GESCHICHTE DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SOWJETUNION (BOLSCHEWIKI)

KAPITEL XII
Die Partei der Bolschewiki im Kampf für die Vollendung des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft und die Durchführung der neuen Verfassung
(1935-1937)

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Der weitere Aufschwung der Industrie und der Landwirtschaft in der Sowjetunion
Die vorfristige Erfüllung des zweiten Fünfjahrplans
Die Rekonstruktion der Landwirtschaft und die Vollendung der Kollektivierung
Die Bedeutung der Kader
Die Stachanowbewegung
Der Aufschwung des Volkswohlstands
Der Aufschwung der Volkskultur
Die Kraft der Sowjetrevolution

Während in den kapitalistischen Ländern drei Jahre nach der Wirtschaftskrise von 1930-1933 eine neue Wirtschaftskrise eintrat, dauerte in der Sowjetunion in dieser ganzen Periode der Aufschwung der Industrie unablässig an. Hatte die gesamte Industrie der kapitalistischen Welt Mitte 1937 kaum 95-96 Prozent des Standes von 1929 erreicht, um im zweiten Halbjahr 1937 in die Phase einer neuen Wirtschaftskrise einzutreten, so erreichte die Industrie der Sowjetunion in ihrem wachsenden Aufschwung Ende 1937 428 Prozent des Standes von 1929 und im Vergleich mit dem Vorkriegsniveau mehr als das Siebenfache.

Diese Erfolge waren das direkte Resultat der Rekonstruktionspolitik, die von Partei und Regierung mit allem Nachdruck durchgeführt wurde.

Dank diesen Erfolgen konnte der zweite Fünfjahrplan für die Industrie vorfristig erfüllt werden. Der zweite Fünfjahrplan wurde bis zum 1. April 1937, das heißt in 4 Jahren und 3 Monaten, erfüllt.

Dies war ein gewaltiger Sieg des Sozialismus.

Nahezu dieselbe Aufschwungsbewegung war in der Landwirtschaft zu verzeichnen. Die Anbauflächen für alle Kulturen wuchsen von 105 Millionen Hektar im Jahre 1913 (Vorkriegszeit) auf 135 Millionen Hektar im Jahre 1937. Die Getreideproduktion wuchs von 4800 Millionen Pud im Jahre 1913 auf 6800 Millionen Pud im Jahre 1937, die Produktion von Rohbaumwolle von 44 Millionen Pud auf 154 Millionen Pud, die Produktion von Flachsfasern von 19 Millionen Pud auf 31 Millionen Pud, die Zuckerrübenproduktion von 654 Millionen Pud auf 1311 Millionen Pud, die Produktion von Ölfrüchten von 129 Millionen Pud auf 306 Millionen Pud.

Es muss bemerkt werden, dass allein die Kollektivwirtschaften (ohne Sowjetwirtschaften) dem Lande im Jahre 1937 mehr als 1700 Millionen Pud Warengetreide lieferten, das heißt mindestens um 400 Millionen Pud mehr als im Jahre 1913 die Gutsbesitzer, Kulaken und Bauern zusammengenommen.

Nur ein einziger Zweig der Landwirtschaft, die Viehzucht, blieb noch immer hinter dem Vorkriegsniveau zurück und schritt auch weiterhin in viel zu langsamem Tempo vorwärts.

Was die Kollektivierung der Landwirtschaft betrifft, so konnte man sie als bereits vollendet betrachten. In den Kollektivwirtschaften befanden sich 1937 18½ Millionen Bauernhöfe, also 93 Prozent aller Bauernhöfe, während die Getreideanbaufläche der Kollektivwirtschaften 99 Prozent aller bäuerlichen Getreideanbauflächen ausmachte.

Die fruchtbaren Ergebnisse, die die Rekonstruktion der Landwirtschaft und ihre verstärkte Versorgung mit Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen zeitigten, lagen klar zutage.

Die Vollendung der Rekonstruktion der Industrie und der Landwirtschaft hatte zur Folge, dass die Volkswirtschaft nunmehr technisch erstklassig und in reichem Maße ausgerüstet war. Industrie und Landwirtschaft, Verkehrswesen und Armee erhielten eine gewaltige Menge neuer technischer Ausrüstungen, neuer Maschinen und Werkbänke, Traktoren und Landmaschinen, Lokomotiven und Dampfer, Geschütze und Tanks, Flugzeuge und Kriegsschiffe. Es war notwendig, Zehntausende und Hunderttausende geschulter Kaderkräfte in Bewegung zu setzen, die fähig waren, diese ganze Technik zu bewältigen und aus ihr das Höchstmaß dessen herauszuholen, was aus ihr herauszuholen ist. Ohne das, ohne eine genügende Anzahl von Menschen, die die Technik gemeistert haben, lief die Technik Gefahr, sich in einen Haufen toten, nutzlosen Metalls zu verwandeln. Dies war eine ernste Gefahr, die daraus entsprang, dass das Wachstum der Kader, die die Technik bewältigen können, mit dem Wachstum der Technik nicht Schritt hielt und hinter ihm weit zurückblieb. Erschwert wurde die Sache dadurch, dass ein bedeutender Teil unserer Funktionäre diese Gefahr nicht erkannte und glaubte, dass die Technik ihre Sache „von selber tun werde“. Hatte man früher die Technik unterschätzt und sich geringschätzig zu ihr verhalten, so begann man sie jetzt zu überschätzen, in einen Fetisch zu verwandeln. Man verstand nicht, dass eine Technik ohne die Menschen, die sie gemeistert haben, tot ist. Man verstand nicht, dass die Technik nur bei Vorhandensein von Menschen, die die Technik gemeistert haben, eine hohe Produktivität ergeben kann.

Die Frage der Kader, die die Technik gemeistert haben, erlangte somit erstrangige Bedeutung.

Es war notwendig, unsere Funktionäre abzubringen von der Oberschätzung der Technik und von der Unterschätzung der Bedeutung der Kader, ihre Aufmerksamkeit auf die Aneignung der Technik, auf die Meisterung der Technik hinzulenken, auf die allseitige Verstärkung der Arbeit zur Heranbildung zahlreicher Kader, die fähig sind, die Technik zu bewältigen und aus ihr die höchste Leistung herauszuholen.

Hatte die Partei früher, zu Beginn der Rekonstruktionsperiode, als im Lande auf dem Gebiete der Technik Mangel herrschte, die Losung aufgestellt: „Die Technik entscheidet in der Rekonstruktionsperiode alles“, so musste die Partei jetzt, angesichts der reichen technischen Ausrüstung, nachdem die Rekonstruktionsperiode im Wesentlichen abgeschlossen war, als sich im Lande ein Kadermangel scharf fühlbar machte, eine neue Losung aufstellen, die die Aufmerksamkeit nicht mehr auf die Technik, sondern auf die Menschen, auf die Kader konzentrierte, die fähig sind, die Technik in vollem Umfang auszunutzen.

Große Bedeutung hatte in dieser Beziehung die Rede des Genossen Stalin vor den Absolventen der Akademien der Roten Armee im Mai 1935. Genosse Stalin führte aus:

„Früher sagten wir: ‚Die Technik entscheidet alles’. Diese Losung hat uns in der Beziehung geholfen, dass wir dem Mangel auf dem Gebiet der Technik ein Ende bereitet und in allen Tätigkeitszweigen die breiteste technische Basis für die Ausrüstung unserer Menschen mit einer erstklassigen Technik geschaffen haben. Das ist sehr gut. Aber das ist noch lange, lange nicht genug. Um die Technik in Bewegung zu setzen und sie restlos auszunutzen, braucht man Menschen, die diese Technik meistern, braucht man Kader, die fähig sind, sich diese Technik anzueignen und sie nach allen Regeln der Kunst auszunutzen. Eine Technik ohne Menschen, die sie gemeistert haben, ist tot. Eine Technik mit Menschen an der Spitze, die die Technik gemeistert haben, kann und muss Wunder vollbringen. Hätten wir in unseren erstklassigen Werken und Fabriken, in unseren Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften, in unserem Verkehrswesen, in unserer Roten Armee die genügende Anzahl von Kadern, die fähig sind, diese Technik zu bewältigen, so würde unser Land dreimal und viermal so große Leistungen erzielen wie heute. Das ist der Grund, warum jetzt das Schwergewicht auf die Menschen, auf die Kader, auf die Funktionäre gelegt werden muss, die die Technik meistern. Das ist der Grund, warum die alte Losung ‚Die Technik entscheidet alles’, durch die eine bereits hinter uns liegende Periode, die Periode des Mangels auf dem Gebiet der Technik, gekennzeichnet ist, jetzt durch eine neue Losung ersetzt werden muss; durch die Losung: ‚Die Kader entscheiden alles’. Das ist jetzt die Hauptsache…

Man muss endlich begreifen, dass von allen wertvollen Kapitalien, die es in der Welt gibt, das wertvollste und das entscheidendste Kapital die Menschen, die Kader sind. Man muss begreifen, dass unter unseren heutigen Verhältnissen ‚die Kader alles entscheiden’. Haben wir gute und zahlreiche Kader in der Industrie, in der Landwirtschaft, im Verkehrswesen, in der Armee, so wird unser Land unbesiegbar sein. Haben wir solche Kader nicht, so werden wir auf beiden Beinen lahmen.“

So wurde die beschleunigte Heranbildung von technischen Kadern und die rasche Aneignung der neuen Technik zum Zwecke des weiteren Aufschwungs der Arbeitsproduktivität zu einer erstrangigen Aufgabe.

Das leuchtendste Beispiel des Wachstums solcher Kader, ein Beispiel der Aneignung der neuen Technik durch unsere Menschen und des weiteren Wachstums der Arbeitsproduktivität, war die Stachanowbewegung. Sie wurde geboren und entfaltete sich im Donezbecken, in der Steinkoh Lenin dustrie, sprang auf andere Industriezweige über, dehnte sich auf das Verkehrswesen aus und erfasste sodann die Landwirtschaft. Diese Bewegung wurde Stachanowbewegung genannt nach dem Namen ihres Urhebers, des Häuers Alexei Stachanow aus der Kohlengrube „Zentralnaja-Irmino“ (Donezbecken). Schon vor Stachanow hatte Nikita Isotow in der Kohlenförderung bis dahin beispiellose Rekorde aufgestellt. Das Beispiel Stachanows, der am 31. August 1935 in einer Schicht 102 Tonnen Kohle abbaute und damit die gewöhnlichen Normen der Kohlenförderung um 1300 Prozent übertraf, legte den Grundstein zu der Massenbewegung der Arbeiter und Kollektivbauern für die Erhöhung der Leistungsnormen, für einen neuen Aufschwung der Arbeitsproduktivität. Bussygin in der Automobilindustrie, Smetanin in der Schuhindustrie, Kriwonos im Verkehrswesen, Mussinski in der Holzindustrie, Jewdokija und Maria Winogradowa in der Textilindustrie, Maria Demtschenko, Marina Gnatjenko, P. Angelina, Polagutin, Kollessow, Kowardak, Borin in der Landwirtschaft - das sind die Namen der ersten Pioniere der Stachanowbewegung.

Ihnen folgten andere, folgten ganze Scharen von Pionieren, die die Arbeitsproduktivität der ersten Pioniere übertrafen.

Von gewaltiger Bedeutung für die Entfaltung der Stachanowbewegung war die erste Unionsberatung der Stachanowleute im Kreml, im November 1935, und die Rede des Genossen Stalin auf dieser Beratung.

„Die Stachanowbewegung“, sagte Genosse Stalin in seiner Rede, „bringt einen neuen Aufschwung des sozialistischen Wettbewerbs, eine neue, eine höhere Etappe des sozialistischen Wettbewerbs zum Ausdruck ... Früher, vor etwa drei Jahren, während der ersten Etappe des sozialistischen Wettbewerbs, war der sozialistische Wettbewerb nicht unbedingt mit der neuen Technik verbunden. Ja, damals hatten wir eigentlich auch fast keine neue Technik. Die jetzige Etappe des sozialistischen Wettbewerbs aber, die Stachanowbewegung, ist im Gegenteil unbedingt mit der neuen Technik verbunden. Die Stachanowbewegung wäre ohne die neue, die höhere Technik undenkbar. Vor euch stehen Leute wie die Genossen Stachanow, Bussygin, Smetanin, Kriwonos, Pronin, die Winogradowas und viele andere, neue Menschen, Arbeiter und Arbeiterinnen, die die Technik ihres Faches in vollem Umfang gemeistert, sie bewältigt und vorwärtsgetrieben haben. Solche Menschen gab es bei uns vor drei Jahren nicht oder fast gar nicht ... Die Bedeutung der Stachanowbewegung besteht darin, dass sie eine Bewegung ist, die die alten technischen Normen als unzulänglich zerbricht, die Arbeitsproduktivität der fortgeschrittenen kapitalistischen Länder in einer ganzen Reihe von Fällen übertrifft und somit die praktische Möglichkeit eröffnet, den Sozialismus in unserem Lande weiter zu festigen und unser Land zum wohlhabendsten Land zu machen.“

Indem Genosse Stalin die Arbeitsmethoden der Stachanowleute charakterisierte und die gewaltige Bedeutung der Stachanowbewegung für die Zukunft unseres Landes aufdeckte, führte er weiter aus:

„Seht euch doch die Genossen Stachanowleute näher an. Was sind das für Menschen? Das sind hauptsächlich Arbeiter und Arbeiterinnen in jungen und mittleren Jahren, technisch beschlagene Kulturmenschen, die Musterbeispiele an Genauigkeit und Pünktlichkeit in der Arbeit liefern, die den Zeitfaktor in der Arbeit zu schätzen wissen und gelernt haben, die Zeit nicht nur nach Minuten, sondern sogar nach Sekunden zu messen. Die meisten von ihnen haben die Prüfung des so genannten technischen Minimums abgelegt und fahren fort, ihre technische Bildung zu vervollkommnen. Sie sind frei von dem Konservatismus und der Unbeweglichkeit gewisser Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler; sie schreiten kühn vorwärts, brechen mit den veralteten technischen Normen und schaffen neue, höhere Normen, sie korrigieren die von den Leitern unserer Industrie angesetzten Leistungsgrenzen und Wirtschaftspläne, ergänzen und korrigieren immer wieder die Ingenieure und Techniker, belehren sie nicht selten und treiben sie vorwärts; denn sie sind Menschen, die die Technik ihres Fachs völlig gemeistert haben und verstehen, aus der Technik das Höchstmaß dessen herauszuholen, was aus ihr herauszuholen ist. Heute gibt es noch wenig Stachanowleute, aber wer kann daran zweifeln, dass es ihrer morgen zehnmal soviel geben wird? Ist es etwa nicht klar, dass die Stachanowleute Neuerer in unserer Industrie sind, dass die Stachanowbewegung die Zukunft unserer Industrie darstellt, dass sie den Keim des künftigen kulturellen und technischen Aufschwungs der Arbeiterklasse in sich birgt, dass sie uns den Weg eröffnet, auf dem allein jene Höchstleistungen der Arbeitsproduktivität erzielt werden können, die für den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus und für die Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit notwendig sind?“

Die Entfaltung der Stachanowbewegung und die vorfristige Erfüllung des zweiten Fünfjahrplans schufen die Bedingungen für eine neue Hebung des Wohlstands, für einen neuen kulturellen Entwicklungsaufschwung der Werktätigen.

Der Reallohn der Arbeiter und Angestellten stieg während der Durchführung des zweiten Fünfjahrplans auf mehr als das Doppelte. Der Lohnfonds wuchs von 34 Milliarden im Jahre 1933 auf 81 Milliarden im Jahre 1937. Der Fonds der staatlichen Sozialversicherung wuchs von 4600 Millionen Rubel im Jahre 1933 auf 5600 Millionen Rubel im Jahre 1937. Für die staatliche Arbeiter- und Angestelltenversicherung, für die Verbesserung der Lebenslage und für kulturelle Bedürfnisse, für Sanatorien, Kurorte, Erholungsheime und Krankenhilfe wurden allein im Jahre 1937 etwa 10 Milliarden Rubel ausgegeben.

Auf dem Lande hat sich das Kollektivwirtschaftssystem endgültig gefestigt. Dies wurde sehr gefördert durch das vom zweiten Kongress der Stoßarbeit leistenden Kollektivbauern im Februar 1935 beschlossene Statut eines landwirtschaftlichen Artels und durch die Verbriefung des Rechtes der Kollektivwirtschaften auf ewige Nutzung aller von ihnen bestellten Ländereien. Infolge der Festigung des Kollektivwirtschaftssystems verschwanden Armut und Existenzunsicherheit auf dem Lande. Kamen früher, vor etwa drei Jahren, ein oder zwei Kilogramm Getreide auf das Tagewerk, so erhalten jetzt die meisten Kollektivbauern in den Getreidegebieten zwischen fünf und zwölf Kilogramm pro Tagewerk und viele von ihnen gegen zwanzig Kilogramm pro Tagewerk, gar nicht zu reden von der Zuweisung anderer Produkte und von den Geldeinkünften. Es gibt jetzt Millionen Kollektivbauernfamilien, die jährlich zwischen 500 und 1500 Pud Getreide in den Getreidegebieten, zehntausende Rubel Jahreseinnahme in den Baumwoll-, Zuckerrüben-, Flachs-, Viehzucht-, Weinbau-, Orangen-, Obst- und Gemüsegebieten erhalten haben. Die Kollektivwirtschaften sind wohlhabend geworden. Die Erbauung neuer Speicher und Lager ist die Hauptsorge der Kollektivbauernfamilie geworden, da die alten Lagerräume für Produkte, die auf unbedeutende Jahresvorräte berechnet waren, auch nicht den zehnten Teil der neuen Bedürfnisse der Kollektivbauern befriedigten.

Im Jahre 1936 erließ die Regierung angesichts des Wachstums des Wohlstands der Volksmassen das Gesetz über das Verbot der Abtreibungen. Gleichzeitig wurde ein umfassendes Programm für die Erbauung von Entbindungsheimen, Kinderkrippen, Milchküchen, Kindergärten vorgesehen. Im Jahre 1936 wurden für diese Maßnahmen 2174 Millionen Rubel gegenüber 875 Millionen Rubel im Jahre 1935 bewilligt. Durch ein besonderes Gesetz wurde eine bedeutende Beihilfe für kinderreiche Familien eingeführt. Auf Grund dieses Gesetzes wurde 1937 mehr als 1 Milliarde Rubel an Beihilfen ausgezahlt.

Infolge der Einführung der allgemeinen Schulpflicht und der Erbauung neuer Schulen nahm die Kultur der Volksmassen einen mächtigen Aufschwung. Im ganzen Lande ging ein grandioser Schulbau vonstatten. Die Zahl der Schüler in den Grundschulen und Mittelschulen stieg von 8 Millionen im Jahre. 1914 auf 28 Millionen in den Jahren 1936/37. Die Zahl der Studierenden in den Hochschulen stieg von 112000 im Jahre 1914 auf 542000 in den Jahren 1936/37.

Das war eine echte Kulturrevolution.

In der Hebung der materiellen Lage und in dem Aufschwung der Kulturentwicklung der Volksmassen kamen die Kraft, die Macht, die Unbesiegbarkeit unserer Sowjetrevolution zum Ausdruck. In der Vergangenheit gingen die Revolutionen daran zugrunde, dass sie, nachdem sie dem Volke die Freiheit gegeben, nicht die Möglichkeit hatten, ihm zugleich eine bedeutsame Besserung der materiellen und kulturellen Lage zu bieten. Darin lag ihre Hauptschwäche. Unsere Revolution unterscheidet sich von allen anderen Revolutionen dadurch, dass sie das Volk nicht nur vom Zarismus, vom Kapitalismus befreit, sondern ihm auch eine radikale Besserung seiner materiellen und kulturellen Lage gebracht hat. Darin liegt ihre Kraft und ihre Unbesiegbarkeit.

„Unsere proletarische Revolution“, sagte Genosse Stalin in seiner Rede auf der ersten Unionsberatung der Stachanowleute, „ist die einzige Revolution in der Welt, die in die Lage kam, dem Volke nicht nur ihre politischen Ergebnisse, sondern auch materielle Ergebnisse zu bieten. Von allen Arbeiterrevolutionen kennen wir nur eine, die so oder so die Macht erlangte. Das war die Pariser Kommune. Aber sie bestand nicht lange. Sie versuchte zwar, die Fesseln des Kapitalismus zu sprengen, aber sie kam nicht dazu, sie zu sprengen, und noch weniger kam sie dazu, dem Volke segensreiche materielle Ergebnisse der Revolution darzubieten. Unsere Revolution ist die einzige, die nicht nur die Fesseln des Kapitalismus gesprengt und dem Volke die Freiheit gegeben hat, sondern dem Volke auch die materiellen Bedingungen für ein wohlhabendes Leben bieten konnte. Darin liegt die Kraft und Unbesiegbarkeit unserer Revolution.“

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