PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

VORMITTAGSSITZUNG VOM 23. JANUAR 1937

ANKLAGESCHRIFT

in Sachen J. L. Pjatakow, K. B. Radek, G. J. Sokolnikow, L. I. Serebrjakow, N. I. Muralow, J. A. Liwschitz, J. N. Drobnis, M. S. Boguslawski, I. A. Knjasew, S. A. Rataitschak, B. O. Norkin, A. A. Schestow, M. S. Stroilow, J. D. Turok, I. J. Hrasche, G. J. Puschin und V. W . Arnold,

angeklagt des Vaterlandsverrats, der Spionage, Diversionstätigkeit, Schädlingsarbeit und der Vorbereitung terroristischer Akte, d. h. der Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9 und 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR.

In der Untersuchung in Sachen des vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen terroristischen Zentrums, dessen Teilnehmer vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR am 24. August 1936 verurteilt wurden, wurde festgestellt, dass neben dem oben erwähnten Zentrum ein so genanntes Reservezentrum bestand, das auf direkte Weisung L. D. Trotzkis geschaffen worden war für den Fall, dass die verbrecherische Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks durch die Organe der Sowjetmacht entlarvt werden sollte. Die verurteilten Mitglieder des vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums Sinowjew, Kamenew u. a. sagten aus, dass dem Reservezentrum die durch ihre frühere trotzkistische Tätigkeit bekannten J. L. Pjatakow, K. B. Radek, G. J. Sokolnikow und L. P. Serebrjakow angehörten.

In der Voruntersuchung der vorliegenden Strafsache wurde festgestellt, dass das so genannte Reservezentrum in Wirklichkeit ein trotzkistisches Parallelzentrum war, das auf direkte Weisungen des in der Emigration befindlichen L. D. Trotzki organisiert worden war und wirkte.

Am aktivsten entfaltete das trotzkistische Parallelzentrum seine verbrecherische Tätigkeit nach dem verruchten Mord an Sergej Mironowitsch Kirow und der hierauf erfolgten Zertrümmerung des vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums.

Als Hauptaufgabe stellte sich das Parallelzentrum den gewaltsamen Sturz der Sowjetregierung zwecks Änderung der in der Sowjetunion bestehenden Gesellschafts- und Staatsordnung. L. D. Trotzki und auf seine Weisung das trotzkistische Parallelzentrum erstrebten die Ergreifung der Macht mit Hilfe auswärtiger Staaten zwecks Wiederherstellung kapitalistischer Verhältnisse in der UdSSR.

Diese verräterischen Pläne gegen die Sowjetunion legte L. Trotzki in abgeschlossenster Form in seinem Direktivbrief an das trotzkistische Parallelzentrum dar, den der Angeklagte K.B. Radek im Dezember 1935 erhielt.

Der Angeklagte Radek sagte hierüber beim Verhör am 22. Dezember 1936 aus:

„Man muss begreifen, schrieb Trotzki, dass ohne eine gewisse Angleichung der sozialen Struktur der UdSSR an die kapitalistischen Mächte eine Regierung des Blocks nicht imstande sein wird, die Macht zu behaupten und den Frieden aufrechtzuerhalten...
Die Zulassung des deutschen und japanischen Kapitals zur Ausbeutung der UdSSR wird große kapitalistische Interessen auf dem Sowjetterritorium schaffen. Ihnen werden im Dorfe jene Schichten zustreben, die die kapitalistische Psychologie nicht überwunden haben und mit den Kollektivwirtschaften unzufrieden sind. Die Deutschen und die Japaner werden von uns Entspannung der Atmosphäre im Dorfe verlangen, daher wird man auf Zugeständnisse eingehen und die Auflösung der Kollektivwirtschaften oder den Austritt aus den Kollektivwirtschaften zulassen müssen.“ (Bd. 5, Blatt 142, 143)

Und weiter:

„Ich und Pjatakow gelangten zum Schluss, dass diese Direktive das Fazit der Arbeit des Blocks zieht, das Tüpfelchen auf das „i” setzt, indem sie in schärfster Form die Frage aufwirft, dass die Macht des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks unter allen Umständen lediglich die Macht der Restauration des Kapitalismus sein kann.“ (Bd. 5, Blatt 146)

Der Angeklagte Pjatakow sagte, als er den Inhalt seiner Unterredung mit L. Trotzki, die in der Nähe der Stadt Oslo im Dezember 1935 stattgefunden hatte, darlegte, seinerseits aus, dass L. Trotzki, indem er Aktivierung der Diversions-, Schädlings- und terroristischen Tätigkeit der trotzkistischen Organisation in der UdSSR forderte, unterstrich, dass infolge der Vereinbarung mit den kapitalistischen Staaten, wie er sich ausdrückte, ein Rückzug zum Kapitalismus notwendig sei. Laut Aussagen des Angeklagten Pjatakow sagte L. Trotzki:

„Das heißt, dass man wird zurückweichen müssen. Das muss man klar einsehen. Den Rückzug zum Kapitalismus antreten. Wie weit, in welchem Umfange, das lässt sich jetzt schwer sagen - das kann man erst nach dem Machtantritt konkretisieren.“ (Bd. 1, Blatt 269)

Darüber, dass das Programm des trotzkistischen Parallelzentrums das Programm der Wiederherstellung des Kapitalismus in der UdSSR war, sagte der Angeklagte G. J. Sokolnikow beim Verhör am 30. November 1936 aus:

„Dieses Programm sah vor den Verzicht auf die Politik der Industrialisierung, Kollektivierung, und als Ergebnis dieser Lossagung den Aufstieg des Kapitalismus im Dorfe auf der Grundlage der Kleinwirtschaft, der im Verein mit den kapitalistischen Elementen in der Industrie sich zur kapitalistischen Restauration in der UdSSR entwickeln würde... Alle Mitglieder des Zentrums waren sich einig in der Auffassung, dass es unter den gegenwärtigen Verhältnissen kein anderes Programm geben kann und dass es notwendig ist, eben dieses Programm des Blocks zu verwirklichen.“ (Bd. 8, Blatt 225)

Ausgehend von diesen programmatischen Einstellungen traten L. D. Trotzki und seine Komplicen aus dem Parallelzentrum in Verhandlungen ein mit Agenten auswärtiger Staaten zum Zweck des Sturzes der Sowjetregierung mit Hilfe einer Kriegsintervention.

Als Grundlage für diese verräterischen Verhandlungen stellten L. D. Trotzki und das Parallelzentrum auf: die Zulassung der Entwicklung von Privatkapital in der UdSSR, die Auflösung der Kollektivwirtschaften, die Liquidierung der Sowjetwirtschaften, die Übergabe einer ganzen Reihe von Sowjetbetrieben an ausländische Kapitalisten in Konzession und Gewährung anderer wirtschaftlicher und politischer Vorteile an diese auswärtigen Staaten, mit inbegriffen die Abtretung eines Teiles des Sowjetterritoriums.

Hierüber schrieb L. D. Trotzki in dem oben erwähnten Brief an K. Radek, laut Aussage des Angeklagten K. Radek:

„Es wäre absurd zu glauben, dass man an die Macht gelangen könne, ohne sich die wohlwollende Haltung der wichtigsten kapitalistischen Regierungen, insbesondere solcher am meisten aggressiven wie die gegenwärtigen Regierungen Deutschlands und Japans, gesichert zu haben. Es ist unbedingt notwendig, schon jetzt Kontakt und Einvernehmen mit diesen Regierungen herzustellen...“ (Bd. 5, Blatt 140)

In der Untersuchung wurde festgestellt, dass L. D. Trotzki mit einem der Leiter der deutschen nationalsozialistischen Partei in Verhandlungen über den gemeinsamen Kampf gegen die Sowjetunion eintrat.

Wie der Angeklagte Pjatakow aussagte, teilte L. Trotzki während der Unterredung mit ihm im Dezember 1935 mit, dass er im Ergebnis dieser Verhandlungen mit dem erwähnten Leiter der nationalsozialistischen Partei ein Übereinkommen zu den folgenden Bedingungen abgeschlossen habe:

„1. Eine allgemeine günstige Einstellung der deutschen Regierung gegenüber und die erforderliche Zusammenarbeit mit ihr in den wichtigsten Fragen internationaler Natur wird garantiert;
2. die Zustimmung zu Gebietsabtretungen wird gegeben;
3. deutsche Unternehmer sollen in der Form von Konzessionen (oder in irgendwelchen anderen Formen) zur Ausbeutung solcher Betriebe in der UdSSR zugelassen werden, die eine notwendige ökonomische Ergänzung zur Wirtschaft Deutschlands bilden (es handelte sich um Eisenerz, Manganerz, Erdöl, Gold, Holz u. dgl.);
4. in der UdSSR sollen günstige Bedingungen für die Tätigkeit deutscher Privatunternehmungen geschaffen werden;
5. während eines Krieges soll eine aktive Diversionstätigkeit in den Kriegsindustriebetrieben und an der Front entfaltet werden, wobei diese Diversionstätigkeit nach den Weisungen von Trotzki, welche mit dem deutschen Generalstab vereinbart werden, durchgeführt werden soll.
Diese Grundlagen des Übereinkommens waren, wie Trotzki erzählte, bei einer Zusammenkunft Trotzkis mit dem Stellvertreter Hitlers, Hess, endgültig ausgearbeitet und angenommen worden.
Genau so, sagte Trotzki, hat er vollkommen angebahnte Verbindung mit der... Regierung.“ (Bd. 1, Blatt 267, 268)

Über den Charakter dieses Übereinkommens und über den; Umfang der Gebietsabtretungen machte L. Trotzki in seinem Brief an den Angeklagten Radek im Dezember 1935 Mitteilung.

In diesem Brief schrieb L. Trotzki laut Aussagen des Angeklagten K. Radek folgendes:

„...Man wird unvermeidlich auf Gebietsabtretungen eingehen müssen... Man wird an Japan das „Primorje“-Gebiet und das „Priamurje“-Gebiet, an Deutschland die Ukraine abtreten müssen.
Deutschland benötigt Rohstoffe, Nahrungsmittel und Absatzmärkte. Wir werden es zur Beteiligung an der Gewinnung von Erz, Manganerz, Gold, Erdöl, Apatiten zulassen müssen und uns für eine bestimmte Frist verpflichten müssen, ihm Nahrungsmittel und Fette zu Preisen, die unter den Weltmarktpreisen liegen, zu liefern.
Wir werden Japan das Sachaliner Erdöl abtreten und ihm die Lieferung von Erdöl im Falle eines Krieges mit Amerika garantieren müssen. Wir werden es auch zur Gewinnung von Gold zulassen müssen. Wir werden auf die Forderung Deutschlands eingehen müssen, ihm bei der Besitzergreifung der Donauländer und des Balkans nicht entgegenzuwirken und Japan bei der Eroberung Chinas nicht zu stören...“ (Bd. 5, Blatt 142, 144)

Sich nicht auf seine persönlichen Verhandlungen mit Vertretern auswärtiger Staaten beschränkend, wies L. Trotzki die Mitglieder des Parallelzentrums an, mit den Vertretern dieser Staaten in der UdSSR Verbindung aufzunehmen.

Laut Aussagen des Angeklagten Pjatakow hat L. Trotzki in seinen Briefen an das Parallelzentrum

„...von Radek und Sokolnikow, die über entsprechende Möglichkeiten verfügten, verlangt, dass sie mit den offiziellen Vertretern der Mächte hier die nötige Fühlung anbahnen und das unterstützen, was von ihm, Trotzki, praktisch durchgeführt wird“. (Bd. 1, Blatt 257)

lm Einklang mit dieser Direktive L. D. Trotzkis stellten die Angeklagten K. Radek und G. Sokolnikow die Verbindung mit den Vertretern derselben Staaten her.

Hierüber sagte der Angeklagte Radek beim Verhör am 4. Dezember 1936 aus:

„...Die Behauptung Trotzkis betreffend seinen Kontakt mit Vertretern der ... Regierung war kein leeres Geschwätz. Davon konnte ich mich aus den Gesprächen überzeugen, die ich bei diplomatischen Empfängen in den Jahren 1934-1935 mit dem Militärattache Herrn ... und dem Presseattache der ... Botschaft, Herrn ..., einem sehr gut unterrichteten Vertreter Deutschlands, hatte.
Beide gaben mir in vorsichtiger Form zu verstehen, dass die ... Regierung Verbindung mit Trotzki hat.“

Und weiter:

„Ich sagte Herrn K., dass es vollkommen nutzlos sei, von der gegenwärtigen Regierung Zugeständnisse zu erwarten, und dass die ... Regierung auf Zugeständnisse der „Realpolitiker in der UdSSR”, d. h. des Blocks, wenn der letztere an die Macht gelangt, rechnen könne.“ (Bd. 5, Blatt 119, 121)

Auch der Angeklagte Sokolnikow gestand, dass er, seine dienstliche Stellung als Stellvertreter des Volkskommissars der Auswärtigen Angelegenheiten benutzend, nach den Weisungen L. D. Trotzkis geheime Verhandlungen mit Vertretern eines auswärtigen Staates geführt hat.

Der Angeklagte Sokolnikow sagte aus:

„Nach Beendigung einer offiziellen Unterredung, die in meinem Arbeitszimmer stattfand, als Herr ... und der Botschaftssekretär sich zum Gehen anschickten, blieb Herr ... eine Weile zurück.
Beide Dolmetscher hatten mittlerweile das Arbeitszimmer bereits verlassen. Dies benutzend, wechselte Herr ..., während ich ihn zum Ausgang begleitete, einige Sätze mit mir. Herr ... sagte mir: „Ist es Ihnen bekannt, dass Herr Trotzki meiner Regierung gewisse Vorschläge gemacht hat?”
Ich antwortete: „Jawohl, ich bin darüber unterrichtet.”
Herr ... fragte: „Wie beurteilen Sie diese Vorschläge?”
Ich antwortete: „Ich halte diese Vorschläge für sehr ernst.”
Da fragte Herr ...: „ Ist das nur Ihre persönliche Meinung?”
Ich antwortete: „Nein, das ist auch die Meinung meiner Freunde.““
(Bd. 8, Blatt 235, 236)

Ihre hauptsächlichen Hoffnungen auf den Machtantritt setzten L. D. Trotzki und seine Komplizen in der UdSSR auf eine Niederlage der Sowjetunion im bevorstehenden Kriege mit den imperialistischen Staaten. Demgemäß waren L. D. Trotzki persönlich und das Parallelzentrum durch die Angeklagten Radek und Sokolnikow bei ihren Verhandlungen mit Agenten auswärtiger Staaten bestrebt, in jeder Weise den militärischen Überfall dieser Staaten auf die UdSSR zu beschleunigen.

Das bestätigten die Aussagen aller Angeklagten in der vorliegenden Strafsache.

So führte der Angeklagte Radek beim Verhör am 22. Dezember 1936 die folgende Stelle aus einem an ihn gerichteten Briefe L. D. Trotzkis an:

„Man muss feststellen, dass die Machtfrage am realsten erst im Ergebnis einer Niederlage der UdSSR in einem Kriege vor dem Block stehen wird. Hierzu muss sich der Block energisch vorbereiten... Da die Hauptvoraussetzung des Machtantritts der Trotzkisten, falls es ihnen nicht gelingen wird, dies durch Terror zu erreichen, eine Niederlage der UdSSR wäre, muss man, soweit dies möglich, den Zusammenstoß zwischen der UdSSR und Deutschland beschleunigen.“ (Bd. 5, Blatt 143, 117)

L. D. Trotzki und seine Komplizen in der UdSSR hielten es für notwendig, während des bevorstehenden Krieges eine aktive defaitistische Position einzunehmen, den ausländischen Interventen in ihrem Kampfe gegen die UdSSR mit allen Mitteln zu helfen.

So sagte z. B. der Angeklagte Pjatakow, als er den Inhalt des Gesprächs, das er im Dezember 1935 bei Oslo mit L. Trotzki hatte, wiedergab, folgendes aus:

„Was den Krieg anbelangt, so hat sich L. D. Trotzki darüber höchst eindeutig geäußert. Ein Krieg ist seiner Auffassung nach in der nächsten Zeit unvermeidlich. Er, Trotzki, hält es für durchaus notwendig, in diesem Krieg eine ausgesprochen defaitistische Position einzunehmen. Er ist der Ansicht, dass der Machtantritt des Blocks durch die militärische Niederlage der UdSSR zweifellos beschleunigt werden kann.“ (Bd. 1, Blatt 258)

Im Einklang mit diesem Plan der Vorbereitung der Niederlage der UdSSR zum Zweck der Machtergreifung entfalteten L. D. Trotzki, J. Pjatakow, K. Radek, G. Sokolnikow, L. P.Serebrjakow, J. Liwschitz und die anderen in dieser Sache Angeklagten eine Schädlings-, Diversions-, Spionage- und Terrortätigkeit, die auf Untergrabung der wirtschaftlichen und militärischen Macht unserer Heimat abzielte, und verübten auf diese Weise eine Reihe schwerster Staatsverbrechen.

Die Untersuchung hat ergeben, dass auf direkte Weisungen L. Trotzkis und unter der unmittelbaren Leitung des trotzkistischen Parallelzentrums eine Reihe in der vorliegenden Strafsache Angeklagter: Turok, Knjasew, Rataitschak, Schestow, Stroilow, Hrasche und Puschin unmittelbar mit Agenten-Diversanten der deutschen und japanischen Spionageorgane in Verbindung standen, sich systematisch mit Spionage zugunsten Deutschlands und Japans beschäftigten und eine Reihe von Schädlings- und Diversionsakten in Betrieben der sozialistischen Industrie und des Eisenbahnwesens, besonders in Betrieben, die für die Landesverteidigung von Bedeutung sind, verübten

Diese Spionage- und Diversions-Schädlingstätigkeit betrieben die oben genannten Angeklagten gemäß den Übereinkommen, die die Trotzkisten hierüber hatten, gemeinsam mit ausländischen Spionen.

So sagte z. B. der Angeklagte Radek beim Verhör am 22. Dezember 1936, die Aussagen Pjatakows bestätigend, aus, dass einer der Punkte der Abmachung, die Trotzki mit einem Vertreter der deutschen nationalsozialistischen Partei erzielt hatte, die Verpflichtung war,

„...während eines Krieges Deutschlands gegen die UdSSR... eine defaitistische Position einzunehmen, die Diversionstätigkeit, besonders in Betrieben von militärischer Bedeutung, zu verstärken ... nach den mit dem deutschen Generalstab vereinbarten Weisungen Trotzkis zu handeln.“ (Bd. 5, Blatt 152)

Das trotzkistische Parallelzentrum organisierte in Verwirklichung der Vertretern Deutschlands und Japans gegenüber übernommenen Verpflichtungen in einer Reihe von Industriebetrieben der Sowjetunion und im Eisenbahnwesen Diversions- und Schädlingsgruppen, denen die Aufgabe gestellt war, Diversions- und Schädlingsakte auszuführen.

Der Angeklagte Pjatakow sagte beim Verhör am 4. Januar 1937 aus:

„Ich empfahl meinen Leuten (und tat es auch selbst), sich bei ihrer Schädlingsarbeit nicht zu zersplittern, ihre Aufmerksamkeit auf die wichtigsten großen Industrieobjekte, die für die Landesverteidigung und für die gesamte Sowjetunion von Bedeutung sind, zu konzentrieren.
In diesem Punkt handelte ich nach der Direktive Trotzkis: „Empfindliche Schläge an den empfindlichsten Stellen versetzen!““ (Bd. 1, Blatt 287)

Dieser Richtlinie des Angeklagten J. Pjatakow Folge leistend,. verübten die vom Parallelzentrum organisierten Gruppen eine Reihe von Diversions- und Schädlingsakten in Industriebetrieben und im Eisenbahnwesen.

So z. B. wurde, wie in der Gerichtsverhandlung vom 19.-22. November 1936 in Sachen der trotzkistischen Diversionsgruppe im Kemerowoer Bergwerk festgestellt worden ist, auf die Weisung des Angeklagten Drobnis eine Explosion in der Grube „Zentralnaja“ organisiert, bei der zehn Arbeiter getötet und vierzehn Arbeiter schwer verwundet wurden.
(Siehe die der vorliegenden Strafsache beigefügten Materialien und Dokumente der Gerichtsverhandlung im Kemerowoer Prozess vom 19.-22. November 1936.)

Im Gorlowkaer Stickstoffdünger-Kombinat wurden unter Leitung des Angeklagten Rataitschak drei Diversionsakte organisiert, darunter zwei Explosionen, die Menschenleben forderten und dem Staat enormen materiellen Schaden zufügten.

Ähnliche Diversionsakte wurden im Auftrage Rataitschaks von Teilnehmern der trotzkistischen Organisation auch in anderen chemischen Betrieben der Sowjetunion (im Woskressensker Chemischen Kombinat und im Newa-Werk) verübt.

Der Diversionscharakter dieser Explosionen ist in den Akten der speziellen technischen Expertise und durch die eigenen Geständnisse der Angeklagten Rataitschak, Puschin und Hrasche festgestellt. (Bd. 40, Blatt 30, 39, 50) (Siehe die Akten der technischen Expertise.)

Eine besonders aktive Diversions- und Schädlingstätigkeit im Eisenbahnwesen betrieben die in der vorliegenden Strafsache angeklagten J. A. Liwschitz, J. D. Turok, I. A. Knjasew und M.S. Boguslawski.

So hat der Angeklagte Knjasew im direkten Auftrag des trotzkistischen Parallelzentrums eine Reihe von Zugentgleisungen, vorwiegend Entgleisungen von Militärzügen, organisiert und herbeigeführt, denen zahlreiche Menschenleben zum Opfer fielen. Die ernstesten dieser Zugentgleisungen sind:

a) die Entgleisung eines Militärzuges auf der Station „Schumicha“ am 27. Oktober 1935, bei der 29 Rotarmisten ums Leben kamen und 29 Rotarmisten verletzt wurden;
b) die Zugentgleisung auf der Strecke „Jachino-Ustj-Kataw“ im Dezember 1935;
c) die Zugentgleisung auf der Strecke „Jedinower-Berdjausch“ Im Februar 1936.

Entgleisungen von Militärzügen organisierte der Angeklagte Knjasew nicht nur auf Weisungen des Parallelzentrums und im Besonderen des Leiters der Diversions- und Schädlingstätigkeit im Eisenbahnwesen, des Angeklagten Liwschitz, sondern auch im direkten Auftrage eines Agenten des japanischen Spionagedienstes, Herrn H.

Hierüber sagte der Angeklagte Knjasew beim Verhör am 14. Dezember 1936 aus:

„Was die Spionagetätigkeit und den Schlag anbelangt, der der Roten Armee durch Herbeiführung von mit Menschenopfern verbundenen Militärzugentgleisungen versetzt werden sollte, so schritt ich zu dieser Tätigkeit erst, nachdem ich die Stellung der trotzkistischen Organisation zur Spionage- und Diversionstätigkeit gegen die Rote Armee zugunsten des japanischen Spionagedienstes geklärt hatte.
Den Auftrag betreffend die Entfaltung der Diversions- und Schädlingstätigkeit im Verkehrswesen und die Organisierung von Zugentgleisungen habe ich restlos ausgeführt, da in dieser Frage der Auftrag des japanischen Spionagedienstes sich vollkommen mit dem Auftrag deckte, den ich etwas früher von der trotzkistischen Organisation erhalten hatte.“ (Bd. 32, Blatt 61, 57)

Über die Zusammenarbeit mit Agenten des japanischen Spionagedienstes sagte auch der Angeklagte J. D. Turok aus. (Bd. 23, Blatt 106)

Bei der Ausführung von Diversionsakten zusammen mit Agenten ausländischer Spionagedienste, bei der Organisierung von Zugentgleisungen, Explosionen und Brandstiftungen in Gruben und Industriebetrieben schraken die in der vorliegenden Strafsache Angeklagten auch nicht vor den niederträchtigsten Kampfmitteln zurück und begingen bewusst und überlegt solche ungeheuerliche Verbrechen wie Vergiftung und Vernichtung von Arbeitern in Betrieben, in dem Bestreben, bei den Arbeitern Unzufriedenheit mit der Sowjetmacht hervorzurufen.

So sagte der Angeklagte Pjatakow beim Verhör am 4. Dezember 1936 hierüber aus:

„Wir zogen in Betracht, dass, falls es notwendig sein sollte, zwecks Ausführung der Schädlingspläne zu Diversionsakten zu greifen, Menschenopfer unvermeidlich seien. Wir zogen das in Betracht und nahmen es als unvermeidlich hin.“ (Bd. 1, Blatt 196, 197)

Noch zynischer sagte hierüber der Angeklagte Drobnis aus:

„Es ist sogar besser, wenn es in der Grube Opfer gibt, denn sie werden bei den Arbeitern unzweifelhaft Erbitterung hervorrufen und das brauchen wir gerade.“ (Bd. 13, Blatt 66)

Dass diese Feinde des Volkes bei der Organisierung von Diversionsakten bewusst mit zahlreichen Opfern an Menschenleben rechneten, bezeugt auch die folgende Aussage des Angeklagten Knjasew vom 26. Dezember 1936:

„Liwschitz erteilte den besonderen Auftrag, eine Reihe von Diversionsakten (Explosionen, Zugentgleisungen oder Vergiftungen) vorzubereiten und zu verüben, die eine große Anzahl von Menschenopfern erfordern würden.“ (Bd. 32, Blatt 92)

Ähnliche Aussagen machte auch der Angeklagte J. D. Turok. (Bd. 23, Blatt 73)

Eine besonders aktive Zerstörungsarbeit in Industriebetrieben und im Eisenbahnwesen durch Explosionen, Brandstiftungen, Zugentgleisungen u. dgl. sollten das trotzkistische Zentrum und die von ihm geleiteten Diversionsgruppen in Betrieben und im Verkehrswesen während des Krieges entfalten, wo diese ungeheuerlichen Verrätereien der Wehrfähigkeit der Sowjetunion einen besonders empfindlichen Schlag versetzen würden.

So gab der Angeklagte Pjatakow dem Angeklagten Norkin die Weisung, eine Brandstiftung im Kemerowoer Chemischen Kombinat zum Zeitpunkt des Kriegsausbruches vorzubereiten.

Der hierüber vernommene J. L. Pjatakow sagte aus:

„Ja, das bestätige ich. Einen solchen Auftrag habe ich Norkin tatsächlich gegeben. Das war bald nach meiner Zusammenkunft mit Trotzki, bei der er mir gegenüber die Fragen aufwarf, die die Notwendigkeit betrafen, bei Kriegsbeginn Diversionsakte in für die Landesverteidigung produzierenden Betrieben durchzuführen. Eben in diesem Zusammenhang sprach ich mit Norkin über die Notwendigkeit, die Möglichkeit der Ausführung eines solchen Diversionsaktes in Kemerowo ins Auge zu fassen.“ (Bd. 1, Blatt 309)

Der Angeklagte Knjasew sagte seinerseits beim Verhör am 14. Dezember 1936 aus, dass er im Einvernehmen mit dem Parallelzentrum vom Agenten des japanischen Spionagedienstes, Herrn H., für den Fall eines Krieges den Auftrag empfing:

„...Brandstiftungen in Militärdepots, Truppenverpflegungs- und Sanitätsstellen zu organisieren.“ (Bd. 32, Blatt 68)

Einen noch ungeheuerlicheren gegen das Sowjetvolk gerichteten Auftrag empfing der Angeklagte Knjasew von dem gleichen Agenten des japanischen Spionagedienstes, Herrn H.:

„...besonders scharf stellte der japanische Spionagedienst die Frage der Anwendung von bakteriologischen Mitteln im Kriegsfall zum Zwecke der Verseuchung von für Truppen bereitgestellten Zügen wie auch von Truppenverpflegungs- und Sanitätsstellen durch akut wirkende Infektionsbakterien...“ (Bd. 32, Blatt 68)

Die verräterische Verbindung des Angeklagten Knjasew mit dem japanischen Spionagedienst ist nicht allein durch die persönlichen Aussagen Knjasews festgestellt worden, sondern auch durch die bei ihm gefundene Korrespondenz mit Herrn H. und durch Photos (Briefe des Herrn H. mit dem Datum „15./XII.“ und vom 23./VIII. 1936). (Bd. 32, Blatt 121)

Auf Grund des Materials der Voruntersuchung und der eigenen Geständnisse der Angeklagten - S. A. Rataitschak, I. A. Knjasew, J. D. Turok, G. J. Puschin, I. J. Hrasche, A. A. Schestow und M. S. Stroilow - wurde festgestellt, dass das trotzkistische Parallelzentrum neben der Diversions- und Schädlingstätigkeit im Kampfe gegen die Sowjetunion eine nicht minder ernste Bedeutung der Organisierung der Spionage zugunsten ausländischer Geheimdienste beimaß.

Alle bezeichneten Angeklagten, die mit Vertretern des deutschen und japanischen Spionagedienstes in Verbindung standen, belieferten diese systematisch mit geheimen Informationen von größter staatlicher Bedeutung.

So z. B. lieferte der Angeklagte I. A. Knjasew dem japanischen Spionagedienst durch den oben erwähnten Agenten dieses Spionagedienstes, Herrn H., geheime Informationen über den technischen Befund, die Mobilmachungsbereitschaft der Eisenbahnen. der UdSSR und über Truppentransporte. (Bd. 32, Blatt 103)

Die Angeklagten S. A. Rataitschak, G. J. Puschin und I. J. Hrasche haben gestanden, dass sie mit dem deutschen Geheimdienst Verbindung hatten, dem sie geheimes Material über den Zustand und die Arbeit unserer chemischen Werke lieferten.

Der hierüber vernommene Angeklagte Hrasche sagte aus:

„Die Organisation, der ich angehörte, übte im Auftrage des deutschen Spionagedienstes nicht allein eine Diversions-, sondern auch eine Spionagetätigkeit in Betrieben der chemischen Industrie aus.“ (Bd. 21, Blatt 40)

Der Angeklagte G. J. Puschin, der seine Beteiligung an der Spionage eingestand, sagte aus, dass er und der Angeklagte S. A. Rataitschak die Verbindung mit dem deutschen Spionagedienst durch den Monteur Lenz der Firma „Linde“ unterhielten.

Der Angeklagte G. J. Puschin sagte beim Verhör am 26. Oktober 1936 aus:

Lenz wurde folgendes Material übergeben:
1. Angaben über die Produktion in allen chemischen Betrieben der Union im Jahre 1934;
2. das Arbeitsprogramm aller chemischen Betriebe der Union für das Jahr 1935;
3. der Aufbauplan von Stickstoffkombinaten, in welchem die Bauarbeiten bis Ende 1938 vorgesehen waren.
Dieses gesamte Material übergab ich persönlich Lenz zu verschiedenen Zeitpunkten in der ersten Hälfte des Jahres 1935.
Außerdem erfuhr ich von Lenz, dass er unmittelbar von Rataitschak Angaben über die Produktion im Jahre 1934 und das Arbeitsprogramm für das Jahr 1935 in den militärchemischen Werken erhalten hatte. Außerdem wurde Lenz von mir systematisch mit Auskünften über Stillstände, Havarien, über den Zustand der Einrichtungen in den Stickstoffwerken beliefert.“ (Bd. 19, Blatt 31)

Eine ähnliche Spionagearbeit zugunsten des deutschen Spionagedienstes betrieben auch die Angeklagten A. A. Schestow und M. S. Stroilow, die überführt wurden, in verbrecherischer Verbindung mit einer Reihe von Spionen gestanden zu haben, welche in der UdSSR als ausländische Spezialisten eintrafen, wie es z. B. mit dem wegen Spionage- und Diversionstätigkeit im „Kemerowoer Prozess“ verurteilten Ingenieur Stickling der Fall war.

Die Spionagetätigkeit der Trotzkisten zugunsten des deutschen Spionagedienstes wurde in einer Reihe von Fällen durch ihre Verbindung mit einigen deutschen Firmen verhüllt.

In der Untersuchung der vorliegenden Strafsache wurde festgestellt, dass zwischen L. Trotzki und einigen deutschen Firmen eine Abmachung getroffen wurde, derzufolge diese Firmen die Trotzkisten auf Kosten eines Fonds unterhielten, der durch Aufschläge auf die Preise der aus Deutschland nach der Sowjetunion importierten Waren geschaffen wurde.

Hierüber sagte der Angeklagte Pjatakow im Zusammenhang mit seiner Unterredung mit dem in Emigration befindlichen Sohne Trotzkis - L. L. Sedow -folgendes aus:

„...Sedow übergab mir Weisungen Trotzkis, die dahin gingen, dass ich mich bemühen soll, möglichst viel Bestellungen an die Firmen „Demag” und „Borsig“ zu vergeben, mit deren Vertretern Trotzki in Verbindung steht. Sie werden - fügte Sedow hinzu - höhere Preise zahlen müssen, doch wird dieses Geld für unsere Arbeit verwendet werden.“ (Bd. 1, Blatt 227)

In ihren Plänen hinsichtlich des Sturzes der Sowjetregierung und der Machtergreifung wurde von L. Trotzki und dem Parallelzentrum Terrorakten gegen die Führer der Kommunistischen Partei der UdSSR und der Sowjetregierung erstrangige Bedeutung beigemessen.

Die Voruntersuchung der vorliegenden Strafsache hat festgestellt, dass das trotzkistische Parallelzentrum auf direkte Weisungen L. D. Trotzkis, die J. L. Pjatakow und K. B. Radek erhalten hatten, eine Reihe Terroristengruppen in Moskau, Lenin grad, Kiew, Rostow, Sotschi, Nowosibirsk und anderen Städten organisiert hat.

Laut Aussagen des Angeklagten K. Radek verlangte L. D. Trotzki:

„...eine enge Gemeinschaft aus zuverlässigen Leuten ist zwecks Verübung von terroristischen Anschlägen gegen die Führer der Kommunistischen Partei der UdSSR, in erster Linie gegen Stalin, zu organisieren.“ (Bd. 5, Blatt 102)

Gleiche Weisungen erteilte L. D. Trotzki dem Angeklagten Pjatakow in der Unterredung mit ihm im Jahre 1935. Der Angeklagte Pjatakow sagte aus, dass

„...Trotzki während dieser Unterredung sagte: „Sie müssen begreifen, dass ohne eine ganze Serie von Terrorakten, die man möglichst schnell durchführen muss, es unmöglich ist, die Stalinsche Regierung zu stürzen.
Man muss den Kampf noch mehr verschärfen, noch mehr erweitern. Man muss buchstäblich vor nichts haltmachen, um Stalin zu stürzen.“ (Bd. 1, Blatt 263, 264)

So instruierte der Agent des Faschismus L. D. Trotzki die trotzkistische Organisation, die eine Reihe von Terrorakten gegen die Führer der Kommunistischen Partei der UdSSR und der Sowjetregierung vorbereitete.

Bei der Organisierung der oben erwähnten terroristischen Akte suchte das trotzkistische Zentrum die Reisen der Führer der Kommunistischen Partei der UdSSR und der Sowjetregierung in die Provinz auszunutzen.

So z. B. verübten die trotzkistischen Terroristen unter der Leitung des Angeklagten Schestow während des Aufenthaltes des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, Genossen W. M. Molotow, in Sibirien im Jahre 1934 einen Anschlag auf das Leben des Genossen W. M. Molotow, indem sie eine Automobilkatastrophe herbeiführten.

Das Mitglied der trotzkistischen Terrorgruppe, das dieses verruchte Verbrechen unmittelbar ausführte, der Angeklagte Arnold, sagte hierüber beim Verhör am 21. September 1936 folgendes aus:

„Im September 1934 - auf den Tag kann ich mich nicht genau besinnen - ließ Tscherepuchin mich zu sich ins Arbeitszimmer rufen und kündigte mir an, dass Molotow nach Prokopjewsk kommen werde... Er erklärte mir zugleich, dass ich mich opfern und unbedingt mit meinem Auto, das Molotow zur Verfügung gestellt werden soll, eine Katastrophe herbeiführen müsse. Ich willigte ein und erwiderte, dass alles ausgeführt werden würde.“ (Bd. 36, Blatt 32, 33)

Der Angeklagte Schestow bestätigte dies und sagte aus:

„Auf Weisung Muralows betrieb ich im Jahre 1934 die aktive Vorbereitung eines Terroraktes gegen den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR Molotow und den Sekretär des Westsibirischen Landesparteikomitees Eiche.“ (Bd. 15, Blatt 157)

Der Anschlag auf das Leben des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, Genossen W. M. Molotow, mittels eines Unfalls des Automobils, in dem er von der Expeditionsstelle der Grube No. 3 (Prokopjewsker Bergwerksverwaltung) nach der Arbeitersiedlung fuhr, wurde tatsächlich verübt, jedoch ohne Erfolg. (Bd. 36, Blatt 48)

So sieht die niederträchtige, verräterische, sowjetfeindliche Tätigkeit der verruchten faschistischen Söldlinge, Vaterlandsverräter und Volksfeinde - der Trotzkisten aus.

In ihrem lang andauernden Kampf gegen die Partei und die Sowjetmacht endgültig geschlagen, infolge des vollen Sieges des Sozialismus in der UdSSR jeglicher Unterstützung der Volksmassen beraubt, eine isolierte und politisch dem Untergang geweihte Gruppe von Banditen und Spionen, die vom Sowjetvolk mit allgemeiner Verachtung gebrandmarkt wurde, haben L. D. Trotzki und seine Helfershelfer Pjatakow, Radek, Sokolnikow, Serebrjakow, Liwschitz und die übrigen in dieser Strafsache Angeklagten unerhörten Verrat an den Interessen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft, Verrat an der Heimat geübt und sind zu einer Spionage-, Diversions- und Schädlingsagentur der deutschen und Japanischen faschistischen Mächte geworden.

ANKLAGEFORMEL

Die Untersuchung erachtet als bewiesen:

1. dass auf Weisung L. D. Trotzkis im Jahre 1933 ein Parallelzentrum organisiert wurde, bestehend aus den in der vorliegenden Strafsache angeklagten J. L. Pjatakow, K. B. Radek, G. J. Sokolnikow und L. P. Serebrjakow, dessen Aufgabe die Leitung der verbrecherischen sowjetfeindlichen Spionage-, Diversions- und Terrortätigkeit war, die abzielte auf Untergrabung der militärischen Macht der UdSSR, Beschleunigung eines Kriegsüberfalls auf die UdSSR, Hilfeleistung an fremdländische Aggressoren bei der Besitzergreifung von Territorien und Zerstückelung der UdSSR, Sturz der Sowjetmacht und Wiederherstellung des. Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie in der Sowjetunion;

2. dass im Auftrage desselben L. D. Trotzki dieses Zentrum durch die Angeklagten Sokolnikow und Radek in Beziehungen zu Vertretern gewisser auswärtiger Staaten trat zwecks Organisierung des gemeinsamen Kampfes gegen die Sowjetunion, wobei das trotzkistische Zentrum sich verpflichtete, im Falle seines Machtantritts diesen Staaten eine ganze Reihe politischer und wirtschaftlicher Vergünstigungen und Gebietsabtretungen zu gewähren;

3. dass gleichzeitig dieses Zentrum durch seine Mitglieder und andere Teilnehmer der verbrecherischen trotzkistischen Organisation systematisch Spionage zugunsten dieser Staaten betrieb, indem es den Spionagediensten fremder Staaten geheime Informationen von größter staatlicher Bedeutung auslieferte;

4. dass zum Zwecke der Untergrabung der wirtschaftlichen Macht und der Wehrfähigkeit der UdSSR von diesem Zentrum in einigen Betrieben und im Eisenbahnwesen eine Reihe von Schädlings- und Diversionsakten organisiert und verübt wurde, die Opfer an Menschenleben und Vernichtung wertvollen Staatsgutes zur Folge hatten;

5. dass dieses Zentrum eine Reihe von terroristischen Akten gegen die Führer der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, und der Sowjetregierung vorbereitete, wobei Versuche unternommen wurden, diese Akte auszuführen;

6. dass an der oben erwähnten verbrecherischen Tätigkeit dieses Zentrums außer seinen Leitern- den Angeklagten J. L. Pjatakow, G. J. Sokolnikow, K. B. Radek und L. P. Serebrjakow - aktiv teilnahmen die Angeklagten: J. A. Liwschitz, N. I. Muralow, J. N. Drobnis, M. S. Boguslawski, I. A. Knjasew, J. D. Turok, S. A. Rataitschak, B. O. Norkin, A. A. Schestow, M. S. Stroilow, I. J. Hrasche, G. J. Puschin und V. W. Arnold.

Alle Angeklagten haben sich der ihnen zur Last gelegten Verbrechen restlos schuldig bekannt und sind durch die in den Akten vorhandenen Dokumente, durch materielle Beweisstücke und Zeugenaussagen überführt.

Auf Grund des Dargelegten wird die Anklage erhoben gegen:

1. Pjatakow, Jurij (Georgij) Leonidowitsch, geboren 1890, Angestellter;
2. Sokolnikow, Grigorij Jakowlewitsch, geboren 1888, Angestellter;
3. Radek, Karl Bernhardowitsch, geboren 1885, Journalist;
4. Serebrjakow, Leonid Petrowitsch, geboren 1888, Angestellter;

- dass sie, als Teilnehmer des sowjetfeindlichen illegalen trotzkistischen Zentrums, Vaterlandsverrat geübt haben, indem sie die Verbrechen begingen, die in den Punkten 1-6 der Anklageformel bezeichnet sind, d. h. Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9 und 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR.

5. Liwschitz, Jakow Abramowitsch, geboren 1896,Angestellter;
6. Muralow, Nikolai Iwanowitsch, geboren 1877, Angestellter;
7. Drobnis, Jakow Naumowitsch, geboren 1891, Angestellter;
8. Boguslawski, Michail Solomonowitsch, geboren 1886, Angestellter;
9. Knjasew, Iwan Alexandrowitsch, geboren 1893, Angestellter;
10. Rataitschak, Stanislaw Antonowitsch, geboren 1894, Angestellter;
11. Norkin, Boris Ossipowitsch, geboren 1895, Angestellter;
12. Schestow, Alexej Alexandrowitsch, geboren 1896, Angestellter;
13. Stroilow, Michail Stepanowitsch, geboren 1899, Angestellter;
14. Turok, Jossif Dmitrijewitsch, geboren 1900, Angestellter;
15. Hrasche, Iwan Jossifowitsch, geboren 1886, Angestellter;
16. Puschin, Gawriil Jefremowitsch, geboren 1896, Angestellter;
17. Arnold, Valentin Wolfriedowitsch, alias Wassiljew, Valentin Wassiljewitsch, geboren 1894, Angestellter;

- dass sie als aktive Teilnehmer derselben sowjetfeindlichen illegalen trotzkistischen Organisation Vaterlandsverrat geübt haben, indem sie die Verbrechen begingen, die in den Punkten 1-6 der Anklageformel bezeichnet sind, d. h. Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9 und 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR.

Die durch das Material der vorliegenden Strafsache der unmittelbaren Leitung der verräterischen Tätigkeit des trotzkistischen Zentrums abermals überführten, - in der Emigration befindlichen L. Trotzki und dessen Sohn L. L. Sedow sind für den Fall, dass sie auf denn Territorium der UdSSR angetroffen werden, sofort zu verhaften und vor das Gericht des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR zu stellen.

Auf Grund des Dargelegten und in Übereinstimmung mit dem Beschluss des Zentralexekutivkomitees der Union der SSR vom 10. Juli 1934 sind alle oben angeführten Personen vor das Gericht des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR zu stellen.

Die vorliegende Anklageschrift wurde abgefasst in Moskau am 19. Januar 1937.

Der Staatsanwalt der Union der SSR

A. WYSCHINSKI

 

VORSITZENDER: Angeklagter Pjatakow, bekennen Sie sich Im Sinne der gegen Sie erhobenen Anklage schuldig?

PJATAKOW: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Sokolnikow, bekennen Sie sich im Sinne der gegen Sie erhobenen Anklage schuldig?

SOKOLNIKOW: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Radek, bekennen Sie sich schuldig?

RADEK: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Serebrjakow, bekennen Sie sich schuldig?

SEREBRJAKOW: Ja.

VORSITZENDER: Angeklagter Liwschitz, bekennen Sie sich schuldig?

LIWSCHITZ: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Muralow, bekennen Sie sich schuldig?

MURALOW: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Drobnis, bekennen Sie sich schuldig?

DROBNIS: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Boguslawski, bekennen Sie sich schuldig?

BOGUSLAWSKI: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Knjasew, bekennen Sie sich schuldig?

KNASEW: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Rataitschak, bekennen Sie sich schuldig?

RATAITSCHAK: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Norkin, bekennen Sie sich schuldig?

NORKIN: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Schestow, bekennen Sie sich schuldig?

SCHESTOW: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Stroilow, bekennen Sie sich schuldig?

STROILOW: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Turok, bekennen Sie sich schuldig?

TUROK: Ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Hrasche, bekennen Sie sich schuldig?

HRASCHE: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Puschin, bekennen Sie sich schuldig?

PUSCHIN: Ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Angeklagter Arnold, bekennen Sie sich schuldig?

ARNOLD: Ja, ich bekenne mich schuldig.

VORSITZENDER: Die Sitzung wird für 15 Minuten unterbrochen.

VORSITZENDER: Die Sitzung wird fortgesetzt. Genosse Staatsanwalt, welche Vorschläge haben Sie hinsichtlich der Reihenfolge der gerichtlichen Untersuchung der Strafsache zu machen?

WYSCHINSKI: Ich beantrage, die gerichtliche Untersuchung mit dem Verhör der Angeklagten zu beginnen; die Zeugen je nach dem Gang der gerichtlichen Untersuchung sowie des Verhörs der Angeklagten, entsprechend der Notwendigkeit der Aufklärung oder Präzisierung dieser oder jener Umstände der Strafsache zu vernehmen. Ich würde bitten, die Angeklagten in folgender Reihenfolge zu verhören: mit Pjatakow anzufangen, ferner Radek, Sokolnikow, Serebrjakow, nach ihnen Drobnis, Muralow, Boguslawski, Norkin, Schestow und Stroilow zu verhören. Daraufhin die Eisenbahnergruppe: Liwschitz, Knjasew, Turok zu verhören. Nach ihnen: Rataitschak, Hrasche und Puschin, und die Untersuchung mit dem Verhör Arnolds abzuschließen.

VORSITZENDER: Die Verteidigung hat keine Einwände zu erheben?

VERTEIDIGUNG: Nein.

VORSITZENDER: Haben die Angeklagten Einwände?

DIE ANGEKLAGTEN: Nein.

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