"Stalin"

Werke

Band 13

VEREINIGTES PLENUM DES ZK UND DER ZKK
DER KPdSU(B)

DIE ERGEBNISSE DES ERSTEN FÜNFJAHRPLANS

Bericht am 7. Januar 1933

III
DIE ERGEBNISSE DES FÜNFJAHRPLANS
IN VIER JAHREN
AUF DEM GEBIET DER INDUSTRIE

Gehen wir nun zu den Ergebnissen der Verwirklichung des Fünfjahrplans über.

Welches sind die Ergebnisse des Fünfjahrplans in vier Jahren auf dem Gebiet der Industrie?

Haben wir auf diesem Gebiet den Sieg errungen?

Ja, das haben wir. Und wir haben nicht allein den Sieg errungen, sondern sogar mehr getan, als wir selbst erwartet hatten, als die größten Heißsporne in unserer Partei erwarten konnten. Das stellen jetzt selbst die Feinde nicht in Abrede. Umso weniger können das unsere Freunde in Abrede stellen.

Wir hatten keine Eisenhüttenindustrie, diese Grundlage der Industrialisierung des Landes. Jetzt haben wir sie.

Wir hatten keine Traktorenindustrie. Jetzt haben wir sie.

Wir hatten keine Automobilindustrie. Jetzt haben wir sie.

Wir hatten keinen Werkzeugmaschinenbau. Jetzt haben wir ihn.

Wir hatten keine ernst zu nehmende, keine moderne chemische Industrie. Jetzt haben wir sie.

Wir hatten keine wirkliche und ernst zu nehmende Industrie zur Herstellung moderner landwirtschaftlicher Maschinen. Jetzt haben wir sie. Wir hatten keine Flugzeugindustrie. Jetzt haben wir sie.

In der Erzeugung elektrischer Energie standen wir auf dem letzten Platz. Jetzt sind wir auf einen der ersten Plätze vorgerückt.

In der Erzeugung von Erdölprodukten und in der Kohlenförderung standen wir auf dem letzten Platz. Jetzt sind wir auf einen der ersten Plätze vorgerückt.

Wir hatten nur eine einzige Kohlen- und Hüttenbasis, und zwar in der Ukraine, eine Basis, mit der wir mit Mühe zurechtkamen. Wir haben erreicht, dass wir nicht nur diese Basis hochgebracht, sondern auch eine neue Kohlen- und Hüttenbasis im Osten geschaffen haben, die der Stolz unseres Landes ist.

Wir hatten nur eine einzige Basis der Textilindustrie, und zwar im Norden unseres Landes. Wir haben erreicht, dass wir in der nächsten Zeit zwei neue Zentren der Textilindustrie, in Mittelasien und in Westsibirien, haben werden.

Und wir haben diese neuen, gewaltigen Industriezweige nicht nur geschaffen, sondern haben sie in einem solchen Maßstab und in einem solchen Umfang geschaffen, dass vor ihnen Maßstab und Umfang der europäischen Industrien verblassen.

All das hat dazu geführt, dass die kapitalistischen Elemente aus der Industrie endgültig und unwiderruflich verdrängt worden sind und die sozialistische Industrie zur einzigen Form der Industrie in der UdSSR geworden ist.

All das hat dazu geführt, dass unser Land aus einem Agrarland zu einem Industrieland geworden ist, denn der Anteil der Industrieproduktion an der Gesamtproduktion stieg im Verhältnis zur Produktion der Landwirtschaft von 48 Prozent zu Beginn des Fünfjahrplans (1928) auf 70 Prozent am Ende des vierten Jahres des Fünfjahrplans (1932).

All das hat dazu geführt, dass es uns am Ende des vierten Jahres des Fünfjahrplans gelungen ist, das Programm der gesamten Industrieproduktion, das auf fünf Jahre berechnet war, zu 93,7 Prozent zu erfüllen, wodurch wir den Umfang der Industrieproduktion im Vergleich mit dem Vorkriegsniveau auf mehr als das Dreifache und im Vergleich mit 1928 auf mehr als das Doppelte erhöht haben. Was das Produktionsprogramm der Schwerindustrie betrifft, so haben wir den Fünfjahrplan zu 108 Prozent erfüllt.

Allerdings fehlen zur Erfüllung des Gesamtprogramms des Fünfjahrplans 6 Prozent. Das aber ist damit zu erklären, dass wir infolge der Weigerung einiger Nachbarländer, Nichtangriffspakte mit uns abzuschließen, und infolge der Verwicklungen im Fernen Osten[54] gezwungen waren, zur Stärkung der Verteidigungskraft eine Reihe von Betrieben eiligst auf die Erzeugung von modernen Verteidigungsmitteln umzustellen. Diese Umstellung aber hat, da eine gewisse Vorbereitungsperiode durchzumachen war, dazu geführt, dass diese Betriebe ihre Produktion für vier Monate einstellten, was sich auf die Erfüllung des gesamten Produktionsprogramms des Fünfjahrplans im Laufe des Jahres 1932 auswirken musste. Diese Operation führte dazu, dass wir die Lücken auf dem Gebiet der Verteidigungskraft des Landes restlos ausgefüllt haben. Sie musste sich aber auf die Erfüllung des Produktionsprogramms des Fünfjahrplans ungünstig auswirken. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass wir, wäre dieser Umstand nicht dazwischengekommen, die Gesamtproduktionszahlen des Fünfjahrplans nicht nur erfüllt, sondern bestimmt auch übererfüllt hätten.

Schließlich hat all das dazu geführt, dass die Sowjetunion sich aus einem schwachen und zur Verteidigung nicht gerüsteten Land in ein im Sinne der Verteidigungskraft mächtiges Land verwandelt hat, in ein Land, das gegen alle Zufälligkeiten gewappnet ist, in ein Land, das alle modernen Verteidigungsmittel in Massenumfang herstellen und seine Armee bei einem Überfall von außen mit ihnen versorgen kann.

Das sind im Großen und Ganzen die Ergebnisse des Fünfjahrplans in vier Jahren auf dem Gebiet der Industrie.

Urteilen Sie jetzt selbst, was nach alledem von dem Geschwätz der bürgerlichen Presse vom „Scheitern“ des Fünfjahrplans auf dem Gebiet der Industrie zu halten ist.

Und wie steht es in den kapitalistischen Ländern, die jetzt eine schwere Krise durchmachen, um das Wachstum der Industrieproduktion? Hier die jedermann bekannten offiziellen Angaben.

Während der Umfang der Industrieproduktion der UdSSR bis Ende 1932 im Vergleich zum Torkriegsstand auf 334 Prozent gewachsen ist, ist in dem gleichen Zeitraum die Industrieproduktion der Vereinigten Staaten auf 84 Prozent des Vorkriegsstandes, Englands auf 75, Deutschlands auf 62 Prozent zurückgegangen.

Während der Umfang der Industrieproduktion der UdSSR bis Ende 1932 im Vergleich mit dem Stand von 1928 auf 219 Prozent gewachsen ist, ist in dem gleichen Zeitraum die Industrieproduktion der Vereinigten Staaten auf 56 Prozent, Englands auf 80, Deutschlands auf 55 und Polens auf 54 Prozent zurückgegangen.

Was besagen diese Angaben anderes, als dass das kapitalistische System der Industrie im Wettstreit mit dem Sowjetsystem die Probe nicht bestanden hat, dass das Sowjetsystem der Industrie in jeder Hinsicht dem kapitalistischen System überlegen ist.

Man sagt uns, all das sei recht schön, es seien viele neue Betriebe gebaut und die Grundlagen der Industrialisierung geschaffen worden. Es wäre jedoch weitaus besser gewesen, auf die Politik der Industrialisierung, auf die Politik der Erweiterung der Erzeugung von Produktionsmitteln zu verzichten oder wenigstens diese Aufgabe in den Hintergrund zu rücken, um mehr Kattun, Schuhe, Kleider und andere Massenbedarfsartikel herzustellen.

Es sind tatsächlich weniger Massenbedarfsartikel erzeugt worden als benötigt werden, und das schafft gewisse Schwierigkeiten. Aber man muss wissen und sich Rechenschaft darüber ablegen, wohin uns eine Politik, die die Industrialisierungsaufgaben in den Hintergrund rückt, geführt hätte. Natürlich hätten wir von den eineinhalb Milliarden Rubel in Valuta, die während dieser Periode für die Ausrüstung unserer Schwerindustrie aufgewandt wurden, die Hälfte für den Import von Baumwolle, Leder, Wolle, Kautschuk usw. verwenden können. Wir hätten dann mehr Kattun, Schuhe, Kleider. Aber wir hätten dann weder eine Traktorenindustrie noch eine Automobilindustrie, hätten keine einigermaßen bedeutende Eisenhüttenindustrie, wir hätten kein Metall für den Maschinenbau und stünden der mit moderner Technik ausgerüsteten kapitalistischen Umwelt wehrlos gegenüber.

Wir hätten uns dann der Möglichkeit beraubt, die Landwirtschaft mit Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen zu versorgen, säßen also ohne Brot da.

Wir hätten uns der Möglichkeit beraubt, den Sieg über die kapitalistischen Elemente im Lande zu erringen, hätten also die Chancen für eine Restauration des Kapitalismus unermesslich erhöht.

Wir hätten dann nicht alle die modernen Verteidigungsmittel, ohne die die staatliche Unabhängigkeit eines Landes unmöglich ist, ohne die sich ein Land in ein Objekt der Kriegshandlungen auswärtiger Feinde verwandelt. Unsere Lage wäre dann der Lage des heutigen Chinas mehr oder weniger ähnlich, das keine eigene Schwerindustrie, keine eigene Kriegsindustrie hat und das jetzt von allen, denen es nur gefällt, gerupft wird.

Mit einem Wort: Wir hätten in diesem Fall eine militärische Intervention, keine Nichtangriffspakte, sondern den Krieg, einen gefährlichen Krieg auf Tod und Leben, einen blutigen und ungleichen Krieg, denn in diesem Kriege hätten wir den Feinden, denen alle modernen Angriffsmittel zur Verfügung stehen, fast wehrlos gegenübergestanden.

So liegen die Dinge, Genossen.

Es ist klar, dass eine Staatsmacht, die etwas auf sich hält, eine Partei, die etwas auf sich hält, einen solchen verderblichen Standpunkt nicht einnehmen konnte.

Und eben weil die Partei eine solche antirevolutionäre Einstellung verworfen hat, eben deshalb hat sie einen entscheidenden Sieg bei der Erfüllung des Fünfjahrplans auf dem Gebiet der Industrie errungen.

Bei der Verwirklichung des Fünfjahrplans und bei der Organisierung des Sieges auf dem Gebiet des industriellen Aufbaus hat die Partei die Politik des maximal beschleunigten Tempos der Entwicklung der Industrie durchgeführt. Die Partei hat das Land gleichsam angepeitscht, um seinen Vormarsch zu beschleunigen.

Hat die Partei richtig gehandelt, als sie die Politik des maximal beschleunigten Tempos durchführte?

Ja, sie hat unbedingt richtig gehandelt.

Man muss ein Land, das um 100 Jahre zurückgeblieben ist und dem infolge seiner Zurückgebliebenheit eine tödliche Gefahr droht, vorwärts treiben. Nur auf diese Weise konnte dem Lande die Möglichkeit gegeben werden, in aller Eile auf der Basis der modernen Technik umzurüsten und endlich die breite Heerstraße der Entwicklung zu betreten.

Wir konnten ferner nicht wissen, an welchem Tage die Imperialisten die UdSSR überfallen und unseren Aufbau unterbrechen würden; dass sie uns aber in einem beliebigen Augenblick, unter Ausnutzung der technischen und wirtschaftlichen Schwäche unseres Landes, überfallen konnten, darüber war kein Zweifel möglich. Die Partei war deshalb gezwungen, das Land anzupeitschen, um keine Zeit zu versäumen, um die Atempause restlos auszunutzen und in der UdSSR rechtzeitig die Grundlagen der Industrialisierung zu schaffen, die die Basis ihrer Macht bilden. Die Partei hatte keine Möglichkeit, zu warten und zu manövrieren, und sie musste die Politik des maximal beschleunigten Tempos durchführen.

Schließlich musste die Partei in möglichst kurzer Frist der Schwäche des Landes auf dem Gebiet der Landesverteidigung ein Ende setzen. Die gegenwärtige Lage, die Zunahme der Rüstungen in den kapitalistischen Ländern, das Fiasko der Abrüstungsidee, der Hass der internationalen Bourgeoisie gegen die UdSSR - all das drängte die Partei dazu, die Stärkung der Verteidigungskraft des Landes, dieser Grundlage seiner Unabhängigkeit, zu forcieren.

Hatte aber die Partei die reale Möglichkeit, die Politik des maximal beschleunigten Tempos durchzuführen? Ja, sie hatte sie. Sie hatte diese Möglichkeit nicht nur deshalb, weil es ihr gelungen war, das Land rechtzeitig zum raschen Vormarsch zu mobilisieren, sondern vor allem auch deshalb, weil sie sich bei dem umfassenden neuen Aufbau auf alte oder erneuerte Werke und Fabriken stützen konnte, deren Technik von den Arbeitern, Ingenieuren und Technikern bereits gemeistert worden war und die daher die Verwirklichung des maximal beschleunigten Entwicklungstempos ermöglichten.

Eben auf dieser Grundlage setzte bei uns in der Periode des ersten Fünfjahrplans die rasche Entfaltung des neuen Aufbaus, das Pathos des voll entfalteten Aufbaus ein, traten Helden und Stoßarbeiter der Neubauten auf den Plan, entstand die Praxis des stürmischen Entwicklungstempos.

Kann man behaupten, dass im zweiten Fünfjahrplan genau dieselbe Politik des maximal beschleunigten Tempos durchgeführt werden muss? Nein, das kann man nicht behaupten.

Erstens haben wir dank der erfolgreichen Durchführung des Fünfjahrplans seine Hauptaufgabe im Wesentlichen bereits erfüllt: die Schaffung einer Basis der neuen modernen Technik für die Industrie, das Verkehrswesen und die Landwirtschaft. Ist es da geboten, das Land auch weiterhin anzupeitschen und anzutreiben? Es ist klar, dass hierzu jetzt keine Notwendigkeit vorliegt.

Zweitens ist es uns dank der erfolgreichen Erfüllung des Fünfjahrplans bereits gelungen, die Verteidigungskraft des Landes auf die gebührende Höhe zu bringen. Ist es da geboten, das Land auch weiterhin anzupeitschen und anzutreiben? Es ist klar, dass hierzu jetzt keine Notwendigkeit vorliegt.

Schließlich ist es uns dank der erfolgreichen Erfüllung des Fünfjahrplans gelungen, Dutzende und Hunderte neuer großer Werke und Kombinate zu errichten, die über eine neue, komplizierte Technik verfügen. Das bedeutet, dass im zweiten Fünfjahrplan schon nicht mehr die alten Werke, deren Technik bereits gemeistert ist, in Bezug auf den Umfang der Industrieproduktion die Hauptrolle spielen werden, wie dies in der Periode des ersten Fünfjahrplans der Fall war, sondern die neuen Werke, deren Technik noch nicht gemeistert ist und erst gemeistert werden muss. Die Meisterung der neuen Betriebe und der neuen Technik bereitet aber bedeutend größere Schwierigkeiten als die Ausnutzung der alten oder erneuerten Werke und Fabriken, deren Technik bereits gemeistert ist. Sie erfordert mehr Zeit, denn die Qualifikation der Arbeiter, Ingenieure und Techniker muss erhöht werden, und sie müssen neue Fertigkeiten erwerben, um die neue Technik restlos ausnutzen zu können. Ist es nach alledem nicht klar, dass wir in der Periode des zweiten Fünfjahrplans, insbesondere in den ersten zwei, drei Jahren des zweiten Fünfjahrplans, selbst wenn wir es wollten, die Politik des maximal beschleunigten Entwicklungstempos nicht durchführen könnten?

Deshalb glaube ich, dass wir im zweiten Planjahrfünft ein weniger beschleunigtes Wachstumstempo in der Industrieproduktion werden einschlagen müssen. In der Periode des ersten Fünfjahrplans betrug die jährliche Zunahme der Industrieproduktion durchschnittlich 22 Prozent. Ich glaube, dass wir für den zweiten Fünfjahrplan eine jährliche Zunahme der Industrieproduktion um durchschnittlich 13-14 Prozent als Minimum werden ansetzen müssen. Für die kapitalistischen Länder ist ein solches Tempo der Zunahme der Industrieproduktion ein unerreichbares Ideal. Und nicht allein ein solches Tempo der Zunahme der Industrieproduktion, selbst eine Zunahme um durchschnittlich 5 Prozent im Jahr ist jetzt für sie ein unerreichbares Ideal. Aber dafür sind sie ja auch kapitalistische Länder. Anders liegen die Dinge im Sowjetland mit seinem sowjetischen Wirtschaftssystem. Mit unserem Wirtschaftssystem haben wir vollauf die Möglichkeit, eine jährliche Zunahme der Produktion um 13-14 Prozent als Minimum zu erreichen, und wir müssen das erreichen.

In der Periode des ersten Fünfjahrplans haben wir es verstanden, den Enthusiasmus, das Pathos des neuen Aufbaus zu organisieren, und haben entscheidende Erfolge errungen. Das ist sehr gut. Jetzt genügt das aber nicht mehr. Jetzt müssen wir erreichen, dass sich hierzu der Enthusiasmus, das Pathos der Meisterung der neuen Betriebe und der neuen Technik gesellt, dass eine ernste Steigerung der Arbeitsproduktivität, eine ernste Herabsetzung der Selbstkosten einsetzt.

Das ist jetzt die Hauptsache.

Denn nur auf dieser Basis können wir erreichen, dass wir, sagen wir, um die Mitte des zweiten Planjahrfünfts sowohl auf dem Gebiet des Aufbaus als auch hinsichtlich der Zunahme der Industrieproduktion einen neuen machtvollen Anlauf nehmen können.

Schließlich einige Worte über das Entwicklungstempo und über den Prozentsatz der jährlichen Produktionszunahme. Unsere Industriefachleute beschäftigen sich wenig mit dieser Frage. Und doch ist das eine sehr interessante Frage. Was bedeutet die prozentuale Zunahme der Produktion, und was steckt eigentlich hinter jedem Prozent der Zunahme? Nehmen wir zum Beispiel das Jahr 1925, die Wiederherstellungsperiode. Die Zunahme der Produktion betrug in diesem Jahr 66 Prozent. Die Gesamtproduktion der Industrie belief sich auf 7,7 Milliarden Rubel. 66 Prozent Zunahme machten also damals in absoluten Zahlen über 3 Milliarden aus. Folglich war jedes Prozent der Zunahme gleich 45 Millionen Rubel. Nehmen wir jetzt das Jahr 1928. Es ergab eine Zunahme um 26 Prozent, das heißt prozentual etwas mehr als ein Drittel der Zunahme von 1925. Die Gesamtproduktion der Industrie betrug damals 15,5 Milliarden Rubel. Die gesamte Zunahme in einem Jahr betrug in absoluten Zahlen 3280 Millionen Rubel. Folglich war jedes Prozent der Zunahme damals gleich 126 Millionen Rubel, das heißt, es betrug fast dreimal soviel wie im Jahre 1925, als wir eine Zunahme um 66 Prozent hatten. Nehmen wir schließlich das Jahr 1931. Es ergab eine Zunahme um 22 Prozent, das heißt ein Drittel des Prozentsatzes von 1925. Die Gesamtproduktion der Industrie machte damals 30,8 Milliarden Rubel aus. Die gesamte Zunahme ergab in absoluten Zahlen mehr als 5600 Millionen. Folglich betrug jedes Prozent der Zunahme mehr als 250 Millionen Rubel, das heißt sechsmal soviel wie im Jahre 1925, als wir eine Zunahme um 66 Prozent hatten, und doppelt soviel wie im Jahre 1928, als wir eine Zunahme um mehr als 26 Prozent hatten.

Was besagt das alles? Das besagt, dass man sich beim Studium des Tempos der Produktionszunahme nicht auf die Prüfung der prozentualen Zunahme allein beschränken darf, man muss auch wissen, was sich hinter jedem Prozent der Zunahme verbirgt und wie hoch der Gesamtbetrag der jährlichen Zunahme der Produktion ist. Wir setzen zum Beispiel für 1933 eine Zunahme um 16 Prozent an, das heißt ein Viertel des Prozentsatzes von 1925. Das bedeutet aber noch nicht, dass die Produktionszunahme in diesem Jahr gleichfalls ein Viertel der von 1925 betragen wird. Die Produktionszunahme im Jahre 1925 betrug in absoluten Zahlen mehr als 3 Milliarden Rubel, und jedes Prozent war gleich 45 Millionen Rubel. Es besteht kein Grund, daran zu zweifeln, dass die Produktionszunahme im Jahre 1933 in absoluten Zahlen, bei einer Norm von 16 Prozent Zunahme, nicht weniger als 5 Milliarden Rubel, das heißt fast doppelt soviel wie im Jahre 1925 betragen wird, und jedes Prozent wird mindestens 320-340 Millionen Rubel gleich sein, das heißt, es wird wenigstens siebenmal soviel ausmachen wie jedes Prozent der Zunahme im Jahre 1925.

So liegen die Dinge, Genossen, wenn man die Frage des Tempos und des Prozentsatzes der Zunahme konkret untersucht.

So steht es um die Ergebnisse des Fünfjahrplans in vier Jahren auf dem Gebiet der Industrie.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis