"Stalin"

Werke

Band 10

DER XV. PARTEITAG DER KPdSU(B)[69]

POLITISCHER RECHENSCHAFTSBERICHT
DES ZENTRALKOMITEES

3. Dezember

III
DIE PARTEI UND DIE OPPOSITION

1. Der Zustand der Partei

Genossen, ich werde mich nicht über das zahlenmäßige und ideologische Wachstum unserer Partei auslassen, ich werde keine Zahlen anführen, denn Kossior wird Ihnen ausführlich darüber berichten.

Ich will auch nicht über die soziale Zusammensetzung unserer Partei und über die entsprechenden Zahlen reden, da Kossior in seinem Bericht Ihnen erschöpfende Angaben darüber machen wird.

Ich möchte einige Worte sagen über das höhere Niveau, über die qualitative Besserung der leitenden Arbeit unserer Partei auf dem Gebiet der Wirtschaft wie auch auf dem Gebiet der Politik. Es gab eine Zeit, Genossen, etwa vor zwei oder drei Jahren, wo ein Teil der Genossen, anscheinend mit Trotzki an der Spitze (Heiterkeit, Zurufe: „Anscheinend?“), gegen unsere Gouvernementskomitees, unsere Gebietskomitees, unser ZK den Vorwurf erhoben, die Parteiorganisationen seien nicht kompetent und mischten sich unnützerweise in die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Landes ein. Ja, eine solche Zeit gab es. Jetzt wird wohl kaum jemand einen solchen Vorwurf gegen die Parteiorganisationen über die Lippen bringen. Dass die Gouvernementskomitees und Gebietskomitees die Führung der Wirtschaft gemeistert haben, dass die Parteiorganisationen an der Spitze des wirtschaftlichen Aufbaus stehen und nicht hinter ihm hertraben, das ist eine so ins Auge stechende Tatsache, dass höchstens Blinde oder Narren sie leugnen können. Schon die Tatsache, dass wir uns entschlossen haben, vor diesen Parteitag die Frage eines Fünfjahrplans des volkswirtschaftlichen Aufbaus zu bringen, schon diese Tatsache beweist, dass die Partei weit vorangekommen ist in der planmäßigen Leitung unseres wirtschaftlichen Aufbaus, sowohl draußen im Lande als auch im Zentrum.

Manche glauben, das sei gar nichts Besonderes. Nein, Genossen. Das ist etwas Besonderes und Wichtiges, das hervorgehoben werden muss. Man beruft sich mitunter auf amerikanische, auf deutsche Wirtschaftsorgane, die angeblich ebenfalls planmäßig die Volkswirtschaft leiten. Nein, Genossen, dort hat man das noch nicht erreicht und wird es auch nicht erreichen, solange dort die kapitalistische Ordnung besteht. Um planmäßig leiten zu können, braucht man ein anderes, ein sozialistisches und kein kapitalistisches Industriesystem, braucht man zumindest eine nationalisierte Industrie, ein nationalisiertes Kreditsystem, nationalisierten Grund und Boden, einen sozialistischen Zusammenschluss mit dem Dorf, die Macht der Arbeiterklasse im Lande usw.

Allerdings, auch sie haben so etwas wie Pläne. Aber das sind bloße Plan-Prognosen, Plan-Vermutungen, die für niemand verbindlich sind und auf Grund deren man die Wirtschaft des Landes nicht leiten kann. Anders bei uns. Unsere Pläne sind keine Plan-Prognosen, keine Plan-Vermutungen, sondern Plan-Direktiven, die für die leitenden Organe verbindlich sind und die Richtung unserer wirtschaftlichen Entwicklung in der Zukunft für das ganze Land bestimmen.

Sie sehen, dass wir hier einen prinzipiellen Unterschied haben.

Deshalb sage ich, schon die einfache Tatsache, dass die Frage eines Fünfjahrplans der volkswirtschaftlichen Entwicklung vor den Parteitag gebracht wird, schon diese Tatsache ist ein Zeichen für die qualitative Besserung unserer leitenden Planarbeit.

Ich will mich auch nicht über das Wachstum der innerparteilichen Demokratie in unserer Partei verbreiten. Höchstens Blinde sehen nicht, dass die innerparteiliche Demokratie, die wirkliche innerparteiliche Demokratie, der wirkliche Aufschwung der Aktivität der Parteimassen, bei uns wächst und sich entwickelt. Man schwätzt über Demokratie. Aber was ist die Demokratie in der Partei? Eine Demokratie für wen? Versteht man unter Demokratie die Freiheit für ein paar von der Revolution losgelöste Intellektuelle, ohne Ende zu schwätzen, ein eigenes Presseorgan zu besitzen usw., so brauchen wir eine solche „Demokratie“ nicht, denn sie ist eine Demokratie für eine verschwindende Minderheit, die den Willen der großen Mehrheit durchbricht. Versteht man dagegen unter Demokratie die Freiheit für die Parteimassen, über die Fragen unseres Aufbaus zu entscheiden, den Aufschwung der Aktivität der Parteimassen, ihre Heranziehung zur Führung der Partei, die Entwicklung ihres Gefühls, Herr in der Partei zu sein, so haben wir eine solche Demokratie, wir brauchen sie, und wir werden sie unbeirrbar weiterentwickeln, was auch kommen mag. (Beifall.)

Ich will mich auch nicht darüber verbreiten, Genossen, dass gleichzeitig mit der innerparteilichen Demokratie bei uns Schritt für Schritt die Kollegialität in der Führung zunimmt. Nehmen wir unser ZK und unsere ZKK. Sie bilden zusammen ein leitendes Zentrum von 200 bis 250 Genossen, das regelmäßig zusammentritt und über die wichtigsten Fragen unseres Aufbaus entscheidet. Dies ist eins der demokratischsten und am kollegialsten arbeitenden Zentren, die unsere Partei jemals gehabt hat. Und was zeigt sich? Ist es denn nicht Tatsache, dass die Entscheidung über die wichtigsten Fragen unserer Arbeit immer mehr und mehr aus den Händen einer engen führenden Gruppe in die Hände dieses breiten Zentrums übergeht, das mit allen Zweigen des Aufbaus und mit allen Bezirken unseres riesigen Landes aufs engste verbunden ist?

Ich will mich auch nicht über das Wachstum unserer Parteikader auslassen. Es ist unbestreitbar, dass in diesen letzten Jahren die alten Kader unserer Partei von neuen emporsteigenden Kadern durchsetzt worden sind, die hauptsächlich aus Arbeitern bestehen. Wenn wir früher unsere Kader nach Hunderten und Tausenden zählten, so müssen wir sie jetzt nach Zehntausenden zählen. Ich glaube, wenn wir bei den untersten Organisationen, bei den Organisationen in den einzelnen Werkabteilungen, bei den untersten Zellen anfangen und in der gesamten Union bis ganz hinauf fortschreiten, so zählen unsere Parteikader, deren gewaltige Mehrheit aus Arbeitern besteht, jetzt nicht weniger als 100000 Funktionäre. Das ist ein gewaltiges Wachstum unserer Partei. Das ist ein gewaltiges Wachstum unseres Kaderbestandes, ein Wachstum seiner ideologisch-organisatorischen Erfahrungen, ein Wachstum seiner kommunistischen Kultur.

Schließlich noch eine Frage, über die wir uns nicht zu verbreiten brauchen, die wir aber vermerken müssen. Es ist die Frage des Wachstums der Autorität der Partei unter den parteilosen Arbeitern und überhaupt unter den werktätigen Massen in unserem Lande, unter den Arbeitern und überhaupt unter den unterdrückten Klassen in der ganzen Welt. Jetzt kann man wohl kaum noch daran zweifeln, dass unsere Partei zum Banner der Befreiung für die werktätigen Massen der ganzen Welt, der Name Bolschewik aber zu einem Ehrennamen für die Besten der Arbeiterklasse wird.

Das ist, Genossen, in großen Zügen das Bild unserer Errungenschaften auf dem Gebiet des Parteiaufbaus.

Das bedeutet nicht, Genossen, dass wir keine Mängel in der Partei hätten. Nein, es sind Mängel vorhanden, ernste Mängel. Gestatten Sie mir, ein paar Worte über diese Mängel zu sagen.

Nehmen wir zum Beispiel die Leitung der wirtschaftlichen und sonstigen Organisationen durch die Parteiorganisationen. Ist hier alles bei uns gut bestellt? Nein, nicht alles. Bei uns werden die Fragen nicht nur draußen im Lande, sondern auch im Zentrum nicht selten sozusagen familiär, auf Gevatterart, entschieden. Iwan Iwanowitsch, Mitglied der leitenden Spitze irgendeiner Organisation, hat, sagen wir, einen sehr schweren Fehler begangen und der Sache geschadet. Aber Iwan Fjodorowitsch will nicht Kritik an ihm üben, seine Fehler bloßlegen, seine Fehler korrigieren. Er will das nicht, denn er möchte sich keine „Feinde machen“. Es ist ein Fehler passiert, der Sache ist geschadet worden - was ist schon dabei! Wer von uns macht keine Fehler? Heute schone ich, Iwan Fjodorowitsch, ihn. Morgen wird er, Iwan Iwanowitsch, mich schonen. Denn woher habe ich die Garantie, dass ich nicht ebenfalls einen Fehler machen werde? Alles in bester Ordnung. Friede und Wohlgefallen. Man sagt, ein vernachlässigter Fehler schade unserer großen Sache? Wenn schon! Irgendwie werden wir das Ding schon deichseln.

So, Genossen, pflegen einige unserer verantwortlichen Funktionäre zu urteilen.

Aber was bedeutet das? Wenn wir Bolschewiki, die alle Welt kritisieren, die, um mit Marx zu reden, den Himmel stürmen, wenn wir um der Ruhe dieser oder jener Genossen willen auf Selbstkritik verzichten - ja, ist es da nicht klar, dass wir nichts als den Untergang unserer großen Sache zu erwarten hätten? (Zurufe: „Sehr richtig!“ Beifall.)

Marx sagte, die proletarische Revolution unterscheidet sich unter anderem dadurch von jeder anderen Revolution, dass sie sich selbst kritisiert und sich durch die Selbstkritik stärkt[84]. Das ist ein sehr wichtiger Hinweis von Marx. Wenn wir, die Vertreter der proletarischen Revolution, vor unseren Mängeln die Augen verschließen, wenn wir Fragen auf familiäre Art entscheiden, unsere Fehler gegenseitig decken und die Krankheit in das Innere unseres Parteiorganismus treiben - wer wird dann diese Fehler, diese Mängel korrigieren?

Ist es etwa nicht klar, dass wir aufhören würden, proletarische Revolutionäre zu sein, und dass wir dem sicheren Untergang verfallen würden, wenn wir nicht aus unserer Mitte dieses Spießertum, diese Vetternwirtschaft bei der Entscheidung wichtiger Fragen unseres Aufbaus ausmerzten?

Ist es etwa nicht klar, dass wir, wenn wir ehrliche und aufrechte Selbstkritik ablehnten, wenn wir auf eine ehrliche und offene Korrektur unserer Fehler verzichteten, uns den Weg für den Vormarsch, den Weg zur Besserung unserer Sache, zu neuen Erfolgen unserer Sache versperren würden?

Unsere Entwicklung vollzieht sich ja nicht in der Form eines reibungslosen allgemeinen Aufschwungs. Nein, Genossen, wir haben Klassen, wir haben Widersprüche innerhalb des Landes, wir haben eine Vergangenheit, wir haben eine Gegenwart und eine Zukunft, wir haben Widersprüche zwischen ihnen, und durch geruhsames Schaukeln auf den Wellen des Lebens können wir nicht vorwärtskommen. Unser Vormarsch erfolgt im Kampf, durch Entwicklung der Widersprüche, durch Überwindung dieser Widersprüche, durch Bloßlegung und Liquidierung dieser Widersprüche.

Niemals, solange es Klassen gibt, wird sich ein Zustand herbeiführen lassen, wo man wird sagen können: Nun, Gott sei Dank, jetzt ist alles gut. Niemals wird das bei uns der Fall sein, Genossen.

Stets wird bei uns im Leben irgendetwas absterben. Was aber stirbt, will nicht einfach sterben, sondern es kämpft um seine Existenz, es verteidigt seine überlebte Sache.

Stets wird bei uns im Leben irgendetwas Neues geboren. Was aber geboren wird, wird nicht einfach geboren, sondern es kreischt, es schreit, es verteidigt sein Recht auf Existenz. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Beifall.)

Kampf zwischen dem Alten und dem Neuen, zwischen dem Absterbenden und dem zur Welt Kommenden - das ist die Grundlage unserer Entwicklung. Wenn wir nicht offen und ehrlich, wie es Bolschewiki geziemt, die Fehler und Mängel unserer Arbeit feststellen und aufdecken, dann versperren wir uns selbst den Weg nach vorn. Wir wollen aber vorwärts schreiten. Und gerade, weil wir vorwärts schreiten wollen, müssen wir die ehrliche und revolutionäre Selbstkritik zu einer unserer wichtigsten Aufgaben machen. Ohne das gibt es keinen Vormarsch. Ohne das gibt es keine Entwicklung.

Aber gerade in dieser Hinsicht hinkt die Sache bei uns immer noch. Ja noch mehr, es genügen einige Erfolge, um Mängel vergessen zu machen, um sich zu beruhigen und zu überheben. Zwei, drei große Erfolge, und schon dünkt man sich ein Goliath. Noch zwei, drei große Erfolge, und schon ist man überheblich geworden: „Das machen wir mit dem kleinen Finger!“ Aber die Fehler bleiben, die Mängel bestehen weiter, die Krankheit wird in das Innere des Parteiorganismus getrieben, und die Partei wird krank.

Ein zweiter Mangel. Er besteht in der Übertragung der Methoden des Administrierens in die Partei, in der Ersetzung der Methode des Überzeugens, die in der Partei von entscheidender Bedeutung ist, durch die Methode des Administrierens. Dieser Mangel ist eine nicht weniger erhebliche Gefahr als der erste Mangel. Weshalb? Weil er die Gefahr in sich birgt, dass unsere Parteiorganisationen, Organisationen mit lebendiger Initiative, sich in öde Kanzleiinstitutionen verwandeln. Wenn man in Betracht zieht, dass die Zahl unserer aktivsten Funktionäre sich auf mindestens 60000 beläuft und dass sie über alle möglichen wirtschaftlichen, genossenschaftlichen und staatlichen Institutionen verstreut sind und dort gegen den Bürokratismus kämpfen, so muss man zugeben, dass ein Teil von ihnen, der in diesen Institutionen gegen den Bürokratismus kämpft, mitunter selbst vom Bürokratismus infiziert wird und ihn in die Parteiorganisation hineinträgt. Und das, Genossen, ist nicht unsere Schuld, sondern unser Unglück, denn solange der Staat besteht, wird dieser Prozess in höherem oder geringerem Grade fortdauern. Und gerade weil dieser Prozess gewisse Wurzeln im Leben hat, gerade deshalb müssen wir uns zum Kampf gegen diesen Mangel rüsten, indem wir die Aktivität der Parteimassen heben, sie zur Entscheidung über die von der Parteiführung zu regelnden Fragen heranziehen, systematisch die innerparteiliche Demokratie pflegen und nicht zulassen, dass in unserer Parteipraxis die Methode der Überzeugung ersetzt werde durch die Methode des Administrierens.

Der dritte Mangel. Dieser Mangel besteht darin, dass eine Anzahl unserer Genossen leicht und ruhig mit dem Strom schwimmen wollen, ohne Perspektiven, ohne in die Zukunft zu blicken, auf solche Art, dass ringsum eine festliche und feierliche Stimmung herrsche, dass jeden Tag bei uns feierliche Sitzungen stattfinden, dass nur ja überall Beifall geklatscht und womöglich jeder von uns der Reihe nach als Ehrenmitglied in alle möglichen Präsidien gewählt werde. (Heiterkeit, Beifall.)

Eben dieser unbezwingliche Wunsch, überall eine festliche Stimmung zu finden, dieser Drang nach Aufmachung, nach allen möglichen Jubiläen, nötigen und unnötigen, dieser Wunsch, dahin zu gleiten, wohin es eben geht, ohne Ausschau zu halten, wohin wir getrieben werden (Heiterkeit, Beifall) - alles das ist es, was das Wesen des dritten Mangels in unserer Parteipraxis, die Grundlage unserer Mängel in unserem Parteileben bildet.

Haben Sie schon einmal Ruderer gesehen, die sich rechtschaffen, im Schweiße ihres Angesichts, in die Riemen legen, aber nicht sehen, wohin die Strömung sie treibt? Ich habe solche Ruderer auf dem Jenissej gesehen. Das sind rechtschaffene und unermüdliche Ruderer. Aber ihr Unglück besteht darin, dass sie nicht sehen und nicht sehen wollen, wie die Woge sie an einen Felsen schleudern kann, wo ihnen der Untergang droht.

Dasselbe gilt von einigen unserer Genossen. Sie rudern rechtschaffen, unermüdlich, sie gleiten glatt dahin, sie überlassen sich der Strömung, aber wohin sie getrieben werden, das wissen sie nicht und wollen sie nicht einmal wissen. Eine Arbeit ohne Perspektiven, eine Arbeit ohne Steuer und Segel - dazu führt der Wunsch, unbedingt mit der Strömung zu schwimmen.

Und die Resultate? Die Resultate sind klar: Zuerst schimmeln sie an, dann werden sie ganz grau, dann bleiben sie im Schlamm des Spießertums stecken und schließlich verwandeln sie sich in echte Spießer. Das eben ist der Weg wirklicher Entartung.

Da haben Sie, Genossen, einige Mängel in unserer Parteipraxis und unserem Parteileben, von denen ich Ihnen ein paar bittere Worte sagen wollte.

Jetzt aber gestatten Sie mir, zu den Fragen der Diskussion und unserer so genannten Opposition überzugehen.

2. Die Ergebnisse der Diskussion

Hat die Parteidiskussion irgendeinen Sinn, irgendeinen Wert?

Manchmal sagt man: Weshalb zum Teufel habt ihr eine Diskussion angefacht, wer hat sie nötig, wäre es nicht besser, die strittigen Fragen intern zu erledigen, ohne sie an die große Glocke zu hängen? Das ist nicht richtig, Genossen. Eine Diskussion ist mitunter absolut notwendig und unbedingt nützlich. Fragt sich nur, was für eine Diskussion. Wenn die Diskussion im Rahmen der Kameradschaftlichkeit, im Parteirahmen geführt wird, wenn sie sich ehrliche Selbstkritik, wenn sie sich die Kritik der Parteimängel zum Ziel setzt, wenn sie also unser Werk bessert und die Arbeiterklasse wappnet, dann ist eine solche Diskussion notwendig und nützlich.

Es gibt aber auch eine anders geartete Diskussion, die sich nicht die Besserung unseres gemeinsamen Werks zum Ziel setzt, sondern seine Verschlechterung, nicht die Stärkung unserer Partei, sondern ihre Zersetzung und Diskreditierung. Eine solche Diskussion führt gewöhnlich nicht dazu, das Proletariat zu wappnen, sondern es zu entwaffnen. Eine solche Diskussion brauchen wir nicht. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Beifall.)

Als die Opposition verlangte, in der ganzen Sowjetunion solle drei Monate vor dem Parteitag, vor der Ausarbeitung der Thesen des ZK, vor der Veröffentlichung dieser Thesen, eine Diskussion eingeleitet werden, da versuchte sie, uns eine Diskussion von einer Art aufzuzwingen, die unweigerlich unseren Feinden, den Feinden der Arbeiterklasse, den Feinden unserer Partei ihr Werk erleichtert hätte. Gerade deshalb widersetzte sich das ZK den Plänen der Opposition. Und gerade weil es sich den Plänen der Opposition widersetzte, gelang es uns, die Diskussion in die richtigen Bahnen zu leiten, da wir ihr in den Parteitagsthesen des ZK eine Basis gaben. Jetzt können wir ohne Schwanken sagen, dass die Diskussion im Ganzen ein Plus ergeben hat.

Dass man die strittigen Fragen an die große Glocke hänge, das sind Redereien, Genossen. Wir haben uns nie davor gefürchtet und werden uns nie davor fürchten, uns und unsere Fehler vor der ganzen Partei offen zu kritisieren. Die Stärke des Bolschewismus besteht eben darin, dass er Kritik nicht fürchtet und aus der Kritik seiner Mängel Energie schöpft für den weiteren Vormarsch. Die jetzige Diskussion ist also ein Zeichen der Stärke unserer Partei, ein Zeichen ihrer Kraft.

Man sollte nicht vergessen, dass in jeder großen Partei, besonders in einer Partei wie die unsrige, die an der Macht steht und in der es einen gewissen Teil Bauern und Angestelltenelemente gibt, sich im Laufe einer bestimmten Zeit gewisse indifferente, den Fragen der Parteipraxis gleichgültig gegenüberstehende Elemente ansammeln, die mit geschlossenen Augen stimmen und mit dem Strom schwimmen. Das Vorhandensein einer großen Zahl solcher Elemente ist ein Übel, gegen das man kämpfen muss. Diese Elemente bilden den Sumpf unserer Partei.

Die Diskussion ist ein Appell an diesen Sumpf. An ihn appellieren die Oppositionellen, um einen gewissen Teil von ihm loszureißen. Und sie reißen wirklich seinen schlechteren Teil weg. Die Partei appelliert an ihn, um den besseren Teil von ihm loszureißen und ihn in das aktive Parteileben einzugliedern. Das Ergebnis ist, dass der Sumpf trotz seiner Passivität zur Entscheidung gezwungen wird. Und er entscheidet sich wirklich infolge dieser Appelle, er gibt einen Teil an die Opposition ab, den andern an die Partei, und auf diese Weise hört er als Sumpf zu bestehen auf. In der gesamten Entwicklungsbilanz unserer Partei ist das ein Plus. Ein Ergebnis der jetzigen Diskussion ist die Verminderung des Sumpfes, der entweder ganz zu bestehen aufgehört hat oder doch aufzuhören im Begriff steht. Das ist das Plus der Diskussion.

Die Ergebnisse der Diskussion? Die Ergebnisse sind bekannt. Bis zum gestrigen Tage stimmten, wie sich herausstellt, für die Partei 724000 Genossen, für die Opposition etwas über 4000. Da haben Sie das Ergebnis. Die Oppositionellen bei uns wetterten, das ZK habe sich von der Partei losgelöst, die Partei habe sich von der Klasse losgelöst, und wenn das Wenn und das Aber nicht wäre, dann flögen gebratene Tauben daher, dann hätten sie, die Oppositionellen, unfehlbar 99 Prozent auf ihrer Seite. Da ihr aber die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen, hat die Opposition nicht einmal 1 Prozent der Stimmen bekommen. Das ist das Ergebnis.

Wie konnte es kommen, dass die Partei in ihrer Gesamtheit und mit ihr die Arbeiterklasse die Opposition so unsanft isoliert hat? Dort, an der Spitze der Opposition, stehen doch bekannte Leute mit Namen, Leute, die es verstehen, Reklame für sich zu machen (Zurufe: „Sehr richtig!“), Leute, die nicht an Bescheidenheit kranken (Beifall), die es verstehen, sich anzupreisen und die Ware von der vorteilhaften Seite zu zeigen.

Das geschah deshalb, weil die führende Gruppe der Opposition sich als eine Gruppe kleinbürgerlicher Intellektueller entpuppte, losgerissen vom Leben, losgerissen von der Revolution, losgerissen von der Partei, von der Arbeiterklasse. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Beifall.)

Ich sprach vorhin über die Erfolge unserer Arbeit, über unsere Errungenschaften auf dem Gebiet der Industrie, auf dem Gebiet des Handels, auf dem Gebiet der gesamten Wirtschaft, auf dem Gebiet der Außenpolitik. Aber die Opposition kümmert sich nicht um diese Errungenschaften. Sie sieht sie nicht oder will sie nicht sehen. Sie will diese Erfolge nicht sehen, teilweise aus Ignoranz, teilweise kraft einer gewissen Halsstarrigkeit vom Leben losgerissener Intellektueller.

3. Die Hauptdifferenzen zwischen der Partei und der Opposition

Sie werden fragen, worin denn nun schließlich die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Partei und der Opposition bestehen, auf welche Fragen sich diese Meinungsverschiedenheiten erstrecken.

Auf alle Fragen, Genossen. (Zurufe: „Sehr richtig!“)

Unlängst las ich die Erklärung eines parteilosen Arbeiters in Moskau, der im Begriff ist, in die Partei einzutreten, oder schon eingetreten ist. Er formuliert die Frage der Meinungsverschiedenheiten zwischen der Partei und der Opposition folgendermaßen:

„Früher suchten wir nach, worin die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Partei und der Opposition bestehen. Jetzt aber findet man nichts mehr, worin sie mit der Partei einverstanden ist. (Heiterkeit, Beifall.) Die Opposition ist gegen die Partei in allen Fragen, also würde ich, wenn ich Anhänger der Opposition wäre, nicht in die Partei eintreten.“ (Heiterkeit, Beifall.) (Siehe „Iswestija“ Nr.264.)

So kurz und treffend drücken sich die Arbeiter mitunter aus. Ich glaube, dies ist die treffendste und richtigste Charakteristik der Beziehungen der Opposition zur Partei, zu ihrer Ideologie, zu ihrem Programm, zu ihrer Taktik.

Eben weil die Opposition mit der Partei in allen Fragen auseinander geht, eben darum ist die Opposition eine Gruppe mit eigener Ideologie, mit eigenem Programm, mit eigener Taktik, mit eigenen Organisationsprinzipien.

Alles, was für eine neue Partei notwendig ist, alles das findet sich bei der Opposition. Es fehlt bloß eine „Kleinigkeit“, es fehlt ihr die Kraft dazu. (Heiterkeit, Beifall.)

Ich könnte sieben Hauptfragen aufzählen, auf die sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Partei und der Opposition erstrecken.

Erstens. Die Frage der Möglichkeit des siegreichen sozialistischen Aufbaus in unserem Lande. Ich werde mich nicht auf die Dokumente und Erklärungen der Opposition in dieser Frage berufen. Sie sind allgemein bekannt, und es hat keinen Sinn, sie zu wiederholen. Für alle ist es klar, dass die Opposition die Möglichkeit eines siegreichen Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande leugnet. Indem sie aber diese Möglichkeit leugnet, rutscht sie direkt und ganz offen zum Standpunkt der Menschewiki hinab.

Diese Einstellung der Opposition in der gegebenen Frage ist für ihre jetzigen Führer nichts Neues. Von dieser Einstellung gingen Kamenew und Sinowjew aus, als sie den Oktoberaufstand ablehnten. Sie erklärten damals direkt, dass wir, wenn wir den Aufstand beginnen, dem Untergang entgegengehen, man müsse die Konstituierende Versammlung abwarten, die Verhältnisse seien für den Sozialismus noch nicht reif und würden nicht sobald heranreifen.

Von derselben Einstellung ging Trotzki aus, als er dem Aufstand zustimmte. Denn er erklärte direkt, wenn uns nicht in einer mehr oder weniger nahen Zukunft die siegreiche proletarische Revolution im Westen zu Hilfe komme, so wäre es eine Dummheit, zu glauben, dass das revolutionäre Rußland imstande sei, sich gegen ein konservatives Europa zu behaupten.

In der Tat, wie standen damals auf der einen Seite Kamenew und Sinowjew, auf der anderen Seite Trotzki und auf der dritten Seite Lenin und die Partei zum Aufstand? Das ist eine sehr interessante Frage, Genossen, und es lohnt sich, darüber ein paar Worte zu sagen.

Sie wissen, dass Kamenew und Sinowjew den Aufstand mitmachten, weil man ihnen mit dem Stock drohte. Lenin trieb sie mit dem Stock an, drohte er ihnen doch mit dem Ausschluss aus der Partei (Heiterkeit, Beifall.), und so mussten sie sich denn zum Aufstand bequemen. (Heiterkeit, Beifall.)

Trotzki machte den Aufstand freiwillig mit. Aber er machte nicht einfach mit, sondern mit einem kleinen Vorbehalt, der ihn bereits damals Kamenew und Sinowjew nahe brachte. Es ist interessant, dass Trotzki es gerade vor dem Oktober, im Juni 1917, für angebracht hielt, in Petrograd seine alte Broschüre „Das Friedensprogramm“ neu herauszugeben, als ob er damit sagen wollte, dass er den Aufstand unter seiner eigenen Flagge mitmache. Was sagt er nun in dieser Broschüre? Er polemisiert dort gegen Lenin in der Frage der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Lande, er hält diesen Gedanken Lenin s für unrichtig und behauptet, man werde zwar die Macht ergreifen müssen, wenn aber die siegreichen westeuropäischen Arbeiter uns nicht rechtzeitig zu Hilfe kämen, dann wäre es aussichtslos, zu glauben, dass ein revolutionäres Rußland einem konservativen Europa gegenüber sich werde behaupten können, und wer nicht an Trotzkis Kritik glaube, der kranke an nationaler Beschränktheit.

Hier eine Stelle aus der damaligen Broschüre Trotzkis:

„Ohne auf die anderen zu warten, beginnen wir den Kampf auf nationalem Boden und setzen ihn hier fort in der vollen Überzeugung, dass unsere Initiative dem Kampf in den anderen Ländern einen Anstoß geben wird; wenn das aber nicht geschehen sollte, dann wäre es aussichtslos, zu glauben - davon zeugen sowohl die geschichtlichen Erfahrungen als auch theoretische Erwägungen -, dass zum Beispiel ein revolutionäres Rußland einem konservativen Europa gegenüber sich behaupten... könnte.“ „Die Perspektiven der sozialen Revolution im nationalen Rahmen zu betrachten, würde bedeuten, ein Opfer jener nationalen Beschränktheit zu werden, die das Wesen des Sozialpatriotismus ist.“ (Trotzki, „Das Jahr 1917“, Bd. III, Teil 1, S.90.)

Hier, Genossen, haben Sie den kleinen trotzkistischen Vorbehalt, der uns in vieler Hinsicht die Ursachen und Hintergründe seines jetzigen Blocks mit Kamenew und Sinowjew klarmacht.

Wie aber schritt Lenin , wie schritt die Partei zum Aufstand? Ebenfalls mit einem kleinen Vorbehalt? Nein, Lenin und seine Partei schritten ohne jeden Vorbehalt zum Aufstand. Hier eine Stelle aus Lenin s trefflichem Artikel „Das Militärprogramm der proletarischen Revolution“, der im September 1917 im Ausland veröffentlicht wurde:

„Der in einem Lande zum Siege gelangte Sozialismus schließt keineswegs auf einmal alle Kriege überhaupt aus. Im Gegenteil, er setzt sie voraus. Die Entwicklung des Kapitalismus geht in den verschiedenen Ländern höchst ungleichmäßig vor sich. Anders kann es auch nicht sein bei der Warenproduktion. Daher die unumgängliche Schlussfolgerung: der Sozialismus kann nicht gleichzeitig in allen Ländern siegen. Er wird vorerst in einem Lande, oder einigen Ländern siegen, die übrigen aber werden für eine gewisse Zeit bürgerlich oder vorbürgerlich bleiben. Das muss nicht nur Reibungen hervorrufen, sondern auch das direkte Bestreben der Bourgeoisie anderer Länder, das siegreiche Proletariat des sozialistischen Staates niederzuwerfen. In diesen Fällen wäre ein Krieg von unserer Seite rechtmäßig und gerecht. Dies wäre ein Krieg für den Sozialismus, für die Befreiung anderer Völker von der Bourgeoisie.“ ( Lenin , „Das Militärprogramm der proletarischen Revolution“, „Blätter des Lenin -Instituts“, Lieferung II, S.7[85].)

Sie sehen, hier haben wir eine ganz andere Einstellung. Wenn Trotzki den Aufstand mit einem Vorbehalt mitmachte, der ihn Kamenew und Sinowjew nahe brachte, indem er behauptete, die proletarische Macht könne an und für sich nicht etwas Besonderes darstellen, wenn man ihr nicht rechtzeitig von außen zu Hilfe komme, so schritt umgekehrt Lenin ohne Vorbehalte zum Aufstand und behauptete, dass die proletarische Macht in unserem Lande die Basis werden muss, die den Proletariern der anderen Länder helfen wird, sich vom Joch der Bourgeoisie zu befreien.

So also schritten die Bolschewiki zum Oktoberaufstand, und deshalb haben Trotzki und Kamenew samt Sinowjew im zehnten Jahre der Oktoberrevolution eine gemeinsame Sprache gefunden.

Man könnte die Unterhaltung, die Trotzki einerseits und Kamenew und Sinowjew anderseits bei der Bildung des Oppositionsblocks miteinander führten, etwa in der Form des folgenden Dialogs darstellen.

Kamenew und Sinowjew zu Trotzki: „Sie sehen, werter Genosse, wir haben zu guter Letzt recht behalten, als wir sagten, dass der Oktoberaufstand nicht gemacht werden durfte, dass die Konstituierende Versammlung abgewartet werden musste usw. Jetzt sehen alle, dass das Land entartet, dass die Staatsmacht entartet, dass wir dem Untergang entgegengehen und dass es keinen Sozialismus bei uns geben wird. Man hätte nicht zum Aufstand schreiten sollen. Sie aber machten den Aufstand freiwillig mit. Sie haben einen großen Fehler begangen.“

Trotzki antwortete ihnen: „Nein, werte Kollegen, Sie tun mir Unrecht. Ich habe zwar den Aufstand mitgemacht, aber wie ich ihn mitgemacht habe, das haben Sie wohl vergessen. Ich habe doch den Aufstand nicht ohne weiteres, sondern mit einem Vorbehalt mitgemacht. (Allgemeine Heiterkeit.) Und da sich jetzt herausgestellt hat, dass wir äußere Hilfe von nirgendsher zu erwarten haben, so ist es klar, dass wir dem Untergang entgegengehen, wie ich das seinerzeit im ‚Friedensprogramm’ auch vorausgesagt habe.“

Sinowjew und Kamenew: „Es scheint wirklich so zu sein. Wir haben den kleinen Vorbehalt vergessen. Jetzt ist es klar, dass unser Block ideologisch fundiert ist.“ (Allgemeine Heiterkeit, Beifall.)

So kam es zu der negativen Einstellung der Opposition zur Frage der Möglichkeit des siegreichen sozialistischen Aufbaus in unserem Lande.

Was aber bedeutet diese Einstellung? Sie bedeutet Kapitulantentum. Vor wem? Offenbar vor den kapitalistischen Elementen unseres Landes. Vor wem noch? Vor der Weltbourgeoisie. Und die linken Phrasen, die revolutionären Gesten - wo sind sie geblieben? Sie sind in alle Winde verflogen. Rütteln Sie unsere Opposition tüchtig, schütteln Sie ihr die revolutionäre Phraseologie ab - und Sie werden sehen, wie bei ihr das Kapitulantentum zum Vorschein kommt. (Beifall.)

Zweitens. Die Frage der Diktatur des Proletariats. Haben wir die Diktatur des Proletariats oder haben wir sie nicht? Die Frage klingt etwas seltsam. (Heiterkeit.) Trotzdem kommt die Opposition in jeder ihrer Erklärungen mit dieser Frage. Die Opposition sagt, bei uns gebe es eine thermidorianische Entartung. Was aber bedeutet das? Das bedeutet, dass wir keine Diktatur des Proletariats haben, dass Wirtschaft wie Politik bei uns versagen und zurückgehen, dass wir nicht dem Sozialismus entgegen schreiten, sondern zum Kapitalismus zurückkehren. Das ist natürlich grotesk und dumm. Aber die Opposition bleibt bei ihrer Leier.

Hier, Genossen, haben Sie noch eine Differenz. Hierauf gründet sich die bekannte These Trotzkis von Clemenceau. Wenn die Staatsmacht entartet ist oder entartet, lohnt es sich da, sie zu schonen, zu schützen, zu verteidigen? Natürlich nicht. Wenn eine günstige Gelegenheit eintritt, diese Macht „abzusetzen“, sagen wir, wenn der Feind auf 80 Kilometer an Moskau herankommt - ist es dann nicht klar, dass die Situation ausgenutzt werden müsste, um diese Regierung wegzufegen und eine neue, eine Clemenceau-Regierung, das heißt eine trotzkistische Regierung, einzusetzen?

Es ist klar, dass es in dieser „Einstellung“ nichts Lenin sches gibt. Das ist Menschewismus von reinstem Wasser. Die Opposition ist beim Menschewismus gelandet.

Drittens. Die Frage des Blocks der Arbeiterklasse mit dem Mittelbauern. Die Opposition hat die ganze Zeit hindurch ihr ablehnendes Verhalten zur Idee dieses Blocks verhehlt. Ihre Plattform, ihre Gegenthesen sind nicht so sehr bemerkenswert durch das, was dort gesagt ist, als durch das, was die Opposition der Arbeiterklasse zu verhehlen versucht hat. Nun aber hat sich ein Mann gefunden, I. N. Smirnow, ebenfalls ein Führer der Opposition, der den Mut hatte, die Wahrheit über die Opposition zu sagen, sie ans Tageslicht zu zerren. Und was stellte sich heraus? Es stellte sich heraus, dass wir „dem Untergang entgegengehen“ und dass wir, wenn wir uns „retten“ wollen, es auf ein Zerwürfnis mit dem Mittelbauern ankommen lassen müssen. Nicht sehr klug. Aber dafür klar.

Auch hier haben sich schließlich die menschewistischen Eselsohren der Opposition vor aller Welt gezeigt.

Viertens. Die Frage nach dem Charakter unserer Revolution. Wenn die Möglichkeit der siegreichen Errichtung des Sozialismus in unserem Lande geleugnet wird, wenn das Vorhandensein der Diktatur des Proletariats geleugnet wird, wenn die Notwendigkeit eines Blocks der Arbeiterklüse mit der Bauernschaft geleugnet wird - was bleibt dann von unserer Revolution, von ihrem sozialistischen Charakter übrig? Natürlich nichts, einfach gar nichts. Das Proletariat ist zur Macht gekommen, es hat die bürgerliche Revolution zu Ende geführt, die Bauernschaft kann jetzt mit der Revolution nichts mehr anfangen, da sie bereits den Boden erhalten hat - also kann das Proletariat abtreten und anderen Klassen das Feld räumen.

Da haben Sie die Einstellung der Opposition, wenn man bis zu den Wurzeln der oppositionellen Anschauungen vordringt.

Da haben Sie alle Wurzeln des Kapitulantentums unserer Opposition. Nicht umsonst wird sie von dem Kapitulanten Abramowitsch aus dem „Bund“ gelobt.

Fünftens. Die Frage der Lenin schen Einstellung bei der Führung kolonialer Revolutionen. Lenin ging aus von dem Unterschied zwischen imperialistischen und unterdrückten Ländern, zwischen der Politik des Kommunismus in den Ländern des Imperialismus und der Politik des Kommunismus in den Kolonialländern. Von diesem Unterschied ausgehend, sagte er schon während des Krieges, dass die Idee der Vaterlandsverteidigung, die in imperialistischen Ländern für den Kommunismus unannehmbar und konterrevolutionär ist, in unterdrückten Ländern, die einen Befreiungskrieg gegen den Imperialismus führen, vollauf annehmbar und gerechtfertigt ist.

Gerade deshalb hielt Lenin in einem bestimmten Stadium und für eine bestimmte Frist die Möglichkeit eines Blocks und sogar eines Bündnisses mit der nationalen Bourgeoisie der Kolonialländer für zulässig, wenn diese gegen den Imperialismus Krieg führt und wenn sie die Kommunisten nicht daran hindert, die Arbeiter und die bäuerliche Armut im Geiste des Kommunismus zu erziehen.

Der Sündenfall der Opposition besteht hier darin, dass sie mit dieser Einstellung Lenin s endgültig bricht und zur Einstellung der II. Internationale hinabsinkt, die die Zweckmäßigkeit einer Unterstützung revolutionärer Kriege der Kolonialländer gegen den Imperialismus verneint. Eben daraus erklärt es sich, dass unsere Opposition in der Frage der chinesischen Revolution so sehr in die Patsche geraten ist.

Da haben Sie eine weitere Meinungsverschiedenheit.

Sechstens. Die Frage der Einheitsfronttaktik in der internationalen Arbeiterbewegung. Der Sündenfall der Opposition besteht hier darin, dass sie mit der Lenin schen Taktik in der Frage der allmählichen Gewinnung der Millionenmassen der Arbeiterklasse für den Kommunismus bricht. Damit die Millionenmassen der Arbeiterklasse für den Kommunismus gewonnen werden, ist es nicht nur notwendig, dass die Politik der Partei richtig ist. Eine richtige Politik der Partei ist eine große Sache, aber bei weitem noch nicht alles. Damit die Millionenmassen der Arbeiterklasse auf die Seite des Kommunismus übergehen, ist es notwendig, dass sich die Massen selbst an Hand eigener Erfahrungen von der Richtigkeit der Politik des Kommunismus überzeugen. Damit sich aber die Massen davon überzeugen, dazu bedarf es Zeit, dazu ist es notwendig, dass die Partei kundig und geschickt daran arbeite, die Massen an ihre Positionen heranzubringen, dass die Partei kundig und geschickt daran arbeite, die Millionenmassen von der Richtigkeit der Politik der Partei zu überzeugen.

Wir waren im April 1917 völlig im Recht, denn wir wussten, dass es zum Sturz der Bourgeoisie und zur Errichtung der Sowjetmacht kommen werde. Aber damals riefen wir die breiten Massen der Arbeiterklasse noch nicht zum Aufstand gegen die Macht der Bourgeoisie auf. Warum? Weil die Massen noch nicht die Möglichkeit gehabt hatten, sich von der Richtigkeit unserer unbedingt richtigen Politik zu überzeugen. Erst als sich die kleinbürgerlichen Parteien der Sozialrevolutionäre und der Menschewiki in den Hauptfragen der Revolution vollends blamiert hatten, erst als die Massen sich von der Richtigkeit unserer Politik zu überzeugen begannen, erst dann führten wir sie zum Aufstand. Und eben weil wir die Massen zur rechten Zeit zum Aufstand führten, eben deshalb trugen wir damals den Sieg davon.

Hier liegen die Wurzeln der Einheitsfrontidee. Lenin setzte die Einheitsfronttaktik ja gerade deswegen in Aktion, um es den von den Vor-urteilen des sozialdemokratischen Paktierertums infizierten Millionenmassen der Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder zu erleichtern, sich an Hand eigener Erfahrungen von der Richtigkeit der Politik der Kommunisten zu überzeugen und auf die Seite des Kommunismus überzugehen.

Der Sündenfall der Opposition besteht darin, dass sie diese Taktik glattweg ablehnt. Eine Zeitlang war sie Feuer und Flamme, war sie albern und unvernünftig für die Einheitsfronttaktik begeistert und begrüßte in jeder Weise das Abkommen mit dem Generalrat in England, hielt dieses Abkommen für „eine der ernstlichsten Friedensgarantien“, „eine der ernstlichsten Garantien gegen die Intervention“, eines der ernstlichsten Mittel „zur Unschädlichmachung des Reformismus in Europa“ (siehe das Referat Sinowjews auf dem XIV. Parteitag der KPdSU(B)). Als sie sich aber bitter enttäuscht sah in ihren Hoffnungen, den Reformismus mit Hilfe der Purcell und Hicks „unschädlich machen“ zu können, da verfiel sie in das andere Extrem und lehnte die Idee der Einheitsfronttaktik in Bausch und Bogen ab.

Hier, Genossen, haben Sie noch eine Meinungsverschiedenheit, die die völlige Abkehr der Opposition von der Lenin schen Einheitsfronttaktik demonstriert.

Siebentens. Die Frage des Lenin schen Parteiprinzips, der Lenin schen Einheit in der KPdSU(B) und in der Komintern. Die Opposition bricht hier glattweg mit der Lenin schen organisatorischen Einstellung und betritt den Weg der Bildung einer zweiten Partei, den Weg der Bildung einer neuen Internationale.

Da haben Sie die sieben Hauptfragen, die zeigen, dass die Opposition in allen diesen Fragen zum Menschewismus hinabgesunken ist.

Kann man diese menschewistischen Auffassungen der Opposition für vereinbar halten mit der Ideologie unserer Partei, mit dem Programm unserer Partei, mit ihrer Taktik, mit der Taktik der Komintern, mit der organisatorischen Einstellung des Lenin ismus?

Auf keinen Fall, für keinen Augenblick!

Sie werden sagen: Wie konnte bei uns eine solche Opposition aufkommen, wo sind ihre sozialen Wurzeln? Ich glaube, die sozialen Wurzeln der Opposition liegen im Ruin der kleinbürgerlichen Stadtschichten angesichts unserer Entwicklung, in der Unzufriedenheit dieser Schichten mit dem Regime der Diktatur des Proletariats, in dem Streben dieser Schichten nach Änderung dieses Regimes, nach seiner „Verbesserung“ im Geiste der Einführung der bürgerlichen Demokratie.

Ich habe bereits gesagt, dass infolge unseres Vormarsches, infolge des Wachstums unserer Industrie, infolge des steigenden Anteils der sozialistischen Wirtschaftsformen ein Teil der Kleinbourgeoisie, besonders der städtischen Bourgeoisie, ruiniert wird und untergeht. Die Opposition widerspiegelt das Murren und die Unzufriedenheit dieser Schichten mit dem Regime der proletarischen Revolution.

Da stecken die sozialen Wurzeln der Opposition.

4. Was nun weiter?

Was soll mit der Opposition weiter geschehen?

Bevor wir zu dieser Frage übergehen, möchte ich Ihnen die Geschichte des Versuchs einer Zusammenarbeit mit Trotzki erzählen, den Kamenew im Jahre 1910 unternahm. Das ist eine sehr interessante Frage. Umso mehr, als sie einen gewissen Schlüssel liefern kann zur richtigen Lösung der gestellten Frage. Im Jahre 1910 fand eine Plenarsitzung unseres ZK im Ausland statt. Behandelt wurde die Frage der Beziehungen der Bolschewiki zu den Menschewiki, insbesondere zu Trotzki (wir waren damals Teil einer gemeinsamen Partei, der auch die Menschewiki angehörten, und bezeichneten uns als Fraktion). Die Plenarsitzung sprach sich für eine Versöhnung mit den Menschewiki, also auch mit Trotzki aus, trotz Lenin und gegen Lenin . Lenin blieb in der Minderheit. Und was tat Kamenew? Kamenew nahm es auf sich, die Zusammenarbeit mit Trotzki zustande zu bringen. Und er brachte die Zusammenarbeit zustande, nicht ohne Wissen und Zustimmung Lenin s, denn Lenin wollte, dass Kamenew sich durch Erfahrungen überzeuge von der Schädlichkeit und Unzulässigkeit einer Zusammenarbeit mit Trotzki gegen den Bolschewismus.

Hören wir, was Kamenew darüber erzählt:

„Im Jahre 1910 unternahm die Mehrheit unserer Fraktion den Versuch einer Versöhnung und Verständigung mit Gen. Trotzki. Wladimir Iljitsch stand diesem Versuch scharf ablehnend gegenüber, und gewissermaßen ‚zur Strafe’ für die Hartnäckigkeit, mit der ich versuchte, eine Verständigung mit Trotzki herbeizuführen, bestand er darauf, dass gerade ich vom Zentralkomitee als dessen Vertreter in die Redaktion der Zeitung des Gen. Trotzki delegiert würde. Im Herbst 1910, nachdem ich einige Monate in dieser Redaktion gearbeitet hatte, überzeugte ich mich davon, dass Wladimir Iljitsch recht gehabt hatte mit seiner ablehnenden Einstellung zu meiner ,versöhnlichen’ Linie, und mit seinem Einverständnis trat ich aus der Redaktion des Organs des Gen. Trotzki aus. Unser damaliger Bruch mit Gen. Trotzki fand seinen Niederschlag in einer Reihe von scharfen Artikeln im Zentralorgan der Partei. Gerade damals schlug Wladimir Iljitsch mir vor, eine Broschüre zu schreiben, die die Bilanz unserer Meinungsverschiedenheiten mit den liquidatorischen Menschewiki und mit Gen. Trotzki ziehen sollte. ‚Sie haben eine Verständigung mit dem linkesten (dem trotzkistischen) Flügel der antibolschewistischen Gruppierungen versucht, Sie haben sich von der Unmöglichkeit einer Verständigung überzeugt, also müssen Sie eine zusammenfassende Broschüre schreiben’, sagte mir Wladimir Iljitsch. Natürlich bestand Wladimir Iljitsch besonders darauf, dass gerade auf dem Gebiet der Beziehungen zwischen dem Bolschewismus und dem, was wir damals Trotzkismus nannten, alles ausgesprochen werde... bis zu Ende.“ (Vorwort L. Kamenews zu seiner Broschüre „Zwei Parteien“.)

Und das Resultat? Hören Sie weiter:

„Der Versuch einer gemeinsamen Arbeit mit Trotzki - ich wage zu behaupten, ein von mir ehrlich angestellter Versuch, wie ja meine von Trotzki heute missbrauchten Briefe und privaten Äußerungen beweisen - hat gezeigt, dass das Versöhnlertum unweigerlich zur Verteidigung des Liquidatorentums hinabsinkt, dass es entschieden auf dessen Seite tritt.“ (L. Kamenew, „Zwei Parteien“.)

Und weiter:

„Oh, wenn der ‚Trotzkismus’ als Stimmung in der Partei gesiegt hätte, was für ein herrliches Leben für das Liquidatorentum, für den Otsowismus, für alle sich gegen die Partei stemmenden Strömungen hätte dann begonnen.“ (Ebenda.)

Da haben Sie, Genossen, die Erfahrungen eines Versuchs, mit Trotzki zusammenzuarbeiten. (Zuruf: „Lehrreiche Erfahrungen.“) Kamenew legte die Ergebnisse dieses Versuchs damals in einer besonderen Broschüre dar, die im Jahre 1911 unter dem Titel „Zwei Parteien“ erschienen ist. Ich zweifle nicht daran, dass diese Broschüre von großem Nutzen gewesen ist für alle die Genossen, die sich noch Illusionen machten über eine Zusammenarbeit mit Trotzki.

Und nun stelle ich die Frage: Würde Kamenew nicht noch einmal den Versuch machen, eine Broschüre zu schreiben, ebenfalls unter dem Titel „Zwei Parteien“, und zwar über die jetzigen Erfahrungen seiner Zusammenarbeit mit Trotzki? (Allgemeines Gelächter, Beifall.) Vielleicht wäre das nicht unnützlich. Natürlich kann ich Kamenew nicht die Garantie geben, dass Trotzki jetzt nicht, ebenso wie damals, seine Briefe und intimen Äußerungen gegen ihn ausnutzen wird. (Allgemeine Heiterkeit.) Aber davor sollte man sich nicht fürchten. Auf jeden Fall muss hier die Wahl getroffen werden: entweder Furcht davor, dass Trotzki die Briefe Kamenews ausnutzt und dessen geheime Unterredungen mit Trotzki bekannt gibt - und dann die Gefahr, sich außerhalb der Partei zu stellen, oder Abschütteln jeder Furcht und Verbleiben in der Partei.

So ist die Frage jetzt gestellt, Genossen: entweder das eine oder das andere.

Man sagt, die Opposition habe eine Erklärung, die sie dem Parteitag zu unterbreiten beabsichtigt, wonach sie, die Opposition, sich allen Beschlüssen der Partei unterwirft und unterwerfen wird (Zuruf: „Ebenso wie im Oktober 1926?“), ihre Fraktion auflöst (Zuruf: „Das haben wir schon zweimal gehört!“) und ihre Ansichten, auf die sie nicht verzichtet (Zurufe: „Hört, hört!“ „Nein, wir lösen sie lieber selber auf!“), im Rahmen des Parteistatuts vertreten wird. (Zurufe: „Mit allerlei Vorbehalten.“ „Unsere Rahmen sind nicht aus Gummi.“)

Ich glaube, Genossen, dieser Trick wird nicht ziehen. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Anhaltender Beifall.) Auch wir haben, Genossen, gewisse Erfahrungen in Bezug auf Erklärungen (Beifall), gewisse Erfahrungen in Bezug auf zwei Erklärungen (Zurufe: „Sehr richtig!“), nämlich die vom 16.Oktober 1926 und vom 8. August 1927. Wozu hat dieser Versuch geführt? Ich schicke mich zwar nicht an, eine Broschüre über „Zwei Parteien“ zu schreiben, wage es aber zu erklären, dass dieser Versuch zu den negativsten Resultaten geführt hat (Zurufe: „Sehr richtig!“), zu einem zweimaligen Betrug an der Partei, zur Schwächung der Parteidisziplin. Welchen Grund hat jetzt die Opposition, von uns zu fordern, dass wir, der Parteitag der großen Partei, der Parteitag der Partei Lenin s, ihnen nach diesen Erfahrungen aufs Wort glauben sollen? (Zurufe: „Das wäre eine Dummheit.“ „Wer’s glaubt, fällt herein.“)

Es heißt, die Opposition rege auch die Wiederaufnahme der Ausgeschlossenen in die Partei an. (Zurufe: „Kommt nicht in Frage.“ „Die können in den menschewistischen Sumpf gehen.“) Ich glaube, Genossen, dass auch daraus nichts werden wird. (Anhaltender Beifall.)

Warum hat die Partei Trotzki und Sinowjew ausgeschlossen? Weil sie die Organisatoren des ganzen Werks der parteifeindlichen Opposition sind (Zurufe: „Sehr richtig!“), weil sie sich das Ziel gesteckt haben, die Gesetze der Partei zu brechen, weil sie sich eingebildet haben, man werde sich nicht erkühnen, sie anzutasten, weil sie sich in der Partei eine Adelsstellung verschaffen wollten.

Aber wollen wir etwa Adlige in der Partei haben, die Privilegien genießen, und Bauern, die solche Privilegien nicht haben? Glaubt man denn wirklich, wir Bolschewiki, die wir den Adelsstand mit den Wurzeln ausgerodet haben, würden ihn jetzt in unserer Partei wiederherstellen? (Beifall.)

Sie fragen: Warum haben wir Trotzki und Sinowjew aus der Partei ausgeschlossen? Weil wir in der Partei keine Adligen haben wollen. Weil bei uns in der Partei nur ein Gesetz gilt und alle Mitglieder der Partei gleiche Rechte haben. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Anhaltender Beifall.)

Wenn die Opposition in der Partei bleiben will, so soll sie sich dem Willen der Partei, ihren Gesetzen, ihren Direktiven ohne Vorbehalt, ohne Zweideutigkeiten fügen. Will sie das nicht, dann mag sie dahin gehen, wo sie sich wohler fühlt. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Beifall.) Neue Gesetze, die der Opposition Vergünstigungen gewähren, wollen und werden wir nicht schaffen. (Beifall.)

Man fragt nach den Bedingungen. Wir stellen nur eine Bedingung: Die Opposition muss völlig die Waffen strecken, sowohl in ideologischer als auch in organisatorischer Beziehung. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Anhaltender Bei f all.)

Sie muss ihre antibolschewistischen Ansichten offen und ehrlich widerrufen, vor aller Welt. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Anhaltender Beifall.)

Sie muss die Fehler, die sie begangen hat, Fehler, die zu einem Verbrechen gegen die Partei geworden sind, offen und ehrlich brandmarken, vor aller Welt.

Sie muss uns ihre Zellen übergeben, damit die Partei die Möglichkeit hat, sie restlos aufzulösen. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Anhaltender Beifall.)

Entweder sie nimmt das an oder sie verlässt die Partei. Geht sie aber nicht selber, dann werden wir sie hinausjagen. (Zurufe: „Sehr richtig!“ Anhaltender Beifall.)

So, Genossen, ist es um die Opposition bestellt.

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis