PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

VORMITTAGSSITZUNG VOM 26. JANUAR 1937

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN NORKIN

VORSITZENDER: Wir schreiten zum Verhör des Angeklagten Norkin.

VORSITZENDER: Angeklagter Norkin, bestätigen Sie die Aussagen, die Sie im Januar d. J. gemacht haben?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Was für eine Stelle haben Sie in Kemerowo bekleidet?

NORKIN: Ich war Leiter des Baus des Kemerowoer Kombinats.

WYSCHINSKI: Das heißt also, dass Sie auf dem Kemerowoer Bau die Hauptperson waren?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Von wem wurden Sie auf diesen Posten geschickt?

NORKIN: Vom Volkskommissariat für Schwerindustrie.

WYSCHINSKI: Nein, das Volkskommissariat für Schwerindustrie ist eine große Institution, von wem unmittelbar?

NORKIN: Von Pjatakow.

WYSCHINSKI: Zu welchem Zweck?

NORKIN: Damals stand die Frage noch nicht so.

WYSCHINSKI: Nämlich wie „so“?

NORKIN: Ich wurde dorthin geschickt, weil ich in der chemischen Industrie, in welcher ich bis dahin gearbeitet hatte, gewisse Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten gehabt habe und meine Entsendung nach Kemerowo offensichtlich ein gewisses, mir später erst klar gewordenes Ziel verfolgte, von denn ich aber zur Zeit der Entsendung dorthin nicht wusste.

WYSCHINSKI: Wann wurde Ihnen das klar und was wurde Ihnen klar?

NORKIN: Im Jahre 1933 wurde mir klar, dass meine Entsendung nach Kemerowo auf Grund dessen geschah, dass ich in dem höchst wichtigen, ungeheure Bedeutung für die Verteidigung besitzenden Objekt der chemischen Industrie Unterwühlungsarbeit leisten sollte.

WYSCHINSKI: Es war Ihnen klar, dass Sie dazu hingeschickt worden sind?

NORKIN: Es ist mir klar geworden.

WYSCHINSKI: Aus welchen Umständen ist Ihnen das klar geworden?

NORKIN: Das wurde mir klar angesichts jener Aufträge, die mir als Mitglied der trotzkistischen Organisation im Jahre 1933 von Pjatakow, dem unmittelbaren Leiter meiner Arbeit, erteilt wurden.

WYSCHINSKI: Was hat Ihnen denn Pjatakow gesagt?

NORKIN: Im Wesentlichen bestand das darin, dass ich an der Verzögerung dieses Baus zwecks Untergrabung der Macht des Staates arbeiten sollte.

WYSCHINSKI: Das war das Wesentliche?

NORKIN: Das ist in zwei Worten das Wesentliche.

WYSCHINSKI: Wurde etwas über Kapitalanlagen und welche Stellung Sie dazu einnehmen sollten, gesprochen?

NORKIN: Dass man bei bedeutenden Kapitalanlagen einen geringeren Effekt erzielen soll, wobei die Kapitalanlagen nicht den ausschlaggebenden Objekten, sondern den weniger wichtigen zugeführt werden sollten.

WYSCHINSKI: Das heißt, diese Kapitalien in totes Kapital zu verwandeln?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: War irgendwie die Rede von der Mobilmachungsbereitschaft der verschiedenen Maschinenanlagen, die für die Verteidigung von Bedeutung waren?

NORKIN: Ich bestätige das, was ich gesagt habe. Dieses Kombinat hat große Bedeutung für die Verteidigung. Insofern ein Teil der Mittel abgelenkt wurde, führte das zur Schwächung der Verteidigungsobjekte. Als Hauptmethode unserer Arbeit war die Neuprojektierung der Betriebe vorgesehen, hauptsächlich unter dem Vorwand der Steigerung der Leistungsfähigkeit oder der Rationalisierung, ferner Verschleppung der Projektierungsarbeiten, Verzögerung der Bauarbeiten.

WYSCHINSKI: So wurde es direkt gesagt?

NORKIN: Ich habe das etwas entziffert. In der Aussprache brauchten wir das nicht besonders ausführlich breitzutreten, da es klar genug war.

WYSCHINSKI: Alle diese Direktiven wurden Ihnen von Pjatakow erteilt?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: In welchem Jahr?

NORKIN: Im Jahre 1933.

WYSCHINSKI: Wann wurden Sie nach Kemerowo geschickt?

NORKIN: Im Jahre 1932.

WYSCHINSKI: Ungefähr wie lange nach Ihrer Ernennung?

NORKIN: Ungefähr ein Jahr oder etwas weniger, etwa 10 Monate.

WYSCHINSKI: Und hat Pjatakow anlässlich Ihrer Ernennung mit Ihnen über die verbrecherische Organisation, an der Sie und er teilnahmen, Unterredungen gehabt?

NORKIN: Ich war schon vorher in diese Organisation hineingezogen worden.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie nicht darüber; uns ist bekannt, wann Sie in diese Organisation hineingezogen worden sind. Mich interessiert, ob Pjatakow, als Sie Ihre Ernennung nach Kemerowo erhielten, mit Ihnen über Ihre illegalen verbrecherischen Handlungen Unterredungen gehabt hat oder nicht.

NORKIN: Das kann ich nicht sagen, daran kann ich mich nicht erinnern.

WYSCHINSKI: Sagen Sie das, was Sie sagen können.

NORKIN: Soweit ich mich erinnere, habe ich vor der Abreise nicht mit Pjatakow, sondern mit einem anderen Mitarbeiter des Volkskommissariats, mit Pawlunowski, gesprochen. WYSCHINSKI: Worüber?

NORKIN: Der faktisch sozusagen der offizielle Leiter dieses Baus war und mich nach Kemerowo schickte und mit Instruktionen versah.

WYSCHINSKI: Offiziell mit Instruktionen versah?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Worüber haben Sie gesprochen?

NORKIN: Er gab Anweisungen, wie die Arbeit entsprechend jenen Aufgaben zu betreiben sei, die vor dem Bau stehen.

WYSCHINSKI: Das heißt, jene Arbeit, derenthalben Sie offiziell nach Kemerowo ernannt wurden?

NORKIN: Ich betone, dass ich mit Pjatakow vor der Abreise nicht gesprochen habe, sondern von Pawlunowski Weisungen erhielt, die mit unserer konterrevolutionären Tätigkeit nichts gemein hatten.

WYSCHINSKI: Pawlunowski hatte mit Ihrer Tätigkeit nichts gemein?

NORKIN: Nein, ich spreche von der dienstlichen Tätigkeit.

WYSCHINSKI: Sie sind also mit den alten Direktiven nach Kemerowo gefahren, die Sie von Pjatakow schon früher erhalten hatten? Wann eigentlich?

NORKIN: Ich betrachte mich als regelrecht zur Organisation gehörig seit 1931. Damals trafen auch alle grundlegenden Direktiven der trotzkistischen Organisation ein.

WYSCHINSKI: Nach der Rückkehr Pjatakows aus dem Auslande?

NORKIN: Als ich die Aussagen des Angeklagten Pjatakow mit anhörte, erwog ich im Geiste, wie sich das abgespielt hat, und muss sagen, nicht bestreiten zu können, dass die Direktiven nach seiner Ankunft eintrafen. Obzwar ich in meinen Aussagen eine frühere Periode nannte, bestehe ich nicht darauf. Ich habe damals den Vorbehalt gemacht, mich an den Monat nicht genau erinnern zu können. Es schien mir, dass das etwas früher war. Jetzt muss ich bestätigen, dass hier einige Ungenauigkeiten vorliegen.

WYSCHINSKI: Also war das offenkundig so, wie Sie sich jetzt die Sache ins Gedächtnis rufen...

NORKIN: Das war Ende 1931, und nicht in den ersten Monaten.

WYSCHINSKI: Und hatten Sie im Jahre 1932 eine Zusammenkunft mit Pjatakow?

NORKIN: Ich hatte sehr viele Zusammenkünfte mit Pjatakow.

WYSCHINSKI: Und im Jahre 1932?

NORKIN: Sowohl 1931 als auch 1932 und 1933...

WYSCHINSKI: Sind Sie während der Unterhaltungen auf das Thema dieser verbrecherischen Tätigkeit zurückgekommen?

NORKIN: Meiner Meinung nach ist als Regel nicht eine einzige Zusammenkunft vorübergegangen, ohne dass wir über unsere Tätigkeit gesprochen hätten.

WYSCHINSKI: Was war Gegenstand Ihrer Unterredung?

NORKIN: Im Jahre 1932 erhielt ich von Pjatakow in bezug auf Kemerowo keinerlei besondere Direktiven, umso mehr, als ich Ende des Jahres 1932 abreiste. Ich erinnere mich, dass ich zu einer Zeit eintraf, als überaus starke Fröste herrschten, die entweder in der dritten Dekade des Dezembers oder in der ersten Dekade des Januars vorkommen.

WYSCHINSKI: Und in der Folge?

NORKIN: Die eindeutigste Unterredung, in deren Verlauf die vor mir stehenden konkreten Aufgaben bezüglich des Kombinatbaus von Kemerowo formuliert wurden, fand im Jahr 1933 statt. Von den darauf folgenden Unterredungen über unsere gemeinsame Tätigkeit muss ich die Unterredung erwähnen, die Mitte 1935 stattfand, als schärfere Direktiven über die Verstärkung der Unterwühlungsarbeit erteilt wurden, sowie die nicht allzu lange Zeit vor meiner Verhaftung stattgefundene Unterredung, als mir die.. Aufgabe zugewiesen wurde, im Kriegsfalle Sprengungen und Brandstiftungen vorzunehmen.

WYSCHINSKI: Standen Sie mit Rataitschak in irgendeiner Verbindung?

NORKIN: Mit Rataitschak hatte ich keinerlei direkte Verbindungen. Ich erfuhr in der Folge, dass Rataitschak unser Mann ist.

WYSCHINSKI: Wann war das, in der Folge?

NORKIN: Also nach dem Aufenthalt Rataitschaks in Kemerowo, das war Ende 1935.

WYSCHINSKI: Wie haben Sie das erfahren, warum?

NORKIN: Ich hatte von Rataitschak eine Direktive erhalten, von der es sich herausstellte, dass sie denselben Zweck verfolgte, der auch vor mir stand, dass nur die Taktik anders war. Es handelte sich um den Bau des Werks am rechten Ufer. Wir beabsichtigten, diesen Bau auf unserem üblichen Wege zu verschleppen. Rataitschak brachte neue Methoden in Vorschlag, doch war das unbedingt mit der Sprengung des Fundaments, mit einem wesentlichen Umbau verknüpft. Mit einem Wort, es wurde viel Lärm gemacht, ohne dass irgendeine Wirkung erzielt wurde. Ich versuchte, dagegen zu protestieren, erhielt jedoch die Weisung, dass ich Rataitschak gehorchen müsse, da er unser Mann sei.

WYSCHINSKI: Was haben Sie denn konkret auf dem Gebiete der Schädlingsarbeit zur Ausführung gebracht?

NORKIN: Diesbezüglich wollte ich...

WYSCHINSKI: Als Fazit.

NORKIN: Das Hauptfazit besteht darin, dass der Bau der für die Verteidigung Bedeutung besitzenden wichtigsten Objekte hinausgezögert wurde. Ein wesentliches Ergebnis waren Fälle der Desorganisierung der Stromversorgung des Kusnetzkreviers.

WYSCHINSKI: Was haben Sie über Diversionsanschläge zu sagen?

NORKIN: Im Jahre 1935 erhielt ich von Pjatakow die Direktive, die Hauptglieder herauszugreifen, um, ohne uns zu verzetteln, ein möglichst großes Resultat zu erreichen.

Im Zusammenhang damit nahm ich mir die Außerbetriebsetzung unseres Kraftwerks durch Sprengungen vor. Im Februar 1936 fanden drei Explosionen statt.

WYSCHINSKI: Sie fanden statt?

NORKIN: Ja. Ich musste diese Operation dann sein lassen, denn es machte sich ein großer Druck von unten geltend, außerdem erhielt ich die Direktive, die Verwendung von hochgasiger Kohle einzustellen, so dass ich diesen Weg aufgeben musste. Ich hielt es im Gegenteil bereits für notwendig, Schritte zu unternehmen, um den Schlag von mir abzuwenden, d. h. die Fragen der Stromversorgung des Kusnetzkreviers in den Vordergrund zu stellen und einige Maßnahmen zu ergreifen, die wirklich im Interesse dieser Sache lagen.

WYSCHINSKI: Wozu haben Sie das getan?

NORKIN: Nachdem drei Sprengungen unternommen worden waren - obzwar man sie nur für zwei Sprengungen hält, waren es tatsächlich drei; da die erste in den ersten Februartagen erfolgte, die zweite einige Tage später, werden sie immer als eine Sprengung betrachtet -, beschloss ich verständlicherweise, um die Möglichkeit einer Aushebung und die Aufmerksamkeit abzuwenden, die Frage aufzurollen, dass die Probleme der Stromversorgung des Kusnetzkreviers eingerenkt werden müssen; es stellte sich jedoch heraus, dass das nicht realisiert wurde und dass dieser Teil meiner Bitte nicht befriedigt wurde.

WYSCHINSKI: Haben sich die Organe der technischen Aufsicht mit einer Warnung an Sie gewendet, dass das, was Sie tun, gefährliche Explosionen nach sich ziehen kann?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: War es z. B. der Fall, dass sich Ponomarjow und Monossowitsch an Sie wandten?

NORKIN: An Monossowitsch erinnere ich mich nicht, Ponomarjow kenne ich aber. Er ist Leiter einer Betriebsabteilung.

WYSCHINSKI: War Ihnen bekannt, dass Ponomarjow am 26. Januar 1936 an den Leiter der Kesselabteilung ein Schreiben richtete, das eine Warnung enthielt? Ich ersuche das Gericht, mir die Verlesung von Blatt 1106 aus Band 169 zu gestatten.

VORSITZENDER: Bitte.

WYSCHINSKI: Dieses Schreiben lautet folgendermaßen: „...dass die Zermahlung gewisser Kohlesorten gefährlich ist und eine große Explosion hervorrufen kann, die eine Zerstörung der Einrichtung und Unglücksfälle unter dem Personal nach sich ziehen würde.“

NORKIN: Dieses Dokument habe ich gesehen.

WYSCHINSKI: Wir wollen zuerst davon sprechen, was daran richtig ist, und dann erst aussondern, wo hier etwa Übertreibung vorliegt, wo eine Abweichung vorliegt usw. Ist eine derartige Tatsache vorgekommen?

NORKIN: Ja, ja.

WYSCHINSKI: Eine derartige Warnung gab es?

NORKIN: Jawohl. Es bestand ein offizielles Verbot der Verwendung von hochgasiger Kohle auf dem Kombinat, das von dem Chefingenieur unterzeichnet war...

WYSCHINSKI: Die Tatsache, die in diesem Schreiben geschildert wurde, ist vorgekommen?

NORKIN: Jawohl.

WYSCHINSKI: Das war ein offizielles Schreiben?

NORKIN: Ein offizielles.

WYSCHINSKI: Also wurden Sie gewarnt, dass bei einem derartigen System der Kohleversorgung die Gefahr von Explosionen besteht und dass die Vorbeugungsmaßnahmen, die von Ihnen angewendet wurden, unzureichend sind?

NORKIN: Dieses Schreiben war nicht an mich gerichtet, sondern an den Direktor des Kraftwerkes, und Maßnahmen wurden nicht von mir, sondern von Ponomarjow getroffen.

WYSCHINSKI: Ich weiß. An Sie, Norkin, aber, den Leiter des Kemerowoer Baus, wurde ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: „Anliegend übersende ich das von Ponomarjow, dem Leiter der Kesselabteilung, an mich gerichtete Memorandum über die Gefahren, die für das Werk durch die Verfeuerung gewisser Kohlen entstehen... Da ich Ihre mündliche Verfügung über die Verfeuerung, von Kohlen besitze, auf Grund deren ich meinerseits dem Leiter der Kesselabteilung Weisung entgegen der bestehenden schriftlichen Vorschrift gab und angesichts dessen, dass die Zermahlung gewisser Kohlen die Einrichtung gefährdende Explosionen hervorrufen kann, ersuche ich Sie um Anweisung, die Lieferung solcher Kohlen einzustellen.“ Ist auch eine solche Tatsache vorgekommen?

NORKIN: Jawohl, ich bestätige das.

WYSCHINSKI: Ist es Ihnen bekannt, dass der Arbeitsinspektor am 31. Januar 1936 dem Leiter der Kesselabteilung - demselben Ponomarjow - mit dem Hinweis „Durchführungsfrist sofort“ mitteilte: „Gemäß Artikel 148 des Arbeitsgesetzbuches... ordne ich zum zweiten Mal an, dass die in den und den Akten, über die Einstellung der Verfeuerung dieser Kohlen zur Vermeidung von Explosionen erwähnte Anweisungen unverzüglich ausgeführt werden müssen...“ Ist das auch eine Tatsache?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Was lässt sich also jetzt vom Standpunkt des Tatsachenbestands sagen: Im Laufe einer bestimmten Zeit, angefangen vom Jahre 1936, wurden Sie von den Ihnen unterstellten Personen vor Explosionen gewarnt?

NORKIN: Ich wurde von allen diesen Personen gewarnt. Diese Angelegenheit wurde unter großem Widerstand der unteren Angestelltenschicht durchgesetzt, das muss ich bestätigen.

WYSCHINSKI: Haben diese Tatsachen stattgefunden?

NORKIN: Sie haben stattgefunden.

WYSCHINSKI: Fanden Warnungen statt?

NORKIN: Sie fanden statt.

WYSCHINSKI: Ereigneten sich Explosionen?

NORKIN: Ich habe das schon gesagt.

WYSCHINSKI: Weiter.

NORKIN: Das ist der wichtigste Diversionsakt, den ich persönlich verübt habe.

WYSCHINSKI: Wieder Algebra!

NORKIN: Ich habe das aber in die Sprache der konkreten Umstände von Kemerowo umgesetzt, und hier habe ich eine gewisse Selbständigkeit an den Tag gelegt.

WYSCHINSKI: Arithmetisch war die Diversion einfacher als algebraisch durchzuführen?

NORKIN (schweigt)

WYSCHINSKI: Haben Sie von Pjatakow keine Weisungen über diese Diversion bekommen?

NORKIN: Ich sage doch, dass ich die Direktiven in ziemlich allgemeiner Form erhielt und dass die Auswahl des Objekts im gegebenen Fall...

WYSCHINSKI: Von Ihnen abhing?

NORKIN: Ich betone, in diesem Fall hing es von mir ab, da eine Reihe von Aufgaben mir in arithmetischer Form erteilt wurde.

WYSCHINSKI: War das einfacher?

NORKIN: Nein, es ist ebenso kompliziert. Ich will nur betonen, dass ein Unterschied besteht...

WYSCHINSKI: Dass ein Unterschied in der Initiative besteht?

NORKIN: Ja. Ich hielt es nicht für möglich, das nicht zu sagen, diesen Umstand nicht zu unterstreichen.

WYSCHINSKI: Standen Sie in irgendwelcher Beziehung zur terroristischen Tätigkeit Ihrer illegalen Organisation?

NORKIN: In direkter Beziehung stand ich nicht.

WYSCHINSKI: In indirekter?

NORKIN: Ich wusste, dass eine solche Arbeit betrieben wird.

WYSCHINSKI: Von wem wussten Sie das?

NORKIN: Ich stand unmittelbar ausschließlich mit Pjatakow in Verbindung.

WYSCHINSKI: Ich frage, von wem Sie es wussten.

NORKIN: Alles, was ich an Richtlinien erfahren konnte, erfuhr ich von Pjatakow.

.WYSCHINSKI: Was war Ihnen denn über die terroristische Tätigkeit bekannt?

NORKIN: Mir war bekannt, dass der Mord an Sergej Mironowitsch Kirow ein von der Organisation verübter Terrorakt war. Ich wusste, dass die trotzkistische Organisation eine ganze Reihe anderer Anschläge gegen die Führer der Partei und der Regierung plant und vorbereitet. In diesem Rahmen waren mir die Fragen bekannt.

WYSCHINSKI: Was für eine Stellung hatten Sie in der letzten Zeit in der Partei inne?

NORKIN: Ich war Mitglied des Landeskomitees der Partei und Mitglied des Büros des Stadtkomitees der Partei.

WYSCHINSKI: Mitglied des Büros des Stadtkomitees und Mitglied des Westsibirischen Landeskomitees?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Und gleichzeitig waren Sie Mitglied der illegalen, trotzkistischen, sowjetfeindlichen, terroristischen Diversions-, Spionage- und Schädlingsorganisation?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Kamen bei Ihnen Fälle vor, dass Sie den Mitgliedern Ihrer illegalen Organisation unter Ausnutzung Ihrer Stellung als Mitglied des Landeskomitees der Partei gewisse Dienste leisteten?

NORKIN: Ich erinnere mich an solche Tatsachen nicht.

WYSCHINSKI: In bezug auf Drobnis zum Beispiel?

NORKIN: Was in bezug auf Drobnis?

WYSCHINSKI: Ich erinnere Sie dann an das, was mir das Material der Voruntersuchung Ihnen ins Gedächtnis zu rufen gestattet. Sie erfuhren von Drobnis etwas...

NORKIN: Ah... Sie sprechen von der materiellen Hilfe, die ich Drobnis angedeihen ließ.

WYSCHINSKI: Ich sagte, ob Sie den Mitgliedern Ihrer illegalen Organisation unter Ausnutzung Ihrer, Norkins, Stellung als Mitglied des Landeskomitees irgendwelche Hilfe erwiesen haben?

NORKIN: Ich nutzte meine Stellung in der Partei und folglich im Landeskomitee dazu aus, um meine verbrecherische Tätigkeit zu verheimlichen, natürlich nutzte ich das im Interesse meiner Organisation auf jedwede Weise aus.

WYSCHINSKI: Sagen Sie es konkret.

NORKIN: Ja, alles das, was geschehen ist!

WYSCHINSKI: Und ist bei Ihnen ein solcher Fall vorgekommen, dass Sie, als Sie davon Kenntnis erhielten, dass Drobnis als Trotzkist entlarvt wurde, Schritte unternahmen, um Drobnis zu warnen?

NORKIN: Natürlich. Sobald ich erfahren habe, dass die Situation immer drohender wurde, damals stand die Frage der Verhaftung noch nicht... Mit einem Wort, all das, was ich im Landeskomitee über die Tätigkeit der Mitglieder der Organisation erfuhr, gab ich unverzüglich weiter...

WYSCHINSKI: Und über die Maßnahmen gegen diese Tätigkeit?

NORKIN: All das, was ich im Landeskomitee erfahren habe, was der trotzkistischen Organisation und ihren einzelnen Mitgliedern drohte, wertete ich selbstverständlich sofort aus, entweder in der Form, dass ich es weitergab oder dass ich s berücksichtigte.

WYSCHINSKI: Wann war das?

NORKIN: Ich nehme mir jetzt nicht heraus, zu behaupten, wann das genau war.

WYSCHINSKI: Das war 1936!

NORKIN: Ja, das war 1936, nicht lange vor der Verhaftung von Drobnis, ungefähr im Juli 1936.

WYSCHINSKI: Und wann wurden Sie verhaftet?

NORKIN: Am 30. September.

WYSCHINSKI: Haben Sie sofort begonnen, Aussagen zu machen?

NORKIN: Nein, nicht sofort.

WYSCHINSKI: Sie haben sich geweigert?

NORKIN: Ja, ich habe mich geweigert.

WYSCHINSKI: Haben Sie sich eine lange Zeit hindurch geweigert?

NORKIN: Ja, ziemlich lange, ungefähr zwei Monate lang habe ich keine Aussagen gemacht.

WYSCHINSKI: Warum, was hat Sie zurückgehalten?

NORKIN: Sehr viele Gründe.

WYSCHINSKI: Nennen Sie die wichtigsten.

NORKIN: Ich möchte einen der Gründe nennen. Hier haben andere Angeklagte darüber gesprochen, was sie zum Widerstand veranlasst hat. Ich möchte über eine Tatsache sprechen, die nicht berücksichtigt wird, - nämlich über den Artikel Pjatakows in der „Prawda“ bezüglich seines Verhaltens zum ersten Prozess.

WYSCHINSKI: Zum Prozess des Vereinigten Sinowjew-Kamenewschen Zentrums?

NORKIN: Ja.

WYSCHINSKI: Warum zum ersten, es fanden ja auch noch andere Prozesse statt, so z. B. der Prozess gegen Nikolajew. Nun, lassen wir das Präzisieren.

NORKIN: Ich habe den Prozess unserer Organisation im Auge.

WYSCHINSKI: Sie sprechen von dem Artikel in der „Prawda“.

NORKIN: Ich spreche von dem Artikel, in dem Pjatakow schrieb „Bravo, bravo, Tschekisten“. Dieser Artikel hat im Sinne des Widerstandes, im Sinne meiner Versuche, die Waffen niederzulegen und das zu tun, was ich in der Folge getan habe, eine große Rolle gespielt.

WYSCHINSKI: Und zwar in welchem Sinne?

NORKIN: Ich konnte diesen Artikel nicht anders auslegen, als ein Signal, fest auszuhalten, als eine Direktive: „Halte dich“. Ich dachte, dass Pjatakow die Mittel hat, den Kampf fortzusetzen. Obzwar mir im Augenblick der Verhaftung und sogar vor diesem Augenblick die Hoffnungslosigkeit des Kampfes klar war, hielt ich mich dennoch bei der Verhaftung eine ziemlich lange Zeit.

WYSCHINSKI: Unter dem Einfluss...

NORKIN: Ich sagte, dass neben den üblichen Ursachen, welche das Ausscheiden aus dem Spiel erschweren, wenn man Verbrechen begangen hat, dieser Artikel außer den üblichen und hier erwähnten Faktoren für mich das hemmende Moment war, das mich veranlasste, mich zu halten, da ich den Sinn einiger Stellen dieses Artikels nicht anders begreifen konnte.

WYSCHINSKI: Welchen Artikels?

NORKIN: Ich sagte schon „Bravo, bravo...“ Eine derartige Dreistigkeit und Possenhaftigkeit dieses Artikels konnte mit nichts anderem erklärt werden, als dass es eine vollkommen verständliche Direktive ist, „halte dich“, und ich habe mich gehalten.

WYSCHINSKI: Und warum entschlossen Sie sich dann, davon Abstand zu nehmen?

NORKIN: Weil alles seine Grenzen hat.

WYSCHINSKI: Vielleicht wurde auf Sie ein Druck ausgeübt?

NORKIN: Ich wurde gefragt, entlarvt, konfrontiert.

WYSCHINSKI: Wurden Ihnen Beweise, Tatsachen entgegengehalten?

NORKIN: Es fanden Konfrontierungen statt.

WYSCHINSKI: Wie wurden Sie überhaupt behandelt, wie waren die Bedingungen Ihrer Haft?

NORKIN: Sehr gut. Sie fragen nach einem äußeren Druck?

WYSCHINSKI: Ja.

NORKIN: Es gab keinerlei Druck.

WYSCHINSKI: Man kann Menschen die gute Verpflegung entziehen, sie des Schlafes berauben, wir kennen das aus der Geschichte der kapitalistischen Gefängnisse. Man kann ihnen die Zigaretten entziehen.

NORKIN: Wenn es sich darum handelt, so hat es nichts Derartiges gegeben.

WYSCHINSKI: Sie wurden gut verpflegt?

NORKIN: Man war höchst aufmerksam.

WYSCHINSKI: Wurden Ihnen genügend schwerwiegende Beweise vorgelegt? Haben die Ihnen vorgelegten Beweise eine Rolle gespielt?

NORKIN: Es hat natürlich eine Rolle gespielt, dass ich die Hoffnungslosigkeit des Kampfes und die Notwendigkeit der Aufklärung dieser ganzen Sache einsah.

WYSCHINSKI: Und vor der Verhaftung haben Sie das nicht eingesehen?

NORKIN: Ich habe es verstanden. Das ist ja ein Prozess, den man nicht in einem Tage durchmacht. Ich bin in die Lage, in der ich mich heute befinde, nicht im Laufe eines einzigen Tages gekommen. Es war nicht so, dass ich von heute auf morgen vom Parteimitglied zum Diversanten wurde. Das ist ein Prozess einer langwierigen Umstellung des Gehirns und der Auffassung von den Dingen. Der Prozess der Rückkehr und der Prozess des Verzichts auf den Kampf war natürlich ebenfalls langwierig, doch habe ich auf Ihre direkte Frage geantwortet, warum ich nicht nachgegeben habe. Ich habe diesen Grund angegeben, der für mich eine bestimmte Rolle gespielt hat.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Ich habe zwei Fragen: Angeklagter Norkin, Sie haben wiederholt mit Pjatakow über die Methoden der Machtergreifung gesprochen; auf welche inneren und äußeren Kräfte hofften Sie, zumindest, von welchen Kräften war zwischen Ihnen und Pjatakow in den Jahren 1935 und 1936 die Rede?

NORKIN: Ich habe bereits gesagt, dass zwischen mir und Pjatakow sehr viele Gespräche, Dutzende von Gesprächen, von verschiedenartigen Gesprächen stattfanden.

VORSITZENDER: Ich sage, auf welche Kräfte Sie gerechnet haben?

NORKIN: In jeder konkreten Periode auf verschiedene.

VORSITZENDER: Ich spreche über die Jahre 1935-1936.

NORKIN: In den Jahren 1935-1936 wurden zwischen uns Gespräche dieser Art nicht geführt. Vielleicht gab es Anfang 1935 solche Gespräche. Mit einem Wort, ich nehme es nicht auf mich, es in chronologischer Reihenfolge zu behaupten. Jedenfalls bin ich diesen Gesprächen aus dem Weg gegangen, weil sie nicht geführt werden konnten, ohne auf sehr beträchtliche Widersprüche zu stoßen; am Anfang aber, in der Periode 1934 und vielleicht auch 1935 wurden sie geführt. Die Frage war vollkommen klar.

VORSITZENDER: Ich möchte erfahren, welche Gespräche Sie mit Pjatakow über die Methoden der Machtergreifung nicht in den Jahren 1931, 1932, sondern in den darauf folgenden Jahren geführt haben.

NORKIN: Die Methoden waren: Terror, zuerst Widerstand, Schaffung von Hindernissen, später Schädlings- und Diversionsarbeit, sowie die Heranziehung des ausländischen Kapitals auf der einen oder anderen Grundlage, technische Hilfe, Konzessionen, dann wurden auch Andeutungen über ein Bündnis gemacht.

VORSITZENDER: Andeutungen von wem, über welches Bündnis? Hat Pjatakow Andeutungen gemacht?

NORKIN: Ja, Pjatakow. Selbstredend hat Pjatakow mich in diesen Fragen orientiert, besonders wenn sie über den Rahmen der innerpolitischen Angelegenheiten hinausgingen. Ich konnte nie Anspruch darauf erheben, einen selbständigen Standpunkt in internationalen Fragen zu vertreten.

VORSITZENDER: Auf welche Kräfte haben Sie gerechnet, auf innere oder auf äußere?

NORKIN: Sowohl auf innere als auch auf äußere.

VORSITZENDER: Auf welche inneren?

NORKIN: Früher in größerem Maße auf die inneren, auf die Massen. Später aber wurden die Massen ganz ausgeschaltet und man begann auf Elemente zu setzen, die an einer Änderung der Politik interessiert waren, d. h. auf die Kulaken- und kapitalistischen Elemente.

VORSITZENDER: Also haben Sie auf die Kulakenelemente im Innern des Landes gerechnet? Auf welche noch?

NORKIN: Sonst auf keine.

VORSITZENDER: In Ihren Aussagen wurde das etwas deutlicher dargelegt: „Auf die Sympathie der Arbeitermassen, der Bauernschaft konnten wir nicht rechnen. Sie waren auf Seiten des ZK. Folglich haben wir im Innern des Landes auf keinerlei Hilfe bei der Machtergreifung gehofft.“ Sie setzten Ihre Hoffnung auf die Kulaken-Überreste, auf die Überbleibsel.

NORKIN: Ja, auf die Überreste des Kulakentums.

VORSITZENDER: Auf wessen Hilfe außer dem Kulakentum haben Sie im Innern des Landes gerechnet?

NORKIN: Sonst mit keiner mehr.

VORSITZENDER: Und außerhalb?

NORKIN: In den letzten Jahren habe ich darüber nicht gesprochen.

VORSITZENDER: Ich frage Sie nicht darüber. Auf welche Kräfte haben Sie Ende 1934 und Anfang 1935 gerechnet?

NORKIN: Auf die Heranziehung der Hilfe von auswärts, auf das ausländische Kapital.

VORSITZENDER: Um welchen Preis?

NORKIN: Um welchen Preis, diese Frage wurde nicht besprochen, übrigens...

VORSITZENDER: Hat aber Pjatakow Andeutungen darüber gemacht, um welchen Preis diese Hilfe erwiesen werden könnte?

NORKIN: Darüber wurden keinerlei Andeutungen gemacht.

VORSITZENDER: Wurde von der Zulassung des ausländischen Kapitals gesprochen?

NORKIN: Von der Zulassung des ausländischen Kapitals wurde sehr viel und sogar in konkreter Form gesprochen.

VORSITZENDER: Was für eine Konkretisierung war das?

NORKIN: Über Konzessionen, über die Heranziehung technischer Hilfe, über die Erweiterung der Beziehungen zum Ausland, über die Änderung unseres Außenhandels im Sinne seiner Erweiterung usw. war die Rede. Das gab es alles. Außerdem tauchte in einem der letzten Gespräche die Frage eines Bündnisses auf. Dies fasste ich abstrakt auf, aber es gab auch eine Konkretisierung; es war von Deutschland die Rede.

VORSITZENDER: Hat aber Pjatakow angedeutet, dass gewisse Unterhandlungen des trotzkistischen Zentrums mit gewissen ausländischen Persönlichkeiten geführt werden?

NORKIN: Solche Unterhandlungen wurden zweifellos geführt und ich habe auch darüber Aussagen gemacht.

VORSITZENDER: Sie bestätigen also Ihre Aussagen; Ihnen war in den Jahren 1934, 1935, 1936 bekannt, welche Verhandlungen von den führenden Trotzkisten und mit welchen ausländischen Politikern geführt wurden?

NORKIN: Das habe ich in meinen Aussagen bestätigt und das bestätige ich jetzt, doch konkret wurde es nicht ausgesprochen.

VORSITZENDER: Sie sind dem nicht entgegengetreten?

NORKIN: Ich habe diese Form angenommen.

VORSITZENDER: Als Direktive?

NORKIN: Ich habe sie angenommen und es schien mir, dass sie in diesen Gedankengang hineinpasst.

VORSITZENDER: Die letzte Frage: Haben Sie, als Pjatakow im Juli 1936 den Auftrag erteilte, die Organisierung der Inbrandsteckung des Chemischen Kombinats in Erwägung zu ziehen, die Befürchtung geäußert, dass dabei Arbeiter zugrunde gehen können?

NORKIN: Darüber habe ich ausgesagt.

VORSITZENDER: Ich erinnere mich. Sie persönlich haben Ihre Befürchtungen darüber geäußert, dass dabei Arbeiter zugrunde gehen können.

NORKIN: Das ist in den Aussagen enthalten und ich habe das nicht einmal, sondern wiederholt geäußert.

WYSCHINSKI: Was hat Pjatakow Ihnen darauf geantwortet?

NORKIN: Pjatakow hat geantwortet, dass Opfer unvermeidlich seien, wobei er jenen Ausdruck gebrauchte, den ich gestern bestätigt habe: „Da bedauerst du die Richtigen“.

VORSITZENDER: Und hat dann hinzugefügt: „und außerdem wird man ja deshalb nicht auf uns schimpfen...“

NORKIN: Das bestätige ich alles, wie schwer mir das auch fallen mag.

VORSITZENDER: Am Schluss dieses Satzes heißt es bei Ihnen folgendermaßen: „wenn man die Wahrheit sagen soll, so hat Pjatakow die Arbeiterklasse immer mit Geringschätzung behandelt“.

NORKIN: Sehen Sie, ein gewisses Herrentum, ich muss das sagen, habe ich empfunden, ich konnte in keiner Weise fühlen, dass unsere Stellung die gleiche war.

VORSITZENDER: Worin kam dieses Herrentum zum Ausdruck?

NORKIN: Das kam in sehr vielen Tatsachen zum Ausdruck. Das kann man schwer wiedergeben. Das geschieht ja in beträchtlichem Maße auf Grund solcher Empfindungen. Das ist meine Überzeugung. Das ist jetzt klar, und das habe ich damals auch gefühlt. Ich habe das so erklärt, dass dieser Mensch den Kontakt mit den Massen verloren hat. Ich habe das sehr stark gefühlt, besonders Ende 1935, Anfang 1936... Mit einem Wort, ich glaube nicht, dass ich in meinen Aussagen übertreibe, ich mache genügend objektive Aussagen. Ich habe keine Veranlassung, jetzt unrichtig auszusagen.

VORSITZENDER: Hat die Verteidigung Fragen an Norkin?

DIE VERTEIDIGER: Nein.

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