"Stalin"

Werke

Band 15

BRIEF AN DEN MINISTERPRÄSIDENTEN DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK, OTTO GROTEWOHL ÜBER DIE HERABSETZUNG DER REPARATIONSZAHLUNGEN DEUTSCHLANDS

15. Mai 1950

An den Ministerpräsidenten
der Deutschen Demokratischen Republik.
Herrn Otto Grotewohl

Geehrter Herr Ministerpräsident]

Die Sowjetregierung hat die Bitte der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik um Herabsetzung der von Deutschland a conto Reparationen zu zahlenden Summe geprüft.

Die Sowjetregierung hat dabei berücksichtigt, dass die Deutsche Demokratische Republik gewissenhaft und regelmäßig ihre Reparationsverpflichtungen. die in Höhe von zehn Milliarden Dollar berechnet sind, erfüllt und dass bis zum Ende des Jahres 1950 ein bedeutender Teil dieser Verpflichtungen in Höhe von 3658 Millionen Dollar geleistet sein wird.

Von dem Wunsch geleitet, die Bemühungen des deutschen Volkes bei der Wiederherstellung und Entwicklung der Volkswirtschaft in Deutschland zu erleichtern und unter Berücksichtigung der bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Deutschen Demokratischen Republik hat die Sowjetregierung nach Vereinbarung mit der Regierung der Polnischen Republik den Beschluss gefasst, die restliche noch zu zahlende Summe an Reparationszahlungen um 50 Prozent, das heißt bis auf 3171 Millionen Dollar, herabzusetzen.

In Übereinstimmung mit der Erklärung der Regierung der UdSSR auf der Moskauer Tagung des Außenministerrats im März 1947 über die Festsetzung einer 20jährigen Frist für die Bezahlung der Reparationen hat die Sowjetregierung ferner beschlossen, die Begleichung des restlichen Teiles der Reparationszahlungen durch Deutschland (in Hölle von 3171 Millionen Dollar) mit Waren aus der laufenden Produktion auf 15 Jahre, beginnend mit dem Jahre 1951 bis zum Jahre 1965 einschließlich, zu verteilen.

Mit vorzüglicher Hochachtung
J. Stalin
Vorsitzender des Ministerrates der UdSSR

„Tägliche Rundschau“,
Ausgabe 11, Nr. 113,
17. Mai 1950

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