"Stalin"

Werke

Band 12

ÜBER DIE
RECHTE ABWEICHUNG IN DER KPdSU(B)

V
FRAGEN DER PARTEIFÜHRUNG

Wir haben somit alle Hauptfragen unserer Meinungsverschiedenheiten, sowohl auf dem Gebiet der Theorie als auch auf dem Gebiet der Komintern- und der Innenpolitik unserer Partei, erörtert. Aus dem Gesagten geht hervor, dass die Behauptung Rykows, es bestünde bei uns eine einheitliche Linie, nicht der Wirklichkeit entspricht. Aus dem Gesagten geht hervor, dass es bei uns tatsächlich zwei Linien gibt. Die eine Linie, das ist die Generallinie der Partei, die revolutionäre Lenin sche Linie unserer Partei. Die andere Linie, das ist die Linie der Bucharingruppe. Diese zweite Linie hat sich noch nicht vollständig herausgebildet, zum Teil deshalb, weil in den Reihen der Bucharingruppe eine unbeschreibliche Verwirrung der Ansichten herrscht, zum Teil aber deshalb, weil diese zweite Linie, deren relative Bedeutung in der Partei gering ist, sich so oder anders zu maskieren sucht. Aber immerhin existiert diese Linie, wie Sie sehen, und sie existiert als Linie, die sich von der Linie der Partei unterscheidet, als Linie, die sich der Generallinie der Partei fast in allen Fragen unserer Politik entgegenstellt. Diese zweite Linie ist die Linie der rechten Abweichung.

Gehen wir jetzt zu den Fragen der Parteiführung über.

a) Über den fraktionellen Charakter der Bucharingruppe

Bucharin sagte, dass es bei uns in der Partei keine Opposition gebe, dass sie, die Bucharingruppe, keine Opposition darstelle. Das stimmt nicht, Genossen. Aus der Diskussion auf dem Plenum ging mit aller Deutlichkeit hervor, dass wir es bei der Bucharingruppe mit einer neuen Opposition zu tun haben. Die oppositionelle Tätigkeit dieser Gruppe besteht darin, dass sie versucht, die Linie der Partei zu revidieren, dass sie versucht, die Linie der Partei zu ändern, und den Boden dafür bereitet, die Linie der Partei durch eine andere Linie, die Linie der Opposition, zu ersetzen, die nichts anderes sein kann als eine Linie der rechten Abweichung.

Bucharin sagte, dass die Drei keine fraktionelle Gruppe darstellen. Das stimmt nicht, Genossen. Die Bucharingruppe enthält alle Elemente einer Fraktion. Es gibt da sowohl eine Plattform als auch fraktionelle Abgeschlossenheit, sowohl Demissionspolitik als auch organisierten Kampf gegen das ZK. Was fehlt da noch? Warum die Wahrheit über den fraktionellen Charakter der Bucharingruppe verbergen, wenn er sowieso offen auf der Hand liegt? Das Plenum des ZK und der ZKK ist ja gerade deshalb zusammengetreten, um hier die ganze Wahrheit über unsere Meinungsverschiedenheiten auszusprechen. Die Wahrheit aber ist, dass die Bucharingruppe eine fraktionelle Gruppe ist. Und sie ist nicht einfach eine fraktionelle Gruppe, sondern - ich möchte sagen - die unangenehmste und erbärmlichste aller fraktionellen Gruppen, die wir in der Partei gehabt haben.

Das ist allein schon daraus ersichtlich, wie sie jetzt versucht, ein so geringfügiges Vorkommnis wie die Unruhen in Adsharien für ihre fraktionellen Zwecke auszunutzen. In der Tat, was bedeutet der so genannte „Aufstand“ in Adsharien im Vergleich zu solchen Aufständen wie dem Kronstädter Aufstand? Ich glaube, dass im Vergleich zu diesem Aufstand der so genannte „Aufstand“ in Adsharien nicht einmal soviel bedeutet wie ein Tropfen im Meer. Hat es Fälle gegeben, dass Trotzkisten oder Sinowjewleute versucht hätten, diesen ernsten Aufstand in Kronstadt gegen das ZK, gegen die Partei auszunutzen? Man muss zugeben, Genossen, dass es solche Fälle nicht gegeben hat. Im Gegenteil, die oppositionellen Gruppen, die wir in der Periode dieses ernsten Aufstands in der Partei hatten, halfen der Partei, ihn niederzuwerfen, und wagten es nicht, ihn gegen die Partei auszunutzen.

Wie aber verhält sich jetzt die Bucharingruppe? Sie hatten bereits Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass sie versucht, diesen mikroskopischen „Aufstand“ in Adsharien in erbärmlichster, schändlichster Weise gegen die Partei auszunutzen. Was ist das anders als fraktionelle Verblendung und fraktionelle Niedertracht in höchstem Grade?

Man verlangt offenbar von uns, dass in unseren an kapitalistische Staaten grenzenden Randgebieten nie Unruhen vorkommen sollen. Man verlangt offenbar von uns eine Politik, die alle Klassen unserer Gesellschaft befriedigt, sowohl die Reichen als auch die Armen, sowohl die Arbeiter als auch die Kapitalisten. Man verlangt offenbar von uns, dass es bei uns keine unzufriedenen Elemente geben soll. Haben sie nicht den Verstand verloren, diese Genossen aus der Bucharingruppe?

Wie kann man von uns verlangen, von Menschen der proletarischen Diktatur, die wir einen Kampf gegen die kapitalistische Welt sowohl innerhalb als auch außerhalb unseres Landes führen - wie kann man von uns verlangen, dass es bei uns im Lande keine Unzufriedenen geben soll und dass in einigen Randgebieten, die an uns feindliche kapitalistische Staaten grenzen, nicht mitunter Unruhen vorkommen? Wozu ist denn die kapitalistische Umkreisung da, wenn nicht dazu, dass das internationale Kapital alles daransetzt, um bei uns in den Grenzgebieten Aktionen der unzufriedenen Elemente unseres Landes gegen die Sowjetmacht zu organisieren? Wer, außer hohlköpfigen Liberalen, kann solche Forderungen an uns stellen? Ist es etwa nicht klar, dass fraktionelle Niedertracht die Menschen mitunter bis zu liberaler Blindheit und Borniertheit führen kann?

b) Über Loyalität und kollektive Leitung

Rykow hat hier beteuert, dass Bucharin in seinem Verhalten zum ZK unserer Partei eins der „untadligsten“ und „loyalsten“ Parteimitglieder sei.

Gestatten Sie, das zu bezweifeln. Wir können Rykow nicht aufs Wort glauben. Wir verlangen Tatsachen. Aber gerade Tatsachen kann Rykow nicht anführen.

Nehmen wir zum Beispiel eine Tatsache wie die hinter den Kulissen geführten Verhandlungen Bucharins mit der Kamenewgruppe, die mit den Trotzkisten in Verbindung steht, Verhandlungen über die Organisierung eines fraktionellen Blocks, über die Änderung der Politik des ZK, über die Änderung der Zusammensetzung des Politbüros, über die Ausnutzung der Getreidebeschaffungskrise zu einem Vorstoß gegen das ZK. Es fragt sich, wo bleibt denn hier die „Loyalität“, die „Untadligkeit“ Bucharins im Verhalten zu seinem ZK?

Ist das nicht im Gegenteil Verletzung jeder Loyalität durch ein Mitglied des Politbüros gegenüber seinem ZK, gegenüber seiner Partei? Wenn sich das Loyalität gegenüber dem ZK nennt, was nennt sich dann Verrat an seinem ZK?

Bucharin redet gern von Loyalität, von Ehrlichkeit, warum aber versucht er nicht, einen Blick auf sich selbst zu werfen und sich zu fragen, ob er nicht in ehrlosester Weise die elementaren Forderungen der Loyalität gegenüber seinem ZK verletzt, indem er hinter den Kulissen mit den Trotzkisten gegen sein ZK verhandelt und solcherart sein ZK verrät?

Bucharin sprach hier davon, dass es im ZK der Partei keine kollektive Leitung gäbe, und wollte uns einreden, dass die Mehrheit des Politbüros des ZK gegen die Forderungen einer kollektiven Leitung verstoße.

Natürlich, unser Plenum erträgt viel. Es kann auch diese schamlose und heuchlerische Erklärung Bucharins ertragen. Aber man muss wirklich jedes Schamgefühl verloren haben, wenn man sich erdreistet, auf dem Plenum in einer solchen Art gegen die Mehrheit des ZK aufzutreten.

In der Tat, von was für einer kollektiven Leitung kann hier die Rede sein, wenn die Mehrheit des ZK, die sich vor den Staatswagen gespannt hat und ihn mit Anspannung all ihrer Kräfte vorwärts bringt, die Bucharingruppe bittet, ihr bei diesem schwierigen Werk zu helfen, die Bucharingruppe aber ihrem ZK nicht nur nicht hilft, sondern im Gegenteil - es auf jede Weise stört, ihm Knüppel zwischen die Beine wirft, mit Demission droht und mit Feinden der Partei, mit den Trotzkisten, gegen das ZK unserer Partei Abmachungen trifft?

Wer, außer Heuchlern, kann leugnen, dass Bucharin, der mit den Trotzkisten einen Block gegen die Partei organisiert und sein ZK verrät, eine kollektive Leitung im Zentralkomitee unserer Partei weder wünscht noch verwirklichen wird?

Wer, außer Blinden, sieht nicht, dass Bucharin, wenn er von kollektiver Leitung im ZK schwätzt und dabei sich gegen die Mehrheit des ZK wendet, dies nur deshalb tut, um dadurch seine verräterische Haltung zu maskieren?

Es muss hervorgehoben werden, dass Bucharin nicht zum ersten Mal gegen die elementaren Forderungen der Loyalität gegenüber dem ZK der Partei und der kollektiven Leitung im ZK verstößt. Die Geschichte unserer Partei kennt Beispiele, wo Bucharin zu Lebzeiten Lenin s, in der Periode des Brester Friedens, als er in der Frage des Friedens in der Minderheit geblieben war, zu den linken Sozialrevolutionären lief, zu den Feinden unserer Partei, mit ihnen Verhandlungen hinter den Kulissen führte und versuchte, mit ihnen einen Block gegen Lenin und das ZK zu bilden. Was er damals mit den linken Sozialrevolutionären abmachte - das ist uns leider noch unbekannt[10]. Aber bekannt ist uns, dass die linken Sozialrevolutionäre damals die Absicht hatten, Lenin zu verhaften und einen antisowjetischen Umsturz zu vollführen... Am erstaunlichsten aber ist, dass Bucharin, während er zu den linken Sozialrevolutionären lief und mit ihnen gegen das ZK konspirierte, genau wie jetzt fortfuhr, über die Notwendigkeit einer kollektiven Leitung zu schreien.

Die Geschichte unserer Partei kennt außerdem Beispiele, wo Bucharin zu Lebzeiten Lenin s, als er die Mehrheit im Moskauer Gebietsbüro unserer Partei hatte und als die Gruppe „linker“ Kommunisten hinter ihm stand, alle Mitglieder der Partei dazu aufrief, dem ZK der Partei ihr Misstrauen auszusprechen, die Unterordnung unter das ZK zu verweigern und die Frage der Spaltung in unserer Partei zu stellen. Das war in der Periode des Brester Friedens, nachdem das ZK bereits den Beschluss gefasst hatte über die Notwendigkeit, die Bedingungen des Brester Friedens anzunehmen.

So sehen die Loyalität und die kollektive Leitung bei Bucharin aus.

Rykow sprach hier von der Notwendigkeit kollegialer Arbeit. Dabei deutete er auf die Mehrheit des Politbüros und behauptete, dass er und seine nächsten Freunde für kollegiale Arbeit seien, die Mehrheit des Politbüros also - gegen kollegiale Arbeit sei. Dabei führte Rykow nicht eine einzige Tatsache zur Bekräftigung seiner Behauptung an.

Um diese Rykowsche Fabel zu entlarven, gestatten Sie, einige Tatsachen anzuführen, einige Beispiele, die zeigen, wie Rykows kollegiale Arbeit aussieht.

Erstes Beispiel. Sie kennen die Geschichte mit der Ausfuhr von Gold nach Amerika. Viele von Ihnen glauben vielleicht, das Gold sei auf Beschluss des Rates der Volkskommissare oder des ZK, oder im Einverständnis mit dem ZK, oder mit Wissen des ZK nach Amerika ausgeführt worden. Aber das stimmt nicht, Genossen. Das ZK und der Rat der Volkskommissare haben damit gar nichts zu tun. Bei uns gibt es einen Beschluss, dass Gold ohne Sanktion des ZK nicht ausgeführt werden darf. Dieser Beschluss wurde jedoch verletzt. Wer hat denn nun die Erlaubnis gegeben, Gold auszuführen? Es stellt sich heraus, dass das Gold mit Erlaubnis eines der Stellvertreter Rykows, mit Wissen Rykows und mit seinem Einverständnis ausgeführt wurde.

Ist das etwa kollegiale Arbeit?

Zweites Beispiel. Ich meine die Verhandlungen mit einer der großen Privatbanken Amerikas, deren Vermögen nach dem Oktoberumsturz nationalisiert wurde und die jetzt Schadenersatz verlangt. Dem ZK wurde bekannt, dass ein Vertreter unserer Staatsbank mit dieser Bank Verhandlungen über die Bedingungen des Schadenersatzes führt.

Die Frage der Befriedigung privater Forderungen auf Schadenersatz ist, wie Sie wissen, eine der ernstesten Fragen, die sich direkt auf unsere Außenpolitik beziehen. Man könnte meinen, dass diese Verhandlungen mit Einwilligung des Rates der Volkskommissare oder des ZK geführt worden seien. Das stimmt jedoch nicht, Genossen. Das ZK und der Rat der Volkskommissare haben damit gar nichts zu tun. Als dann das ZK von diesen Verhandlungen erfuhr, beschloss es, dass sie abzubrechen sind. Aber die Frage ist: Wer hat diese Verhandlungen sanktioniert? Es stellt sich heraus, dass sie von einem der Stellvertreter Rykows, mit Wissen Rykows und mit seinem Einverständnis sanktioniert worden waren.

Ist das etwa kollegiale Arbeit?

Drittes Beispiel. Es handelt sich um die Versorgung der Kulaken und der Mittelbauern mit landwirtschaftlichen Maschinen. Es handelt sich darum, dass der Wirtschaftsrat der RSFSR[11], in dem einer der Stellvertreter Rykows für die RSFSR den Vorsitz führt, beschloss, die Versorgung der Mittelbauern mit landwirtschaftlichen Maschinen einzuschränken und die Versorgung der Oberschichten des Dorfes, das heißt der Kulaken, mit Maschinen zu erhöhen. Hier ist der Wortlaut dieses parteifeindlichen und antisowjetischen Beschlusses des Wirtschaftsrats der RSFSR:

„Für die Kasachische und die Baschkirische ASSR, für die Sibirische Region und die Unter-Wolga-Region sowie für das Mittel-Wolga-Gebiet und das Ural-Gebiet werden die im vorliegenden Punkt festgesetzten Prozentsätze für den Absatz landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte an die Oberschichten des Dorfes bis zu 20 Prozent erhöht und an die mittelbäuerlichen Schichten bis zu 30 Prozent herabgesetzt.“

Wie gefällt Ihnen das: Der Wirtschaftsrat der RSFSR nimmt in der Periode der verstärkten Offensive der Partei gegen die Kulaken und der Organisierung der Massen der armen und Mittelbauern gegen das Kulakentum einen Beschluss an über eine Herabsetzung der Norm für die Versorgung der Mittelbauern mit Maschinen und über eine Erhöhung der Norm für die Versorgung der Oberschichten des Dorfes.

Und das nennt sich Lenin sche, kommunistische Politik!

Als dann das ZK von diesem Fall erfuhr, hob es den Beschluss des Wirtschaftsrats auf. Aber wer hat diesen antisowjetischen Beschluss sanktioniert? Einer der Stellvertreter Rykows hat ihn mit Wissen Rykows und mit seinem Einverständnis sanktioniert.

Ist das etwa kollegiale Arbeit?

Diese Beispiele dürften wohl genügen, um zu zeigen, wie die kollegiale Arbeit Rykows und seiner Stellvertreter aussieht.

c) Über den Kampf gegen die rechte Abweichung

Bucharin sprach von einer „Zivilhinrichtung“ dreier Mitglieder des Politbüros, die, wie er sagt, von den Organisationen unserer Partei „geprügelt“ werden. Er sagte, die Partei habe drei Mitglieder des Politbüros, Bucharin, Rykow und Tomski, zum Opfer einer „Zivilhinrichtung“ gemacht, indem sie ihre Fehler in der Presse und in Versammlungen kritisierte, während diese drei Mitglieder des Politbüros zum Schweigen „gezwungen“ waren.

Das ist alles Unsinn, Genossen. Das sind falsche Worte eines liberalisierenden Kommunisten, der die Partei in ihrem Kampf gegen die rechte Abweichung zu desorganisieren versucht. Bei Bucharin sieht es so aus: Wenn er und seine Freunde tief in rechtsopportunistischen Fehlern stecken, so hat die Partei nicht das Recht, diese Fehler zu entlarven, so muss die Partei den Kampf gegen die rechte Abweichung einstellen und den Moment abwarten, da es Bucharin und seinen Freunden belieben wird, sich von ihren Fehlern loszusagen.

Verlangt Bucharin nicht zuviel von uns? Meint er vielleicht, dass die Partei für ihn existiert und nicht er für die Partei? Wer zwingt ihn aber, zu schweigen, im Zustand der Ruhe zu verharren, wenn die ganze Partei gegen die rechte Abweichung mobilisiert ist und entschlossen gegen die Schwierigkeiten kämpft? Warum sollten Bucharin und seine nächsten Freunde jetzt nicht auftreten und einen entschiedenen Kampf gegen die rechte Abweichung und das Versöhnlertum ihr gegenüber führen? Kann denn irgendjemand daran zweifeln, dass die Partei es begrüßen würde, wenn Bucharin und seine nächsten Freunde sich zu diesem, nicht gar so schwierigen Schritt entschlössen? Weshalb entschließen sie sich nicht zu diesem Schritt, zu dem sie schließlich und endlich verpflichtet sind? Nicht vielleicht deshalb, weil sie die Interessen ihrer Gruppe höher stellen als die Interessen der Partei und ihrer Generallinie? Wer ist denn schuld daran, dass Bucharin, Rykow und Tomski im Kampf gegen die rechte Abweichung nicht zur Stelle waren? Ist es nicht klar, dass das Gerede von der „Zivilhinrichtung“ dreier Mitglieder des Politbüros ein schlecht maskierter Versuch der drei Mitglieder des Politbüros ist, die Partei zum Schweigen und zur Einstellung des Kampfes gegen die rechte Abweichung zu zwingen?

Der Kampf gegen die rechte Abweichung darf nicht als untergeordnete Aufgabe unserer Partei betrachtet werden. Der Kampf gegen die rechte Abweichung ist eine der entscheidenden Aufgaben unserer Partei. Wenn wir in unserer eigenen Mitte, in unserer eigenen Partei, im politischen Stab des Proletariats, der die Bewegung leitet und das Proletariat vorwärts führt - wenn wir in diesem Stab die freie Existenz und die freie Tätigkeit der rechten Abweichler zulassen, die den Versuch machen, die Partei zu demobilisieren, die Arbeiterklasse zu zersetzen, unsere Politik dem Geschmack der „Sowjet“bourgeoisie anzupassen und auf diese Weise vor den Schwierigkeiten unseres sozialistischen Aufbaus die Segel zu streichen - wenn wir all dies zulassen, was wird das dann bedeuten? Wird das nicht bedeuten, dass wir bereit sind, der Revolution den Rücken zu kehren, unseren sozialistischen Aufbau zu desorganisieren, vor den Schwierigkeiten davonzulaufen, den kapitalistischen Elementen Positionen preiszugeben?

Begreift die Bucharingruppe nicht, dass der Verzicht auf den Kampf gegen die rechte Abweichung Verrat an der Arbeiterklasse, Verrat an der Revolution bedeutet?

Begreift die Bucharingruppe nicht, dass es ohne Überwindung der rechten Abweichung und des Versöhnlertums ihr gegenüber unmöglich ist, die Schwierigkeiten, vor denen wir stehen, zu überwinden, und dass es ohne die Überwindung dieser Schwierigkeiten unmöglich ist, im sozialistischen Aufbau entscheidende Erfolge zu erringen?

Welchen Wert haben nach alledem die kläglichen Worte von der „Zivilhinrichtung“ dreier Mitglieder des Politbüros?

Nein, Genossen, mit dem liberalen Geschwätz von der „Zivilhinrichtung“ werden die Bucharinleute die Partei nicht schrecken. Die Partei fordert von ihnen den entschiedenen Kampf gegen die rechte Abweichung und das Versöhnlertum ihr gegenüber, in Reih und Glied mit allen Mitgliedern des ZK unserer Partei. Sie fordert das von der Bucharingruppe, um die Mobilisierung der Arbeiterklasse zu erleichtern, den Widerstand der Klassenfeinde zu brechen und die entschlossene Überwindung der Schwierigkeiten unseres sozialistischen Aufbaus zu organisieren.

Entweder werden die Bucharinleute diese Forderung der Partei erfüllen - dann wird die Partei das begrüßen, oder sie werden es nicht tun dann aber mögen sie sich die Folgen selber zuschreiben.

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