"Stalin"

Werke

Band 14

II
DIE INNERE LAGE DER SOWJETUNION

Gehen wir zur inneren Lage unseres Landes über.

Vom Standpunkte der inneren Lage der Sowjetunion bietet die Berichtsperiode ein Bild des weiteren Aufschwungs der gesamten Volkswirtschaft, des Wachstums der Kultur, der Stärkung der politischen Macht des Landes.

Als das wichtigste Ergebnis auf dem Gebiete der Entwicklung der Volkswirtschaft in der Berichtsperiode ist die Vollendung der Rekonstruktion der Industrie und Landwirtschaft auf der Grundlage der neuen, der modernen Technik anzusehen. Bei uns gibt es bereits keine oder fast keine alten Betriebe mehr mit ihrer rückständigen Technik sowie keine alten Bauernwirtschaften mit ihrer vorsintflutlichen Ausrüstung. Die Grundlage unserer Industrie und Landwirtschaft ist jetzt die neue, die moderne Technik. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass unser Land vom Standpunkte der Produktionstechnik, vom Standpunkte der Versorgung der Industrie und der Landwirtschaft mit neuer Technik, im Vergleich zu jedem anderen Lande das fortgeschrittenste ist, weil dort die alte Ausrüstung als Hemmschuh der Produktion wirkt und der Einbürgerung der neuen Technik im Wege steht.

In der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung unseres Landes sind als die wichtigsten Errungenschaften in der Berichtsperiode anzusehen: die endgültige Liquidierung der Überreste der Ausbeuterklassen, der Zusammenschluss der Arbeiter, der Bauern und der Intelligenz zu einer gemeinsamen Front der Arbeit, die Festigung der moralischen und politischen Einheit der Sowjetgesellschaft, die Festigung der Freundschaft der Völker unseres Landes und als Ergebnis alles dessen die volle Demokratisierung des politischen Lebens des Landes, die Schaffung der neuen Verfassung. Niemand wagt zu bestreiten, dass unsere Verfassung die demokratischste der Welt ist; die Ergebnisse der Wahlen zum Obersten Sowjet der UdSSR sowie zu den Obersten Sowjets der Unionsrepubliken sind überaus kennzeichnend.

Als Ergebnis alles dessen haben wir eine völlige Stabilität der inneren Lage und eine Festigkeit der Macht im Lande zu verzeichnen, um die uns jede Regierung in der Welt beneiden könnte.

Untersuchen wir die konkreten Daten über die wirtschaftliche und politische Lage unseres Landes.

1. Der weitere Aufschwung der Industrie und Landwirtschaft

a) Die Industrie . Die Entwicklung unserer Industrie bietet in der Berichtsperiode ein Bild des ununterbrochenen Aufschwungs. Dieser Aufschwung bringt nicht nur das Anwachsen der Produktion überhaupt zum Ausdruck, sondern vor allem das Aufblühen der sozialistischen Industrie einerseits, den Untergang der Privatindustrie andererseits.

Hier die entsprechende Tabelle:

Das Wachstum der Industrie der UdSSR in den Jahren 1934-1938
(in Millionen Rubel in Preisen von 1926/27)

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

Gesamtproduktion

42030
(100%)

50477
(100%)

62137
(100%)

80929
(100%)

90166
(100%)

100375
(100%)

Sozialistische
Industrie

42002
(99,93%)

50443
(99,93%)

62114
(99,96%)

80898
(99,96%)

91138
(99,97%)

100349
(99,97%)

Private
Industrie

28
(0,07%)

34
(0,07%)

23
(0,04%)

31
(0,04%)

28
(0,03%)

26
(0,03%)

(in Prozenten zum vorhergehenden Jahr)

 

1934

1935

1936

1937

1938

1934 zu 1938

Gesamtproduktion

120,1

123,1

130,2

111,4

111,3

238,8

Sozialistische
Industrie

120,1

123,1

130,2

111,4

111,3

238,9

Private
Industrie

121,4

67,6

134,8

90,3

92,9

92,9

Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass unsere Industrie in der Berichtsperiode auf mehr als das Doppelte gewachsen ist, wobei das gesamte Wachstum der Produktion auf das Konto der sozialistischen Produktion zu setzen ist.

Aus dieser Tabelle ist weiter ersichtlich, dass das sozialistische System das einzige System in der Industrie der Sowjetunion ist.

Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass der endgültige Untergang der Privatindustrie eine Tatsache ist, die jetzt selbst Blinde nicht bestreiten können.

Der Untergang der Privatindustrie kann nicht als zufällig angesehen werden. Sie ging vor allem deshalb unter, weil das sozialistische Wirtschaftssystem im Vergleich zu dem kapitalistischen ein vollkommeneres System darstellt. Sie ging zweitens unter, weil uns das sozialistische Wirtschaftssystem die Möglichkeit bot, in einigen Jahren unsere gesamte sozialistische Industrie auf einer neuen, einer modernen technischen Basis neu auszurüsten. Eine solche Möglichkeit bietet das kapitalistische Wirtschaftssystem nicht und vermag das auch gar nicht. Es ist eine Tatsache, dass unsere Industrie vom Standpunkte der Produktionstechnik, vom Standpunkte des Umfangs ihrer technischen Neuausrüstung in der Welt an erster Stelle steht.

Nimmt man das Wachstumstempo unserer industriellen Produktion - in Prozenten zum Vorkriegsniveau ausgedrückt - und vergleicht es mit dem Wachstumstempo der industriellen Produktion der wichtigsten kapitalistischen Länder, so erhält man folgendes Bild:

Das Wachstum der Industrie der UdSSR und der wichtigsten kapitalistischen Länder
in den Jahren 1913-1938

 

1913

1933

1934

1935

1936

1937

1938

UdSSR

100,0

380,5

457,0

562,6

732,7

816,4

908,8

USA

100,0

108,7

112,9

128,6

149,8

156,9

120,0

England

100,0

87,0

97,1

104,0

114,2

121,9

113,3

Deutschland

100,0

75,4

90,4

105,9

118,1

129,3

131,6

Frankreich

100,0

107,0

99,0

94,0

98,0

101,0

93,2

Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass unsere Industrie im Vergleich zum Vorkriegsniveau auf mehr als das Neunfache gewachsen ist, während die Industrie der wichtigsten kapitalistischen Länder auch weiterhin um das Vorkriegsniveau herum pendelt und dieses im ganzen nur um 20 bis 30 Prozent überschreitet.

Das bedeutet, dass unsere sozialistische Industrie dem Wachstumstempo nach in der Welt an erster Stelle steht.

Es ergibt sich also, dass wir in der Produktionstechnik und im Wachstumstempo unserer Industrie die wichtigsten kapitalistischen Länder schon eingeholt und überholt haben.

Worin aber bleiben wir noch zurück? Wir bleiben immer noch in ökonomischer Hinsicht, d. h. in dem Ausmaß unserer industriellen Produktion, pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, zurück. Wir produzierten im Jahre 1938 ungefähr 15 Millionen Tonnen Roheisen, England 7 Millionen Tonnen. Es könnte also scheinen, dass es damit bei uns besser stehe als in England. Wenn man aber diese Tonnen Roheisen auf die Bevölkerungszahl aufteilt, so ergibt sich, dass im Jahre 1938 in England, pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, 145 Kilogramm Roheisen erzeugt wurden, in der Sowjetunion aber nur 87 Kilogramm. Oder weiter: England produzierte im Jahre 1938 10800000 Tonnen Stahl und ungefähr 29 Milliarden Kilowattstunden (Produktion von elektrischer Energie), die Sowjetunion produzierte 18 Millionen Tonnen Stahl und mehr als 39 Milliarden Kilowattstunden. Es könnte also scheinen, dass es damit bei uns besser stehe als in England. Wenn man aber alle diese Tonnen und Kilowattstunden auf die Bevölkerungszahl aufteilt, so ergibt sich, dass in England im Jahre 1938, pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, 226 Kilogramm Stahl und 620 Kilowattstunden, in der Sowjetunion aber, pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, nur 107 Kilogramm Stahl und 233 Kilowattstunden erzeugt wurden.

Woran liegt das? Eben daran, dass die Bevölkerung bei uns um ein Mehrfaches größer ist als in England, also auch der Bedarf größer ist als in England: Die Sowjetunion hat eine Bevölkerung von 170 Millionen, England aber nicht mehr als 46 Millionen. Die ökonomische Leistungsfähigkeit der Industrie findet ihren Ausdruck nicht in dem Umfange der industriellen Produktion überhaupt, ohne Berücksichtigung der Bevölkerungszahl des Landes, sondern in dem Umfange der industriellen Produktion, in seinem direkten Verhältnis zur Höhe des Verbrauchs pro Kopf der Bevölkerung. Je mehr industrielle Produktion pro Kopf der Bevölkerung, umso höher ist die ökonomische Leistungsfähigkeit des Landes und umgekehrt, je weniger Produktion pro Kopf der Bevölkerung, umso niedriger ist die ökonomische Leistungsfähigkeit des Landes und seiner Industrie. Also, je größer die Bevölkerung des Landes, umso größer ist der Bedarf an Gebrauchsgegenständen im Lande, umso größer muss also auch der Umfang der industriellen Produktion dieses Landes sein.

Nehmen wir als Beispiel die Produktion von Roheisen. Um in der Roheisenerzeugung England ökonomisch zu überholen, dessen Produktion im Jahre 1938 7 Millionen Tonnen betrug, müssen wir die jährliche Gewinnung von Roheisen auf 25 Millionen Tonnen bringen. Um Deutschland, das im Jahre 1938 insgesamt 18 Millionen Tonnen Roheisen erzeugte, ökonomisch zu überholen, müssen wir die jährliche Roheisengewinnung auf 40 bis 45 Millionen Tonnen bringen. Um aber die USA ökonomisch zu überholen, wobei ich nicht das Niveau des Krisenjahres 1938 im Auge habe, als in den USA insgesamt 18,8 Millionen Tonnen Roheisen gewonnen wurden, sondern das Niveau des Jahres 1929, als in den USA ein Aufschwung der Industrie zu verzeichnen war und dort ungefähr 43 Millionen Tonnen Roheisen gewonnen wurden, müssen wir die jährliche Roheisengewinnung auf 50 bis 60 Millionen Tonnen bringen.

Das gleiche ist von der Produktion von Stahl, Walzeisen, vom Maschinenbau usw. zu sagen, da alle diese Industriezweige wie auch die übrigen Zweige in letzter Instanz von der Roheisenproduktion abhängen.

Wir haben die wichtigsten kapitalistischen Länder in der Produktionstechnik und im Entwicklungstempo der Industrie überholt. Das ist sehr gut. Das genügt aber nicht. Man muss sie auch in ökonomischer Hinsicht überholen. Wir können das tun, und wir müssen das tun. Nur dann, wenn wir die wichtigsten kapitalistischen Länder ökonomisch überholt haben, können wir darauf rechnen, dass unser Land mit Bedarfsgegenständen vollauf gesättigt sein wird, dass wir einen Überfluss an Produkten haben und die Möglichkeit erhalten werden, den Übergang von der ersten Phase des Kommunismus zu seiner zweiten Phase zu vollziehen.

Was ist erforderlich, um die wichtigsten kapitalistischen Länder ökonomisch zu überholen? Dazu ist vor allem das ernste und ungestüme Verlangen erforderlich, vorwärts zu schreiten, und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, bedeutsame Kapitalinvestitionen vorzunehmen, um unsere sozialistische Industrie in jeder Weise zu erweitern. Haben wir diese Voraussetzungen? Wir haben sie unzweifelhaft! Dazu sind weiter eine hohe Produktionstechnik und ein hohes Entwicklungstempo der Industrie erforderlich. Haben wir diese Voraussetzungen? Wir haben sie unzweifelhaft! Dazu ist schließlich Zeit erforderlich. Ja, Genossen, Zeit. Es müssen neue Fabriken gebaut werden. Es müssen neue Kader für die Industrie geschaffen werden. Das erfordert jedoch Zeit, und zwar nicht wenig Zeit. Es ist unmöglich, die wichtigsten kapitalistischen Länder in zwei bis drei Jahren ökonomisch zu überholen. Dazu ist etwas mehr Zeit erforderlich. Nehmen wir zum Beispiel wiederum das Roheisen und seine Produktion. In welchem Zeitraum kann man die wichtigsten kapitalistischen Länder in der Roheisengewinnung überholen? Einige Funktionäre der Staatlichen Plankommission, in ihrer alten Zusammensetzung, machten bei der Aufstellung des zweiten Fünfjahrplans den Vorschlag, für das Ende des zweiten Fünfjahrplans eine Roheisengewinnung in Höhe von 60 Millionen Tonnen zu planen. Das bedeutet, dass sie von der Möglichkeit eines durchschnittlichen jährlichen Zuwachses der Roheisengewinnung in Höhe von 10 Millionen Tonnen ausgingen. Das war natürlich eine Phantasterei, wenn nicht Schlimmeres. Übrigens verstiegen sich diese Genossen nicht nur auf dem Gebiete der Roheisengewinnung zur Phantasterei. Sie waren zum Beispiel der Meinung, dass im Laufe des zweiten Fünfjahrplans der jährliche Bevölkerungszuwachs in der Sowjetunion drei bis vier Millionen Menschen oder sogar noch mehr betragen werde. Das war ebenfalls eine Phantasterei, wenn nicht Schlimmeres. Läßt man aber die Phantasten beiseite und betritt realen Boden, so kann man unter Berücksichtigung des heutigen Standes der Technik der Roheisengewinnung einen durchschnittlichen Jahreszuwachs an Roheisen in Höhe von 2 bis 2½ Millionen Tonnen als durchaus möglich annehmen. Die Geschichte der Industrie der wichtigsten kapitalistischen Länder ebenso wie die Industrie unseres Landes zeigt, dass diese Norm des jährlichen Zuwachses zwar angespannt, aber durchaus erreichbar ist.

Es ist also Zeit erforderlich, und nicht wenig Zeit, um die wichtigsten kapitalistischen Länder ökonomisch zu überholen. Und je höher bei uns die Arbeitsproduktivität sein wird, je mehr sich bei uns die Produktionstechnik vervollkommnen wird, um so schneller wird man diese überaus wichtige wirtschaftliche Aufgabe erfüllen, um so mehr wird man die Frist der Erfüllung dieser Aufgabe verkürzen können.

b) Die Landwirtschaft. Die Entwicklung der Landwirtschaft verlief in der Berichtsperiode ebenso wie die Entwicklung der Industrie in aufsteigender Linie. Dieser Aufstieg kommt nicht nur im Anwachsen der landwirtschaftlichen Produktion zum Ausdruck, sondern vor allem im Anwachsen und in der Festigung der sozialistischen Landwirtschaft einerseits, im Untergang der individuellen Bauernwirtschaft andererseits. Während die Getreideanbaufläche der Kollektivwirtschaften von 75 Millionen Hektar im Jahre 1933 auf 92 Millionen Hektar im Jahre 1938 anwuchs, verringerte sich die Getreideanbaufläche der Einzelbauern in derselben Periode von 15,7 Millionen Hektar auf 600000 Hektar, d. h. auf 0,6 Prozent der gesamten Getreideanbaufläche. Ich spreche schon gar nicht von den Anbauflächen gewerblicher Nutzpflanzen, bei denen die Rolle der Einzelwirtschaften auf Null gesunken ist. Es ist außerdem bekannt, dass in den Kollektivwirtschaften jetzt 18800000 Bauernhöfe vereinigt sind, d. h. 93,5 Prozent aller Bauernhöfe, die Fischerei- und Gewerbegenossenschaften nicht inbegriffen.

Das bedeutet, dass die Kollektivwirtschaften endgültig verankert und gefestigt sind und dass das sozialistische Wirtschaftssystem jetzt die einzige Form unserer Landwirtschaft ist.

Vergleicht man die Entwicklung der Anbauflächen aller Kulturen in der Berichtsperiode mit der Größe der Anbauflächen der vorrevolutionären Periode, so erhält man folgendes Bild:

Anbaufläche aller Kulturen in der UdSSR
(in Millionen Hektar)

 

1913

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in % zu 1913

Gesamte Anbaufläche

105,0

131,5

132,8

133,8

135,3

136,9

130,4

Davon:
a) Getreide

94,4

104,7

103,4

102,4

104,4

102,4

108,5

b) Gewerbliche
Nutzpflanzen

4,5

10,7

10,6

10,8

11,2

11,0

244,4

c) Gartenbau-
und Gemüsekulturen

3,8

8,8

9,9

9,8

9,0

9,4

247,4

d) Futtermittel

2,1

7,1

10,6

10,6

10,6

14,1

671,4

Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass bei uns die Anbauflächen aller Kulturen, und vor allem der Futtermittel, gewerblichen Nutzpflanzen, Gartenbau- und Gemüsekulturen, gewachsen sind.

Das bedeutet, dass unsere Landwirtschaft immer vielseitiger und produktiver wird und dass die Einbürgerung eines richtigen Fruchtwechsels eine reale Grundlage erhält.

Wie die Ausrüstung unserer Kollektiv- und Sowjetwirtschaften mit Traktoren, Mähdreschern und anderen Maschinen in der Berichtsperiode gewachsen ist, darüber geben die folgenden Tabellen Auskunft:

1. Der Traktorenpark in der Landwirtschaft der UdSSR
(in 1000 Stück)

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in % zu 1913

Traktoren insgesamt

210,9

276,4

363,3

422,7

454,5

483,5

229,3

Davon
a) In den MTS

123,2

177,3

254,7

328,5

365,8

394,0

319,8

b) In den Sowjetwirtschaften
und andwirtschaftlichen
Hilfsbetrieben

83,2

95,5

102,1

88,5

84,5

85,0

102,2

(Leistungsfähigkeit in 1000 PS)

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in % zu 1913

Traktoren insgesamt

3209,2

4462,8

6184,0

7672,4

8385,0

9256,2

288,4

Davon
a) In den MTS

1758,1

2753,9

4281,6

5856,0

6679,2

7437,0

423,0

b) In den Sowjetwirtschaften
und andwirtschaftlichen
Hilfsbetrieben

1401,7

1669,5

1861,4

1730,7

1647,5

1751,8

125,0

2. Park von Mähdreschern und anderen Maschinen in der
Landwirtschaft der UdSSR
(in 1000 Stück; am Jahresende)

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in % zu 1913

Mähdrescher

25,4

32,3

50,3

87,8

128,8

153,5

604,3

Verbrennungsmotoren und Lokomobilen

48,0

60,9

69,1

72,4

77,9

83,8

174,6

Getreide-Dreschmaschinen mit mehrfacher und einfacher Reinigung

120,6

121,9

120,1

123,7

126,1

130,8

108,7

Lastautomobile

26,6

40,3

63,7

96,2

144,5

194,8

736,1

Personenautomobile (in Stück)

3991,0

5533,0

7555,0

7630,0

8156,0

9594,0

240,4

Fügt man diesen Ziffern die Tatsache hinzu, dass die Zahl der Maschinen- und Traktorenstationen in der Berichtsperiode bei uns von 2900 im Jahre 1934 auf 6350 im Jahre 1938 gestiegen ist, so kann man aufgrund aller dieser Angaben mit Sicherheit sagen, dass die Rekonstruktion unserer Landwirtschaft auf der Grundlage der neuen, der modernen Technik im wesentlichen bereits beendet ist.

Unsere Landwirtschaft ist folglich nicht nur die Landwirtschaft der größten Betriebe, die am besten mechanisierte Landwirtschaft, also auch eine im weitesten Ausmaße warenproduzierende Landwirtschaft, sondern sie ist auch mit modernen technischen Ausrüstungen besser versehen als die Landwirtschaft jedes beliebigen anderen Landes.

Nimmt man die Entwicklung der Produktion von Getreide und gewerblichen Nutzpflanzen in der Berichtsperiode im Vergleich zur vorrevolutionären Periode, so ergibt sich folgendes Bild:

Bruttoproduktion von Getreide und gewerblichen Nutzpflanzen in der UdSSR
(in Millionen Zentner)

 

1913

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in % zu 1913

Getreide

801,0

894,0

901,0

827,3

1202,9

949,9

118,6

Baumwolle (Rohbaumwolle)

7,4

11,8

17,2

23,9

25,5

26,9

363,5

Flachs (Fasern)

3,3

5,3

5,5

5,8

5,7

5,46

165,5

Zuckerrüben

109,0

113,6

162,1

168,3

218,6

166,8

153,0

Ölfrüchte

32,5

36,9

42,7

42,3

51,1

46,6

216,7

Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass ungeachtet der Dürre in den Jahren 1936 und 1938 in den östlichen und südöstlichen Gebieten und ungeachtet der beispiellos reichen Ernte im Jahre 1913 die Bruttoproduktion an Getreide und gewerblichen Nutzpflanzen bei uns in der Berichtsperiode im Vergleich zum Niveau des Jahres 1913 ununterbrochen gestiegen ist.

Besonders interessant ist die Frage des Anteils der Produktion von Marktgetreide in den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften. Der bekannte Statistiker Genosse Nemtschinow hat errechnet, dass von den fünf Milliarden Pud Getreide, die die Bruttoproduktion in der Vorkriegszeit betrug, nur ungefähr 1300 Millionen Pud Getreide auf den Markt gelangten, so dass der Marktanteil der damaligen Getreideproduktion 26 Prozent betrug. Genosse Nemtschinow ist der Meinung, dass der Marktanteil der Produktion der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften, als einer Großproduktion, zum Beispiel in den Jahren 1926-1927 ungefähr 47 Prozent der Bruttoproduktion und der Marktanteil der individuellen Bauernwirtschaften ungefähr 12 Prozent betrug. Geht man an die Sache etwas vorsichtiger heran und nimmt den Marktanteil der Produktion der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften im Jahre 1938 mit 40 Prozent der Bruttoproduktion an, so ergibt sich, dass unsere sozialistische Getreidewirtschaft in diesem Jahre ungefähr 2300 Millionen Pud Marktgetreide, d. h. um eine Milliarde Pud mehr als die Vorkriegs-Getreideproduktion liefern konnte und auch wirklich geliefert hat.

Der hohe Marktanteil der Produktion der Sowjet- und Kollektivwirtschaften ist folglich ihre wichtigste Besonderheit, die für die Versorgung des Landes von größter Bedeutung ist.

Eben in dieser Besonderheit der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften liegt das Geheimnis, dass es unserem Lande gelungen ist, das Getreideproblem, das Problem der ausreichenden Versorgung eines riesigen Landes mit Marktgetreide, so leicht und rasch zu lösen.

Es muss hervorgehoben werden, dass die Jahresaufbringung von Getreide in den letzten drei Jahren bei uns nicht unter 1600 Millionen Pud Getreide gesunken ist und sich manchmal, zum Beispiel im Jahre 1937, bis auf 1800 Millionen Pud erhöht hat. Rechnet man die jährlichen Getreideaufkäufe von ungefähr 200 Millionen und die mehreren hundert Millionen Pud hinzu, die auf dem Wege des kollektivwirtschaftlichen Getreidehandels gekauft werden, so erhalten wir insgesamt die Summe des gelieferten Marktgetreides der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften, von der oben die Rede war.

Es ist ferner von Interesse, dass sich die Basis des Marktgetreides in den letzten drei Jahren aus der Ukraine, die früher als die Kornkammer unseres Landes galt, nach dem Norden und Osten, d. h. in die RSFSR, verschoben hat. Bekanntlich bringt die Ukraine in den letzten zwei, drei Jahren jährlich nur etwa 400 Millionen Pud Getreide auf, während die RSFSR in diesen Jahren jährlich 1,1 bis 1,2 Milliarden Pud Marktgetreide aufbringt.

So ist es um die Getreideproduktion bestellt.

Was die Viehzucht betrifft, so sind auch in diesem rückständigsten Zweige der Landwirtschaft in den letzten Jahren bedeutsame Fortschritte zu verzeichnen. Allerdings bleiben wir in Bezug auf den Pferdebestand und die Schafzucht noch unter dem vorrevolutionären Niveau, aber in der Rindvieh- und Schweinezucht haben wir das vorrevolutionäre Niveau schon überschritten.

Hier die diesbezüglichen Angaben:

Viehbestand der UdSSR
(In Millionen Stück)

 

1916 lt.
Viehzählg.

1933

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in %
zu 1916

1938 in % zu 1933

Pferde

35,8

16,6

15,7

15,9

16,6

16,7

17,5

48,9

105,4

Rinder

60,6

38,4

42,4

49,2

56,7

57,0

63,2

104,3

164,6

Schafe und
Ziegen

121,2

50,2

51,9

61,2

73,7

81,3

102,5

84,6

204,2

Schweine

20,9

12,1

17,4

22,5

30,5

22,8

30,6

146,4

252,9

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass unsere Rückständigkeit auf dem Gebiete der Pferdezucht und Schafzucht in kürzester Frist beseitigt werden wird.

c) Warenumsatz, Verkehrswesen. Zugleich mit dem Aufschwung der Industrie und Landwirtschaft ist auch der Warenumsatz im Lande gestiegen. Das Netz der Einzelverkaufsstellen des staatlichen und genossenschaftlichen Handels ist in der Berichtsperiode um 25 Prozent gewachsen. Der Umsatz des staatlichen und genossenschaftlichen Einzelhandels ist um 178 Prozent gewachsen. Der Handelsumsatz auf den kollektivwirtschaftlichen Märkten ist um 112 Prozent gestiegen.

Hier die entsprechende Tabelle:

Warenumsatz
(in Millionen Zentner)

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in %
zu 1913

1.Eizehladelsnetz des
staatl. u. genossenschaftl.
Handesl (Läden u- Ver-
kaufsstellen am Jahres-
ende

285355,0

286236,0

268713,0

289473,0

327361,0

356930,0

125,1

2.Einzelzums. d. staatl.
u. genossenschaftl. Han-
dels (einschl. öffentlicher
Speisehallen) in Millio-
nen Rubel)

49789,2

61814,7

82712,1

106760,9

125943,2

138574,3

278,3

3.Handelsumsatz d. kol-
lektivwirtschaftl. Märkte
in Millionen Rubel

11500,0

14000,0

14500,0

15607,2

17799,7

24399,2

212,2

4.Gebietshandelsstellen
d. Vokskommissariate. f.
Nahrungsmittelind., für
Leichtind., f. Schwerind.,
f. Holzind. u. f. örtliche
Ind. Der Unionsrepubli-
ken am Jahresende

718

836

1141

1798

1912

1994

277,7

Es ist klar, dass sich der Warenumsatz im Lande ohne ein bestimmtes Wachstum des Güterverkehrs nicht in diesem Maße hätte entwickeln können. Und in der Tat, bei allen Arten des Verkehrswesens, besonders im Eisenbahn- und Flugwesen, ist in der Berichtsperiode ein Ansteigen des Güterverkehrs zu verzeichnen. Der Güterverkehr ist auch in der Schifffahrt gestiegen, jedoch mit großen Schwankungen; im Jahre 1938 wies der Güterverkehr der Schifffahrt im Vergleich zum vorhergehenden Jahre leider einen gewissen Rückgang auf.

Hier die entsprechende Tabelle:

Güterverkehr

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

1938 in % zu 1913

Einsenbahnen (in Mrd. Tonnenkilometer)

169,5

205,7

258,1

323,4

354,8

369,1

217,7

Binnen- u.
Seeschifffahrt (in Mrd. Tonnenkilometer)

50,2

56,5

68,3

72,3

70,1

66,0

131,5

Zivilluftflotte (in Millionen Tonnenkilometer)

3,1

6,4

9,8

21,9

24,9

31,7

1022,6

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass das teilweise Zurückbleiben der Schifffahrt 1938 im Jahre 1939 behoben werden wird.

2. Der weitere Aufschwung der materiellen und
kulturellen Lage des Volkes

Der fortdauernde Aufschwung der Industrie und Landwirtschaft musste zu einer neuerlichen Hebung der materiellen und kulturellen Lage des Volkes führen und hat in der Tat auch dazu geführt.

Die Beseitigung der Ausbeutung und die Festigung des sozialistischen Systems in der Volkswirtschaft, das Fehlen der Arbeitslosigkeit und des mit ihr verbundenen Elends in Stadt und Land, die gewaltige Erweiterung der Industrie und das ununterbrochene Anwachsen der Zahl der Arbeiter, die steigende Arbeitsproduktivität der Arbeiter und Kollektivbauern, die Tatsache, dass den Kollektivwirtschaften der Boden für ewig zuerkannt ist und die Ausrüstung der Kollektivwirtschaften mit einer gewaltigen Anzahl erstklassiger Traktoren und landwirtschaftlicher Maschinen - all dies hat die realen Voraussetzungen für die weitere Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern geschaffen. Die Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern führte naturgemäß zur Verbesserung der materiellen Lage der Intelligenz, die einen bedeutenden Faktor in unserem Lande darstellt und den Interessen der Arbeiter und Bauern dient.

Jetzt handelt es sich schon nicht mehr darum, arbeitslose und obdachlose Bauern, die aus dem Dorfe geflohen sind und in Angst vor Hunger leben, irgendwie in der Industrie unterzubringen und ihnen aus Mitleid Arbeit zu geben. Solche Bauern gibt es in unserem Lande schon lange nicht mehr. Und das ist natürlich gut, denn das zeugt vom Wohlstand unseres Dorfes. Jetzt kann es sich nur darum handeln, den Kollektivwirtschaften nahe zu legen, unserer Bitte nachzukommen und uns für die wachsende Industrie alljährlich wenigstens ungefähr anderthalb Millionen junger Kollektivbauern zur Verfügung zu stellen. Die Kollektivwirtschaften, die bereits wohlhabend geworden sind, müssen im Auge behalten, dass es ohne diese Hilfe ihrerseits sehr schwer sein wird, unsere Industrie zu erweitern, ohne eine Erweiterung der Industrie aber werden wir nicht imstande sein, die wachsende Nachfrage der Bauern nach Massenbedarfsartikeln zu befriedigen. Die Kollektivwirtschaften haben vollauf die Möglichkeit, diese unsere Bitte zu erfüllen, da die reichen technischen Hilfsmittel der Kollektivwirtschaften einen Teil der im Dorfe Arbeitenden freisetzen, und diese könnten, in die Industrie übergeführt, unserer ganzen Volkswirtschaft gewaltigen Nutzen bringen.

Als Ergebnis haben wir die folgenden Kennziffern für die Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern in der Berichtsperiode:

1. Das Volkseinkommen ist von 48,5 Milliarden Rubel im Jahre 1933 auf 105,0 Milliarden Rubel im Jahre 1938 gestiegen;

2. die Zahl der Arbeiter und Angestellten ist von über 22 Millionen im Jahre 1933 auf 28 Millionen im Jahre 1938 gestiegen;

3. die jährliche Lohnsumme der Arbeiter und Angestellten ist von 34953 Millionen Rubel auf 96425 Millionen Rubel gestiegen;

4. der mittlere Jahreslohn der Industriearbeiter, der im Jahre 1933 1513 Rubel betrug, hat sich auf 3447 Rubel im Jahre 1938 erhöht;

5. die Geldeinnahmen der Kollektivwirtschaften sind von 5661,9 Millionen Rubel im Jahre 1933 auf 14180,1 Millionen Rubel im Jahre 1937 gestiegen;

6. die durchschnittlich pro Kollektivbauernhof in den Getreidegebieten ausgefolgte Getreidemenge ist von 61 Pud im Jahre 1933 auf 144 Pud im Jahre 1937 gestiegen, nicht mit inbegriffen das Saatgut, die Saatenversicherungsfonds, den Futtermittelfonds für das vergesellschaftete Vieh, die Getreideablieferungen, die Naturalleistungen für die Arbeit der Maschinen- und Traktorenstationen;

7. die im Staatshaushalt vorgesehenen Aufwendungen für soziale und kulturelle Zwecke sind von 5.839,9 Millionen Rubel im Jahre 1933 auf 35.202,5 Millionen Rubel im Jahre 1938 gestiegen.

Was die kulturelle Lage des Volkes betrifft, so folgte ihre aufsteigende Entwicklung dem Aufschwung der materiellen Lage des Volkes auf dem Fuße.

Vom Standpunkt der kulturellen Entwicklung des Volkes war die Berichtsperiode wahrhaftig eine Periode der Kulturrevolution. Die Durchführung der allgemeinen Schulpflicht und des Unterrichts in den Sprachen der Nationalitäten der Sowjetunion, die steigende Zahl der Schulen und der Lernenden aller Stufen, das Anwachsen der Zahl der Spezialisten, die eine Hochschule absolviert haben, die Schaffung und Festigung einer neuen, einer Sowjetintelligenz - das ist das allgemeine Bild des kulturellen Aufschwungs des Volkes.

Hier die Angaben darüber:
1. Die Hebung des Kulturniveaus des Volkes

Zweige

Maßeinheit

1933/34

1938/39

1938/39 in %
zu 1933/34

Zahl der Lernenden i. d. Schulen aller Stufen

in Taus.

23814

33965,4

142,6

Davon:
In den Elementarschulen

in Taus.

17873,5

21288,4

119,1

In den Mittelschulen (für allgemeine und Fachbildung

in Taus.

5482,2

12076,0

220,3

In den Hochschulen

in Taus.

458,3

601,0

131,1

Zahl der Lernenden in der UdSSR (in den Schulen aller Arten)

in Taus.

---

47442,1

---

Zahl der Massenbibliotheken

in Taus.

40,3

70,0

173,7

Bücherbestände in ihnen

in Mill.

86,0

126,6

147,2

Zahl der Klubs

in Taus.

61,1

95,6

156,5

Zahl der Theater

in Einh.

587

790

134,6

Zahl der Kinoeinrichtungen (ohne Schmalfilmkinos)

in Einh.

27467

30461

110,9

Davon Tonfilmeinrichtungen

in Einh.

498

15202

d. 31fache

Zahl der Kinoeinrichtungen (ohne Schmalfilmkinos auf dem Lande

in Einh.

17470

18991

108,7

Davon Tonfilmeinrichtungen

in Einh.

24

6670

278fache

Jahresauflage der Zeitungen

in Mill.

4984,6

7092,4

142,3

2. Der Bau neuer Schulen 1933-1938 in der UdSSR
(Zahl der Schulen)

Jahre

In Städten und
Siedlungen städtischen Typs

In ländlichen
Ortschaften

Insgesamt

1933

326

3261

3587

1934

577

3488

4065

1935

533

2829

3362

1936

1505

4206

5711

1937

730

1323

2053

1938

853

1246

1829

Insgesamt 1933-1938

4254

16353

20607

3. Junge Spezialisten, die 1933-1938 die Hochschulen absolviert haben
(In Tausenden)

 

1933

1934

1935

1936

1937

1938

Insgesamt in der UdSSR (Militärspezialisten
nicht mitgerechnet)

34,6

49,2

83,7

97,6

104,8

106,7

1. Ingenieure d. Ind. u. d. Bauwesens

6,1

14,9

29,6

29,2

27,6

25,2

2. Ing. d. Verkehrs- u. Fernmeldewesen

1,8

4,0

7,6

6,6

7,0

6,1

3. Ing. f. Mechanisierg. D. Landwirtschaft,
Agronomen, Tierärzte u. Zootechniker

4,8

6,3

8,8

10,4

11,3

10,6

4. Ökonomisten und Juristen

2,5

2,5

5,0

6,4

5,0

5,7

5. Lehrer an Mittelschulen, Arbeiterfakultäten,
Techniken u. a. Bildungsarbeiter, Künstler mit
eingerechnet

10,5

7,9

12,5

21,6

31,7

35,7

6. Ärzte, Pharmazeuten u. Sportlehrer

4,6

2,5

7,5

9,2

12,3

13,6

7. Andere Spezialfächer

4,3

11,1

12,7

14,2

9,9

9,8

Dank dieser ganzen riesigen Kulturarbeit hat sich bei uns eine zahlreiche neue Intelligenz gebildet und entwickelt, die Sowjetintelligenz, die aus den Reihen der Arbeiterklasse, der Bauernschaft, der Sowjetangestellten hervorgegangen ist, die Fleisch vom Fleische und Blut vom Blute unseres Volkes ist, eine Intelligenz, die das Joch der Ausbeutung nicht kennt, die die Ausbeuter hasst und bereit ist, den Völkern der Sowjetunion treu und ehrlich zu dienen.

Ich denke, dass die Entstehung dieser neuen, sozialistischen Volksintelligenz eines der wichtigsten Ergebnisse der Kulturrevolution in unserem Lande ist.

3. Die weitere Festigung des Sowjetsystems

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Berichtsperiode besteht darin, dass sie zur weiteren Festigung der inneren Lage des Landes, zur weiteren Festigung des Sowjetsystems geführt hat.

Anders konnte es auch nicht sein. Die Verankerung des sozialistischen Systems in allen Zweigen der Volkswirtschaft, der Aufschwung der Industrie und Landwirtschaft, die Hebung der materiellen Lage der Werktätigen, die Hebung des Kulturniveaus der Volksmassen, die Steigerung ihrer politischen Aktivität - alles das, unter der Führung der Sowjetmacht verwirklicht, musste eine weitere Festigung des Sowjetsystems zur Folge haben.

Die Besonderheit der Sowjetgesellschaft der Gegenwart besteht zum Unterschied zu jeder kapitalistischen Gesellschaft darin, dass es in ihr keine antagonistischen, feindlichen Klassen mehr gibt; die Ausbeuterklassen sind liquidiert, und die Arbeiter, die Bauern und die Intelligenz, die die Sowjetgesellschaft bilden, leben und wirken auf der Grundlage freundschaftlicher Zusammenarbeit. Während die kapitalistische Gesellschaft von unversöhnlichen Gegensätzen- zwischen Arbeitern und Kapitalisten, Bauern und Gutsbesitzern zerrissen wird, was ihre innere Lage so unsicher macht, kennt die vom Joche der Ausbeutung befreite Sowjetgesellschaft solche Gegensätze nicht, ihr sind Klassenzusammenstöße fremd, sie bietet das Bild freundschaftlicher Zusammenarbeit der Arbeiter, der Bauern und der Intelligenz. Auf der Grundlage dieser Gemeinschaft entwickelten sich solche Triebkräfte wie die moralische und politische Einheit der Sowjetgesellschaft, die Freundschaft der Völker der Sowjetunion, der Sowjetpatriotismus. Auf dieser Grundlage entstanden auch die Verfassung der Sowjetunion, die im November 1936 angenommen worden ist, sowie die volle Demokratisierung der Wahlen zu den obersten Organen des Landes.

Was die Wahlen zu den obersten Organen des Landes selbst anbelangt, so waren sie eine glänzende Kundgebung jener Einheit der Sowjetgesellschaft und jener Freundschaft der Völker der Sowjetunion, die eine charakteristische Besonderheit der inneren Lage unseres Landes darstellen. Bekanntlich stimmten bei den Wahlen zum Obersten Sowjet der UdSSR im Dezember 1937 für den Block der Kommunisten und Parteilosen fast 90 Millionen Wähler, d. h. 98,6 Prozent aller Wahlteilnehmer, und bei den Wahlen zu den Obersten Sowjets der Unionsrepubliken im Juni 1938 stimmten für den Block der Kommunisten und Parteilosen 92 Millionen Wähler, d. h. 99,4 Prozent aller Wahlteilnehmer.

Darin bestehen die Grundlage der Festigkeit des Sowjetsystems und die Quelle der unversiegbaren Kraft der Sowjetmacht.

Das bedeutet unter anderem, dass im Falle eines Krieges das Hinterland und die Front unserer Armee, dank ihrer Homogenität und inneren Einheit, fester sein werden als in irgendeinem anderen Lande, woran die ausländischen Liebhaber kriegerischer Zusammenstöße denken sollten.

Einige Vertreter der ausländischen Presse schwatzen davon, die Säuberung der Sowjetorganisationen von Spionen, Mördern und Schädlingen vom Schlage eines Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Jakir, Tuchatschewski, Rosenholz, Bucharin und anderen Ungeheuern hätte das Sowjetsystem „erschüttert“, hätte „Zersetzung“ in dieses hineingetragen. Dieses alberne Geschwätz ist nur wert, dass man sich darüber lustig macht. Wie kann die Säuberung der Sowjetorganisationen von schädlichen und feindlichen Elementen das Sowjetsystem erschüttern und zersetzen? Das trotzkistisch-bucharinsche Häuflein von Spionen, Mördern und Schädlingen, das vor dem Ausland auf dem Bauche kroch, von dem sklavischen Gefühl devoter Ergebenheit gegenüber jeder ausländischen Beamtenkreatur durchdrungen und bereit war, für sie Spionagedienste zu leisten, dieses Häuflein von Leuten, das nicht begriff, dass der letzte Sowjetbürger, frei von den Ketten des Kapitals, turmhoch über jeder ausländischen hochgestellten Beamtenkreatur steht, die das Joch der kapitalistischen Sklaverei auf ihren Schultern trägt, - wer braucht diese jämmerliche Bande käuflicher Sklaven, welchen Wert kann sie für das Volk darstellen und wen vermag sie zu „zersetzen“? Im Jahre 1937 wurden Tuchatschewski, Jakir, Uborewitsch und andere Ungeheuer zur Erschießung verurteilt. Danach fanden die Wahlen zum Obersten Sowjet der UdSSR statt. Die Wahlen brachten der Sowjetmacht 98,6 Prozent der Stimmen aller Wahlteilnehmer. Anfang 1938 wurden Rosenholz, Rykow, Bucharin und andere Ungeheuer zur Erschießung verurteilt. Danach fanden die Wahlen zu den Obersten Sowjets der Unionsrepubliken statt. Die Wahlen brachten der Sowjetmacht 99,4 Prozent aller Stimmen der Wahlteilnehmer. Es fragt sich, wo sind denn hier die Anzeichen einer „Zersetzung“, und warum kam diese „Zersetzung“ nicht in den Wahlergebnissen zum Ausdruck?

Hört man diese ausländischen Schwätzer, dann könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die Sowjetorganisationen bei weitem fester und stabiler wären, wenn man die Spione, Mörder und Schädlinge auf freiem Fuß gelassen und nicht daran gehindert hätte, zu schädigen, zu morden und zu spionieren. (Heiterkeit). Verraten sich diese Herrschaften, die die Spione, Mörder, Schädlinge so unverfroren verteidigen, nicht allzu früh?

Wäre es nicht richtiger zu sagen, dass die Säuberung der Sowjetorganisationen von Spionen, Mördern, Schädlingen zu einer weiteren Festigung dieser Organisationen führen musste und tatsächlich geführt hat?

Was besagen zum Beispiel die Ereignisse am Chassan-See anderes, als dass die Säuberung der Sowjetorganisationen von Spionen und Schädlingen das sicherste Mittel zur Festigung dieser Organisationen ist?

*

Die Aufgaben der Partei auf dem Gebiet der Innenpolitik sind:

1. Den Aufschwung unserer Industrie, das Wachstum der Arbeitsproduktivität, die Vervollkommnung der Produktionstechnik weiter zu fördern, um die wichtigsten kapitalistischen Länder, nachdem wir sie auf dem Gebiete der Produktionstechnik und des Wachstumstempos der Industrie überholt haben, in den nächsten 10 bis 15 Jahren auch ökonomisch zu überholen.

2. Den Aufschwung unserer Landwirtschaft und Viehzucht weiter zu fördern, um im Verlaufe der nächsten 3-4 Jahre eine Jahresproduktion von 8 Milliarden Pud Getreide bei einem Durchschnittsertrag von 12-13 Zentner pro Hektar zu erreichen, die Produktion gewerblicher Nutzpflanzen durchschnittlich um 30 bis 35 Prozent zu heben, die Stückzahl der Schafe und Schweine zu verdoppeln, die Stückzahl der Rinder um 40 Prozent, den Pferdebestand um 35 Prozent zu erhöhen.

3. Die materielle und kulturelle Lage der Arbeiter, der Bauern und der Intelligenz auch weiterhin zu verbessern.

4. Unsere sozialistische Verfassung unentwegt durchzuführen, die Demokratisierung des politischen Lebens des Landes restlos zu verwirklichen, die moralische und politische Einheit der Sowjetgesellschaft und die freundschaftliche Zusammenarbeit der Arbeiter, der Bauern und der Intelligenz zu festigen, die Freundschaft der Völker der Sowjetunion in jeder Weise zu festigen, den Sowjetpatriotismus zu entwickeln und zu pflegen.

5. Die kapitalistische Umwelt nicht zu vergessen, daran zu denken, dass die ausländischen Spionagedienste Spione, Mörder, Schädlinge in unser Land schicken werden, daran zu denken und unseren sozialistischen Abwehrdienst zu festigen, indem man ihm systematisch hilft, die Volksfeinde niederzuschlagen und auszurotten.

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