Lenin -Institut in Moskau 1947 herausgegebenen zweiten verbesserten und erg?nzten russischen Auflage.">

VII

NACHDEM die Sowjetmacht den Krieg gegen die Interventen siegreich beendet hatte, ging sie zum friedlichen wirtschaftlichen Aufbau über. Das Land war durch den vierjährigen imperialistischen Krieg und den dreijährigen Bürgerkrieg zerrüttet. Nach Beendigung des Bürgerkriegs äußerte die Bauernschaft Unzufriedenheit mit der Einziehung aller Lebensmittelüberschüsse, mit dem System der Ablieferungspflicht und forderte, dass sie mit einer ausreichenden Menge von Waren versorgt werde. Der Hunger und die Ermüdung bewirkten, dass sich auch bei einem Teil der Arbeiter Unzufriedenheit bemerkbar machte. Der Klassenfeind suchte die schwere Wirtschaftslage des Landes auszunutzen.

Vor der Partei erhob sich die Frage der Ausarbeitung einer neuen Einstellung zu allen Problemen des Wirtschaftslebens des Landes. Das Zentralkomitee war sich klar darüber, dass nach der Beendigung des Krieges und dem Übergang zum friedlichen Aufbau das System des Kriegskommunismus nunmehr überholt war. Die Notwendigkeit der Ablieferungspflicht war entfallen, den Bauern musste die Möglichkeit gegeben werden, einen großen Teil der Überschüsse ihrer Produktion zu verwerten. Dadurch würde es ermöglicht werden, die Landwirtschaft, den Warenumsatz zu beleben, die Industrie zu heben, die Versorgung der Städte zu verbessern, eine neue wirtschaftliche Grundlage für das Bündnis der Arbeiter und Bauern zu schaffen.

Die parteifeindlichen Gruppierungen suchten jedoch die Partei an der Ausarbeitung der neuen Einstellung zu hindern. Ende 1920 zwangen sie der Partei die so genannte Gewerkschaftsdiskussion auf. In der Tat ging ihre Bedeutung weit über den Rahmen der Gewerkschaftsfrage hinaus. Im Grunde genommen ging der Kampf um die Frage der Beziehungen zur Bauernschaft, der Beziehungen der Partei zu den Massen der parteilosen Arbeiter, überhaupt um das Herangehen der Partei an die Massen in der neuen Situation. Die Trotzkisten schlugen ein „festeres Anziehen der Schrauben“ des Kriegskommunismus vor.

Mit ihrer verräterischen Politik des nackten Zwanges und Kommandierens gegenüber den Massen hatten sie es darauf abgesehen, die Masse der parteilosen Arbeiter gegen die Partei aufzubringen und die Existenz der Sowjetmacht zu gefährden. Nach den Trotzkisten traten auch andere parteifeindliche Grüppchen hervor: die „Arbeiteropposition“, die „demokratischen Zentralisten“, die „linken Kommunisten“.

Gemeinsam mit Lenin verwirklichte und verfocht Stalin konsequent die Parteilinie und bekämpfte alle diese Feinde der Partei. Stalin leitete in der Zeit der Gewerkschaftsdiskussion organisatorisch den Kampf gegen die anti Lenin istischen Gruppierungen und schloss die Partei um die Lenin sche Plattform zusammen. Bei Stalin liefen alle Mitteilungen aus dem Lande über den Verlauf des Kampfes für die Linie der Partei zusammen. Stalin leitete damals die Mitteilungen über die Ergebnisse der Diskussion in den Ortsorganisationen, die den Sieg der Partei und die Niederlage der anti Lenin istischen Gruppierungen demonstrierten, an die „Prawda“ weiter.

Von großer Bedeutung für den Sieg der Parteilinie und den Zusammenschluss der Partei um Lenin , um die Lenin sche Mehrheit des Zentralkomitees, war der am 19. Januar 1921 in der „Prawda“ veröffentlichte Artikel Stalins „Unsere Meinungsverschiedenheiten“. Gemeinsam mit Lenin sicherte Stalin die Einheit der Partei gegen alle Angriffe der parteifeindlichen Fraktionen und Gruppierungen.

Um die Lenin schen Positionen zusammengeschlossen, kam die Partei zu ihrem X. Parteitag, der die Grundfragen des weiteren siegreichen Vormarsches der Revolution lösen sollte. Der X. Parteitag (März bis April 1921) fasste die Ergebnisse der Diskussion über die Gewerkschaften zusammen und billigte mit überwältigender Stimmenmehrheit die Lenin sche Plattform. Von außerordentlicher Bedeutung war der Beschluss des Parteitags über den Übergang von der Ablieferungspflicht zur Naturalsteuer, über den Übergang zur Neuen Ökonomischen Politik, deren Schöpfer und Initiator Lenin war. Der Beschluss des X. Parteitags über den Übergang zur Neuen Ökonomischen Politik sicherte das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft für den Aufbau des Sozialismus.

Der gleichen Grundaufgabe diente auch der Beschluss des Parteitags über die nationale Frage. Das Referat über „Die nächsten Aufgaben der Partei in der nationalen Frage“ wurde auf dem Parteitag von Stalin gehalten.

Im Referat Stalins und in der Resolution des Parteitags war die grundlegende praktische Aufgabe in der nationalen Frage klar und genau formuliert. Wir haben die nationale Unterdrückung beseitigt, sagte Stalin, aber das genügt nicht: das schwere Erbe der Vergangenheit, die wirtschaftliche, politische und kulturelle Rückständigkeit der früher unterdrückten Nationen, muss beseitigt werden; man muss ihnen helfen, in dieser Beziehung Zentralrußland einzuholen. Stalin rief die Partei auf, den Kampf gegen den Großmachtschauvinismus, den großrussischen Chauvinismus als gegen die Hauptgefahr, sowie gegen den lokalen Nationalismus zu führen.

Das erste Jahr der NÖP war verflossen. Auf dem XI. Parteitag (März-April 1922) zog die Partei die Bilanz des ersten Jahres der Neuen Ökonomischen Politik. Auf Grund dieser Bilanz konnte Lenin mit Recht erklären:

„Ein Jahr lang befanden wir uns auf dem Rückzug. Wir müssen jetzt im Namen der Partei sagen: Genug! Das Ziel, das mit dem Rückzug verfolgt wurde, ist erreicht. Diese Periode geht zu Ende oder ist zu Ende. Nun setzen wir uns ein anderes Ziel: die Kräfte umzugruppieren.“ ( Lenin , Werke, Bd. XXVII, ;. Aufl., S. 238 russ.)

Die von Lenin auf dem Parteitag gestellten historischen Aufgaben mussten in die Tat umgesetzt werden. Auf Vorschlag Lenin s wurde in der Plenarsitzung des Zentralkomitees der Partei vom 3. April 1922 Stalin, der beste und treueste Schüler und Kampfgefährte Lenin s, zum Generalsekretär des Zentralkomitees gewählt. Seit dieser Zeit ist Stalin ununterbrochen auf diesem Posten tätig.

Die Verwundung, die Lenin im Jahre 1918 durch das Attentat erhielt, und die ununterbrochene angestrengte Arbeit hatten seine Gesundheit untergraben. Seit Ende .1921 war Lenin immer häufiger und häufiger gezwungen, seine Arbeit zu unterbrechen. Die Hauptarbeit zur Leitung der Partei hatte Stalin zu leisten.

In diesen Jahren vollbrachte Stalin eine gewaltige Arbeit zur Schaffung der nationalen Sowjetrepubliken und später zur Vereinigung aller Sowjetrepubliken zu einem Bundesstaat - der UdSSR. Am 30. Dezember 1922 fasste der I. Sowjetkongress der Union auf Antrag Lenin s und Stalins den historischen Beschluss über die freiwillige staatliche Vereinigung der Sowjetvölker zur Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken - UdSSR. Stalin sagte in seiner Rede auf dem Kongress:

„Der heutige Tag bedeutet einen Wendepunkt in der Geschichte der Sowjetmacht. Er setzt einen Markstein zwischen der alten, nunmehr hinter uns liegenden Periode, da die Sowjetrepubliken, vor allem mit der Frage ihrer Existenz beschäftigt, zwar gemeinsam handelten, aber getrennt marschierten, und der neuen, bereits begonnenen Periode, da dem gesonderten Bestehen der Sowjetrepubliken ein Ende gesetzt wird, da die Republiken sich zum erfolgreichen Kampf gegen die wirtschaftliche Zerrüttung in einem einheitlichen Bundesstaat vereinigen, da die Sowjetmacht bereits nicht mehr bloß daran denkt fortzubestehen, sondern auch daran, sich zu einer bedeutsamen internationalen Kraft zu entwickeln, die imstande ist, auf die internationale Lage einzuwirken, sie im Interesse der Werktätigen zu verändern.“ (J. Stalin, „Der Marxismus und die nationale und koloniale Frage“, 1939, S.126 russ.)

Die Schaffung der UdSSR bedeutete einen großen Sieg der Lenin -Stalinschen Nationalitätenpolitik. Die Sowjetunion wurde errichtet auf dem unerschütterlichen Fundament des Vertrauens der früher vom Zarismus unterdrückten Völker zum großen russischen Volk, auf der festen Grundlage der Freundschaft der Völker des Sowjetlandes.

Im April 1923 fand der XII. Parteitag statt. Das war der erste Parteitag nach dem Sieg der Sozialistischen Oktoberrevolution, dem Lenin krankheitshalber nicht beiwohnen konnte. Der Parteitag nahm in seinen Beschlüssen alle Weisungen Lenin s zur Richtschnur, die er in seinen letzten Artikeln und Briefen gegeben hatte. Der Parteitag wies alle diejenigen aufs schärfste zurück, die die NÖP als einen Rückzug von den sozialistischen Positionen darzustellen suchten, die vorschlugen, sich unter das Sklavenjoch des Kapitalismus zu begeben. Der Parteitag brandmarkte die verräterischen, kapitulantenhaften Vorschläge der Trotzkisten und Bucharinleute.

Auf dem Parteitag erstattete Stalin den organisatorischen Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees und hielt das Referat über „Die nationalen Momente im Partei- und Staatsaufbau“. Im Rechenschaftsbericht gab Stalin eine umfassende Darstellung der Tätigkeit der Partei, ihres Wachstums, der Verstärkung der Transmissionsriemen zwischen der Partei und den Massen (der Gewerkschaften, des Kommunistischen Jugendverbandes, der Sowjets, usw.), zog die Bilanz von zwei Jahren der NÖP und legte die Aufgaben des weiteren Vormarsches fest. „Unsere Partei ist eine fest geschlossene, zusammengeschweißte Partei geblieben, die bei einer der größten Wendungen die Probe bestanden hat und mit breit entrolltem Banner vorwärts schreitet“ („Geschichte der KPdSU (B)“, Kurzer Lehrgang, 1946, S. 319.), so schloss Stalin seinen Bericht.

Große Aufmerksamkeit widmete der Parteitag der nationalen Frage. Im Referat zur nationalen Frage hob Stalin die gewaltige internationale Bedeutung unserer Politik in der nationalen Frage hervor, verwies darauf, dass die unterdrückten Völker des Ostens und Westens in der Sowjetunion das Vorbild für die Lösung der nationalen Frage sehen. Stalin wies auf die Notwendigkeit hin, energisch an der Beseitigung der Ungleichheit in der wirtschaftlichen und kulturellen Lage der Völker der Sowjetunion zu arbeiten. Er rief die gesamte Partei zum entschiedenen Kampf gegen den großrussischen Chauvinismus und den lokalen Nationalismus auf, die sich im Zusammenhang mit der teilweisen Belebung des Kapitalismus verstärkt hatten. Stalin entlarvte die Vertreter der georgischen nationalen Abweichung, die von den Trotzkisten unterstützt wurden.

Der XII. Parteitag war noch nicht zu Ende, als am Horizont eine ernste Gefahr für die Sowjetrepublik auftauchte. Die in England und Frankreich zur Macht gelangten reaktionärsten und interventionistischen Elemente der Bourgeoisie suchten einen neuen Feldzug gegen die Sowjetunion zu organisieren. Unter Führung Stalins ging die Partei aus dieser zugespitzten Situation in ehrenvoller Weise hervor und errang einen großen Sieg an der diplomatischen Front. Die Drohungen und Ultimaten wurden im Jahre 1924 durch die Anerkennung der Sowjetunion seitens aller großen kapitalistischen Staaten Europas abgelöst. „Die Tatsache, dass wir damals aus den Schwierigkeiten ohne Schaden für unsere Sache hervorgingen“, sagte Stalin später, „zeugt unzweifelhaft davon, dass die Schüler des Genossen Lenin bereits manches von ihrem Lehrer gelernt hatten.“ (J. Stalin, „Über die Opposition“, Aufsätze und Reden 1921-1927, S. 74 russ.)

Im Januar 1924 trat die XIII. Parteikonferenz zusammen. Sie nahm Stalins Bericht entgegen, der die Bilanz der Diskussion zog. Die Konferenz verurteilte die Trotzkisten ganz entschieden. Die Beschlüsse der Konferenz wurden vom XIII. Parteitag (Mai 1924) und vom V. Kongress der Kommunistischen Internationale (Sommer 1924) gutgeheißen.

Am 21. Januar 1924 starb in Gorki bei Moskau Lenin , der Führer und Begründer der Partei der Bolschewiki, der Führer der Werktätigen der ganzen Welt. Das Banner Lenin s, das Banner der Partei wurde von Stalin, dem hervorragenden Schüler Lenin s, dem besten Sohn der bolschewistischen Partei, dem würdigen Nachfolger und großen Fortsetzer des Werkes Lenin s, hoch erhoben und vorwärts getragen.

Am 26. Januar wurde die Trauersitzung des II. Sowjetkongresses der Union eröffnet. In ihr ergriff Stalin das Wort. Er legte im Namen der Partei den großen Schwur ab:

Lenin schwur">„Wir Kommunisten sind Menschen von besonderem Schlag. Wir sind aus besonderem Material geformt. Wir sind diejenigen, die die Armee des großen proletarischen Strategen bilden, die Armee des Genossen Lenin . Es gibt nichts Höheres als die Ehre, dieser Armee anzugehören. Es gibt nichts Höheres als den Namen Mitglied der Partei, deren Gründer und Führer Genosse Lenin ist...

Lenin schwur">Als Genosse Lenin von uns schied, hinterließ er uns das Vermächtnis, den erhabenen Namen Mitglied der Partei hochzuhalten und in Reinheit zu bewahren. Wir schwören dir, Genosse Lenin , dass wir dieses dein Gebot in Ehren erfüllen werden! ...

Lenin schwur">Als Genosse Lenin von uns schied, hinterließ er uns das Vermächtnis, die Einheit der Partei wie unseren Augapfel zu hüten. Wir schwören dir, Genosse Lenin , dass wir auch dieses dein Gebot in Ehren erfüllen werden! ...

Lenin schwur">Als Genosse Lenin von uns schied, hinterließ er uns das Vermächtnis, die Diktatur des Proletariats zu schützen und zu festigen. Wir schwören dir, Genosse Lenin , dass wir unsere Kräfte nicht schonen werden, um auch dieses dein Gebot in Ehren zu erfüllen! ...

Lenin schwur">Als Genosse Lenin von uns schied, hinterließ er uns das Vermächtnis, mit allen Kräften das Bündnis der Arbeiter und Bauern zu festigen. Wir schwören dir, Genosse Lenin , dass wir auch dieses dein Gebot in Ehren erfüllen werden! ...

Lenin schwur">Genosse Lenin sprach uns unermüdlich von der Notwendigkeit eines freiwilligen Bundes der Völker unseres Landes, von der Notwendigkeit ihrer brüderlichen Zusammenarbeit im Rahmen der Union der Republiken.

Lenin schwur">Als Genosse Lenin von uns schied, hinterließ er uns das Vermächtnis, die Union der Republiken zu festigen und zu erweitern. Wir schwören dir, Genosse? Lenin , dass wir auch dieses dein Gebot in Ehren erfüllen werden! ...

Lenin schwur"> Lenin hat uns wiederholt darauf verwiesen, dass die Stärkung der Roten Armee und ihre Vervollkommnung eine der wichtigsten Aufgaben unserer Partei ist ... Schwören wir denn, Genossen, dass wir unsere Kräfte nicht schonen werden, um unsere Rote Armee und unsere Rote Flotte zu stärken...

Lenin schwur">Als Genosse Lenin von uns schied, hinterließ er uns das Vermächtnis, den Grundsätzen der Kommunistischen Internationale die Treue zu bewahren. Wir schwören dir, Genosse Lenin , dass wir unser Leben nicht schonen werden, um den Bund der Werktätigen der ganzen Welt, die Kommunistische Internationale, zu festigen und zu erweitern!

(J. Stalin, „Über Lenin “, Moskau 1946, S. 27-34.)

Dies war der Schwur, den die bolschewistische Partei ihrem Lehrer und Führer Lenin leistete, - Lenin , der durch die Jahrhunderte leben wird. Diesen Schwur hat die Partei unter Führung Stalins in Ehren erfüllt und erfüllt ihn weiter.

Am ersten Jahrestag des Todes Lenin s schrieb Stalin in einem Briefe an die Redaktion der „Rabotschaja Gaseta“:

„Gedenkt Iljitschs, liebt, studiert Iljitsch, unseren Lehrer, unseren Führer.

Kämpft und siegt über die inneren und auswärtigen Feinde - nach Iljitschs Vorbild.

Baut das neue Leben, die neue Lebensweise, - die neue Kultur auf - nach Iljitschs Vorbild.

Lehnt niemals die Kleinarbeit ab, denn aus dem Kleinen entsteht das Große - darin besteht eines der wichtigsten Vermächtnisse Lenin s.“

(„Rabotschaja Gaseta“ Nr. 17 vom 21. Januar 1925.)

Das Sowjetvolk folgte und folgt unentwegt diesen Worten Stalins.

Die Feinde des Sozialismus suchten zuerst die Krankheit und dann den Tod Lenin s auszunutzen, um die Partei vom Lenin schen Wege abzubringen und damit die Bedingungen für die Wiederherstellung des Kapitalismus in unserem Lande zu schaffen. Besonders heftig wurde die Partei von Trotzki, dem Erzfeind des Lenin ismus, und seinen Handlangern angegriffen. Die Trotzkisten zwangen der Partei eine neue Diskussion auf. Der Kampf trug erbitterten Charakter. Stalin deckte das politische Wesen der Vorstöße der Trotzkisten auf und zeigte, dass es um Leben und Tod der Partei gehe; er schweißte die Parteikader zusammen und organisierte die Zerschmetterung des Trotzkismus.

In seiner Rede über „Trotzkismus oder Lenin ismus?“, gehalten in der Plenarsitzung der kommunistischen Fraktion des Zentralen Gewerkschaftsrates der Sowjetunion, wies Stalin im November 1924 darauf hin, dass im Kampfe gegen den Trotzkismus in diesem Zeitabschnitt „die Aufgabe der Partei darin besteht, den Trotzkismus als ideologische Strömung zu begraben“. Er verwies die Partei darauf, dass unter den damaligen Bedingungen der Trotzkismus die Hauptgefahr war.

„Im gegebenen Moment“, sagte Stalin, „nach dem Siege der Oktoberrevolution, unter den gegenwärtigen Bedingungen der NÖP, muss der Trotzkismus als die größte Gefahr angesehen werden, denn er sucht Unglauben an die Kräfte unserer Revolution, Unglauben an das Bündnis der Arbeiter und Bauern zu verbreiten, Unglauben an das Werk der Verwandlung des Rußland der NOP in ein sozialistisches Rußland.“ (J. Stalin, „Die Bauernfrage“. Eine Sammlung von Artikeln, 1926, S. 55 russ.)

Stalin wies nach, dass die ideologische Zerschlagung des Trotzkismus eine notwendige Voraussetzung ist, um den weiteren siegreichen Vormarsch zum Sozialismus zu sichern. Stalin sagte:

„Ohne den Trotzkismus zu zerschlagen, kann man unter den Bedingungen der NÖP nicht den Sieg erringen, kann man nicht die Verwandlung des heutigen Rußland in ein sozialistisches Rußland erreichen.“ (Ebenda.)

In den Kämpfen gegen den Trotzkismus schloss Stalin die Partei um das Zentralkomitee zusammen und mobilisierte sie zum weiteren Kampf für den Sieg des Sozialismus in unserem Lande.

Von außerordentlich großer Bedeutung für die ideologische Zerschlagung des Trotzkismus, für die Verteidigung, Begründung und Entwicklung des Lenin ismus war Stalins theoretische Schrift „Über die Grundlagen des Lenin ismus“, die im Jahre 1924 erschien. Diese Schrift ist eine meisterhafte Darlegung und eine tiefgehende theoretische Begründung des Lenin ismus. Es wappnete damals und wappnet heute die Bolschewiki in der ganzen Welt mit der scharfen Waffe der marxistisch- Lenin istischen Theorie.

In dieser Schrift werden die Grundlagen des Lenin ismus dargelegt, d. h. jenes Neuen und Besonderen, das mit dem Namen Lenin s verbunden ist und das Lenin zur Entwicklung der marxistischen Theorie beigetragen hat. Die Tatsache allein, dass eine solche Verallgemeinerung der Fragen des Lenin ismus gegeben wurde, dass der gesamte Ideengehalt des Lenin schen Erbes zusammengefasst und unter dem Gesichtswinkel der neuen historischen Epoche betrachtet wurde, bedeutete einen gigantischen Schritt vorwärts in der Entwicklung der Wissenschaft des Marxismus- Lenin ismus. Alle Fragen der Lenin schen Lehre wurden in diesem Werk auf eine enorme prinzipielle Höhe gehoben. Stalin gibt in seinem Werk die klassische Definition des Lenin ismus. Stalin zeigt, wie Lenin den Marxismus unter den Verhältnissen der neuen Epoche, der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolutionen, weiterentwickelte.

Die Arbeit zur Wiederherstellung der Volkswirtschaft näherte sich ihrem Abschluss. Die internationale und die innere Lage der Sowjetunion hatten sich verändert. In den kapitalistischen Ländern war ein zeitweiliges Abflauen der Revolution, eine zeitweilige, teilweise Stabilisierung des Kapitalismus eingetreten. In der Sowjetunion war das Vorkriegsniveau der Wirtschaft erreicht. Es war notwendig, weiter voranzuschreiten. In aller Schärfe erhob sich die Frage nach den Perspektiven unseres Aufbaus, nach dem Schicksal des Sozialismus in der Sowjetunion.

Mit genialem Weitblick bestimmte Stalin die Perspektive und die konkreten Wege der weiteren Entwicklung der Revolution.

„Ich wünsche den Arbeitern der ‚Dynamo-Werke’, schrieb er 1924, „wie auch den Arbeitern ganz Rußlands, dass es mit der Industrie bergauf gehe, dass die Zahl der Proletarier Rußlands in der nächsten Zeit auf 20 bis 30 Millionen ansteige, dass die kollektive Wirtschaft im Dorfe aufblühe und die private Wirtschaft ihrem Einfluss unterordne, dass die kochentwickelte Industrie und die kollektive Wirtschaft im Dorfe die Proletarier der Fabriken und die Werk-tätigen der Äcker endgültig zu einer einheitlichen sozialistischen Armee zusammenschließe, dass der Sieg in Rußland durch den Sieg in der ganzen Welt gekrönt werde.“ (G. K. Ordshonikidse, „Ausgewählte Reden und Aufsätze von 1911-1937“, 1939, S. 450 russ.)

Durch seine theoretische Verallgemeinerung der Erfahrungen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, der Erfahrungen der ersten Jahre des sozialistischen Aufbaus in kapitalistischer Umwelt, verfocht Stalin die Lenin sche Lehre vom Siege des Sozialismus in einem Lande und entwickelte sie weiter.

Im Dezember 1924 erschien Stalins berühmte Schrift „Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten“: In dieser Schrift begründete Stalin den Lenin schen Leitsatz vom Siege des Sozialismus in einem Lande und zeigte, dass man zwei Seiten dieser Frage, die innere und die internationale, auseinander halten müsse. Die innere Seite - das ist die Frage der Wechselbeziehungen der Klassen innerhalb des Landes, das den Sozialismus aufbaut; die internationale Seite - das ist die Frage der Beziehungen zwischen der Sowjetunion, dem bis jetzt noch einzigen Lande des Sozialismus, und der kapitalistischen Umwelt. Mit den inneren Schwierigkeiten können die Arbeiter und Bauern der Sowjetunion völlig mit eigenen Kräften fertig werden; sie sind durchaus imstande, ihre eigene Bourgeoisie ökonomisch zu über-winden und die vollendete sozialistische Gesellschaft zu errichten. Solange aber die kapitalistische Umkreisung besteht, solange besteht auch die Gefahr der kapitalistischen Intervention gegen die Sowjetunion und der Wiederherstellung des Kapitalismus. Um diese Gefahr auszuschalten, muss die kapitalistische Umkreisung selbst beseitigt werden. Die Beseitigung der kapitalistischen Umkreisung ist aber nur durch den Sieg der proletarischen Revolution mindestens in einigen Ländern möglich. Nur dann kann der Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion als völliger, als endgültiger Sieg betrachtet werden.

Diese Leitsätze Stalins lagen der historischen Resolution der XIV. Parteikonferenz (April 1925) zugrunde. Die Konferenz bestätigte die Lenin -Stalinsche Einstellung auf den Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion als ein für alle Parteimitglieder bindendes Gesetz der Partei.

In einem Referat auf der Funktionärversammlung der Moskauer Parteiorganisation „Zu den Ergebnissen der XIV. Konferenz der KPR(B)“ machte Stalin ganz besonders darauf aufmerksam, dass es notwendig ist, die Mittelbauern in den Aufbau des Sozialismus einzubeziehen. Stalin sagte:

„Die Hauptsache besteht jetzt darin, die Mittelbauern um das Proletariat zusammenzuscharen, sie erneut zu gewinnen. Das Wichtigste besteht jetzt darin, sich mit der Hauptmasse der Bauernschaft zusammen zuschließen, ihr materielles und kulturelles Niveau zu heben und zusammen mit dieser Hauptmasse auf dem Weg zum Sozialismus vorwärts zu schreiten. Die Hauptsache besteht darin, den Sozialismus zusammen mit der Bauernschaft aufzubauen, unbedingt zusammen mit der Bauernschaft und unbedingt unter der Führung der Arbeiterklasse, denn die Führung seitens der Arbeiterklasse ist die wichtigste Garantie dafür, dass der Aufbau den Weg zum Sozialismus gehen wird.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, 9.Aufl., S. 127/28 russ.)

Im Dezember 1925 wurde der XIV. Parteitag eröffnet. Im politischen Bericht des Zentralkomitees entwarf Stalin ein glänzendes Bild vom Wachstum der politischen und wirtschaftlichen Macht der Sowjetunion. Dennoch können wir uns, sagte Stalin, mit diesen Erfolgen nicht zufrieden geben, denn unser Land bleibt immer noch ein rückständiges Land, ein Agrarland. Um die wirtschaftliche Selbständigkeit unseres Landes zu sichern und seine Wehrfähigkeit zu stärken, um die für den Sieg des Sozialismus notwendige wirtschaftliche Basis zu schaffen, muss unser Land aus einem Agrarland in ein Industrieland verwandelt werden.

Von der Tribüne des XIV. Parteitags erklärte der Führer der Partei:

„Unser Land aus einem Agrarland in ein Industrieland zu verwandeln, das imstande ist, aus eigener Kraft die notwendige Produktionsausrüstung zu erzeugen, darin besteht das Wesen, die Grundlage unserer Generallinie.“ (Zitiert nach der „Geschichte der KPdSU(B)“, Kurzer Lehrgang, 1946, S. 334.)

Dem Stalinschen Plan der sozialistischen Industrialisierung suchten die Kapitulanten Sinowjew und Kamenew ihren „Plan“ entgegenzustellen, demzufolge die Sowjetunion ein Agrarland bleiben sollte. Das war ein verräterischer Plan, der die Sowjetunion versklaven und sie, an Händen und Füßen gebunden, den imperialistischen Räubern ausliefern sollte.

Stalin riss diesen verabscheuungswürdigen Kapitulanten die Maske vom Gesicht, enthüllte ihr trotzkistisch-menschewistisches Wesen.

Auf dem XIV. Parteitag hob Stalin hervor, dass das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit den Mittelbauern beim Aufbau des Sozialismus die wichtigste Aufgabe der Partei ist.

Als Hauptaufgabe der Partei bestätigte der XIV. Parteitag die Durchführung der sozialistischen Industrialisierung, den Kampf für den Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion.

Nach dem Parteitag, Anfang 1926, erschien Stalins Werk „Zu den Fragen des Lenin ismus“. In dieser historisch bedeutsamen Schrift rechnete Stalin mit der liquidatorischen und kapitulantenhaften „Philosophie“ der Sinowjewleute ideologisch ab und begründete die Linie des XIV. Parteitags, die Linie der sozialistischen Industrialisierung des Landes und der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft. Er wappnete die Partei und die Arbeiterklasse mit dem unerschütterlichen Glauben an den Sieg des sozialistischen Aufbaus.

Die Partei der Bolschewiki hatte Kräfte und Mittel gesammelt, die Kapitulanten und Kleingläubigen beiseite geworfen und das Land so an die neue historische Etappe - die Etappe der sozialistischen Industrialisierung - herangeführt.

In diesem Kampfe gegen die Kleingläubigen und Kapitulanten, die Trotzkisten und Sinowjewleute, die Bucharin und Kamenew, formte sich, nachdem Lenin aus den Kampfreihen geschieden war, endgültig jener leitende Kern unserer Partei, bestehend aus Stalin, Molotow, Kalinin, Woroschilow, Kujbyschew, Frunse, Dzierzynski, Kaganowitsch, Ordshonikidse, Kirow, Jaroslawski, Mikojan, Andrejew, Schwernik, Shdanow, Schkirjatow und anderen, der das große Banner Lenin s hochhielt, die Partei um die Vermächtnisse Lenin s zusammenschloss und das Sowjetvolk auf den breiten Weg der Industrialisierung des Landes und der Kollektivierung der Landwirtschaft geführt hat. Der Leiter dieses Kerntrupps und die führende Kraft der Partei und des Staates war Genosse Stalin.

Stalin, der in meisterhafter Weise den Aufgaben eines Führers der Partei und des Volkes gerecht wird und die volle Unterstützung des ganzen Sowjetvolkes genießt, hat in seiner Tätigkeit niemals auch nur einen Schatten von Eigendünkel, Überheblichkeit, Selbstlob an den Tag gelegt. In der Unterredung mit dem deutsc1ien Schriftsteller Emil Ludwig, in welcher Stalin die immense Rolle des genialen Lenin bei der Umgestaltung des Sowjetlandes hervorhebt, sagt er über sich selbst nur ganz schlicht: „Was mich betrifft, so bin ich nur ein Schüler Lenin s, und mein Ziel ist es, sein würdiger Schüler zu sein.“ (J. Stalin, „über Lenin “, Moskau 1946, S. 68).

                

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