PROZESSBERICHT
ÜBER DIE STRAFSACHE
DES TROTZKISTISCH-SINOWJEWISTISCHEN
TERRORISTISCHEN ZENTRUMS

MORGENSITZUNG VOM 22. AUGUST 1936

Der Gerichtsvorsitzende erteilt das Wort dem staatlichen Ankläger, dem Staatsanwalt der UdSSR, Genossen A. J. Wyschinski.

REDE DES STAATLICHEN ANKLÄGERS, DES STAATSANWALTS DER UdSSR, GENOSSEN A. J. WYSCHINSKI

Genossen Richter, Genossen Mitglieder des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union!

Drei Tage haben Sie mit aller Sorgfalt und Aufmerksamkeit das vom staatlichen Ankläger unterbreitete Belastungs- und Beweismaterial untersucht, das sich gegen die hier auf der Anklagebank sitzenden Leute richtet, die angeklagt sind, schwerste Staatsverbrechen begangen zu haben. Mit aller nur möglichen Sorgfalt haben Sie jeden einzelnen dieser Beweise, jede Tatsache, jedes Ereignis, jeden Schritt der Angeklagten einer Untersuchung und gerichtlichen Prüfung unterzogen, - der Angeklagten, die im Laufe vieler Jahre in ihrem Kampf gegen den Sowjetstaat, gegen die Sowjetmacht und gegen unsere Partei, gegen unser ganzes Sowjetvolk ein Verbrechen ans andere gereiht haben.

Furchtbar und ungeheuerlich ist die Kette dieser Verbrechen, die gegen unsere sozialistische Heimat gerichtet sind, Verbrechen, von denen jedes einzelne allerstrengste Verurteilung und Strafe verdient. Furchtbar und ungeheuerlich ist die Schuld dieser Verbrecher und Mörder, die ihre Hand erhoben gegen die Führer unserer Partei, gegen die Genossen Stalin, Woroschilow, Shdanow, Kaganowitsch, Ordshonikidse, Kossior und Postyschew, gegen unsere Führer, die Führer des Sowjetstaates. Ungeheuerlich sind die Verbrechen dieser Bande, die Terrorakte nicht nur vorbereitete, sondern auch einen der besten Söhne der Arbeiterklasse, einen der Sache des Sozialismus am treuesten Ergebenen, einen der geliebtesten Schüler des großen Stalin, den flammenden Tribun der proletarischen Revolution, den unvergesslichen Sergej Mironowitsch Kirow ermordet hat.

Wie ungeheuerlich aber diese Verbrechen auch sein mögen und wie tief uns diese entsetzlichen und fürchterlichen Verbrechen auch erregen und empören, Sie, Genossen Richter, haben, wie sich dies für ein Sowjetgericht und für die Sowjetgerichtsbarkeit ziemt, die vor Ihren Augen vorbeiziehenden Tatsachen, die mit der verbrecherischen Tätigkeit dieser Leute, deren Namen schon längst der Verachtung durch das ganze Volk preisgegeben und vor dem ganzen Volke mit Schmach bedeckt sind, mit tiefer Ruhe abgewogen und beurteilt.

Wir sind jetzt am Ende unserer Gerichtsverhandlung angelangt. Wir fassen ihre Schlussergebnisse zusammen. Wir ziehen die letzten Schlussfolgerungen und bereiten uns darauf vor, vielleicht in einigen Stunden Ihr Urteil zu hören, das Urteil des Gerichts des Sowjetlandes, das von Ihnen eine gerechte, unbeugsame und unerbittlich strenge Entscheidung über das Schicksal dieser Leute, dieser verachtungswürdigen Mörder, dieser niederträchtigen und frechen Feinde des Sowjetlandes, des Sowjetvolkes, fordert und erwartet.

Wir erbauen die neue, sozialistische Gesellschaft, den neuen, den Sowjetstaat unter den schweren Bedingungen des Klassenkampfes, unter den Bedingungen des hartnäckigen Widerstandes der letzten Überreste der zerschmetterten, von uns in den Abgrund gestoßenen Ausbeuterklassen.

Jeder Schritt unseres Vormarsches ist mit dem erbitterten Widerstand der Feinde verbunden, die alle Kräfte der alten Welt, allen Auswurf, allen Abschaum der alten Gesellschaft gegen uns aufbieten, die die verbrecherischsten, abgefeimtesten, unverbesserlichsten und zersetztesten, ehrlosesten Elemente mobilisieren und gegen uns in den Kampf werfen.

Lenin hat gelehrt, dass „keine einzige tiefe und mächtige Volksbewegung in der Geschichte ohne einen schmutzigen Bodensatz vor sich gegangen ist“ ( Lenin , Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht“, Sämtliche Werke, Bd. XXII, S. 518 (deutsche Ausgabe)), ohne dass die Bourgeoisie und die kleinbürgerliche Anarchie gegen die Sowjetmacht gekämpft hätten, die nicht nur mit den Methoden der Sawinkow, Gotz, Gegetschkori, Kornilow vorgingen, mit Verschwörungen und Aufständen, ganzen Strömen von Lügen und Verleumdungen, sondern die auch alle und jegliche Elemente der Zersetzung ausnutzten und zu allen nur möglichen schmutzigen und schmachvollen Verbrechen Zuflucht nahmen.

Genosse Stalin hat uns gewarnt:

„Man darf nicht außer acht lassen, dass das Wachstum der Macht des Sowjetstaates den Widerstand der letzten Überreste der absterbenden Klassen verstärken wird. Gerade deshalb, weil sie sterben und ihre letzten Tage durchleben, werden sie von dem einen Formen des Angriffs zu anderen, schärferen Formen des Angriffs übergehen, an die rückständigen Schichten der Bevölkerung appellieren und sie gegen die Sowjetmacht mobilisieren. Es gibt keine Gemeinheit und kenne Verleumdung, die diese Ehemaligen gegen die Sowjetmacht nicht anwenden und mit deren Hilfe sie nicht versuchen würden, die rückständigen Elemente zu mobilisieren. Auf dieser Grundlage können die zerschlagenen Gruppen der alten konterrevolutionären Parteien, der Sozialrevolutionäre, der Menschewiki, der bürgerlichen Nationalisten im Zentrum des Landes und in den Randgebieten, aufleben und sich zu regen beginnen, können die Splitter der konterrevolutionären Oppositionselemente aus dem Lager der Trotzkisten und der rechten Opportunisten aufleben und sich zu regen beginnen. Das ist natürlich nicht schrecklich. Aber all dies darf man nicht außer acht lassen, wenn wir mit diesen Elementen schnell und ohne besondere Opfer; Schluss machen wollen. (Stalin, „Probleme des Lenin ismus“, Zweite Folge, S. 532-533 (deutsche Ausgabe))

Vor drei Jahren hat Genosse Stalin nicht nur die Unausbleiblichkeit des Widerstandes der dem Sozialismus feindlich gesinnten Elemente vorausgesagt, sondern auch die Möglichkeit einer Belebung der trotzkistischen konterrevolutionären Gruppen. Dieser Prozess hat die ganze Genialität dieser Voraussage restlos und deutlich bewiesen.

Dieser Prozess, dessen „Helden“ ihr Schicksal mit den Faschisten, mit den Agenten der polizeilichen Geheimdienste verknüpft haben, dessen „Helden“ bei der Wahl ihrer Mittel alle Skrupel aufgegeben und bis an die Herkulessäulen des Doppelzünglertums und des Betrugs gelangt sind, haben Treubruch und Verrat zum System, zum Gesetz ihres Kampfes gegen den Sowjetstaat erhoben.

Dieser Prozess hat restlos aufgedeckt und noch einmal bewiesen, wie groß und grenzenlos die Wut und der Hass unserer Feinde gegenüber der großen Sache des Sozialismus ist, der Prozess hat gezeigt, wie nichtig diese Feinde sind, die von einem Verbrechen zum anderen taumeln, von einem Verbrechen ins andere stürzen. Dieses verachtungswürdige, nichtswürdige, machtlose Häuflein von Verrätern und Mördern - es gedachte durch seine schmutzigen Verbrechen zu erreichen, dass das mächtige Herz unseres großen Volkes zu schlagen aufhören. Ein verachtungswürdiges, nichtiges Häuflein von Abenteurern versuchte mit schmutzigen Füßen die herrlichsten, wohlriechendsten Blumen in unserem sozialistischen Garten zu zertreten.

Diese toll gewordenen Kettenhunde des Kapitalismus haben versucht, die Besten der Besten unseres Sowjetlandes zu zerfleischen. Sie haben einen der uns teuersten Menschen der Revolution ermordet, einen herrlichen und wundervollen, einen lichtvollen und freudigen Menschen, lichtvoll und freudig, wie das Lächeln auf seinen Lippen immer lichtvoll und freudig war, wie unser neues Leben lichtvoll und freudig ist. Sie haben unseren Kirow ermordet, sie trafen beinahe unser Herz. Sie dachten, in unsere Reihen Bestürzung und Verwirrung zu tragen ...

Auf den Verräterschuss am 1. Dezember 1934 antwortete das ganze Land den Mördern mit einmütigem Fluch. Das ganze Land - Millionen und aber Millionen Menschen - geriet in Wallung und bewies wieder erneut seine Geschlossenheit und Einheit, seine Ergebenheit für das große Banner der Partei Lenin s und Stalins. Gleich einer ehernen, unerschütterlichen Mauer erhob sich das Land der Sowjets zum Schutz seiner Führer, seiner Lenker, und für jedes Haar unserer Führer werden die wahnwitzig gewordenen Verbrecher uns mit ihrem Kopf einstehen. In dieser grenzenlosen Liebe der Millionenmassen der Werktätigen zu Unserer Partei, zu ihrem Zentralkomitee, zu unserem Stalin und seinen ruhmreichen Kampfgefährten, in dieser grenzenlosen Liebe des Volkes liegt die ganze Kraft der Verteidigung und des Schutzes unserer Führer, der Lenker des Landes und der Partei vor den Verrätern, Mördern und Banditen!

Es blüht in frohem Wachstum unsere große Heimat. Reich wogt das Gold des Getreides auf den Feldern der zahllosen Kollektivwirtschaften, aus voller Brust atmen Tausende neuer sozialistischer Stachanowfabriken und -werke. Einheitlich und wundervoll arbeiten die Eisenbahnen zum Wohl unserer Heimat, auf deren endlosen spiegelnden Stahlbändern aus einem Ende des Landes ins andere Kriwonosszüge dahineilen und Kriwonassmarschrouten durchführen. Unerschütterlich wie ein Granitfelsen steht auf der Wacht der heimatlichen Grenzen die von der Liebe des Volkes umgebene Rote Armee. Teuer und vertraut sind uns und allen, die erfüllt sind von Liebe zu unserer Mutter Heimat, die Namen der herrlichen Bolschewiki, der unermüdlichen und hochbegabtesten Baumeister unseres Staates - die Namen Sergo Ordshonikidse, Klim Woroschilow, Lasar Maissejewitsch Kaganowitsch, die Namen der Führer der ukrainischen Bolschewiki, Kossior und Postyschew, der Name des Führers der Lenin grader Bolschewiki, Shdanow. Mit grenzenloser, großer Liebe nennen die Werktätigen in der ganzen Welt den Namen des großen Lehrers und Führers der Völker der UdSSR, den Namen Josef Wissarionowitsch Stalin!

Unter der Führung der Sowjetregierung und unserer Partei mit Stalin an der Spitze hat in unserem Lande der Sozialismus endgültig und Unumstößlich gesiegt. Unter der Führung unserer Partei hat das Proletariat unseres Landes den Kapitalisten die Produktionsmittel entrissen, das auf Privateigentum, auf Ausbeutung, auf Elend und Sklaverei gestützte kapitalistische System vernichtet.

Unter der Führung unserer Partei und der Sowjetregierung haben die Völker der UdSSR die große Industrialisierung unseres Landes verwirklicht, seine Produktionsmittel verzehnfacht und seinen Nationalreichtum vervielfacht und damit die Bedingungen für ein glückliches und freudiges Leben für alle Werktätigen des sozialistischen Sowjetlandes geschaffen. Der Sieg des Sozialismus ist vor allem ein Sieg unserer teuren bolschewistischen Partei, ihrer Lenin -Stalinschen Generallinie, ihrer Lenin -Stalinschen Führung, ihres Zentralkomitees mit dem großen Stalin an der Spitze.

Auf der Grundlage dieser Siege wurde das unzerstörbare Bündnis aller Werktätigen für die weitere Festigung und Entwicklung des Sozialismus geschaffen, wurde das Bündnis und die Freundschaft aller Völker der UdSSR zum Aufbau des Sozialismus, zur Verteidigung gegen unsere Feinde, gegen die Feinde des Sozialismus geschaffen und gefestigt. Diese Siege haben das ganze Antlitz unseres Landes, das auf eine beispiellose Höhe wirtschaftlicher und kultureller Entwicklung gehoben worden ist, entscheidend verändert.

Diese Siege haben der Arbeiterklasse der UdSSR eine gigantische Verbesserung ihres materiellen Wohlstandes gebracht. Schon vor vielen Jahren ist die Arbeitslosigkeit liquidiert und der Siebenstundentag eingeführt worden, gegen den die hier auf der Anklagebank sitzenden „Helden“ stets hartnäckig und verräterisch kämpften! Beispiellose Erfolge hat unser Land auf dem Gebiet der Entwicklung und Blüte einer neuen, wahrhaft menschlichen, sozialistischen Kultur zu verzeichnen, Erfolge, wie sie in keinem kapitalistischen Land erreichbar sind.

Diese Siege haben dem ganzen Lande, jedem Arbeiter und Kollektivbauern, jedem Angestellten und Intellektuellen ein Leben in Wohlstand, ein lichtvolles Leben gebracht. Diese Siege sind das Unterpfand für die Einheit des ganzen Sowjetvolkes mit unserer Regierung, mit unserer Partei und ihrem Zentralkomitee. Und sind nicht die, nur in unserem Lande denkbaren, breite Massen vertretende Volksberatungen der Besten der Fabriken, Werke, des Transportwesens, der Baumwoll- und Zuckerrübenfelder, der Viehzucht, der Combineführer und Traktoristen, der Stachanow- und Kriwonossleute mit den Führern der Partei und der Regierung der beste Beweis dieser unerschütterlichen, echten Einheit und der Geschlossenheit der Volksmassen um den großen Stalin, um unser ZK, um unsere Sowjetregierung! Darin tritt die echte, die wahre Sowjetdemokratie in Erscheinung! Und sind nicht auch die mächtigen Wogen des Volkszornes gegen die niederträchtigen Mörder, die Wogen, die jetzt unser ganzes Land durchfluten, ein klarer Beweis dieser Einheit!

DAS TROTZKISTISCH-SINOWJEWISTISCHE ZENTRUM - EINE BANDE VERÄCHTLICHER TERRORISTEN

Diese Herrschaften haben in den vorangegangenen Tagen der Gerichtsverhandlung versucht, sich einen „edlen“ Anschein zu geben. Sie, zumindest ihre Anführer, haben nicht ohne Pose von ihrer terroristischen Verschwörung gesprochen; sie suchten und. erwarteten eine politische Qualifizierung ihrer Verbrechen, sie sprachen von politischem Kampf, von irgendwelchen politischen Vereinbarungen mit irgendwelchen angeblich politischen Parteien. Und obwohl sie zugaben, dass sie in Wirklichkeit keinerlei politische Plattform hatten, dass sie nicht einmal das Bedürfnis empfanden, irgendeine Plattform zu schaffen, da nach ihrem eigenen Eingeständnis ihre Plattform in einem Rutsch irgendwie in ein, zwei Stunden geschrieben werden kann, versuchten sie dennoch, sich als unverfälschte Politiker aufzuspielen. Sie bemühen sich auf jede Art und Weise, die Sache so darzustellen, als ob sie auf irgendwelchen, sei es noch so abgegriffenen und ausgetretenen, aber immerhin politischen Positionen ständen. Diese Versuche sind eine lügnerische Tarnung ihrer politischen Hohlheit und Ideenlosigkeit. Und als sie von den Interessen der Arbeiterklasse, von den Interessen des Volkes sprachen, wenn sie darüber in ihren Verteidigungsreden und in ihren Schlussworten als Angeklagte sprechen werden, dann werden sie lügen; wie sie bisher logen, wie sie jetzt lügen, denn sie traten gegen die einzige Volkspolitik; gegen die Politik unseres Landes, gegen unsere Sowjetpolitik auf. Lügner und Clowns, elende Pygmäen, Möpse und Kläffer, die sich über den Elefanten erbosten - so sieht diese Kumpanei aus!

Sie verstehen aber mit der Waffe umzugehen, und das ist für die Gesellschaft gefährlich. Dieser Umstand erfordert. besondere und allerernsteste Maßnahmen gegen sie. Es genügt nicht, sie an die Kette zu legen, gegen sie müssen entschiedenere und radikalere Kampfmaßnahmen ergriffen werden. Nicht Politiker, sondern eine Bande von Mördern und kriminellen Verbrechern, Diebe, die versuchten, Staatsgut zu stehlen, das stellt diese Kumpanei dar.

Diese Herrschaften haben eingestanden, dass sie keinerlei Programm hatten, aber irgendein „Programm“ hatten sie dennoch. Sie hatten ein Programm sowohl der Innenpolitik als auch der Außenpolitik. Die Innenpolitik wurde in ihrem Programm durch ein Wort bestimmt - morden. Sie ziehen es allerdings vor, nicht von Morden, sondern vom Terror zu sprechen. Die Dinge müssen jedoch beim richtigen Namen genannt werden. Diese Herrschaften wählten den Mord als Mittel des Kampfes um die Macht. Zynisch und offen mussten sie dies hier selbst eingestehen.

Wie brachten diese Herrschaften ihren Marxismus in Anführungszeichen mit der Predigt des Terrors und der terroristischen Tätigkeit in Einklang? Überhaupt nicht! Und diese Leute hielten sich einst für Marxisten! Der Angeklagte Sinowjew hält sich wahrscheinlich auch jetzt noch für einen Marxisten. Er erklärte hier, dass der Marxismus mit dem Terror unvereinbar ist, aber der Marxismus vermöge zu erklären, wie sie zum Terror kamen.

Darüber, wie sich bei ihnen der Marxismus mit der Predigt des Terrors und mit der terroristischen Tätigkeit in Einklang bringen lässt, habe ich hier auf dem Prozess den Angeklagten Reingold gefragt. Er erklärte: „Sinowjew begründete im Jahre 1932 in Kamenews Wohnung im Beisein einer Reihe von Mitgliedern des vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums die Notwendigkeit der Anwendung des Terrors damit, dass der Terror zwar mit dem Marxismus unvereinbar sei, dass man aber im gegebenen Augenblick diese Erwägung über Bord werfen müsse. Andere Methoden des Kampfes gegen die Führung der Partei und der Regierung gebe es gegenwärtig nicht. Stalin vereinige die ganze Stärke und Festigkeit der jetzigen Parteileitung. Deshalb müsse in erster Linie Stalin beseitigt werden.“ Da haben Sie eine Antwort, offen, zynisch, frech, aber vollständig logisch. Da haben Sie auch die ganze neue Sinowjewsche „Philosophie der Epoche.“

Reingold erklärt: „Kamenew entwickelte die gleiche Theorie, indem er sagte, dass die früheren Kampfmethoden, und zwar Gewinnung der Massen, Spitzenkombinationen mit den Rechten sowie die Hoffnung auf wirtschaftliche Schwierigkeiten gescheitert seien. Deshalb seien Terrorakte gegen Stalin und seine nächsten Mitarbeiter - Kirow, Woroschilow, Kaganowitsch, Ordshonikidse, Postyschew, Kossior und andere - die einzige Kampfmethode.“

Das ist offen und frech, aber gleichzeitig logisch vom Standpunkt der Logik des Klassenkampfes, vom Standpunkt der Logik unseres Feindes, der gegen das Land des Sozialismus kämpft. Ohne die Masse, gegen die Masse, aber um die Macht, die Macht um jeden Preis, die Gier nach persönlicher Macht - das ist die ganze Ideologie dieser Kumpanei, die auf der Anklagebank sitzt.

Die ganze zynische Prinzipienlosigkeit dieser Leute hat hier Kamenew offen aufgedeckt. Er sprach in seinen Aussagen vor Gericht davon, wie und auf welcher Grundlage diese terroristische Verschwörung, wie er sie nannte, organisiert wurde.

„Ich war - erklärte Kamenew - zu der Überzeugung gekommen, dass die Politik der Partei, die Politik ihrer Führung gesiegt hat, und zwar in dem einzigen Sinne, in dem ein politischer Sieg des Sozialismus möglich ist, nämlich, dass diese Politik von den werktätigen Massen gutgeheißen worden ist.“

Diese Erklärung ist auch wegen ihrer Prinzipienlosigkeit und ihres frechen Zynismus köstlich: eben weil „die Politik des Partei gesiegt hat“, führten sie den Kampf gegen die Führer der Partei.

„Unsere Hoffnung auf die Möglichkeit einer Spaltung in der Partei - erklärt Kamenew - war ebenfalls zunichte geworden. Es blieben zwei Wege übrig: entweder den Kampf gegen die Partei ehrlich und vollständig einzustellen oder ihn fortzusetzen, aber schon ohne jede Hoffnung auf jede wie immer geartete Massenunterstützung, ohne politische Plattform, ohne Banner, d. h. mit Hilfe des individuellen Terrors. Wir halben den zweiten Weg gewählt.“

Der Angeklagte Kamenew hätte konsequenter sein müssen: Wenn er den ersten Weg den Weg des ehrlichen Verzichtes auf den Kampf genannt hat, so hätte der zweite Weg als Weg des ehrlosen Kampfes mit ehrlosen Mitteln charakterisiert werden müssen.

Er gab zu: „Wir haben diesen zweiten Weg gewählt. Wir ließen uns hierbei von unserer grenzenlosen Verbitterung gegen die Führung der Partei und des Landes sowie von unserer Gier nach der Macht leiten, der wir einst nahe gestanden hatten und von der wir durch den Gang der geschichtlichen Entwicklung beiseite geschleudert worden waren.“

Der Angeklagte Sinowjew sagt: „Ende 1932 wurde es offensichtlich, dass sich unsere Hoffnungen nicht erfüllten ... Es war Tatsache, dass die Generallinie der Partei siegt. Hier erklärte Sinowjew - offenbarte sich mit aller Anschaulichkeit die vollständige Prinzipien- und Ideenlosigkeit, die uns zum nackten und prinzipienlosen Kampf um die Macht führte.“ (Bd. XII, Blatt 34.)

Kann man nach all dem mit diesen Leuten in irgendeiner politischen Sprache reden? Haben wir vielleicht nicht das Recht, mit diesen Leuten nur in einer einzigen Sprache zu sprechen, in der Sprache des Strafgesetzbuches, und sie als kriminelle Verbrecher, als verkommene und hart gesottene Mörder zu betrachten? Das ist ihr „Programm“ auf dem Gebiete der. Innenpolitik, wenn man sich so ausdrücken kann. Früher motivierten sie, wenn auch nur aus Gründen der Schamhaftigkeit, ihren Kampf gegen die Leitung der Sowjetmacht und der Partei mit Mängeln, Schwächen, Schwierigkeiten. Jetzt haben sie diese Maske bereits abgelegt. Sie geben jetzt zu, dass sie sich vom Siege des Sozialismus im unserem Lande überzeugt haben. Zum Terror, zu Morden kamen sie infolge der Hoffnungslosigkeit ihrer Lage, aus dem Bewusstsein ihrer Isoliertheit von der Macht, von der Arbeiterklasse. Zum Terror kamen sie, weil ihnen im Kampf um die Macht mit anderen Mitteln, mit anderen Methoden, günstige Perspektiven für sie vollständig fehlten.

Kamenew hat eingestanden, dass die Organisierung des Terrors das einzige Mittel war, mit dessen Hilfe sie hofften, an die Macht zu kommen, und dass sie gerade auf der Grundlage dieses terroristischen Kampfes die Verhandlungen zur Vereinigung der Trotzkisten und Sinowjewleute führten und schließlich und endlich erfolgreich vollendeten. Der Terror, ist die wahre Grundlage der Vereinigung der Trotzkisten und Sinowjewleute.

Aber nicht alle von ihnen wollen dies eingestehen.

Genossen Richter, wenn Sie Ihr Urteil im Beratungszimmer fällen werden, werden Sie sich - ich zweifle nicht daran - noch einmal nicht allein mit dem gesamten Material der gerichtlichen Untersuchung, sondern auch mit den Protokollen der Voruntersuchung genau vertraut machen. Sie werden sich überzeugen, mit welch tierischer Furcht die Angeklagten bemüht waren, dem Eingeständnis zu entgehen, dass eben der Terror die Grundlage ihrer verbrecherischen Tätigkeit war.

Darum also hat sich Smirnow hier so gewunden. Er gesteht, dass er Mitglied des Zentrums war, er gesteht, dass sich dieses Zentrum die terroristische Linie des Kampfes zu Eigen gemacht hatte, er gesteht, dass er selbst von Trotzki die Direktiven über diesen terroristischen Kampf erhalten hatte. Gleichzeitig aber ist er bestrebt, aus allen Kräften und mit allen Mitteln zu beweisen, dass er, Smirnow, dem Terror nicht zugestimmt habe, damit nicht einverstanden gewesen sei; er verstieg sich sogar dazu, zu behaupten, dass er aus dem trotzkistisch-sinowjewistischen terroristischen Zentrum oder Block ausgetreten sei.

Ich werde noch besonders über jeden einzelnen Angeklagten sprechen, darunter auch über Smirnow, und ich werde mich bemühen, mit aller Vollständigkeit, Sorgfalt und Objektivität die Beweise darzulegen, die sie der Begehung schwerster Staatsverbrechen überführen. Jetzt will ich nur noch einmal hervorheben, dass die Angeklagten selbst - keine politischen Säuglinge, sondern durchtriebene Spieler im politischen Kampf - ausgezeichnet begreifen, welche Verantwortung sie dafür zu tragen haben, dass sie den Terror nicht bloß ,;theoretisch“ anerkannten - allein schon das müsste ihnen den Kopf kosten -, sondern auch dafür, dass sie dieses „theoretische“ Programm in die Sprache der terroristischen Praxis, in die Sprache der praktischen verbrecherischen Handlungen übertrugen.

TROTZKI, SINOWJEW, KAMENEW - GESCHWORENE FEINDE DER SOWJETUNION

Der Terror lag ihrer gesamten Tätigkeit zugrunde, er war die Basis der Trotzki-Sinowjew-Vereinigung. Darüber haben hier vollständig übereinstimmend Leute ausgesagt, die miteinander bei ihrer illegalen Arbeit unmittelbar nicht verbunden waren. Dies gestanden hier nicht allein Sinowjew und Kamenew, Smirnow und Ter-Waganjan, Reingold und Pikel ein, sondern darüber sprachen hier genau so Berman-Jurin und Fritz David als auch Valentin Olberg - dieser originelle Bürger der Republik Honduras, der gedungene Agent Trotzkis und gleichzeitig der deutschen Geheimpolizei, der Gestapo.

Alle diese Personen konnten hier unter der Schwere der ihnen vorgelegten Beweisstücke nicht weiter leugnen und mussten eingestehen, dass das Hauptmittel und sogar das einzige ihre verbrecherische Tätigkeit vereinigende Mittel ihres Kampfes gegen Sowjetmacht und Partei der Terror war, die Morde.

„Sowohl die Trotzkisten als auch alle Teilnehmer des Blocks - erklärte Reingold - bestanden darauf und waren sich darin einig.“ Eben die gewalttätige Beseitigung der Führung der KPdSU(B) und der Sowjetregierung war die Hauptaufgabe dieses trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks, den man gerechterweise, wie ich es in der Anklageschrift auch getan habe, eine Gesellschaft politischer Mörder nennen kann.

Diese terroristischen Stimmungen, die der Organisation des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks in den Jahren 1932 bis 1936 zugrunde lagen, wurden vielleicht aufs präziseste und charakteristischste durch den Angeklagten Mratschkowski zum Ausdruck gebracht, der sowohl in der Voruntersuchung als auch hier vor Gericht erklärt hat:

„Die Hoffnungen auf den Zusammenbruch der Politik der Partei müssen als vernichtet angesehen werden. Die bis dahin angewandten Kampfmittel haben keine positiven Resultate gezeitigt, Es blieb nur ein einziger Weg des Kampfes - der Weg der gewaltsamen Beseitigung der Führer der Partei und der Regierung.“ Mratschkowski erklärte: Die Hauptaufgabe bestand, darin, Stalin und die anderen Führer der Partei und der Regierung zu beseitigen.

Die ganze bestialische Tücke und der ganze Hass waren gegen die Führer unserer Partei, gegen das Politbüro des Zentralkomitees, gegen Genossen Stalin, gegen seine ruhmvollen Mitkämpfer gerichtet.

Auf ihnen, mit Genossen Stalin an der Spitze, lag die Hauptlast des Kampfes mit der illegalen sinowjewistisch-trotzkistischen Organisation. Unter ihrer Führung, unter Führung des Genossen Stalin - des genialen Vollstreckers und Hüters des Lenin schen Vermächtnisses - wurde die konterrevolutionäre trotzkistische Organisation zertrümmert. Unter der Führung der Partei mit Genossen Stalin an der Spitze, in erbitterten Kämpfen mit der trotzkistischen Konterrevolution wurde diese trotzkistische Konterrevolution endgültig aufs Haupt geschlagen.

In den Kämpfen gegen diese trotzkistische Konterrevolution hat Genosse Stalin die Lenin sche Lehre vom Aufbau des Sozialismus in unserem Lande ausgearbeitet und unentwegt durchgeführt, in dem er die Millionenmassen der Arbeiter und Kollektivbauern mit dieser Lehre wappnete.

Dies ist der Grund, warum die Trotzkisten und die Sinowjewleute wie auch die anderen wild gewordenen konterrevolutionären Elemente all ihre Kräfte, ihren Hass und ihre Tücke gegen den Sozialismus auf die Führer unserer Partei konzentrierten. Darum hat auch Trotzki im März 1932 in einem Anfall konterrevolutionärer Tollwut einen offenen Brief mit dem Aufruf „Stalin zu beseitigen“ verfasst (dieser Brief wurde aus einem Geheimfach des Golzmanschen Koffers genommen und der Anklage als Beweisstück beigelegt).

Diesen niederträchtigen Aufruf richtete Trotzki mit noch größerer Offenherzigkeit an eine Reihe seiner ausländischen Schüler, die er als Mörder angeworben hatte, um sie in die UdSSR zu entsenden, zu dem Zweck, gegen die Führer unseres Sowjetstaates und unserer Partei Terrorakte und Attentate zu organisieren. Der Angeklagte Fritz David hat hier darüber ausführlich berichtet. Er teilte mit, dass er im November 1932 mit Trotzki sprach und Trotzki während dieses Gesprächs wörtlich folgendes sagte: „Jetzt gibt es keinen anderen Ausweg als die gewaltsame Beseitigung Stalins und seiner Anhänger. Der Terror gegen Stalin - das ist die revolutionäre Aufgabe. Wer ein Revolutionär ist, dessen Hand zittert nicht.“ (Bd. VIII, Blatt 62.) Zu diesem Zweck befasste sich Trotzki mit der Auslese exaltierter Leute und bewog sie, diese konterrevolutionäre Tat als irgendeine „historische Mission“ zu verwirklichen.

Berman-Jurin hat hier ausgesagt, dass Trotzki systematisch und mehrmals äußerte: „Solange Stalin nicht gewaltsam beseitigt wird, besteht keine Möglichkeit, die Politik der Partei zu ändern; im Kampfe gegen Stalin darf man vor den äußersten Mitteln nicht haltmachen - Stalin muss physisch vernichtet werden.“

Fritz David und Berman-Jurin führten mit Trotzki Gespräche über die Ermordung Stalins. Sie empfingen von Trotzki den Auftrag dazu und unternahmen eine Reihe praktischer Schritte, um diesen Auftrag durchzuführen. Genügt dies etwa nicht, über sie die schwerste Strafe zu verhängen, die unser Gesetz vorsieht - die Erschießung?

Fritz David, Berman-Jurin, Reingold, V. Olberg und selbst. I. N. Smirnow haben im Wesentlichen die Rolle Trotzkis in dieser Angelegenheit restlos entlarvt. Sogar Smirnow, der hartnäckig geleugnet hat, an der terroristischen Tätigkeit des Trotzki-Sinowjew-Zentrums irgendeinen Anteil genommen zu haben, konnte nicht umhin zuzugeben, dass er die Einstellung auf den individuellen Terror gegen die Führer des Sowjetstaates und der KPdSU(B) im Jahre 1931 persönlich vom Sedow, dem Sohne Trotzkis, erhalten hat, dass diese Einstellung auf den Terror von Trotzki im Jahre 1932 als Direktive bestätigt, von Gawen aus dem Ausland überbracht und Smirnow übergeben wurde. Smirnow versuchte die Schwierigkeit seiner eigenen Lage durch die Berufung darauf zu mildern, dass die Direktiven über den Terror, die er von Sedow erhalten hat, angeblich die persönliche Einstellung Sedows waren. Aber das ist eine haltlose Erklärung. Ist es doch allen vollkommen klar, dass Sedow für Smirnow keinerlei Autorität darstellte. Ter-Waganjan und Mratschkowski haben das hier bestätigt und erklärt, wenn sie angenommen hätten, dass die Einstellung auf den Terror von Sedow ausgehe, so hätten sie vom 6., vom 12. oder von einem noch höheren Stockwerk darauf gespuckt.

Der Angeklagte Ter-Waganjan, einer der Hauptorganisatoren des vereinigten Zentrums, hat bestätigt, dass Smirnow, als er im Ausland war, tatsächlich von Trotzki die Direktive zum Übergang auf den Terror erhielt. Ter-Waganjan hat in seiner Aussage nur etwas verschleiert, indem er an Stelle der Erwähnung des Terrors die Worte setzte: „Scharfer Kampf gegen die Führer der KPdSU(B).“ Später musste jedoch auch er dies dechiffrieren und bestätigen, dass es sich um eine Direktive gehandelt hat, deren Inhalt der Terror und nur der Terror war.

Sie haben schließlich die Aussage der Zeugin Safonowa gehört, an deren Konfrontation sich wahrscheinlich alle gut erinnern, die hier im Gerichtssaal anwesend sind. Bei dieser Konfrontation hat Safonowa, deren Sache wegen Fortdauer der Untersuchung abgetrennt wurde, vollinhaltlich bestätigt, dass Smirnow von Trotzki im Jahre 1931 durch Sedow und später durch Gawen die Direktive zum individuellen Terror erhielt.

Auf Grund dieser Angaben kann als vollkommen feststehend gelten, dass gerade die Direktive Trotzkis über den Terror als Grundlage für die Entfaltung der terroristischen Tätigkeit des vereinigten Zentrums diente. Die von Trotzki erteilte Direktive zur Organisierung des vereinigten Zentrums und zum Übergang auf den Terror wurde von der illegalen trotzkistischen Organisation angenommen. Sinowjew und Kamenew waren als Führer des sinowjewistischen Teils des Blocks selbst zu demselben Gedanken gelangt und nahmen gleichfalls die Direktive Trotzkis als Aktionsgrundlage des vereinigten Zentrums und der illegalen Organisation an.

Diese wirklich verstockten Erzfeinde konnten den steigenden Wohlstand unseres Volkes, unseres Landes, das die breite Bahn des Sozialismus betreten hatte, nicht ruhig mit ansehen.

Die UdSSR siegt, die UdSSR errichtet den Sozialismus, in der UdSSR triumphiert der Sozialismus, - um so stärker ist ihr Hass gegen das ZK, gegen Stalin und die Regierung, denen das Land diesen Sieg verdankt, die den Stolz des Landes bilden.

In finsterer Illegalität stoßen Trotzki, Sinowjew und Kamenew den niederträchtigen Ruf aus: Beseitigen, ermorden! Die illegale Maschine tritt in Funktion, die Messer werden geschliffen, Revolver geladen, Bomben beschafft, falsche Dokumente werden geschrieben und fabriziert, mit der deutschen Geheimpolizei werden geheime Verbindungen angeknüpft, Posten werden ausgestellt, man übt sich im Schießen, und schließlich wird geschossen und gemordet.

Das ist das Wichtigste! Die Konterrevolutionäre träumen nicht nur vom Terror, sie hecken nicht nur Pläne einer terroristischen Verschwörung oder eines terroristischen Attentats aus, sie rüsten nicht nur zu diesen gemeinen Verbrechen, sondern sie führen sie auch aus, sie schießen und morden!

Die Hauptsache in diesem Prozess besteht darin, dass sie ihre konterrevolutionäre Idee in die konterrevolutionäre Tat umgesetzt haben, ihre konterrevolutionäre Theorie in konterrevolutionäre terroristische Praxis. Sie sprechen nicht nur vom Schießen, sondern sie schießen - sie schießen und morden!

Das ist das Wichtigste. Sie haben Genossen Kirow ermordet, sie rüsteten zu Mordtaten an den Genossen Stalin, Woroschilow, Kaganowitsch, Ordshonikidse, Shdanow, Kossior und Postyschew. Und dafür richten wir diese Leute, diese Organisatoren geheimer Morde, diese patentierten Mörder.

Und darum fordern wir, dass sie streng gerichtet werden, wie es unser Sowjetgesetz verlangt, dass sie gerichtet wenden, wie es unser sozialistisches Gewissen fordert.

Morde - das ist das ganze „Programm“ der Innenpolitik dieser Leute.

Und die Außenpolitik?

Hier ertönen Stimmen aus dem Grabe, hier werden die alten „Clemeneeau-Thesen“ hervorgeholt hier sieht man wieder die Fäden die zu Trotzki führen.

Der eigenhändig geschriebene Brief Trotzkis, den Dreitzer erhielt, bestand aus drei kurzen Punkten: erstens Stalin und Woroschilow zu beseitigen, zweitens die Arbeit zur Organisierung von Zellen in der Armee in Angriff zu nehmen und drittens im Falle eines Krieges jeden militärischen Misserfolg und eine eventuelle Verwirrung zum Anlass zu nehmen, die Macht an sich zu reißen.

Das ist eine offene Spekulation auf die Niederlage.

Das ist dieselbe alte Clemenceau-These, aber in neuer Auflage, redigiert von dem vereinigten Zentrum des trotzkistisch-sinowjewistischen terroristischen Blocks.

Fritz David hat in der Untersuchung ausgesagt und hier vor Gericht bestätigt (dies stimmt restlos auch mit einer Reihe historischer Dokumente und mit den Aussagen der anderen Angeklagten und auch mit dem eigentlichen Wesen der Aufgabe überein, die sich Trotzki, Sinowjew und Kamenew gestellt hatten), dass während einer seiner Unterredungen mit ihm Trotzki fragte: „Was denken Sie, wird diese Unzufriedenheit im Falle eines Krieges der Sowjetunion mit den Japanern verschwinden?“ (er sprach von der Unzufriedenheit, die seiner Ansicht nach bei uns im Lande bestand). „Nein, umgekehrt - sagte Trotzki -, unter diesen Verhältnissen werden die dem Regime feindlich gesinnten Kräfte versuchen, sich zu einer Einheit zusammenzuschließen, und in diesem Falle wird unsere Aufgabe darin bestehen, diese unzufriedenen Massen zu vereinigen und uns an ihre Spitze zu stellen, sie zu bewaffnen und gegen die herrschenden Bürokraten zu führen.“ (Bd. VIII, Blatt 61.)

Dasselbe wiederholte Trotzki in einem Brief im Jahre 1932 (offenbar ist das bei ihm eine fixe Idee) und in einer Unterredung mit Berman-Jurin.

„Angesichts der internationalen Lage dieser Periode - sagte Berman-Jurin aus - hat Trotzki mir gegenüber darauf hingewiesen, dass die Zersetzung unserer Streitkräfte eine besonders wichtige Aufgabe sei, da im Falle eines Krieges gegen die Sowjetunion gewaltige Massen zur Armee einberufen würden.“ Trotzki und die Trotzkisten rechneten im Verein mit den Sinowjewleuten darauf, diese Massen leicht zu bearbeiten. „Trotzki hat mir wörtlich gesagt - fügt Berman-Jurin hinzu -, wir werden die Sowjetunion in dem Falle schützen, wenn die Stalinsche Führung gestürzt wird.“ (Bd. IV, Blatt 100.)

Das ist das Programm ihrer Außenpolitik.

Ist es möglich, dass das alles eine - Erfindung ist? Ist es möglich, dass Fritz David und Berman-Jurin sich hier phantastische Geschichten aus den Finger gesogen haben? Ist das alles vielleicht ausgedacht, eine Erfindung, ein unverantwortliches Geschwätz von Angeklagten, die bestrebt sind, gegen andere möglichst viel auszusagen, um ihr endgültiges Schicksal zu erleichtern? Nein! Das ist keine Erfindung, keine Phantasie! Das ist die Wahrheit! Wer weiß nicht, dass Trotzki zusammen mit den hier auf der Anklagebank sitzenden Kamenew und Sinowjew vor einigen Jahren die „Clemenceau-These“ verkündete, dass sie davon sprachen, im Falle eines Krieges müsse man abwarten, bis der Feind sich 80 Kilometer vor Moskau befinde, um die Waffe gegen die Sowjetregierung zu erheben, um sie zu stürzen. Das ist doch eine historische Tatsache. Die lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Darum muss man auch anerkennen, dass die Aussagen Berman-Jurins und Fritz Davids in diesem Teil den Tatsachen entsprechen.

Das war das Programm der „Augenpolitik“ dieser Leute, Allein für dieses Programm wird unser Sowjetvolk die Verräter an den ersten besten Ast aufhängen, Und das geschieht ihnen ganz recht!

DOPPELZÜNGLERTUM, BETRUG, PROVOKATION - DIE HAUPTMETHODE DER TROTZKI-SINOWJEW-LEUTE

Wenden wir uns jetzt den Methoden zu, die diese Leute anwandten.

Das ist vielleicht eine der schimpflichsten Seiten ihrer schimpflichen, verbrecherischen Tätigkeit.

Entsprechend der „prinzipiellen“ Linie des trotzkistisch sinowjewistische illegalen Blocks, die Macht mit allen beliebigen Mitteln an sich zu reißen, haben die Teilnehmer dieses Blocks das Doppelzünglertum als Hauptmethode ihres Verhaltens zur Partei und zur Regierung großzügig angewandt. Dieses Doppelzünglertum. haben sie zu einem System gemacht, um das sie alle Asefs und Malinowskis aller Geheimdienste mit allen ihren Spionen, Provokateuren und Diversanten beneiden könnten.

Reingold hat ausgesagt, Sinowjew habe ihm 1933/34 unter vier Augen mitgeteilt - und Sinowjew hat dies jetzt auf dem Prozess vor aller Welt bestätigt -, dass die „praktische Hauptaufgabe, vor der jetzt ihre illegale Organisation steht, darin besteht, die terroristische Arbeit so konspirativ aufzubauen, dass man sich auf keine Weise kompromittiert“.

Ist das vielleicht eine Übertreibung? Natürlich nicht. Was Reingold gesagt hat, entspricht der Logik der- Dinge.

„In der Untersuchung ist es die Hauptsache - belehrte Sinowjew seine Mittäter - jede nur mögliche Verbindung mit der Organisation zu leugnen und damit zu argumentieren, dass Terror mit den Ansichten von Bolschewiki-Marxisten unvereinbar sei.“ (Bd. XXVIII, Blatt 112.)

Trotzki hat seinerseits ebenfalls empfohlen, sich im Falle der Verübung eines Terrorakts von der trotzkistischen Organisation abzugrenzen und eine Haltung analog jener einzunehmen, die seinerzeit vom ZK der Sozialrevolutionäre gegenüber Frau Kaplan eingenommen wurde, die auf Wladimir Iljitsch geschossen hatte. Wir wissen, was das bedeutet. Wir erinnern uns, dass das ZK der Sozialrevolutionäre, nachdem die Kaplan ihre Verräterkugel auf Lenin abgefeuert hatte, ein Flugblatt herausgab, worin es kategorisch erklärte, an diesem Terrorakt unbeteiligt zu sein. Trotzki, Sinowjew, Kamenew haben sich dieselbe Taktik zu Eigen gemacht.

Sinowjew sagte: „Wir betraten den Weg einer sorgfältig durchdachten und zutiefst konspirativen Verschwörung, wir betrachteten uns als Marxisten, gedachten der Formel ‚der Aufstand ist eine Kunst’ und gestalteten sie auf unsere Weise um, indem wir erklärten: ‚die Verschwörung gegen die Partei, gegen Stalin, ist eine Kunst’.“

Hier auf der Anklagebank sitzen die Meister dieser „Kunst“. Ich möchte nicht sagen, dass die Meister aus edlem Metall geprägt sind. Minderwertig sind diese Meister; aber dennoch vermochten sie, ihr niedriges Werk zu verwirklichen. Worin bestand aber diese „Kunst“? An erster Steile darin, mit allen Mitteln ihre wahre Verbrecherphysiognomie zu maskieren.

Vielleicht ist das eines der markantesten Beispiele in der Geschichte, wo das Wort Maskierung wirklich seine wahre Bedeutung annimmt: diese Leute bedeckten ihr Gesicht mit Masken, stellten sich als reuige Sünder hin, die mit ihrer Vergangenheit gebrochen haben, von ihren alten Verirrungen und Fehlern, die sich zu Verbrechen entwickelt hatten, abgegangen sind.

Es ist charakteristisch, dass gerade in dieser Periode, als das vereinigte trotzkistisch-sinowjewistische Zentrum, seine Tätigkeit am stärksten aktivisierte, als diese terroristische Tätigkeit ihre größte Entwicklung genommen hatte und, gesteigert durch den Verräterschuss auf Genossen Kirow, sich ihrer Vollendung näherte - Sinowjew gerade in dieser Periode an das Zentralkomitee der Partei einen reuevollen Brief schrieb. In diesem Brief, der vom 8. Mai 1933 datiert ist, dass heißt am Höhepunkt der Vorbereitung von Terrorakten, rückt Sinowjew nicht nur von allen seinen früheren Fehlern ab, sondern beteuert heuchlerisch auch seine Ergebenheit für den Sozialismus und für die Partei.

In diesen Tagen, als er den verräterischen Schlag gegen das Herz der Partei selbst vorbereitete, einen Terrorakt gegen Genossen Stalin vorbereitete, schloss dieser Verbrecher, der wie alle hier Sitzenden die letzten menschlichen Züge verloren hat, seinen Brief mit folgenden Worten: „Ich bitte Sie, zu glauben, dass ich die Wahrheit und nur die Wahrheit sage. Ich bitte Sie, mich wieder in die Reihen der Partei aufzunehmen und mir Gelegenheit zu geben, für die gemeinsame Sache zu arbeiten. Ich gebe das Wort eines Revolutionärs, dass ich das ergebenste Mitglied der Partei sein und alles tun werde, was nur möglich ist, um meine Schuld vor der Partei und ihrem ZK wenigstens zum Teil zu tilgen.“ Jetzt wissen wir, was diese Worte wert sind, wir wissen, dass Sinowjew alles getan hat, was möglich war, um die Partei, um die Sache des Aufbaus des Sozialismus in unserem Lande, die Sache der ganzen internationalen kommunistischen Bewegung zu schädigen.

Am 16. Juni 1933 veröffentlicht er in der „Prawda“ einen Artikel: „Zwei Parteien“. Im Zentralorgan unserer Partei veröffentlicht er einen Artikel, worin er sich bemüht, seine Ergebenheit der Partei gegenüber auf jede Art zu beweisen, worin er gegen den Opportunismus donnert und auf die von der Partei errungenen Siege ein Halleluja singt.

Das war am 8. Mai und am 16. Juni, das heißt im Sommer 1933. Und in demselben Sommer desselben Jahres 1933 beauftragt Sinowjew - wie jetzt genau festgestellt, ist - in einer Beratung des trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums Bakajew, an die praktische Verwirklichung des Terrors heranzutreten.

Sinowjew hat sich hier durch Smirnow beleidigt gefühlt, weil dieser ihn bezichtigt hat, die Unwahrheit zu reden. Smirnow selbst hat hier kein einziges wahres Wort gesagt, aber er bezichtigt Sinowjew der Lüge. Sinowjew war beleidigt und hat erklärt, der Unterschied zwischen ihnen bestehe darin, dass er „fest und restlos entschlossen ist, in dieser letzten Minute die ganze Wahrheit zu sagen, während Smirnow offenbar einen anderen Entschluss gefasst hat“.

Genossen Richter, ich gestatte mir, Sie hier vor dieser Behauptung Sinowjews zu warnen. Glauben Sie ihm nicht, dass er hier wirklich restlos die Wahrheit sagt.

Sinowjew und Kamenew haben auf dem Lenin grader Prozess vom 15. und 16. Januar durchaus nicht schlecht eine der Szenen ihrer hinterlistigen verlogenen Maskierung gespielt. In seinen Erklärungen (in den Gerichtssitzungen vom 15. und 16. Januar 1935) wollte Kamenew den Eindruck eines Feindes erwecken, der endgültig und aufrichtig abgerüstet und alles ausgekramt hat, was er gegen Regierung und Partei auf dem Herzen hat. Er erwähnte damals irgendeine Episode, wo Sinowjew irgendetwas von den Verhandlungen mit Trotzki verheimlichte. Mit Pathos und „unverfälschter“ Entrüstung machte Kamenew Sinowjew den Vorwurf, dass er nicht die ganze Wahrheit gesagt, indem er diese Tatsache verheimlicht habe.

Zur selben Zeit aber versuchten dieselben Kamenew und Sinowjew, uns zu betrügen, das Gericht und das ganze Land durch den Nachweis zu betrügen, dass sie mit der Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows nichts zu tun hätten. Ebenso wie jetzt, mit genau denselben Worten wie auch gestern, beteuerten Sinowjew und Kamenew damals, dass sie die ganze Wahrheit sagen. Man kann sagen, dass der Prozess vom 15. und 16. Januar 1935 für Kamenew und Sinowjew gewissermaßen eine Probe zum heutigen Prozess war, den sie vielleicht nicht erwartet hatten, dem sie jedoch ebenso wenig wie ihrem Schicksal entgangen sind.

Ich komme auf diese „bemerkenswerten“ Aussagen vom Prozess in Lenin grad noch zurück. Ich spreche jetzt nur deshalb davon, um Sie und durch Sie, durch das Gericht, auch das ganze Land nicht nur vor Kamenew und Sinowjew zu warnen, sondern auch vor allen anderen Doppelzünglein und Verrätern, die es leider in unseren Reihen noch gibt, die von ihrer Reue reden und sich abgrenzen und maskieren, um so leichter einen Schlag in den Rücken unserer Partei, unseres Landes, unserer großen Sache zu organisieren.

Nicht das geringste Vertrauen diesen patentierten, abgefeimten Betrügern!

Sie begreifen auch selbst, dass sie es nicht verdienen. Ich habe Sinowjew bei diesem Verhör gefragt: „Und jetzt sagen Sie die ganze Wahrheit?“ „Jetzt sage ich restlos die ganze Wahrheit.“

Wo aber sind die Beweise dafür, dass man ihnen glauben kann, wo sie alle Begriffe von Falschheit, Arglist, Betrug, Verrat, Treubruch übertroffen haben?

Sinowjew hat es mit der Arglist soweit gebracht, dass er nach der Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows der „Prawda“ einen Nachruf einsandte. Das einzige, was er dazu gesagt hat: „Dieser Nachruf wurde, soviel ich mich entsinnen kann, nicht gedruckt.“ Und das war alles.

Hier ist dieser Nachruf, er ist in meinen Händen. Wenn ich mich nicht irre, wurde er von Sinowjew entweder vom 4. oder vom 7. Dezember datiert, höchstwahrscheinlich vom 4. Dezember.

Dieser Nachruf für Genossen Kirow wurde von Ihnen, Sinowjew, folgendermaßen betitelt: „Ein Mensch, der ein Fanal war.“ Wie haben Sie Ihren Nachruf begonnen, den Sie für die Presse bestimmt hatten und der folglich zum Gemeingut unserer ganzen Öffentlichkeit wenden sollte?

„Man kann das in den ganzen 17 Jahren unserer Revolution beobachten, in jedem Moment, in dem der Feind den Bolschewiki geschickt diesen oder jenen Schlag versetzt hat. So war es, als es dem Feind gelang, auf den Schlachtfeldern des Bürgerkriegs uns einen empfindlichen Schlag zu versetzen, so war es...“ usw, usf. Und weiter schrieb Sinowjew: „Der Schmerz der Partei ist der Schmerz des ganzen Volkes, aller Völker der UdSSR. Die Trauer der Partei ist die Trauer des ganzen großen Landes ... Das ganze Volk empfindet den schmerzlichen Verlust.“

Es ist richtig, dass das ganze Land vom Schmerz über den Verlust und von Empörung über den Verräterschuss erfasst wurde. Dieses Gefühl teilte tatsächlich das ganze Land, jung und alt.

Aber in welchem Maße trifft das auf Sie zu?

„Die verbrecherische Ermordung Sergei Mironowitsch Kirows hat die ganze Partei, die ganze Sowjetunion wahrlich in Wallung gebracht.“ „Der Verlust dieses geliebten, teuren Menschen wird von allen wie der Verlust von etwas Eigenem, Vertrautem, grenzenlos Teurem empfunden.“

Das ist es, was Sie, Angeklagter Sinowjew, in diesem schrecklichen und schmählichen Artikel geschrieben haben!

Warum hat die Partei den uns nahen, uns grenzenlos teuren S. M. Kirow verloren, Angeklagter Sinowjew? Die Partei hat diesen uns teuren Menschen deshalb verloren, weil Sie, Angeklagter Sinowjew, Kirow ermordet haben. Sie haben ihn mit Ihren eigenen Händen ermordet, die vom Blute Kirows befleckt sind! „Der geliebte Sohn der Partei“ - schrieben Sie. Was für eine freche Lästerung!

„Ein Sohn der Arbeiterklasse, das war dieser Mensch, der ein Fanal war“, „unser Teurer, Tiefer, Starker ... es war unmöglich, ihm nicht zu glauben, man musste ihn lieben, man musste auf ihn stolz sein.“

So hat Sinowjew geschrieben und damit alle Grenzen des Zynismus überschritten!

Dieser Mensch da hat ihn geliebt, war stolz auf ihn und hat ihn ermordet! Dieser schändliche Mörder beweint sein Opfer, wo und wann ist je etwas Ähnliches da gewesen!

Was kann man sagen und welche Worte soll man wählen, um die ganze Niedrigkeit und Scheußlichkeit dieser Tatsache zu erschöpfen: Lästerung! Treubruch! Doppelzünglertum Hinterlist!

Sie, gerade Sie, Sinowjew, haben mit Ihrer schurkischen Hand dieses Fanal zum Erlöschen gebracht und Sie haben sich öffentlich und heuchlerisch die Haare gerauft, nm die Menschen zu betrügen!

Wen haben Sie ermordet? Sie haben einen prachtvollen Bolschewiken ermordet, einen flammenden Tribun, einen für Sie gefährlichen Menschen, der rückhaltlos für das Vermächtnis Lenin s und damit gleichzeitig gegen Sie gekämpft hat. Sie haben diesen Menschen ermordet in der Sekunde, als die verruchte Hand Nikolajews den Schuss abgab, und zwei, drei Tage später senden Sie der „Prawda“ einen Artikel ein über das „erloschene Fanal“. Es gibt keine Worte, um diese niederträchtigen Unverfrorenheiten zu charakterisieren - in meinem Wortschatz kann ich diese Worte nicht finden!

Gehen wir zu Kamenew über - der zweiten Säule der so genannten Sinowjew-Gruppe, zu diesem Heuchler „im Eselsfell“, von dem er selbst auf dem 17. Parteitag gesprochen hat.

Ich bitte den Gerichtshof, die Aufmerksamkeit auf die Artikel Kamenews zu lenken, die im Jahre 1933 veröffentlicht wurden. Kamenew schrieb diese Artikel fast gleichzeitig mit Sinowjew, in Übereinstimmung mit ihm. Kamenew veröffentlicht in der „Prawda“ einen Artikel, wo er sich genau so wie Sinowjew von seinen Verirrungen lossagt, seine Fehler brandmarkt, wo er erklärt, dass „die wichtigste Figur der Opposition jener Mensch wunde, der jahrzehntelang gegen Lenin gekämpft hat“ usw. usf. „Es ist klar - schrieb Kamenew in diesem Artikel am 25. Mai 1933 -, dass der Widerstand, gegen die Politik, an deren Spitze Genosse Stalin stand, von denselben Voraussetzungen ausging, die die Parteimitglieder im Oktober 1917 zwangen, gegen die Gegner der Politik Lenin s aufzutreten.“ Weinend und klagend bemüht sich Kamenew seinen Bruch mit den alten Freunden zu beweisen und schließt seinen Artikel mit dem Aufruf, jeden Widerstand aufzugeben, der die Sache des Aufbaus des Sozialismus stört.

Das war im Mai 1933. Im Sommer 1933 aber, nach der Rückkehr Kamenews und Sinowjews aus der Verbannung, fand in der Wohnung Sinowjews eine Beratung des trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums zur Organisierung von Terrorakten gegen die Führer der Partei und der Sowjetmacht statt.

Der hier darüber verhörte Kamenew fasste sich sehr kurz.

Zwischen uns fand ein Zwiegespräch statt, an das zu erinnern ich mir erlaube.

Ich fragte: “Wie sind Ihre Artikel und Erklärungen zu bewerten, die Sie im Jahre 1933 geschrieben haben und in denen Sie Ihre Ergebenheit gegenüber der Partei zum Ausdruck brachten. War das Betrug?“

Kamenew: Nein, schlimmer als Betrug.

Wyschinski: Treubruch?

Kamenew: Schlimmer!

Wyschinski: Schlimmer als Betrug, schlimmer als Treubruch - finden Sie das Wort. Verrat?

Kamenew: Sie haben es gefunden!“

Weiter sagte er, dass er dies nicht allein entsprechend einer Übereinkunft mit Sinowjew getan hat, dass diese seine Handlungen in Ausführung eines vorher ausgearbeiteten Planes der Machtergreifung erfolgten, der sich mit der Notwendigkeit der Eroberung des Vertrauens paarte.

Eine kleine Einzelheit, die für die Bestimmung des moralischen, wenn Sie wollen ideologischen Niveaus des Angeklagten Kamenew, für die Charakteristik der Interessen, für die er zu dieser Zeit lebte, für die Charakteristik einiger seiner sittlichen Ausgangspositionen eine gewisse Bedeutung hat.

Ich gestatte mir, mich auf ein Buch von Machiavelli (Bd. I) zu berufen. Es wurde im Jahre 1934 vom Verlag „Academia“, den damals Kamenew leitete, herausgegeben, und zwar mit einem Vorwort Kamenews. Ein sehr interessantes Buch. Es wurde im 16. Jahrhundert geschrieben. Der Verfasser schrieb dieses Buch für einen Fürsten, den er die Wissenschaft des Regierens des Staates in Übereinstimmung mit seinen fürstlichen Interessen lehrte. Machiavelli schrieb: „Ihr sollt wissen, dass man auf zweifache Weise kämpfen kann: die eine Art des Kampfes, das sind die Gesetze, die andere - die Gewalt; die erste ist dem Menschen eigen, die zweite dem Tiere.

Da aber die erste sehr oft nicht genügt, muss man sich an die zweite halten. Der Fürst muss sowohl die Natur des Tieres als auch des Menschen besitzen.“

Kamenew hat dies sehr gefallen und er schrieb in einem kurzen Vorwort zu diesem Buch folgende interessanten Worte: „Ein Meister des politischen Aphorismus und ein glänzender Dialektiker...“ (Dieser Machiavelli ist nach Kamenew ein Dialektiker! Dieser abgefeimte Schelm soll ein Dialektiker sein!) „...Ein Meister des politischen Aphorismus...“ Ein schöner Aphorismus! Machiavelli schrieb: „Mit Hilfe des Gesetzes handeln - das ist dem Menschen eigen, mit Hilfe der Gewalt - das ist dem Tiere eigen. Folge dieser bestialischen Politik und du wirst deine Ziele erreichen“, sagt Machiavelli. Und dies nennt der Angeklagte Kamenew „Meisterschaft des politischen Aphorismus“.

Hören wir, was Kamenew weiter schreibt: „...ein Dialektiker, der aus seinen Beobachtungen die feste Überzeugung von der Relativität aller Begriffe und Kriterien von Gut und Böse, von Erlaubtem und Unerlaubtem, von Gesetzlichem und Verbrecherischem schöpfte...“ Nach Kamenew ist dies augenscheinlich eben Dialektik: In der Mischung von Verbrecherischem mit Nichtverbrecherischem, von Gesetzlichem mit Ungesetzlichem, von Gut mit Böse besteht die neue „marxistische“ Erklärung der Dialektik nach dem Beispiele Machiavellis.

„Machiavelli - schrieb Kamenew im Jahre 1934 - machte aus seinem Traktat einen nach Schärfe und Kraft erstaunlichen Katalog von Regeln, von denen sich der ihm zeitgenössische Regent leiten lassen muss, um die Macht zu erobern, um sie festzuhalten und um siegreich alle Anschläge auf sie abzuwehren.“ Sie haben einen guten Lehrer gehabt, Kamenew, Sie haben aber Ihren Lehrer (und darin muss man Ihnen Gerechtigkeit widerfahren lassen) übertroffen.

Sie schreiben in diesem Vorwort weiter: „Das ist bei weitem noch keine Soziologie der Macht, aber aus diesem Rezept treten dafür die bestialischen Züge des Kampfes um die Macht in der Gesellschaft der Sklavenbesitzer hervor, die auf der Herrschaft einer reichen Minderheit über die werktätige Mehrheit beruhte.“ Das stimmt. Sie wollten aber diese der Sklavenhalter würdigen Kampfmethoden und Kampfprinzipien in unsere Gesellschaft übertragen, sie gegen unsere Gesellschaft, gegen den Sozialismus anwenden. „So schuf - schreiben Sie - dieser Sekretär der Florentiner Bankiers und ihr Gesandter am päpstlichen Hof freiwillig oder unfreiwillig ein Geschoss von gewaltiger Sprengkraft, das die Geister der Herrschenden im Laufe der Jahrhunderte beunruhigt hat...“ Sie, Kamenew, übertrugen diese Regeln Machiavellis und entwickelten sie bis zur größten Prinzipienlosigkeit und Unsittlichkeit, modernisierten und vervollkommneten sie.

Ich bitte Sie nicht, Genossen Richter, dieses Buch als eines der Beweisstücke in der gegebenen Gerichtssache zu betrachten. Ich operiere mit diesem Buche durchaus nicht zu dem Zwecke, um die Schuld der Angeklagten an den Verbrechen zu beweisen, deren sie angeklagt sind. Ich hielt es einfach für notwendig, diesem Umstand einige Minuten Aufmerksamkeit zu schenken, um die Ideenquelle zu zeigen, aus der sich zu jener Zeit die Kamenews und Sinowjews Worten, die auch jetzt auf dem Prozess noch versuchen, das edle Antlitz von Marxisten zu bewahren, die in Übereinstimmung mit den Prinzipien des Marxismus- Lenin ismus zu denken und zu urteilen verstehen.

Lasst doch diese närrische Komödie. Zeigt doch endlich und vollständig eure wirklichen Gesichter. Hier spricht Kamenew vom Buche Machiavellis als von einem Geschosse von gewaltiger Sprengkraft. Augenscheinlich wollten Kamenew und Sinowjew dieses Geschoß ausnützen, um auch unser sozialistisches Vaterland in die Luft zu sprengen. Sie haben sich verrechnet. Und obwohl Machiavelli ihnen gegenüber ein Schoßhündchen und eine Unschuld vom Lande ist, war er dennoch ihr geistiger Lehrer. Der Machiavellismus und das Asef-System, sie waren für euch die Quelle eurer Tätigkeit und eurer Verbrechen. Dies ist jetzt durch Sinowjew und Kamenew selbst entlarvt: Mord, Tücke, Treubruch und Maskierung waren entscheidende Hauptmethoden eurer verbrecherischen Tätigkeit.

Sinowjew und Kamenew haben gestern offen, wenn auch zynisch zugegeben, dass gerade dies zum Plane ihrer Tätigkeit gehörte. Darüber sprach hier Reingold, darüber sprachen hier auch andere Angeklagte, und ich glaube, dass diese Methoden durch das von mir vorgelegte Material genügend und erschöpfend charakterisiert werden. Wenn ich die Ergebnisse dieses Teiles meiner Rede zusammenfasse, dann kann ich sagen, dass das trotzkistisch-sinowjewistische Zentrum auf terroristischer Grundlage organisiert war und ein eigenes, allerdings sehr primitives und einfaches Programm hatte, das sich in einigen Worten ausdrücken lässt, zu dessen Ausarbeitung nicht einmal jene zwei Stunden erforderlich wären, von denen hier die Angeklagten selbst mit Verachtung gesprochen haben. Ihr Programm der Innenpolitik erschöpfte sich im Mord, ihr Programm der Außenpolitik in der Niederlage der Sowjetunion im Kriege, ihre Methode - in Treubruch, Tücke, Verrat.

DIE KONTERREVOLUTIONÄRE TERRORISTISCHE TÄTIGKEIT DER TROTZKISTEN UND SINOWJEWLEUTE VOLLSTÄNDIG ERWIESEN

Ich gehe zum zweiten Teil meiner Anklagerede über, zur praktischen Tätigkeit des so genannten vereinigten Zentrums und zur Charakteristik der Rolle jedes Angeklagten in dieser verbrecherischen Verschwörung gegen die Sowjetmacht.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Vereinigung der sinowjewistischen und trotzkistischen konterrevolutionären Gruppen, die im Herbst 1932 stattfand, auf dem Boden und auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung des Terrors als des einzigen und entscheidenden Mittels des Kampfes um die Macht entstand und sich festigte, des Kampfes, der damals die Grund- und Hauptaufgabe sowohl der Trotzkisten als auch der Sinowjewleute war.

Es gab eine Organisation, es gab eine illegale, konterrevolutionäre terroristische Gruppe. Sie existierte und handelte. Wie sehr sich auch Smirnow hier bemüht hat, dies zu bestreiten, wird es ihm nicht gelingen, dies zu widerlegen. Die Tatsachen sind zu stark, es sind zu viel Beweisstücke vorhanden, die uns, der Anklage, erlauben, mit vollem Grund zu behaupten, dass es eine solche illegale, konterrevolutionäre, trotzkistisch-sinowjewistische Gruppe gab; dass diese terroristische Organisation geschaffen wurde; dass sie gerade als terroristische geschaffen wurde; dass sie ihre Tätigkeit gerade als terroristische Tätigkeit entfaltete; dass sie terroristische Anschläge vorbereitete und dass sie zu unserem allergrößten Unglück und Entsetzen einen der Anschläge - die niederträchtige Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows am 1. Dezember 1934 - auch verwirklichte. Das ist das ungeheuerlichste von allen Verbrechen, die es dieser Organisation auszuführen gelang.

Im Januar 1935 hielten wir Gericht über das „Moskauer Zentrum“ im Zusammenhang mit dem nicht lange, zwei Wochen vorher durchgeführten Gerichtsprozess über das so genannte „ Lenin grader Zentrum“, in dem L. Nikolajew, Kotolynow, Rumjanzew, Sossizki und mehrere andere verurteilt und dann erschossen wurden. Wir kannten damals noch nicht alle die wahren und tatsächlichen Urheber, Anstifter und Teilnehmer dieser ungeheuerlichen Missetat. Wir waren damals auf dem richtigen Wege. Die vom Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten geleitete Untersuchung nahm den richtigen und sicheren Weg der Entlarvung der wirklichen Organisatoren dieses Verbrechens, obwohl uns der Stand der erbrachten Beweise der Möglichkeit beraubte, Kamenew, Sinowjew, Jewdokimow, Bakajew direkt der Organisierung dieses Mordes. der Leitung dieses Mordes, der Verwirklichung dieses Mordes anzuklagen.

Im Urteil in der Sache des so genannten „Moskauer Zentrums“, in dem Kamenew, Sinowjew, Jewdokimow und einige andere die Hauptrolle spielten, wurde über ihre Rolle nur gesagt, dass sie nur die terroristischen Stimmungen ihrer. Mitschuldigen entfachten, dass sie den objektiven Boden schufen, aus dem unausbleiblich dieses Verbrechen hervor wachsen musste und auch tatsächlich hervor wuchs.

Da die Untersuchungs- und Anklagebehörden absolut objektiv sind, haben sie damals gegen Kamenew, Sinowjew, Jewdokimow und Bakajew die Anklage wegen direkter Anstiftung, direkter Organisierung dieses Mordes nicht erhoben. In der Anklageschrift wurde gesagt, dass die Untersuchung nicht ihre direkte Beteiligung festgestellt hat. Alle in den Händen der Untersuchungsorgane befindlichen Angaben gestatteten jedoch zu behaupten, dass diese Personen - Kamenew, Sinowjew, Bakajew und Jewdokimow - eng mit diesem Verbrechen verbunden waren und, wie sie selbst sich damals ausdrückten, die volle moralische und politische Verantwortung dafür tragen mussten.

In Übereinstimmung damit wurde in Sachen des „Moskauer Zentrums“ bezüglich Kamenew, Sinowjew, Jewdokimow und Bakajew ein verhältnismäßig mildes Urteil gefällt - bloß Freiheitsentzug.

Kamenew, Sinowjew, Jewdokimow und Bakajew taten alles, was sie nur tun konnten, um die wahre Lage der Dinge zu entstellen, die wirklichen Organisatoren und Mittäter des Verbrechens zu decken. Sie versuchten es so darzustellen, als ab sie an diese schmutzige und niederträchtige Sache nicht selbst Hand angelegt hätten. Hierbei erklärten sie in hohen Tönen, dass die Konterrevolution sie zum Werkzeug ihrer verbrecherischen Tätigkeit gewählt hatte. Nicht sie wählten die Konterrevolution als Werkzeug ihres Kampfes, sondern die Konterrevolution hatte sie als ihr Werkzeug gewählt...

Auch Sinowjew und Kamenew, auch Bakajew und Jewdokimow versuchten auf jede Weise, zu versichern und zu beweisen, dass sie außer der moralischen und politischen Verantwortung keinerlei andere Verantwortung für diesen verbrecherischen Mord tragen können, dass sie angeblich jedoch voll und ganz und ehrlich bereit sind, diese Verantwortung zu tragen, und die Richtigkeit und Stichhaltigkeit der gegen sie innerhalb dieser Grenzen erhobenen Anklagen anerkennen.

Vor Gericht erklärte Sinowjew am 15. und 16. Januar 1935: Auf der Anklagebank sitzen unserer viele, mehr als 15 Personen, mit verschiedenem Lebenslauf. Unter uns gibt es viele, die keine geringe Anzahl von Jahren in der Arbeiterbewegung gestanden haben. Sie haben vieles aus Vertrauen zu mir getan und ich muss mich selbstverständlich dafür richten ... Ich sehe in diesem Stadium meine Aufgabe darin, vollständig offenherzig und aufrichtig vor dem Gericht der Arbeiterklasse für das Buße zu tun, was ich als Fehler und Verbrechen erkannt habe, und dies so vorzutragen, dass es damit ebenso wie mit dieser Gruppe ein und für allemal aus sei...“

Ich sprach bereits davon, dass diese Erklärung Sinowjews ein Spiel, ein Manöver, ein taktischer Zug gewesen ist.

So verhalten sich gewöhnlich kriminelle Verbrecher. Der des Raubmordes Beschuldigte gesteht nur Raub, der des Raubes Beschuldigte nur Diebstahl, der des Diebstahls Beschuldigte gibt nur die Hehlerei zu. Das sind die gewöhnlichen Finten der kriminellen Verbrecher: angesichts schwerer Verbrechen nur leichtere Verbrechen einzugestehen. Das ist die Methode des Verwischens der tatsächlichen Spuren mit der Spekulation auf die Leichtgläubigkeit der Leute, die noch in vielen Fällen, sogar in Strafsachen den gemeinen Verbrechern gegenüber Vertrauen haben.

Diese Stellung hatte auch Sinowjew eingenommen. Eine analoge Stellung nahmen auch - und sie wenden dies nicht leugnen - Kamenew, Jewdokimow und Bakajew ein. Im Jahre 1935, fast auf frischer Tat ertappt, erklärten sie sich für ein geringeres Verbrechen verantwortlich, um der Verantwortung zu entgehen, der wirklichen Verantwortung für das größere Verbrechen.

Sinowjew sprach von einem „offenherzigen, aufrichtigen“ Geständnis, das es aber in Wirklichkeit nicht gegeben hat. Sie taten in Wirklichkeit alles, um ihre Mittäter nicht den Händen der Sowjetrechtsprechung zu übergeben, um Reserven zurückzulassen, damit diese Reserven in der entsprechenden Minute in Bewegung gesetzt und gegen unsere Partei, gegen die Führer unseres Landes gerichtet werden können.

Daraus erklärt sich auch die Position Sinowjews, Kamenews, Jewdokimows und Bakajews im Lenin grader Prozess am 15. und 16. Januar 1935. „Es ist richtig - sagte Sinowjew -, dass man uns nach objektiven Gesichtspunkten richtet.“ Er sagte, dass er viele Leute, die damals mit ihm auf der Anklagebank saßen, nicht gekannt habe. Sinowjew kannte angeblich weder Jewdokimow noch Gertik, noch Kamenew, noch Sachow. Sinowjew sagte, dass sie subjektiv der Arbeiterklasse „ergeben“ waren. Damals erlaubte sich Sinowjew sogar zu behaupten; dass sowohl er als auch seine fünfzehn Mitschuldigen, subjektiv angeblich der Arbeiterklasse ergeben waren und nicht den Weg der Konterrevolution beschreiten wollten, aber objektiv ergab sich bei ihnen das Gegenteil. Warum hatte sich das Gegenteil ergeben? Ich wünschte, dass der Angeklagte Sinowjew in seiner Verteidigungsrede sagt, wie es kam, dass er subjektiv der Arbeiterklasse ergeben war, während objektiv das Gegenteil herauskam. Das kann es nicht geben und so etwas kommt nicht vor. Wenn es sich objektiv wirklich so ergeben hat, so nur deshalb, weil Ihre subjektive Ergebenheit der Revolution, Angeklagter Sinowjew, gemacht und faul war. Woran dachten Sie, als Sie diese Reden hielten? Ich bitte Sie, auch darüber in Ihrer Verteidigungsrede zu sprechen.

Sie wappneten sich gegen den Sowjetstaat nicht allein mit Tücke, sondern auch mit der Feuerwaffe. Sie verwirklichten praktisch Ihre verbrecherischen Absichten. Sie haben selbst von der Doppelzüngigkeit gesprochen, Sie haben aber gleichzeitig darüber so gesprochen, um zu verheimlichen, dass Sie auch in diesem Augenblick die Politik der Doppelzüngigkeit fortsetzen.

Sie sagten: „Ich bin gewöhnt, mich als Führer zu fühlen, bei mir persönlich spielte gerade dieses Moment eine gewaltige Rolle.“ Sie sagten: „Ich bin gewöhnt, mich als Führer zu fühlen, und es versteht sich von selbst, dass ich alles wissen musste. Wenn ich vom der Leitung entfernt wurde, so ist dies entweder eine Ungerechtigkeit oder ein Missverständnis oder es geschieht auf einige Monate. Das ist keine Rechtfertigung, aber ich sage all das, woran ich tatsächlich denke, und damit befreie ich mich selbst vom letzten Splitter jener Verbrechen, die sich hier abrollen.“

„Den letzten Splitter“ entfernte Sinowjew auf dem Lenin grader Prozess! ... Nein, er hat ihn nicht entfernt, er hat diesen Splitter und nicht einen, sondern einige im Körper unseres sozialistischen Landes gelassen, um weiter die schwersten Verbrechen vorzubereiten und zu begehen.

Sie haben erklärt: „... Ich konnte nur daran denken: Wie ist das, ich ohne einen Kreis meiner Leute um mich, ohne alles zu erfahren, ahne inmitten des politischen Geschehens zu sein usw.?“

Das ist der Gedanke, der Sie quälte, dass es ohne Sie nicht geht... Ihre Lage in der Vergangenheit wurde durch Taten bestimmt, wie auch jetzt Ihre Lage durch Ihre Taten bestimmt wird. Wenn wir an die Frage herantreten, ob es ein Zentrum gegeben hat, sagen Sie; Gewiss, bis zum Jahre 1929 hat es eines gegeben. Sie versuchen zu behaupten, dass es während der letzten Jahre kein Zentrum gegeben hat, dass es im Grunde genommen seit 1929 nicht mehr tätig war. Das ist ein Betrug, das alte Sinowjewsche Zentrum hat sich in das Zentrum des vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks verwandelt. Es wurde reformiert, etwas gekräftigt, denn es erfolgte die Konsolidierung einiger Gruppierungen. Ab 1932 beginnt es seine Tätigkeit breiter zu entfalten. Im Jahre 1933 zeigte es eine besondere Aktivität, es bereitet eine Anzahl Terrorakte vor, und im Jahre 1934 wird einer davon verwirklicht.

Sinowjew hat gesagt, dass: „das nicht jenes Zentrum ist, das in den Jahren 1926 und 1927 war“ und dass er mit diesem Zentrum keinerlei Verbindung hatte. Wie hat damals Sinowjew die Frage bezüglich der Verbindung mit dem Lenin grader Zentrum gestellt? Er hat gesagt, „es gab eine Gruppe“ die aus Kotolynow, Mandelstam, Mjassnikow und anderen bestand. Eine große Rolle spielte Kotolynow, wovon Sinowjew angeblich aus der Anklageschrift über die Ermordung Kirows Kenntnis erhielt.

Sinowjew wollte glauben machen, dass er einen der Organisatoren dieser Lenin grader terroristischen Gruppe erst aus der Anklageschrift kennen gelernt hat.

War dies wirklich so? Es war nicht so. Sinowjew sandte Bakajew nach Lenin grad, um mit der Gruppe Nikolajew- Kotolynow in Verbindung zu treten, damit Bakajew prüfe, wie Nikolajew, Kotolynow, Mandelstam und andere das Verbrechen vorbereiteten.

Hier haben wir wieder Verrat, Lüge, wieder Maskierung! „Wir suchten eine Annäherung an ihn.“ Bei, all seiner Maskierung musste Sinowjew schon im Jahre 1935 zugeben, dass er Annäherung an Kotolynow und Nikolajew gesucht und diese Annäherung gefunden hat.

Jetzt ist das mit absoluter Genauigkeit festgestellt.

Sinowjew erzählt, dass er im Jahre 1932 eine Begegnung mit Lewin hatte, der im Jahre 1935 in der Angelegenheit der Ermordung des Genossen Kirow erschossen wurde, und er fügt hinzu: „Organisationsgespräche führten wir nicht. Und es bestand auch keine besondere Notwendigkeit dazu. Man las mir die Worte vom Munde ab, ich stellte für ihn eine Autorität dar, und er war für mich gleichfalls eine Autorität; ich wusste, dass dieser Mann aus der Gruppe der Führerlosen so handeln wird, wie wir sagen.“ Hier sind noch eine Reihe halber Anspielungen, halber Geständnisse enthalten, auf deren Grundlage es erst später möglich war - nachdem man verschiedenes; Sinowjew vollständig belastendes Material gesammelt hatte -, auch von Sinowjew ein volles Geständnis seiner Teilnahme an diesem Verbrechen zu erhalten. Jetzt verhehlt Sinowjew auch den Umstand nicht, den Bakajew gestern hier intensiv abschwächen wollte.

Sinowjew hat schon im Januar 1935 in der Angelegenheit des „Moskauer Zentrums“ eingestanden, dass Wladimir Lewin dem Bakajew besonders nahe stand. Gestern aber versuchte Bakajew diese Vertrautheit abzuschwächen, abzuschwächen mit dem Hinweis darauf, dass er zu Lewin nach Lenin grad nicht zu konspirativen Zwecken terroristischer Art reiste, die jedoch gerade nur bei einer solchen Vertrautheit möglich sind. Er versuchte stets zu sagen: Streichen Sie aus den Aussagen und aus der Anklageschrift das Wart: „zu diesem Zweck“. Nein, Bakajew, wir werden das nicht ausstreichen, das darf man nicht streichen, denn Sie sind „zu diesem Zweck“ als Meister dieser Taten, der terroristischen Taten gereist, und Sie reisten nicht zufällig!

Warum hat Sinowjew nicht Reingold, nicht Pikel und nicht einmal Jewdokimow nach Lenin grad gesandt? Warum hat Sinowjew für die Verhandlungen mit der Lenin grader Gruppe, mit der Gruppe der zukünftigen Mörder des Genossen Kirow, gerade Bakajew ausgewählt? Die Antwort auf diese Frage finde ich in den Erklärungen Sinowjews und teilweise Bakajews auf dem Prozess vom 15. und 16. Januar 1935. Die Wahl Sinowjews fiel auf Bakajew, weil Bakajew mit Lewin am nächsten verbunden war, der der Vertreter der Sinowjewleute in Lenin grad, der der Leiter der Lenin grader illegalen terroristischen Organisation war, was er selbst vor dem Gericht des Militärkollegiums im vorigen Jahr bekannt hat. Die Bestätigung dafür finden wir auch in den Aussagen Sinowjews: „Besonders gut hat ihn Bakajew gekannt, er war einer der Hauptorganisatoren des parteifeindlichen Kampfes in Lenin grad...“

Nur des parteifeindlichen, Angeklagter Sinowjew? Des sowjetfeindlichen Kampfes, des konterrevolutionären Kampfes, eines Kampfes, der seinem Wesen nach einen offen konterrevolutionären, staatsfeindlichen, sowjetfeindlichen Charakter trug!

Weiter sagte Sinowjew: „Ich gab ihm keinerlei Aufträge.“ Wissen Sie, das ist eine solche Jesuiterei, wie sie schlimmer gar nicht sein kann. Das erinnert an einen Jesuitenmönch, der, als man ihn fragte, „ist dieser Mensch hier vorbeigegangen?“ antwortete, indem er mit den Finger in seinen Ärmel wies: „Hier ist er nicht vorbeigegangen“ ...

Mit Lewin haben Sie keine Verbindung gehabt, doch hatten Sie diese Verbindung über Bakajew. Bakajew reiste in Ihrem Auftrag. Und als Sie also sagten: „Ich habe ihm keinerlei Auftrag gegeben“, da haben Sie abermals gelogen!

Nicht allein Bakajew führte Ihre Aufträge aus. Sie alle - sowohl Kamenew als auch Sinowjew, Ihr ganzes Zentrum führte Verhandlungen mit Lewin, mit Kotolynow, Nikolajew, Rumjanzew, Sossizki, Mandelstam und einer Reihe anderer Mitglieder dieser zerschmetterten, vernichteten Bande der Lenin grader Sinowjewleute. Ihr ganzes Zentrum hat geprüft, wie die Lenin grader Sinowjew-Bande diese Verbrechen vorbereitet hat, und mit Ungeduld darauf gewartet, dass dieser treue Sohn unserer Partei, der Führer der Lenin grader Bolschewiki und flammende Tribun Sergej Mironowitsch Kirow endlich vernichtet sein wird. Und ihre Erwartungen sind eingetroffen.

Sinowjew hat hier vor Gericht eingestanden, dass er diesen Mord forciert hat. Er hatte es eilig, fieberhaft griff er nach solchen Leuten wie Nikolajew und Kotolynow, um diesen Mord möglichst schnell zu verwirklichen. Nicht zuletzt war das Motiv auch der Wunsch, die trotzkistischen Terroristen zu übertrumpfen. Die Trotzkisten lagen vorn.

Sinowjew hat erklärt, dass Smirnow es ebenfalls eilig hatte. Sie alle hatten es eilig. Die Trotzkisten handelten entschlossener und energischer, als die Sinowjewleute handelten. Sinowjew war es bekannt, dass aus dem Ausland trotzkistische Terroristen eingetroffen waren. Und Sinowjew erklärte es als eine „Sache der Ehre“ - es ist eine Schande, dieses Wort hier zu gebrauchen -, sein verbrecherisches Vorhaben schneller zu verwirklichen, als die Trotzkisten es verwirklichen können. Hieraus erklärt sich auch die fieberhafte Ungeduld Sinowjews. Darum auch hat er jeden Tag darauf gewartet, dass der Verräterschuss in Lenin grad endlich abgefeuert wird. Seine ganze Tätigkeit bestand gerade darin, diese seine Untat möglichst schnell, möglichst rasch und möglichst erfolgreich zu verwirklichen.

So wird die Rolle und das Verhalten Sinowjews in dieser Angelegenheit deutlich.

Wenn ich diese Episode abschließe, so möchte ich jetzt von Sinowjew die direkte Antwort erhalten: nimmt Sinowjew nicht nur die moralische, sondern auch die volle kriminelle Verantwortung und dabei die volle Verantwortung für die Vorbereitung, Organisierung und Verübung der Mordtat an Sergej Mironowitsch Kirow auf sich?

Natürlich sagt Sinowjew: „Ja“. Anders kann er auch nicht. Unter dem Druck der eisernen Kette des Belastungs- und Beweismaterials konnte er schon am ersten Prozesstag nichts anderes sagen.

Eine fast analoge Haltung nahm auf demselben Prozess auch Kamenew ein. Ähnlich war auch die Haltung Bakajews. Kamenew sagte, er habe nicht gewusst, dass es ein „Moskauer Zentrum“ gab. Weil er nun den Edelmann spielen will; sagt er, da dieses Zentrum existiert hat und dies bewiesen ist, trage er dafür auch die Verantwortung.

Bei Kamenew kam es so heraus: ich wusste nicht, dass das Zentrum existierte, wenn es aber existierte, so bedeutet das, dass ich davon wusste. Kamenew aber hat von der Existenz des Zentrums Kenntnis gehabt, er hat tatsächlich davon gewusst. Dafür ist der Beweis erbracht worden.

Und jetzt ist das noch durch neue Beweismaterialien bekräftigt worden, die im Zusammenhang mit der Aufdeckung einer Reihe neuer Verbrecherbanden, die in derselben Richtung tätig waren, erbracht wurden. Diese Beweismaterialien haben volles Licht auf diese entsetzliche, furchtbare Angelegenheit geworfen.

Damals hat Kamenew versucht, sich als einen politisch verblendeten Menschen hinzustellen. Er sagte: ich bin blind geworden - habe 50 Jahre gelebt und dieses Zentrum nicht gesehen, in dem ich, wie sich herausstellt, selbst tätig war, an dem ich durch Tätigkeit

und Untätigkeit, durch Wort und durch Stillschweigen teilgenommen habe. Was für ein Spiritualismus, Spiritualismus und schwarze Magie!

Wir haben das auch damals als einfachen Versuch aufgefasst, durch irgendwelche verlogenen Worte und unter dem Lügengewebe dieser Gedankengänge die Wahrheit zu verheimlichen. Jetzt ist das alles endgültig entlarvt. Nein, Kamenew ist nicht blind geworden. Kamenew hat sehr gut gesehen und gewusst, was er tat. Er hat ausgezeichnet gesehen, was um ihn herum vor sich ging, denn er hatte das organisiert, was um ihn herum vor sich ging. Kamenew ist nicht blind geworden, denn er handelte sowohl durch Worte als auch durch Stillschweigen. Durch Stillschweigen, als er nicht sagte: „Handelt nicht“, während er verpflichtet war, dies zu sagen; und durch Worte, als er sagte: „Handelt“, während vielleicht einige seiner jüngeren Helfershelfer schwankten und sich an ihn als Autorität, als Lehrer wandten.

Kamenew hat erklärt: ich möchte sagen - nicht zu meiner Rechtfertigung -, ich habe mich früher nicht erinnert, aber jetzt erinnere ich mich dessen, dass Sinowjew einmal gesagt hat, Safarow sei bei ihm gewesen und habe ihm die Bildung irgendeines Blocks vorgeschlagen. Ich sagte, ich werde an keinerlei Block irgendwelchen Anteil nehmen denn ich habe diesem Menschen niemals vertraut - Sinowjew kann das bestätigen. Ich war nicht gegen ein Gespräch. Ich habe Gespräche geführt.

Mit wem hat er Gespräche geführt?

„Mit Tolmasow und Schatski.“ Tolmasow und Schatski aber - das sind aktive Mitglieder der Lenin grader Sinowjew-Bande, die Genossen Kirow ermordet hat.“

Kamenew führte mit Tolmasow und Schatski Gespräche, d. h. mit zwei der Hauptorganisatoren der Ermordung des Genossen Kirow. Das heißt, Kamenew hat sich in diese Gespräche eingelassen, wobei er diese Gespräche durch Bakajew geführt hat. Das aber hat er zu verheimlichen versucht.

Kamenew wollte nachweisen, dass er mit dem Terror in keinerlei Verbindung stehen kann, er hat sich in Pose geworfen und erklärt: „Ich muss sagen, ich bin meinem Charakter nach kein Feigling, aber ich habe niemals auf den Kampf mit der Waffe gesetzt. Ich habe stets erwartet, dass eine solche Lage eintritt, in der das ZK sich gezwungen sehen wird, mit uns zu verhandeln, dass es zusammenrücken und uns Platz machen wird. Die letzten zwei Jahre hat es solche Träume nicht gegeben, einfach deshalb nicht, weil ich kein Träumer und kein Phantast bin. In unserer Mitte hat es Phantasten und Abenteurer gegeben, ich aber gehöre nicht zu dieser Kategorie.“

Ich denke, dass Kamenew seine Teilnahme an dieser Angelegenheit jetzt etwas anders qualifizieren wird. Was hat Kamenew sich zur Aufgabe gestellt: hat er die Karte auf den Kampf mit der Waffe gesetzt oder nicht?

Damals hat er gesagt „nein“. Jetzt, vor zwei Tagen hat er gesagt „ja“. Damals hat er deswegen „nein“ gesagt, weil er, gewusst, weil er gesehen hat, dass wir noch nicht alle Fäden dieses entsetzlichen Verbrechens in der Hand haben, weil damals noch nicht alle diese Fäden entsprechend dem Untersuchungsmaterial endgültig aufgedeckt waren. Damals sagte er „nein“. Jetzt, wo alles schon aufgedeckt ist, sagt er „ja“.

Eine charakteristische Tatsache! Sie zeugt davon, welch große, entscheidende Rolle in dieser verbrecherischen „Arbeit“ Kamenews persönliche Motive gespielt haben. Kamenew dachte, eine Zeit müsse kommen, wo das ZK zusammenrücken und ihm dort seinen Platz einräumen werde. Wenn es aber nicht zusammenrückt? Und ihm dort keinen Platz einräumt? Dann wird er, Kamenew, Maßnahmen ergreifen, damit dieser Platz frei gemacht wird,

Das ist die ganze Logik und Politik Kamenews! Eine Logik und Politik, die keinesfalls erlaubt, sich damit einverstanden zu erklären, dass er nicht zu der Kategorie von Leuten gehört, die er selbst als Abenteurer bezeichnet hat. Nein. Offensichtlich gehört er zu dieser Kategorie von Leuten, ebenso wie er auch zu der anderen Kategorie, zu den „Phantasten“, gehört. Phantasie ist hier nicht wenig dabei, sowie der Wunsch, diese Phantasie in die Praxis, ins Leben, in lebendige Tat umzusetzen, sei es auch auf dem Wege von Abenteuern, durch einen Block mit Spionen, Diversanten, Geheimagenten, Mördern und durch unmittelbare Mordtaten, war stark genug. - Darauf ist Kamenew eingegangen. Dazu war Kamenew bereit.

Und auf dem Lenin grader Prozess hat er noch folgendes gesagt: „Ich spreche angesichts der Bildnisse dieser großen Erbauer des Sozialismus...“ Und es muss bemerkt wenden, dass dort auch ein trauerumflortes Bildnis, das Porträt des Genossen Kirow hing. Kamenew schwor vor dem Gericht, vor dem Bildnis des von Kamenew ermordeten Kirow!

„... vor den Bildnissen dieser großen Erbauer des Sozialismus erkläre ich, dass ich ein Verbrecher bin, wenn ich nicht die Kraft besitze, selbst vom Schauplatz abzutreten und wen immer mitzunehmen...“

Lüge! Wiederum Heuchelei, Hinterlist, Treubruch, Zynismus!

DAS TROTZKISTISCH-SINOWJEWISTISCHE ZENTRUM HAT GENOSSEN KIROW ERMORDET

Weiter oben habe ich die Frage gestellt: hat eine Organisation, hat das terroristische trotzkistisch-sinowjewistische Zentrum existiert? Ich antworte: ja, es hat existiert, es ist 1932 entstanden. An gehört haben ihm Kamenew, Sinowjew, Jewdokimow, Bakajew, Smirnow, Ter-Waganjan und Mratschkowski.

Dieses Zentrum hat existiert, und was das Wichtigste ist - es bildete sich auf direkte Weisung Trotzkis, Sinowjews und Kamenews. Es bildete sich auf unmittelbare Direktive Trotzkis über den Terror als das einzige Kampfmittel gegen die Führung des Sowjetlandes. Es bildete sich unter den Verhältnissen einer äußersten und strengsten Konspiration. Gestern hatten wir Gelegenheit, in der Person des Angeklagten Golzman einen Vertreter dieser konspirativen Schule Trotzkis-Sinowjews-Kamenews zu beobachten. Auf der Anklagebank sitzt in der Person Smirnows ein anderer Konspirator. Das Zentrum existierte und handelte, es wandte nicht nur die Methoden des direkten Treubruchs, Betrugs und Verrats an, sondern - wie jetzt genau festgestellt ist - es organisierte und stellte mit den deutschen Faschisten Geheimverbindungen her und verkoppelte mit ihnen die deutschen Trotzkisten, indem es sie im Kampf gegen unsere Führung benutzte und ihre Verbindungen mit der deutschen Gestapo, in Gestalt der Tukalewskis, P. Olbergs und anderer benutzte.

Ich halte es durch die persönlichen Aussagen buchstäblich aller Angeklagten, darunter in diesem Teil auch durch die Smirnows, für absolut erwiesen, dass dieses Zentrum auf terroristischer Grundlage organisiert war, dass das Zentrum mit Terrormethoden arbeitete und schmutzigste und zynischste Kampfmethoden nicht scheute. Ich halte es für absolut erwiesen, dass durch dieses Zentrum in der Ukraine, in Moskau und in Lenin grad eine Reihe terroristischer Attentate vorbereitet wurden. Schließlich wurde durch dieses Zentrum in Lenin grad die Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows vorbereitet und ausgeführt.

Die Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows gehörte, wie ich bereits gesagt habe, in den Gesamtplan der Mordtaten an den Führern des Sowjetstaates und der KPdSU(B), die die Verschwörer vorbereiteten. Das wurde, nebenbei gesagt, auch durch die Aussagen Jewdokimows festgestellt. Ich bitte den Gerichtshof, seine Aufmerksamkeit auf die Aussagen Jewdokimows vom 10. August zu lenken, wo er sagt, dass der Mord an Kirow auf direkte Anweisung des vereinigten Zentrums des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks erfolgt ist, - wo er sagt, dass Sinowjew ihm im Jahre 1934 diesbezüglich eine unmittelbare Direktive gegeben hat. Bakajew hat das ebenfalls bestätigt. Der Beschluss über die Organisierung der Ermordung Kirows wurde von Sinowjew, Kamenew, Jewdokimow und Bakajew und den Vertretern Trotzkis - Mratschkowski und Ter-Waganjan - gefasst.

Die Aussagen Jewdokimows, auf die ich mich hier beziehe, lauten: Bakajew wurde zwecks Vorbereitung der Mordtat Anfang November 1934, d. h. einige Tage vor der Ermordung Kirows im Smolny durch Nikolajew, zur Prüfung des Standes der Vorbereitungen zu dieser Mordtat nach Lenin grad gesandt. Bakajew hatte eine persönliche Zusammenkunft mit Nikolajew, fuhr nach Moskau, berichtete darüber Jewdokimow, Sinowjew und Kamenew, die mit Befriedigung den erfolgreichen Verlauf der Vorbereitungen zu diesem schurkischen Verbrechen zur Kenntnis nahmen und den Schuss erwarteten. Bakajew machte Nikolajew und seine Komplicen darauf aufmerksam, dass sie das Signal Sinowjews abwarten und in Lenin grad zu gleicher Zeit schießen müssten, wenn die Schüsse in Moskau und Kiew losgehen.

Das alles wurde durch das Gericht bewiesen. Mögen die Angeklagten sich doch erkühnen, in ihren Verteidigungsreden das abzustreiten.

Nach langem Leugnen hat Sinowjew in der Voruntersuchung eine Reihe Aussagen gemacht, von denen ich weiter oben gesprochen habe. Ein charakteristisches Detail: Schon im Herbst 1932, im Landhaus bei Sinowjew und Kamenew (sie hatten ein gemeinsames Landhaus, das Kamenew, nebenbei erwähnt, einmal die Quelle seines Unglücks nannte) wurde Bakajew beauftragt, einen Terrorakt gegen Genossen Stalin, und Karew, einen Terrorakt gegen Genossen Kirow vorzubereiten, aber dann änderte sich die Lage, da Karew verhaftet worden war und Kamenew und Sinowjew sich in der Verbannung befanden.

Das Jahr 1933 brach an - ein Jahr der Belebung terroristischer Stimmungen, das Jahr der Wiederaufnahme der Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums, und schon hier wird Bakajew der Auftrag zur Ermordung des Genossen Kirow erteilt, und es beginnt die gründliche Vorbereitung dazu.

Kamenew sagt: „Ich habe nicht gewusst, wie diese Vorbereitung praktisch vor sich ging, denn die praktische Leitung bei der Organisierung dieses Terroraktes hatte nicht ich, sondern Sinowjew.“ Angeklagter Kamenew, war Ihnen bekannt, dass Bakajew nach Lenin grad gefahren ist, um zu prüfen, wie dort die Vorbereitung vor sich ging? Ja, es war Ihnen bekannt. War Ihnen bekannt, dass Bakajew, nachdem er die Prüfung vorgenommen und sich überzeugt hatte, dass alles erfolgreich vorwärts geht, nach Moskau fuhr und Ihnen über den Verlauf der Vorbereitungen berichtete? Es war Ihnen bekannt. Wie können Sie sich denn danach zu erklären erlauben, dass Sie an der Ausführung des Mordes an Kirow keinen praktischen Anteil genommen haben'? Dies alles auf Sinowjew abzuwälzen, ist ein Versuch mit untauglichen Mitteln.

Kamenew sagt: „es wurde beschlossen“ zu morden, und fügt hinzu: „ich habe mich diesem Beschluss angeschlossen.“ War das etwa keine praktische Verwirklichung?

Bakajew hat in der Voruntersuchung hartnäckig geleugnet und seine Rolle bei der Vorbereitung zur Ermordung Kirows bestritten, doch wurde er durch Karew überführt, der an eine Reihe von Tatsachen erinnerte, und dann legte auch Bakajew ein Geständnis ab. Gerade deshalb - angesichts des vollständigen Geständnisses Bakajews - halbe ich auch von einer Vernehmung Karews vor Gericht abgesehen.

Sergej Mironowitsch Kirow wurde von der Hand Nikolajews, Kotolynows und dessen Gruppe ermordet. Aber wer hat nach gemordet? Ich habe Sinowjew gefragt: wann wurde das vereinigte Zentrum organisiert? Sinowjew antwortete: im Sommer 1932. Ich fragte ihn: im Verlaufe welcher Zeit war es tätig? Sinowjew: faktisch bis 1934.

Ich möchte bei dieser Frage ausführlich verweilen. Kamenew und Sinowjew waren 1932/33 in der Verbannung, aber das Zentrum handelte. Bekanntlich war 1934 auch Smirnow nicht in Freiheit, er war am 1. Januar 1933 verhaftet worden, aber das Zentrum handelte. Auch Sinowjew bestätigt, dass das Zentrum handelte. Ich ziehe die Schlussfolgerung: wenn das Zentrum handelte, so war dies der gut organisierten Verbindungstechnik zu verdanken, die es sogar den nicht in Freiheit Befindlichen, wie zum Beispiel Smirnow, gestattete, an der Leitung der Arbeit dieses Zentrums teilzunehmen.

Ich weiß, Smirnow wird sich damit verteidigen, dass er sich vom Zentrum zurückgezogen habe: „Ich habe doch nichts gemacht, ich habe doch gesessen“, wird Smirnow sagen. Eine naive Behauptung! Smirnow saß seit dem 1. Januar 1933, aber wir wissen, dass Smirnow aus dem Gefängnis heraus die Verbindung mit seinen Trotzkisten organisierte, denn man hat die Chiffre entdeckt, durch die Smirnow sich aus dem Gefängnis mit seinen Genossen in Verbindung setzte. Das zeugt davon, dass die Verbindung existiert hat, und Smirnow kann das nicht leugnen.

Aber auch dies entscheidet nicht die Frage, denn schließlich und endlich ist für uns wichtig, dass Smirnow, ebenso wie Sinowjew und Kamenew, für die ganze Tätigkeit des Zentrums und seiner ganzen terroristischen Gruppe verantwortlich war, die unter seiner Leitung noch zu der Zeit organisiert, aufgebaut war und handelte, als sie noch auf freiem Fuße waren. Smirnow, Sinowjew, Kamenew, sie waren die Organisatoren des Zentrums, sie gaben der Tätigkeit ihrer Terroristen, all dieser Pikel, Dreitzer und anderer die Richtung. Sie müssen auch restlos dafür die Verantwortung tragen, unabhängig davon, ob irgendeiner von ihnen zu dieser Zeit sich auf freiem Fuße befand oder nicht. Das ist etwas Elementares, und ich glaube, man braucht sich dabei nicht ausführlich aufzuhalten. Als Leiter müssen sie für die ganzen verbrecherischen Umtriebe der von ihnen geleiteten Organisation und aller jener Gruppen die Verantwortung tragen“ die auf dem- von ihnen gepflügten Baden entstanden sind.

Worin kam die Tätigkeit des Zentrums zum Ausdruck? Sinowjew sagte: „Das Wichtigste war die Vorbereitung von Terrorakten gegen die Führung der Partei und der (Regierung.“ Ich fragte: Gegen wen? Sinowjew antwortete: gegen die Führer. Ich fragte: Das heißt gegen Stalin, Woroschilow und Kaganowitsch? Hat Ihr Zentrum die Ermordung Kirows organisiert? Wurde die Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows von Ihrem Zentrum oder von irgendeiner anderen Organisation organisiert? Sinowjew: Ja, von unserem Zentrum. Ich fragte: In diesem Zentrum waren Sie, Kamenew, Smirnow, Mratschkowski, Ter-Waganjan? Sinowjew: Ja. Auf meine Frage: Also Sie haben die Ermordung Kirows organisiert? Sinowjew: Ja. Für diese Verbrechen müssen Sinowjew und Kamenew und Smirnow und Mratschkowski und Ter-Waganjan und alle anderen die Verantwortung tragen.

Am hartnäckigsten leugnet Smirnow. Er bekennt sich nur schuldig, Leiter des illegalen konterrevolutionären trotzkistischen Zentrums gewesen zu sein. Freilich hat er das in einer etwas humoristischen Form gesagt. Er wandte sich zu Ter-Waganjan, Mratschkowski und Dreitzer und sagte ihnen: „Ihr wollt einen Führer haben? Nun, nehmt mich.“ Aber, Angeklagter Smirnow, Sie waren es auch. Smirnow war Leiter der illegalen trotzkistischen Organisation! Nicht zufällig haben Sinowjew und Kamenew ihn als Vertreter Trotzkis, als Stellvertreter Trotzkis, als tatsächlichen Leiter der ganzen trotzkistischen illegalen Organisation betrachtet. Und schließlich hat er das auch selbst gestanden.

Ich weiß nicht, was Smirnow in seinem Schlusswort vorbringen wird. Aber ich nehme, an, dass ich auf Grund des Materials aus der Voruntersuchung und des Materials aus der gerichtlichen Untersuchung allen Grund habe, folgendes zu erklären: Erstens hat der Angeklagte Smirnow zugegeben, dass er im Verlaufe mehrerer Jahre tatsächlicher Leiter der trotzkistischen illegalen Organisation war; zweitens hat er zugegeben, dass er Vertreter und Stellvertreter Trotzkis in der UdSSR war; drittens hat er zugegeben, dass er 1931 in Berlin war und dort mit Sedow zusammentraf, und viertens hat er zugegeben, dass Sedow ihn über die terroristischen Aufgaben informierte und ihm terroristische Anweisungen gab.

Gewiss, Smirnow bestreitet, dass das eine Anweisung Trotzkis war. Er sagt, das war die „persönliche Meinung“ Sedows. Als er jedoch in der UdSSR eingetroffen war, erachtete er es für notwendig, diese „persönliche Meinung“ Sedows an seine illegalen Freunde weiterzuleiten...

Wir fragten ihn: „Wo bleibt die Logik? Wenn das die persönliche Meinung Sedows war, und dazu noch so eine, mit der Smirnow nicht einverstanden war, wie er behauptete, wozu leitete er sie dann an die anderen Mitglieder der illegalen Organisation weiter? Weiterleiten, und dazu nicht sagen, dass er nicht einverstanden ist! Alle seine Genossen von der konterrevolutionären illegalen Organisation überführen ihn, dass er kein Sterbenswort darüber verlauten ließ, dass er mit dieser Direktive nicht einverstanden sei. Was aber muss in diesem Fall als festgestellt gelten? Hat die Zusammenkunft mit Sedow im Jahre 1931 stattgefunden? Ja. Ist Sedow, der Sohn Trotzkis, in seiner ganzen politischen Tätigkeit Trotzkis nächster und erster Gehilfe? Er ist es. Hat Sedow bei dieser Begegnung mit Smirnow gesprochen? Er hat mit ihm gesprochen. Das gibt Smirnow zu. Wurde über den Terror gesprochen? Jawohl, über den Terror. Auch das gibt Smirnow zu. Was die Frage betrifft, wie Smirnow Sedow verstanden hat, so ist das für die Anklage schließlich und endlich ganz gleichgültig. Wenn Smirnow das Gespräch mit Sedow nicht als Direktive aufgefasst hat, so war es doch unnötig, sie an die Genossen seiner illegalen Gruppe weiterzuleiten. Wenn er diese Unterredung weitergeleitet und nicht erklärt hat, dass er damit nicht einverstanden ist, so bedeutet das, es war eine „Direktive“ und kannte nichts anderes sein. Smirnow sagt, dass er mit dieser Direktive nicht einverstanden war. Wenn er jedoch damit nicht einverstanden war, so hätte er als ziemlich erfahrener Illegaler, Fraktionskämpfer und Konterrevolutionär begreifen müssen, dass er verpflichtet war, mit dieser Gruppe zu brechen, sich von ihr zu trennen. Sonst wäre er kein Politiker, noch weniger ein Führer in der Illegalität gewesen. Smirnow war aber nicht einfach irgendein Mitglied der trotzkistischen Gruppe. Smirnow - das ist nicht Golzman. Golzman - das ist eine verschlechterte Auflage Smirnows, aber Smirnow ist nicht Golzman. Smirnow ist Smirnow. Er ist ein Leiter. Wie kann ein Leiter Teilnehmer einer illegalen Gruppe bleiben, wenn er mit der Grundlinie dieser Gruppe nicht einverstanden ist! Die Grundlinie dieser Gruppe aber ist der Terror. Und wenn er sagt, dass er 1931 die Worte Sedows nicht als Direktive aufgefasst, sondern als dessen persönliche Meinung hingenommen habe, so hat er 1932 bereits durch Juri Gawen eine direkte Anweisung von Trotzki erhalten. Zu dieser Zeit konnte er sich schon nicht mehr darauf berufen, dass das irgendeine „persönliche Meinung“ war, denn wenn es auch wirklich eine „persönliche“ Einstellung war, so war es die Einstellung Trotzkis!

Von der persönlichen Einstellung Sedows führt ein gerader Weg zur Einstellung Trotzkis. Da gibt es keine persönlichen Einstellungen! Es liegt ein trotzkistischer Beschluss vor, Trotzkis Linie auf den Terror! Sie, Smirnow, laben sie 1931 und 1933 erhalten. Sie haben die Direktive vom Dreitzer nicht persönlich erhalten, aber ich bin tief davon überzeugt. dass Sie davon gewusst haben, obwohl Sie damals in Haft saßen.

Im Jahre 1932 haben Sie durch Gawen eine Direktive Trotzkis erhalten. Trotzki sagt direkt: Terror, Stalin beseitigen, Woroschilow ermorden, die Führer von Partei und Regierung ermorden. Sie, Smirnow, haben diese Weisung erhalten. Sie sagen: ich habe sie erhalten, aber nicht angenommen. Wenn Sie sie nicht angenommen und sich dennoch in irgendeinem Maß den politischen Ehrbegriff bewahrt haben, so mussten Sie im Jahre 1932, nachdem Sie diese Weisung Trotzkis, die Ihnen durch Gawen übersandt worden war, erhalten hatten, mit der trotzkistischen Organisation brechen. Sie verstehen das, darum sagen Sie auch, ich habe mit ihr gebrochen, bin ausgeschieden. Aber wem haben Sie gesagt, dass Sie ausgeschieden sind? Niemandem haben Sie es gesagt. Weder Mratschkowski wusste davon, noch Ter-Waganjan, und nicht einmal die Safonowa. Niemandem haben Sie es gesagt! Niemand hat es gewusst!

Wir haben also keinerlei Recht, diesen Ihren Behauptungen Glauben zu schenken. Wir können behaupten, dass Sie 1932 von Trotzki die Direktive über den Terror erhalten und angenommen haben. Sie wären nicht Smirnow, wenn Sie in der trotzkistischen Gruppe verblieben wären. ohne mit der Grundeinstellung dieser Gruppe, ohne mit der Einstellung einer solchen Autorität einverstanden zu sein, wie sie Trotzki für Sie darstellte. Wir wissen, dass Sie in Ihrer Verteidigungsrede Trotzki verfluchen werden. Niemand wird Ihnen glauben, weil Sie vor diesem Gericht über ihre Arbeit im terroristischen Zentrum auch nicht zwei wahre Worte gesagt haben und nicht sagen wollen. Sie wollten sogar gestern Putnas Rolle verheimlichen. Sie wollten eine Reserve lassen, die vielleicht nicht endgültig entlarvt werden wird. Sie wollten eine Reserve für Trotzki lassen, für Ihre verfluchte illegale trotzkistische Organisation!

Ich bin der Meinung, dass alle von mir angeführten Umstände gestatten, folgendes in Bezug auf Smirnow festzustellen. Erstens: war Smirnow Mitglied des vereinigten Zentrums der terroristischen trotzkistisch-sinowjewistischen Organisation. Mit seiner Anteilnahme war dieses Zentrum organisiert worden. Er war also einer der wichtigsten Organisatoren des Zentrums. Zweitens: er hat dieses Zentrum auf Grund der Direktive Trotzkis organisiert, die er 1931 erhalten hatte. Er verlieh diesem Zentrum den terroristischen Charakter und die terroristische Richtung seiner Tätigkeit.

Drittens. Im Jahre 1932 erhielt Smirnow von Trotzki die zweite Direktive. Das ist einwandfrei festgestellt. Alle Versuche Smirnows, nachzuweisen, dass er, nachdem er diese Direktive erhalten hatte, sich ihr nicht anschloss, obwohl er dennoch zu dieser Zeit in den Reihen der illegalen trotzkistischen Organisation verblieb, sind nicht stichhaltig.

Genossen Richter, noch ein wichtiger Umstand liegt vor. Man kann die Frage so stellen: gewiss, es gab eine terroristische Grundlage, gewiss, es gab terroristische Stimmungen, Gespräche darüber, dass der Terror das einzige Mittel sei - aber wie steht es mit der Organisierung von praktischen Maßnahmen, die auf die Zusammenschweißung der Terrorgruppen, auf die Verwirklichung des Terrors gerichtet waren?

Ter-Waganjan sagte, eine solche Arbeit zur Zusammenschweißung der Terrorgruppen sei durchgeführt worden, doch sei das eine Vorbereitungsarbeit gewesen, die über den Rahmen der Vorbereitung nicht hinausgegangen sei. Verhielt sich das in Wirklichkeit nur so?

Natürlich nicht. Die Sinowjewleute folgten den Trotzkisten und insbesondere Smirnow, der überzeugt und leidenschaftlich auf der schnellsten Verwirklichung des Terrors, und nicht nur auf der Verwirklichung des Terrors überhaupt bestand, sondern auf der Verwirklichung des Terrors gegen die Genossen Stalin, Kirow, Woroschilow und andere unserer Führer. Genosse Stalin und Genosse Kirow haben doch diese ganze ehrlose Opposition zertrümmert! Darum ist es vollständig klar, dass Smirnow, dieser konsequente und restlos überzeugte, unversöhnliche Trotzkist mit der ganzen Kraft seiner organisatorischen Fähigkeiten darauf hinwirken musste, in erster Linie die Ermordung der Führer des ZK unserer Partei, der Führer unseres Landes vorzubereiten. Smirnow beredete Sinowjew: führen wir so schnell wie möglich einen Terrorakt aus, ermorden wir so schnell wie möglich Stalin, Kirow und Woroschilow. Und Sinowjew, der aufgeregt den Trotzkisten nachtrippelt, kommt in Wallung, nur um nicht zurückzubleiben...

Smirnow beredete Sinowjew, dass man sich mit dem Mord beeilen müsse. Mit der Plattform hatte er es nicht so eilig. Er sagt die kann man in einem Zug zusammenstellen. Wozu braucht man eine Plattform, wenn es ein, ihrer Meinung nach, sicheres Mittel gibt - Mord! Smirnow entwarf für die Organisierung der Terrorakte einen konkreten Plan und gab ihn in die Hände seiner Agenten. Die Ermordung des Genossen Kirow geschah, um den Plan zu verwirklichen, für den Sinowjew ebenso wie Kamenew, Smirnow, Mratschkowski und Ter-Waganjan vor dem Sowjetland, vor dem Sowjetvolk, vor dem proletarischen Sowjetgericht die volle Verantwortung tragen müssen.

DEN ANGEKLAGTEN IST DIE MASKE VOM GESICHT GERISSEN

Ich bin der Ansicht, dass die Schuld Sinowjews, Kamenews. Jewdokimows, Bakajews voll und ganz festgestellt ist und dass ich mich der Verpflichtung entheben kann, die zahlreichen Tatsachen aufzuzählen und das Material der gerichtlichen Untersuchung, das sie in vollem Maße überführt, einer Analyse zu unterziehen. Ich möchte nur hervorheben, dass neben Sinowjew, Kamenew, Jewdokimow, Bakajew auch Smirnow, Ter-Waganjan und Mratschkowski stehen müssen. Sie müssen Schulter an Schulter stehen. Sie haben gemeinsam ihre verbrecherische Tätigkeit gegen unsere Regierung gerichtet, haben gemeinsam Kirow getötet und müssen sich deshalb dafür auch gemeinschaftlich und voll und ganz verantworten.

Smirnow begreift dies ausgezeichnet, und deshalb hat er sich auf den Standpunkt des Leugnens gestellt. Zunächst leugnete er alles. Er leugnete die Existenz der trotzkistischen Organisation, er leugnete die Existenz des Zentrums, er leugnete seine Beteiligung am Zentrum, er leugnete die Verbindung mit Trotzki, er leugnete jegliche illegale Aufträge, die er sogar im Jahre 1936 erteilt hatte, wir aber wissen, dass es dieser große Konspirator verstanden hat, selbst dann verbrecherische Weisungen an seine Anhänger zu übermitteln, als er in Haft war. Er leugnete alles - er leugnete die Existenz des trotzkistischen Zentrums vom Jahre 1931. Er leugnete die Existenz eines solchen Zentrums vom Jahre 1932 - er leugnete alles. Seine ganze Vernehmung am 20. Mai bestand nur aus den Worten: „Ich bestreite das, ich bestreite noch einmal, ich bestreite.“ Das ist das einzige, was ihm zu tun übrig blieb.

Angeklagter Smirnow, Ihre Erfahrung hat Sie im Stich gelassen, Ihre Kunst, zu betrügen, haben Sie verlernt. Durch die Aussagen der Safonowa, Mratschkowski, Ter-Waganjan überführt, waren Sie gezwungen einzugestehen, dass es ein Zentrum gegeben hat, dass Sie Mitglied des Zentrums gewesen sind. Ihr Leugnen hat Ihnen nichts geholfen. Sie haben geleugnet und gesagt, dass Sie keinerlei Direktive bezüglich des Terrors erhalten haben, doch hat Sie diesbezüglich Gawen überführt, und Sie haben gestanden. Golzman hat Sie überführt, der von Trotzki den Auftrag erhalten hat. Ihnen persönlich und nur Ihnen die Direktive zu übermitteln, dass jetzt zum Terror übergegangen werden muss. „Der aufs strengste konspirativ gehaltene Trotzkist“ Golzman sagt, dass er diesen Auftrag erhalten, aber nicht weitergegeben hat, und Sie meinen, dass man dies glauben kann. Nein, das wird niemand glauben.

Golzman hat die gleiche Haltung wie Smirnow eingenommen - ich gestehe alles außer dem Terror - weil er weiß, dass ihn der Terror den Kopf kosten kann. In Bezug auf den Terror wurde Smirnow sowohl von Golzman als auch von Mratschkowski als auch von der Safonowa und von Dreitzer überführt.

Am 21. Juli haben Sie etwas andere Aussagen gemacht (Band XXIX, Blatt 51). Das heißt, Sie haben ursprünglich geleugnet, irgendeine Direktive bezüglich der Organisierung des Terrors von Trotzki erhalten zu haben. Hier aber gestehen Sie dies ein. Das Leugnen hat Ihnen nichts genutzt

Als Sie Mratschkowski gegenübergestellt wurden, fuhren Sie fort, den Empfang einer Direktive von Trotzki und die Erteilung des Auftrages an Mratschkowski, eine Terrorgruppe zu organisieren, zu leugnen. Mratschkowski hat Sie beschämt, als er sagte: „Was, Iwan Nikititsch, Sie wollen aus einer schmutzigen, blutigen Sache im weißen Hemdchen hervorgehen.“ Ich kann dies wiederholen: „Glauben Sie denn wirklich, Angeklagter Smirnow, dass Sie aus dieser blutigen Sache heil hervorgehen werden?“ Sie haben auf die Worte Mratschkowskis geantwortet: „Erfindung und Verleumdung“, dann aber haben Sie dennoch so manches zugegeben.

Sie haben eingestanden, dass der Block auf der Grundlage der Notwendigkeit des Terrors organisiert wurde und dass Sie demnach einer der Organisatoren des terroristischen Zentrums waren. Sie haben von Trotzki die Anweisung zum Terror erhalten. Sie haben auf dieser Grundlage eine terroristische, verbrecherische Tätigkeit entfaltet, allerdings hat Sie bei der Beteiligung an der Verwirklichung dieser Tätigkeit Ihre Verhaftung ein wenig gehindert. Nichtsdestoweniger haben Sie diese Sache, wie Sie nur konnten, gefördert.

Ich möchte daran erinnern, dass die Gegenüberstellung mit der Safonowa in der Voruntersuchung, die in der Hauptsache dasselbe zeigte, was wir hier vor Gericht hatten, sehr charakteristisch ist. Smirnow kann sich nicht entschließen, die Beweise abzustreiten, die die Safonowa anführt. Er ersinnt eine Kautschukform der Lüge, er weiß, verleumden wird die Safonowa nicht. Die Safonowa ist seine ehemalige Frau. Zwischen ihnen bestehen keinerlei Differenzen, und auf persönliche Konflikte kann er es nicht schieben. Er sagt: „Ich erinnere mich nicht“, „offenbar konnte ein solches Gespräch stattgefunden haben“. Man fragt ihn: „Hat ein Gespräch über die Organisierung des Terrors stattgefunden?“ „Es hat nicht stattgefunden, es könnte aber stattgefunden haben.“ Die gleiche tierische Feigheit leitet ihn jetzt, wenn er, sich maskierend, erklärt - „ich habe darauf nichts zu antworten“. Am 13. August war er aber gezwungen, einzugestehen, dass dieses Gespräch im Jahre 1932 stattgefunden hat, dass er, Smirnow, dafür die volle Verantwortung trägt, und dass er jetzt sich nicht dieser Verantwortung zu entziehen gedenke.

Ich will zu Ter-Waganjan übergehen. Er hat ursprünglich die gleiche Haltung eingenommen und geleugnet. Am 14. August jedoch hat er wahrheitsgemäßere Aussagen gemacht. Wenn man seine Aussagen und sein ganzes Betragen vor Gericht zusammenfasst, dann kann man zu einigen festen Schlussfolgerungen kommen: Es kann als festgestellt gelten, dass Ter-Waganjan Mitglied des trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums war, dass er an der Organisierung dieses Zentrums aktiven Anteil nahm, dass er die Aufträge des Zentrums auf Grund der Direktive Trotzkis ausgeführt hat, der Direktive, die er durch Vermittlung Smirnows erhielt und die ihm durch Smirnow bekannt war. Er versucht zu behaupten, dass er tatsächlich nichts getan habe. Ich muss jedoch von vornherein sagen, dass, wenn er auch „nichts getan hätte“, so genügt das, was er getan hat, dennoch, um die Artikel 58-8, 19 und 58-8, 58-11 des Strafgesetzbuches auf ihn anzuwenden.

Moissej Lurie und Nathan Lurie. Wir haben hier die Aussagen Nathan Luries gehört, wie und mit welchen Zielen er hierher gekommen ist, welche Arbeit er für die Vorbereitung von Terrorakten unter der Leitung Moissej Luries entwickelt hat, wie er im wesentlichen der Nachfolger jener Gruppe gewesen ist, die vor ihm hier schon Franz Weiz, der faschistische Agent und Vertrauensmann Himmlers, des Chefs der faschistischen schwarzen Ochrana, des Chefs der deutschen Schutzstaffeln und des Chefs der deutschen Gestapo, zusammengeschweißt hatte.

Sie erinnern sich alle an ihre Aussagen, und ich nehme an, dass man darauf nicht näher einzugehen braucht. Voll und ganz, kategorisch und unbestreitbar wurde bewiesen, dass Nathan Lurie und Moissej Lurie Terrorakte vorbereitet haben. Sie müssen voll und ganz die Verantwortung für dieses Verbrechen tragen.

Als ich von den Methoden gesprochen habe, mit deren Hilfe diese Herrschaften operierten, habe ich gezeigt, bemühte ich mich zu zeigen, wie unendlich tief diese Leute sowohl moralisch als auch politisch gefallen sind. Und möglicherweise ist einer der klarsten und charakteristischsten Beweise des grenzenlosen moralischen Verfalls dieser Leute, für die es sogar nicht einmal die moralischen, wenn auch in Anführungszeichen, Grundsätze und Anstandsregeln gibt, die sogar für verstockte Verbrecher und Banditen existieren, das, wovon Reingold hier gesprochen hat. Ich spreche von ihrem Plane, die Spuren der gemeinen Verbrechen zu vernichten.

Genossen Richter, ist es vielleicht ein Zufall, dass sie, als sie mit dem Erfolg ihres verbrecherischen Planes rechneten, niemand anderen als Bakajew zum Vorsitzenden der OGPU ausersahen? Gerade Bakajew, der als tückischer Hasser, als entschlossener Mensch, als hartnäckiger und zäher Mensch mit sehr großer Willenskraft, mit großem Charakter und Standhaftigkeit, als Mensch bekannt ist, der nicht fähig ist, vor irgendwelchen Mitteln halt zumachen, wenn er jene Ziele erreichen will, die er sich gestellt hat.

Wenn einige der Angeklagten sich vollkommen ruhig den Weg zur Macht über Berge von Leichen der Besten unseres Sowjetlandes vorgezeichnet haben, so kann schwerlich angenommen werden, dass nicht Bakajew der entschlossenste und unbeugsame Vollstrecker dieses Planes wäre! Gerade dieser Mensch wurde als Vorsitzender der OGPU im Falle des Erfolges der Verschwörung vorgesehen.

Ich werde nicht auf die lächerliche Verteilung der Portefeuilles der Verschwörer und Terroristen eingehen. Ich betone nur abermals, dass kein anderer als nur Bakajew für den Posten des Vorsitzenden der OGPU vorgesehen war, Sinowjew und Kamenew hielten es nicht für ausgeschlossen, dass die OGPU Fäden der sich vorbereitenden Staatsverschwörung in der Hand habe, und sie hielten es deshalb für die wichtigste Aufgabe, Bakajew zum Vorsitzenden der OGPU zu ernennen;. Er sollte diese Fäden aufgreifen und dann ebenso vernichten, wie auch die physischen Vollstrecker der Terroraufträge selbst.

Den ersten Teil leugnen Kamenew und Sinowjew nicht, den zweiten Teil aber leugnen sie. Er ist zu grauenhaft, und Sinowjew hat gesagt, das ist Jules Verne. Wissen wir aber vielleicht nicht, dass es in der Geschichte solche Beispiele gegeben hat? Kennen wir vielleicht nicht einige benachbarte Staaten, in denen es solche Experimente gegeben bat, wo die Teilnehmer an der Verschwörung durch die Hand der Organisatoren der Verschwörung physisch vernichtet wurden, wie dies auch mit der Vernichtung Röhms und seiner Gefolgsleute der Fall gewesen ist.

Sie selbst, Angeklagter Sinowjew, sagen, dass Bakajew für den Posten des Vorsitzenden der OGPU vorgesehen war, um ihn zur Vernichtung der Spuren der Verbrechen auszunutzen. Warum nennen Sie also dies einen Jules Verne? Sie haben eine grundfalsche Art der Verteidigung gewählt.

Das hat für den Prozess keine große Bedeutung, denn nicht das ist die Frage, nicht das ist das Wesentliche. Das ist einer der bemerkenswerten Züge, die diese Leute charakterisieren, die auf die Führung unseres Landes Anspruch erhoben haben. Das zeigt, welches Glück es war, dass sie rechtzeitig von der Beteiligung an dieser Führung entfernt wurden. Sinowjew und Kamenew sagen, dass dies Phantasien, arabische Märchen seien. Gestatten Sie aber: die Ermordung des Sekretärs Sinowjews Bogdan - was ist das? Ein Märchen? Sinowjew konnte darüber nichts sagen, aber Reingold hat dies entlarvt und Pikel hat es bestätigt.

Sinowjew hat Bakajew auf Bogdan als einen für Terrorakte brauchbaren Menschen hingewiesen.

Reingold sagt es, Pikel bestätigt es, Bakajew jedoch sagt sich davon los und versteckt sich. Es ist dies aber eine Tatsache, von der keiner loskommen kann. Reingold und Pikel haben bewiesen. dass der „Selbstmord“ Bogdans in Wirklichkeit ein Mord gewesen ist. Er wurde von Bakajew im Auftrage des vereinigten Zentrums ausgeführt! „Du schwankst, den Auftrag unseres vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums auszuführen? Wir bringen dich um, oder bringe dich selbst um.“ So hat Bakajew zu Bogdan gesprochen und Bogdan hielt es nicht aus...

Das war der Beginn des Plans. den Sinowjew und Kamenew für den Fall des Erfolges der terroristischen Verschwörung ausgearbeitet haben. Sinowjew und Kamenew haben sich bemüht, den Selbstmord Bogdans als Untergang eines „Opfers“ unseres Sowjetregimes hinzustellen. Sie selbst aber haben Bogdan zum Selbstmord getrieben, indem sie ihn vor das Dilemma stellten - entweder führst du den Terrorakt aus oder machst Schluss mit dir.

Genossen Richter, wenn Sie diese Episode mit allen Kampfmethoden, mit allen Methoden der „Arbeit“ dieser Verbrecherbande verbinden, werden Sie leicht die ganze Richtigkeit der Aussagen Reingolds und Pikels begreifen, die hier vor Gericht wieder und wieder Sinowjew, Kamenew und Jewdokimow als die Urheber einer Anzahl schwerer Verbrechen entlarvt haben.

DIE TOLLGEWORDENEN HUNDE MÜSSEN ALLESAMT ERSCHOSSEN WERDEN

Genossen Richter, ich komme zum Schluss. Es kommt die letzte Stunde, die Stunde der Sühne dieser Leute für die schweren Verbrechen, die sie an unserem großen Lande begangen haben. Die letzte Stunde der Sühne dieser Leute, die die Waffen gegen das Teuerste und Geliebteste, was wir haben, erhoben, gegen die geliebten Führer unserer Partei und unserer Heimat, gegen Stalin, Kaganowitsch, Woroschilow, Ordshonikidse, Shdanow, Postyschew, Kossior und andere Führer unseres Landes der siegreichen, wachsenden und blühenden neuen sozialistischen Gesellschaft. Ein trauriges und schmachvolles Ende erwartet diese Leute, die einst in unseren Reihen standen, obwohl sie sich weder durch Standhaftigkeit, noch durch Ergebenheit gegenüber der Sache des Sozialismus ausgezeichnet haben.

Noch einige Worte. Einige der Angeklagten haben hier versucht, eine Parallele mit der historischen Vergangenheit, eine Parallele mit der Epoche der „Narodnaja Wolja“ zu ziehen, haben versucht, Vergleiche mit den heldenmütigen Terroristen anzustellen, die im vergangenen Jahrhundert mit einem fürchterlichen, hinterlistigen und schonungslos grausamen Feind - mit der zaristischen Regierung den Einzelkampf aufnahmen. Es wurde auch der Name Gerschunis genannt, wobei man Bakajew oder Smirnow meinte. Dies hält keiner Kritik stand. Das war der Kampf eines Häufleins sich selbst aufopfernder Enthusiasten mit dem Ungeheuer Polizei, ein Kampf für die Interessen des Volkes. Wir Bolschewiki sind stets gegen den Terror gewesen, wir müssen aber der Aufrichtigkeit und dem Heldenmut der Narodowolzy Gerechtigkeit widerfahren lassen.

Gerschuni ist kein Bolschewik gewesen, aber auch er hat gegen den Zarismus und nicht gegen das Volk gekämpft.

Ihr aber seid ein Häuflein echter Konterrevolutionäre, Vertreter der Vorhut der internationalen Konterrevolution, ihr aber tratet gegen die Vorhut der proletarischen Weltrevolution auf! Ihr habt euch gegen die Freiheit und das Glück der Völker erhoben! Ein schamloser Vergleich mit der Epoche des Terrorismus der Narodowolzy. Erfüllt von Achtung des Andenkens derer, die aufrichtig und ehrlich, allerdings auf ihren besonderen Wegen und durch ihre besonderen Methoden, aber stets ohne Furcht und Tadel zur Zeit der „Narodnaja Wolja“ im Kampf gegen die zaristische Selbstherrschaft für die Freiheit gewirkt haben - ich lehne entschieden diese ruchlose Parallele ab. Ich wiederhole, eine Parallele ist hier nicht am Platze. Vor uns sind Verbrecher, gefährliche, versteckte, grausame, schonungslos unserem Volke gegenüber, unseren Idealen gegenüber, den Führern unseres Kampfes gegenüber - den Führern des Sowjetlandes, den Führern der Werktätigen der ganzen Welt!

Der Feind ist heimtückisch. Ein heimtückischer Feind darf nicht geschont werden. Das ganze Volk kam in Bewegung bei der ersten Nachricht von dieser ungeheuerlichen Freveltat. Das ganze Volk bebt und ist entrüstet. Und ich, der Vertreter der Staatsanklage, vereinige meine entrüstete, empörte Stimme des staatlichen Anklägers mit den brausenden Stimmen von Millionen! Genossen Richter, ich will schließen und Sie an das erinnern, was in Sachen der schwersten Staatsverbrechen das Gesetz fordert. Ich gestatte mir, Sie an Ihre Pflicht zu erinnern, diese Leute, alle sechzehn, als Staatsverbrecher schuldig zu erkennen und gegen sie in vollem Umfange jene Artikel des Gesetzes anzuwenden, deren Anwendung die Anklage fordert.

Ich fordere, dass diese toll gewordenen Hunde allesamt erschossen werden!

Zurück zum Inhaltsverzeichnis