GESCHICHTE DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SOWJETUNION (BOLSCHEWIKI)

KAPITEL VI
Die Partei der Bolschewiki in der Periode des imperialistischen Krieges. Die zweite Revolution in Russland
(1914 bis März 1917)

Kurze Zusammenfassung

Der imperialistische Krieg entstand infolge der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der kapitalistischen Länder, infolge der Störung des Gleichgewichts zwischen den ausschlaggebenden Mächten, infolge der Notwendigkeit für die Imperialisten, die Welt durch Krieg neu aufzuteilen und ein neues Gleichgewicht der Kräfte zu schaffen.

Der Krieg hätte keinen so verheerenden Charakter gehabt und hätte vielleicht überhaupt nicht mit solcher Gewalt um sich gegriffen, wenn die Parteien der II. Internationale nicht die Sache der Arbeiterklasse verraten hätten, wenn sie nicht die Beschlüsse der Kongresse der II. Internationale gegen den Krieg gebrochen hätten, wenn sie sich entschlossen hätten, aktiv aufzutreten und die Arbeiterklasse gegen ihre imperialistischen Regierungen, gegen die Kriegsbrandstifter in den Kampf zu führen.

Die bolschewistische Partei erwies sich als die einzige proletarische Partei, die der Sache des Sozialismus und des Internationalismus treu blieb und den Bürgerkrieg gegen die imperialistische Regierung des eigenen Landes organisierte. Alle übrigen Parteien der II. Internationale, durch ihre leitenden Spitzen mit der Bourgeoisie verbunden, gaben sich dem Imperialismus gefangen, liefen auf die Seite der Imperialisten über.

Der Krieg, der ein Ausdruck der allgemeinen Krise des Kapitalismus war, verschärfte diese Krise und schwächte den Weltkapitalismus. Die Arbeiter Russlands und die Partei der Bolschewiki waren die ersten in der Welt, die die Schwäche des Kapitalismus erfolgreich ausnutzten, die Front des Imperialismus durchbrachen, den Zaren stürzten und Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten schufen.

Trunken von den ersten Erfolgen der Revolution und eingeschläfert durch die Beteuerungen der Menschewiki und Sozialrevolutionäre, dass von nun an alles gut gehen werde, schenkten breite Massen der Kleinbourgeoisie, der Soldaten, aber auch der Arbeiter, der Provisorischen Regierung Vertrauen und ließen ihr Unterstützung angedeihen.

Vor der bolschewistischen Partei erstand die Aufgabe, den von den ersten Erfolgen trunkenen Arbeiter- und Soldatenmassen klarzumachen, dass es noch weit sei bis zum vollen Sieg der Revolution; dass das Volk weder Frieden noch Boden noch Brot erhalten werde, solange die Macht sich in der Hand der bürgerlichen Provisorischen Regierung befindet und solange in den Sowjets die Paktierer, die Menschewiki und Sozialrevolutionäre, schalten und walten; dass es zum vollen Sieg notwendig sei, noch einen Schritt vorwärts zu machen und den Sowjets die Macht zu übergeben.

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