"Stalin"

Werke

Band 13

VEREINIGTES PLENUM DES ZK UND DER ZKK
DER KPdSU(B)

DIE ERGEBNISSE DES ERSTEN FÜNFJAHRPLANS

Bericht am 7. Januar 1933

I
DIE INTERNATIONALE BEDEUTUNG
DES FÜNFJAHRPLANS

Genossen! Als der Fünfjahrplan das Licht der Welt erblickte, nahm man wohl kaum an, dass er von gewaltiger internationaler Bedeutung sein könnte. Im Gegenteil, viele glaubten, der Fünfjahrplan sei eine Sonderangelegenheit der Sowjetunion, eine wichtige und ernste, aber immerhin eine nationale Sonderangelegenheit der Sowjetunion.

Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass die internationale Bedeutung des Fünfjahrplans unermesslich ist. Die Geschichte hat gezeigt, dass der Fünfjahrplan keine Sonderangelegenheit der Sowjetunion ist, sondern eine Angelegenheit des gesamten internationalen Proletariats.

Schon lange bevor der Fünfjahrplan das Licht der Welt erblickte, in der Periode, als wir den Kampf gegen die Interventen zu Ende führten und uns anschickten, den Weg des wirtschaftlichen Aufbaus zu betreten, schon zu jener Zeit sagte Lenin , dass unser wirtschaftlicher Aufbau von großer internationaler Bedeutung sei, dass jeder Schritt vorwärts, den die Sowjetmacht auf dem Wege des wirtschaftlichen Aufbaus mache, in den allerverschiedensten Schichten der kapitalistischen Länder starken Widerhall finde und die Menschen in zwei Lager spalte - in das Lager der Anhänger der proletarischen Revolution und in das Lager ihrer Gegner.

Lenin sagte damals:

„Jetzt wirken wir auf die internationale Revolution hauptsächlich durch unsere Wirtschaftspolitik ein. Auf die Russische Sowjetrepublik sind die Augen aller gerichtet, aller Werktätigen in allen Ländern der Welt ohne jede Ausnahme und ohne jede Übertreibung. Das ist erreicht... Der Kampf ist im Weltmaßstab auf dieses Gebiet übertragen. Lösen wir diese Aufgabe, dann haben wir im internationalen Maßstab bestimmt und endgültig gewonnen. Deshalb erlangen die Fragen des wirtschaftlichen Aufbaus für uns eine ganz außerordentliche Bedeutung. An dieser Front müssen wir durch eine langsame, allmähliche - rasch geht es nicht -, aber stetige Steigerung und Vorwärtsbewegung den Sieg davontragen.“ (Siehe Bd. XXVI, S. 410/411, russ.[38])

Das wurde zu einer Zeit gesagt, als wir den Krieg gegen die Interventen zu Ende führten, als wir vom militärischen Kampf gegen den Kapitalismus zum Kampf an der Wirtschaftsfront, zur Periode des wirtschaftlichen Aufbaus übergingen.

Seitdem sind viele Jahre verflossen, und jeder Schritt der Sowjetmacht auf dem Gebiet des wirtschaftlichen Aufbaus, jedes Jahr, jedes Vierteljahr hat die Richtigkeit dieser Worte des Genossen Lenin glänzend bestätigt.

Aber die glänzendste Bestätigung für die Richtigkeit der Worte Lenin s ist der Fünfjahrplan unseres Aufbaus, die Entstehung dieses Plans, seine Entwicklung, seine Verwirklichung. Und in der Tat, offenbar hat kein einziger Schritt auf dem Wege des wirtschaftlichen Aufbaus in unserem Lande in den allerverschiedensten Schichten der kapitalistischen Länder Europas, Amerikas, Asiens einen solchen Widerhall gefunden wie die Frage des Fünfjahrplans, seiner Entwicklung, seiner Verwirklichung.

In der ersten Zeit wurde der Fünfjahrplan von der Bourgeoisie und ihrer Presse mit Spott. und Hohn aufgenommen. „Eine Phantasterei“, „ein Fieberwahn“,. „eine Utopie“, so tauften sie damals unseren Fünfjahrplan.

Nachher, als sich herauszustellen begann, dass die Verwirklichung des Fünfjahrplans reale Resultate zeitigt, fingen sie an, Sturm zu läuten, und behaupteten, der Fünfjahrplan bedrohe die Existenz der kapitalistischen Länder, seine Verwirklichung werde zur Überschwemmung der europäischen Märkte mit Waren, zu verstärktem Dumping und zur Vergrößerung der Arbeitslosigkeit führen.

Dann, als auch dieser gegen die Sowjetmacht angewandte Trick nicht die erhofften Resultate zeitigte, setzte eine Serie von Reisen aller möglichen Vertreter der verschiedensten Firmen, Presseorgane, Vereinigungen usw. nach der UdSSR ein, die mit eigenen Augen sehen wollten, was eigentlich in der UdSSR vorgeht. Ich spreche hier nicht von den Arbeiterdelegationen, die von Anfang an, gleich als der Fünfjahrplan veröffentlicht wurde, ihre Begeisterung für dieses Beginnen und für die Erfolge der Sowjetmacht zum Ausdruck brachten und ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Arbeiterklasse der UdSSR bekundeten.

Seit dieser Zeit begann denn auch die Spaltung in der so genannten öffentlichen Meinung, in der bürgerlichen Presse, in den bürgerlichen Vereinigungen aller Art usw. Die einen behaupteten, dass der Fünfjahrplan vollständig gescheitert sei und dass die Bolschewiki am Rande des Abgrunds stünden. Die anderen versicherten im Gegenteil, wenn auch die Bolschewiki schlechte Leute seien, so gehe es bei ihnen mit dem Fünfjahrplan dennoch vorwärts, und sie würden allem Anschein nach ihr Ziel erreichen.

Es wird vielleicht nicht überflüssig sein, wenn ich Äußerungen verschiedener Organe der bürgerlichen Presse anführe.

Nehmen wir zum Beispiel die amerikanische Zeitung „The New York Times“[39]. Ende November 1932 schrieb diese Zeitung:

„Der Fünfjahrplan der Industrie, der sich das Ziel gesetzt hat, das Gefühl für Proportion herauszufordern, und der seinem Ziel ‚ohne Rücksicht auf die Unkosten’ zustrebt, wie sich Moskau so häufig mit Stolz gerühmt hat, ist in Wirklichkeit kein Plan. Er ist eine Spekulation.“

Demnach wäre der Fünfjahrplan nicht einmal ein Plan, sondern eine leere Spekulation.

Weiter eine Äußerung der englischen bürgerlichen Zeitung „The Daily Telegraph“[40] von Ende November 1932:

„Betrachten wir den Plan als Prüfstein für die ‚Planwirtschaft’, so müssen wir sagen, dass er vollständig gescheitert ist.“

Eine Äußerung der Zeitung „The New York Times“ im November 1932:

„Die Kollektivierung ist schmählich zusammengebrochen. Sie hat Rußland an den Rand der Hungersnot gebracht.“

Die Äußerung einer bürgerlichen Zeitung in Polen, der „Gazeta Polska“[41], vom Sommer 1932:

„Die Lage scheint zu zeigen, dass die Regierung der Sowjets mit ihrer Politik der Kollektivierung des Dorfes in eine Sackgasse geraten ist.“

Eine Äußerung der englischen bürgerlichen Zeitung „The Financial Times“[42] vom November 1932:

„Stalin und seine Partei stehen infolge ihrer Politik vor dem Bankrott des Fünfjahrplansystems und dem Scheitern aller Aufgaben, die der Fünfjahrplan erfüllen sollte.“

Eine Äußerung der italienischen Zeitschrift „Politica“[43]:

„Es wäre absurd anzunehmen, dass vier Jahre Arbeit eines 160-Millionen-Volkes, vier Jahre übermenschlicher wirtschaftlicher und politischer Anstrengungen eines Regimes von solcher Stärke wie das bolschewistische nichts geschaffen hätten. Im Gegenteil, sie haben viel geschaffen... Und trotzdem ist die Katastrophe da, sie ist eine jedermann offensichtliche Tatsache. Davon haben sich Freunde und Feinde, Bolschewiki und Antibolschewisten, die Oppositionellen von rechts und von links überzeugt.“

Schließlich noch die Äußerung der amerikanischen bürgerlichen Zeitschrift „Current History“[44]:

„Ein Überblick über die heutigen Zustände in Rußland führt also zu der Schlussfolgerung, dass das Fünfjahrprogramm hinsichtlich der angekündigten Ziele und noch gründlicher hinsichtlich seiner grundlegenden sozialen Prinzipien gescheitert ist.“

So lauten die Äußerungen eines Teils der bürgerlichen Presse.

Es lohnt sich wohl kaum, die Verfasser dieser Ausführungen einer Kritik zu unterziehen. Ich glaube, dass es sich nicht lohnt. Es lohnt sich nicht, da diese „Starrköpfe“ zu jenem fossilen Menschenschlag des Mittelalters gehören, für den Tatsachen keine Bedeutung haben, und wie immer unser Fünfjahrplan verwirklicht werden mag - sie werden dennoch bei ihren Behauptungen bleiben.

Nehmen wir jetzt die Äußerungen anderer Presseorgane, ebenfalls aus dem bürgerlichen Lager.

Zunächst eine Äußerung der bekannten französischen bürgerlichen Zeitung „Le Temps“[45] vom Januar 1932:

„Die UdSSR hat die erste Runde gewonnen, sie führt die Industrialisierung ohne Hilfe des ausländischen Kapitals durch.“

Eine Äußerung derselben Zeitung „Le Temps“ vom Sommer 1932:

„Der Kommunismus wird mit einem Sprung die Rekonstruktionsperiode durchmessen haben, die die kapitalistische Gesellschaftsordnung nur mit langsamen Schritten zu bewältigen gestattet... Was uns in Frankreich, wo der Grundbesitz unendlich zersplittert ist, besonders im Wege steht, ist die Unmöglichkeit, die Landwirtschaft zu mechanisieren. Die Sowjets lösen dieses Problem durch Industrialisierung der Landwirtschaft... Im Wettbewerb mit uns haben die Bolschewiki die Partie gewonnen.“

Eine Äußerung der englischen bürgerlichen Zeitschrift „The Round Table“[46]:

„Die Errungenschaften des Fünfjahrplans sind eine erstaunliche Erscheinung. Die Traktorenwerke in Charkow und Stalingrad, das Automobilwerk AMO in Moskau, das Automobilwerk in Nishni-Nowgorod, das Dnjepr-Wasserkraftwerk, die gewaltigen Stahlgießereien in Magnitogorsk und Kusnezk, ein ganzes Netz von Maschinenbauwerken und chemischen Werken im Ural, der zu einem Sowjet-Ruhrgebiet wird - all diese und noch andere industrielle Errungenschaften im ganzen Lande zeugen davon, dass die Sowjetindustrie trotz aller Schwierigkeiten wie eine gut begossene Pflanze wächst und erstarkt... Der Fünfjahrplan hat die Grundlagen für die künftige Entwicklung geschaffen und hat die Macht der UdSSR außerordentlich gesteigert.“

Eine Äußerung der englischen bürgerlichen Zeitung „The Financial Times“:

„Die Erfolge im Maschinenbau stehen außer Zweifel. Die Lobpreisung dieser Erfolge in der Presse und in Reden ist durchaus nicht unbegründet. Man darf nicht vergessen, dass Rußland früher nur ganz einfache Maschinen und Geräte produziert hat. Die absolute Zahl der eingeführten Maschinen und Instrumente nimmt zwar auch jetzt noch zu; aber der Anteil der importierten Maschinen, im Vergleich mit den Maschinen, die in der UdSSR selbst hergestellt werden, wird immer geringer. Die UdSSR produziert jetzt alle für ihre Hütten- und Elektroindustrie nötigen Maschineneinrichtungen. Sie hat es fertig gebracht, eine eigene Automobilindustrie zu schaffen. Sie hat die Produktion von Geräten und Instrumenten aufgenommen, und zwar auf der ganzen Stufenleiter von den kleinsten Präzisionsinstrumenten bis zu den schwersten Pressen. Was die landwirtschaftlichen Maschinen betrifft, so ist die UdSSR nicht mehr von der Einfuhr aus dem Auslande abhängig. Zugleich trifft die Sowjetregierung Maßnahmen, damit die Verzögerungen in der Produktion von Kohle und Eisen der Erfüllung des Fünfjahrplans in vier Jahren nicht im Wege stehen. Es besteht kein Zweifel, dass die neu aufgebauten gewaltigen Betriebe eine bedeutende Steigerung der Produktion der Schwerindustrie sichern.“

Eine Äußerung der österreichischen bürgerlichen Zeitung „Neue Freie Presse“[47] zu Beginn des Jahres 1932:

„Mag man den Bolschewismus verfluchen, aber man muss ihn kennen... Der Fünfjahrplan ist eine neue Größe, die in jede Wirtschaftsberechnung eingestellt werden muss.“

Eine Äußerung des englischen Kapitalisten Gibson Jarvie, des Vorsitzenden der Bankfirma „United Dominions Trust“, vom Oktober 1932:

„Ich möchte erklären, dass ich nicht Kommunist und nicht Bolschewik bin. Ich bin ausgesprochener Kapitalist und Individualist... Rußland schreitet vorwärts, während allzu viele von unseren Betrieben stilliegen und ungefähr drei Millionen Menschen unseres Volkes verzweifelt Arbeit suchen. Der Fünfjahrplan ist ins Lächerliche gezogen worden, und man hat sein Scheitern prophezeit. Aber man kann es als außer jedem Zweifel stehend betrachten, dass unter den Bedingungen des Fünfjahrplans mehr geleistet worden ist als vorgesehen war... In allen Industriestädten, die ich besucht habe, erstehen neue, nach einem bestimmten Plan aufgebaute Viertel mit breiten Straßen, grünen Boulevards und Parkanlagen, mit ganz modernen Häusern, Schulen, Krankenhäusern, Arbeiterklubs und den obligaten Kinderkrippen und Kindergärten, wo man für die Kinder der arbeitenden Mütter sorgt... Man versuche nicht, die russischen Pläne zu unterschätzen, und gebe sich nicht dem irrigen Glauben hin, dass die Sowjetregierung scheitern könne... Das heutige Rußland ist ein Land mit Seele und mit einem Ideal. Rußland ist ein Land von erstaunlicher Aktivität. Ich bin überzeugt, dass die Bestrebungen Rußlands gesund sind... Das Wichtigste ist vielleicht, dass die gesamte Jugend und die Arbeiter Rußlands etwas haben, was in den kapitalistischen Ländern heute leider fehlt, nämlich die Hoffnung.“

Eine Äußerung der amerikanischen bürgerlichen Zeitschrift „The Nation“[48] vom November 1932:

„In den vier Jahren des Fünfjahrplans sind wahrlich erstaunliche Erfolge erzielt worden. Die Sowjetunion arbeitete mit einer Intensität, wie sie sonst nur in Kriegszeiten üblich ist, an der Erfüllung der schöpferischen Aufgabe, die Grundlagen für ein neues Leben zu schaffen. Das Bild des Landes ändert sich buchstäblich bis zur Unkenntlichkeit... Das gilt von Moskau mit seinen Hunderten von neu asphaltierten Straßen und Plätzen, mit seinen neuen Häusern, neuen Vororten und dem Ring neuer Fabriken in den Vorstädten. Das gilt ebenso von weniger bedeutenden Städten. In Steppen und Wüsten sind neue Städte erstanden, und zwar nicht nur einige, sondern mindestens 50 mit einer Bevölkerungszahl von 50000 bis 250000 Menschen. Sie alle sind in den letzten vier Jahren erstanden, in jeder von ihnen finden wir einen neuen Betrieb oder eine Reihe von Betrieben, die zur Verarbeitung der Naturschätze erbaut wurden. Hunderte von neuen Überlandkraftwerken und eine ganze Reihe von Giganten wie das Dnjepr-Kraftwerk setzen allmählich Lenin s Formel in die Tat um: ‚Sozialismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung’... Die Sowjetunion hat jetzt die Massenproduktion einer unendlichen Zahl von Gegenständen in Angriff genommen, die Rußland vorher nie erzeugt hat: Traktoren, Mähdrescher, Qualitätsstahl, synthetischer Kautschuk, Kugellager, mächtige Dieselmotoren, 50000-Kilowatt-Turbinen, Telefonanlagen, elektrische Maschinen für den Bergbau, Flugzeuge, Automobile, Fahrräder und einige Hundert neuer Maschinentypen... Zum ersten Mal in der Geschichte werden in Rußland Aluminium, Magnesit, Apatite, Jod, Pottasche und viele andere wertvolle Produkte gewonnen. Nicht die Kuppeln und Kreuze der Kirchen sind nunmehr Wegweiser auf dem flachen Lande in der Sowjetunion, sondern Getreideelevatoren und Silotürme. Die Kollektivwirtschaften bauen Häuser, Stallungen und richten Schweinefarmen ein. Die Elektrizität dringt in das Dorf ein, das vom Radio und von der Presse erobert worden ist. Die Arbeiter lernen an den modernsten Maschinen arbeiten. Bauernburschen bauen und bedienen landwirtschaftliche Maschinen, die größer und komplizierter sind, als sie Amerika jemals gesehen hat. Rußland beginnt ‚in Maschinen zu denken’. Rußland geht rasch vom Zeitalter des Holzes zum Zeitalter des Eisens, des Stahls, des Betons, der Motoren über.“

Eine Äußerung der „links“-reformistischen Zeitschrift „Forward“[49] in England vom September 1932:

„Die gewaltige Bauarbeit, die in der UdSSR geleistet wird, springt in die Augen. Neue Fabriken, neue Schulen, neue Kinotheater, neue Klubs, neue Großbauten - überall Neubauten. Viele sind schon fertig, andere stecken noch im Baugerüst. Es ist schwer, dem englischen Leser genau begreiflich zu machen, was in den letzten zwei Jahren geleistet worden ist und was weiter geleistet wird. Man muss es sehen, um es zu glauben. Unsere eigenen Errungenschaften während der Kriegszeit sind eine Bagatelle im Vergleich mit dem, was in der UdSSR geleistet wird. Die Amerikaner gestehen, dass es selbst zur Zeit der ungestümen Bautätigkeit in den Weststaaten nichts gegeben hat, was der gegenwärtigen fieberhaften Schöpfertätigkeit in der UdSSR gliche. In den letzten zwei Jahren sind so viele Veränderungen in der UdSSR vor sich gegangen, dass man es aufgibt, sich vorzustellen, was in diesem Lande nach zehn Jahren sein wird... Man schlage sich also die phantastischen Greuelgeschichten der englischen Zeitungen, die so hartnäckig unsinnige Lügen über die UdSSR verbreiten, aus dem Kopf. Man schlage sich auch alle halben Wahrheiten und auf Unverständnis beruhenden Eindrücke aus dem Kopf, deren Urheber dilettantenhafte Intellektuelle sind, die durch die Brille der Mittelklasse herablassend auf die UdSSR schauen, ohne die geringste Ahnung davon zu haben, was dort vorgeht... Die UdSSR baut eine neue Gesellschaft auf einer gesunden Grundlage auf. Um dieses Ziel zu erreichen, muss man ein Risiko eingehen, muss man mit Enthusiasmus arbeiten, mit einer Energie, wie sie die Welt bisher noch nicht gekannt hat, muss man mit ungeheuren Schwierigkeiten kämpfen, die unvermeidlich sind, wenn man den Sozialismus in einem gewaltigen, von der übrigen Welt isolierten Lande errichten will. Als ich aber zum zweiten Mal in zwei Jahren das Land besuchte, da sah ich, dass es den Weg des sicheren Fortschritts geht, dass es plant, schafft und baut - und all dies in einem Maßstab, der eine eindrucksvolle Herausforderung an die feindselige kapitalistische Welt ist.“

Solcherart sind die einander widersprechenden Meinungen und der Zwiespalt im Lager der bürgerlichen Kreise. Die einen sind für die Vernichtung der UdSSR mit ihrem angeblich gescheiterten Fünfjahrplan, die anderen aber sind offensichtlich für Handelsbeziehungen mit der UdSSR, augenscheinlich in der Berechnung, dass sie aus den Erfolgen des Fünfjahrplans auch für sich einigen Nutzen werden ziehen können.

Eine ganz andere Frage, ist die Stellungnahme der Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder zum Fünfjahrplan, zu den Erfolgen des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR. Man kann sich hier auf die Wiedergabe der Äußerung einer der vielen Arbeiterdelegationen beschränken, die jährlich in die UdSSR kommen, zum Beispiel auf die Äußerung der belgischen Arbeiterdelegation. Diese Äußerung ist für alle Arbeiterdelegationen ohne Ausnahme charakteristisch, gleichviel, ob es sich um englische oder französische, deutsche oder amerikanische, oder um Delegationen aus anderen Ländern handelt. Sie lautet:

„Wir sind begeistert von dem gewaltigen Aufbau, den wir auf unserer Reise beobachtet haben. In Moskau ebenso wie in Makejewka, Gorlowka, Charkow und Lenin grad konnten wir feststellen, mit welchem Enthusiasmus dort gearbeitet wird. Die Maschinen sind alle von modernster Konstruktion. In den Betrieben ist alles sauber, viel Luft und Licht. Wir haben gesehen, wie in der UdSSR den Arbeitern ärztliche und sanitäre Hilfe erwiesen wird. Die Arbeiterwohnungen sind in der Nähe der Betriebe erbaut. Die Arbeitersiedlungen haben ihre Schulen und Kinderkrippen; für die Kinder wird außerordentlich gut gesorgt. Wir konnten den Unterschied zwischen den alten und den neu erbauten Betrieben, zwischen den alten und den neuen Wohnungen sehen. Alles, was wir gesehen haben, hat uns eine klare Vorstellung von der gewaltigen Kraft der Werktätigen gegeben, die unter Führung der Kommunistischen Partei eine neue Gesellschaft aufbauen. Wir haben in der UdSSR einen großen kulturellen Aufschwung festgestellt, während in den anderen Ländern auf allen Gebieten Verfall und Arbeitslosigkeit herrschen. Wir konnten sehen, auf welch ungeheure Schwierigkeiten die Werktätigen in der Sowjetunion auf ihrem Wege stoßen. Umso mehr verstehen wir den Stolz, mit dem sie auf ihre Siege weisen. Wir sind überzeugt, dass sie alle Hindernisse überwinden werden.“

Das ist also die internationale Bedeutung des Fünfjahrplans. Es genügten zwei bis drei Jahre unserer Aufbauarbeit, es genügte, dass die ersten Erfolge des Fünfjahrplans sichtbar wurden, und schon spaltete sich die ganze Welt in zwei Lager, in das Lager der Menschen, die uns unaufhörlich ankläffen, und in das Lager der Menschen, die von den Erfolgen unseres Fünfjahrplans in Staunen versetzt werden, ganz davon zu schweigen, dass wir auch unser eigenes, in ständigem Wachsen begriffenes Lager in der ganzen Welt haben, das Lager der Arbeiterklasse in den kapitalistischen Ländern, das sich über die Erfolge der Arbeiterklasse der UdSSR freut und bereit ist, zum Schrecken der Bourgeoisie der ganzen Welt, die UdSSR zu unterstützen.

Was bedeutet all dies?

Das bedeutet, dass die internationale Bedeutung des Fünfjahrplans, die internationale Bedeutung seiner Erfolge und Errungenschaften nicht in Zweifel gezogen werden kann.

Das bedeutet, dass die kapitalistischen Länder mit der proletarischen Revolution schwanger gehen, und eben weil sie mit der proletarischen Revolution schwanger gehen, möchte die Bourgeoisie aus Misserfolgen des Fünfjahrplans ein neues Argument gegen die Revolution schöpfen, während das Proletariat, im Gegenteil, aus den Erfolgen des Fünfjahrplans ein neues Argument für die Revolution, gegen die Bourgeoisie der ganzen Welt zu schöpfen sucht und auch wirklich schöpft.

Die Erfolge des Fünfjahrplans mobilisieren die revolutionären Kräfte der Arbeiterklasse aller Länden- gegen den Kapitalismus - das ist eine unbestreitbare Tatsache.

Es kann keinen Zweifel darüber geben, dass die internationale revolutionäre Bedeutung des Fünfjahrplans in der Tat unermesslich ist.

Mit umso größerer Aufmerksamkeit müssen wir die Frage des Fünfjahrplans, des Inhalts des Fünfjahrplans, der grundlegenden Aufgaben des Fünfjahrplans behandeln.

Mit umso größerer Gründlichkeit müssen wir die Ergebnisse des Fünfjahrplans, die Ergebnisse der Durchführung und Verwirklichung des Fünfjahrplans analysieren.

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