Lenin -Institut in Moskau 1947 herausgegebenen zweiten verbesserten und erg?nzten russischen Auflage.">

IX

AM 27. Dezember 1929 sprach Stalin in der Konferenz marxistischer Agrarsachverständiger. In seiner Rede entlarvte Genosse Stalin die bürgerliche Theorie des „Gleichgewichts“ der Sektoren der Volkswirtschaft, widerlegte gründlich die antimarxistische Theorie vom „Selbstlauf“ im sozialistischen Aufbau und die antimarxistische Theorie von der „Stabilität“ der kleinbäuerlichen Wirtschaft. Nachdem Genosse Stalin alle diese bürgerlichen, antimarxistischen, rechtsopportunistischen Theorien einer vernichtenden Kritik unterzogen hatte, gab er eine tiefgründige Analyse der Natur der Kollektivwirtschaften als einer sozialistischen Wirtschaftsform und begründete den Übergang zur Politik der durchgängigen Kollektivierung der Landwirtschaft und der Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf dieser Grundlage.

Lenin hatte bereits auf dem XI. Parteitag von der letzten und entscheidenden Schlacht gegen den russischen Kapitalismus gesprochen, der aus der kleinbäuerlichen Wirtschaft hervor wächst, doch konnte damals der Zeitpunkt dieser Schlacht noch nicht genau bestimmt werden. Genosse Stalin wies mit dem ihm eigenen genialen Weitblick wissenschaftlich nach, dass der Zeitpunkt dieser letzten entscheidenden Schlacht gegen den inneren Kapitalismus bereits eingetreten ist. Stalin, der große Dialektiker, zeigte, dass die Liquidierung des Kulakentums als Klasse keine Fortsetzung der früheren Politik der Einschränkung und Verdrängung des Kulakentums, sondern eine schroffe Wendung in der Politik der Partei ist.

„War die Konfiskation des Bodens der Gutsbesitzer der erste Schritt der Oktoberrevolution im Dorfe“, so heißt es in den Beschlüssen des XVI. Parteitags, „so ist der Übergang zu Kollektivwirtschaften der zweite und dabei entscheidende Schritt, der eine der wichtigsten Etappen bei der Erbauung des Fundaments der sozialistischen Gesellschaft in der Sowjetunion bildet.“ („Die KPdSU(B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Konferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 6. Aufl., 1941, S. 428 russ.)

Zur sozialistischen Wirtschaft kam das Dorf dank dem Umstand, dass die wirtschaftlichen Erfordernisse den Übergang zur artelmäßigen Großwirtschaft, zur kollektiven, maschinell betriebenen Landwirtschaft erheischten. Die Partei der Bolschewiki und der Sowjetstaat schufen in einigen Jahren im Dorfe neue Produktivkräfte, sie führten die neue Technik - Traktoren, Mähdrescher usw. - ein, bildeten die Kader für die sozialistische Landwirtschaft aus, Millionen von Menschen, die die neue Technik meisterten.

In seiner historischen Begrüßung an die Arbeiter des Stalingrader Traktorenwerks am Tage seiner Inbetriebsetzung (17. Juni 1930) schrieb Genosse Stalin:

„Ich begrüße und beglückwünsche die Arbeiter und das leitende Personal der gigantischen Rotbanner-Traktorenwerke, der ersten in der Sowjetunion, zu ihrem Siege. Die 50000 Traktoren, die ihr dem Lande jährlich liefern sollt, werden 50000 Geschosse sein, die die alte bürgerliche Welt in die Luft sprengen und der neuen, der sozialistischen Ordnung im Dorfe den Weg bahnen. Ich wünsche euch Erfolg bei der Erfüllung eures Programms.“ („Prawda“ Nr.166 vom 18. Juni 1930.)

Die neuen im Dorfe geschaffenen Produktivkräfte führten unvermeidlich zu neuen, sozialistischen Beziehungen zwischen den Menschen.

Indem Stalin die marxistisch- Lenin istische Theorie vom Sozialismus allseitig entwickelte, zeigte er, dass der Übergang zur Kollektivierung nicht durch den einfachen und friedlichen Eintritt der Bauern in die Kollektivwirtschaften zu erreichen ist, sondern durch den Massenkampf der Bauern gegen das Kulakentum. Das Kulakentum musste in offenem Kampf vor den Augen der gesamten Bauernschaft geschlagen werden, damit die Bauernmassen sich von der Schwäche der kapitalistischen Elemente überzeugen, und deshalb war der Übergang zur durchgängigen Kollektivierung unzertrennlich mit der Aufgabe der Liquidierung des Kulakentums als Klasse verbunden.

Die Weisungen des Genossen Stalin, dass eine Wendung in der Politik der Partei von der Einschränkung der ausbeuterischen Tendenzen des Kulakentums zur Liquidierung des Kulakentums als Klasse erforderlich ist, lagen dem Beschluss des Zentralkomitees vom 5. Januar 1930 „Über das Tempo der Kollektivierung und die Hilfsmaßnahmen des Staates für den kollektivwirtschaftlichen Aufbau“ zugrunde.

Die. Feinde der Partei suchten auf jede Weise, den von der Partei eingeschlagenen Kurs auf die Kollektivierung der Landwirtschaft zu vereiteln. Diese feindlichen Anschläge kamen nicht nur in direkten Vorstößen der rechten Kapitulanten gegen die Kollektivierung zum Ausdruck, sondern auch in „linken“ Verzerrungen der Parteilinie, in der Durchbrechung des von der Partei festgelegten Tempos der Kollektivierung, in der Verletzung des Lenin -Stalinschen Prinzips der Freiwilligkeit im kollektivwirtschaftlichen Aufbau, in dem törichten Bestreben, das Artel zu überspringen und direkt zur Kommune zu gelangen, in der zwangsweisen Vergesellschaftung der Wohngebäude, des Kleinviehs, des Geflügels usw.

Die inneren und äußeren Feinde, die Interventen und ihre Agenten hofften, dass diese „linke“, manchmal aber auch bewusst provokatorische Praxis die Bauernschaft mit der Sowjetmacht verfeinden werde. In den Stäben der imperialistischen Staaten wurde schon der Zeitpunkt einer neuen Intervention festgesetzt. Doch bemerkte der Führer der Partei rechtzeitig die neue Gefahr.

Am 2. März 1930 wurde auf Beschluss des Zentralkomitees Stalins Artikel „Vor Erfolgen von Schwindel befallen“ veröffentlicht, in dem sich Stalin scharf gegen die „linken“ Überspitzungen wandte, die die kollektivwirtschaftliche Bewegung zugrunde zu richten drohten. „In dem Artikel wurde mit allem Nachdruck das Prinzip der Freiwilligkeit des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus betont und auf die Notwendigkeit hingewiesen, der Mannigfaltigkeit der Bedingungen in den verschiedenen Gebieten der Sowjetunion bei der Bestimmung des Tempos und der Methoden der Kollektivierung Rechnung zu tragen. Genosse Stalin erinnerte daran, dass das wichtigste Kettenglied der Kollektivwirtschaftsbewegung das landwirtschaftliche Artel ist ... Der Artikel des Genossen Stalin war von größter politischer Bedeutung. Dieser Artikel half den Parteiorganisationen, ihre Fehler zu korrigieren, und führte einen mächtigen Schlag gegen die Feinde der Sowjetmacht, die gehofft hatten, dass es ihnen infolge der Überspitzungen gelingen würde, die Bauernschaft gegen die Sowjetmacht aufzuwiegeln.“ („Geschichte der KPdSU (B)“, Kurzer Lehrgang, 1946, S.373.)

Genosse Stalin, der den „linken“ Verzerrungen einen vernichtenden Schlag versetzte und zugleich die Hoffnungen der Interventen zunichte machte, erläuterte als Lehrer der Millionenmassen den Kadern der Parteimitglieder und der Parteilosen, worin die Kunst der Führung besteht.

„Die Kunst der Führung“, schrieb Stalin, „ist eine ernste Sache. Man darf nicht hinter der Bewegung zurückbleiben, denn zurückbleiben heißt sich von den Massen loslösen. Man darf aber auch nicht vorauseilen, denn vorauseilen heißt die Verbindung mit den Massen verlieren. Wer die Bewegung führen und zu gleicher Zeit die Verbindung mit den Millionenmassen bewahren will, der muss den Kampf an zwei Fronten führen - sowohl gegen die Zurückbleibenden als auch gegen die Vorauseilenden.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1946, S. 369.)

In dem Artikel „Antwort an die Genossen Kollektivbauern“, der unmittelbar darauf, am 3. April 1930, veröffentlicht wurde und an die Millionen Kollektivbauern gerichtet war, erläuterte Stalin, indem er die Wurzel der Fehler in der Bauernfrage und die Hauptfehler in der Kollektivwirtschaftsbewegung aufzeigte, mit außerordentlicher Überzeugungskraft, worin das Wesen der Gesetze der Offensive an der Front des Klassenkampfes besteht. Man kann keine Offensive fuhren, ohne die eroberten Positionen zu befestigen, erklärte Genosse Stalin, ohne die Kräfte umzugruppieren, ohne der Front Reserven zu sichern, ohne die Etappen nachzuschieben. Die Opportunisten begreifen nicht die Klassennatur der Offensive: Offensive gegen welche Klasse, im Bündnis mit welcher Klasse? Wir brauchen, sagte Stalin, nicht jede Offensive, sondern eine Offensive gegen die Kulaken im Bündnis mit den Mittelbauern.

Dank der Stalinschen Führung wurde durch Richtigstellung der Überspitzungen die feste Grundlage für ein neues mächtiges Anwachsen der kollektivwirtschaftlichen Bewegung geschaffen. Die Partei mit Genossen Stalin an der Spitze löste die nach der Machteroberung schwierigste Aufgabe der proletarischen Revolution, die Aufgabe, die bäuerlichen Kleinwirtschaften auf das Geleise des Sozialismus überzuleiten, die Aufgabe, das Kulakentum als die zahlreichste Ausbeuterklasse zu liquidieren.

„Das war eine außerordentlich tiefgehende revolutionäre Umwälzung, ein Sprung aus einem alten qualitativen Zustand der Gesellschaft in einen neuen qualitativen Zustand, eine Umwälzung, die in ihren Auswirkungen der revolutionären Umwälzung vom Oktober 1917 gleichkam.

Die Eigenart dieser Revolution bestand darin, dass sie von oben, auf Initiative der Staatsmacht, mit direkter Unterstützung von unten, durch die Millionenmassen der gegen das Kulakenjoch und für ein freies kollektivwirtschaftliches Leben kämpfenden Bauern, vollzogen wurde.“ („Geschichte der KPdSU (B)“, Kurzer Lehrgang, 1946, S. 369.)

Gestützt auf die Hinweise Lenin s über die Notwendigkeit des Übergangs von den bäuerlichen Kleinwirtschaften zum artelmäßigen, kollektiven Großbetrieb in der Landwirtschaft, gestützt auf den Genossenschaftsplan Lenin s, hat Stalin die Theorie der Kollektivierung der Landwirtschaft ausgearbeitet und praktisch verwirklicht. Das Neue auf diesem Gebiet besteht bei Stalin darin, dass er:

1. die Frage der kollektivwirtschaftlichen Form der sozialistischen Wirtschaft im Dorfe allseitig ausgearbeitet hat;

2. gezeigt hat, dass das hauptsächlichste und wichtigste Kettenglied des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus in der gegenwärtigen Etappe das landwirtschaftliche Artel ist als die richtigste und dem Bauern verständlichste Form, die es ermöglicht, die persönlichen Interessen der Kollektivbauern mit ihren gesellschaftlichen Interessen zu verbinden, die persönlichen Interessen der Kollektivbauern den gesellschaftlichen Interessen anzupassen;

3. den Übergang von der Politik der Einschränkung und Verdrängung des Kulakentums zur Politik der Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf der Grundlage der durchgängigen Kollektivierung begründet hat;

4. die Bedeutung der Maschinen- und Traktorenstationen aufgezeigt hat als der Stützpunkte bei der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft und bei der Hilfeleistung des sozialistischen Staates für die Landwirtschaft und die Bauernschaft.

Im Februar 1930 beschloss das Zentralexekutivkomitee der UdSSR auf Grund zahlreicher Anträge von Organisationen, öffentlichen Versammlungen der Arbeiter, Bauern und Rotarmisten, J. W. Stalin für seine gewaltigen Verdienste an der Front des sozialistischen Aufbaus mit dem zweiten Rotbannerorden auszuzeichnen.

Der XVI. Parteitag (26. Juni bis 13. Juli 1930) ging in die Geschichte ein als der Parteitag der voll entfalteten Offensive des Sozialismus an der ganzen Front. Stalin zeigte in seinem Bericht das Wesen der voll entfalteten Offensive des Sozialismus gegen die kapitalistischen Elemente an der ganzen Front auf und stellte fest, dass unser Land bereits in die Periode des Sozialismus eingetreten ist.

Stalin berichtete dem Parteitag über die Errungenschaften bei der Industrialisierung des Landes und der Kollektivierung der Landwirtschaft und wies zugleich auf die Aufgaben hin, die uns die neue Entwicklungsperiode stellt. Haben wir die fortgeschrittenen kapitalistischen Länder im Entwicklungstempo eingeholt und überholt, so bleiben wir in Bezug auf die Höhe der Industrieproduktion noch stark hinter ihnen zurück. Daraus ergibt sich die Aufgabe der weiteren Steigerung des Tempos, die Aufgabe, die kapitalistischen Länder auch hinsichtlich der Höhe der Industrieproduktion einzuholen und zu überholen. In seinem Bericht umriss Genosse Stalin die Aufgaben der Partei bei der Durchführung des ersten Fünfjahrplans in vier Jahren.

Die Werktätigen des ganzen Landes gingen mit Begeisterung daran, die vom Parteitag gestellten gigantischen Aufgaben zu erfüllen. Der sozialistische Wettbewerb und die Stoßbrigadenbewegung kamen zu voller Entfaltung Zur Zeit des XVI. Parteitags waren vom sozialistischen Wettbewerb nicht weniger als zwei Millionen Arbeiter erfasst, die Stoßbrigaden zählten über eine Million Arbeiter.

„Das Großartigste am Wettbewerb ist“, sagte Genosse Stalin auf dem XVI. Parteitag, „dass er in den Ansichten der Menschen über die Arbeit eine radikale Umwälzung hervorruft, denn er verwandelt die Arbeit aus einer schimpflichen und schweren Last, als die sie früher galt, in eine Sache der Ehre, des Ruhmes, der Tapferkeit und des Heldentums. In den kapitalistischen Ländern gibt es nichts Derartiges und kann es nichts Derartiges geben.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1938, S. 543)

Die Durchführung des ersten Fünfjahrplans erforderte die Rekonstruktion aller Zweige der Volkswirtschaft auf der Grundlage der neuen, der modernen Technik. Die Technik gewann entscheidende Bedeutung. Im Zusammenhang damit gab der Führer der Partei am 4. Februar 1931 in der Rede „Über die Aufgaben der Wirtschaftler“ in der ersten Unionskonferenz der Funktionäre der sozialistischen Industrie die neue Losung aus: „Die Bolschewiki müssen die Technik meistern“, „Die Technik entscheidet in der Rekonstruktionsperiode alles“.

In der Periode der angestrengten Arbeit der Partei am Aufbau des Sozialismus gewann die marxistisch- Lenin istische Erziehung der Mitglieder und Kandidaten der Partei, das Studium der historischen Erfahrung der bolschewistischen Partei, der Kampf gegen die Verfälscher ihrer Geschichte immer größere Bedeutung.

Im November 1931 veröffentlichte Stalin den bekannten Brief an die Redaktion der Zeitschrift „Proletarskaja Rewoluzija“, der für den weiteren ideologischen Zusammenschluss der Parteireihen von hervorragender Bedeutung war. In diesem Brief entlarvte Stalin die trotzkistischen Verfälscher der Geschichte des Bolschewismus und zeigte, dass der Lenin ismus im schonungslosen Kampf gegen den Opportunismus aller Spielarten entstanden, gewachsen und erstarkt ist, dass die Bolschewiki die einzige revolutionäre Organisation der Welt sind, die die Opportunisten und Zentristen restlos zerschmettert und aus der Partei verjagt hatte. In diesem Brief zeigte Stalin mit allem Nachdruck, dass der Trotzkismus der Vortrupp der konterrevolutionären Bourgeoisie ist, der den Kampf gegen den Kommunismus, gegen die Sowjetmacht, gegen den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion führt.

Anfang 1933 war der erste Fünfjahrplan vor Ablauf der Frist erfüllt. Im Januar 1933 erstattete Stalin auf dem Plenum des Zentralkomitees und der Zentralen Kontrollkommission den Bericht über „Die Ergebnisse des ersten Fünfjahrplans“. Unser Land, sagte er, ist aus einem Agrarland zu einem Industrieland geworden, aus einem kleinbäuerlichen Land zu einem Land der fortgeschrittensten, sozialistischen Großlandwirtschaft. Die Ausbeuterklassen sind aus ihren Stellungen in der Produktion hinausgeworfen worden. Ihre Überreste haben sich über das ganze Land verstreut und haben begonnen, den Kampf gegen die Sowjetmacht durch eine versteckte Wühlarbeit zu führen. Deshalb war es notwendig, die Wachsamkeit zu erhöhen, den Kampf für den Schutz des sozialistischen Eigentums, der Grundlage der Sowjetordnung, zu führen, die Diktatur des Proletariats in jeder Weise zu stärken.

In einer anderen Rede auf dem Plenum des Zentralkomitees „Über die Arbeit auf dem Lande“ gab Stalin eine tiefgründige Analyse der Mängel der Parteiarbeit auf dem Lande und entwickelte ein ganzes Arbeitsprogramm zur Festigung der Kollektivwirtschaftsordnung.

Die Partei stand vor einer neuen Aufgabe: es galt, den Kampf zu führen für die Festigung der Kollektivwirtschaften, für die Organisierung der Arbeit in den Kollektivwirtschaften, es galt, die Kollektivwirtschaften bolschewistisch zu machen, sie von feindlichen Kulaken- und Schädlingselementen zu säubern. Zu diesem Zweck schlug Genosse Stalin vor, bei den Maschinen- und Traktorenstationen sowie bei den Sowjetgütern politische Abteilungen zu schaffen. Die politischen Abteilungen der Maschinen- und Traktorenstationen vermochten in zwei Jahren (1933 und 1934) eine große Arbeit zur Festigung der Kollektivwirtschaften zu leisten.

Auf dem Ersten Unionskongress der Stoßarbeiter der Kollektivwirtschaften am 19. Februar 1933 formulierte und begründete Genosse Stalin die Losung: die Kollektivwirtschaften bolschewistisch und die Kollektivbauern wohlhabend zu machen.

„Damit die Kollektivbauern wohlhabend werden“, führte Stalin aus, „dazu ist jetzt nur eins erforderlich - in der Kollektivwirtschaft ehrlich zu arbeiten, die Traktoren und Maschinen richtig auszunutzen, das Arbeitsvieh richtig auszunutzen, den Boden richtig zu bearbeiten, mit dem Eigentum der Kollektivwirtschaften sorgfältig umzugehen.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1946, S. 506.)

Die Rede Stalins drang tief in das Bewusstsein der Millionen Kollektivbauern, sie wurde zum praktischen Kampfprogramm der Kollektivwirtschaften.

Auf Grund einer Verallgemeinerung der beim sozialistischen Aufbau gewonnenen Erfahrungen entwickelte Genosse Stalin die Frage vom Sowjethandel als einer Form, in der sich unter den Bedingungen des Sozialismus Verteilung und Austausch der Arbeitsprodukte vollzieht.

Genosse Stalin sagte: „Sowjethandel ist Handel ohne Kapitalisten, ohne kleine und große Kapitalisten, Handel ohne Spekulanten, ohne kleine und große Spekulanten. Das ist eine besondere Art Handel, wie ihn die Geschichte bis jetzt noch nicht gekannt hat und den nur wir Bolschewiki unter sowjetischen Entwicklungsbedingungen betreiben.“ (Ebenda. S. 471.)

Genosse Stalin sagte ferner:

„Damit sich das Wirtschaftsleben des Landes voll entfalten könne, Industrie und Landwirtschaft aber einen Ansporn zur weiteren Steigerung ihrer Produktion erhalten, bedarf es noch einer Bedingung, nämlich eines entfalteten Wagenumsatzes zwischen Stadt und Land, zwischen den einzelnen Bezirken und Gebieten des Landes, zwischen den verschiedenen Zweigen der Volkswirtschaft.“ (Ebenda S. 558.)

Genosse Stalin übte scharfe Kritik an den Leuten, die den Sowjethandel gering schätzten oder missachteten. Genosse Stalin sagte, „dass unter einem Teil der Kommunisten immer noch ein hochmütiges, geringschätziges Verhalten zum Handel überhaupt und zum Sowjethandel im besonderen herrscht. Diese, mit Verlaub zu sagen, Kommunisten halten den Sowjethandel für eine untergeordnete, unwesentliche Angelegenheit, die im Handel Tätigen aber für verlorene Menschen ... Diese Leute verstehen nicht, dass der Sowjethandel unsere ureigene, bolschewistische Sache ist und dass die im Handel Tätigen, auch die Ladenangestellten, wenn sie nur ehrlich arbeiten, für unsere revolutionäre, bolschewistische Sache wirken.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1946, S. 559)

Diese Hinweise des Genossen Stalin waren von wesentlicher Bedeutung für die Festigung des Sowjethandels und für die Entfaltung des Warenumsatzes im Lande.

Der begeisterte Tribun der Revolution und Liebling der Partei, S. M. Kirow, charakterisierte in seinem Referat über die Arbeit des Zentralkomitees der KPdSU(B), das er in Lenin grad am Vorabend des XVII. Parteitags hielt, den großen Organisator der sozialistischen Siege der Arbeiterklasse mit folgenden Worten:

„Genossen, man kann über die Verdienste unserer Partei, über die Erfolge unserer Partei nicht reden, ohne über den großen Organisator der von uns errungenen gigantischen Siege zu sprechen. Ich meine Genossen Stalin.

Ich muss euch sagen, dass er der wirklich vollkommene, wirklich allseitige Verfechter, der Fortsetzer des Werkes ist, das uns der nunmehr schon vor zehn Jahren von uns geschiedene große Begründer unserer Partei hinterlassen hat.

Es ist schwer, sich die Gestalt eines Giganten vorzustellen, wie Stalin es ist. In den letzten Jahren, seit dem Zeitpunkt, da wir ohne Lenin arbeiten, kennen wir keine einzige Wendung in unserer Arbeit, kein einziges größeres Beginnen, keine Losung, keine Neuorientierung in unserer Politik, deren Urheber nicht Genosse Stalin, sondern irgendein anderer gewesen wäre. Die gesamte grundlegende Arbeit - das muss die Partei wissen - verläuft nach den Hinweisen, auf Initiative und unter Führung, des Genossen Stalin. Die größten Fragen der internationalen Politik werden nach seinen Weisungen entschieden, und nicht bloß diese großen Fragen, sondern auch scheinbar drittrangige oder sogar zehntrangige Fragen interessieren ihn, wenn sie die Arbeiter, die Bauern und alle übrigen Werktätigen unseres Landes betreffen.

Ich muss sagen, dass sich das nicht nur auf den Aufbau des Sozialismus im Allgemeinen, sondern auch auf die Einzelfragen unserer Arbeit bezieht. Nehmen wir z. B. die Fragen der Verteidigung unseres Landes, so muss mit allem Nachdruck betont werden, dass wir alle unsere Erfolge, von denen ich gesprochen habe, voll und ganz Stalin zu verdanken haben.

Der mächtige Wille, das kolossale organisatorische Talent dieses Mannes sichern der Partei die rechtzeitige Durchführung großer historischer Wendungen, die mit dem siegreichen Aufbau des Sozialismus verbunden sind.

Nehmt die Losungen des Genossen Stalin: ,Die Kollektivbauern wohlhabend machen’, ,Die Kollektivwirtschaften bolschewistisch machen’, ,Die Technik meistern’, die sechs historischen Bedingungen des Genossen Stalin - alles, was dem Aufbau des Sozialismus im gegenwärtigen Stadium unserer Arbeit als Leitlinie dient, geht von diesem Manne aus, und alles, was wir während des ersten Planjahrfünfts erreicht haben, wurde auf Grund seiner Weisungen errungen.“ (S. M. Kirow, „Ausgewählte Reden und Aufsätze von 1912-1934“, 1939, S.609/10 russ.)

Anfang 1934 leitete Stalin die Arbeiten des XVII. Parteitags, der in die Geschichte als der Parteitag der Sieger eingegangen ist. In seinem Rechenschaftsbericht an den Parteitag über die Tätigkeit des ZK der KPdSU(B) zog Genosse Stalin die Bilanz der historischen Siege der Partei, der Siege des Sozialismus in der Sowjetunion.

Gesiegt hat die Politik der Industrialisierung des Landes, der durchgängigen Kollektivierung der Landwirtschaft, der Liquidierung des Kulakentums als Klasse. Gesiegt hat die Lehre von der Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande. Die sozialistische Formation ist in der gesamten Volkswirtschaft zur unumschränkt herrschenden Kraft geworden, alle übrigen Formationen sind zugrunde gegangen. Die Kollektivwirtschaften haben endgültig und unwiderruflich gesiegt.

Stalin warnte jedoch, dass der Kampf bei weitem noch nicht zu Ende sei. Obwohl die Feinde geschlagen sind, leben dennoch Überreste ihrer Ideologie fort und machen sich nicht selten bemerkbar. Geblieben ist die kapitalistische Umwelt. Sie belebt die Überreste des Kapitalismus im Bewusstsein der Menschen und nutzt sie aus.

Genosse Stalin wies darauf hin, dass die Überreste des Kapitalismus im Bewusstsein der Menschen auf dem Gebiet der nationalen Frage viel zählebiger sind als auf irgendeinem anderen Gebiet. Auf die Frage, welche Abweichung die Hauptgefahr darstelle - die Abweichung zum großrussischen Nationalismus oder die Abweichung zum lokalen Nationalismus -, antwortete Genosse Stalin, dass unter den heutigen Verhältnissen „die Hauptgefahr jene Abweichung darstellt, gegen die man zu kämpfen aufgehört und die man dadurch zu einer staatsgefährlichen Erscheinung hat anwachsen lassen“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1946, S. 575.)

Notwendig ist eine systematische Arbeit zur Überwindung der Überreste des Kapitalismus im Bewusstsein der Menschen; notwendig ist eine systematische Kritik der Ideologie aller dem Lenin ismus feindlichen Strömungen; notwendig ist eine unermüdliche Propaganda des Lenin ismus, die Erhöhung des ideologischen Niveaus der Parteimitglieder, die Erziehung der Werktätigen im Geiste des Internationalismus. Mit besonderem Nachdruck betonte Stalin die Notwendigkeit, die Wachsamkeit der Partei zu erhöhen:

„Man darf ... die Partei nicht einlullen, sondern muss in ihr die Wachsamkeit entwickeln, darf sie nicht einschläfern, sondern muss sie im Zustand der Kampfbereitschaft halten, darf sie nicht entwaffnen, sondern muss sie bewaffnen, darf sie nicht demobilisieren, sondern muss sie im Zustand der Mobilisierung zur Verwirklichung des zweiten Fünfjahrplans halten.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1946, S. 586.)

In Stalins Bericht wurde ein konkretes Programm der weiteren Arbeit der Partei auf dem Gebiete der Industrie, der Landwirtschaft, des Handels, des Verkehrswesens gegeben, ein Programm der Organisationsarbeit (Kader, Prüfung und Kontrolle der Durchführung); es wurde die Aufgabe gestellt: „die organisatorische Leitung auf das Niveau der politischen Leitung zu heben“. In Stalins Bericht wurde ein Programm der Arbeit auf dem Gebiete der Kultur, der Wissenschaft, der Volksbildung und des ideologischen Kampfes gegeben.

In dem Teile seines Berichts, der die Außenpolitik der UdSSR behandelte, bemerkte Genosse Stalin, dass in der kapitalistischen Welt die Wirtschaftskrise tobt und in einer Anzahl von Ländern eine fieberhafte Kriegsvorbereitung vor sich geht, insbesondere in Deutschland nach dem Machtantritt der Faschisten. Inmitten dieser ökonomischen Erschütterungen und kriegspolitischen Katastrophen behauptet die Sowjetunion weiterhin fest und unerschütterlich ihre Friedenspositionen, kämpft gegen die Kriegsgefahr und führt beharrlich eine Politik des Friedens.

„Unsere Außenpolitik ist klar. Sie ist eine Politik der Erhaltung des Friedens und der Verstärkung der Handelsbeziehungen mit allen Ländern. Die Sowjetunion denkt nicht daran, irgendjemanden zu bedrohen, und erst recht nicht, irgendjemanden zu überfallen. Wir sind für den Frieden und verteidigen die Sache des Friedens. Aber wir fürchten keine Drohungen und sind bereit, auf einen Schlag der Kriegshetzer mit einem Gegenschlag zu antworten ... Denjenigen aber, die versuchen sollten, unser Land zu überfallen, wird eine vernichtende Abfuhr zuteil werden, damit ihnen in Zukunft die Lust vergehe, ihre Schweineschnauze in unseren Sowjetgarten zu stecken.“ (J. Stalin, „Fragen des Lenin ismus“, Moskau 1946, S. S31.)

Auf Vorschlag S. M. Kirows nahm der XVII. Parteitag den Bericht des Genossen Stalin als Beschluss des Parteitags, als Gesetz und Arbeitsprogramm der Partei für die nächste Periode an. Vom Parteitag wurde auch der zweite Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft bestätigt.

                

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