"Stalin"

Werke

Band 15

BRIEF AN DEN FINNISCHEN STAATSPRÄSIDENTEN PAASIKIVI

Vorschlag der Sowjetregierung über den Abschluss eines sowjetisch-finnischen Freundschafts-, Zusammenarbeitsund Beistandspaktes

22. Februar 1948

Herr Präsident!

Wie Ihnen bekannt ist, haben zwei von den drei an die UdSSR angrenzenden Ländern, die im Krieg gegen die UdSSR auf Seiten Deutschlands standen, nämlich Ungarn und Rumänien, mit der UdSSR bereits Beistandsverträge gegen eine eventuelle deutsche Aggression unterzeichnet.

Es ist auch bekannt, dass unsere beiden Länder durch diese Aggression stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind, wobei wir mit Ihnen zusammen vor unseren Völkern die Verantwortung tragen werden, wenn wir die Wiederholung einer solchen Aggression zulassen.

Ich bin der Ansicht, dass Finnland an einem Beistandsvertrag mit der UdSSR gegen eine eventuelle deutsche Aggression nicht minder interessiert ist als Rumänien und Ungarn.

Aus diesen Erwägungen heraus und von dem Wunsch erfüllt, Voraussetzungen für eine grundlegende Besserung der Beziehungen zwischen unseren Ländern zur Festigung des Friedens und der Sicherheit zu schaffen, bietet die Sowjetregierung den Abschluss eines sowjetisch-finnischen Freundschafts-, Zusammenarbeits- und Beistandspaktes an, ähnlich dem ungarisch sowjetischen und dem rumänisch-sowjetischen Pakt.

Sollten finnischerseits dagegen keine Einwendungen erhoben werden, so würde ich vorschlagen, eine finnische Delegation zum Abschluss eines solchen Paktes nach der UdSSR zu entsenden.

Sollte es Ihnen bequemer sein, die Verhandlungen und den Abschluss des Paktes in Finnland durchzuführen, so wird die Sowjetregierung bereit sein, ihre Delegation nach Helsinki zu entsenden.

Hochachtungsvoll
Vorsitzender des Ministerrates der UdSSR
J. Stalin

„Tägliche Rundschau“, Nr. 52.
2. März 1948

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