GESCHICHTE DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SOWJETUNION (BOLSCHEWIKI)

KAPITEL XI
Die Partei der Bolschewiki im Kampfe für die Kollektivierung der Landwirtschaft
(1930-1934)

3
Die Einstellung auf die Rekonstruktion aller Zweige der Volkswirtschaft
Die Rolle der Technik
Das weitere Anwachsen der Kollektivwirtschaftsbewegung
Die Politischen Abteilungen bei den Maschinen- und Traktorenstationen
Die Ergebnisse der Erfüllung des Fünfjahrplans in vier Jahren
Der Sieg des Sozialismus an der ganzen Front Der XVII. Parteitag

Nachdem es offenbar geworden war, dass die Schwerindustrie und besonders der Maschinenbau nicht nur geschaffen und befestigt waren, sondern sich auch weiter in recht schnellem Tempo entwickelten, stand die Partei vor der nächsten Aufgabe, alle Zweige der Volkswirtschaft auf der Grundlage der neuen, modernen Technik zu rekonstruieren. Es galt, die Brennstoffindustrie, das Hüttenwesen, die Leichtindustrie, die Lebensmittelindustrie, die Holzindustrie, die Kriegsindustrie, das Verkehrswesen und die Landwirtschaft mit einer neuen, modernen technischen Ausrüstung, mit neuen Werkbänken, neuen Maschinen zu versorgen. Angesichts der kolossal gestiegenen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und Industrieerzeugnissen war es notwendig, die Produktionsleistung in allen Zweigen der Volkswirtschaft zu verdoppeln und zu verdreifachen. Das zu erreichen war aber unmöglich, ohne die Fabriken und Werke, die Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften in ausreichendem Maße mit neuer, moderner Ausrüstung zu versorgen, denn mit der alten Ausrüstung konnte man ein solches Anwachsen der Produktion nicht erreichen.

Ohne die Rekonstruktion der Hauptzweige der Volkswirtschaft war es unmöglich, die neuen, immer mehr anwachsenden Bedürfnisse des Landes und seiner Volkswirtschaft zu befriedigen.

Ohne die Rekonstruktion war es unmöglich, die Offensive des Sozialismus an der ganzen Front zu Ende zu führen, denn man musste nicht nur durch eine neue Organisation der Arbeit und des Eigentums, sondern auch durch eine neue Technik, durch die Überlegenheit der eigenen Technik, die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land schlagen und endgültig erledigen.

Ohne die Rekonstruktion war es unmöglich, die fortgeschrittenen kapitalistischen Länder in technisch-ökonomischer Hinsicht einzuholen und zu überholen, denn war die Sowjetunion vom Standpunkt des Entwicklungstempos der Industrie den kapitalistischen Ländern überlegen, so blieb sie vom Standpunkt des Entwicklungsniveaus der Industrie, der Menge der gelieferten Produkte, immer noch erheblich hinter ihnen zurück.

Um diese Rückständigkeit zu beseitigen, musste man unsere gesamte Volkswirtschaft technisch neu ausrüsten, alle Zweige der Volkswirtschaft auf der Grundlage der neuen, modernen Technik rekonstruieren.

Die Technik gewann somit entscheidende Bedeutung.

Das Hindernis lag dabei nicht so sehr im Mangel an neuen Maschinen und Werkbänken - denn der Maschinenbau hatte die Möglichkeit, neue technische Ausrüstungen zu liefern -, als vielmehr in der unrichtigen Einstellung unserer Wirtschaftsleiter zur Technik, in der Unterschätzung der Rolle der Technik in der Rekonstruktionsperiode, in der Geringschätzung der Technik. Unsere Wirtschaftsfunktionäre waren der Auffassung, dass die Technik eine Sache der „Spezialisten“ sei, eine den „bürgerlichen Spezialisten“ übertragene zweitrangige Angelegenheit, dass die als Wirtschaftsleiter tätigen Kommunisten nicht verpflichtet seien, sich in die Produktionstechnik einzumischen, dass sie sich nicht mit der Technik, sondern mit einer wichtigeren Sache zu befassen haben, nämlich mit der „allgemeinen“ Leitung der Produktion.

Man ließ somit die bürgerlichen „Spezialisten“ in der Produktion frei schalten und walten, die kommunistischen Wirtschaftler aber behielten sich die „allgemeine“ Leitung, das Unterschreiben von Papieren vor.

Es bedarf wohl keines Beweises, dass bei einer solchen Einstellung die „allgemeine“ Leitung in ein Geschwätz über die Leitung „im allgemeinen“, in ein ödes Unterschreiben von Papieren, in eine Aktenwirtschaft ausarten musste.

Es ist klar, dass wir angesichts einer solchen Geringschätzung der Technik seitens der kommunistischen Wirtschaftler die fortgeschrittenen kapitalistischen Länder niemals einholen, geschweige denn überholen könnten. Eine solche Einstellung zur Technik, zumal in der Rekonstruktionsperiode, musste dazu führen, unser Land zu Rückständigkeit zu verurteilen und das Entwicklungstempo zu verlangsamen. Im Grunde genommen verhüllte, maskierte diese Einstellung zur Technik den verborgenen Wunsch eines Teiles der kommunistischen Wirtschaftler, das Entwicklungstempo der Industrie zu verlangsamen, zu senken und für sich eine „ruhige Atmosphäre“ zu schaffen, indem die Verantwortung für die Produktion auf die „Spezialisten“ abgewälzt wurde.

Es war notwendig, die kommunistischen Wirtschaftler zu bewegen, ihre Aufmerksamkeit der Technik zuzuwenden, bei ihnen das Interesse für die Technik zu wecken, ihnen zu zeigen, dass die Beherrschung der modernen Tec hnik die ureigenste Sache der als Wirtschaftsleiter tätigen Bolschewiki ist, dass wir ohne Beherrschung der modernen Technik Gefahr laufen, unsere Heimat zu Rückständigkeit, zum Dahinvegetieren zu verdammen.

Das war eine Aufgabe, ohne deren Lösung es unmöglich war, vorwärts zu schreiten.

Von größter Bedeutung war in dieser Beziehung die Rede des Genossen Stalin auf der ersten Konferenz der Funktionäre der Industrie im Februar 1931.

„Zuweilen wird die Frage gestellt“; sagte Genosse Stalin in seiner Rede, „ob man nicht das Tempo etwas verlangsamen, die Bewegung zurückhalten könnte. Nein, das kann man nicht, Genossen! Das Tempo darf nicht herabgesetzt werden!… Das Tempo verlangsamen, das bedeutet zurückbleiben. Und Rückständige werden geschlagen. Wir aber wollen nicht die Geschlagenen sein. Nein, das wollen wir nicht!

Die Geschichte des alten Russland bestand unter anderem darin, dass es wegen seiner Rückständigkeit fortwährend geschlagen wurde. Es wurde geschlagen von den mongolischen Khans. Es wurde geschlagen von den türkischen Begs. Es wurde geschlagen von den schwedischen Feudalen. Es wurde geschlagen von den polnisch-litauischen Pans. Es wurde geschlagen von den englisch-französischen Kapitalisten. Es wurde geschlagen von den japanischen Baronen. Es wurde von allen geschlagen wegen seiner Rückständigkeit...

Wir sind hinter den fortgeschrittenen Ländern um 50 bis 100 Jahre zurückgeblieben. Wir müssen diese Distanz in zehn Jahren durchlaufen. Entweder bringen wir das zuwege, oder wir werden zermalmt...

In höchstens zehn Jahren müssen wir jene Distanz durchlaufen, um die wir hinter den fortgeschrittenen Ländern des Kapitalismus zurück sind. Hierzu besitzen wir alle ‚objektiven’ Möglichkeiten. Es fehlt bloß an der Fähigkeit, diese Möglichkeiten gehörig auszunutzen. Das hängt aber von uns ab. Nur von uns! Es ist Zeit, dass wir lernen, diese Möglichkeiten auszunutzen. Es ist Zeit, mit dem faulen Standpunkt der Nichteinmischung in die Produktion Schluss zu machen. Es ist Zeit, sich eine andere, eine neue, der jetzigen Periode entsprechende Einstellung zu eigen zu machen: sich in alles einzumischen. Bist du Direktor eines Betriebes - so mische dich in alle Dinge, dringe in alle Einzelheiten ein, lasse dir nichts entgehen, lerne und noch einmal lerne. Die Bolschewiki müssen die Technik meistern. Es ist Zeit, dass die Bolschewiki selbst zu Spezialisten werden. Die Technik entscheidet in der Rekonstruktionsperiode alles.“ (Stalin, Fragen des Lenin ismus, S. 398-401.)

Die historische Bedeutung der Rede des Genossen Stalin bestand darin, dass sie der Geringschätzung der Technik seitens der kommunistischen Wirtschaftler ein Ende setzte, dass sie das Augenmerk der kommunistischen Wirtschaftler auf die Technik hinlenkte, dass sie eine neue Phase des Kampfes um die Beherrschung der Technik durch die Kräfte der Bolschewiki selbst eröffnete und damit die Entfaltung der Rekonstruktion der Volkswirtschaft erleichterte.

Von nun an verwandelte sich die Beherrschung der Technik aus einem Monopol der bürgerlichen „Spezialisten“ in die ureigenste Sache der bolschewistischen Wirtschaftler selbst und die verächtliche Bezeichnung „Spezialist“ wurde zu einem Ehrennamen für einen Bolschewik, der die Technik gemeistert hat.

Von nun an sollten ganze Scharen von roten Spezialisten auf den Plan treten, und wirklich erschienen bald Tausende und aber Tausende, die die Technik gemeistert hatten und zur Leitung der Produktion befähigt waren.

Dies war eine neue, die sowjetische, produktionstechnisch geschulte Intelligenz der Arbeiterklasse und Bauernschaft, die heute die Hauptkraft unserer Wirtschaftsleitung darstellt.

All das musste die Entfaltung der Rekonstruktion der Volkswirtschaft erleichtern und erleichterte sie in der Tat.

Die Entwicklung der Rekonstruktion erfolgte nicht nur in der Industrie und im Verkehrswesen. Sie entfaltete sich in noch rascherem Tempo in der Landwirtschaft. Das ist auch verständlich: die Landwirtschaft war weniger als andere Zweige der Volkswirtschaft mit Maschinen versorgt, und sie bedurfte am meisten neuer Maschinen. Die verstärkte Versorgung der Landwirtschaft mit neuen Maschinen war jetzt aber besonders notwendig, da jeder Monat, jede Woche ein neues Anwachsen des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus und folglich auch eine neue Nachfrage nach Tausenden und aber Tausenden von Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen brachte.

Das Jahr 1931 brachte ein neues Anwachsen der Kollektivwirtschaftsbewegung. In den wichtigsten Getreidegebieten waren schon mehr als 80 Prozent der Gesamtzahl der Bauernwirtschaften in Kollektivwirtschaften vereinigt. Die durchgängige Kollektivierung war hier im Wesentlichen bereits abgeschlossen. In den minder wichtigen Getreidegebieten und in den Rayons der gewerblichen Nutzpflanzen waren mehr als 50 Prozent der Bauernwirtschaften kollektiviert. 200000 Kollektivwirtschaften und 4000 Sowjetwirtschaften bestellten bereits zwei Drittel der gesamten Saatfläche, die Einzelbauern nur ein Drittel.

Das war ein gewaltiger Sieg des Sozialismus im Dorfe.

Der kollektivwirtschaftliche Aufbau ging jedoch zunächst nicht in die Tiefe, sondern in die Breite, nicht in der Richtung der Verbesserung der Arbeit der Kollektivwirtschaften und ihrer Kader, sondern in der Richtung der Vergrößerung ihrer Zahl und der Erfassung immer neuer und neuer Gebiete durch die Kollektivierung. Dieser Umstand erklärte sich dadurch, dass die Entwicklung des kollektiv-wirtschaftlichen Aktivs, die Entwicklung der kollektivwirtschaftlichen Kader mit dem zahlenmäßigen Wachstum der Kollektivwirtschaften selbst nicht Schritt hielt. Infolgedessen wurde in den neuen Kollektivwirtschaften nicht immer befriedigend gearbeitet, und sie selbst blieben zunächst schwach, ungefestigt. Die Festigung der Kollektivwirtschaften wurde auch dadurch gehemmt, dass es im Dorfe an Menschen mit der nötigen Vorbildung mangelte, wie man sie für die Kollektivwirtschaften braucht (Buchführer, Wirtschaftsverwalter, Sekretäre), und dass es den Bauern an Erfahrungen in der Bewirtschaftung eines kollektiven Großbetriebs fehlte. In den Kollektivwirtschaften saßen Einzelbauern von gestern. Sie hatten Erfahrungen in der Bewirtschaftung kleiner Bodenparzellen. Sie hatten aber noch keine Erfahrung in der Leitung eines kollektiven Großbetriebs. Es war Zeit erforderlich, um diese Erfahrung zu erwerben.

Infolge dieser Umstände zeigten sich in der ersten Zeit in der Arbeit der Kollektivwirtschaften ernste Mängel. Es stellte sich heraus, dass in den Kollektivwirtschaften die Arbeit noch schlecht organisiert und die Arbeitsdisziplin schwach war. In vielen Kollektivwirtschaften wurde der Ertrag nicht nach den geleisteten Tagewerken, sondern nach der Zahl der Esser verteilt. Häufig kam es so, dass der Faulpelz mehr Getreide erhielt als der fleißige, ehrliche Kollektivbauer. Diese Mängel in der Leitung der Kollektivwirtschaften führten dazu, dass das Interesse der Kollektivbauern an der Arbeit sank, dass viele selbst mitten in der Saison nicht zur Arbeit erschienen, dass ein Teil der Kollektivfelder bis zum Schneefall nicht abgeerntet und die Ernteeinbringung selbst nachlässig durchgeführt wurde, woraus sich riesige Getreideverluste ergaben. Das Fehlen persönlicher Verantwortlichkeit für die Maschinen und Pferde sowie in der Arbeit selbst schwächte die Entwicklung der Kollektivwirtschaften und verringerte ihren Ertrag.

Besonders schlecht lagen die Dinge in denjenigen Rayons, wo die früheren Kulaken und ihre Tellerlecker vermocht hatten, sich irgendeinen Posten in den Kollektivwirtschaften zu erschleichen. Nicht selten zogen enteignete Kulaken in einen a nderen Rayon, wo man sie nicht kannte, und schlichen sich dort in die Kollektivwirtschaft ein, um Schaden und. Unheil zu stiften. Zuweilen drangen die Kulaken infolge mangelnder Wachsamkeit der Partei- und Sowjetfunktionäre auch in ihrem eigenen Rayon in die Kollektivwirtschaften ein. Das Eindringen früherer Kulaken in die Kollektivwirtschaften wurde dadurch erleichtert, dass sie ihre Taktik im Kampfe gegen die Kollektivwirtschaften schroff änderten. Früher traten die Kulaken offen gegen die Kollektivwirtschaften auf, führten einen bestialischen Kampf gegen die Aktivisten, gegen führende Kollektivbauern, mordeten sie aus dem Hinterhalt, setzten ihre Häuser, Scheunen usw. in Brand. Damit wollten die Kulaken die Bauernmasse einschüchtern, sie vom Eintritt in die Kollektivwirtschaften zurückhalten. Jetzt, da der offene Kampf gegen die Kollektivwirtschaften gescheitert war, änderten sie ihre Taktik. Sie schossen nicht mehr aus dem Stutzen, sondern gaben sich als stille, friedliche, umgängliche, völlig sowjettreue Menschen. Einmal in die Kollektivwirtschaften eingedrungen, fügten sie ihnen durch versteckte Wühlarbeit Schaden zu. Überall trachteten sie, die Kollektivwirtschaften von innen her zu zersetzen, die Arbeitsdisziplin in ihnen zu untergraben, die Ernteabrechnungen und Arbeitsberechnungen zu verwirren. Die Kulaken setzten ihre Hoffnungen auf die Vernichtung des Pferdebestandes der Kollektivwirtschaften, und es gelang ihnen auch, viele Pferde zugrunde zu richten. Mit Vorbedacht. verseuchten die Kulaken die Pferde mit Rotz, Krätze und anderen Krankheiten, ließen sie ohne jede Pflege usw. Die Kulaken machten Traktoren und Maschinen unbrauchbar.

Es gelang den Kulaken, die Kollektivbauern zu täuschen und. ihre Schädlingsarbeit straflos zu betreiben, weil die Kollektivwirtschaften noch schwach und unerfahren, ihre Kader aber noch nicht die genügende Festigung erlangt hatten.

Um der Schädlingsarbeit der Kulaken in den Kollektivwirtschaften ein Ende zu bereiten und die Festigung der Kollektivwirtschaften zu beschleunigen, war es notwendig, den Kollektivwirtschaften durch Entsendung von Menschen, durch Ratschläge und Anleitung schnelle und wirksame Hilfe zu erweisen.

Diese Hilfe wurde den Kollektivwirtschaften von der bolschewistischen Partei zuteil.

Im Januar 1933 fasste das Zentralkomitee der Partei den Beschluss über die Organisierung von Politischen Abteilungen bei den für die Kollektivwirtschaften arbeitenden Maschinen- und Traktorenstationen. Zur Unterstützung der Kollektivwirtschaften wurden 17000 Parteiarbeiter ins Dorf zur Arbeit in den Politischen Abteilungen geschickt.

Das war eine wirksame Hilfe.

Die Politischen Abteilungen bei den Maschinen- und Traktorenstationen vermochten in zwei Jahren (1933 und 1934) eine große Arbeit zu leisten, um die Mängel in der Tätigkeit der Kollektivwirtschaften zu beseitigen, in ihnen Aktivisten heranzubilden, die Kollektivwirtschaften zu festigen und von feindlichen, kulakischen Schädlingselementen zu säubern.

Die Politischen Abteilungen erfüllten in Ehren die ihnen zugewiesene Aufgabe: sie festigten die Kollektivwirtschaften in organisatorisch-wirtschaftlicher Beziehung, bildeten neue kollektivwirtschaftliche Kader heran, brachten die wirtschaftliche Leitung der Kollektivwirtschaften auf das richtige Geleise und hoben das politische Niveau der Massen der Kollektivbauern.

Gewaltige Bedeutung für die Hebung der Aktivität der Massen der Kollektivbauern im Kampfe für die Festigung der Kollektivwirtschaften hatten der Erste Unionskongress der Stoßarbeiter der Kollektivwirtschaften (Februar 1933) und die Rede des Genossen Stalin auf diesem Kongress.

Genosse Stalin sagte in seiner Rede, das alte, vorkollektivwirtschaftliche System im Dorfe mit dem neuen, dem kollektivwirtschaftlichen System vergleichend:

„Unter dem alten System arbeiteten die Bauern jeder für sich, sie arbeiteten in altväterlicher Weise, mit alten Arbeitsgeräten, arbeiteten für die Gutsbesitzer und Kapitalisten, für die Kulaken und Spekulanten, arbeiteten, um andere zu bereichern, und fristeten selbst ein Hungerdasein. Unter dem neuen, dem kollektivwirtschaftlichen System arbeiten die Bauern gemeinsam, artelweise, mit neuen Geräten, Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen, sie arbeiten für sich und für ihre Kollektivwirtschaften, leben ohne Kapitalisten und Gutsbesitzer, ohne Kulaken und Spekulanten, sie arbeiten, um ihre materielle und kulturelle Lage von Tag zu Tag zu verbessern.“ (Stalin, Fragen des Lenin ismus, S. 500.)

In seiner Rede zeigte Genosse Stalin auf, wie viel die Bauernschaft durch das Beschreiten des kollektivwirtschaftlichen Weges in der Tat gewonnen hat. Die bolschewistische Partei hatte den Millionenmassen der armen Bauern geholfen, in die Kollektivwirtschaften einzutreten und sich vom Kulakenjoch zu befreien. Und nun, nach ihrem Eintritt in die Kollektivwirtschaften, wo sie den besten Boden und die besten Produktionsmittel in Nutzung haben, erhoben sich die Millionenmassen der armen Bauern, die früher ein Hungerdasein gefristet hatten, in den Kollektivwirtschaften auf das Niveau von Mittelbauern und wurden zu Menschen mit gesicherter Existenz.

Das war der erste Schritt, die erste Errungenschaft auf dem Wege des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus.

Der zweite Schritt, sagte Genosse Stalin, wird darin bestehen, die Kollektivbauern, sowohl die früheren armen Bauern als auch die früheren Mittelbauern, auf ein noch höheres Niveau zu heben, alle Kollektivbauern wohlhabend und alle Kollektivwirtschaften bolschewistisch zu machen.

„Damit die Kollektivbauern wohlhabend werden“, sagte Genosse Stalin, „dazu ist jetzt nur eins erforderlich - in der Kollektivwirtschaft ehrlich zu arbeiten, die Traktoren und Maschinen richtig auszunutzen, das Arbeitsvieh richtig auszunutzen, den Boden richtig zu bearbeiten, mit dem Eigentum der Kollektivwirtschaften sorgsam umzugehen.“ (Ebenda, S. 506.)

Die Rede des Genossen Stalin drang tief in das Bewusstsein der Millionen Kollektivbauern ein, sie wurde zum praktischen Kampfprogramm der Kollektivwirtschaften.

Ende 1934 wurden die Kollektivwirtschaften zu einer unerschütterlichen, unbesiegbaren Kraft. Zu dieser Zeit umfassten sie bereits ungefähr drei Viertel aller Bauernwirtschaften der gesamten Sowjetunion und ungefähr 90 Prozent der gesamten Saatfläche.

Im Jahre 1934 arbeiteten in der Landwirtschaft der Sowjetunion bereits 281000 Traktoren und 32000 Mähdrescher. Die Frühjahrsaussaat 1934 wurde um 15 bis 20 Tage früher als im Jahre 1933 und um 30 bis 40 Tage früher als im Jahre 1932 beendet, der Getreidebeschaffungsplan wurde um drei Monate früher erfüllt als im Jahre 1932.

So hatten sich, dank der von der Partei und dem Arbeiter- und Bauernstaat erwiesenen gewaltigen Hilfe, die Kollektivwirtschaften in zwei Jahren gefestigt.

Der fest verankerte Sieg des kollektivwirtschaftlichen Systems und der damit verbundene Aufschwung der Landwirtschaft gaben der Sowjetmacht die Möglichkeit, das Kartensystem für Brot und andere Lebensmittel abzuschaffen und den freien Verkauf von Lebensmitteln einzuführen.

Da die Politischen Abteilungen bei den Maschinen- und Traktorenstationen, die als zeitweilige politische Organe geschaffen worden waren, ihre Aufgabe erfüllt hatten, fasste das Zentralkomitee den Beschluss, die Politischen Abteilungen bei den Maschinen- und Traktorenstationen in gewöhnliche Parteiorgane umzuwandeln, sie mit den bestehenden Rayonkomitees der Partei zu verschmelzen.

Alle diese Erfolge, sowohl in der Landwirtschaft wie in der Industrie, waren dank der erfolgreichen Erfüllung des Fünfjahrplans errungen worden.

Zu Beginn des Jahres 1933 wurde offensichtlich, dass der erste Fünfjahrplan schon erfüllt war, vor Ablauf der Frist, nämlich in vier Jahren und drei Monaten.

Das war ein gewaltiger, welthistorischer Sieg der Arbeiterklasse und der Bauernschaft der Sowjetunion.

In seinem Bericht auf der Januarplenartagung des Zentralkomitees und der Zentralen Kontrollkommission der Partei im Jahre 1933 fasste Genosse Stalin die Ergebnisse des ersten Fünfjahrplans zusammen. Wie aus dem Bericht hervorging, hatten die Partei und, die Sowjetmacht in der verflossenen Periode, in der Periode der Erfüllung des ersten Fünfjahrplans, folgende Hauptergebnisse erzielt:

a) Die Sowjetunion ist aus einem Agrarland ein Industrieland geworden, denn der Anteil der Industrieproduktion an der Gesamtproduktion der Volkswirtschaft war auf 70 Prozent angewachsen.

b) Das sozialistische Wirtschaftssystem hat die kapitalistischen Elemente in der Industrie liquidiert und ist zum einzigen Wirtschaftssystem in der Industrie geworden.

c) Das sozialistische Wirtschaftssystem hat in der Landwirtschaft das Kulakentum als Klasse liquidiert und ist zur herrschenden Kraft in der Landwirtschaft geworden.

d) Das kollektivwirtschaftliche System hat das Elend und die Armut im Dorfe beseitigt - Dutzende Millionen armer Bauern sind zu der Lebenslage von Menschen mit gesicherter Existenz emporgestiegen.

e) Das sozialistische System in der Industrie hat der Arbeitslosigkeit ein Ende gesetzt, hat in einer Reihe von Produktionszweigen den Achtstundentag beibehalten, in der überwältigenden Mehrheit der Betriebe den Siebenstundentag eingeführt und für gesundheitsschädliche Betriebe den Sechsstundentag festgelegt.

f) Der Sieg des Sozialismus auf allen Gebieten der Volkswirtschaft hat die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft.

Die Bedeutung dieser Errungenschaften des ersten Fünfjahrplans bestand vor allem darin, dass sie die Arbeiter und Bauern endgültig vom Joch der Ausbeutung befreiten und ALLEN Werktätigen der Sowjetunion den Weg erschlossen, sich ein Leben in Wohlstand und Kultur zu sichern.

Im Januar 1934 trat der XVII. Parteitag zusammen. Auf dem Parteitag waren 1225 Delegierte mit beschließender und 736 Delegierte mit beratender Stimme anwesend, die 1874488 Parteimitglieder und 935 298 Kandidaten vertraten.

Der Parteitag zog die Bilanz der Arbeit der Partei während der verflossenen Periode, wies auf die entscheidenden Erfolge des Sozialismus in allen Zweigen der Wirtschaft und Kultur hin und stellte fest, dass die Generallinie der Partei auf der ganzen Linie gesiegt hatte.

Der XVII. Parteitag ging als „Parteitag der Sieger“ in die Geschichte ein.

Genosse Stalin hob in seinem Rechenschaftsbericht die grundlegenden Umgestaltungen hervor, die in der Berichtsperiode in der Sowjetunion vor sich gegangen waren.

„Die Sowjetunion hat sich in dieser Periode von Grund aus umgestaltet und das Gepräge der Rückständigkeit und des Mittelalters abgestreift. Aus einem Agrarland ist sie zu einem Industrieland geworden. Aus einem Lande der kleinbäuerlichen Einzelwirtschaft ist sie zu einem Lande des kollektiven mechanisierten landwirtschaftlichen Großbetriebs geworden. Aus einem unwissenden, analphabetischen und kulturlosen Land wurde sie - genauer gesagt, wird sie - zu einem gebildeten, kulturell hoch stehenden Land, das von einem gewaltigen Netz von Hoch-, Mittel- und Elementarschulen bedeckt ist, die in den Sprachen der Nationalitäten der Sowjetunion wirken.“ (Stalin, Fragen des Lenin ismus, S. 532.)

Die sozialistische Industrie machte um diese Zeit bereits 99 Prozent der gesamten Industrie des Landes aus. Die sozialistische Landwirtschaft, die Kollektivwirtschaften und Sowjetwirtschaften, verfügte über ungefähr 90 Prozent der gesamten Saatfläche des Landes. Was den Warenumsatz betrifft, so waren die kapitalistischen Elemente aus dem Handel völlig verdrängt.

Bei der Einführung der Neuen ökonomischen Politik hatte Lenin davon gesprochen, dass es in unserem Lande Elemente von fünf sozial-ökonomischen Formationen gab. Die erste Formation ist die patriarchalische Wirtschaft, die in hohem Grade Naturalwirtschaft ist, das heißt eine Wirtschaft, die fast keinen Handel treibt. Die zweite Formation ist die kleine Warenproduktion - die Mehrzahl der bäuerlichen Wirtschaften -, die sich mit dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte befasst, und die Handwerker. Diese Wirtschaftsformation umfasste in den ersten Jahren der Neuen ökonomischen Politik die Mehrheit der Bevölkerung. Die dritte Formation ist der privatwirtschaftliche Kapitalismus, der zu Beginn der Neuen ökonomischen Politik aufzuleben begann. Die vierte Formation ist der Staatskapitalismus, das sind hauptsächlich die Konzessionen, die keine irgendwie bedeutsame Entwicklung nahmen. Die fünfte Formation ist der Sozialismus, die sozialistische Industrie, die damals noch schwach war, die Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften, die zu Beginn der Neuen ökonomischen Politik einen unbedeutenden Platz in der Volkswirtschaft einnahmen, der staatliche Handel und die Genossenschaften, die zu Beginn der Neuen ökonomischen Politik ebenfalls schwach waren.

Lenin hatte nachgewiesen, dass von allen diesen Formationen die sozialistische Formation die Oberhand gewinnen muss.

Die Neue ökonomische Politik war darauf berechnet, die sozialistischen Wirtschaftsformen zum vollen Sieg zu führen.

Und dieses Ziel war zur Zeit des KVII. Parteitags bereits verwirklicht.

„Wir können jetzt sagen“, erklärte Genosse Stalin in diesem Zusammenhang, „dass die erste, die dritte und die vierte sozial-ökonomische Formation bereits nicht mehr bestehen, dass die zweite sozial-ökonomische Formation auf untergeordnete Positionen zurückgedrängt worden ist, während die fünfte sozial-ökonomische Formation, die sozialistische Formation, die uneingeschränkt herrschende und einzige bestimmende Kraft in der gesamten Volkswirtschaft ist.“ (Stalin, Fragen des Lenin ismus, S. 534.)

Die Fragen der ideologisch-politischen Leitung nahmen im Bericht des Genossen Stalin einen wichtigen Platz ein. Er mahnte die Partei, daran zu denken, dass die Feinde der Partei, die Opportunisten aller Spielarten, die Vertreter nationalistischer Abweichungen aller Art, zwar geschlagen sind, dass aber die Überreste ihrer Ideologie in den Köpfen einzelner Parteimitglieder noch fortleben und sich nicht Seiten bemerkbar machen. Die Überreste des Kapitalismus im Wirtschaftsleben und besonders im Bewusstsein der Menschen sind ein günstiger Boden für das Aufleben der Ideologie der geschlagenen anti Lenin istischen Gruppen. Das Bewusstsein der Menschen bleibt in seiner Entwicklung hinter ihrer ökonomischen Lage zurück. Deshalb erhalten sich die Überreste bürgerlicher Auffassungen in den Köpfen der Menschen und werden sich noch weiter erhalten, obwohl der Kapitalismus in der Wirtschaft schon beseitigt ist. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die kapitalistische Umkreisung, gegen die man das Pulver trocken halten muss, bestrebt ist, diese Überreste zu beleben und zu unterstützen.

Genosse Stalin ging unter anderem auf die Überreste des Kapitalismus im Bewusstsein der Menschen auf dem Gebiete der nationalen Frage ein, wo sie besonders zählebig sind. Die Partei der Bolschewiki kämpfte an zwei Fronten - sowohl gegen die Abweichung zum groß-russischen Chauvinismus als auch gegen die Abweichung zum lokalen Nationalismus. In mehreren Republiken (Ukraine, Bjelorussland u. a.) hatten die Parteiorganisationen den Kampf gegen den lokalen Nationalismus abgeschwächt und diesen so sehr anwachsen lassen, dass er sich mit feindlichen Kräften, mit Interventionisten, zusammenschloss und zu einer staatsgefährlichen Erscheinung wurde. Auf die Frage, welche Abweichung in der nationalen Frage die Hauptgefahr sei, antwortete Genosse Stalin:

„Die Hauptgefahr stellt diejenige Abweichung dar, gegen die man zu kämpfen aufgehört und die man dadurch zu einer staatsgefährlichen Erscheinung hat anwachsen lassen.“ (Ebenda, S. 575.)

Genosse Stalin forderte die Partei auf, die ideologisch-politische Arbeit zu verstärken, die Ideologie und die Überreste der Ideologie der feindlichen Klassen und der dem Lenin ismus feindlichen Strömungen systematisch zu entlarven.

Genosse Stalin wies weiter in seinem Bericht darauf hin, dass die Annahme richtiger Beschlüsse an sich noch nicht den Erfolg einer Sache sichere. Um den Erfolg einer Sache zu sichern, ist es notwendig, die zur Durchführung der Beschlüsse der leitenden Organe fähigen Menschen an den richtigen Platz zu stellen und die Kontrolle der Durchführung dieser Beschlüsse zu organisieren. Ohne diese organisatorischen Maßnahmen läuft man Gefahr, dass die Beschlüsse vom Leben losgelöste papierne Beschlüsse bleiben. Genosse Stalin berief sich hierbei auf den bekannten Leitsatz Lenin s, dass die Hauptsache in der organisatorischen Arbeit die Auswahl der Menschen und die Kontrolle der Durchführung ist. Dabei unterstrich Genosse Stalin, dass die Kluft zwischen den gefassten Beschlüssen und der organisatorischen Arbeit zur Durchführung und zur Kontrolle der Durchführung dieser Beschlüsse das Grundübel unserer praktischen Arbeit darstelle.

Um die Kontrolle der Durchführung der Beschlüsse der Partei und der Regierung zu verbessern, schuf der XVII. Parteitag an Stelle der Zentralen Kontrollkommission - Arbeiter- und Bauerninspektion, die in der Zeit seit dem XII. Parteitag ihre Aufgaben bereits erfüllt hatte, die Kommission für Parteikontrolle beim Zentralkomitee der KPdSU(B) und die Kommission für Sowjetkontrolle beim Rat der Volkskommissare der Sowjetunion.

Genosse Stalin formulierte die organisatorischen Aufgaben der Partei in der neuen Etappe folgendermaßen:

  1. unsere Organisationsarbeit mit den Anforderungen der politischen Linie der Partei in Einklang zu bringen;
  2. die organisatorische Leitung auf das Niveau der politischen Leitung zu heben;
  3. durchzusetzen, dass die organisatorische Leitung die Durchführung der politischen Losungen und der Beschlüsse der Partei vollständig sichert.

Am Schluss seines Berichtes mahnte Genosse Stalin, dass man sich, obwohl die Erfolge des Sozialismus groß sind und das Gefühl berechtigten Stolzes hervorrufen, dennoch von den errungenen Erfolgen nicht hinreißen lassen, dass man nicht „überheblich“ werden und sich nicht einschläfern lassen dürfe.

„Man darf ... die Partei nicht einlullen, sondern muss in ihr die Wachsamkeit entwickeln, darf sie nicht einschläfern, sondern muss sie im Zustand der Kampfbereitschaft halten, darf sie nicht entwaffnen, sondern muss sie bewaffnen, darf sie nicht demobilisieren, sondern muss sie im Zustand der Mobilisierung zur Verwirklichung des zweiten Fünfjahrplans halten“, sagte Genosse Stalin. (Fragen des Lenin ismus, S. 586.)

Der XVII. Parteitag nahm die Berichte der Genossen Molotow und Kujbyschew über den zweiten Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft entgegen. Die Aufgaben des zweiten Fünfjahrplans waren noch grandioser als die des ersten Fünfjahrplans. Bis zum Ende des zweiten Fünfjahrplans, im Jahre 1937, sollte die Industrieproduktion ungefähr auf das Achtfache des Vorkriegsniveaus anwachsen. Der Umfang der. Neubauten in der gesamten Volkswirtschaft wurde im zweiten Fünfjahrplan in Höhe von 133 Milliarden Rubel festgelegt gegenüber etwas mehr als 64 Milliarden Rubel im ersten Fünfjahrplan.

Dieses gewaltige Ausmaß der Neubauten sicherte die völlige technische Neuausrüstung aller Zweige der Volkswirtschaft.

Im zweiten Jahrfünft war die Mechanisierung der Landwirtschaft im Wesentlichen zu vollenden. Die Leistungsfähigkeit des Traktorenparks sollte sich von 2¼ Millionen Pferdestärken im Jahre 1932 auf mehr als 8 Millionen Pferdestärken im Jahre 1937 erhöhen. Es wurde vorgesehen, ein System agrotechnischer Maßnahmen (richtiger Fruchtwechsel, Verwendung reinsortigen Saatgutes, Herbststurz der Saatflächen usw.) in breitem Ausmaße einzuführen.

Es wurden riesige Arbeiten für die technische Rekonstruktion des Verkehrs-, Post- und Fernmeldewesens vorgesehen.

Ein großzügiges Programm der weiteren Erhöhung der Lebenshaltung und des Kulturniveaus der Arbeiter und Bauern wurde entworfen.

Der XVII. Parteitag widmete den Organisationsfragen große Aufmerksamkeit und nahm zum Bericht des Genossen Kaganowitsch spezielle Beschlüsse über die Fragen des Partei- und Sowjetaufbaus an. Die Organisationsfrage gewann noch größere Bedeutung, nachdem die Generallinie der Partei gesiegt hatte, nachdem die Politik der Partei durch das Leben, durch die Erfahrungen der Millionen Arbeiter und Bauern erprobt worden war. Die neuen, komplizierten Aufgaben des zweiten Fünfjahrplans erforderten die Erhöhung der Arbeitsqualität auf allen Gebieten.

„Die Hauptaufgaben des zweiten Fünfjahrplans - die endgültige Liquidierung der kapitalistischen Elemente, die Überwindung der Überreste des Kapitalismus im Wirtschaftsleben und im Bewusstsein der Menschen, die Vollendung der Rekonstruktion der gesamten Volkswirtschaft auf der modernsten technischen Basis, die Beherrschung der neuen Technik und der Leitung der neuen Betriebe, die Maschinisierung der Landwirtschaft und die Hebung ihrer Produktivität - stellen in aller Schärfe die Frage der Erhöhung der Qualität der Arbeit auf allen Gebieten, in erster Linie der Qualität der praktisch-organisatorischen Leitung“, hieß es in den Beschlüssen des Parteitags zu den Organisationsfragen. („Der Sozialismus siegt“, Berichte und Reden auf dem XVII. Parteitag der KPdSU[B], S. 682.)

Auf dem XVII. Parteitag wurde das neue Parteistatut angenommen, das sich vom alten Parteistatut vor allem dadurch unterscheidet, dass in das Statut ein einleitender Teil eingefügt wurde. Dieser einleitende Teil des Statuts enthält eine kurze Definition der Kommunistischen Partei, eine Definition ihrer Bedeutung für den Kampf des Proletariats und ihrer Stellung im System der Organe der proletarischen Diktatur. Das neue Statut zählt ausführlich die Pflichten des Parteimitglieds auf. In das Statut wurden strengere Regeln für die Aufnahme in die Partei und ein Punkt über die Gruppen der Sympathisierenden eingefügt. Im neuen Statut ist die Frage des organisatorischen Aufbaus der Partei ausführlicher behandelt; die Punkte über die früheren Parteizellen, die untersten, die primären Organisationen, wie sie seit dem XVII. Parteitag genannt werden, sind neu formuliert. Neu formuliert sind im neuen Statut auch die Punkte über die innerparteiliche Demokratie und die Parteidisziplin.

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