PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

ABENDSITZUNG VOM 26. JANUAR 1937

BEFRAGRUNG DER SACHVERSTÄNDIGEN

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint. Bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Die Verhandlung wird fortgesetzt.
Angeklagter Schestow, haben Sie Berichtigungen und Ergänzungen zu den Fragen des Sachverständigengutachtens zu machen?

SCHESTOW: Nein.

VORSITZENDER: Angeklagter Stroilow, Sie?

STROILOW: Ich habe auch keine.

VORSITZENDER: Hat die Verteidigung keine Ergänzungen?

BRAUDE: Nein, wir haben keine.

VORSITZENDER: Angeklagter Norkin, haben Sie keine ergänzenden Fragen zu stellen?

NORKIN: Nein.

VORSITZENDER: Drobnis hat auch keine?

DROBNIS: Nein.

VORSITZENDER: Es werden Fragen an den Sachverständigen Ingenieur Lekus gestellt (liest):

„Fragen an den Sachverständigen Lekus im Zusammenhang mit der verbrecherischen Tätigkeit Schestows und Stroilows im Kusnetzkrevier.

  1. Die Grubenbrände im Prokopjewsker Bergwerk
    1. Die Ursachen für das Entstehen der Brände.
    2. Die Folgen dieser Brände.
    3. Gab es eine Möglichkeit, diese Brände zu verhindern?
  2. Der Zustand der Ventilationsanlagen im Prokopjewsker Bergwerk
    1. Die Ursachen des schlechten Zustands der Ventilationsanlagen.
    2. Die Folgen des schlechten Zustands der Ventilationsanlagen.
    3. Gab es eine Möglichkeit, die Ventilation zu verbessern?
  3. Neubauten und Erweiterungsbauten des Trusts Kusbassugol in den Jahren 1932-1936
    1. Übereinstimmung der Pläne der durchgeführten Bautätigkeit mit den Interessen der Entwicklung des Reviers.
    2. Die Folgen der falschen Bauplanung.“

Wie lange brauchen Sie ungefähr, um die Antworten auf diese Fragen vorzubereiten?

LEKUS: Wenn Sie mir gestatten wollten, sie zur morgigen Abendsitzung vorzulegen?

VORSITZENDER: Ist es nicht bis zur Mittagspause möglich?

WYSCHINSKI: Genosse Vorsitzender, gestatten Sie den Sachverständigen, der heutigen Abendsitzung fernzubleiben, da ihre Anwesenheit gegenwärtig dem Gang der Verhandlungen nach absolut nicht erforderlich ist. Sie werden diesen Abend benutzen, um die Antwort vorzubereiten, und könnten dann morgen gegen Ende des Tages die Antwort vorlegen.

VORSITZENDER: Gut, also unter der Voraussetzung Ihrer Befreiung von der heutigen Abendsitzung, legen Sie die Antwort zur morgigen Abendsitzung vor.

Ich verlese die Fragen an den Sachverständigen Ingenieur Pokrowski (liest):

„Fragen an den Vorsitzenden der Sachverständigenkommission Genossen Pokrowski im Zusammenhang mit der verbrecherischen Tätigkeit der Angeklagten Norkin und Drobnis am Kemerowokombinatstroi.

  1. Die Explosionen im Kemerowoer Staatlichen Rayonselektrizitätswerk am 3. und 9. Februar 1936
    1. Die Ursachen der Explosionen im Kemerowoer Rayonselektrizitätswerk.
    2. Gab es eine Möglichkeit, diese Explosion zu verhindern?
    3. Kann diese Explosion als zufällig gewertet werden oder war sie das Resultat böswilliger Absicht?
  2. Die Havarienin den Abteilungen des Asotstroi am 22. März und 5. April 1936
    1. Die Ursachen der Havarien.
    2. Gab es eine Möglichkeit, diese Havarien zu verhindern?
    3. Die Folgen dieser Havarien.
    4. Können diese Havarien als zufällig betrachtet werden oder waren sie das Resultat böswilliger Absicht?
  3. Der Stand des Aufbaus des Kemerowokombinatstroi
    1. Fertigstellung der Bauobjekte zu den von der Regierung festgesetzten Terminen.
    2. Das Verhältnis der Finanzierung zur Bedeutung der Bauobjekte.
    3. Die Qualität der Bauarbeiten.
    4. Womit erklären die Sachverständigen die Nichteinhaltung der Termine, die falsche Finanzierung und die schlechte Qualität der Bauarbeiten?“

Genosse Pokrowski, wie viel Zeit brauchen Sie ungefähr, um die Antwort auf diese Fragen fertig zu stellen?

POKROWSKI: Ich brauche ebenfalls Zeit bis morgen um sechs Uhr abends, d. h. bis zur morgigen Abendsitzung.

VORSITZENDER: Gut. Somit werden die Sachverständigen Lekus und Pokrowski von der heutigen Sitzung befreit. Wir gehen zum Verhör des Angeklagten Arnold über.

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