Sowjetmacht gibt.

Kapitalistische Kontrolle heißt Kontrolle über unsere Industrie, Denationalisierung unserer sozialistischen Industrie, Denationalisierung unseres Verkehrswesens. Ist aber unsere Industrie etwa nicht nationalisiert, und entwickelt sie sich etwa nicht gerade als nationalisierte Industrie? Schickt sich etwa irgendjemand an, auch nur einen der nationalisierten Betriebe zu denationalisieren? Ich weiß natürlich nicht, was man dort im Konzessionskomitee bei Trotzki für Absichten hat. (Heiterkeit.) Dass aber, solange es eine Sowjetmacht gibt, Denationalisatoren in unserem Lande nicht existieren können - daran brauchen Sie nicht zu zweifeln.

Kapitalistische Kontrolle heißt Verfügungsrecht über unseren Markt, heißt Liquidierung des Außenhandelsmonopols. Ich weiß, dass die Kapitalisten des Westens wiederholt mit dem Kopf gegen die Wand gerannt sind und versucht haben, den Panzer des Außenhandelsmonopols zu durchbrechen. Es ist bekannt, dass das Außenhandelsmonopol Schirm und Schutz für unsere junge sozialistische Industrie ist. Haben aber die Kapitalisten etwa in Bezug auf die Aufhebung des Außenhandelsmonopols Erfolge erzielen können? Ist es etwa schwer zu begreifen, dass das Außenhandelsmonopol trotz allem fortbestehen und gedeihen wird, solange es eine Sowjetmacht gibt?

Kapitalistische Kontrolle bedeutet schließlich politische Kontrolle, Beseitigung der politischen Selbständigkeit unseres Landes, Anpassung der Gesetze des Landes an die Interessen und an den Geschmack der internationalen kapitalistischen Wirtschaft. Ist aber unser Land etwa kein politisch selbständiges Land? Werden unsere Gesetze etwa nicht von den Interessen des Proletariats und der werktätigen Massen unseres Landes diktiert? Weshalb führt man aber keine Tatsachen oder nicht wenigstens eine Tatsache an, die den Verlust der politischen Selbständigkeit unseres Landes beweist? Sollen sie es doch versuchen, welche anzuführen.

Das verstehen Kapitalisten unter Kontrolle, natürlich wenn man von wirklicher Kontrolle spricht und es sich nicht um leeres Geschwätz von irgendeiner schemenhaften Kontrolle handelt.

Wenn es sich um solch eine wirkliche kapitalistische Kontrolle handelt - nur von einer solchen Kontrolle kann aber die Rede sein, denn mit leerem Geschwätz von einer schemenhaften Kontrolle können. sich nur schlechte Literaten abgeben -, so muss ich erklären, dass es eine solche Kontrolle bei uns weder gibt noch jemals geben wird, solange unser Proletariat existiert und solange es eine Sowjetmacht bei uns gibt. (Beifall.)

Trotzki sagte in seiner Rede:

„Es handelt sich darum, unter den Bedingungen der Umkreisung durch die kapitalistische Weltwirtschaft einen isolierten sozialistischen Staat zu errichten. Das kann nur dadurch erreicht werden, dass die Produktivkräfte dieses isolierten Staates größer werden als die Produktivkräfte des Kapitalismus, denn in der Perspektive, nicht auf ein Jahr oder Jahrzehnt, sondern auf ein halbes Jahrhundert, ja sogar auf ein Jahrhundert, kann sich nur derjenige Staat, diejenige neue Gesellschaftsform konsolidieren, deren Produktivkräfte mächtiger sein werden als die Produktivkräfte des alten Wirtschaftssystems.“ (Siehe Stenogramm der Rede Trotzkis auf dem VII. erweiterten Plenum des EKKI.)

Demnach würde also das sozialistische Wirtschaftssystem fünfzig oder sogar hundert Jahre brauchen, um seine Überlegenheit über das kapitalistische Wirtschaftssystem vom Standpunkt der Entwicklung der Produktivkräfte in der Praxis zu beweisen.

Das ist falsch, Genossen. Das ist eine Verwirrung aller Begriffe und Perspektiven.

Das feudale Wirtschaftssystem brauchte, um seine Überlegenheit über das Wirtschaftssystem der Sklaverei zu beweisen, wohl ungefähr zweihundert .Jahre, wenn nicht weniger. Anders konnte das auch gar nicht sein, da das Entwicklungstempo damals schrecklich langsam, die Produktionstechnik aber mehr als primitiv war.

Das bürgerliche Wirtschaftssystem brauchte, um seine Überlegenheit über das feudale Wirtschaftssystem zu beweisen, so ungefähr hundert Jahre oder sogar noch weniger. Bereits im Schoße der Feudalgesellschaft zeigte das bürgerliche Wirtschaftssystem, dass es höher, viel höher steht als das feudale Wirtschaftssystem. Der Unterschied in den Fristen ist hier durch das schnellere Entwicklungstempo und die höher entwickelte Technik des bürgerlichen Wirtschaftssystems zu erklären.

Seitdem hat die Technik beispiellose Erfolge zu verzeichnen, und die Entwicklung hat ein geradezu rasendes Tempo angenommen. Es fragt sich, welchen Grund Trotzki zu der Annahme hat, dass das sozialistische Wirtschaftssystem so ungefähr hundert Jahre brauchen werde, um seine Überlegenheit über das kapitalistische Wirtschaftssystem zu beweisen?

Ist etwa die Tatsache, dass an der Spitze unserer Produktion nicht Schmarotzer, sondern die Produzenten selbst stehen werden - ist diese Tatsache etwa nicht ein gewaltiger Faktor, der davon zeugt, dass das sozialistische Wirtschaftssystem alle Chancen haben wird, um die Wirtschaft mit Siebenmeilenschritten vorwärts zu bringen und seine Überlegenheit über das kapitalistische Wirtschaftssystem in kürzerer Frist zu beweisen?

Spricht etwa die Tatsache, dass die sozialistische Wirtschaft die am stärksten zusammengefasste konzentrierte Wirtschaft ist, dass die sozialistische Wirtschaft planmäßig betrieben wird - spricht diese Tatsache etwa nicht dafür, dass die sozialistische Wirtschaft alle Chancen haben wird, um in verhältnismäßig kurzer Frist ihre Überlegenheit über das kapitalistische Wirtschaftssystem zu beweisen, das von inneren Widersprüchen zerrissen und von Krisen zerfressen wird?

Ist es nach alledem nicht klar, dass hier mit einer Perspektive von fünfzig und hundert Jahren operieren heißt den Aberglauben des erschreckten Spießers teilen und an die Allmacht des kapitalistischen Wirtschaftssystems glauben? (Zurufe: „Sehr richtig!“)

Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus? Es gibt hier zwei Schlussfolgerungen.

Erstens: Bei seinen Einwendungen in der Frage des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande hat Trotzki die alte Basis der Polemik aufgegeben und eine neue Basis bezogen. Früher polemisierte die Opposition vom Standpunkt der inneren Widersprüche, vom Standpunkt der Widersprüche zwischen dem Proletariat und der Bauernschaft, wobei sie die Auffassung vertrat, dass diese Widersprüche unüberwindlich seien. Jetzt betont Trotzki die äußeren Widersprüche, die Widersprüche zwischen unserer Volkswirtschaft und der kapitalistischen Weltwirtschaft, wobei er die Auffassung vertritt, dass diese Widersprüche unüberwindlich seien. Wenn Trotzki früher der Ansicht war, dass das Hindernis für den sozialistischen Aufbau in unserem Lande die Widersprüche zwischen dem Proletariat und der Bauernschaft seien, so vollzieht er jetzt einen Frontwechsel, bezieht für seine Kritik an der Position der Partei eine andere Basis und behauptet, dass das Hindernis für den sozialistischen Aufbau die Widersprüche zwischen unserem Wirtschaftssystem und der kapitalistischen Weltwirtschaft seien. Damit hat er praktisch die Unhaltbarkeit der alten Argumente der Opposition zugegeben.

Zweitens: Der Rückzug Trotzkis ist jedoch der Rückzug in ein Labyrinth, in einen Sumpf. Im Grunde genommen hat Trotzki direkt und offen die Position Suchanows bezogen. Worauf laufen die „neuen“ Argumente Trotzkis im Grunde genommen hinaus? Sie laufen darauf hinaus, dass wir infolge unserer ökonomischen Rückständigkeit für den Sozialismus nicht reif sind, dass wir die objektiven Voraussetzungen für die Errichtung der sozialistischen Wirtschaft nicht besitzen, dass sich unsere Volkswirtschaft infolgedessen in ein Anhängsel der kapitalistischen Weltwirtschaft, in eine vom Weltkapitalismus kontrollierte wirtschaftliche Einheit verwandelt und verwandeln muss.

Das aber ist „Suchanowerei“, offenkundige, unverhüllte „Suchanowerei“.

Die Opposition ist auf den Standpunkt des Menschewiks Suchanow hinabgesunken, der die Möglichkeit des siegreichen sozialistischen Aufbaus in unserem Lande direkt verneint.

3. Wir bauen den Sozialismus im Bunde mit dem Weltproletariat auf

Dass wir den Sozialismus im Bunde mit der Bauernschaft aufbauen, das wagt unsere Opposition, wie es scheint, nicht direkt zu bestreiten. Ob wir aber den Sozialismus im Bunde mit dem Weltproletariat aufbauen - daran beliebt die Opposition zu zweifeln. Einige Oppositionelle behaupten sogar, dass unsere Partei die Bedeutung dieses Bündnisses unterschätze. Und einer von ihnen, Kamenew, ist sogar so weit gegangen, dass er die Partei des Nationalreformismus anklagt und sie beschuldigt, die internationale revolutionäre Perspektive mit einer nationalreformistischen Perspektive vertauscht zu haben.

Genossen, das ist dummes Zeug. Das ist eine komplette Dummheit. Nur Verrückte können die gewaltige Bedeutung leugnen, die das Bündnis der Proletarier unseres Landes mit den Proletariern aller übrigen Länder für den Aufbau des Sozialismus hat. Nur Verrückte können unsere Partei beschuldigen, das Bündnis der Proletarier aller Länder zu unterschätzen. Nur im Bunde mit dem Weltproletariat kann man den Sozialismus in unserem Lande aufbauen.

Die Frage ist nur, was unter diesem Bündnis zu verstehen ist.

Als die Proletarier der UdSSR im Oktober 1917 die Macht ergriffen, da war das eine Hilfe für die Proletarier aller Länder, war das ein Bündnis mit ihnen.

Als die Proletarier Deutschlands 1918 das Banner der Revolution erhoben, da war das eine Hilfe für die Proletarier aller Länder, besonders aber für die Proletarier der UdSSR, war das ein Bündnis mit dem Proletariat der UdSSR.

Als die Proletarier Westeuropas die Intervention gegen die UdSSR zu vereiteln suchten, sich weigerten, Waffen für die konterrevolutionären Generale zu transportieren, Aktionsausschüsse organisierten und das Hinterland ihrer Kapitalisten zerrütteten - da war das eine Hilfe für die Proletarier der UdSSR, war das ein Bündnis der westeuropäischen Proletarier mit den Proletariern der UdSSR. Ohne eine solche Sympathie und ohne diese Unterstützung seitens der Proletarier der kapitalistischen Länder hätten wir den Bürgerkrieg nicht gewinnen können.

Wenn die Proletarier der kapitalistischen Länder immer wieder Delegationen zu uns entsenden, unseren Aufbau kontrollieren und dann die Kunde von den Erfolgen unseres Aufbaus unter den Arbeitern ganz Europas verbreiten - so ist das eine Hilfe für die Proletarier der UdSSR, ist das eine gewaltige Unterstützung für die Proletarier der UdSSR, ist das ein Bündnis mit den Proletariern der UdSSR und eine Schranke gegen eine mögliche imperialistische Intervention in unser Land. Ohne eine solche Unterstützung und ohne eine solche Schranke hätten wir jetzt keine „Atempause“, ohne „Atempause“ aber hätten wir nicht die Arbeit zum Aufbau des Sozialismus in unserem Lande entfalten können.

Wenn die Proletarier der UdSSR ihre Diktatur festigen, die wirtschaftliche Zerrüttung liquidieren, die Aufbauarbeit entfalten und beim Aufbau des Sozialismus Erfolge erringen, so ist das eine gewaltige Unterstützung für die Proletarier aller Länder, für ihren Kampf gegen den Kapitalismus, für ihren Kampf um die Macht; denn die Existenz der Sowjetrepublik, ihre Festigkeit, ihre Erfolge an der Front des sozialistischen Aufbaus bilden einen gewaltigen Faktor der Weltrevolution, der die Proletarier aller Länder in ihrem Kampf gegen den Kapitalismus anspornt. Man kann wohl kaum daran zweifeln, dass die Vernichtung der Sowjetrepublik die schwärzeste und schlimmste Reaktion in allen kapitalistischen Ländern nach sich ziehen würde.

Die Stärke unserer Revolution und die Stärke der revolutionären Bewegung der kapitalistischen Länder besteht in dieser gegenseitigen Unterstützung und in diesem Bündnis der Proletarier aller Länder.

Das sind die vielfältigen Formen des Bündnisses der Proletarier der UdSSR mit dem Weltproletariat.

Der Fehler der Opposition besteht darin, dass sie diese Formen des Bündnisses nicht begreift oder nicht anerkennt. Das Pech der Opposition besteht darin, dass sie nur eine Form des Bündnisses anerkennt, die Form der „direkten staatlichen Unterstützung“ des Proletariats der UdSSR durch die Proletarier Westeuropas, das heißt die Form, die zunächst leider keine Anwendung findet. Dabei macht die Opposition das Schicksal des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR von dieser Unterstützung in der Zukunft direkt abhängig.

Die Opposition glaubt, dass man der Partei die „internationale revolutionäre Perspektive“ nur erhalten kann, wenn man diese Form der Unterstützung anerkennt. Ich sagte aber bereits, dass im Falle der Verzögerung der Weltrevolution ein solcher Standpunkt nur zu ununterbrochenen Zugeständnissen unserseits an die kapitalistischen Elemente unserer Wirtschaft und letzten Endes zum Kapitulantentum, zum Defätismus führen kann.

Daraus folgt also, dass die „direkte staatliche Unterstützung“ durch das europäische Proletariat, die von der Opposition als einzige Form des Bündnisses mit dem Weltproletariat empfohlen wird, im Falle der Verzögerung der Weltrevolution ein Deckmantel für ihr Kapitulantentum ist.

Ein Deckmantel für das Kapitulantentum - das ist es, wozu Kamenews „internationale revolutionäre Perspektive“ dienen soll.

Man kann sich deshalb nur über die Kühnheit wundern, mit der Kamenew hier auftrat und unsere Partei des Nationalreformismus beschuldigte.

Woher diese - wie soll man es gelinder ausdrücken - Kühnheit Kamenews, der sich bei uns niemals durch revolutionäre Gesinnung oder durch Internationalismus auszeichnete?

Woher diese Kühnheit Kamenews, der bei uns stets ein Bolschewik unter Menschewiki und ein Menschewik unter Bolschewiki war? (Heiterkeit.)

Woher nahm Kamenew, den Lenin seinerzeit mit vollem Recht als „Streikbrecher“ der Oktoberrevolution bezeichnete, diese Kühnheit?

Kamenew möchte wissen, ob das Proletariat der UdSSR international gesinnt ist. Ich muss hier erklären, dass das Proletariat der UdSSR das Attest eines „Streikbrechers“ der Oktoberrevolution nicht braucht.

Sie wollen wissen, wie stark der Internationalismus des Proletariats der UdSSR ist? Fragen Sie die englischen Arbeiter, fragen Sie die deutschen Arbeiter (stürmischer Beifall), fragen Sie die chinesischen Arbeiter - und sie werden Ihnen vom Internationalismus des Proletariats der UdSSR berichten.

4. Die Frage der Entartung

Man kann es also für bewiesen halten, dass die Opposition auf dem Standpunkt der direkten Verneinung der Möglichkeit des siegreichen Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande steht.

Die Verneinung der Möglichkeit des siegreichen Aufbaus des Sozialismus jedoch führt zur Perspektive der Entartung der Partei, die Perspektive der Entartung wiederum führt zur Preisgabe der Macht und zur Frage der Bildung einer anderen Partei.

Trotzki hat so getan, als ob er diese Frage nicht ernst nehmen könne. Das ist Maskierung.

Wenn wir den Sozialismus nicht aufbauen können, die Revolution in den anderen Ländern sich jedoch verzögert, während das Kapital bei uns wächst und unsere Volkswirtschaft mit der kapitalistischen Weltwirtschaft immer stärker „verwächst“ - so kann es ohne Zweifel vorn Standpunkt der Opposition nur zwei Auswege geben:

a) Entweder bleibt man an der Macht und führt eine Politik der bürgerlichen Demokratie durch, beteiligt sich an einer bürgerlichen Regierung und praktiziert folglich den „Millerandismus“;

b) oder man gibt die Macht auf, um nicht zu entarten, und bildet neben der offiziellen Partei eine neue Partei, worauf unsere Opposition eigentlich aus war und worauf sie im Grunde genommen immer noch aus ist.

Die Theorie von den zwei Parteien, beziehungsweise die Theorie von einer neuen Partei ergibt sich unmittelbar aus der Verneinung der Möglichkeit des siegreichen Aufbaus des Sozialismus, ergibt sich unmittelbar aus der Perspektive der Entartung.

Sowohl der eine als auch der andere Ausweg führen zum Kapitulantentum, zum Defätismus.

Worum ging es in der Periode des Bürgerkriegs? Es ging um folgendes: Wenn wir es nicht verstehen, die Armee zu organisieren und die Feinde abzuwehren, so wird die Diktatur des Proletariats zusammenbrechen, und wir werden die Macht verlieren. Damals stand der Krieg an erster Stelle.

Worum geht es jetzt, da der Bürgerkrieg zu Ende ist und die Aufgaben des wirtschaftlichen Aufbaus an die erste Stelle gerückt sind? Jetzt geht es um folgendes: Wenn wir nicht die Möglichkeit haben, die sozialistische Wirtschaft aufzubauen, so muss die Diktatur des Proletariats, indem sie der Bourgeoisie immer ernstere Zugeständnisse macht, entarten und hinter der bürgerlichen Demokratie einher trotten.

Können sich die Kommunisten damit einverstanden erklären, eine bürgerliche Politik zu betreiben, wobei die Diktatur des Proletariats entartet?

Nein, das können sie nicht und dürfen sie nicht.

Der Ausweg hieraus: die Macht aufgeben, eine neue Partei bilden und so dem sich restaurierenden Kapitalismus den Weg frei machen.

Kapitulantentum als natürliches Resultat der jetzigen Position des Oppositionsblocks - das ist die Schlussfolgerung.

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