PROZESSBERICHT
ÜBER DIE STRAFSACHE
DES TROTZKISTISCH-SINOWJEWISTISCHEN
TERRORISTISCHEN ZENTRUMS

ABENDSITZUNG VOM 21. AUGUST 1936

ERKLÄRUNG DES STAATSANWALTS DER UdSSR, GENOSSEN WYSCHINSKI

Nach der Vernehmung der Angeklagten gab der Staatsanwalt der UdSSR, Genosse Wyschinski, in der Abendsitzung vom 21. August folgende Erklärung ab:

„In den vorhergehenden Sitzungen haben einige Angeklagte (Kamenew, Sinowjew und Renngold) bei ihren Aussagen auf Tomski, Bucharin, Rykow, Uglanow, Radek, Pjatakow, Serebrjakow und Sokolnikow als auf Personen hingewiesen, die in dem einen oder anderen Grade an jener verbrecherischen konterrevolutionären Tätigkeit beteiligt sind, für die die im gegenwärtigen Prozess Angeklagten zur Verantwortung gezogen werden. Ich halte es für notwendig, das Gericht davon in Kenntnis zu setzen, dass ich gestern angeordnet habe, Ermittlungen über diese Erklärungen der Angeklagten in Bezug auf Tomski, Rykow, Bucharin, Uglanow, Radek und Pjatakow einzuleiten, und dass die Staatsanwaltschaft, entsprechend dem Ergebnis dieser Ermittlungen, das Verfahren seinen gesetzlichen Gang nehmen lassen wird. Was Serebrjakow und Sokolnikow angeht, so zeugt das den Untersuchungsorganen bereits jetzt zur Verfügung stehende Material davon, dass diese Personen konterrevolutionärer Verbrechen überführt sind; im Zusammenhang damit werden Sokolnikow und Serebrjakow zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen.“

Vor Schluss der Abendsitzung vom 21. August erklärte der Angeklagte Dreitzer auf Befragen des Genossen Wyschinski bezüglich gewisser Einzelheiten der konterrevolutionären Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums, dass einer der aktivsten Teilnehmer an der terroristischen Arbeit der Trotzkist Putna war, ein alter aktiver Trotzkist. Nach den Worten Dreitzers rückte Putna aus doppelzünglerischen Motiven seinerzeit von den Trotzkisten ab, fuhr aber bis in die allerletzte Zeit fort, streng getarnte Arbeit für die trotzkistische Zentrale zu leisten. Putna stand, wie Dreitzer unter anderem aussagt, in unmittelbarer Verbindung mit Trotzki, traf mit I. N. Smirnow zusammen und übergab im Jahre 1932 Smirnow durch Dreitzer die mündliche Direktive Trotzkis über die Organisierung von Terroristengruppen. Der Angeklagte Smirnow versucht die Tatsache der Beteiligung Putnas an der terroristischen Tätigkeit der Trotzkisten abzuleugnen. Die Angeklagten Pikel, Reingold und Bakajew bestätigen jedoch auf Befragen des Genossen Wyschinski die Aussagen Dreitzers.

Nach Abschluss der Vernehmung der Angeklagten, erklärt der Gerichtsvorsitzende, Genosse Ulrich, die gerichtliche Beweisaufnahme für geschlossen.

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