"Stalin"

Werke

Band 12

ÜBER DIE
RECHTE ABWEICHUNG IN DER KPdSU(B)

II
DIE KLASSENMÄSSIGEN VERÄNDERUNGEN
UND UNSERE MEINUNGSVERSCHIEDENHEITEN

Worin bestehen unsere Meinungsverschiedenheiten, womit hängen sie zusammen?

Sie hängen vor allen Dingen mit der Frage der klassenmäßigen Veränderungen zusammen, die in letzter Zeit in unserem Lande und in den kapitalistischen Ländern vor sich gehen. Manche Genossen glauben, dass die Meinungsverschiedenheiten in unserer Partei zufälligen Charakter tragen. Das ist falsch, Genossen. Das ist völlig falsch. Die Meinungsverschiedenheiten in unserer Partei sind entstanden auf der Grundlage der klassenmäßigen Veränderungen, auf der Grundlage der Verschärfung des Klassenkampfes, die in letzter Zeit vor sich geht und die einen Umschwung in der Entwicklung hervorruft.

Der Hauptfehler der Bucharingruppe besteht darin, dass sie diese Veränderungen und diesen Umschwung nicht sieht, nicht sieht und nicht bemerken will. Dadurch erklärt sich denn auch jenes Unverständnis für die neuen Aufgaben der Partei und der Komintern, das das charakteristische Merkmal der Bucharinschen Opposition bildet.

Haben Sie bemerkt, Genossen, dass die Führer der Bucharinschen Opposition in ihren Reden auf dem Plenum des ZK und der ZKK die Frage der klassenmäßigen Veränderungen in unserem Lande völlig umgangen, die Verschärfung des Klassenkampfes mit keinem Wort erwähnt und nicht einmal von ferne angedeutet haben, dass unsere Meinungsverschiedenheiten gerade mit dieser Verschärfung des Klassenkampfes zusammenhängen? Sie haben über alles gesprochen, sowohl über Philosophie als auch über Theorie, aber sie haben kein einziges Wort über die klassenmäßigen Veränderungen gesagt, die die Orientierung und die Praxis unserer Partei im gegenwärtigen Moment bestimmen.

Wodurch erklärt sich diese sonderbare Erscheinung? Vielleicht durch Vergesslichkeit? Natürlich nicht! Politiker können nicht das Wichtigste vergessen. Das erklärt sich dadurch, dass sie die neuen revolutionären Prozesse, die jetzt sowohl bei uns, in unserem Lande, wie auch in den kapitalistischen Ländern vor sich gehen, nicht sehen und nicht verstehen. Das erklärt sich dadurch, dass sie das Wichtigste übersehen haben, dass sie die klassenmäßigen Veränderungen übersehen haben, die zu übersehen ein Politiker nicht das Recht hat. Dadurch erklärt sich denn auch die Ratlosigkeit und Hilflosigkeit, die die Bucharinsche Opposition angesichts der neuen Aufgaben unserer Partei an den Tag legt.

Erinnern Sie sich der letzten Ereignisse in unserer Partei. Erinnern Sie sich der Losungen, die die Partei in letzter Zeit im Zusammenhang mit den neuen klassenmäßigen Veränderungen in unserem Lande ausgegeben hat. Ich meine solche Losungen wie die Losung der Selbstkritik, die Losung der Verschärfung des Kampfes gegen den Bürokratismus und der Reinigung des Sowjetapparats, die Losung der Heranbildung neuer Wirtschaftskader und roter Spezialisten, die Losung der Verstärkung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaftsbewegung, die Losung der Offensive gegen den Kulaken, die Losung der Senkung der Selbstkosten der Produktion und der grundlegenden Verbesserung der praktischen Arbeit der Gewerkschaften, die Losung der Parteireinigung usw. Manchen Genossen schienen diese Losungen sinnverwirrend und schwindelerregend. Aber es ist doch klar, dass diese Losungen die notwendigsten und aktuellsten Losungen der Partei im gegebenen Moment sind.

Die Sache begann damit, dass wir im Zusammenhang mit der Schachty-Affäre[2] aufs neue die Frage neuer Wirtschaftskader stellten, die Frage der Heranbildung roter Spezialisten aus den Reihen der Arbeiterklasse zur Ablösung der alten Spezialisten.

Was hat sich im Zusammenhang mit der Schachty-Affäre herausgestellt? Es hat sich herausgestellt, dass die Bourgeoisie noch längst nicht endgültig geschlagen ist, dass sie in unserem Wirtschaftsaufbau Schädlingsarbeit organisiert und weiter organisieren wird, dass unsere Wirtschafts-, Gewerkschafts- und zum Teil auch Parteiorganisationen die Wühlarbeit unserer Klassenfeinde übersehen haben, dass wir also unsere Organisationen mit allen Kräften und allen Mitteln festigen und verbessern müssen, indem wir ihre Klassenwachsamkeit entwickeln und festigen.

Im Zusammenhang damit hat die Frage der Losung der Selbstkritik an Schärfe gewonnen. Warum? Weil es unmöglich ist, unsere Wirtschafts-, Gewerkschafts- und Parteiorganisationen zu verbessern, weil es unmöglich ist, den Aufbau des Sozialismus vorwärts zu bringen und die Schädlingsarbeit der Bourgeoisie zu durchkreuzen, ohne die Kritik und Selbstkritik voll zu entfalten, ohne die Arbeit unserer Organisationen der Kontrolle der Massen zu unterstellen. Ist es doch eine Tatsache, dass es Schädlingsarbeit gegeben hat und noch immer gibt, nicht nur in den Kohlenrevieren, sondern auch in der Metallproduktion, in der Kriegsindustrie, im Volkskommissariat für Verkehrswesen, in der Gold- und Platinindustrie usw. usf. Daher die Losung der Selbstkritik.

Weiter stellten wir im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten der Getreidebeschaffung, im Zusammenhang mit den Vorstößen des Kulakentums gegen die Preispolitik der Sowjetmacht mit aller Schärfe die Frage der größtmöglichen Entwicklung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften, der Offensive gegen den Kulaken, der Organisierung der Getreidebeschaffung durch einen Druck auf die wohlhabenden kulakischen Elemente.

Was haben die Schwierigkeiten der Getreidebeschaffung gezeigt? Sie haben gezeigt, dass der Kulak nicht schläft, dass der Kulak wächst, dass er eine Wühlarbeit gegen die Politik der Sowjetmacht organisiert, während unsere Partei-, Sowjet- und Genossenschaftsorganisationen, jedenfalls ein Teil von ihnen, entweder den Feind nicht sehen oder sich mit ihm abfinden, statt gegen ihn zu kämpfen.

Daher die neue Zuspitzung der Losung der Selbstkritik, der Losung der Prüfung und Verbesserung unserer Parteiorganisationen sowie der Genossenschafts- und der Beschaffungsorganisationen überhaupt.

Weiter ergab sich im Zusammenhang mit den neuen Aufgaben, der Rekonstruktion der Industrie und der Landwirtschaft auf der Grundlage des Sozialismus, die Losung der systematischen Senkung der Selbstkosten der Produktion, der Festigung der Arbeitsdisziplin, der Entfaltung des sozialistischen Wettbewerbs usw. Diese Aufgaben erforderten eine Überprüfung der gesamten praktischen Arbeit der Gewerkschaften und des Sowjetapparats, eine grundlegende Belebung dieser Organisationen und ihre Säuberung von Elementen des Bürokratismus.

Daher die Zuspitzung der Losung des Kampfes gegen den Bürokratismus in den Gewerkschaften und im Sowjetapparat.

Schließlich die Frage der Losung der Parteireinigung. Es wäre lächerlich zu glauben, dass man unsere Sowjet-, Wirtschafts-, Gewerkschafts- und Genossenschaftsorganisationen festigen kann, dass man sie von dem Unrat des Bürokratismus reinigen kann, ohne der Partei selbst die nötige Schärfe verliehen zu haben. Es steht außer Zweifel, dass die bürokratischen Elemente nicht nur in den Wirtschafts- und Genossenschafts- sowie in den Gewerkschafts- und Sowjetorganisationen, sondern auch in den Organisationen der Partei selbst lebendig sind. Wenn die Partei die führende Kraft aller dieser Organisationen ist, so ist es klar, dass die Parteireinigung die notwendige Vorbedingung bildet, ohne die die Belebung und Verbesserung aller anderen Organisationen der Arbeiterklasse nicht restlos durchgeführt werden kann. Daher die Losung der Parteireinigung.

Sind diese Losungen zufällig? Nein, sie sind nicht zufällig. Sie sehen selbst, dass sie nicht zufällig sind. Sie sind die notwendigen Glieder einer unzerreißbaren Kette, die Offensive des Sozialismus gegen die Elemente des Kapitalismus heißt.

Sie hängen vor allen Dingen zusammen mit der Periode der Rekonstruktion unserer Industrie und unserer Landwirtschaft auf der Grundlage des Sozialismus. Was aber ist die Rekonstruktion der Volkswirtschaft auf der Grundlage des Sozialismus? Das ist die Offensive des Sozialismus gegen die kapitalistischen Elemente der Volkswirtschaft an der ganzen Front. Das ist ein überaus ernster Fortschritt der Arbeiterklasse unseres Landes auf dem Wege zur Errichtung des Sozialismus. Um aber diese Rekonstruktion durchzuführen, muss man vor allen Dingen die Kader des sozialistischen Aufbaus, sowohl in der Wirtschaft, in den Sowjetorganen und in den Gewerkschaften als auch in der Partei und in den Genossenschaften, verbessern und verstärken, muss man allen unseren Organisationen die nötige Schärfe verleihen, sie von Unrat säubern und die Aktivität der Millionenmassen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft heben.

Diese Losungen sind ferner mit der Tatsache des Widerstands der kapitalistischen Elemente der Volkswirtschaft gegen die Offensive des Sozialismus verbunden. Man darf die so genannte Schachty-Affäre nicht für einen Zufall halten. „Schachtyleute“ sitzen jetzt in allen Zweigen unserer Industrie. Viele von ihnen wurden herausgefischt, aber noch lange nicht alle. Die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen ist eine der gefährlichsten Formen des Widerstands gegen den sich entwickelnden Sozialismus. Die Schädlingsarbeit ist umso gefährlicher, als sie mit dem internationalen Kapital verbunden ist. Die Schädlingsarbeit der Bourgeoisie ist ein unzweifelhafter Beweis dafür, dass die kapitalistischen Elemente noch lange nicht die Waffen gestreckt haben, dass sie Kräfte zu neuen Vorstößen gegen die Sowjetmacht sammeln.

Was die kapitalistischen Elemente des Dorfes betrifft, so darf man den bereits das zweite Jahr andauernden Vorstoß des Kulakentums gegen die Preispolitik der Sowjetmacht erst recht nicht für einen Zufall halten. Viele können sich bis jetzt noch nicht die Tatsache erklären, dass der Kulak bis zum Jahre 1927 sein Getreide von selbst hergab, nach dem Jahre 1927 aber aufhörte, das Getreide von selbst herzugeben. An diesem Umstand jedoch ist nichts Verwunderliches. War früher der Kulak noch verhältnismäßig schwach, hatte er nicht die Möglichkeit, seine Wirtschaft ernstlich auszubauen, hatte er nicht genügend Kapitalien zur Stärkung seiner Wirtschaft und war er infolgedessen gezwungen, den ganzen oder fast den ganzen Überschuss seiner Getreideproduktion auf den Markt zu bringen, so hat er jetzt - nach einer Reihe von Jahren mit guter Ernte, nachdem er vermocht hat, seine Wirtschaft auszubauen, nachdem es ihm gelungen ist, die notwendigen Kapitalien anzusammeln - die Möglichkeit erhalten, auf dem Markt zu manövrieren, hat er die Möglichkeit erhalten, das Brotgetreide, diese Valuta aller Valuten, als Reserve für sich zurückzuhalten, und zieht es vor, Fleisch, Hafer, Gerste und andere weniger wichtige Produkte auf den Markt zu bringen. Es wäre lächerlich, jetzt darauf zu hoffen, der Kulak werde freiwillig Getreide hergeben.

Hier liegt die Wurzel des Widerstands, den der Kulak jetzt der Politik der Sowjetmacht entgegensetzt.

Was ist aber der Widerstand der kapitalistischen Elemente in Stadt und Land gegen die Offensive des Sozialismus? Das ist eine Umgruppierung der Kräfte der Klassenfeinde des Proletariats zu dem Zwecke, das Alte gegen das Neue zu behaupten. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass diese Umstände zur Verschärfung des Kampfes der Klassen führen müssen. Um aber den Widerstand der Klassenfeinde zu brechen und den Weg für den Vormarsch des Sozialismus frei zu machen, muss man, von allem anderen abgesehen, allen unseren Organisationen die nötige Schärfe verleihen, sie vom Bürokratismus säubern, ihre Kader verbessern und die Millionenmassen der Arbeiterklasse und der werktätigen Schichten des Dorfes gegen die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land mobilisieren.

Auf der Grundlage dieser klassenmäßigen Veränderungen ergaben sich die jetzigen Losungen unserer Partei.

Dasselbe muss man von den klassenmäßigen Veränderungen in den kapitalistischen Ländern sagen. Es wäre lächerlich zu glauben, die Stabilisierung des Kapitalismus habe keine Veränderungen erfahren. Erst recht lächerlich wäre es zu behaupten, dass die Stabilisierung sich festige und dauerhaft werde. In Wirklichkeit wird die Stabilisierung des Kapitalismus mit jedem Monat, mit jedem Tag immer mehr unterhöhlt und zerrüttet. Die Verschärfung des Kampfes um die äußeren Märkte und um die Rohstoffe, das Wachsen der Rüstungen, das Wachsen des Antagonismus zwischen Amerika und England, das Wachsen des Sozialismus in der UdSSR, die Linksentwicklung der Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder, die Welle der Streiks und Klassenschlachten in den Ländern Europas, das Wachsen der revolutionären Bewegung in den Kolonien, darunter in Indien, das Wachsen des Kommunismus in allen Ländern der Welt - das alles sind Tatsachen, die ganz eindeutig davon sprechen, dass in den Ländern des Kapitalismus die Elemente eines neuen revolutionären Aufschwungs heranreifen.

Daher die Aufgabe, den Kampf gegen die Sozialdemokratie als die soziale Stütze des Kapitalismus und vor allen Dingen gegen ihren „linken“ Flügel zu verschärfen.

Daher die Aufgabe, den Kampf gegen die rechten Elemente in den kommunistischen Parteien, gegen die Agentur des sozialdemokratischen Einflusses, zu verschärfen.

Daher die Aufgabe, den Kampf gegen das Versöhnlertum gegenüber der rechten Abweichung als die Zufluchtsstätte des Opportunismus in den kommunistischen Parteien zu verschärfen.

Daher die Losung der Reinigung der kommunistischen Parteien von den sozialdemokratischen Traditionen.

Daher die so genannte neue Taktik des Kommunismus in den Gewerkschaften.

Manche Genossen verstehen nicht den Sinn und die Bedeutung dieser Losungen. Aber ein Marxist wird immer verstehen, dass ohne Verwirklichung dieser Losungen die Vorbereitung der proletarischen Massen zu neuen Klassenkämpfen und der Sieg über die Sozialdemokratie undenkbar wären, dass es sonst unmöglich wäre, eine Auslese wirklicher Führer der kommunistischen Bewegung vorzunehmen, die fähig sind, die Arbeiterklasse in den Kampf gegen den Kapitalismus zu führen.

Das, Genossen, sind jene klassenmäßigen Veränderungen in unserem Lande und in den Ländern des Kapitalismus; auf deren Grundlage die jetzigen Losungen unserer Partei, sowohl auf der Linie ihrer inneren Politik als auch auf der Linie der Komintern, erwachsen sind.

Unsere Partei sieht diese klassenmäßigen Veränderungen. Sie versteht die Bedeutung der neuen Aufgaben und mobilisiert die Kräfte zur Lösung dieser Aufgaben. Daher tritt sie den Ereignissen gerüstet entgegen. Daher fürchtet sie die Schwierigkeiten nicht, die ihrer harren, denn sie ist bereit, sie zu überwinden.

Das Unglück der Bucharingruppe besteht darin, dass sie diese klassenmäßigen Veränderungen nicht sieht und die neuen Aufgaben der Partei nicht begreift. Und eben deshalb, weil sie sie nicht begreift, befindet sie sich in einem Zustand völliger Ratlosigkeit, ist sie bereit, vor den Schwierigkeiten die Flucht zu ergreifen, vor ihnen zurückzuweichen und zu kapitulieren.

Haben Sie je Fischer vor dem Sturm auf einem großen Fluss, wie etwa dem Jenissej, gesehen? Ich habe sie öfter gesehen. Die eine Gruppe von Fischern mobilisiert angesichts des hereingebrochenen Sturmes alle ihre Kräfte, feuert ihre Leute an und führt das Boot kühn dem Sturm entgegen: „Haltet, Jungens, fester das Steuer, schneidet die Wellen, wir schaffen's!“

Doch gibt es auch eine andere Sorte von Fischern, die, das Herannahen des Sturmes fühlend, den Mut sinken lassen, zu jammern beginnen und ihre eigenen Reihen demoralisieren: „Wehe uns, der Sturm bricht los, nieder, Jungens, auf den Boden des Bootes, macht die Augen zu, vielleicht werden wir auf irgendeine Weise ans Ufer getrieben.“ (Allgemeine Heiterkeit.)

Braucht man noch zu beweisen, dass die Einstellung und Haltung der Bucharingruppe und die Einstellung und Haltung der zweiten Gruppe von Fischern, die in panischem Schrecken vor den Schwierigkeiten zurückweichen, einander wie zwei Tropfen Wasser gleichen?Wir sagen, dass in Europa die Voraussetzungen eines neuen revolutionären Aufschwungs heranreifen, dass uns dieser Umstand neue Aufgaben auferlegt in Bezug auf die Verstärkung des Kampfes gegen die rechte Abweichung in den kommunistischen Parteien und die Verjagung der rechten Abweichler aus der Partei, auf die Verstärkung des Kampfes gegen das Versöhnlertum, das die rechte Abweichung deckt, auf die Verstärkung des Kampfes gegen die sozialdemokratischen Traditionen in den kommunistischen Parteien usw. usf. Bucharin erwidert uns jedoch, das alles sei Unsinn, wir hätten keine solchen neuen Aufgaben, es gehe in Wirklichkeit darum, dass die Mehrheit des ZK ihn, das heißt Bucharin, zu „prügeln“ wünsche.

Wir sagen, dass die klassenmäßigen Veränderungen in unserem Lande uns neue Aufgaben auferlegen, die eine systematische Senkung der Selbstkosten der Produktion und eine Festigung der Arbeitsdisziplin in den Betrieben erfordern, dass die Verwirklichung dieser Aufgaben ohne grundlegende Änderung der ganzen praktischen Arbeit der Gewerkschaften unmöglich ist. Tomski erwidert uns jedoch, das alles sei Unsinn, wir hätten keine solchen neuen Aufgaben, es gehe in Wirklichkeit darum, dass die Mehrheit des ZK ihn, das heißt Tomski, zu „prügeln“ wünsche.

Wir sagen, dass die Rekonstruktion der Volkswirtschaft uns neue Aufgaben auferlegt in Bezug auf die Verstärkung des Kampfes gegen den Bürokratismus des Sowjet- und Wirtschaftsapparats, die Säuberung dieses Apparates von verrotteten und fremden Elementen, von Schädlingen usw. usf. Rykow erwidert uns jedoch, das alles sei Unsinn, wir hätten keine solchen neuen Aufgaben, es gehe in Wirklichkeit darum, dass die Mehrheit des ZK ihn, das heißt Rykow, zu „prügeln“ wünsche.

Nun, ist das nicht lächerlich, Genossen? Ist es etwa nicht klar, dass Bucharin, Rykow und Tomski auf der ganzen Welt nichts als ihren eigenen Nabel sehen?

Das Unglück der Bucharingruppe besteht darin, dass sie die neuen klassenmäßigen Veränderungen nicht sieht und die neuen Aufgaben der Partei nicht begreift. Und eben weil sie sie nicht begreift, ist sie gezwungen, hinter den Ereignissen einher zu trotten und vor den Schwierigkeiten zu kapitulieren.

Hier liegt die Wurzel unserer Meinungsverschiedenheiten.

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