"Stalin"

Werke

Band 12

ANMERKUNGEN

  1. Das Plenum des ZK und der ZKK der KPdSU(B) tagte vom 16. bis zum 23. April 1929. Das Plenum behandelte folgende Fragen: 1. innerparteiliche Angelegenheiten; 2. Fragen der XVI. Unionsparteikonferenz; 3. über die Parteireinigung. Das Plenum billigte die in der gemeinsamen Sitzung des Politbüros des ZK und des Präsidiums der ZKK am 9. Februar 1929 angenommene Resolution über innerparteiliche Angelegenheiten und verurteilte in einer besonderen Resolution die rechtsopportunistische Tätigkeit Bucharins, Rykows und Tomskis. Das Plenum billigte die vom Politbüro eingebrachten Thesen über den Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft, über die Wege zur Hebung der Landwirtschaft und über Steuererleichterungen für den Mittelbauern, über die Ergebnisse und die nächsten Aufgaben des Kampfes gegen den Bürokratismus und beschloss, diese Thesen der XVI. Unionsparteikonferenz vorzulegen. Das Plenum beschloss ferner, die im Wesentlichen gebilligten Thesen über die Parteireinigung und die Überprüfung der Mitglieder und Kandidaten der KPdSU(B) der XVI. Parteikonferenz vorzulegen. J. W. Stalin hielt in der Sitzung des Plenums am 22. April die Rede „Über die rechte Abweichung in der KPdSU(B)“. (Die Resolutionen des Plenums des ZK und der ZKK der KPdSU(B) siehe in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 311-323, russ.)

  2. Gemeint ist die Schädlingsarbeit der konterrevolutionären Organisation bürgerlicher Spezialisten, die in den Jahren 1923 bis 1928 in Shachtybezirk und in anderen Bezirken des Donezbeckens ihr Unwesen trieb.

  3. Der VI. Kongress der Komintern tagte in Moskau vom 17. Juli bis zum 1. September 1928. Der Kongress erörterte den Rechenschaftsbericht des Exekutivkomitees der Komintern, die Rechenschaftsberichte des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale und der Internationalen Kontrollkommission, Maßnahmen des Kampfes gegen die Gefahr imperialistischer Kriege, das Programm der Kommunistischen Internationale, die Frage der revolutionären Bewegung in den kolonialen und halbkolonialen Ländern, die Wirtschaftslage in der UdSSR und die Lage in der KPdSU(B) und bestätigte das Statut der Komintern. In seinen Beschlüssen wies der Kongress auf das Anwachsen der inneren Gegensätze des Kapitalismus hin, deren unvermeidliche Folge die Erschütterung der kapitalistischen Stabilisierung und eine heftige Verschärfung der allgemeinen Krise des Kapitalismus ist. Der Kongress legte die Aufgaben der Kommunistischen Internationale fest, die sich aus den neuen Bedingungen des Kampfes der Arbeiter-klasse ergaben, er mobilisierte die kommunistischen Parteien zum verstärkten Kampf gegen die rechte Abweichung als die Hauptgefahr und gegen das Versöhnlertum ihr gegenüber. Der Kongress hob die Erfolge des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR hervor sowie ihre Bedeutung für die Festigung der revolutionären Positionen des internationalen Proletariats und rief die Werktätigen der ganzen Welt zur Verteidigung der Sowjetunion auf. J. W. Stalin nahm an der Arbeit des Kongresses führenden Anteil, er wurde in das Präsidium des Kongresses, in die Programmkommission und in die politische Kommission gewählt, die mit der Ausarbeitung der Thesen über die internationale Lage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale beauftragt wurde.

  4. Gemeint ist das Plenum des Zentralkomitees der KPdSU(B), das unter Teilnahme von Mitgliedern der Zentralen Kontrollkommission und der Zentralen Revisionskommission vom 16. bis zum 24. November 1928 tagte.

  5. Kathedersozialismus - eine Richtung der bürgerlichen Ideologie, hauptsächlich der bürgerlichen politischen Ökonomie, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland entstand und später in England, Amerika und Frankreich weite Verbreitung fand. Die Vertreter dieser Richtung, bürgerlich-liberale Professoren, führten von den Kathedern der Universität herab (daher die Bezeichnung „Kathedersozialismus“) den Kampf gegen den Marxismus und die sich entfaltende revolutionäre Arbeiterbewegung, vertuschten die Widersprüche des Kapitalismus und predigten Klassenversöhnung. Die Kathedersozialisten leugneten den Klassencharakter des bürgerlichen Staates, leugneten, dass er ein Ausbeuterstaat ist, und behaupteten, er sei angeblich fähig, den Kapitalismus mittels sozialer Reformen zu vervollkommnen. Engels schrieb über die deutschen Kathedersozialisten: „Unsere Katheder-Sozialisten sind theoretisch nie mehr gewesen als leicht philanthropische Vulgärökonomen, und jetzt sind sie auf dem Niveau bloßer Apologeten des Bismarckschen Staatssozialismus angelangt.“ (K. Marx und F. Engels, „Werke“, Bd. XXVII, S.499 [deutsch in „Ausgewählte Briefe“, S. 465].) In Rußland wurden die bürgerlich-liberalen reformistischen Ideen der Kathedersozialisten von den legalen Marxisten gepredigt. Die russischen Menschewiki, die opportunistischen Parteien der II. Internationale und die heutigen Rechtssozialisten, die die Arbeiterbewegung den Interessen der Bourgeoisie unterzuordnen suchen und die das friedliche, allmähliche Hineinwachsen des Kapitalismus in den Sozialismus predigen, sind ebenfalls zum Kathedersozialismus hinab gesunken.

  6. Gemeint ist das Plenum des Zentralkomitees der KPdSU(B), das vom 4. bis zum 12. Juli 1928 tagte.

  7. „Jugend-Internationale“ - Zeitschrift, Organ der internationalen Verbindung sozialistischer Jugendorganisationen, das von September 1915 bis Mai 1918 in Zürich erschien. Von 1919 bis 1941 wurde die Zeitschrift als Organ des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale herausgegeben.

  8. Siehe Lenin -Sammelband XIV, S. 250-259 (russ.).

  9. „Sbornik Sozialdemokrata“ (Sammelband des Sozialdemokraten) wurde vom ZK der SDAPR im Jahre 1916 unter unmittelbarer Leitung W.I. Lenin s herausgegeben. Es erschienen zwei Nummern: im Oktober und im Dezember 1916.

  10. In der Periode des Brester Friedens (1918) eröffneten Bucharin und die von ihm geleitete Gruppe „linker“ Kommunisten zusammen mit Trotzki innerhalb der Partei einen wütenden Kampf gegen Lenin und forderten die Fortführung des Krieges mit dem Ziel, die junge Sowjetrepublik, die noch keine Armee hatte, den Schlägen des deutschen Imperialismus auszusetzen. Im Jahre 1938 wurde im Prozess gegen den antisowjetischen „Block der Rechten und Trotzkisten“ festgestellt, dass Bucharin und die von ihm geleitete Gruppe „linker“ Kommunisten zusammen mit Trotzki und den linken Sozialrevolutionären eine geheime konterrevolutionäre Verschwörung gegen die Sowjetregierung angezettelt und sich das Ziel gesetzt hatten, den Brester Friedensvertrag zu vereiteln, W.I. Lenin , J. W. Stalin, J.M. Swerdlow zu verhaften, sie zu ermorden und eine Regierung aus Bucharinleuten, Trotzkisten und linken Sozialrevolutionären zu bilden.

  11. Gemeint ist der Wirtschaftsrat beim Rat der Volkskommissare der RSFSR.

  12. Die XVI. Konferenz der KPdSU(B) tagte vom 23. bis zum 29. April 1929 in Moskau. Die Konferenz behandelte folgende Fragen: der Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft, über die Wege zur Hebung der Landwirtschaft und über Steuererleichterungen für den Mittelbauern, über die Ergebnisse und die nächsten Aufgaben des Kampfes gegen den Bürokratismus, über die Parteireinigung und die Überprüfung der Mitglieder und Kandidaten der KPdSU(B). Die Hauptfrage der Konferenz war der erste Fünfjahrplan. Die Konferenz lehnte die von den rechten Kapitulanten verteidigte „minimale“ Variante des Fünfjahrplans ab und nahm die „optimale“ Variante als unter allen Umständen verbindlich an. Die Konferenz verurteilte die rechte Abweichung als Ausdruck der völligen Abkehr von der Lenin schen Politik der Partei, als direkten Übergang auf die Position des Kulakentums und rief die Partei auf, der rechten Abweichung als der Hauptgefahr in dieser Periode sowie den versöhnlerischen Stimmungen gegenüber den Abweichungen von der Lenin schen Linie eine vernichtende Abfuhr zu erteilen. Die Konferenz nahm den informatorischen Bericht W. M. Molotows über das Aprilplenum des ZK und der ZKK der KPdSU(B) und über die auf diesem Plenum von J. W. Stalin gehaltene Rede „Über die rechte Abweichung in der KPdSU(B)“ (siehe den vorliegenden Band) entgegen und nahm einstimmig die Resolution „Über innerparteiliche Angelegenheiten“ an. Die Konferenz beschloss einen Aufruf an alle Arbeiter und werktätigen Bauern der Sowjetunion zur Entfaltung des sozialistischen Wettbewerbs. (Die Resolutionen der XVI. Konferenz siehe in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 324-358, russ.)

  13. W. I. Lenin , „Wie soll man den Wettbewerb organisieren?“ (siehe „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 26, S. 367, 368 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. 1I, S. 289, 290]).

  14. Die Besondere Fernöstliche Armee wurde im August 1929 zur Zeit des von chinesischen konterrevolutionären Generalen und den japanischen Imperialisten provozierten Konflikts an der Ostchinabahn gegründet. „Tretyoga“ (Alarm) - Organ der Politischen Verwaltung der Besonderen Fernöstlichen Armee, das seit dem Jahre 1929 erscheint.

  15. „Komsomolskaja Prawda“ - Tageszeitung, Organ des Zentralkomitees und des Moskauer Komitees des Lenin schen Kommunistischen Jugendverbands der Sowjetunion; erscheint seit dem 24. Mai 1925. Der Artikel „Abriss zur Einführung in den Lenin ismus“ wurde in Nr.282 der „Komsomolskaja Prawda“ vom 7. Dezember 1929 veröffentlicht.

  16. Die Unionskonferenz marxistischer Agrarwissenschaftler, die von der Kommunistischen Akademie beim ZEK der UdSSR einberufen worden war, tagte vom 20. bis zum 27. Dezember 1929. An der Konferenz nahmen Vertreter von wissenschaftlichen Forschungsinstituten, von landwirtschaftlichen Hochschulen und Wirtschaftshochschulen, von Zeitschriften- und Zeitungsredaktionen teil. Insgesamt waren 302 Delegierte anwesend. J. W. Stalin hielt auf der Abschlussplenarsitzung der Konferenz am 27. Dezember die Rede „Zu Fragen der Agrarpolitik in der UdSSR“.

  17. Siehe Lenin -Sammelband XI, S. 368 (russ.).

  18. Siehe W. I. Lenin , „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 31, 5.718 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. II, S.672].

  19. Siehe W. I. Lenin , „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 483 (russ.).

  20. F. Engels, „Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland“, 1922, S. 66 (siehe ferner K. Marx und F. Engels, „Werke“, Bd. XVI, Teil II, 1936, S. 456 [deutsch in „Ausgewählte Schriften“ in zwei Bänden, Bd. 11, S. 408]).

  21. Siehe J. W. Stalin, „Werke“, Bd. 11, S. 81-97 [deutsche Ausgabe S. 72 bis 86].

  22. Siehe W. I. Lenin , „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 33, S. 211-215 (russ.).

  23. „Sa Rubesbom“ (Im Ausland) - Zeitschrift; erschien seit 1930 unter der Redaktion M. Gorkis. Von 1932 bis 1938 erschien die Zeitschrift in Zeitungsformat.

  24. „Krasnaja Swesda“ (Der Rote Stern) - militärpolitische Tageszeitung; erscheint seit Januar 1924. Seit März 1946 ist sie das Zentralorgan des Ministeriums der Streitkräfte der UdSSR.

  25. Siehe „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S.47-53 (russ.).

  26. Die Resolution der XVI. Konferenz der KPdSU(B) „Über die Wege zur Hebung der Landwirtschaft und über Steuererleichterungen für den Mittelbauern“ siehe in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 329-338 (russ.).

  27. Siehe „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 247-259 (russ.).

  28. Die Resolution des XV. Parteitags der KPdSU(B) „Über die Direktiven zur Ausarbeitung eines Fünfjahrplans der Volkswirtschaft“ siehe in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 234-247 (russ.).

  29. Siehe „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 222-227 (russ.).

  30. Swerdlower - Studenten der Kommunistischen J. M. Swerdlow-Universität.

  31. Siehe W. I. Lenin , „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 32, S. 430/431 (russ.).

  32. W. I. Lenin , „Wertvolle Geständnisse Pitirim Sorokins“ (siehe „Werke“, 4. Ausgabe, Bd.28, S.171, russ.).

  33. „Rubinismus“ und „Mechanizismus“ - antimarxistische, revisionistische Richtungen in der politischen Ökonomie. Der Menschewik Rubin revidierte Marx’ Lehre vom idealistischen bürgerlichen Standpunkt aus, beraubte den Marxismus seines revolutionären Inhalts, lenkte die Aufmerksamkeit der Ökonomen nach Schädlingsart vom Studium der Fragen der Sowjetökonomie ab und führte sie auf das Gebiet scholastischer Streitereien und Abstraktionen. Der „Mechanizismus“ ist eine Entstellung des Marxismus auf dem Gebiet der Philosophie und der politischen Ökonomie vom vulgär-mechanistischen Standpunkt aus, die auf eine Leugnung der materialistischen Dialektik und ihre Ersetzung durch die bürgerliche Gleichgewichtstheorie hinauslief. Einer der Hauptvertreter des Mechanizismus war der Ideologe der rechten Abweichler, Bucharin. In der politischen Ökonomie leugneten die Mechanisten die inneren Gegensätze der kapitalistischen Gesellschaft, den historisch vergänglichen Charakter ihrer Entwicklungsgesetze und übertrugen die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus auf die sozialistische Sowjetgesellschaft.

  34. Der erwähnte Beschluss des Zentralkomitees der KPdSU(B) wurde in Nr.73 der „Prawda“ vom 15. März 1930 veröffentlicht. (Siehe auch „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil Il, 1941, S.8131814, russ.)

  35. Den Beschluss des ZK der KPdSU(B) vom 5. Januar 1930 „Über das Tempo der Kollektivierung und die Hilfsmaßnahmen des Staates für den kollektiv-wirtschaftlichen Aufbau“ siehe auch in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 389-391 (russ.).

  36. Der XVI. Parteitag der KPdSU(B) tagte in Moskau vom 26. Juni bis zum 13. Juli 1930. Der Parteitag erörterte den politischen und den organisatorischen Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der Partei; die Rechenschaftsberichte der Zentralen Revisionskommission, der ZKK, der Delegation der KPdSU(B) im Exekutivkomitee der Komintern und folgende Referate: über die Erfüllung des Fünfjahrplans der Industrie; über die Kollektivwirtschaftsbewegung und den Aufstieg der Landwirtschaft; über die Aufgaben der Gewerkschaften in der Rekonstruktionsperiode. Der Parteitag billigte einstimmig die politische Linie und die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei und gab dem ZK die Anweisung, auch in Zukunft ein bolschewistisches Tempo des sozialistischen Aufbaus zu sichern, die Erfüllung des Fünfjahrplans in vier Jahren zu erreichen und die voll entfaltete sozialistische Offensive an der ganzen Front sowie die Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf Basis der durchgängigen Kollektivierung unentwegt durchzuführen. Der Parteitag stellte fest, dass der Umschwung in der Entwicklung der Landwirtschaft, durch den die Kollektivbauernschaft zur wirklichen und festen Stütze der Sowjetmacht wurde, von weltgeschichtlicher Bedeutung ist. Der Parteitag beauftragte das Zentralkomitee der Partei, auch fernerhin eine feste Friedenspolitik zu betreiben und die Verteidigungskraft der UdSSR zu stärken. Der Parteitag gab Weisung, die Schwerindustrie mit allen Mitteln zu entfalten und eine neue, starke Kohlen- und Hüttenbasis im Osten des Landes zu schaffen; die Arbeit aller Massenorganisationen umzustellen und die Rolle der Gewerkschaften beim sozialistischen Aufbau zu verstärken; alle Arbeiter und die übrigen werktätigen Massen in den sozialistischen Wettbewerb einzubeziehen. Der Parteitag entlarvte vollends den Rechtsopportunismus als Agentur des Kulakentums innerhalb der Partei und erklärte die Anschauungen der rechten Opposition für unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur KPdSU(B). Der Parteitag wies die Parteiorganisationen an, den Kampf gegen die Abweichungen in der nationalen Frage - den großrussischen Chauvinismus und den lokalen Nationalismus - zu verstärken und die Lenin sche nationale Politik unentwegt durchzuführen, die den Völkern der UdSSR eine großzügige Entwicklung ihrer der Form nach nationalen, dem Inhalt nach sozialistischen Kulturen sichert. Der XVI. Parteitag ist in die Geschichte der Partei eingegangen als der Parteitag der voll entfalteten Offensive des Sozialismus an der ganzen Front, der Liquidierung des Kulakentums als Klasse und der Verwirklichung der durchgängigen Kollektivierung. J. W. Stalin erstattete dem Parteitag am 27. Juni den politischen Rechenschaftsbericht des ZK der KPdSU(B) und hielt am 2. Juli das Schlusswort. (Über den XVI. Parteitag der KPdSU(B) siehe „Geschichte der KPdSU(B), Kurzer Lehrgang“, S.296 bis 298 [deutsche Ausgabe, Berlin 1951, S. 386-389]. Die Beschlüsse des Parteitags siehe in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teint 1941, S. 394-436, russ.)

  37. Federal Reserve System - eine 1913 gegründete Bankorganisation der USA. Die zwölf föderalen Reservebanken, die in den wichtigsten Zentren des Landes gebildet wurden, vereinigen und kontrollieren die gesamte Tätigkeit der USA-Banken und sind ein Werkzeug des Monopolkapitals. Geleitet wird das Federal Reserve System von dem Federal Reserve Board (das 1933 in Board of Governors of the FRS umbenannt wurde). Diese Körperschaft wird vom Präsidenten der USA ernannt und befindet sich restlos in den Händen der Finanzmagnaten. Die bürgerlichen Ökonomen, die sich als Apologeten des amerikanischen Kapitalismus betätigen, sowie die Finanz- und Regierungskreise der USA sahen im Federal Reserve System ein Mittel, die Wirtschaft des Landes vor Krisen zu sichern. Die Versuche des Präsidenten Hoover, mit Hilfe des Federal Reserve System die 1929 ausgebrochene Krise zu bekämpfen, endeten mit einem völligen Fiasko.

  38. Der Youngplan, der Deutschlands Reparationszahlungen regeln sollte, trägt den Namen seines Urhebers - des amerikanischen Bankiers Young. Dieser Plan wurde am 7. Juni 1929 durch einen Sachverständigenausschuss von Vertretern Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Belgiens, der USA und Deutschlands angenommen und auf der Haager Konferenz am 20. Januar 1930 endgültig bestätigt. Der Plan setzte die Gesamtsumme der deutschen Reparationszahlungen auf 113,9 Milliarden Mark (in ausländischer Währung) fest, die im Laufe von 59 Jahren geleistet werden sollten. Alle Reparationsverrechnungen sollten von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich besorgt werden, in der die USA die Vorherrschaft hatten. Die Gründung der Bank war einer der zentralen Punkte des Youngplans und bot dem amerikanischen Monopolkapital ein Mittel der Kontrolle über den Handel und Geldverkehr der europäischen Staaten. Laut Youngplan wurde die deutsche Industrie von der Beteiligung an den Reparationsleistungen ausgenommen, die ganze Last der Zahlungen wurde den Werk-tätigen aufgebürdet. Der Youngplan schuf die Bedingungen für eine raschere Wiederherstellung des kriegswirtschaftlichen Potentials Deutschlands, wofür sich die amerikanischen Imperialisten ins Zeug legten, um eine Aggression gegen die UdSSR entfalten zu können.

  39. Gemeint sind die Verträge und Abkommen, geschlossen von den imperialistischen Staaten auf der Konferenz in Locarno (Schweiz), die vom 5. bis zum 16. Oktober 1925 tagte. Die Locarnoabkommen, die eine Konsolidierung der durch den Versailler Vertrag hergestellten Nachkriegsordnung in Europa anstrebten, führten zu einer noch größeren Zuspitzung der Gegensätze zwischen den wichtigsten imperialistischen Ländern und zur Vorbereitung neuer Kriege. (über die Locarnokonferenz siehe J. W. Stalin, „Werke“, Band 7, S. 271-277 [deutsche Ausgabe S. 236-241].)

  40. Die Demonstrationen und Proteststreiks gegen die Kriegsbrandstifter am 1. August 1929 (dem 15. Jahrestag des Beginns des ersten imperialistischen Weltkriegs) und die Protestdemonstrationen vom 6.März 1930 gegen die rasch ansteigende Arbeitslosigkeit (im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise von 1929) erfassten viele Städte und Industriezentren Frankreichs, Deutschlands, Englands, der USA, Polens und anderer Länder Europas und Amerikas. Die Protestbewegung stand restlos unter der Führung der kommunistischen Parteien und der Kommunistischen Internationale.

  41. „Paneuropa“ - ein geplanter Block der europäischen Staaten gegen die Sowjetunion, der von dem französischen Außenminister Briand im Mai 1930 angeregt wurde. Das in einem „Föderalverband“ vereinigte Europa sollte diesem Plan zufolge eine einheitliche Antisowjetfront bilden, und das Vollzugsorgan des „Föderalverbandes“ - das „Europäische Komitee“ - sollte den Stab abgehen für die Vorbereitung des Überfalls auf die UdSSR. Außerdem machte der Briand-Plan es sich zur Aufgabe, die Hegemonie Frankreichs in Kontinentaleuropa herzustellen, und deswegen stieß er in England, Italien und den USA auf Widerstand. Infolge der Gegensätze zwischen den imperialistischen Mächten fand das „Paneuropa“-Projekt keine Verwirklichung.

  42. Gemeint ist der Kriegsächtungspakt, der am 27. August 1928 von den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Polen, Italien, Japan, der Tschechoslowakei, Belgien und den britischen Dominions in Paris unterzeichnet wurde. Die UdSSR war zu den Verhandlungen über den Abschluss des Kellogg-Paktes nicht eingeladen worden, da man das Ziel verfolgte, die UdSSR aus der Zahl der Länder auszuschließen, auf die sich die im Pakt vorgesehene Ächtung des Krieges als eines Mittels der nationalen Politik erstreckte. Unter dem Deckmantel demagogischer Phrasen über „allgemeinen Frieden“ gedachten die Initiatoren des Vertrags (Frankreich, die USA, England), ihn zu einem Werkzeug der Isolierung der UdSSR und des Kampfes gegen sie zu machen. Die wahren Ziele des Paktes wurden von der Regierung der UdSSR in ihrer Erklärung vom 5. August 1928 entlarvt. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung mussten die Regierungen der USA, Englands und Frankreichs die UdSSR einladen, den Pakt gleichfalls zu unterzeichnen. Die Sowjetregierung schloss sich dem Kellogg-Pakt an, sie ratifizierte ihn als eine der ersten Regierungen und schlug den Nachbarstaaten vor, ein Abkommen abzuschließen, durch das die Verpflichtungen des Paktes unverzüglich in Kraft gesetzt werden sollten. Am 9. Februar 1929 wurde ein solches Abkommen von der UdSSR, Polen, Rumänien, Estland und Lettland in Moskau unterzeichnet; dem Abkommen schlossen sich später auch die Türkei und Litauen an.

  43. „Lena-Goldfields“ - englische Aktiengesellschaft, die in den Jahren 1925 bis 1930 in der UdSSR eine Konzession zur Erschließung und Förderung von Gold, Kupfer, Eisen und anderen Metallen in Sibirien besaß. Gemäß den Bedingungen des Konzessionsvertrages war die Gesellschaft „Lena-Goldfields“ verpflichtet, neue Bergbaubetriebe anzulegen und die ihr verpachteten Betriebe und Goldfelder zu rekonstruieren. Da die Aktiengesellschaft ihren Verpflichtungen nicht nachkam und die ihr als Konzession überlassenen Betriebe, Goldfelder und anderen Anlagen verfallen ließ, annullierte die Sowjetregierung die Konzession und ließ die Mitarbeiter der Gesellschaft, die sich mit Spionage und Schädlingsarbeit in der UdSSR befassten, gerichtlich zur Verantwortung ziehen.

  44. Der V. Sowjetkongress der UdSSR tagte vom 20. bis zum 28. Mai 1929 in Moskau und behandelte folgende Fragen: den Bericht der Regierung der UdSSR; den Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft der UdSSR; die Hebung der Landwirtschaft und den Genossenschaftsaufbau auf dem Lande. Die zentrale Frage des Kongresses war die Erörterung und Annahme des ersten Stalinschen Fünfjahrplans. Der Kongress billigte den Bericht der Regierung der UdSSR, er bestätigte den Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft, er wies die Wege zur Hebung der Landwirtschaft und zum Aufbau der Genossenschaften auf dem Lande und wählte ein neues Zentralexekutivkomitee der UdSSR.

  45. Siehe „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S.251 (russ.).

  46. „J. Stalin, Politischer Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees an den XV. Parteitag der KPdSU(B) (siehe „Werke“, Bd. 10, S. 305/306 [deutsche Ausgabe S. 265]).

  47. Siehe „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 278/279 (russ.).

  48. Das Plenum des Zentralkomitees der KPdSU(B), das vom 10. bis zum 17. November 1929 tagte, behandelte folgende Fragen: die Kontrollzahlen der Volkswirtschaft für das Jahr 1929/30; die Ergebnisse und die weiteren Aufgaben des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus; die Landwirtschaft der Ukraine und die Arbeit auf dem Lande; die Schaffung eines Volkskommissariats für Landwirtschaft der UdSSR; die Erfüllung der vom Juliplenum des ZK (1928) gefassten Beschlüsse über die Ausbildung technischer Kader. Das Plenum erklärte die Propagierung der Anschauungen des rechten Opportunismus und des Versöhnlertums ihm gegenüber für unvereinbar mit dem Verbleiben in der KPdSU(B) und fasste den Beschluss, Bucharin als den Anführer und Leiter der rechten Kapitulanten aus dem Politbüro des ZK der KPdSU(B) auszuschließen. Das Plenum stellte fest, dass die Sowjetunion in die Phase der entfalteten sozialistischen Umgestaltung des Dorfes und des Aufbaus einer im großen betriebenen sozialistischen Landwirtschaft eingetreten ist, und entwarf eine Anzahl konkreter Maßnahmen, die geeignet waren, die Kollektivwirtschaften zu festigen und die Kollektivwirtschaftsbewegung breit zu entfalten. (Die Resolutionen des Plenums siehe in „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 359-388, russ.)

  49. Gemeint ist der in Nr. 128 der „Prawda“ vom 3. Juni 1928 veröffentlichte Aufruf des ZK der KPdSU(B) „An alle Parteimitglieder, an alle Arbeiter“, die Selbstkritik zu entfalten. (Siehe auch „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, S. 807-809, russ.)

  50. Der vom ZK und von der ZKK der KPdSU(B) gefasste Beschluss „über das Aufrücken von Arbeitern in den Sowjetapparat und über die Kontrolle des Sowjetapparats durch die Arbeitermassen von unten (über die Patenschaft der Betriebe)“ wurde in Nr. 74 der „Prawda“ vom 16. März 1930 veröffentlicht.

  51. Gemeint ist der vom Zentralkomitee der KPdSU(B) am 15. Mai 1930 gefasste Beschluss „über die Arbeit des Uralmetall“ (eines Trustes, der das Eisenhüttenwesen des Urals zusammenfasste), veröffentlicht in Nr. 135 der „Prawda“ vom 18. Mai 1930.

  52. Der Beschluss des ZK der KPdSU(B) „über die Abschaffung der Kreise“ wurde in Nr. 194 der „Prawda“ vom 16. Juli 1930 veröffentlicht.

  53. W. I. Lenin , Brief an W. M. Molotow über den Plan des politischen Referats auf dem XI. Parteitag (siehe „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 33, S. 223/224, russ.).

  54. W. I. Lenin , „Wie wir die Arbeiter- und Bauerninspektion reorganisieren sollen“ (siehe „Werke“, 4. Ausgabe, Bd. 33, S.444 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. 1I, S. 1004]).

  55. Der VIII. Sowjetkongress der RSFSR tagte vom 22. bis zum 29. Dezember 1920. Eine der Hauptfragen des Kongresses war der von der Staatlichen Kommission für die Elektrifizierung Rußlands (GOELRO) vorbereitete Plan für die Elektrifizierung des Landes. In seinem Beschluss bezeichnete der Kongress den Elektrifizierungsplan „als ersten Schritt eines großen wirtschaftlichen Beginnens“. J. W. Stalin schrieb in einem Brief an W. I. Lenin vom März 1921 über den Plan der Elektrifizierung Rußlands: „In den letzten 3 Tagen hatte ich die Möglichkeit, das Sammelwerk ‚Plan der Elektrifizierung Rußlands’ durchzulesen... Ein ausgezeichnetes, gut zusammengestelltes Buch. Ein meisterhafter Entwurf für einen wirklich einheitlichen und wirklich staatlichen Wirtschaftsplan ohne Anführungszeichen. Der in unserer Zeit einzige marxistische Versuch, den sowjetischen Überbau des wirtschaftlich rückständigen Rußlands durch eine wirklich reale und unter den heutigen Verhältnissen einzig mögliche technische Produktionsbasis zu untermauern.“ (Siehe J. W. Stalin, „Werke“, Bd. 5, S. 50 [deutsche Ausgabe S. 43].)

  56. Gemeint ist die am 18. Mai 1925 in einer Studentenversammlung der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens gehaltene Rede „Über die politischen Aufgaben der Universität der Völker des Ostens“. (Siehe J. W. Stalin, „Werke“, Bd. 7, S. 138-140 [deutsche Ausgabe S. 119-121].)

  57. Siehe „Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil I, 1941, S. 385 (russ.).

ENDE BAND 12

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