PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

VORMITTAGSSITZUNG VOM 23. JANUAR 1937

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN PJATAKOW

VORSITZENDER: Der Gerichtshof bestätigt die vom Staatsanwalt vorgeschlagene Reihenfolge der gerichtlichen Untersuchung. Als erster wird der Angeklagte Pjatakow verhört. Hat der Staatsanwalt Fragen zu stellen?

WYSCHINSKI: Sagen Sie, wann begann die letzte Periode Ihrer illegalen trotzkistischen Tätigkeit?

PJATAKOW: 1931 begann die letzte Periode, die Jahre 1926/27 nicht gerechnet.

WYSCHINSKI: Worin kam diese Tätigkeit zum Ausdruck?

PJATAKOW: Im Jahre 1931 befand ich mich auf einer Dienstreise in Berlin. Gleichzeitig mit mir waren einige Trotzkisten dort, darunter I. N. Smirnow und Loginow. Mich begleitete auch Moskaljow. Auch Schestow war dort.
Mitte Sommer 1931 teilte mir Iwan Nikititsch Smirnow in Berlin mit, dass jetzt der trotzkistische Kampf gegen die Sowjetregierung und die Parteiführung mit neuer Kraft wieder aufgenommen wird, dass er - Smirnow - in Berlin eine Zusammenkunft mit Trotzkis Sohn, Sedow, hatte, der ihm im Auftrage Trotzkis neue Direktiven gab, die darin bestanden, dass man auf Massenkampfmethoden verzichten müsse, dass die grundlegende Kampfmethode, die jetzt angewendet werden müsse, die Methode des Terrors und, wie er sich damals ausdrückte, die Methode der Gegenaktion gegen die Maßnahmen der Sowjetmacht sei.

WYSCHINSKI: Wann war das?

PJATAKOW: Ich kann mich jetzt des Monats nicht genau entsinnen, es war aber Mitte des Sommers.

WYSCHINSKI: Wo haben Sie damals gearbeitet?

PJATAKOW: Ich habe damals im Obersten Volkswirtschaftsrat als Vorsitzender der Unionsvereinigung der chemischen Industrie gearbeitet.

WYSCHINSKI: Und wo hat Smirnow gearbeitet?

PJATAKOW: Smirnow hat in der Hauptverwaltung für Transportmaschinen gearbeitet.

WYSCHINSKI: Von welchem Smirnow sprechen Sie?

PJATAKOW: Von dem bekannten Trotzkisten Iwan Nikititsch Smirnow.

WYSCHINSKI: Von demselben, der vor Gericht stand?

PJATAKOW: Ja, von demselben, der später dem vereinigten sinowjewistisch-trotzkistischen Zentrum angehörte.

WYSCHINSKI: Wie sind Sie mit ihm zusammengekommen? Dienstlich oder speziell in Zusammenhang mit Ihren illegalen Angelegenheiten?

PJATAKOW: Es ist für mich schwierig, diese Frage zu beantworten, weil ich mit ihm wiederholt Zusammenkünfte auch dienstlicher Art hatte. Bei einer dieser Zusammenkünfte begann er mir, als niemand in meinem Arbeitszimmer war, von der Wiederaufnahme des trotzkistischen Kampfes und den neuen Einstellungen Trotzkis zu erzählen.
Bei der gleichen Gelegenheit sagte mir Smirnow, eine der Ursachen der Niederlage der trotzkistischen Opposition in den Jahren 1926/27 habe darin bestanden, dass wir uns auf ein Land beschränkten und nicht Unterstützung von auswärts suchten.
Gleichzeitig teilte er mir mit, dass Sedow mich dringend sehen möchte, und empfahl mir von sich aus, mit Sedow zusammenzukommen, da Sedow einen Spezialauftrag Trotzkis an mich habe.
Ich erklärte mich zu dieser Zusammenkunft bereit. Smirnow gab Sedow meine Fernsprechnummer an, und wir vereinbarten telephonisch eine Zusammenkunft. Es gibt ein Kaffee „Am Zoo“ nicht weit vom Zoologischen Garten, auf dem Platz. Ich ging dorthin und erblickte Lew Sedow an einem der Tische. Wir kannten einander sehr gut von früher her. Er sagte mir, dass er mit mir nicht in eigenem Namen, sondern im Namen seines Vaters, Trotzkis, spreche, dass Trotzki, als er erfuhr, dass ich in Berlin bin, ihn kategorisch angewiesen habe, meinen Aufenthaltsort zu ermitteln, mit mir persönlich zusammenzukommen und mit mir Rücksprache zu nehmen.

WYSCHINSKI: Bevor Sie zur Darlegung Ihrer Unterredung mit Sedow übergehen, habe ich eine Frage zu stellen. Wie viel Zeit ist zwischen Ihrer Unterredung mit Smirnow, über die Sie hier ausgesagt haben, und Ihrer Abreise nach Deutschland verflossen?

PJATAKOW: Die Unterredung mit Smirnow fand in Deutschland, in Berlin statt. Wir befanden uns dort alle auf einer Dienstreise.

WYSCHINSKI: Haben Sie Smirnow vor Ihrer Abreise nach Deutschland und bis zu Ihrer dortigen Zusammenkunft mit ihm in Moskau oder sonst irgendwo auf dem Territorium der Sowjetunion getroffen?

PJATAKOW: Ja, solche Zusammenkünfte gab es, doch waren dies Zusammenkünfte dienstlicher Natur, einen ausgesprochen konterrevolutionären, trotzkistischen Charakter hatten diese Zusammenkünfte in Moskau nicht. Das erste offenherzige Gespräch hatte ich mit Smirnow in Berlin.

WYSCHINSKI: Und dort hat er Sie auch mit Sedow zusammengebracht?

PJATAKOW: Ja, Sedow sagte, Trotzki habe den Gedanken an eine Wiederaufnahme des Kampfes gegen die Stalinsche Führung nicht eine Minute lang aufgegeben, es wäre ein vorübergehender Stillstand eingetreten, der zum Teil auch durch die geographischen Wanderungen Trotzkis selber zu erklären sei, aber dieser Kampf werde jetzt wieder aufgenommen, wovon er, Trotzki, mich in Kenntnis setze. Hierbei werde ein trotzkistisches Zentrum gebildet bzw. sei ein solches gebildet worden - dessen kann ich mich jetzt schwer erinnern -, es handle sich um eine Vereinigung aller jener Kräfte, die fällig sind, den Kampf gegen die Stalinsche Führung zu betreiben; die Möglichkeit der Wiederherstellung einer vereinigten Organisation mit den Sinowjewleuten werde abgetastet.
Sedow sagte auch, es sei ihm bekannt, dass auch die Rechten in der Person Tomskis, Bucharins und Rykows die Waffen nicht gestreckt haben, sondern nur zeitweilig still geworden seien, dass es notwendig sei, auch mit ihnen die erforderliche Verbindung herzustellen.
Das war gewissermaßen ein Auftakt, eine Sondierung. Hiernach stellte Sedow mir direkt die Frage: „Trotzki lässt fragen, ob Sie, Pjatakow, beabsichtigen, sich in diesen Kampf einzureihen“. Ich gab meine Zustimmung. Sedow machte aus seiner großen Freude darüber kein Hehl. Er sagte, Trotzki habe nicht daran gezweifelt, dass er, ungeachtet unseres Anfang 1928 erfolgten Zerwürfnisses, in mir dennoch einen verlässlichen Mitkämpfer finden werde.
Hiernach ging Sedow zur Darlegung des Wesens der neuen Kampfmethoden über: von einer Entfaltung eines Massenkampfes in irgendeiner Form, von einer Organisierung einer Massenbewegung könne gar keine Rede sein; wollten wir an irgendeine Massenarbeit schreiten, so würde das heißen, sofort aufzufliegen; Trotzki habe fest den Standpunkt des gewaltsamen Sturzes der Stalinschen Führung mittels der Methoden des Terrors und der Schädlingsarbeit bezogen. Ferner sagte Sedow, Trotzki mache darauf aufmerksam, dass der Kampf im Rahmen eines einzelnen Staates sinnlos sei, dass wir die internationale Frage keineswegs ignorieren könnten. Wir werden in diesem Kampf notwendigerweise auch die internationale Frage oder, besser gesagt, zwischenstaatliche Probleme zu lösen haben.
Wer diese Fragen zu umgehen sucht, sagte Sedow, die Worte Trotzkis wiedergebend, der stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.
Damit endete eigentlich meine erste Zusammenkunft mit Sedow, die ich im Grunde genommen als das Datum meines neuen Beitritts zur trotzkistischen Konterrevolution betrachten muss.

WYSCHINSKI: Haben Sie jemandem von Ihren Mittätern etwas von dieser Zusammenkunft erzählt?

PJATAKOW: Ja, ich habe darüber gesprochen. Ich habe Wladimir Loginow davon erzählt, der Leiter des „Koks“-Trusts war, ich habe davon Bitker erzählt, der in Berlin gearbeitet hat; ich habe Schestow davon erzählt, der in derselben Kommission zur Vergebung von Aufträgen für die Koh Lenin dustrie war; ich habe es meinem Sekretär Moskaljow erzählt, der nicht nur mein Sekretär, sondern auch mein Vertrauensmann war.

WYSCHINSKI: Darf ich Schestow eine Frage stellen?

VORSITZENDER: Bitte.

WYSCHINSKI: Angeklagter Schestow, haben Sie die Aussagen Pjatakows gehört?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sind Sie mit Pjatakow in Berlin im Jahre 1931 zusammengetroffen?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie waren damals in seiner Kommission?

SCHESTOW: Ja, ich war in der Pjatakow-Kommission als Vertreter der Vereinigung „Wostokugol“.

WYSCHINSKI: Hat Ihnen der Angeklagte Pjatakow von seiner Zusammenkunft mit Sedow Mitteilung gemacht?

SCHESTOW: Ja, er hat mir das mitgeteilt.

WYSCHINSKI: Hat er auch davon Mitteilung gemacht, worüber er mit Sedow gesprochen hat?

SCHESTOW: Ja, davon war die Rede.

WYSCHINSKI: Sie bestätigen das, was der Angeklagte Pjatakow hier bezüglich des Gesprächs mit Sedow dargelegt hat?

SCHESTOW: Ja, ich bestätige es.

WYSCHINSKI: Gerade das hat Ihnen Pjatakow damals gesagt?

SCHESTOW: Ja, aber er sprach in ausführlicherer Weise.

WYSCHINSKI: Inwiefern sprach er in ausführlicherer Weise?

SCHESTOW: Er sagte folgendes: die von Stalin betriebene Industrialisierung hält keinerlei Kritik stand.

WYSCHINSKI: Wer hat Ihnen das gesagt?

SCHESTOW: Das hat mir damals Pjatakow gesagt.

WYSCHINSKI: Waren das seine eigenen Worte oder gab er die Worte Sedows wieder?

SCHESTOW: Ich habe das so aufgefasst, als sage das Pjatakow von sich aus, und das stimmte mit dem überein, was ich aus der früheren Unterredung mit Sedow wusste.

WYSCHINSKI: Wer hatte die Unterredung?

SCHEST'OW: Ich persönlich.

WYSCHINSKI: Darüber später. Nun, was ist Ihnen über die Unterredung Pjatakows mit Sedow bekannt?

SCHESTOW: Bei derselben Gelegenheit sagte Pjatakow, dass die Anlage von Kohlengruben-Giganten, dass die Idee Stalins vom Ural-Kusnetzk-Kombinat auf Sand gebaut sei. Um zu beweisen, dass dem so sei, begann er mit dem Bleistift in der Hand - er nahm wirklich einen Bleistift in die Hand - vorzurechnen, wie hoch eine in Magnitogorsk mit Kohle aus dem Kusnetzkrevier gewonnene Tonne Metall zu stehen kommen werde, eine 'Tonne Metall der Kusnetzker Werke aus Erz von...

WYSCHINSKI: Und die Schlussfolgerung?

SCHESTOW: Die Schlussfolgerung war, dass diese Werke unrentabel sein werden.

WYSCHINSKI: Wessen Ansicht war das?

SCHESTOW: Ich habe es so verstanden, dass das die Ansicht von Jurij Leonidowitsch war.

WYSCHINSKI: Hat Pjatakow, als er Ihnen von seiner Unterredung mit Sedow erzählte, sich mit Sedow solidarisiert oder hat er diese Unterredung photographisch wiedergegeben?

SCHESTOW: Er hat sich unbedingt solidarisiert.

WYSCHINSKI: Hat er Sie zu überzeugen versucht?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie waren damals noch nicht überzeugt?

SCHESTOW: Nein, ich war durch die Unterredung mit Sedow hinreichend überzeugt, dann fanden auch noch zwei Unterredungen mit Smirnow statt.

WYSCHINSKI: Verstehe ich Sie recht, dass Pjatakow, als er Ihnen von seinem Gespräch mit Sedow Mitteilung machte, vollkommen mit den Einstellungen Sedows einverstanden war?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und hat er auf Sie eingewirkt, damit Sie sich diese Einstellung zu Eigen machen?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: Ich habe an Schestow keine Fragen mehr zu stellen. Gestatten Sie mir, eine Frage an Pjatakow zu stellen? Angeklagter Pjatakow, sind Sie einverstanden mit dem, was Schestow gesagt hat?

PJATAKOW: Schestow hat vielleicht mit irgendjemand, jedoch nicht mit mir gesprochen. Ein Gespräch, während dessen ich mit dem Bleistift in der Hand die Gestehungskosten des Erzes berechnet hätte, ein solches Gespräch hat mit mir nicht stattgefunden.

WYSCHINSKI: Als Sie Schestow von Ihrer Unterredung mit Sedow erzählten, haben Sie da dem Gespräch den Ausdruck einer einfachen Wiedergabe verliehen oder haben Sie dabei Ihre eigene Haltung geäußert?

PJATAKOW: Sowohl im Gespräch mit Schestow als auch mit Wladimir Loginow war von Ausführung dieser Direktive die Rede.

WYSCHINSKI: Verstehe ich Sie recht, dass Sie im Jahre 1931 in Berlin mit Sedow zusammentrafen und über den Kampf gegen die Sowjetregierung und gegen die Partei sprachen, dass Sie Ihre Ansicht äußerten über ein Scheitern der Industrialisierung u. a. m.?

PJATAKOW: Ich habe damals meine Ansicht über ein Scheitern der Industrialisierung noch nicht geäußert, habe aber jedenfalls über die Wiederaufnahme des Kampfes gegen die Führung gesprochen und in dieser Frage auch meinen Standpunkt geäußert.

WYSCHINSKI: Sie waren der Ansicht, dass es galt, diesen Kampf wieder aufzunehmen?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Wie ist es zu erklären, dass Sie so rasch Ihr Einverständnis dazu gaben, diesen Kampf gegen die Partei und gegen die Sowjetregierung wieder aufzunehmen?

PJATAKOW: Die Unterredung mit Sedow war nicht die Ursache, sie gab lediglich den Anstoß.

WYSCHINSKI: Also standen Sie auch bis dahin auf Ihrem alten. trotzkistischen Standpunkt?

PJATAKOW: Zweifellos wirkten bei mir Reste alter trotzkistischer Einstellungen nach, die seither immer weiter und weiter wucherten.

WYSCHINSKI: Und im Jahre 1931 war ihre Wucherung bereits weit genug gegangen?

PJATAKOW: Gegen 1931 hatte sich bei mir klar eine Unstimmigkeit mit der Parteiführung herangebildet angesichts der vollständigen Ausschaltung Trotzkis von der Führung und seiner Ausweisung ins Ausland sowie der Nichtheranziehung Kamenews und Sinowjews zu irgendwelcher leitenden Partei- und Sowjetarbeit.

WYSCHINSKI: Dieserart war die erste Unterredung mit Sedow?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Stand noch eine Zusammenkunft zwischen Ihnen und Sedow in Berlin bevor?

PJATAKOW: Bei der ersten Zusammenkunft verabredeten wir, uns nicht mehr zu treffen, da das für mich ziemlich schwierig war. Ich war in Berlin ziemlich bekannt, meine Photographien wurden in den Zeitungen gebracht und es war daher für mich nicht besonders bequem, Zusammenkünfte zu haben...

WYSCHINSKI: Das heißt also aus Erwägungen konspirativer Art?

PJATAKOW: Ja, aus solchen Erwägungen. Jedoch wandte sich Iwan Nikititsch Smirnow einige Zeit nach der ersten Zusammenkunft, ich glaube, es waren nicht mehr als 3, höchstens 4 Wochen vergangen, wieder an mich und sagte mir, Sedow bitte mich, trotz unserer Verabredung, nicht zusammenzutreffen, ein zweites Mal zu einem ganz kurzen und höchst notwendigen Gespräch mit ihm zusammenzukommen.

WYSCHINSKI: So dass Smirnow die ganze Zeit die Rolle eines Verbindungsmannes, eines Vermittlers gespielt hat?

PJATAKOW: Es war für ihn anscheinend leichter, mit Sedow zusammenzutreffen, so dass er in diesem Sinne zwischen mir und Sedow vermittelt hat. Jedenfalls war ich bestrebt, aus Erwägungen konspirativer Art, seltener zusammenzukommen, erklärte mich jedoch zu diesem Zusammentreffen bereit, da Sedow sehr drängte. Wir trafen uns am gleichen Ort, wie das erste Mal. Das Gespräch war diesmal ganz kurz.

WYSCHINSKI: Zeit und Ort der Zusammenkunft haben Sie unmittelbar mit Sedow oder durch Smirnow vereinbart?

PJATAKOW: Ich sagte Smirnow, dass wir uns am gleichen Ort treffen werden, um über den Ort der Zusammenkunft nicht mehr Verabredungen treffen zu müssen.

WYSCHINSKI: Wo Sie das erste Mal zusammenkamen?

PJATAKOW: Ja. Dieses zweite Gespräch war ganz kurz, es dauerte nicht länger als 10 bis 15 Minuten, war vielleicht auch noch kürzer und bestand in folgendem:
Sedow sagte ohne alle Umschweife: „Sie verstehen, Jurij Leonidowitsch, dass, da der Kampf wieder aufgenommen wird, Geld nötig ist. Sie können die erforderlichen Mittel zur Führung dieses Kampfes zur Verfügung stellen.“
Er deutete damit an, ich könne dank meiner dienstlichen Stellung manche staatlichen Mittel abzwacken, einfach gesagt - stehlen. Sedow sagte, von mir werde nur eines verlangt: möglichst viel Aufträge an zwei deutsche Firmen - an „Borsig“ und an „Demag“ - zu vergeben, er aber - Sedow - werde abmachen, wie er von ihnen in Anbetracht dessen, dass ich auf die Preise nicht besonders drücken werde, die erforderlichen Summen herausholen kann. Entziffert man diese Sache, so war klar, dass die Aufschläge auf die Preise für die zu vergebenden Sowjetaufträge vollständig oder teilweise zu seinen konterrevolutionären Zwecken in Trotzkis Hände fließen werden. Damit endete denn auch das zweite Gespräch.

WYSCHINSKI: Wer nannte diese Firmen?

PJATAKOW: Sedow.

WYSCHINSKI: Haben Sie sich nicht dafür interessiert, warum er gerade diese Firmen nannte?

PJATAKOW: Nein. Er sagte, dass er Verbindungen zu diesen Firmen habe.

WYSCHINSKI: Sie hatten Verbindungen auch mit anderen Firmen?

PJATAKOW: Ja, ich hatte sehr viele Verbindungen. Sedow nannte jedoch diese Firmen, offensichtlich deshalb, weil er Verbindungen eben zu ihnen hatte.

WYSCHINSKI: Also konnten Sie sich klar vorstellen, dass eben diese Firmen von Sedow spezifischer Gründe halber genannt wurden?

PJATAKOW: Natürlich, er sagte das ja auch.

WYSCHINSKI: Und worin bestanden diese Verbindungen?

PJATAKOW: Ich habe soeben gesagt, dass ich es nicht weiß. Er, Sedow, sagte: da ich, Pjatakow, Geld nicht stehlen kann, so wird von mir verlangt, dass ich möglichst viele Aufträge an die von mir genannten Firmen vergebe.

WYSCHINSKI: Und eben diese Firmen hat Sedow selber genannt?

PJATAKOW: Ja, dabei sagte er, dass er von ihnen die erforderliche Summe erhalten werde.

WYSCHINSKI: Wie, durch wen, haben Sie nicht gefragt?

PJATAKOW: Ich hielt es für unangebracht, danach zu fragen.

WYSCHINSKI: Standen Sie persönlich mit den Vertretern dieser Firmen auf konspirative Weise in Verbindung?

PJATAKOW: Keineswegs. Allerdings stand ich mit dem Leiter der Firma „Demag“ in Verbindung, habe mir jedoch nie erlaubt, über dieses Thema zu sprechen, um mich nicht zu kompromittieren und um nicht aufzufliegen.

WYSCHINSKI: Sie handelten also, wie Sedow es Ihnen geraten hat?

PJATAKOW: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Erzählen Sie, worin das bestand.

P JATAKOW: Das geschah sehr einfach, umso mehr, als ich über sehr große Möglichkeiten verfügte, so dass eine genügend große Anzahl von Aufträgen an diese Firmen erging.

WYSCHINSKI: Vielleicht sind an diese Firmen Aufträge vergeben worden, weil das für uns vorteilhafter war?

PJATAKOW: Nein, nicht aus diesem Grund. Was die Firma „Demag“ anbetrifft, so war das leicht zu machen. Hier handelte es sich um die Preise. Man zahlte ihr mehr, als ihr schlechthin zukam.

WYSCHINSKI: Das heißt also, dass Sie, Pjatakow, der Firma „Demag“ infolge Ihrer Verabredung mit Sedow auf Kosten des Sowjetstaates gewisse Überpreise zahlten?

PJATAKOW: Unbedingt.

WYSCHINSKI: Und der anderen Firma?

PJATAKOW: Bei der Firma „Borsig“ mussten gewisse Anstrengungen gemacht werden.

WYSCHINSKI: War es vorteilhafter, die Aufträge an andere Firmen zu vergeben?

PJATAKOW: Die Firma „Demag“ ist an und für sich eine Qualitätsfirma. Deshalb brauchten keinerlei Anstrengungen gemacht werden, um die Vergebung von Aufträgen an sie zu empfehlen

WYSCHINSKI: Es musste nur ein großer Preisaufschlag gemacht werden?

PJATAKOW: Ja. Was aber die Firma „Borsig“ anbelangt, so war Zureden und ein Druck nötig, um dieser Firma Aufträge zukommen zu lassen.

WYSCHINSKI: Folglich haben Sie auch der Firma „Borsig“ zum Schaden des Sowjetstaates Überpreise gezahlt?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Es war also, wenn man von den Interessen unserer Industrie und unseres Staates ausgeht, unvorteilhaft, an die Firma „Borsig“ Aufträge zu vergeben, es war vorteilhafter, Aufträge an andere Firmen zu vergeben. Nichtsdestoweniger aber haben Sie bewusst, geleitet von verbrecherischen Absichten, die Aufträge an die Firma „Borsig“ vergeben.

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Eben infolge der Verabredung mit Sedow?

PJATAKOW: Mit Sedow.

WYSCHINSKI: Und Sedow hat Ihnen nicht gesagt, dass Trotzki mit diesen Firmen eine Verabredung getroffen hat?

PJATAKOW: Natürlich, damit hat er ja angefangen. Er hat nur nicht gesagt, was für Bedingungen das eben sind. was für eine Technik dabei angewandt wird, wie das gemacht werden wird.

WYSCHINSKI: Was hat er denn gesagt?

PJATAKOW: Er sagte, dass er, wenn ich an diese Firmen Aufträge vergebe, von ihnen Geld bekommen wird.

WYSCHINSKI: Infolge des Abkommens?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Dieses Gespräch fand bei der zweiten Zusammenkunft statt?

PJATAKOW: Ja, bei der zweiten.

WYSCHINSKI: Haben Sie von dieser Zusammenkunft mit Sedow irgendjemand etwas gesagt?

PJATAKOW: Diese Zusammenkunft war streng konspirativer Art, und es war nicht geboten, sich darüber besonders zu verbreiten.

WYSCHINSKI: Sprach Sedow bei dieser Zusammenkunft nicht über irgendwelche Dinge, die Sie im Zusammenhang mit Ihrer konterrevolutionären Arbeit der allernächsten Zeit interessieren konnten?

PJATAKOW: Bei dieser Zusammenkunft nicht. Bei dieser Zusammenkunft sagte ich Sedow, dass ich interessante Fragen zur Weitergabe habe, da mich nicht seine, Sedows, Ansicht, sondern die Ansicht Trotzkis interessierte, Sedow aber mir die erforderlichen Aufklärungen nicht geben konnte. Das betraf, wie Sedow sich damals ausdrückte, ein „Entgegenwirken gegen die Maßnahmen der Sowjetmacht“. Im Grunde genommen handelte es sich dabei um die Schädlingsarbeit. Ich erbat hierüber weitere Erläuterungen von Trotzki. Sedow sagte, dass er Trotzki einen Brief geschickt habe und Antwort von ihm erwarte.

WYSCHINSKI: Hatte er die Antwort noch nicht?

PJATAKOW: Noch nicht. Ich sagte ihm, dass sich in Berlin einige Trotzkisten aufhalten und dass er mir die Antwort, wenn er sie mir nicht unmittelbar zu übergeben vermag, im Falle meiner Abreise durch Vertrauenspersonen übersenden könne. Ich nannte damals Schestow. Außerdem nannte ich Bitker und Loginow.

WYSCHINSKI: Haben Sie diesbezüglich Schestow selber etwas gesagt?

PJATAKOW: Daran kann ich mich jetzt nicht erinnern. Schestow selber hat von Sedow Aufträge erhalten.

WYSCHINSKI: Haben Sie durch Schestow irgendetwas von Sedow erhalten?

PJATAKOW: Ja, im Dezember 1931. Ich war damals in Moskau; Schestow, aus Berlin zurückgekehrt, kam zu mir in den Obersten Volkswirtschaftsrat in mein Dienstzimmer und übergab mir einen Brief.

WYSCHINSKI: Was für einen Posten hatten Sie damals inne?

PJATAKOW: Jetzt bin ich nicht imstande, mich zu erinnern, welche dienstliche Stellung ich damals einnahm.

WYSCHINSKI: Ihre amtliche Stellung lässt sich durch Nachfrage feststellen. Ist Schestow damals in dienstlicher Angelegenheit bei Ihnen erschienen?

PJATAKOW: Er kam, um den Brief Trotzkis zu übergeben und um noch einmal über die Betreibung der trotzkistischen Tätigkeit im Kusnetzkrevier zu sprechen.

WYSCHINSKI: Auf wessen Befehl ist er dorthin geschickt worden?

PJATAKOW: Er hat dort früher gearbeitet.

WYSCHINSKI: Dienstliche Angelegenheiten hatte er mit Ihnen nicht zu besprechen?

PJATAKOW: Nein, er konnte jedoch stets einen dienstlichen Vorwand finden.

WYSCHINSKI: Schestow fuhr zu Ihnen nicht aus dienstlichen Gründen?

PJATAKOW: Nein, er fuhr zu mir, um den Auftrag auszuführen, den er hatte, und um noch einmal Rücksprache über die Organisierung der trotzkistischen Tätigkeit im Kusnetzkrevier zu nehmen.

WYSCHINSKI (zum Angeklagten Schestow gewandt): Sie waren bei Pjatakow?

SCHESTOW: Ja, ich war bei ihm, das war im November 1931.

WYSCHINSKI: Im November oder im Dezember?

SCHESTOW: Das war nach den Feiertagen, da ich ungefähr gegen den 20. November herum schon in Nowosibirsk war.

WYSCHINSKI (zu Pjatakow): Ist es möglich, dass er zu jener Zeit bei Ihnen war?

PJATAKOW: Ja, es ist möglich.

WYSCHINSKI: Es muss festgestellt werden, in welchem Monat er bei Ihnen war.

PJATAKOW: Es ist möglich, dass er im November bei mir war, genau erinnere ich mich nicht.

WYSCHINSKI (zu Schestow): Sie behaupten, dass Sie im November bei Pjatakow waren. Nach welchen Anhaltspunkten urteilen Sie, dass Sie im November dort waren?

SCHESTOW: Ich erinnere mich, dass ich am 7. November nach Moskau kam, da die Straßenbahnen nicht verkehrten. Dieser Fall ist mir sehr gut in Erinnerung. Ebenso erinnere ich mich sehr gut daran, dass ich schon in den ersten Dezembertagen als Leiter von „Schachtstroi“ im Kusnetzkrevier tätig war.

WYSCHINSKI: Deshalb konnten Sie im Dezember nicht bei Pjatakow gewesen sein?

SCHESTOW: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Man kann also als feststehend annehmen, dass Ihre Zusammenkunft mit Pjatakow Mitte November 1931 stattfand?

SCHESTOW: Vollkommen richtig.

WYSCHINSKI: Hatten Sie irgendeinen dienstlichen Anlass?

SCHESTOW: Nein, ich ging hin, um erstens den Auftrag Sedows - den Brief auszuhändigen - auszuführen, und zweitens, um kurze Weisungen hinsichtlich der Organisierung der Durchführung der trotzkistischen Tätigkeit zu erhalten.

WYSCHINSKI: Und haben Sie diese Weisungen erhalten?

SCHESTOW: Damals ungefähr sagte Pjatakow mir: „Fahr hin und bring die Sache rascher und energischer in Schwung.“

WYSCHINSKI: Das Unterwühlungswerk meinen Sie wohl?

SCHESTOW: Das Unterwühlungswerk und die Schädlingsarbeit.

WYSCHINSKI: Und das weitere wird sich dann zeigen?

SCHESTOW: Vollkommen richtig.

WYSCHINSKI: Haben Sie den Brief übergeben? Von wem haben Sie ihn erhalten?

SCHESTOW: Ich habe den Brief von Sedow in Berlin erhalten.

WYSCHINSKI: Durch irgend jemand?

SCHESTOW: Nein, persönlich von Sedow.

WYSCHINSKI: Wo haben Sie diesen Brief erhalten?

SCHESTOW: Ich habe ihn im Restaurant „Baltimore“, an der vorher vereinbarten Stelle erhalten. Dieser Treffpunkt war mir durch Schwarzmann bekannt. Ich erinnere mich, dass ich mich nach meiner Ankunft aus England an diesen Schwarzmann gewandt und ihm gesagt habe, dass ich Sedow sprechen müsse.

WYSCHINSKI: Wozu brauchten Sie Schwarzmann?

SCHESTOW: Ich hatte im Januar eine Zusammenkunft mit Sedow, und damals machte Sedow mich mit diesem Herrn Schwarzmann bekannt.

WYSCHINSKI: Folglich hatten Sie bereits früher Zusammenkünfte mit Sedow und Schwarzmann?

SCHESTOW: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Sie hatten also durch diesen Schwarzmann eine Zusammenkunft mit Sedow?

SCHESTOW: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Aber die Briefe haben Sie 1931 nicht von Schwarzmann, sondern persönlich von Sedow bekommen?

SCHESTOW: Ja, von Sedow.

WYSCHINSKI: An der vorher vereinbarten Stelle?

SCHESTOW: Das war das Restaurant „Baltimore“, die vorher vereinbarte Stelle.

WYSCHINSKI: Wie haben Sie aber die Stunde der Zusammenkunft an diesem konspirativen Treffpunkt vereinbart?

SCHESTOW: Ich sagte Schwarzmann, dass ich Sedow sprechen möchte.

WYSCHINSKI: Sie haben also durch Schwarzmann eine Verabredung hinsichtlich einer Zusammenkunft mit Sedow getroffen?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: Was hat Ihnen denn Sedow gesagt?

SCHESTOW: Er hat mir einfach damals nicht Briefe, sondern gemäß unserer Verabredung ein Paar Schuhe übergeben.

WYSCHINSKI: Sie haben also nicht Briefe, sondern ein Paar Schuhe erhalten?

SCHESTOW: Ja, aber ich wusste, dass darin Briefe waren.

WYSCHINSKI: Man hat Ihnen also Briefe in Schuhen übergeben?

SCHESTOW: Ja.

WYSCHINSKI: In welchem Schuh waren die Briefe, im rechten oder im linken?

SCHESTOW: In jedem Schuh war ein Brief eingenäht. Er sagte mir, die Briefumschläge seien markiert. Einer war mit dem Zeichen „P“ versehen - das bedeutete für Pjatakow, der andere mit dem Zeichen „M“ - das bedeutete für Muralow.

WYSCHINSKI: Haben Sie Pjatakow den Brief bestellt?

SCHESTOW: Ich übergab ihm den mit „P“ bezeichneten Brief.

WYSCHINSKI: Aus welchem Schuh, aus dem rechten oder aus dem linken?

SCHESTOW: Das kann ich nicht genau sagen.

WYSCHINSKI: Und den andern Brief?

SCHESTOW: Den andern, mit „M“ bezeichneten Brief übergab ich Muralow.

WYSCHINSKI: Darf ich Muralow eine Frage stellen? Angeklagter Muralow, haben Sie den Brief erhalten?

MURALOW: Ich habe ihn erhalten.

WYSCHINSKI: Mit dem Schuh oder ohne Schuh?

MURALOW: Nein, er brachte mir nur den Brief mit.

WYSCHINSKI: Brachte er Ihnen den Brief verschlossen oder geöffnet?

MURALOW: Verschlossen.

WYSCHINSKI: Was stand auf dem Umschlag?

MURALOW: Der Buchstabe „M“.

WYSCHINSKI: Haben Sie den Brief in Schestows Gegenwart geöffnet oder später?

MURALOW: Daran erinnere ich mich heute schon nicht mehr.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen an Muralow und Schestow mehr. (Zu Pjatakow gewandt) Was können Sie weiter über Ihre verbrecherische trotzkistische, sowjetfeindliche Tätigkeit aussagen?

PJATAKOW: Ich erhielt den Brief, der so aussah, wie Schestow es eben geschildert hat, und war, als ich ihn öffnete, außerordentlich erstaunt: ich erwartete eine Notiz von Sedow, es erwies sich jedoch, dass der Umschlag eine Notiz nicht von Sedow, sondern von Trotzki enthielt und dass der Brief deutsch geschrieben und mit L. T. gezeichnet war.

WYSCHINSKI: Sie haben also den Brief von Trotzki durch Sedow und durch Schestow erhalten?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Was stand denn in diesem Brief?

PJATAKOW: In diesem Brief, der deutsch geschrieben war...

WYSCHINSKI: Die deutsche Sprache beherrschen Sie hinreichend?

PJATAKOW: Ja, ich beherrsche sie.

WYSCHINSKI: Schreiben und lesen Sie ganz geläufig?

PJATAKOW: Ich schreibe nicht ganz fehlerfrei, lese und spreche aber vollkommen geläufig.

WYSCHINSKI: Wovon war denn in diesem Brief die Rede?

PJATAKOW: Dieser Brief begann, wie ich mich jetzt erinnere, folgendermaßen: „Lieber Freund, ich bin sehr froh, dass Sie meine Forderungen befolgten...“ Ferner hieß es, dass grundlegende Aufgaben vor uns stehen, die er kurz folgendermaßen formulierte. Die erste Aufgabe sei, Stalin samt seinen nächsten Mitarbeitern mit allen Mitteln aus dem Wege zu räumen. Selbstverständlich waren die Worte „mit allen Mitteln“ in erster Linie als „mit gewaltsamen Mitteln“ zu verstehen. Zweitens schrieb Trotzki in demselben Brief von der Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller Stalinfeindlichen Kräfte für diesen Kampf. Drittens von der Notwendigkeit, allen Maßnahmen der Sowjetregierung und der Partei, insbesondere auf dem Gebiet der Wirtschaft, entgegenzuwirken.

WYSCHINSKI: Und wie gedachte man entgegenzuwirken?

PJATAKOW: Das blieb schon unserem Ermessen hier überlassen.

WYSCHINSKI: Was haben Sie denn mit diesem Brief oder im Sinne dieses Briefes getan?

PJATAKOW: Hier muss ich ziemlich weit abschweifen. Ich sage einstweilen. über meine Verbindungen mit Trotzki und Sedow aus, und werde dann zu den Aussagen darüber übergehen, was ich hier in der Union getan habe.

WYSCHINSKI: So wird es gerade richtig sein, weil das eben das Wesen Ihrer Tätigkeit in jener Periode aufhellt. Sie haben diesen Brief Ende November 1931 erhalten?

PJATAKOW: Ja, Ende November 1931.

WYSCHINSKI: Bald nach Erhalt dieses Briefes waren Sie noch einmal im Ausland? In welchem Jahr?

PJATAKOW: Im Jahre 1932.

WYSCHINSKI: Und zwar wann?

PJATAKOW: Das war in der zweiten Hälfte des Jahres 1932. Damals kam ich zum dritten Mal mit Sedow zusammen.

WYSCHINSKI: Was haben Sie in der Zwischenzeit zwischen dem Erhalt des Briefes von Trotzki im Jahre 1931 und Ihrem zweiten Eintreffen in Berlin im Jahre 1932 getan?

PJATAKOW: Damals war ich mit der Wiederherstellung alter trotzkistischer Verbindungen beschäftigt. Ich konzentrierte mich hauptsächlich auf die Ukraine. Als ich mit Loginow in Berlin sprach, verabredeten wir uns hinsichtlich der Organisierung eines ukrainischen trotzkistischen Zentrums. Die Verbindung mit diesem Zentrum war meine Hauptverbindung, wenn man von der späteren, sehr bedeutenden Verbindung absieht, die über Schestow mit Westsibirien, mit N. I. Muralow angeknüpft wurde.

WYSCHINSKI: Wann begann diese Verbindung?

PJATAKOW: Mit der Reise Schestows.

WYSCHINSKI: Mich interessiert eine andere Frage: die Zeit von Ende 1931 bis zu Ihrer Reise nach Berlin. Wenn ich recht verstehe, so haben Sie sich während dieser Zeit der Wiederzusammenfassung der trotzkistischen Kader gewidmet.

PJATAKOW: Der Verbindungen.

WYSCHINSKI: Der Verbindung mit den zersplitterten trotzkistischen Kadern?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Worin kam das konkret zum Ausdruck?

PJATAKOW: Vor allem stellten wir die ukrainischen Verbindungen wieder her. Das sind Loginow, Golubenko, Kozjubinski und der im gegenwärtigen Prozess angeklagte Liwschitz. Wir vereinbarten zunächst mit Loginow, später auch mit den übrigen, dass sie die ukrainische Vierergruppe bilden.

WYSCHINSKI: Mit wem von ihnen haben Sie darüber gesprochen?

PJATAKOW: Mit allen vier.

WYSCHINSKI: Darunter auch mit Liwschitz?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Das war 1931?

PJATAKOW: Ich glaube sogar 1932.

WYSCHINSKI: Wo fand die Zusammenkunft mit Liwschitz statt?

PJATAKOW: Bei mir im Volkskommissariat.

WYSCHINSKI: Haben Sie ihn rufen lassen oder ist er selber gekommen?

PJATAKOW: Ich erinnere mich nicht.

WYSCHINSKI: Wo hat Liwschitz damals gearbeitet?

PJATAKOW: In der Ukraine als Direktor einer Eisenbahnlinie.

WYSCHINSKI: Sie hatten zu Eisenbahndirektoren keine Beziehungen, weshalb suchte er Sie also im Obersten Volkswirtschaftsrat auf?

PJATAKOW: Zwischen uns bestanden alte und persönliche Beziehungen.

WYSCHINSKI: Persönliche Beziehungen interessieren mich nicht.

PJATAKOW: Ich war mit ihm seit langem durch konterrevolutionäre trotzkistische Arbeit verbunden.

WYSCHINSKI: Aus welchem Anlass erschien bei Ihnen, dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Obersten Volkswirtschaftsrats, im Jahre 1931 der Direktor einer Eisenbahn? Bestand hierfür irgendein sachlicher, ein dienstlicher Anlass?

PJATAKOW: Das war nicht nötig. Zu mir kamen sehr viele Menschen, darunter auch er.

WYSCHINSKI: Nein, er kam nicht einfach als Bekannter?

PJATAKOW: Er war natürlich durch Loginow unterrichtet.

WYSCHINSKI: Er kam also zu Ihnen, zu Pjatakow, als zu demjenigen, der im Auftrage Trotzkis die trotzkistischen Kader sammelt?

PJATAKOW: Nein, er kam zu mir, weil er unmittelbar von mir eine Bestätigung dessen erhalten wollte, was ihm Loginow übermittelt hat.

WYSCHINSKI: Und haben Sie mit ihm etwas darüber gesprochen?

PJATAKOW: Ich habe ihm meine Zusammenkunft mit Sedow geschildert und ihm von den Direktiven Trotzkis über die terroristischen Kampfmethoden, über die Schädlingsarbeit Mitteilung gemacht.

WYSCHINSKI: Kam er zu Besuch, als Liwschitz, als Ihr persönlicher Bekannter, oder als Teilnehmer Ihrer illegalen Arbeit?

PJATAKOW: Formell wie zu einem persönlichen Bekannten, im Grunde genommen aber unterhielt ich mich mit ihm hinsichtlich der ukrainischen trotzkistischen Gruppe.

WYSCHINSKI: Nach Ihrer Rückkehr aus Berlin?

PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie haben also nach Ihrer Rückkehr aus Berlin Liwschitz zweimal getroffen.

PJATAKOW: Ich glaube öfter, weil er, wenn er in Moskau war, ins Volkskommissariat kam, um mich zu sprechen. Erinnern kann ich mich jedoch an die Gespräche nicht mehr. WYSCHINSKI: Angeklagter Liwschitz, bestätigen Sie diesen Teil der Aussagen Pjatakows über Ihre Zusammenkünfte mit ihm?

LIWSCHITZ: Ja, ich bestätige sie.

WYSCHINSKI: Sie sind mit ihm nach der Rückkehr aus Berlin zusammengekommen, bei ihm oder bei Ihnen?

LIWSCHITZ: Ich sprach im Obersten Volkswirtschaftsrat vor.

WYSCHINSKI: Hat er Sie vorgeladen oder taten Sie das aus eigener Initiative?

LIWSCHITZ: Ich kam, um mich von der Richtigkeit der mir von Loginow übermittelten Direktiven Pjatakows zu überzeugen.

WYSCHINSKI: Also hat Ihnen Loginow in der Darstellung Pjatakows die Direktive Trotzkis übermittelt?

LIWSCHITZ: Ja.

WYSCHINSKI: Wo?

LIWSCHITZ: In Charkow.

WYSCHINSKI: Und Sie wollten, als Sie in Moskau waren, sich davon überzeugen?

LIWSCHITZ: Ja.

WYSCHINSKI: Und was gedachten Sie dazu zu tun?

LIWSCHITZ: Ich kam zu Pjatakow, um es von ihm zu hören.

WYSCHINSKI: Und er?

LIWSCHITZ: Pjatakow erzählte mir dasselbe wie Loginow: dass die Kampfmethoden, die wir früher angewandt hatten, keinerlei Wirkung gehabt haben, dass wir zu neuen Kampfmethoden, d. h. zum Terror und zur Zerstörungsarbeit greifen müssen.

WYSCHINSKI: Wer hat Ihnen das gesagt?

LIWSCHITZ:. Das hat mir Pjatakow gesagt.

WYSCHINSKI: Im Jahre 1931?

LIWSCHITZ: Nein, 1932.

WYSCHINSKI: Nach der Rückkehr aus dem Ausland?

LIWSCHITZ: Nach der Rückkehr aus Berlin. Die Begegnung mit Pjatakow 1931 im Eisenbahnwagen war vor seiner Abreise nach Berlin.

WYSCHINSKI: Zum zweiten Mal?

LIWSCHITZ: Ich kann nicht behaupten, ob es zum ersten Mal oder zum zweiten Mal war, aber es war wohl im November - Dezember 1931. Er war bei mir im Eisenbahnwagen, speiste zu Mittag; es haben keinerlei Gespräche trotzkistischer, konterrevolutionärer Art stattgefunden.

WYSCHINSKI: Dieses Mal?

LIWSCHITZ: Dieses Mal, weil viele Leute im Waggon waren.

WYSCHINSKI: Sonst aber besuchte er Sie im Waggon?

LIWSCHITZ: Außer diesem einen Mal war er, soweit ich mich entsinnen kann, nicht im Waggon; er war einmal da.

WYSCHINSKI: Hatten Sie nachher noch trotzkistische Gespräche Miteinander?

LIWSCHITZ: Gewiss.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen an Liwschitz mehr. Angeklagter Pjatakow, vielleicht ist der Angeklagte ermüdet?

PJATAKOW: Nein, es kann weitergehen.

ULRICH: Ich gedenke, die Verhandlung um drei Uhr zu unterbrechen.

WYSCHINSKI: Ich habe nichts dagegen einzuwenden. Aber vielleicht fällt es dem Angeklagten schwer?

PJATAKOW: Wie lange noch?

ULRICH: 50 Minuten.

WYSCHINSKI: Somit gehen wir zur Frage Ihres zweiten Eintreffens in Berlin über.

PJATAKOW: Zum zweiten Mal traf ich in Berlin Mitte 1932 ein. Sedow erfuhr von meiner Ankunft in Berlin und wollte mit mir zusammenkommen, um, wie er sagte, die notwendige Information für Trotzki zu erhalten.
Als ich ihm zu schildern begann, was mir damals bekannt war hinsichtlich der begonnenen Entfaltung der Tätigkeit der trotzkistisch-sinowjewistischen Organisation, fiel er mir ins Wort und sagte, dass er das alles wisse, da er unmittelbare Verbindungen in Moskau habe, und dass er mich bitte, ihm zu erzählen, was an der Peripherie vor sich gehe.
Ich erzählte von der Arbeit der Trotzkisten in der Ukraine und in Westsibirien, von den Verbindungen mit Schestow, N. I. Muralow und Boguslawski, welcher sich damals in Westsibirien aufhielt.
Sedow äußerte höchstgradige Unzufriedenheit, und zwar nicht seine eigene, wie er sagte, sondern Trotzkis Unzufriedenheit darüber, dass die Sache äußerst langsam vorwärts gehe, insbesondere was die terroristische Tätigkeit anbelangt. „Ihr steckt ja“, meinte er, „noch immer in organisatorischer Vorbereitung und Redereien. Konkretes aber habt ihr nichts.“ Ferner sagte er mir: „Sie kennen den Charakter von Lew Dawydowitsch. Er tobt und wettert, er brennt vor Ungeduld, dass seine Direktiven möglichst bald in die Tat umgesetzt werden, aber aus Ihren Mitteilungen ist gar nichts Konkretes ersichtlich.“

WYSCHINSKI: Haben Sie sich das zweite Mal lange in Berlin aufgehalten?

PJATAKOW: Anderthalb bis zwei Monate. Im Herbst desselben Jahres kehrte ich nach Moskau zurück, und hier fand eine für die Gründung des Reservezentrums des späteren trotzkistischen Parallelzentrums, höchst wichtige Zusammenkunft zwischen mir und Kamenew statt.
Kamenew suchte mich unter irgendeinem Vorwand im Volkskommissariat auf. Er machte mir in sehr bündiger, klarer Weise von dem gegründeten trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrum Mitteilung. Er sagte, der Block sei wiederhergestellt, zählte mir damals die Namen einer Reihe von Leuten auf. die dem Zentrum angehörten, und teilte mir mit, sie hätten die Frage der Aufnahme so bekannter Trotzkisten, wie ich, Pjatakow, Radek, Sokolnikow und Serebrjakow es in der Vergangenheit waren, erörtert, jedoch eine solche Aufnahme für unzweckmäßig erachtet. Wie Kamenew sagte, rechneten sie sehr stark mit der Möglichkeit einer Aushebung dieses Hauptzentrums, da ihm lauter „stark befleckte“ Leute angehören, dass es daher wünschenswert sei, für den Fall der Aushebung des Hauptzentrums ein trotzkistisch-sinowjewistisches Reservezentrum zu besitzen. Er war bevollmächtigt, mich offiziell zu fragen, ob ich einverstanden sei, in dieses Zentrum einzutreten.

WYSCHINSKI: In das Reservezentrum, wie er sich ausdrückte?

PJATAKOW: In das Reservezentrum. Ich gab Kamenew mein Einverständnis zum Eintritt in das Reservezentrum. Das war im Herbst 1932. Kamenew informierte mich über die Hauptrichtungen der Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewistischen Zentrums. Vor allem, sagte er, wurde die Frage eines Sturzes. der Regierung mittels terroristischer Methoden zur Grundlage genommen. Bei dieser Gelegenheit übergab er die Direktive hinsichtlich der Schädlingsarbeit. Ferner sagte er zur Information, das Zentrum habe engste Verbindung, nicht einfach einen Kontakt, sondern Verbindung mit den Rechten: mit Bucharin, Tomski, Rykow hergestellt, und fügte dabei hinzu: „Da Sie, Jurij Leonidowitsch, in sehr guten Beziehungen zu Bucharin stehen, würde es nicht schaden, auch Ihrerseits. mit ihm entsprechenden Kontakt zu unterhalten.“ Das ist denn meinerseits des Weiteren auch geschehen.

WYSCHINSKI: Sie haben also den Kontakt mit Bucharin hergestellt?

PJATAKOW: Ja. Auf meine Frage: „Wieso kommen wir denn eigentlich dazu, die Verbindung mit den Rechten herzustellen?“ sagte mir Kamenew unumwunden, das sei meinerseits schlechthin die Bekundung einer gewissen Kinderei in der Politik, die gestrigen Meinungsverschiedenheiten könnten uns nicht trennen, da wir ein und dasselbe Ziel haben: den Sturz der Stalinschen Führung und den Verzicht auf die Errichtung des Sozialismus mit entsprechenden Änderungen der Wirtschaftspolitik. In dieser Unterredung sagte Kamenew auch In Bezug auf „zwischenstaatliche“ Beziehungen, dass wir ohne den erforderlichen Kontakt mit den Regierungen der kapitalistischen Staaten nicht zur Macht gelangen können und dass dieser Kontakt aufrechterhalten werden müsse. Was die Einzelheiten anbelangt, sagte er, dass ich, Pjatakow, kein „Außenpolitiker“ sei und dass darüber Radek und Sokolnikow besser unterrichtet seien.

WYSCHINSKI: Was bedeutet: Sie seien kein „Außenpolitiker“?

PJATAKOW: In trotzkistischen Kreisen galt ich mehr als Fachmann in Wirtschaftsfragen und nicht in internationalen Fragen.

WYSCHINSKI: Wer galt denn als „Außenpolitiker“?

PJATAKOW: Das habe ich schon, gesagt: Radek und Sokolnikow.

WYSCHINSKI: Haben Sie, obzwar kein „Außenpolitiker“, über internationale Fragen gesprochen?

PJATAKOW: Ich habe kurz gesagt, dass drei Gespräche stattgefunden haben: das erste mit Smirnow, ferner mit Sedow und Kamenew.

WYSCHINSKI: Mit dem vereinigten Zentrum in der Person Kamenews?

PJATAKOW: Das ist alles, was ich gesagt habe.

WYSCHINSKI: Weiter.

PJATAKOW: Das war also im Jahre 1932, das Gespräch mit Kamenew.

WYSCHINSKI: Ende 1932.

PJATAKOW:. Ja, Ende 1932.

WYSCHINSKI: Worüber haben Sie 1932 mit ihnen verhandelt?

PJATAKOW: 1932 hatte ich ein Gespräch mit Radek. Er sagte damals, man müsse die Kampfmethoden, die von Trotzki und dem vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen Hauptzentrum angenommen sind, zur Anwendung bringen.

Und in demselben Gespräch mit Radek warfen wir die Frage auf, dass im Hauptzentrum ein sehr starkes Übergewicht der Sinowjewleute vorhanden sei und ob nicht die Frage einer gewissen personellen Änderung des Hauptzentrums gestellt werden soll.

WYSCHINSKI: In welcher Richtung?

PJATAKOW: In der Richtung der Aufnahme noch irgendjemandes aus der trotzkistischen Fraktion in den trotzkistisch-sinowjewistischen vereinigten Block.
Wir gelangten zu dem Schluss, dass die Frage einer Änderung der personellen Zusammensetzung des Zentrums jetzt nicht gestellt werden darf, weil das bedeuten würde, vollkommen unnütze Streitigkeiten in der trotzkistischen Illegalität hervorzurufen.
Uns kam der Gedanke, neben dem Hauptzentrum, dem Kamenew, Sinowjew, Mratschkowski, Bakajew, Smirnow, Jewdokimow u. a. angehörten, unser trotzkistisches Parallelzentrum zu haben, das für den Fall der Aushebung des Hauptzentrums die Rolle eines Reservezentrums spielen und gleichzeitig, entsprechend den Direktiven und Weisungen Trotzkis, selbständig praktische Arbeit leisten wird. Allerdings, besondere Unterschiede in den Einstellungen gab es damals zwischen uns und den Sinowjewleuten nicht mehr; Radek und ich waren aber damals darüber besorgt, der sinowjewistische Teil des Blocks werde bei dem ökonomischen Rückzug nach unserer Machtergreifung zu weit gehen, .dem aber galt es in gewissem Maße entgegenzuwirken.
Jedenfalls haben wir uns damals verabredet, darüber bei Trotzki anzufragen. Nach einiger Zeit (das war schon im Jahre 1933) teilte mir Radek bei einer unserer Zusammenkünfte mit, dass von Trotzki Antwort eingelaufen sei, dass Trotzki die Frage der Aufrechterhaltung der vollkommenen Einheit und des Blocks mit den Sinowjewleuten in ultimativer Weise stelle, denn zwischen uns und ihnen gebe es keinerlei Differenzen, insofern als die Plattform terroristischer Tätigkeit und der Schädlingsarbeit angenommen worden ist. Was den Rückzug anbelangt, so schrieb Trotzki, Radek und ich seien im Irrtum, wenn wir annehmen, der Rückzug werde geringfügig sein; man werde einen sehr weitgehenden Rückzug antreten müssen, und in dieser Hinsicht sei der Block nicht nur mit den Sinowjewleuten, sondern auch mit den Rechten begründet. Was die Verwandlung unseres Zentrums in ein Parallelzentrum anbelangt, so sagte er, dass dies die Sammlung der Kräfte und die Vorbereitung der erforderlichen Terror- und Schädlingsanschläge forcieren wird.
Ende 1933 hatte ich eine Zusammenkunft mit Serebrjakow. Damals kamen wir beide dahin überein, dass ich hauptsächlich in der Ukraine und in Westsibirien sowie in der Industrie arbeiten werde, während er Transkaukasien und das Transportwesen übernimmt.
Mit Sokolnikow hatte ich bedeutend später, Mitte 1935, eine Zusammenkunft, als wir bereits konkret hinsichtlich der Verwandlung des Reservezentrums oder Parallelzentrums in ein Aktionszentrum sprachen, da damals bereits die Zerschmetterung des Hauptzentrums erfolgt war, dessen Mitglieder alle verhaftet und verurteilt worden waren. Sokolnikow suchte mich im Volkskommissariat für Schwerindustrie auf und sagte, es sei auf der Zeit zu handeln, da nach der Verhaftung eine gewisse Stockung eingetreten sei.

WYSCHINSKI: Über das Jahr 1935 werden Sie später sprechen. Wir wollen einstweilen bei Ihren Unterredungen mit Radek und Ihren Unterredungen mit Serebrjakow verweilen. Sie haben also sowohl Radek als auch Serebrjakow schon damals, d. h. im Jahre 1933, über Ihre verbrecherische Tätigkeit, Ihre Absichten und Ihr Beginnen unterrichtet?

PJATAKOW: Ich habe sie natürlich nicht mit allen Einzelheiten bekannt gemacht, da der Aufbau der Organisation sowohl zu jener Zeit als auch bedeutend später unter Ausnutzung persönlicher Verbindungen erfolgte, die nicht weitergegeben wurden, doch habe ich sie darüber informiert, was in der Ukraine vorhanden ist, sowie darüber, was in Westsibirien besteht. Damals bildete sich auch im Ural und in Moskau je eine Gruppe, und ich habe sie in allgemeinen Zügen darüber unterrichtet.

WYSCHINSKI: Haben Sie Radek vor oder nach der Absendung des Briefes gesprochen, der die Anfrage an Trotzki enthält, was in diesen Fragen geschehen soll?

PJATAKOW: Bezüglich des Parallelzentrums?

WYSCHINSKI: Ja.

PJATAKOW: Nein, in diesem Gespräch mit Radek haben wir ja beide beschlossen, diesen Brief abzuschicken.

WYSCHINSKI: Und dann haben Sie von Trotzki Antwort bekommen?

PJATAKOW: Ja, eine positive.

WYSCHINSKI: Wem ging sie zu?

PJATAKOW: Radek, und Radek hat sie mir übergeben. Er kam zu mir in die Wohnung und sagte, er habe Antwort von Trotzki bekommen, worin Trotzki kategorisch alle Zweifel hinsichtlich des Blocks mit Sinowjew zurückweist und im Gegenteil die Frage eines Blocks mit den Rechten aufrollt, über die Unrichtigkeit unserer Einstellung, über das Ausmaß des Rückzugs spricht. Hinsichtlich der Verwandlung des „Reservezentrums“ in ein „Parallelzentrum“ aber habe er uns seinen Segen gegeben. Das war im Jahre 1933.

WYSCHINSKI: Man kann also annehmen, dass das „Parallelzentrum“ seit dem Jahre 1933 bereits tätig ist?

NATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Deshalb ist es ja auch ein Parallelzentrum; weil es gleichzeitig mit dem Hauptzentrum tätig ist?

ATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Angeklagter Radek, was können Sie über diesen Teil der Aussagen Pjatakows sagen?

RADEK: Ich bestätige sie voll und ganz.

WYSCHINSKI: Haben Sie über die Frage beraten, ob bei Trotzki über das „Parallelzentrum“ angefragt werden soll?

RADEK: Ja. Wir haben diese Frage sowohl vom Standpunkt der persönlichen Zusammensetzung des Hauptzentrums als auch vorn Standpunkt unseres politischen Misstrauens gegenüber dem sinowjewistischen Teil besprochen, obwohl zwischen uns ein Block bestand.

WYSCHINSKI: Wie ist das zu verstehen?

RADEK: Wir waren zur Überzeugung gekommen, dass dieser Block wohl kaum irgendeine ernste Prüfung bestehen kann. Eine der ersten Sorgen Sinowjews wird sein, die Trotzkisten zu verdrängen: die persönlichen Momente werden eine große Rolle spielen. Kamenew und Sokolnikow werden beim ökonomischen Rückzug den wir für notwendig hielten, bedeutend weiter gehen, während Sinowjew völliger Panik verfallen wird. Es gilt daher, unter äußerlicher Beibehaltung des Blocks, als Gegengewicht eine eigene Organisation zu haben.

WYSCHINSKI: Eine eigene Politik zu betreiben?

RADEK: Eine eigene Politik oder eine eigene Korrektur dieser Politik. Eine eigene Organisation zu haben.

WYSCHINSKI: Um das trotzkistisch-sinowjewistische Zentrum nicht aus der Hand zu lassen?

RADEK: Ja. Aber es braucht nicht gesagt zu werden, dass diese Differenzierung zwischen den Rechten, Sokolnikow, uns und den Sinowjewleuten eine reine Illusion war. Sie zerschlug sich bald an den Tatsachen, damals gingen wir jedoch davon aus, und das war der Gesprächsgegenstand zwischen mir und Pjatakow, und auf Grund dieser Unterredung, während der wir auch ökonomische Perspektiven untersuchten, beschlossen wir, dass man auf jeden Gedanken, in das alte Zentrum Trotzkisten in verstärkter Anzahl hineinzubringen, dass man auf personelle Änderungen verzichten muss.
Nimmt man die Zusammensetzung des alten Zentrums, so hatten dort die Trotzkisten keinen einzigen alten politischen Führer. Dort war Smirnow, der mehr Organisator als politischer Leiter war, Mratschkowski, der Soldat und Draufgänger, und Ter-Waganjan, der Propagandist war. Wir hatten zu ihnen volles persönliches Vertrauen, hielten sie jedoch nicht für fähig, nötigenfalls wirklich zu führen. Wir waren der Ansicht, dass, nachdem dieses Zentrum bereits geschaffen war, jegliche Veränderungen im Zentrum Differenzen mit den Sinowjewleuten hervorrufen werden, und versuchten daher, die Idee des Reservezentrums in der Form des Parallelzentrums zu verwirklichen. Wir beschlossen, bei Trotzki darüber anzufragen.

WYSCHINSKI: Wer hat an Trotzki geschrieben?

RADEK: Den Brief habe ich geschrieben.

WYSCHINSKI: Wie haben Sie diesen Brief übersandt?

RADEK: Die Verbindung wurde von mir über Wladimir Romm, meinen alten Freund, den damaligen Auslandskorrespondenten der TASS, hergestellt. Die Antwort erhielt ich ebenfalls über Romm. Die Briefe verbrannte ich sofort, doch sind Pjatakow alle Einzelheiten über die Informationsverbindung mit Trotzki bekannt.

WYSCHINSKI: Sie bestätigen also die diesbezüglichen Aussagen Pjatakows?

RADEK: Ja.

WYSCHINSKI (zu Serebrjakow): Was können Sie über jenen Teil der Aussagen Pjatakows sagen, in dem auf Ihre Teilnahme hingewiesen wird?

SEREBRJAKOW: Ende November 1933 fand wirklich in Gagry eine Zusammenkunft zwischen mir und Pjatakow statt.

WYSCHINSKI: Worüber haben Sie gesprochen?

SEREBRJAKOW: Pjatakow informierte mich kurz über die Zusammenkunft mit Sedow und über die von ihm in der Ukraine und in Westsibirien durchgeführte Tätigkeit. Er bat mich, die Leitung der Verbindungen mit Georgien sowie im Verkehrswesen zu übernehmen.

WYSCHINSKI: Warum hat er sich an Sie zwecks Verbindung mit den georgischen Trotzkisten gewandt?

SEREBRJAKOW: Mit den georgischen Trotzkisten, insbesondere mit Mdiwani, stand ich in guten Beziehungen; ich war häufig in Georgien, in Transkaukasien. Im Verkehrswesen aber deshalb, weil ich ein alter Verkehrsfachmann bin.

WYSCHINSKI: Und Sie haben Ihr Einverständnis gegeben?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Er sagte Ihnen, dass Sie zur Teilnahme am Reservezentrum herangezogen werden?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und Sie haben auch dazu Ihr Einverständnis gegeben?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Das heißt also, dass Sie diesen Teil der Aussage Pjatakows bestätigen?

SEREBRJAKOW: Ja.

PJATAKOW: Ich ersuche, mir zu gestatten, eine Bemerkung zu machen.

VORSITZENDER: Bitte.

PJATAKOW (wendet sich an Genossen Wyschinski): Serebrjakow hat nicht ganz genau auf Ihre Frage geantwortet. Die Beziehungen zwischen uns waren nicht solche wie zwischen einem Führer zu seinem Untergebenen, also nicht so, dass ich ihn anwies und er sein Einverständnis gab; wir haben uns einfach diesbezüglich verabredet.

WYSCHINSKI: Wer war in Ihrer Vierergruppe einflussreicher, Sie oder Serebrjakow?

PJATAKOW (schweigt)

WYSCHINSKI: Was meint Serebrjakow?

SEREBRJAKOW: Ich spreche nicht vom Standpunkt der Teilung der Verantwortung. Von diesem Standpunkt aus trage ich volle Verantwortung für die Tätigkeit des Zentrums; ich muss jedoch sagen, dass Pjatakow für mich eine Autorität ist. Auch ich war für ihn in einem gewissen Grade eine Autorität.

WYSCHINSKI: Hatten Sie unmittelbar Verbindung mit Trotzki?

SEREBRJAKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Und er?

SEREBRJAKOW: Er hatte Verbindung.

WYSCHINSKI: Hat das auch auf die Autorität Einfluss gehabt?

SEREBRJAKOW: Das hatte Einfluss.

WYSCHINSKI (zu Pjatakow): Bei Ihnen im „Parallelzentrum“ gehörte niemand die führende Rolle gegenüber den anderen?

PJATAKOW: Niemand.

WYSCHINSKI: Alle waren gleichberechtigte Mitglieder und jeder trug voll und ganz die Verantwortung für das ganze Zentrum?

PJATAKOW: Ja, jeder auf seinem Gebiet. Auf dem Gebiet der internationalen Fragen waren Sokolnikow und Radek Autoritäten, auf dem Gebiet der Industrie und Wirtschaft war offenbar ich eine Autorität.

WYSCHINSKI: Mich interessiert, unter wessen Führung das „Parallelzentrum“ tätig war?

PJATAKOW: Unter Trotzkis Führung.

WYSCHINSKI: Wer stand im Namen des Zentrums in unmittelbarer Verbindung mit Trotzki?

PJATAKOW: Radek, und später hatte ich eine persönliche Zusammenkunft mit Trotzki.

WYSCHINSKI: Gehört die persönliche Zusammenkunft mit Trotzki ins Gebiet der Verbindung mit Trotzki?

P JATAKOW: Natürlich.

WYSCHINSKI: Somit stand das Zentrum durch Sie und Radek unmittelbar mit dem Hauptleiter Ihrer verbrecherischen Tätigkeit in Verbindung?

P JATAKOW: Richtig.

WYSCHINSKI: Ich habe die Frage nur in diesem Sinne gestellt. Vielleicht haben Sie noch Richtigstellungen zu machen?

PJATAKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Somit ist das Jahr 1933 das Jahr, in dem die Tätigkeit des „Parallelzentrums“ feste Formen angenommen hat.

PJATAKOW: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Welche praktischen Maßnahmen hat das Zentrum während der Jahre 1933-1934 durchgeführt?

PJATAKOW: In den Jahren 1933-1934 wurde gerade die organisatorische Vorbereitungsarbeit in der Ukraine und in Westsibirien entfaltet, später bildete sich die Moskauer Gruppe heraus. Es wurde die Arbeit im Ural entfaltet, wobei diese ganze Arbeit bereits ins Gebiet der Ausführung jener Direktiven Trotzkis überzugehen begann, von denen ich bereits früher ausgesagt habe, nämlich der Direktiven hinsichtlich der Anwendung von Schädlings- und Diversionsmethoden.

WYSCHINSKI: Somit entstehen und konstituieren sich also in den Jahren 1933-1934 unter der Führung des „Parallelzentrums“ in der Provinz, insbesondere in Westsibirien, im Ural und in der Ukraine trotzkistische Zellen.

PJATAKOW: Zu jener Zeit entstanden trotzkistische Gruppen in Charkow, in Dnjepropetrowsk, in Odessa und Kiew.

WYSCHINSKI: Das heißt also, dass das Zentrum bereits seine Zellen hatte?

PJATAKOW: Ja. Und sie haben Maßnahmen verbrecherischen Charakters praktisch in Angriff genommen.

WYSCHINSKI: Und zwar was für Maßnahmen?

PJATAKOW: In der Ukraine arbeitete hauptsächlich Loginow und die Gruppe von Leuten, die mit ihm in Verbindung standen, auf dem Gebiet der Koksindustrie. Ihre Arbeit bestand hauptsächlich in der Inbetriebsetzung unfertiger Koksöfen und dann in der allseitigen Hemmung des Baus überaus wertvoller und wichtiger Teile der kokschemischen Industrie. So wurden Öfen ohne Ausnutzung aller jener überaus wertvollen Erzeugnisse in Betrieb gesetzt, die beim Verkokungsprozess gewonnen werden. Dadurch wurden ungeheure Reichtümer entwertet.

WYSCHINSKI: Das war in der Ukraine. Und an anderen Orten?

PJATAKOW: In Westsibirien - in Kemerowo - war der in diesem Prozess angeklagte Norkin tätig. Ihm half sein Chef-Ingenieur Karzew. Später, im Jahre 1934, schickte ich noch den in diesem Prozess mitangeklagten Drobnis zur Verstärkung unterer Arbeit dorthin, da Norkin sich mir gegenüber beklagt hatte, dass es für ihn allein sehr schwer sei, fertig zu werden.

WYSCHINSKI: Haben Sie Drobnis speziell dazu nach Kemerowo geschickt, um die Schädlingsarbeit zu forcieren?

PJATAKOW: Ich habe Drobnis weitergehende Aufgaben gestellt. Mit der Entsendung von Drobnis nach Westsibirien (ich hatte ein Gespräch mit Sedow über die Entsendung von Drobnis, da ihn Trotzki persönlich gut kennt) verfolgte ich einen doppelten Zweck: einerseits wollte ich die Arbeit des westsibirischen Zentrums aktivieren; andererseits wollte ich Norkin die nötige Hilfe bei der Durchführung der Schädlingsarbeit im Kombinat von Kemerowo leisten.

WYSCHINSKI: Insofern es sich um Schädlingsarbeit handelte, kann man formulieren, dass zur Forcierung der verbrecherischen Schädlingsarbeit Drobnis hingeschickt wurde? PJATAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: In welcher Eigenschaft haben Sie Drobnis dorthin geschickt?

PJATAKOW: Drobnis wurde als Gehilfe des Leiters der Bautätigkeit hingeschickt.

WYSCHINSKI: Als Gehilfe des Leiters der Bautätigkeit haben Sie ihn nur formell hingeschickt?

PJATAKOW: Es musste überhaupt ein Gehilfe dorthin geschickt werden.

WYSCHINSKI: Das war ein etatmäßiger Posten?

PJATAKOW: Ja, ich habe das ausgenützt, um Drobnis für meine trotzkistischen Zwecke dorthin zu schicken.

WYSCHINSKI: Sie haben ihn als Gehilfen des Leiters der Bautätigkeit und gleichzeitig zur Zerstörung der Bauanlagen dorthin geschickt?

PJATAKOW: Ja. Im Kusnetzkrevier hat Schestow, der unmittelbar von Sedow und von mir Weisungen hatte, in aktiver Weise Schädlingsarbeit betrieben. Im Ural begann sich die illegale Gruppe Julins herauszubilden, die damals bereits mit der Gruppe Mednikows und anderen in Verbindung stand.

WYSCHINSKI: Alle diese Gruppen haben sich unter Ihrer unmittelbaren Führung organisiert, herausgebildet und ihre verbrecherische Tätigkeit durchgeführt?

PJATAKOW: Natürlich.

WYSCHINSKI: Durch Zwischenglieder wie beispielsweise das westsibirische Zentrum?

PJATAKOW: Nein, das westsibirische Zentrum stand unmittelbar mit mir in Verbindung. Jeder hatte seine Gruppe.

WYSCHINSKI: So dass das ein stufenförmiges System war?

PJATAKOW: Das war ein sehr kompliziertes System. Hierüber habe ich auch in der Voruntersuchung Aussagen gemacht, man stellt sich das manchmal unklar vor. Das war eine sehr komplizierte, illegale Organisation unter sehr komplizierten und schwierigen Verhältnissen, weil hier alles sowohl auf persönlichen Verbindungen als auch auf illegalen Versammlungen fußte. Diese Arbeit wurde sehr konspirativ betrieben. Daher war ich über viele Verbindungen nicht unterrichtet. Im Grunde genommen hatte ich einen beschränkten Kreis von Leuten, mit denen zu tun zu haben ich mir gestattete.

WYSCHINSKI: In welchem Maße waren die übrigen Mitglieder des Zentrums über Ihre Tätigkeit unterrichtet?

PJATAKOW: Es wussten davon sowohl Radek wie Serebrjakow. Sokolnikow informierte ich später, erst im Jahre 1935.

WYSCHINSKI: Man kann also den Schluss ziehen, dass das nicht nur Ihre, sondern die praktische Tätigkeit des ganzen Parallelzentrums war?

PJATAKOW: Natürlich.

WYSCHINSKI: Welches war Ihre offizielle dienstliche Stellung in den Jahren 1933-1934?

PJATAKOW: Ich war Stellvertretender Volkskommissar für Schwerindustrie.

WYSCHINSKI: Es war also für Sie leichter, Ihre Verbindungen zu trotzkistischen Machenschaften auszunutzen?

PJATAKOW: Ja, dessen bekenne ich mich schuldig.

VORSITZENDER: Es wird folgende Geschäftsordnung für die Gerichtssitzungen festgelegt: Die Vormittagssitzung wird um 11 Uhr beginnen, mit einer Mittagspause von 3 bis 6 Uhr, Fortsetzung der Sitzung von 6 Uhr bis 10 Uhr abends.

(Pause bis 6 Uhr abends)

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Kostjuschko

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