PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

ABENDSITZUNG VOM 24. JANUAR 1937

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN SEREBRJAKOW

VORSITZENDER: Wir gehen zum Verhör Serebrjakows über.
Angeklagter Serebrjakow, bestätigen Sie Ihre Aussagen, die Sie gemacht haben?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sagen Sie bitte, wann haben Sie Ihre sowjetfeindliche verbrecherische Tätigkeit wieder aufgenommen?

SEREBRJAKOW: Im Herbst 1932. Zu mir kam Mratschkowski und informierte mich über die Schaffung des trotzkistischsinowjewistischen Blocks, nannte die Zusammensetzung dieses Zentrums und teilte gleich auch mit, dass das Zentrum beschlossen habe, für den Fall, dass es hochgehen sollte, ein Reservezentrum zu bilden.

WYSCHINSKI: Wie stellten Sie sich zu diesem Vorschlag?

SEREBRJAKOW: Er war für mich keine Überraschung. Wenn ich mich auch von der konterrevolutionären Tätigkeit des Trotzkismus abgekehrt hatte, waren dennoch, obwohl ich im Jahre 1929 eine Erklärung abgegeben hatte, konterrevolutionäre Stimmungen bei mir zurückgeblieben.

WYSCHINSKI: Als Sie im Jahre 1929 die Erklärung abgaben, blieben Sie in Wirklichkeit Trotzkist?

SEREBRJAKOW: Ja, ich blieb innerlich Trotzkist. Ins Herbst 1933 traf ich in Gagry mit Pjatakow zusammen, er sagte mir damals, dass man aktiv an der trotzkistischen Arbeit teilnehmen müsse. Im Besonderen leiste er Schädlingsarbeit in der Industrie und stehe auch vor der Frage, Schädlingsarbeit im Transportwesen zu entfalten.
Ich bin ein alter Verkehrsfachmann, meine Verbindungen hatte ich aufrechterhalten, ich hatte keine Einwände und übernahm diesen Teil der Arbeit. Ungefähr nach demselben Grundsatz kamen wir denn auch mit Pjatakow überein. Außerdem übernahm ich die Verbindungen und die Leitung der georgischen Angelegenheiten durch Vermittlung Mdiwanis.
1934, vielleicht auch Ende 1933, ging ich nach meiner Ankunft in Moskau ins Volkskommissariat für Transportwesen und suchte dort A. M. Arnoldow auf. Ich kannte ihn von 1926 und 1927 her. Er erklärte sich vollständig bereit, die Verwirklichung und die Leitung der Schädlingsarbeit im Transportwesen zu übernehmen.
Wir stellten beide eine ganz konkrete und genaue Aufgabe auf: Lahmlegung des Güterverkehrs, Verminderung der täglichen Verladung durch die Methode der Verlängerung der Leerlaufzeit der Waggons, durch die Methode der Beibehaltung der bereits bis dahin zu niedrig veranschlagten Umschlagnormen für Waggons und Lokomotiven, durch nicht restlose Ausnutzung der Zugkraft der Lokomotiven usw.
1934 suchte mich, auf Vorschlag Pjatakows, im „Zudotrans“ Liwschitz auf, er war Leiter der Südbahn. Ich informierte ihn über meine Unterredung mit Arnoldow. Er teilte mir mit, dass er auf der Südbahn einen Stellvertreter habe - einen gewissen Sorin, der die Arbeit zu entfalten imstande sein werde. Im selben Jahr 1934 gewann ich für die Schädlingsarbeit im Verkehrswesen den Leiter der Tomsker Bahn, Mironow, den ich vom Volkskommissariat für Verkehrswesen her, aus den Jahren 1926/27 kannte. Er erklärte sich ebenfalls bereit, an der Schädlingsarbeit teilzunehmen. Ich verfügte im Jahre 1934 über Mitteilungen, dass ferner Fufrjanski, der im Volkskommissariat für Verkehrswesen arbeitete, gewonnen sei, des-gleichen Jemschanow, Stellvertretender Leiter der Bahn Moskau - Donezrevier. Es wurde auch Knjasew als Mitglied der Organisation genannt.
Im Jahre 1935, als L. M. Kaganowitsch das Verkehrswesen übernahm und bei mir starke Bedenken auftauchten, unsere ganze Gruppe könnte hochgehen, beruhigte mich Arnoldow, die Schädlingsarbeit im Verkehrswesen sei durch die „Normen“ sehr gut getarnt, die „Grenznormen“ hätten sozusagen das Bürgerrecht im Verkehrswesen erhalten. Obwohl die „Grcnznormen“ sich eingebürgert hatten, entlarvte Kaganowitsch all das. Arnoldow leistete diese Arbeit nicht nur selber, sondern mit Hilfe der Theoretiker dieser „Grenznormen“, unter denen nicht nur Mitglieder der Organisation waren. Er stand mit ihnen irgendwie in Verbindung. Ihre Namen nannte er mir nicht. Nach der Entlarvung der Grenznormler wurde Arnoldow von Kaganowitsch abgesetzt. Darauf sagte Arnoldow, dass als Stellvertretender Volkskommissar in das Volkskommissariat für Verkehrswesen Liwschitz kommen werde und schlug vor, alle Verbindungen im Verkehrswesen Liwschitz zu übergeben.
Das ist eine ungefähre kurze Schilderung der Schädlingsarbeit im Verkehrswesen.
Im Jahre 1934 kam Mdiwani nach Moskau und äußerte den Wunsch, mit mir und mit Pjatakow zusammenzutreffen. An irgendeinem Werktag gingen wir, nach der Arbeit, in die Twerskaja-Straße, dort gibt es gegenüber dem Postamt ein kleines Restaurant, wo denn auch die Unterredung stattfand.
Mdiwani teilte mit, dass die Arbeit sich anlasse, dass ein Zentrum vorgemerkt sei, und erbat unsere Sanktion.
Drei Leute - Mdiwani, Kawtaradse und Mischa Okudshawa - kannten wir, zwei Leute - Tschichladse und Niko Kiknadse - kannten wir überhaupt nicht, weder ich noch Pjatakow. Mdiwani charakterisierte sie uns als alte Trotzkisten und sehr kampftüchtige Leute und bat um ein gewisses Vertrauen. Wir machten keine Einwände und bestätigten somit gleichsam das Zentrum.
Es stand die Frage eines Terrorakts gegen Beria, doch ich und Pjatakow empfahlen nicht, dies zu tun, wir stellten die Frage so, dass ein Terrorakt gegen Beria den Terrorakt gegen Stalin vereiteln könne. Wir schlugen vor, wenn Kräfte vorhanden sind, an die Vorbereitung des Terrorakts gegen Stalin zu schreiten, ohne die Vorbereitung des Terrorakts gegen Beria einzustellen.

WYSCHINSKI: Ohne sie einzustellen?

SEREBRJAKOW: Ohne sie einzustellen. Den Terrorakt gegen Beria empfahlen wir auf keinen Fall eher zu begehen, bevor sie nicht den Terrorakt gegen Stalin ausgeführt haben.

WYSCHINSKI: Also kam man im Jahre 1934 mit Budu Mdiwani unter Teilnahme Pjatakows über den Plan und die Ausführung der Terrorakte überein?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Man kam überein, dass es notwendig sei, diese Handlungen zu koordinieren?

SEREBRJAKOW: Ja, dass die georgischen Terroristen eine Gruppe bestimmen und die Organisierung und Vorbereitung des Terrorakts übernehmen können.

WYSCHINSKI: In Moskau?

SEREBRJAKOW: Nein, dort - außerhalb Moskaus.

WYSCHINSKI: Budu Mdiwani war damit einverstanden?

SEREBRJAKOW: Er war damit einverstanden.

WYSCHINSKI: Und der Anschlag auf den Genossen Beria?

SEREBRJAKOW: Er wurde dadurch nicht abgesagt, und auch die Vorbereitung wurde nicht abgesagt, sondern hinausgeschoben.

WYSCHINSKI: Um die Handlungen zu koordinieren?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Verstehe ich also recht, dass Sie statt des einen Anschlags, den Mdiwani vorschlug, zwei Anschläge vorschlugen?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Das war 1934?

SEREBRJAKOW: 1934. Jetzt kann ich noch bezüglich des Terrors, der mit Georgien verknüpft war, mitteilen, dass damals, als ich im Jahre 1935 wiederum mit Pjatakow zusammentraf, die Schlussfrage über die Vorbereitung eines weiteren Terroraktes, und zwar gegen Jeshow, aufgerollt wurde.

WYSCHINSKI: Das stand auch mit den georgischen Terroristen in Zusammenhang?

SEREBRJAKOW: Ja. Dass sie eine solche Gruppe bilden und nach Moskau schicken können, um hier die Organisierung dieses Terroranschlages vorzubereiten und durchzuführen. Das war Mitte 1935.

WYSCHINSKI: Das haben Sie Pjatakow gesagt?

SEREBRJAKOW: Budu Mdiwani war nachher in Moskau. Ich stellte ihm eine solche Frage. Er sagte mir, dass die terroristische Tätigkeit dort in den Händen von Tschekwadse liege und dass er Tschekwadse diese Aufgabe gestellt habe. Sobald diese Gruppe organisiert sein werde, versprach er mir, das nach Moskau zu melden, doch bin ich später nicht mit ihm zusammengetroffen.

WYSCHINSKI: Sie sind nicht mit ihm zusammengetroffen?

SEREBRJAKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Sie kennen also die weitere Entwicklung der Ereignisse nicht mehr?

SEREBRJAKOW: Ich kenne sie nicht. Ich hatte noch zwei weitere Zusammenkünfte mit Radek im Dezember 1935 und im Januar 1936. Ich erhielt damals von ihm eine Information über den Brief, sowie über die Reise Pjatakows zu Trotzki, und ich habe damals einen solchen Eindruck gehabt.
Jedenfalls war bei Radek Ratlosigkeit in der Stimmung und in der Bestimmung seines Standpunktes unbestreitbar vorhanden, sie zeigte sich auch bei mir. Es handelt sich hier nicht darum, was in der Anklageschrift steht. Die Anklageschrift formuliert alle Fragen richtig und stellt sie richtig. Insofern aber das Reservezentrum die Fragen nicht ernst, organisiert, tief greifend durchdacht hat, sondern Trotzki für das Reservezentrum dachte und ihm in konzentrierter Form die Fragen präsentierte, wirkte das natürlich psychologisch bestürzend und mußte Ratlosigkeit nach sich ziehen. Damals entschied Radek auch, und ich war mit ihm einverstanden, dass eine Beratung einberufen werden müsse. Später bin ich weder mit Radek noch mit Pjatakow zusammengetroffen.

WYSCHINSKI: Wozu sollte denn eine Beratung einberufen werden?

SEREBRJAKOW: Zu dem Zweck, um wenigstens ein einziges Mal alle diese Fragen ernst und gründlich zu durchdenken.

WYSCHINSKI: Haben Sie vorher bestimmt, in welcher Richtung diese Beratung geführt werden soll?

SEREBRJAKOW: Das haben wir nicht vorher bestimmt, doch war die Stimmung scheußlich.

WYSCHINSKI: Die Stimmung war nicht gut, aber die Richtung war nicht vorher bestimmt?

SEREBRJAKOW: Die Geschäftsordnung und die Form der Beratung war vorher bestimmt, doch konnte man aus dem Gespräch mit Radek den Eindruck gewinnen, dass er das nicht akzeptiert oder schwer akzeptiert. Radek konnte natürlich denselben Schluss aus meinem Zwischenruf ziehen, doch war nichts vorher bestimmt. Das ist sozusagen im Großen und Ganzen alles.

WYSCHINSKI: Das ist alles?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und in Bezug auf den Block der georgischen Trotzkisten mit den Menschewiki und Nationalisten?

SEREBRJAKOW: Ich habe mich beeilt, in dem Wunsche, mich kurz zu fassen, und habe das nicht mitgeteilt. Wie ich glaube, habe ich bereits gesagt, dass die Vereinigung den Auftrag erteilte.
Mdiwani erhielt den Auftrag, die Frage einer eventuellen Vereinigung mit den Daschnaken in Armenien, mit den Mussawatisten in Aserbaidshan und den georgischen Menschewiki in Georgien zu stellen.

WYSCHINSKI: Was wurde real zur Ausführung dieses Beschlusses unternommen?

SEREBRJAKOW: In Bezug auf die Daschnaken und die Mussawatisten teilte mir Mdiwani Ende 1935 mit, dass er erst die Verbindungen aufgespürt habe, mit den Menschewiki dagegen habe er ein Abkommen getroffen. Den Kontakt mit den Menschewiki hatte er auf der Grundlage hergestellt, dass Georgien der vorherrschende Einfluss auf dem Territorium Transkaukasiens eingeräumt wird.

WYSCHINSKI: Georgien unterwirft seinem Einfluss Armenien und Aserbaidshan?

SEREBRJAKOW: Ja. Es ist ein selbständiger Staat, der in Transkaukasien die führende Rolle spielt.

WYSCHINSKI (zu dem Angeklagten Liwschitz): Die Aussagen Serebrjakows in dem sich auf die Verbindung mit Ihnen, Angeklagter Liwschitz, beziehenden Teil veranlassen Sie nicht zu irgendwelchen Bemerkungen? Trifft alles, was Serebrjakow gesagt hat, zu?

LIWSCHITZ: Es trifft zu.

VORSITZENDER: Sagen Sie, Angeklagter Serebrjakow, sagte Ihnen Pjatakow, im Jahre 1935, man müsse das Netz der Terrororganisationen im Verkehrswesen erweitern?

SEREBRJAKOW: Nicht Pjatakow, sondern Liwschitz teilte mir das, unter Berufung auf Pjatakow mit.

VORSITZENDER: Bei diesem Gespräch wies Liwschitz auf die besondere Bedeutung Ihrer Arbeit in der Periode vor der Mobilmachung hin. In Ihren Aussagen sagen Sie: „Ich und Liwschitz sprachen miteinander und kamen zu dem Schluss, außer dem Vorgehen der Organisationen sowohl im Zentrum als auch im Lande, die anfänglich in die Arbeit des Verkehrswesens Durcheinander und Wirrwarr hineinbringen sollen, müsse auch die Möglichkeit gesichert werden, sich in den ersten Tagen der Mobilmachung der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte zu bemächtigen, dort Verkehrsstauungen hervorzurufen, die zu einer Desorganisation des Verkehrswesens führen und die Durchlassfähigkeit der Eisenbahnknotenpunkte herabsetzen würden.“ Bestätigen Sie das?

SEREBRJAKOW: Ja.

VORSITZENDER: Weiter: „Ich und Liwschitz erwogen damals, welche Knotenpunkte zu Objekten unserer Arbeit werden müssen...“

SEREBRJAKOW: Das zu verlesen ist nicht nötig.

VORSITZENDER: Ich fahre fort: „...davon ausgehend, erwogen wir, ich und Liwschitz, welche Knotenpunkte zum Gegenstand unserer Diversionsarbeit zu machen sind, unter Berücksichtigung dessen, dass die Diversionstätigkeit in diesen und diesen Punkten entfaltet werden soll...“ Bestätigen Sie das?

SEREBRJAKOW: Ja, ich bestätige es.

VORSITZENDER: Angeklagter Liwschitz, bestätigen Sie die Unterredung Serebrjakows darüber?

LIWSCHITZ: Die Unterredung bestätige ich.

VORSITZENDER: Ich spreche nicht von den Eisenbahnknotenpunkten. Ich frage, haben Sie und Serebrjakow eine Unterredung darüber gehabt, dass man in der Periode vor der Mobilmachung Verkehrsstauungen in einer Reihe von Eisenbahnknotenpunkten herbeiführen müsse?

LIWSCHITZ: Eine Unterredung hat stattgefunden.

VORSITZENDER: Wann fand diese Unterredung mit Serebrjakow statt?

LIWSCHITZ: Im Jahre 1935.

VORSITZENDER: Fand dieses Gespräch auf Grund von Weisungen Pjatakows statt?

LIWSCHITZ: Ja.

VORSITZENDER: Angeklagter Pjatakow, bestätigen Sie, dass Sie Liwschitz Weisungen dieser Art gegeben haben?

PJATAKOW: Ja, natürlich.

VORSITZENDER: Angeklagter Serebrjakow, bestätigen Sie Ihren Satz in einer Ihrer Aussagen (es handelt sich um die Worte Pjatakows): „Man muss die Schädlingsarbeit in der Industrie mit der Diversionsarbeit im Verkehrswesen verbinden, dessen bedarf es, wenn wir der Stalinschen Führung einen vernichtenden Schlag versetzen wollen.“

SEREBRJAKOW: Ja. So ungefähr.

VORSITZENDER: Angeklagter Pjatakow, bestätigen Sie, dass Sie Liwschitz Weisungen dieser Art gegeben haben?

PJATAKOW: Ja, natürlich.

WYSCHINSKI: Angeklagter Serebrjakow, in welchem Verhältnis zu dieser ihrer sowjetfeindlichen Arbeit im Verkehrswesen stand der Angeklagte Knjasew?

SEREBRJAKOW: Über Knjasew erfuhr ich erst von Arnoldow, dass er Mitglied der Organisation sei, Arnoldow jedoch konnte mir nicht mitteilen, wer ihn angeworben hat und wie er auf der Bildfläche erschienen ist.

WYSCHINSKI: In der Voruntersuchung haben Sie genauer und konkreter über Knjasew gesprochen.

SEREBRJAKOW: Ich habe eben ausgesagt, dass Arnoldow mir über ein Mitglied der Organisation, - Knjasew, - Mitteilung machte, wer ihn aber angeworben hat, das teilte mir Arnoldow konkret nicht mit.

WYSCHINSKI: Bezüglich Ihrer Worte, dass ... „die Verkehrsunfälle, Zugentgleisungen, Stillstand der Lokomotiven, mangelhafte Reparatur“ usw., dass all das durch die und die Personen (Sie nennen die Personen) durchgeführt wurde, und sagen weiter: „von Knjasew unmittelbar durch seine Leute, Mitglieder der Organisation“. Wussten Sie das selbst oder erfuhren Sie es von Arnoldow?

SEREBRJAKOW: Ja, von Arnoldow.

WYSCHINSKI: Und mit Knjasew standen Sie in keiner unmittelbaren Verbindung?

SEREBRJAKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Und ist Ihnen bekannt, wer von den dem Zentrum nahe stehenden Leuten in unmittelbarer Verbindung mit Knjasew stand?

SEREBRJAKOW: Nein, das ist mir nicht bekannt.

WYSCHINSKI: Angeklagter Liwschitz, hatten Sie in dieser Arbeit enge Verbindung mit Knjasew?

LIWSCHITZ: Jawohl.

WYSCHINSKI: War Ihre Verbindung mit ihm individueller Art, auf persönlicher Initiative beruhend, oder wurde diese Verbindung über das Zentrum, über Serebrjakow, aufrechterhalten?

LIWSCHITZ: Soweit ich mich erinnern kann, sagte mir Serebrjakow, dass Knjasew in der Organisation arbeitet.

WYSCHINSKI: Mit Knjasew standen Sie in Verbindung, folglich in gewissem Grade durch Serebrjakow?

LIWSCHITZ: Ja.

WYSCHINSKI (zu Serebrjakow): Erinnern Sie sich dessen nicht?

SEREBRJAKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Sie sprachen aber mit Liwschitz über Knjasew?

SEREBRJAKOW: Ja, auf Grund dessen, was ich von Arnoldow gehört hatte.

WYSCHINSKI: Also war Knjasew an dieser Diversionsarbeit beteiligt?

LIWSCHITZ: Ja.

WYSCHINSKI: Zusammen mit Ihnen oder für sich allein?

LIWSCHITZ: In letzter Zeit hatte ich mit ihm zwei Unterredungen über dieses Thema.

WYSCHINSKI: Was heißt in letzter Zeit?

LIWSCHITZ: Während der Zeit, als ich in Moskau arbeitete.

WYSCHINSKI: Was heißt: in letzter Zeit?

LIWSCHITZ: In den Jahren 1935-1936.

WYSCHINSKI: Also hatten Sie in den Jahren 1935 - 1936 Zusammenkünfte mit Knjasew auf der Grundlage Ihrer verbrecherischen Tätigkeit?

LIWSCHITZ: Ja.

WYSCHINSKI: Und welchen Charakter hatten diese Zusammenkünfte, wozu wurden sie organisiert, wodurch wurden sie hervorgerufen?

LIWSCHITZ: Die erste Zusammenkunft wurde durch die Notwendigkeit hervorgerufen, Verbindungen herzustellen.

WYSCHINSKI: Die zweite?

LIWSCHITZ: Während der zweiten Zusammenkunft sprachen wir davon, was geschieht und was zu geschehen hat.

WYSCHINSKI: Hat Arnoldow die Teilnahme Knjasews an dieser Diversions-, Schädlings- und sonstiger Arbeit im Verkehrswesen richtig gekennzeichnet?

LIWSCHITZ: Jawohl

WYSCHINSKI: Sprachen Sie noch mit Serebrjakow über die Arbeit Knjasews im Verkehrswesen, abgesehen davon, was er Ihnen über Knjasew sagte?

LIWSCHITZ: Soweit ich mich erinnern kann, nicht.

WYSCHINSKI: Folglich beschränkte sich Ihre Information durch Serebrjakow nur auf die erste Unterredung über Knjasew, und später standen Sie selbständig mit ihm in Verbindung?

LIWSCHITZ: Ja.

WYSCHINSKI (zu Serebrjakow): Stimmt das?

SEREBRJAKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Hat die Verteidigung Fragen?

DIE VERTEIDIGER: (verneinen)

VORSITZENDER: Die Sitzung ist geschlossen, Fortsetzung der Verhandlung um 11 Uhr vormittags.

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Kostjuschko

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