"Stalin"

Werke

Band 14

III
DIE WEITERE FESTIGUNG DER KPDSU(B)

Vorn Standpunkte der politischen Linie und der praktischen Alltagsarbeit war die Berichtsperiode eine Periode des vollen Sieges der Generallinie unserer Partei. (Stürmischer, anhaltender Beifall).

Die Verankerung des sozialistischen Systems in der gesamten Volkswirtschaft, die Vollendung der Rekonstruktion der Industrie und Landwirtschaft auf der Grundlage der neuen Technik, die vorfristige Erfüllung des zweiten Fünfjahrplans in der Industrie, die Hebung der jährlichen Getreideproduktion auf ein Niveau von 7 Milliarden Pud, die Beseitigung des Elends und der Arbeitslosigkeit und die Hebung der materiellen und kulturellen Lage des Volkes - das sind die Haupterrungenschaften, die die Richtigkeit der Politik unserer Partei, die Richtigkeit ihrer Führung demonstrieren.

Angesichts dieser grandiosen Errungenschaften waren die Gegner der Generallinie unserer Partei - die verschiedensten „linken“ und rechten Strömungen, allerlei Entartete vom Schlage der Trotzkisten und Pjatakowleute, der Bucharin- und Rykowleute - gezwungen, sich zu ducken, ihre abgegriffenen „Plattformen“ zu verstecken und in die Illegalität zu gehen. Da sie nicht den Mut hatten, sich dem Willen des Volkes zu unterwerfen, zogen sie es vor, sich mit den Menschewiki, Sozialrevolutionären und Faschisten zusammenzutun, bei ausländischen Spionageorganen in Dienst zu treten, sich als Spione zu verdingen und sich zu verpflichten, den Feinden der Sowjetunion zu helfen, unser Land zu zerstückeln und die kapitalistische Sklaverei in unserem Lande wiederherzustellen.

Das ist das ruhmlose Ende derer, die Gegner der Linie unserer Partei waren und dann zu Volksfeinden wurden.

Nachdem die Partei die Volksfeinde vernichtet und die Partei- und Sowjetorganisationen von entarteten Elementen gesäubert hatte, wurde sie noch einheitlicher in ihrer politischen und organisatorischen Arbeit, schloss sie sich noch fester um ihr Zentralkomitee zusammen. (Stürmischer Beifall. Alle Delegierten erheben sich von ihren Plätzen und bereiten stehend dem Berichterstatter eine Ovation. Rufe: „Dem Genossen Stalin, Hurra!“, „Es lebe Genosse Stalin!“, „Es lebe das Zentralkomitee unserer Partei! Hurra!“).

Betrachten wir die konkreten Angaben über die Entwicklung des inneren Lebens der Partei, ihre organisatorische und propagandistische Arbeit in der Berichtsperiode.

1. Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammensetzung der Partei.
Die Aufteilung übergroßer Organisationen.
Das nähere Heranbringen der leitenden Organe an die Arbeit
der unteren Organisationen

Die Festigung der Partei und ihrer leitenden Organe wurde in der Berichtsperiode vor allem auf zwei Linien durchgeführt: auf der Linie der Regulierung der Zusammensetzung der Partei, der Hinausdrängung der Unzuverlässigen, der Auslese der Besten, und auf der Linie der Aufteilung übergroßer Organisationen, ihrer Verkleinerung und des näheren Heranbringens der leitenden Organe an die operative, konkrete Arbeit der unteren Organisationen.

Auf dem XVII. Parteitage waren 1874488 Parteimitglieder vertreten. Vergleicht man diese Zahl mit der Zahl der auf dem vorhergehenden, dem XVI. Parteitage vertretenen Mitglieder, so ergibt sich, dass der Partei in der Periode vom XVI. bis zum zum XVII. Parteitage 600000 neue Mitglieder beigetreten waren. Die Partei fühlte nur allzu gut, dass ein solcher Massenzustrom zur Partei unter den Verhältnissen, wie sie in den Jahren 1930 bis 1933 herrschten, eine ungesunde und unerwünschte Erweiterung ihres Mitgliederbestandes bedeutete. Die Partei wusste, dass nicht nur ehrliche und ergebene Menschen ihren Reihen beitreten, sondern auch zufällige Elemente, auch Karrieristen, die bestrebt sind, das Banner der Partei für ihre persönlichen Zwecke zu missbrauchen. Die Partei wusste sehr wohl, dass ihre Stärke nicht nur in der Zahl, sondern vor allem in der Qualität ihrer Mitglieder besteht. Im Zusammenhang damit erstand die Frage der Regulierung der Zusammensetzung der Partei. Es wurde beschlossen, die Parteireinigung, die sich auf die Mitglieder und Kandidaten der Partei erstreckte und bereits 1933 begonnen hatte, fortzusetzen, und sie wurde tatsächlich bis zum Mai 1935 fortgesetzt. Es wurde weiter beschlossen, die Aufnahme neuer Mitglieder in die Partei einzustellen, und sie wurde tatsächlich bis zum September 1936 eingestellt; die Aufnahme neuer Mitglieder in die Partei wurde erst am 1. November 1936 wieder freigegeben. Weiter wurde nach der ruchlosen Ermordung des Genossen Kirow, die davon zeugte, dass es in der Partei nicht wenige verdächtige Elemente gab, beschlossen, eine Überprüfung und einen Umtausch der Parteidokumente vorzunehmen; beides wurde erst im September 1936 abgeschlossen. Erst danach wurde die Aufnahme neuer Mitglieder und Kandidaten in die Partei freigegeben. Durch alle diese Maßnahmen erreichte es die Partei, dass sie ihre Reihen von zufälligen, passiven, karrieristischen und direkt feindlichen Elementen säuberte und gleichzeitig eine Auslese der standhaftesten und ergebensten Menschen vollzog. Es läßt sich nicht behaupten, dass die Reinigung ohne ernstliche Fehler durchgeführt wurde. Leider wurden mehr Fehler begangen, als anzunehmen war. Es unterliegt keinem Zweifel, dass wir die Methode der Reinigung im Massenmaßstab nicht mehr anzuwenden brauchen. Doch war die Reinigung in den Jahren 1933-1936 unerlässlich und zeitigte im Wesentlichen positive Ergebnisse. Auf dem gegenwärtigen, dem XVIII. Parteitage, sind ungefähr 1600000 Parteimitglieder vertreten, d. h. um 270000 Parteimitglieder weniger als auf dem XVII. Parteitage. Daran ist jedoch nichts Schlimmes. Das ist im Gegenteil gut, denn die Partei festigt sich dadurch, dass sie sich von Unrat säubert. Gegenwärtig ist unsere Partei etwas kleiner nach ihrer Mitgliederzahl, dafür aber besser ihrer Qualität nach.

Das ist eine große Errungenschaft.

Was die Verbesserung der tagtäglichen Leitung der Partei im Sinne ihres näheren Heranbringens an die Arbeit der unteren Organisationen, im Sinne ihrer weiteren Konkretisierung betrifft, so gelangte die Partei zu der Schlussfolgerung, dass die Aufteilung übergroßer Organisationen, ihre Verkleinerung, das beste Mittel ist, um den Parteiorganen die Leitung dieser Organisationen zu erleichtern und die Leitung selber konkret, lebendig, operativ zu gestalten. Diese Aufteilung wurde sowohl auf der Linie der Volkskommissariate als auch auf der Linie der administrativ-territorialen Organisationen, d. h. auf der Linie der Unionsrepubliken, Regionen, Gebiete, Rayons usw. durchgeführt. Dank der getroffenen Maßnahmen haben wir gegenwärtig anstatt 7 Unionsrepubliken 11 Unionsrepubliken, anstatt 14 Volkskommissariate der UdSSR 34 Volkskommissariate, anstatt 70 Regionen und Gebiete 110 Regionen und Gebiete, anstatt 2559 städtischer und ländlicher Rayons 3815. Dementsprechend gibt es heute im System der leitenden Parteiorgane 11 Zentralkomitees mit dem ZK der KPdSU(B) an der Spitze, 6 Regionalkomitees, 104 Gebietskomitees, 30 Kreiskomitees, 212 Stadtkomitees, 336 städtische Rayonkomitees, 3479 ländliche Rayonkomitees und 113060 primäre Parteiorganisationen.

Man kann nicht behaupten, dass die Aufteilung übergroßer Organisationen bereits abgeschlossen sei. Höchstwahrscheinlich wird die Aufteilung noch weitergehen. Aber wie dem auch sein mag, sie zeitigt bereits günstige Ergebnisse sowohl im Sinne der Verbesserung der tagtäglichen Leitung der Arbeit als auch im Sinne des näheren Heranbringens der Führung selbst an die konkrete Arbeit der unteren Organisationen. Ich spreche schon gar nicht davon, dass die Aufteilung übergroßer Organisationen die Möglichkeit geboten hat, Hunderte und Tausende neuer Menschen zu leitender Arbeit heranzuziehen.

Das ist ebenfalls eine große Errungenschaft.

2. Die Auslese der Kader, ihre Beförderung, ihre Verteilung

Die Regulierung der Zusammensetzung der Partei und das nähere Heranbringen der leitenden Organe an die konkrete Arbeit der unteren Organisationen waren nicht das einzige Mittel zur weiteren Festigung der Partei und ihrer Führung und konnten es auch nicht sein. Ein anderes Mittel zur Festigung der Partei war in der Berichtsperiode die radikale Verbesserung der Arbeit zur Schulung der Kader, die verbesserte Auslese der Kader, ihre Beförderung, Verteilung und Prüfung im Prozesse der Arbeit.

Die Parteikader sind der Kommandobestand der Partei, und da unsere Partei sich an der Macht befindet, stellen sie zugleich auch den Kommandobestand der leitenden Staatsorgane dar. Nachdem eine richtige politische Linie ausgearbeitet und in der Praxis erprobt ist, sind die Parteikader die entscheidende Kraft der Partei und Staatsführung. Eine richtige politische Linie haben - das ist natürlich das erste und wichtigste. Das ist aber dennoch ungenügend. Eine richtige politische Linie ist notwendig, nicht um sie zu deklarieren, sondern um sie in die Tat umzusetzen. Um aber die richtige politische Linie in die Tat umzusetzen, braucht man Kader, braucht man Menschen, die die politische Linie der Partei verstehen, die diese Linie als ihre eigene Linie betrachten, die bereit sind, sie in die Tat umzusetzen, die es verstehen, sie in der Praxis zu verwirklichen und fähig sind, diese Linie zu verantworten, zu verfechten, für sie zu kämpfen. Sonst läuft man Gefahr, dass die richtige politische Linie auf dem Papier bleibt. Hier ersteht eben die Frage der richtigen Kaderauslese, die Frage der Heranbildung von Kadern, des Aufrückens neuer Menschen, der richtigen Verteilung der Kader, ihrer Prüfung aufgrund der geleisteten Arbeit.

Was heißt richtige Kaderauslese?

Richtige Kaderauslese ist es noch nicht, wenn man sich Stellvertreter und Gehilfen zusammensucht, eine Kanzlei einrichtet und von dort aus verschiedene Weisungen erteilt. (Heiterkeit). Richtige Auswahl ist es ebenso wenig, wenn man seine Befugnisse missbraucht, wenn man sinnlose Dutzende und Hunderte von Menschen von einer Stelle auf die andere und wieder zurück versetzt, wenn man endlose „Reorganisationen“ vornimmt. (Heiterkeit).

Richtige Kaderauslese heißt:

Erstens, die Kader schätzen als den goldenen Fonds der Partei und des Staates, sorgsam mit ihnen umgehen, sie achten.

Zweitens, die Kader kennen, die Vorzüge und Mängel jedes Kaderarbeiters sorgfältig studieren und wissen, auf welchem Posten sich die Fähigkeiten des Mitarbeiters am leichtesten entfalten können.

Drittens, fürsorglich Kader heranbilden, jedem sich entwickelnden Mitarbeiter helfen, sich emporzuarbeiten, keinen Zeitaufwand scheuen, um sich mit solchen Mitarbeitern geduldig „abzugeben“ und ihre Entwicklung zu beschleunigen.

Viertens, rechtzeitig und kühn neue, junge Kader befördern, ohne sie an der alten Stelle einrosten, ohne sie versauern zu lassen.

Fünftens, die Mitarbeiter so auf die Arbeitsplätze verteilen, dass sich jeder am richtigen Platze fühlt, dass jeder Mitarbeiter für unsere gemeinsame Sache das Höchstmaß dessen leisten kann, wozu er seinen persönlichen Anlagen nach überhaupt fähig ist, dass die allgemeine Richtung der Arbeit zur Verteilung der Kader vollauf den Anforderungen der politischen Linie entspricht, zu deren Durchführung diese Verteilung vorgenommen wird.

Von besonderer Bedeutung ist hier die Frage der kühnen und rechtzeitigen Beförderung der neuen, der jungen Kader. Ich glaube, dass bei unseren Leuten über diese Frage noch keine volle Klarheit herrscht. Die einen meinen, dass man sich bei der Auslese von Menschen hauptsächlich auf die alten Kader orientieren müsse. Die anderen hingegen glauben, dass man sich hauptsächlich auf die jungen Kader orientieren solle. Mir scheint, dass sowohl die einen wie die anderen im Irrtum sind. Die alten Kader sind natürlich ein großer Schatz für die Partei und den Staat. Sie besitzen das, was die jungen Kader nicht besitzen: gewaltige Erfahrung in der Leitung, marxistisch- Lenin istische Prinzipienfestigkeit, Sachkenntnis, Orientierungsvermögen. Aber erstens sind die alten Kader stets gering an Zahl, es gibt ihrer weniger als nötig, und sie beginnen bereits teilweise, kraft elementarer Naturgesetze, aus der Arbeit auszuscheiden. Zweitens hat ein Teil der alten Kader zuweilen die Neigung, beharrlich in die Vergangenheit zu blicken, im Vergangenen, im Alten stecken zu bleiben und das Neue im Leben nicht zu bemerken. Das nennt man das Gefühl für das Neue einbüßen. Das ist ein sehr ernster und gefährlicher Mangel. Was die jungen Kader betrifft, so haben sie natürlich nicht die Erfahrung, die Stählung, die Sachkenntnis und das Orientierungsvermögen wie die alten Kader. Aber erstens bilden die jungen Kader die gewaltige Mehrheit, zweitens sind sie jung, und es droht ihnen vorläufig nicht die Gefahr, aus der Arbeit auszuscheiden, drittens quellen sie über vom Gefühl für das Neue, eine wertvolle Eigenschaft jedes bolschewistischen Funktionärs, und viertens wachsen sie und schulen sich in so raschem Tempo, entwickeln sich so stürmisch, dass die Zeit nicht fern ist, da sie die Alten eingeholt haben, als Gleichwertige an ihre Seite treten und eine ihnen würdige Ablösung sein werden. Folglich besteht die Aufgabe nicht darin, sich entweder auf die alten oder auf die neuen Kader zu orientieren, sondern darin, auf die Koordinierung, die Vereinigung der alten und jungen Kader zu einem gemeinsamen Orchester der leitenden Arbeit der Partei und des Staates Kurs zu halten. (Anhaltender Beifall).

Eben aus diesem Grunde ist es notwendig, die jungen Kader rechtzeitig und kühn auf leitende Posten zu befördern.

Eine der bedeutsamsten Errungenschaften bei der Festigung der Führung durch die Partei besteht in der Berichtsperiode darin, dass sie ebendiesen Kurs auf die Koordinierung der alten und jungen Funktionäre auf dem Gebiete der Kaderauslese erfolgreich von unten bis oben durchgeführt hat.

Im Zentralkomitee der Partei liegen Angaben vor, aus denen ersichtlich ist, dass die Partei es in der Berichtsperiode vermocht hat, mehr als 500000 junge Bolschewiki, Parteimitglieder und der Partei Nahestehende, darunter mehr als 20 Prozent Frauen, auf leitende Posten der Staats- und Parteiarbeit zu stellen.

Worin besteht gegenwärtig die Aufgabe?

Die Aufgabe besteht darin, die Kaderauslese von unten bis oben in vollem Umfange in ein und dieselben Hände zu legen und sie auf die gebührende Höhe, auf ein wissenschaftliches, bolschewistisches Niveau zu bringen.

Dazu ist es notwendig, Schluss zu machen mit der Zersplitterung des Studiums, der Beförderung und der Auslese der Kader in verschiedene Abteilungen und Sektoren und diese Tätigkeit an einer Stelle zu konzentrieren.

Diese Stelle muss die Kaderverwaltung beim ZK der KPdSU(B) und die entsprechende Kaderabteilung bei jeder Parteiorganisation der Republik, der Region und des Gebietes sein.

3. Die Parteipropaganda. Die marxistisch- Lenin istische Erziehung
der Parteimitglieder und Parteikader

Es gibt noch ein Gebiet der Parteiarbeit, ein sehr wichtiges und verantwortungsvolles Gebiet, auf dem in der Berichtsperiode die Partei und ihre leitenden Organe gefestigt wurden - die Parteipropaganda und Parteiagitation in Wort und Schrift, die Arbeit zur Erziehung der Parteimitglieder und Parteikader im Geiste des Marxismus- Lenin ismus, die Arbeit zur Hebung des politischen und theoretischen Niveaus der Partei und der Parteiarbeiter.

Es erübrigt sich wohl, sich über die außerordentliche Bedeutung der Parteipropaganda, der marxistisch- Lenin istischen Erziehung unserer Funktionäre zu verbreiten. Ich meine nicht nur die Funktionäre des Parteiapparats. Ich meine auch die Funktionäre der Komsomolorganisationen, der Gewerkschaften, der Handels-, Genossenschafts-, Wirtschafts-, Sowjet-, Bildungs-, Militärorganisationen u. a. Man kann die Regulierung der Zusammensetzung der Partei und das nähere Heranbringen der leitenden Organe an die Arbeit der unteren Organisationen befriedigend bewerkstelligen; man kann die Beförderung, die Auslese, die Verteilung der Kader befriedigend organisieren; wenn aber bei alledem unsere Parteipropaganda aus irgendwelchen Gründen zu hinken beginnt, wenn die marxistisch- Lenin istische Erziehung unserer Kader zu verkümmern beginnt, wenn unsere Arbeit zur Hebung des politischen und theoretischen Niveaus dieser Kader nachlässt und die Kader selber im Zusammenhang damit aufhören, sich für die Perspektive unseres Vormarsches zu interessieren, wenn sie aufhören zu begreifen, dass unsere Sache die einzig gerechte Sache ist, und sich in engstirnige Praktiker ohne Perspektive verwandeln, die die Weisungen von oben blind und mechanisch befolgen, dann muss unsere gesamte Staats- und Parteiarbeit unbedingt verkümmern. Es muss als Axiom gelten: Je höher das politische Niveau und je bewusster die marxistisch- Lenin istische Einstellung der Funktionäre des betreffenden Zweiges der Staats- und Parteiarbeit, um so höher steht die Arbeit, um so fruchtbringender ist sie, um so wirksamer ihre Resultate, und umgekehrt: Je niedriger das politische Niveau und je weniger bewusst die marxistisch- Lenin istische Einstellung der Funktionäre, um so wahrscheinlicher sind Versagen und Fehlschläge in der Arbeit, um so wahrscheinlicher ist es, dass die Funktionäre selber verflachen und zu kleinlichen Wichtigtuern werden, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie entarten. Man kann mit Gewissheit sagen: Wenn wir es verstünden, unsere Kader in allen Zweigen der Arbeit ideologisch zu rüsten und sie in solchem Maße politisch zu stählen, dass sie sich in der inneren und internationalen Situation frei orientieren können, wenn wir es verstünden, sie zu völlig reifen Marxisten- Lenin isten zu machen, fähig, die Frage der Leitung des Landes ohne ernsthafte Fehler zu entscheiden, so würden wir allen Grund haben, neun Zehntel aller unserer Fragen als bereits gelöst zu betrachten. Und diese Aufgabe können wir unbedingt lösen, denn wir haben alle Mittel und Möglichkeiten, die notwendig sind, um sie zu lösen.

Die Heranbildung und Formierung der jungen Kader erfolgt bei uns gewöhnlich nach einzelnen Zweigen der Wissenschaft und Technik, nach Spezialfächern. Das ist notwendig und zweckmäßig. Ein Spezialist der Medizin braucht nicht zugleich auch Spezialist der Physik oder Botanik zu sein und umgekehrt. Es gibt aber einen Zweig der Wissenschaft, dessen Beherrschung für die Bolschewiki aller Zweige der Wissenschaft obligatorisch sein muss. Das ist die marxistisch- Lenin istische Wissenschaft von der Gesellschaft, von den Entwicklungsgesetzen der Gesellschaft, von den Entwicklungsgesetzen der proletarischen Revolution, von den Entwicklungsgesetzen des sozialistischen Aufbaus, vom Siege des Kommunismus. Denn man kann doch einen Menschen, der sich Lenin ist nennt, sich aber in seinem Spezialfach, zum Beispiel Mathematik, Botanik oder Chemie, abkapselt und über sein Spezialfach hinaus nichts weiter sieht, nicht für einen wirklichen Lenin isten halten. Ein Lenin ist soll nicht bloß Spezialist auf dem von ihm bevorzugten wissenschaftlichen Gebiete sein, er muss zugleich auch ein politisch und gesellschaftlich aktiver Mensch sein, der sich für das Schicksal seines Landes lebhaft interessiert, der in den Entwicklungsgesetzen der Gesellschaft bewandert ist, der es versteht, von diesen Gesetzen Gebrauch zu machen, und bestrebt ist, aktiver Teilnehmer an der politischen Leitung des Landes zu sein. Das bedeutet natürlich für die Spezialisten unter den Bolschewiki eine zusätzliche Arbeit. Doch ist das eine Arbeit, die hundertfach Früchte trägt.

Die Aufgabe der Parteipropaganda, die Aufgabe der marxistisch- Lenin istischen Erziehung der Kader besteht darin, unseren Kadern in allen Arbeitszweigen behilflich zu sein, sich die marxistisch- Lenin istische Wissenschaft von den Entwicklungsgesetzen der Gesellschaft anzueignen.

Die Frage der Maßnahmen zur Verbesserung der Propaganda und der marxistisch- Lenin istischen Erziehung der Kader war Gegenstand wiederholter Beratungen des ZK der KPdSU(B) unter Teilnahme von Propagandisten verschiedener Gebiets-Parteiorganisationen. Hierbei wurde dem Erscheinen des „Kurzen Lehrgangs der Geschichte der KPdSU(B)“ im September 1938 Rechnung getragen. Es wurde festgestellt, dass das Erscheinen des „Kurzen Lehrgangs der Geschichte der KPdSU(B)“ einen neuen Aufschwung der marxistisch- Lenin istischen Propaganda in unserem Lande einleitet. Die Ergebnisse der Arbeit des ZK der KPdSU(B) wurden in seinem bekannten Beschluss „Über die Gestaltung der Parteipropaganda im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Kurzen Lehrgangs der Geschichte der KPdSU(B)“ veröffentlicht.

Ausgehend von diesem Beschluss und unter Berücksichtigung der bekannten Beschlüsse des Märzplenums des ZK der KPdSU(B) im Jahre 1937 „Über die Mängel der Parteiarbeit“ hat das ZK der KPdSU(B) folgende Hauptmaßnahmen zur Beseitigung der Mängel auf dem Gebiete der Propaganda und zur Verbesserung der marxistisch- Lenin istischen Erziehung der Parteimitglieder und Parteikader vorgesehen:

1. Die Leitung der Parteipropaganda und Parteiagitation wird an einer Stelle konzentriert, und die Propaganda- und Agitationsabteilungen sowie die Presseabteilungen werden zu einer einheitlichen Verwaltung für Propaganda und Agitation beim ZK der KPdSU(B) vereinigt, wobei entsprechende Propaganda- und Agitationsabteilungen bei jeder Parteiorganisation der Republik, der Region und des Gebietes organisiert werden;

2. die einseitige Bevorzugung des Zirkelsystems in der Propaganda wird für unrichtig erklärt und die Methode des individuellen Studiums der Grundlagen des Marxismus- Lenin ismus durch die Parteimitglieder für zweckmäßiger erachtet, weshalb die Aufmerksamkeit der Partei auf die Propaganda in der Presse und auf die Organisierung eines Propagandasystems in der Form von Vorlesungen zu konzentrieren ist;

3. in jedem Gebietszentrum werden Jahreskurse zur Fortbildung unserer unteren Kader organisiert;

4. in einer Reihe von Zentren unseres Landes werden zweijährige Lenin schulen für unsere mittleren Kader organisiert;

5. zur Ausbildung qualifizierter theoretischer Parteikader wird beim ZK der KPdSU(B) eine Hochschule für Marxismus- Lenin ismus mit dreijähriger Dauer organisiert;

6. in einer Reihe von Zentren unseres Landes werden Jahreskurse für die Fortbildung von Propagandisten und Mitarbeitern der Presse geschaffen;

7. bei der Hochschule für Marxismus- Lenin ismus werden Sechsmonatskurse zur Fortbildung der Lehrer für Marxismus- Lenin ismus in den Hochschulen geschaffen.

Ohne Zweifel wird die Verwirklichung dieser Maßnahmen, die bereits durchgeführt werden, aber noch nicht in genügendem Maße durchgeführt sind, nicht verfehlen, günstige Resultate zu zeitigen.

4. Einige Fragen der Theorie

Zu den Mängeln unserer propagandistischen und ideologischen Arbeit ist auch der Umstand zu zählen, dass es unter unseren Genossen an voller Klarheit über einige Fragen der Theorie fehlt, die von großer praktischer Bedeutung sind, dass in diesen Fragen eine gewisse Verwirrung herrscht. Ich meine die Frage des Staates im Allgemeinen, die Frage unseres sozialistischen Staates im Besonderen und die Frage unserer Sowjetintelligenz.

Manchmal wird gefragt: „Die Ausbeuterklassen sind bei uns aufgehoben, feindliche Klassen gibt es im Lande nicht mehr, es gibt niemanden mehr, der zu unterdrücken wäre, also braucht man den Staat nicht mehr, er muss absterben - warum tragen wir denn nicht zum Absterben unseres sozialistischen Staates bei, warum bemühen wir uns nicht, mit ihm Schluss zu machen, ist es nicht an der Zeit, diesen ganzen Plunder der Staatlichkeit über Bord zu werfen?“

Oder auch: „Die Ausbeuterklassen sind bei uns bereits aufgehoben, der Sozialismus ist im wesentlichen errichtet, wir marschieren zum Kommunismus, die marxistische Lehre vom Staat aber besagt, dass es unter dem Kommunismus keinerlei Staat geben soll - warum tragen wir nicht zum Absterben unseres sozialistischen Staates bei, ist es nicht an der Zeit, den Staat in ein Museum für Altertümer abzuschieben?“

Diese Fragen zeugen davon, dass die Fragesteller einzelne Sätze der Lehre von Marx und Engels vom Staat gewissenhaft auswendig gelernt haben. Sie zeugen aber auch davon, dass diese Genossen das Wesen dieser Lehre nicht begriffen haben, dass sie nicht darüber Bescheid wissen, unter welchen geschichtlichen Bedingungen die einzelnen Sätze dieser Lehre ausgearbeitet wurden und dass sie insbesondere die gegenwärtige internationale Situation nicht verstanden haben, dass sie die Tatsache, dass eine kapitalistische Umwelt besteht, und die sich daraus ergebenden Gefahren für das Land des Sozialismus übersehen haben. In diesen Fragen kommt nicht nur die Unterschätzung des Bestehens der kapitalistischen Umwelt zum Ausdruck. In ihnen offenbart sich ebenso wohl die Unterschätzung der Rolle und Bedeutung der bürgerlichen Staaten und ihrer Organe, die in unser Land Spione, Mörder und Schädlinge entsenden und nur auf den Moment lauern, um einen militärischen Überfall auf unser Land zu unternehmen; ebenso offenbart sich in ihnen die Unterschätzung der Rolle und Bedeutung unseres sozialistischen Staates und seiner Militär-, Straf- und Abwehrdienstorgane, die zum Schutze des Landes des Sozialismus gegen Überfälle von außen notwendig sind. Man muss feststellen, dass sich nicht nur die eben erwähnten Genossen diese Unterschätzung zuschulden kommen lassen. In gewissem Maße lassen wir Bolschewiki alle ohne Ausnahme uns diese Unterschätzung zuschulden kommen. Ist es denn nicht verwunderlich, dass wir von der Spionage- und Verschwörertätigkeit der Anführer der Trotzkisten und Bucharinleute erst in der letzten Zeit, in den Jahren 1937 und 1938, erfahren haben, obwohl diese Herren, wie das aus den Materialien ersichtlich ist, schon in den ersten Tagen der Oktoberrevolution als Spione bei den ausländischen Spionageapparaten in Dienst standen und ihre Verschwörertätigkeit ausübten? Wie konnten wir diese ernste Tatsache übersehen? Wodurch ist dieses Versagen zu erklären? Gewöhnlich antwortet man auf diese Frage folgendermaßen: Wir konnten nicht annehmen, dass diese Leute so tief sinken können. Das ist aber keine Erklärung und noch viel weniger eine Rechtfertigung, denn die Tatsache des Versagens bleibt eben eine Tatsache. Womit ist dieses Versagen zu erklären? Dieses Versagen erklärt sich aus der Unterschätzung der Kraft und Bedeutung des Mechanismus der uns umgebenden bürgerlichen Staaten und ihrer Spionageorgane, die bestrebt sind, die Schwächen der Menschen, ihre Eitelkeit, ihre Charakterlosigkeit auszunutzen, um sie in ihre Spionagenetze zu verstricken und diese Netze um die Organe des Sowjetstaates zu ziehen. Es erklärt sich aus der Unterschätzung der Rolle und Bedeutung des Mechanismus unseres sozialistischen Staates und seines Abwehrdienstes, aus der Unterschätzung dieses Abwehrdienstes, aus dem Geschwätz, dass der Abwehrdienst im Sowjetstaate nebensächlich und bedeutungslos sei, dass man den sowjetischen Abwehrdienst, ebenso wie den Sowjetstaat selber, bald in ein Museum für Altertümer abschieben müsse.

Auf welchem Boden konnte bei uns diese Unterschätzung aufkommen?

Auf dem Boden der ungenügenden Ausarbeitung und Unvollständigkeit einiger allgemeiner Sätze der Lehre des Marxismus vom Staate. Sie fand Verbreitung infolge unseres sträflich sorglosen Verhaltens zu den Fragen der Staatstheorie, obwohl wir über die praktische Erfahrung einer zwanzigjährigen staatlichen Tätigkeit verfügen, die ein reiches Material für theoretische Verallgemeinerungen liefert, obwohl wir die Möglichkeit haben, diese theoretische Lücke, bei richtigem Willen unsererseits, erfolgreich auszufüllen. Wir hatten den überaus wichtigen Hinweis Lenin s auf die theoretischen Pflichten der russischen Marxisten vergessen, die berufen sind, die Theorie des Marxismus weiter auszuarbeiten. Lenin sagt darüber:

„Wir betrachten die Marxsche Theorie durchaus nicht als etwas Abgeschlossenes und Unantastbares: Wir sind im Gegenteil überzeugt, dass sie nur die Grundpfeiler jener Wissenschaft geschaffen hat, die die Sozialisten in allen Richtungen weiterentwickeln müssen, wenn sie nicht hinter dem Leben zurückbleiben wollen. Wir sind der Meinung, dass für die russischen Sozialisten eine selbständige Ausarbeitung der Marxschen Theorie besonders notwendig ist, denn diese Theorie liefert nur die allgemeinen leitenden Sätze, die im besonderen in England anders als in Frankreich, in Frankreich anders als in Deutschland, in Deutschland anders als in Rußland anzuwenden sind.“ ( Lenin ; GW, Bd. IV, Berlin 1968, S. 205f).

Man nehme zum Beispiel die von Engels gegebene klassische Formel der Theorie der Entwicklung des sozialistischen Staates:

„Sobald es keine Gesellschaftsklasse mehr in der Unterdrückung zu halten gibt, sobald mit der Klassenherrschaft und dem in der bisherigen Anarchie der Produktion begründeten Kampfe ums Einzeldasein auch die daraus entspringenden Kollisionen und Exzesse beseitigt sind, gibt es nichts mehr zu reprimieren, das eine besondre Repressionsgewalt, einen Staat, nötig machte. Der erste Akt, worin der Staat wirklich als Repräsentant der ganzen Gesellschaft auftritt - die Besitzergreifung der Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft - ist zugleich sein letzter selbständiger Akt als Staat. Das Eingreifen einer Staatsgewalt in gesellschaftliche Verhältnisse wird auf einem Gebiete nach dem andern überflüssig und schläft dann von selbst ein. An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen. Der Staat wird nicht ‚abgeschafft’, er stirbt ab.“ (Friedrich Engels; Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Berlin 1970, S. 262).

Ist diese These von Engels richtig?

Ja, sie ist richtig, jedoch nur unter einer von den beiden Bedingungen: a) wenn man den sozialistischen Staat nur vom Standpunkte der inneren Entwicklung des Landes studiert, dabei von vornherein vom internationalen Faktor absieht und das Land sowie den Staat zur Vereinfachung der Untersuchung isoliert von der internationalen Situation betrachtet, oder b) wenn man voraussetzt, dass der Sozialismus bereits in allen Ländern oder in den meisten Ländern gesiegt hat, dass es statt der kapitalistischen eine sozialistische Umwelt gibt, dass keine Gefahr eines Überfalls von außen mehr besteht und die Stärkung der Armee und des Staates nicht mehr nötig ist.

Wie aber, wenn der Sozialismus nur in einem einzelnen Lande gesiegt hat und es angesichts dessen in keiner Weise möglich ist, von den internationalen Bedingungen abzusehen - was dann? Auf diese Frage gibt die Formel von Engels keine Antwort. Engels stellt sich eigentlich auch gar nicht diese Frage, folglich konnte es bei ihm auch keine Antwort auf diese Frage geben. Engels geht von der Voraussetzung aus, dass der Sozialismus bereits, mehr oder minder gleichzeitig, in allen Ländern oder in den meisten Ländern gesiegt hat. Folglich untersucht hier Engels nicht den einen oder den andern konkreten sozialistischen Staat dieses oder jenes einzelnen Landes, sondern die Entwicklung des sozialistischen Staates überhaupt, unter der Voraussetzung, dass der Sozialismus in den meisten Ländern gesiegt hat - nach der Formel: „Nehmen wir an, der Sozialismus habe in den meisten Ländern gesiegt; es fragt sich: Welche Veränderungen muss in diesem Falle der proletarische, der sozialistische Staat erfahren?“ Nur durch diesen allgemeinen und abstrakten Charakter der Problemstellung ist die Tatsache zu erklären, dass Engels bei der Untersuchung der Frage des sozialistischen Staates von einem solchen Faktor wie den internationalen Bedingungen, der internationalen Lage, völlig absieht.

Daraus folgt aber, dass sich die allgemeine Formel von Engels für das Schicksal des sozialistischen Staates schlechthin nicht auf den besonderen und konkreten Fall anwenden läßt, wo der Sozialismus in einem einzelnen Lande gesiegt hat, das von einer kapitalistischen Umwelt umgeben und der Gefahr eines kriegerischen Überfalls von außen ausgesetzt ist, und das infolgedessen von der internationalen Lage nicht absehen kann; dieses Land muss sowohl eine gut ausgebildete Armee als auch gut organisierte Straforgane und einen starken Abwehrdienst, folglich einen genügend starken Staat haben, um in der Lage zu sein, die Errungenschaften des Sozialismus vor einem Angriff von außen zu schützen.

Man kann von den Klassikern des Marxismus, die von unserer Zeit durch eine Periode von 45-55 Jahren getrennt sind, nicht verlangen, dass sie alle und jede Zickzackwendungen der Geschichte in jedem besonderen Lande in der fernen Zukunft hätten voraussehen sollen. Es wäre lächerlich zu verlangen, dass die Klassiker des Marxismus uns fertige Lösungen für alle und jede theoretischen Fragen hätten liefern sollen, die in jedem einzelnen Lande nach Ablauf von 50-100 Jahren auftauchen können, damit wir, die Nachfahren der Klassiker des Marxismus, die Möglichkeit haben, uns ruhig auf die Bärenhaut zu legen und fertige Lösungen wiederzukauen. (Allgemeine Heiterkeit). Aber wir können und müssen von den Marxisten- Lenin isten unserer Zeit verlangen, dass sie sich nicht darauf beschränken, einzelne allgemeine Sätze des Marxismus auswendig zu lernen, sondern dass sie in das Wesen des Marxismus eindringen, dass sie lernen, den Erfahrungen des zwanzigjährigen Bestehens des sozialistischen Staates in unserem Lande Rechnung zu tragen, dass sie schließlich lernen, gestützt auf diese Erfahrungen und ausgehend vom Wesen des Marxismus, die einzelnen allgemeinen Sätze des Marxismus zu konkretisieren, zu präzisieren und zu verbessern. Lenin schrieb sein berühmtes Buch „Staat und Revolution“ im August 1917, das heißt einige Monate vor der Oktoberrevolution und der Schaffung des Sowjetstaates. Die Hauptaufgabe dieses Buches sah Lenin in der Verteidigung der Lehre von Marx und Engels vom Staat gegen die Entstellung und Verflachung seitens der Opportunisten. Lenin beabsichtigte, einen zweiten Teil von „Staat und Revolution“ zu schreiben, in dem er die Hauptlehren aus den Erfahrungen der russischen Revolution von 1905 und 1917 ziehen wollte. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass Lenin die Absicht hatte, im zweiten Teile seines Buches, gestützt auf die Erfahrungen der Sowjetmacht in unserem Lande, die Theorie des Staates auszuarbeiten und weiterzuentwickeln. Doch hinderte ihn der Tod an der Erfüllung dieser Aufgabe. Aber was Lenin nicht mehr zu vollbringen vermochte, das müssen seine Schüler tun. (Stürmischer Beifall).

Der Staat entstand auf der Grundlage der Spaltung der Gesellschaft in feindliche Klassen, er entstand, um die ausgebeutete Mehrheit im Interesse der ausbeutenden Minderheit im Zaume zu halten. Die Machtmittel des Staates konzentrierten sich hauptsächlich in der Armee, in den Straforganen, im Polizeiapparat, in den Gefängnissen. Zwei Hauptfunktionen kennzeichnen die Tätigkeit des Staates: die innere (die hauptsächliche) - die ausgebeutete Mehrheit im Zaume zu halten, und die äußere (die nicht hauptsächliche) - das Territorium seiner herrschenden Klasse auf Kosten des Territoriums der anderen Staaten zu erweitern oder das Territorium seines Staates gegen Überfälle anderer Staaten zu verteidigen. So lagen die Dinge in der Sklavenhaltergesellschaft und unter dem Feudalismus. So liegen die Dinge unter dem Kapitalismus.

Um den Kapitalismus zu stürzen, war es nicht nur nötig, die Bourgeoisie von der Macht zu entfernen, nicht nur die Kapitalisten zu expropriieren, sondern auch die Staatsmaschine der Bourgeoisie, ihre alte Armee, ihren bürokratischen Beamtenapparat, ihre Polizei, gänzlich zu zerschlagen und an ihre Stelle das neue, das proletarische Staatswesen, den neuen sozialistischen Staat zu setzen. Bekanntlich sind die Bolschewiki gerade in dieser Weise vorgegangen. Daraus folgt aber durchaus nicht, dass sich im neuen, im proletarischen Staat nicht gewisse Funktionen des alten Staates erhalten können, die entsprechend den Erfordernissen des proletarischen Staates verändert werden. Daraus folgt erst recht nicht, dass die Formen unseres sozialistischen Staates unverändert bleiben müssen, dass alle ursprünglichen Funktionen unseres Staates auch weiterhin restlos erhalten bleiben müssen In der Tat ändern sich die Formen unseres Staates und werden sich ändern, je nach der Entwicklung unseres Landes und der Veränderung der äußeren Lage.

Lenin hat vollkommen Recht, wenn er sagt:

„Die Formen der bürgerlichen Staaten sind außerordentlich mannigfaltig, aber ihr Wesen ist das gleiche: Alle diese Staaten sind auf eine oder die andere Weise, aber in letzter Instanz unbedingt eine Diktatur der Bourgeoisie. Der Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus muss natürlich eine ungeheure Fülle und Mannigfaltigkeit politischer Formen hervorbringen, aber das Wesentliche wird dabei unbedingt gleich bleiben: die Diktatur des Proletariats.“ ( Lenin ; AW, Bd. II, Berlin 1970, S. 346).

Seit der Oktoberrevolution hat unser sozialistischer Staat in seiner Entwicklung zwei Hauptphasen durchgemacht.

Die erste Phase ist die Periode von der Oktoberrevolution bis zur Liquidierung der Ausbeuterklassen. Die Hauptaufgabe dieser Periode bestand in der Unterdrückung des Widerstandes der gestürzten Klassen, in der Organisierung der Verteidigung des Landes gegen Überfälle der Interventen, in der Wiederherstellung der Industrie und Landwirtschaft, in der Vorbereitung der Bedingungen für die Liquidierung der kapitalistischen Elemente. Dementsprechend erfüllte unser Staat in dieser Periode zwei Hauptfunktionen. Die erste Funktion war die Unterdrückung der gestürzten Klassen innerhalb des Landes. Darin erinnerte unser Staat äußerlich an die früheren Staaten, deren Funktion in der Unterdrückung jener bestand, die sich widersetzten, jedoch mit dem grundsätzlichen Unterschied, dass unser Staat die ausbeutende Minderheit im Interesse der werktätigen Mehrheit unterdrückte, während die früheren Staaten die ausgebeutete Mehrheit im Interesse der ausbeutenden Minderheit unterdrückten. Die zweite Funktion war die Verteidigung des Landes gegen Überfälle von außen. Darin erinnerte er ebenfalls äußerlich an die früheren Staaten, die sich auch mit dem bewaffneten Schutze ihrer Länder befassten, jedoch mit dem grundsätzlichen Unterschied, dass unser Staat die Errungenschaften der werktätigen Mehrheit vor Überfällen von außen schützte, während die früheren Staaten in solchen Fällen die Reichtümer und Privilegien der ausbeutenden Minderheit schützten. Es gab auch eine dritte Funktion, und zwar die wirtschaftlich-organisatorische und kulturell-erzieherische Arbeit der Organe unseres Staates, die die Entwicklung der Keime der neuen, der sozialistischen Wirtschaft und die Umerziehung der Menschen im Geiste des Sozialismus bezweckte. Doch erfuhr diese neue Funktion in dieser Periode keine erhebliche Entwicklung.

Die zweite Phase ist die Periode von der Liquidierung der kapitalistischen Elemente in Stadt und Land bis zum vollen Siege des sozialistischen Wirtschaftssystems und der Annahme der neuen Verfassung. Die Hauptaufgabe dieser Periode war die Organisierung der sozialistischen Wirtschaft im ganzen Lande und die Liquidierung der letzten Überreste der kapitalistischen Elemente, die Organisierung der Kulturrevolution, die Organisierung einer völlig modernen Armee für die Verteidigung des Landes. Dementsprechend veränderten sich auch die Funktionen unseres sozialistischen Staates. Die Funktion der militärischen Unterdrückung innerhalb des Landes kam in Wegfall - starb ab -, denn die Ausbeutung ist vernichtet, Ausbeuter gibt es keine mehr und daher auch niemanden, der zu unterdrücken wäre. Anstelle der Funktion der Unterdrückung erhielt der Staat die Funktion, das sozialistische Eigentum vor Dieben und Plünderern des Volksguts zu schützen. Die Funktion des militärischen Schutzes des Landes vor Überfällen von außen blieb völlig erhalten, es blieben folglich auch die Rote Armee, die Kriegsmarine, ebenso wie die Straforgane und der Abwehrdienst, die notwendig sind zur Aufdeckung und Bestrafung von Spionen, Mördern und Schädlingen, die von den ausländischen Spionagediensten in unser Land geschickt werden. Die Funktion der wirtschaftlich-organisatorischen und kulturell-erzieherischen Arbeit der Staatsorgane blieb erhalten und kam vollauf zur Entfaltung. Jetzt besteht die Hauptaufgabe unseres Staates im Innern des Landes in der friedlichen wirtschaftlich-organisatorischen und kulturell-erzieherischen Arbeit. Was unsere Armee, die Straforgane und den Abwehrdienst anbelangt, so ist nun ihre Spitze nicht nach dem Innern des Landes gerichtet, sondern nach außen, gegen die äußeren Feinde.

Wie ihr seht, haben wir jetzt einen völlig neuen, sozialistischen Staat, wie ihn die Geschichte noch nicht gekannt hat, der sich in seiner Form und in seinen Funktionen vom sozialistischen Staat der ersten Phase bedeutend unterscheidet.

Doch kann die Entwicklung dabei nicht stehen bleiben. Wir schreiten weiter, vorwärts, zum Kommunismus. Wird bei uns der Staat auch in der Periode des Kommunismus erhalten bleiben?

Ja, er wird erhalten bleiben, wenn die kapitalistische Umkreisung nicht beseitigt, wenn die Gefahr kriegerischer Überfälle von außen nicht überwunden wird; dabei ist es klar, dass sich die Formen unseres Staates neuerlich verändern werden, entsprechend den Veränderungen der inneren und äußeren Situation.

Nein, er wird nicht erhalten bleiben, sondern absterben, wenn die kapitalistische Umkreisung beseitigt, wenn sie durch eine sozialistische Umwelt abgelöst wird.

So steht es um die Frage des sozialistischen Staates.

Die zweite Frage ist die Frage der Sowjetintelligenz.

In dieser Frage besteht ebenso wie in der Frage des Staates in unserer Partei eine gewisse Unklarheit, ein gewisses Durcheinander.

Obwohl der Standpunkt der Partei in der Frage der Sowjetintelligenz völlig klar ist, sind in unserer Partei immer noch Anschauungen verbreitet, die der Sowjetintelligenz feindlich und mit dem Standpunkte der Partei unvereinbar sind. Die Träger dieser unrichtigen Anschauungen legen bekanntlich der Sowjetintelligenz gegenüber ein verächtliches, geringschätziges Verhalten an den Tag, betrachten sie als einen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft fremden und sogar feindlichen Faktor. Wohl hat sich die Intelligenz während der Periode der Sowjetentwicklung ihrer Zusammensetzung wie ihrer Lage nach von Grund aus verändert, da sie sich dem Volke genähert hat und mit ihm ehrlich zusammenarbeitet, wodurch sie sich von der alten, bürgerlichen Intelligenz prinzipiell unterscheidet. Aber darum scheren sich diese Genossen offensichtlich nicht. Sie setzen ihre alte Leier fort und lassen zu Unrecht der Sowjetintelligenz gegenüber ein Verhalten und Anschauungen gelten, wie sie in der alten Zeit ihre Berechtigung hatten, als die Intelligenz im Dienste der Gutsbesitzer und Kapitalisten stand.

In der alten, der vorrevolutionären Zeit, unter den Bedingungen des Kapitalismus, bestand die Intelligenz vor allem aus Vertretern der besitzenden Klassen - aus Adligen, Industriellen, Kaufleuten, Kulaken u. dgl. m. Es gab in den Reihen der Intelligenz auch Abkömmlinge von Kleinbürgern, kleinen Beamten und selbst von Bauern und Arbeitern, aber sie spielten dort keine entscheidende Rolle und konnten sie auch nicht spielen. Die Intelligenz als Ganzes lebte von den besitzenden Klassen und arbeitete für sie. Deshalb war jenes nicht selten zum Hass gesteigerte Misstrauen verständlich, das die revolutionären Elemente unseres Landes und vor allem die Arbeiter ihr gegenüber empfanden. Zwar brachte die alte Intelligenz einzelne und auch Dutzende kühner und revolutionärer Männer hervor, die sich auf den Standpunkt der Arbeiterklasse stellten und ihr Schicksal restlos mit dem Schicksal der Arbeiterklasse verbanden. Aber solche Männer gab es unter der Intelligenz nur allzu wenige, und sie konnten die Physiognomie der Intelligenz in ihrer Gesamtheit nicht verändern.

Die Frage der Intelligenz änderte sich jedoch von Grund aus nach der Oktoberrevolution, nach der Zerschmetterung der ausländischen militärischen Intervention, besonders nach dem Siege der Industrialisierung und Kollektivierung, als die Beseitigung der Ausbeutung und die Verankerung des sozialistischen Wirtschaftssystems die reale Möglichkeit geschaffen hatten, dem Lande eine neue Verfassung zu geben und sie zu verwirklichen. Der einflussreichste und qualifizierteste Teil der alten Intelligenz spaltete sich schon in den ersten Tagen der Oktoberrevolution von der übrigen Masse der Intelligenz ab, sagte der Sowjetmacht den Kampf an und betrieb Sabotage. Er erhielt dafür die verdiente Strafe, wurde von den Organen der Sowjetmacht zerschlagen und zerstreut. In der Folge wurde die Mehrheit derjenigen, die unversehrt geblieben waren, von den Feinden unseres Landes als Schädlinge und Spione angeworben, womit sie sich selbst außerhalb der Reihen der Intelligenz stellten. Ein anderer Teil der alten Intelligenz, weniger qualifiziert aber zahlreicher, fuhr noch lange fort, in Erwartung „besserer Zeiten“ auf der Stelle zu treten, gab aber dann offenbar alle seine Hoffnungen auf und entschloss sich, in den Dienst des Staates zu treten und mit der Sowjetmacht in Frieden zu leben. Ein großer Teil dieser Gruppe der alten Intelligenz ist schon alt geworden und beginnt, aus der Arbeit auszuscheiden. Der dritte Teil der alten Intelligenz, hauptsächlich die unteren Schichten der Intellektuellen, die eine noch geringere Qualifikation als der vorher genannte Teil hatten, schlossen sich dem Volke an und folgten der Sowjetmacht. Sie mussten noch lernen und begannen in der Tat, auf unseren Hochschulen zu lernen. Aber neben diesem qualvollen Prozess der Differenzierung und Auflösung der alten Intelligenz vollzog sich der stürmische Prozess der Formierung, Mobilisierung und Sammlung der Kräfte der neuen Intelligenz. Hunderttausende junger Menschen, hervorgegangen aus den Reihen der Arbeiterklasse, der Bauernschaft und der werktätigen Intelligenz, gingen in die Hochschulen und Techniken und füllten nach Beendigung der Schulen die gelichteten Reihen der Intelligenz auf. Sie brachten neues Blut in die Intelligenz, belebten sie auf neue Art, auf Sowjetart. Sie veränderten von Grund aus die gesamte Physiognomie der Intelligenz nach ihrem Vorbild und Ebenbild. Die Überreste der alten Intelligenz gingen in der neuen, der Volksintelligenz, der Sowjetintelligenz auf. Auf diese Weise entstand eine neue, die Sowjetintelligenz, die mit dem Volke eng verbunden und in ihrer Masse bereit ist, ihm treu und ehrlich zu dienen.

Infolgedessen haben wir jetzt eine zahlreiche, neue, sozialistische Volksintelligenz, die sich sowohl ihrer Zusammensetzung wie ihrer sozialen und politischen Physiognomie nach von der alten, der bürgerlichen Intelligenz von Grund aus unterscheidet.

Auf die alte, die vorrevolutionäre Intelligenz, die den Gutsbesitzern und Kapitalisten diente, passte durchaus die alte Theorie über die Intelligenz, die auf die Notwendigkeit des Misstrauens und des Kampfes gegen sie hinwies. Jetzt ist diese Theorie überholt und passt bereits nicht mehr auf unsere neue, die Sowjetintelligenz. Für die neue Intelligenz ist eine neue Theorie nötig, die auf die Notwendigkeit des freundschaftlichen Verhaltens zu ihr, der Sorge um sie, der Achtung vor ihr und der Zusammenarbeit mit ihr im Namen der Interessen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft hinweist.

Ich glaube, dass dies klar ist.

Um so erstaunlicher und befremdlicher ist es, dass es nach allen diesen radikalen Veränderungen in der Stellung der Intelligenz bei uns in der Partei, wie sich erweist, noch Leute gibt, welche die alte, gegen die bürgerliche Intelligenz gerichtete Theorie auf unsere neue, die Sowjetintelligenz, anzuwenden suchen, die in ihrem Wesen eine sozialistische Intelligenz ist. Diese Leute behaupten, wie sich herausstellt, dass die Arbeiter und Bauern, die noch unlängst auf Stachanowart in Fabriken und Kollektivwirtschaften arbeiteten und dann auf die Hochschulen geschickt wurden, um sich auszubilden, damit aufhören, wirkliche Menschen zu sein und zu Menschen zweiten Ranges werden. Es kommt so heraus, als ob Bildung eine schädliche und gefährliche Sache wäre. (Heiterkeit). Wir wollen alle Arbeiter und alle Bauern zu gebildeten, zu Kulturmenschen machen, und wir werden das mit der Zeit schaffen. Nach den Auffassungen dieser sonderbaren Genossen ergibt sich aber, dass ein solches Beginnen eine große Gefahr in sich berge, denn nachdem die Arbeiter und Bauern Menschen von Bildung und Kultur geworden sind, können sie sich der Gefahr gegenübersehen, in die Gruppe von Menschen zweiten Ranges eingereiht zu werden. (Allgemeine Heiterkeit). Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese sonderbaren Genossen mit der Zeit so weit hinabsinken können, dass sie die Rückständigkeit, die Kulturlosigkeit, die Unwissenheit und das Dunkelmännertum verherrlichen. Das ist auch verständlich. Theoretische Verrenkungen führten noch nie und können auch nicht zu Gutem führen.

So ist es um die Frage unserer neuen, der sozialistischen Intelligenz bestellt.

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Unsere Aufgaben auf dem Gebiete der weiteren Festigung der Partei:

1. Die Zusammensetzung der Partei dadurch systematisch zu verbessern, dass wir das politische Niveau der Parteimitglieder heben und durch individuelle Auslese nur die erprobten und der Sache des Kommunismus ergebenen Genossen in die Reihen der Partei aufnehmen;

2. die leitenden Organe näher an die Arbeit der unteren Organisationen heranzubringen, um ihre leitende Arbeit immer operativer und konkreter, immer weniger sitzungs- und kanzleimäßig zu gestalten;

3. die Kaderauslese zu zentralisieren, fürsorglich Kader heranzubilden, sorgfältig ‘die Vorzüge und Mängel der Mitarbeiter zu studieren, kühn junge Mitarbeiter auf leitende Posten aufrücken zu lassen, die Auslese und Verteilung der Kader mit den Erfordernissen der politischen Linie der Partei in Einklang zu bringen;

4. die Propaganda- und Agitationsarbeit der Partei zu zentralisieren, die Propaganda der Ideen des Marxismus- Lenin ismus zu erweitern, das theoretische Niveau zu heben und die politische Stählung unserer Kader zu steigern.

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Genossen! Ich komme zum Ende meines Rechenschaftsberichts.

Ich habe in allgemeinen Zügen den Weg skizziert, den unsere Partei in der Berichtsperiode zurückgelegt hat. Die Ergebnisse der Arbeit der Partei und ihres Zentralkomitees in dieser Periode sind bekannt. Es gab bei uns Unzulänglichkeiten und Fehler. Die Partei und ihr Zentralkomitee haben sie nicht verheimlicht und haben sich bemüht, sie zu beheben. Es gibt auch ernste Erfolge und große Errungenschaften, die uns nicht zu Kopfe steigen sollen.

Das Hauptergebnis besteht darin, dass die Arbeiterklasse unseres Landes durch die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und die Verankerung des sozialistischen Systems die Richtigkeit ihrer Sache der ganzen Welt bewiesen hat. Darin liegt das Hauptergebnis, da es den Glauben an die Kraft der Arbeiterklasse und an die Unvermeidlichkeit ihres endgültigen Sieges festigt.

Die Bourgeoisie aller Länder behauptet immer wieder, dass das Volk ohne Kapitalisten und Gutsbesitzer, ohne Händler und Kulaken nicht auskommen könne. Die Arbeiterklasse unseres Landes hat durch die Tat bewiesen, dass das Volk erfolgreich ohne Ausbeuter auskommen kann.

Die Bourgeoisie aller Länder behauptet immer wieder, dass die Arbeiterklasse, wenn sie die alten bürgerlichen Zustände zerstört hat, nicht fähig sei, etwas Neues anstelle des Alten aufzubauen. Die Arbeiterklasse unseres Landes hat durch die Tat bewiesen, dass sie durchaus fähig ist, nicht nur die alte Ordnung zu zerstören, sondern auch eine neue, bessere, die sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten, und zwar eine Gesellschaftsordnung, die weder Krisen noch Arbeitslosigkeit kennt.

Die Bourgeoisie aller Länder behauptet immer wieder, dass die Bauernschaft nicht fähig sei, den Weg des Sozialismus zu beschreiten. Die Kollektivbauernschaft unseres Landes hat durch die Tat bewiesen, dass sie mit Erfolg den Weg des Sozialismus beschreiten kann.

Das Wichtigste, was die Bourgeoisie aller Länder und ihr reformistischer Nachtrab besonders erstreben, besteht darin, in der Arbeiterklasse den Glauben an die eigene Kraft, den Glauben an die Möglichkeit und Unvermeidlichkeit ihres Sieges auszurotten und damit die kapitalistische Sklaverei zu verewigen. Denn die Bourgeoisie weiß: Wenn der Kapitalismus noch nicht gestürzt ist und nach wie vor besteht, so verdankt er dies nicht seinen guten Eigenschaften, sondern dem Umstand, dass das Proletariat noch nicht genügend festen Glauben an die Möglichkeit seines Sieges hat. Man kann nicht sagen, dass die Bemühungen der Bourgeoisie in dieser Richtung gänzlich erfolglos geblieben seien. Man muss zugeben, dass es der Bourgeoisie und ihren Agenten in der Arbeiterklasse bis zu einem gewissen Grade gelungen ist, die Seele der Arbeiterklasse mit Zweifel und Unglauben zu vergiften. Wenn die Erfolge der Arbeiterklasse unseres Landes, wenn ihr Kampf und ihr Sieg dazu dienen werden, den Geist der Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder zu heben und in ihr den Glauben an ihre Kraft, den Glauben an ihren Sieg zu festigen, so kann unsere Partei sagen, dass sie nicht umsonst arbeitet. Es ist nicht daran zu zweifeln, dass es so sein wird. (Stürmischer, anhaltender Beifall).

Es lebe unsere siegreiche Arbeiterklasse! (Beifall).

Es lebe unsere siegreiche Kollektivbauernschaft! (Beifall).

Es lebe unsere sozialistische Intelligenz! (Beifall).

Es lebe die große Freundschaft der Völker unseres Landes! (Beifall).

Es lebe die Kommunistische Partei der Bolschewiki der Sowjetunion! (Beifall).

(Alle Delegierten erheben sich, begrüßen stehend Genossen Stalin und bereiten ihm eine andauernde Ovation. Rufe: „Hurra!“, Es lebe Genosse Stalin!“, „Dem großen Stalin Hurra!“, „Unserem geliebten Stalin Hurra!“).

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