PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

VORMITTAGSSITZUNG VOM 27. JANUAR 1937

BEFRAGUNG DES SACHVERSTÄNDIGEN

WYSCHINSKI: Da das Gerichtsverfahren seinem Ende entgegengeht und es möglich ist, dass es heute Abend oder morgen früh abgeschlossen wird, bitte ich, die Fragen an den Sachverständigen Monossowitsch zu bestätigen, damit es ihm möglich ist, sich im Laufe mehrerer Stunden auf diese Fragen vorzubereiten.

VORSITZENDER: Bitte.

WYSCHINSKI: Ich habe dem Sachverständigen Monossowitsch mehrere Fragen schriftlich vorgelegt. (Liest)

  1. „Über die Explosion, die am 11. November 1935 in dem Stickstoffdüngerwerk in Gorlowka stattfand.
    1. Welche unmittelbaren Ursachen haben die Explosion des Stickstoffapparats in den Luftverflüssigungskammern der Wasserstoff-Syntheseabteilung des Stickstoffdüngerkombinats in Gorlowka am 11. September 1935 hervorgerufen?
    2. Bestand eine Möglichkeit, diese Explosion zu verhindern?
    3. Kann diese Explosion als zufällig oder muss sie als Folge böser Absicht gewertet werden?
    4. Entsprechen die Erklärungen, die der Zeuge TAMM während der Voruntersuchung über die Begleitumstände und Ursachen der Explosion machte, den objektiven technischen Angaben, die den Sachverständigen vorliegen?
  2. Über die Explosion, die am 7. April 1934 im Stickstoffdüngerwerk in Gorlowka stattfand.
    1. Welche unmittelbaren Gründe verursachten die Explosion?
    2. Entsprechen die Aussagen, die der Zeuge TAMM und der Angeklagte PUSCHIN während der Voruntersuchung über die Begleitumstände und Ursachen der betreffenden Explosion machten, den objektiven technischen Angaben, die den Sachverständigen vorliegen?
    3. Kann diese Explosion als zufällig oder muss sie als Folge böser Absicht gewertet werden?
  3. Zum Bruch der Gasleitung im Stickstoffdüngerwerk in Gorlowka am 14. November 1934.
    1. Welche Gründe verursachten am 14. November 1934 den Bruch der Gasleitung im Stickstoffdüngerwerk in Gorlowka?
    2. Entsprechen die Aussagen, die der Zeuge TAMM und der Angeklagte PUSCHIN während der Voruntersuchung über die Begleitumstände und Ursachen des Bruches machten, den objektiven technischen Angaben, die den Sachverständigen vorliegen?
    3. Kann dieser Einsturz als zufällig oder muss er als Folge böser Absicht gewertet werden?“

VORSITZENDER: Hat die Verteidigung Ergänzungen?

KOMMODOW: Ich habe weder Ergänzungen noch Einwände noch Änderungsanträge zu den vom Staatsanwalt zusammengestellten Fragen.

VORSITZENDER: Ich nehme an, dass die Sachverständigen ihre endgültige Antwort nach den Antworten Puschins und Tamms geben können.
(Zu den Sachverständigen) Ich bitte, Ihr Gutachten am Ende der Abendsitzung in schriftlicher Form vorzulegen. Die Verhandlung wird bis 6 Uhr unterbrochen.

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Kostjuschko

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