PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

URTEIL

VORSITZENDER: Das Gericht zieht sich zur Urteilsberatung zurück.

(Am 29. Januar um 19 Uhr 15 Minuten zieht sich das Gericht zur Beratung zurück und kehrt am 30. Januar um 3 Uhr morgens aus dem Beratungszimmer zurück.)

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint. Bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Ich verkünde das Urteil des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR:

URTEIL IM NAMEN DER UNION DER SOZIALISTISCHEN SOWJETREPUBLIKEN

Das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR, bestehend aus

dem Vorsitzenden:
dem Vorsitzenden des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR. Armee-Militärjuristen W. W. Ulrich,

den Mitgliedern:
dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR, dem Korps-Militärjuristen I. O. Matulewitsch und dem Mitglied des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR, dem Divisions-Militärjuristen N. M. Rytschkow,

dem Sekretär:
dem Militärjuristen I. Ranges A. F. Kostjuschko.

unter Teilnahme des staatlichen Anklägers, des Staatsanwalts der Union der SSR, Genossen A. J. Wyschinski und der Mitglieder des Moskauer Verteidigerkollegiums, der Genossen I. D. Braude, N. W. Kommodow und S. K. Kasnatschejew, verhandelte in öffentlichem Gerichtsverfahren in der Stadt Moskau am 23.-30. Januar 1937 die Strafsache gegen:

  1. Pjatakow, Jurij (Georgij) Leonidowitsch, geboren 1890, Angestellter;
  2. Sokolnikow, Grigorij Jakowlewitsch, geboren 1888, Angestellter;
  3. Radek, Karl Bernhardowitsch, geboren 1885, Journalist;
  4. Serebrjakow, Leonid Petrowitsch, geboren 1888, Angestellter;
  5. Liwschitz, Jakow Abramowitsch, geboren 1896, Angestellter;
  6. Muralow, Nikolai Iwanowitsch, geboren 1877, Angestellter;
  7. Drobnis, Jakow Naumowitsch, geboren 1891, Angestellter:
  8. Boguslawski, Michail Solomonowitsch, geboren 1886, Angestellter;
  9. Knjasew, Iwan Alexandrowitsch, geboren 1893, Angestellter;
  10. Rataitschak, Stanislaw Antonowitsch, geboren 1894, Angestellter;
  11. Norkin, Boris Ossipowitsch, geboren 1895, Angestellter;
  12. Schestow, Alexej Alexandrowitsch, geboren 1896, Angestellter;
  13. Stroilow, Michail Stepanowitsch, geboren 1899, Angestellter;
  14. Turok, Jossif Dimitrijewitsch, geboren 1900, Angestellter;
  15. Hrasché, Iwan Jossifowitsch, geboren 1886, Angestellter;
  16. Puschin, Gawriil Jefremowitsch, geboren 1896, Angestellter;
  17. Arnold, Valentin Wolfriedowitsch, alias Wassiljew, Valentin Wassiljewitsch, geboren 1894, Angestellter;

alle angeklagt wegen Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9 und 58-11 des Strafgesetzbuchs der RSFSR.

Die Voruntersuchung und die Gerichtsverhandlung haben ergeben:

Im Jahre 1933 wurde auf direkte Anweisung des im Jahre 1929 aus der UdSSR ausgewiesenen Volksfeindes L. Trotzki, in Moskau neben dem bestehenden so genannten „vereinigten trotzkistisch-sinowjewistischen terroristischen Zentrum“, bestehend aus Sinowjew, Kamenew, Smirnow u. a., ein illegales sowjetfeindliches trotzkistisches Parallelzentrum gebildet, dem die im gegenwärtigen Prozess Angeklagten J. L. Pjatakow, K. B. Radek, G. J. Sokolnikow und L. P. Serebrjakow angehörten.

Auf Grund der Anweisungen des Volksfeindes L. Trotzki stellte sich das sowjetfeindliche trotzkistische Parallelzentrum als Hauptaufgabe den Sturz der Sowjetmacht in der UdSSR und die Wiederherstellung des Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie durch Schädlings-, Diversions-, Spionage- und Terrortätigkeit, die auf die Untergrabung der wirtschaftlichen und militärischen Macht der Sowjetunion, auf die Unterstützung der ausländischen Aggressoren und auf die Niederlage der UdSSR gerichtet war.

Im vollen Einklang mit dieser Hauptaufgabe trat der Volksfeind L. Trotzki im Ausland und das sowjetfeindliche trotzkistische Parallelzentrum, vertreten durch Radek und Sokolnikow, in Moskau in Verhandlungen mit einzelnen Vertretern Deutschlands und Japans. Der Volksfeind L. Trotzki versprach während seiner Verhandlungen mit einem der Leiter der deutschen nationalsozialistischen Partei, Rudolf Hess, im Falle des Machtantritts einer trotzkistischen Regierung, als Ergebnis einer Niederlage der Sowjetunion, Deutschland und Japan auf Kosten der UdSSR eine Reihe politischer, ökonomischer und territorialer Zugeständnisse zu machen, einschließlich der Abtretung der Ukraine an Deutschland und des „Primorje“- und „Priamurje“-Gebiets an Japan. Gleichzeitig verpflichtete sich der Volksfeind L. Trotzki, im Falle der Machtergreifung die Sowjetwirtschaften zu liquidieren, die Kollektivwirtschaften aufzulösen, auf die Politik der Industrialisierung des Landes zu verzichten und auf dem Gebiete der Sowjetunion kapitalistische Verhältnisse wiederherzustellen. Außerdem verpflichtete sich der Volksfeind L. Trotzki, den Aggressoren mit allen Mitteln Hilfe zu leisten durch Entfaltung einer defätistischen Agitation, einer Schädlings-, Diversions- und Spionagetätigkeit sowohl in Friedenszeiten als auch insbesondere während ihres militärischen Überfalls auf die Sowjetunion.

Die Mitglieder des sowjetfeindlichen trotzkistischen Parallelzentrums Pjatakow, Radek, Sokolnikow und Serebrjakow haben in Erfüllung der Weisungen des Volksfeindes L. Trotzki, die Radek wiederholt erhielt und die auch Pjatakow bei seiner Zusammenkunft mit dem Volksfeind L. Trotzki im Dezember 1935 in der Nähe der Stadt Oslo persönlich entgegennahm - eine Schädlings-, Diversions-, Spionage- und Terrortätigkeit entfaltet.

Zur unmittelbaren Leitung der sowjetfeindlichen Tätigkeit in der Provinz wurden in einigen Großstädten der Sowjetunion trotzkistische örtliche Zentren gebildet. Insbesondere wurde in Nowosibirsk auf direkte Anweisung Pjatakows ein westsibirisches sowjetfeindliches trotzkistisches Zentrum organisiert, dem die in der vorliegenden Strafsache Angeklagten N. I. Muralow, M. S. Boguslawski und J. N. Drobnis angehörten.

Die Diversions- und Schädlingstätigkeit in der Industrie, hauptsächlich in den Betrieben, die für die Landesverteidigung von Bedeutung sind, sowie im Eisenbahnwesen wurde von den in der vorliegenden Strafsache Angeklagten auf Anweisung des Volksfeindes Trotzki und im Auftrage und mit direkter Beteiligung von Agenten des deutschen und japanischen Spionagedienstes geleistet und bestand darin, die Durchführung der Produktionspläne zu hintertreiben, die Qualität der Produktion zu verschlechtern, Brandstiftungen und Explosionen in Betrieben bzw. einzelnen Betriebsabteilungen und Gruben zu organisieren, Eisenbahnkatastrophen herbeizuführen, das rollende Material und die Eisenbahngeleise zu beschädigen.

Bei der Organisierung der Diversionsanschläge gingen die Angeklagten von der Anweisung des Volksfeindes Trotzki aus, „die empfindlichsten Schläge an den empfindlichsten Stellen zu versetzen“, die durch Anweisungen Pjatakows, Liwschitz und Drobnis ergänzt wurden, vor Menschenopfern nicht haltzumachen, denn „je mehr Opfer, desto besser, weil dies bei den Arbeitern Erbitterung hervorrufen wird“.

In der chemischen Industrie betrieben die Angeklagten Rataitschak und Puschin im Auftrag Pjatakows Schädlingstätigkeit, die auf die Vereitelung des staatlichen Produktionsplans, auf die Verzögerung des Baus neuer Betriebe und Werke sowie auf die schlechte Ausführung der Neubauten gerichtet war.

Außerdem haben die Angeklagten Rataitschak und Puschin in den Jahren 1934-1935 drei Diversionsanschläge im Stickstoff- und Düngemittelkombinat in Gorlowka organisiert, davon zwei mit Explosionen, was den Tod von Arbeitern zur Folge hatte und großen materiellen Schaden verursachte.

Diversionsanschläge wurden gleichfalls auf Vorschlag des Angeklagten Rataitschak im Woskressensker Chemiekombinat und im Newski-Werk organisiert.

In der Kohlen- und Chemieindustrie des Kusnetzkreviers haben die Angeklagten Drobnis, Norkin, Schestow und Stroilow auf Anweisung Pjatakows und Muralows eine Schädlings- und Diversionstätigkeit betrieben, die darauf gerichtet war, die Kohlenförderung zu unterbinden, den Bau und die Erweiterung neuer Gruben und des Chemiekombinats zu verzögern, durch Vergasung der Stollen und Schächte für die Arbeiter gesundheitsschädliche und lebensgefährliche Arbeitsverhältnisse zu schaffen, und am 23. September 1936 wurde durch die Mitglieder der örtlichen trotzkistischen Organisation im Auftrage Drobnis eine Explosion in der Grube „Zentralnaja“ des Bergwerks Kemerowo organisiert, die den Tod von zehn Arbeitern und schwere Verletzung von vierzehn Arbeitern zur Folge hatte.

Im Eisenbahnwesen war die Diversions- und Schädlingstätigkeit der Angeklagten Serebrjakow, Boguslawski, Liwschitz, Knjasew und Turok entsprechend den Einstellungen des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums darauf gerichtet, den staatlichen Verladungsplan, insbesondere für die wichtigsten Güter (Kohle, Erz, Getreide) zu vereiteln, das rollende Material (Waggons, Lokomotiven) und die Eisenbahngeleise zu beschädigen und Katastrophen von Eisenbahnzügen, insbesondere von Militärtransporten, zu verursachen.

Der Angeklagte Knjasew hat 1935-1936 auf Anweisung von Liwschitz und im Auftrage des Agenten des japanischen Spionagedienstes, Herrn H., eine Reihe von Eisenbahnkatastrophen mit Güter Personen- und Militärzügen organisiert, die Menschenopfer erforderten; bei der Katastrophe des Militärtransportes am 27. Oktober 1935 auf der Station Schumicha fanden 29 Rotarmisten den Tod und wurden 29 Rotarmisten verwundet.

Auf direkte Anweisung des Volksfeindes L. Trotzki befassten sich die Mitglieder des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums Pjatakow und Serebrjakow für den Fall eines militärischen Überfalls auf die UdSSR mit der Vorbereitung einer Reihe von Diversionsanschlägen in der Industrie, die für die Landesverteidigung von Bedeutung ist, sowie auf den wichtigsten Strecken des Eisenbahnverkehrs.

Der Angeklagte Norkin befasste sich im Auftrage Pjatakows mit der Vorbereitung einer Brandstiftung des Chemiekombinats Kemerowo zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs.

Der Angeklagte Knjasew hat auf Anweisung Liwschitz die Durchführung des Auftrags des Agenten des japanischen Spionagedienstes, Herrn H., übernommen, während des Krieges Sprengungen von Eisenbahnbauten zu organisieren, Militärdepots und Heeresverpflegungsstellen in Brand zu setzen, Eisenbahnkatastrophen mit Militärzügen herbeizuführen, die vorsätzliche Verseuchung der für Truppen bereitzustellenden Eisenbahnzüge, der Verpflegungs- und Desinfektionsstellen der Truppenteile der Roten Arbeiter- und Bauernarmee durch akut wirkende Infektionsbakterien vorzunehmen.

Die Angeklagten Liwschitz, Knjasew, Turok, Stroilow, Schestow, Rataitschak, Puschin und Hrasché haben sich im Auftrage des trotzkistischen sowjetfeindlichen Zentrums neben der Diversions- und Schädlingstätigkeit mit der Beschaffung und Übermittlung geheimer Informationen von größter staatlicher Bedeutung an Agenten des deutschen und japanischen Spionagedienstes befasst.

Die Angeklagten Rataitschak, Puschin und Hrasché standen mit den Agenten der deutschen Spionage Meyerowitz und Lenz in Verbindung, denen sie 1935-1936 streng geheimes Material über Stand und Arbeit der chemischen Betriebe übergaben, wobei Puschin 1935 dem Agenten des deutschen Spionagedienstes Lenz geheime Informationen über die Produktion aller chemischen Betriebe der Union der SSR im Jahre 1934, das Arbeitsprogramm aller chemischen Betriebe für das Jahr 1935 und den Aufbauplan der Stickstoffkombinate übergab, während der Angeklagte Rataitschak demselben Lenz streng geheimes Material über die Produktion der militärchemischen Betriebe im Jahre 1934 und ihr Arbeitsprogramm für das Jahr 1935 übergab.

Die Angeklagten Schestow und Stroilow standen mit den Agenten des deutschen Spionagedienstes Schebesto, Flessa, Floren, Sommeregger u. a. in Verbindung und übermittelten ihnen geheime Informationen über die Kohlen- und Chemieindustrie des Kusnetzkreviers.

Die Angeklagten Liwschitz, Knjasew und Turok übermittelten dem Agenten des japanischen Spionagedienstes, Herrn H., systematisch streng geheime Informationen über den technischen Stand und die Mobilmachungsbereitschaft der Eisenbahnen der UdSSR sowie über Truppentransporte.

Auf direkte Anweisungen des Volksfeindes L. Trotzki wurden vom sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrum mehrere terroristische Gruppen in Moskau, Lenin grad, Kiew, Rostow, Nowosibirsk, Sotschi und anderen Städten der Sowjetunion geschaffen, die sich mit der Vorbereitung von Terrorakten gegen die Führer der KPdSU(B) und der Sowjetregierung, die Genossen STALIN, MOLOTOW, KAGANOWITSCH, WOROSCHILOW, ORDSHONIKIDSE, JESHOW, SHDANOW, KOSSIOR, EICHE, POSTYSCHEW und BERIA befassten, wobei einige Terrorgruppen (in Moskau, Nowosibirsk, in der Ukraine, in Trauiskaukasien) unmittelbar von den Mitgliedern des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums, den Angeklagten Pjatakow und Serebrjakow geleitet wurden.

Bei der Organisierung von Terroranschlägen versuchte das sowjetfeindliche trotzkistische Zentrum die Reisen der Führer der KPdSU(B) und der Sowjetregierung in die Provinz zu diesem Zwecke auszunutzen.

So versuchte Schestow im Herbst 1934 auf Anweisung Muralows einen Terroranschlag auf den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, Genossen W. M. MOLOTOW während seines Aufenthaltes im Kusnetzkrevier auszuführen, und zu diesem Zweck versuchte das Mitglied der trotzkistischen terroristischen Ortsgruppe, der Angeklagte Arnold, eine Katastrophe mit dem Automobil, in dem Genosse W. M. MOLOTOW fuhr, herbeizuführen.

Außerdem bereitete der Angeklagte Schestow im Auftrage Pjatakows und Muralows einen Terroranschlag gegen den Sekretär des Westsibirischen Landeskomitees der KPdSU(B), Genossen R. I. EICHE vor, während der Angeklagte Arnold, vom selben Schestow angestiftet, einen Terroranschlag gegen Genossen G. K. ORDSHONIKIDSE vorbereitete.

Somit hat das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR festgestellt, dass:

  1. Pjatakow, Serebrjakow, Radek und Sokolnikow Mitglieder des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums waren und auf direkte Anweisung des im Auslande befindlichen Volksfeindes L. Trotzki, zur Beschleunigung eines militärischen Überfalls auf die Sowjetunion, zur Hilfeleistung an die ausländischen Aggressoren bei Eroberung von Sowjetterritorien, zum Sturz der Sowjetmacht, zur Wiederherstellung des Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie, die verräterische, Diversions-, Schädlings-, Spionage- und Terrortätigkeit der sowjetfeindlichen trotzkistischen Organisation in der Sowjetunion geleitet haben, d. h. Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9 und 58-11 des Strafgesetzbuchs der RSFSR begangen haben.
  2. Die in Punkt I genannten Pjatakow und Serebrjakow sowie Muralow, Drobnis, Liwschitz, Boguslawski, die der sowjetfeindlichen trotzkistischen Organisation angehörten, organisierten und lenkten unmittelbar die verräterische, die Spionage-, Diversions-, Schädlings- und Terrortätigkeit der Mitglieder der sowjetfeindlichen trotzkistischen Organisation, d. h. dass sie Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9 und 58-11 des Strafgesetzbuchs der RSFSR begangen haben.
  3. Knjasew, Rataitschak, Norkin, Schestow, Turok, Puschin und Hrasché haben als Mitglieder der sowjetfeindlichen trotzkistischen Organisation die Aufträge des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums bezüglich der verräterischen Spionage-, Diversions-, Schädlings- und Terrortätigkeit ausgeführt, d. h. sie haben Verbrechen gemäß Artikel 58-1-a, 58-8, 58-9, 58-11 des Strafgesetzbuchs der RSFSR begangen.
  4. Arnold hat als Mitglied der sowjetfeindlichen trotzkistischen Organisation, angestiftet von den Angeklagten Muralow und Schestow, versucht, Terroranschläge auf die Genossen MOLOTOW und ORDSHONIKIDSE zu begehen, d. h. er hat Verbrechen gemäß Artikel 19-58-8 und 58-11 des Strafgesetzbuchs der RSFSR begangen.
  5. Stroilow hat einige Einzelaufträge bezüglich Spionage und Schädlingsarbeit teilweise ausgeführt, d. h. dass er Verbrechen gemäß Artikel 58-6 und 58-7 des Strafgesetzbuchs der RSFSR begangen hat.

Auf Grund des Dargelegten und gemäß Artikel 319 und 320 der Strafprozessordnung der RSFSR hat das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR verurteilt:

  1. Pjatakow, Jurij (Georgij) Leonidowitsch,
  2. Serebrjakow, Leonid Petrowitsch

als Mitglieder des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums, die die verräterische Spionage-, Diversions-, Schädlings- und Terrortätigkeit organisiert und unmittelbar geleitet haben, zum höchsten Strafmaß - zur Erschießung;

  1. Muralow, Nikolai Iwanowitsch,
  2. Drobnis, Jakow Naumowitsch,
  3. Liwschitz, Jakow Abramowitsch,
  4. Boguslawski, Michail Solomonowitsch,
  5. Knjasew, Iwan Alexandrowitsch,
  6. Rataitschak, Stanislaw Antonowitsch,
  7. Norkin, Boris Ossipowitsch,
  8. Schestow, Alexej Alexandrowitsch,
  9. Turok, Jossif Dimitrijewitsch,
  10. Puschin, Gawriil Jefremowitsch und
  11. Hrasché, Iwan Jossifowitsch

als Organisatoren und unmittelbare Täter der oben genannten Verbrechen, zum höchsten Strafmaß - zur Erschießung;

  1. Sokolnikow, Grigorij Jakowlewitsch und
  2. Radek, Karl Bernhardowitsch

als Mitglieder des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums, die für seine verbrecherische Tätigkeit die Verantwortung tragen, sich aber nicht unmittelbar an der Organisierung und Ausführung von Diversions-, Schädlings-, Spionage- und Terroranschlägen beteiligten - zu je zehn Jahren Gefängnis;

  1. Arnold, Valentin Wolfriedowitsch - zu zehn Jahren Gefängnis;
  2. Stroilow, Michail Stepanowitsch- angesichts der in Punkt V des Beschlussteils des vorliegenden Urteils angeführten Umstände - zu acht Jahren Gefängnis.

Den zu Gefängnishaft verurteilten Sokolnikow, Radek, Arnold und Stroilow werden die politischen Rechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt.

Das persönliche Eigentum aller Verurteilten wird beschlagnahmt.

Die im Jahre 1929 aus der UdSSR ausgewiesenen und durch Beschluss des Zentralexekutivkomitees der UdSSR vom 20. Februar 1932 der Staatsbürgerschaft der UdSSR für verlustig erklärten Volksfeinde Trotzki, Lew Dawidowitsch und sein Sohn Sedow, Lew Lwowitsch, die durch die Aussagen der Angeklagten J. L. Pjatakow, K. B. Radek, A. A. Schestow und N. I. Muralow sowie durch die Aussagen der in Gerichtssitzung als Zeugen vernommenen W. G. Romm und D. P. Bucharzew und durch das Material, des gegenwärtigen Prozesses der unmittelbaren Leitung der verräterischen Tätigkeit des trotzkistischen sowjetfeindlichen Zentrums überführt wurden, sind für den Fall, dass sie auf dem Territorium der Union der SSR angetroffen werden, sofort zu verhaften und dem Gericht des Militärkollegiums des Obersten . Gerichtshofs der Union der SSR zu übergeben.

 

Unterschrift:

Vorsitzender:
Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR:
Armee-Militärjurist W. ULRICH

Mitglieder:
Stellvertretender Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes. der Union der SSR: Korps-Militärjurist I. MATULEWITSCH
Mitglied des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR: Divisions-Militärjurist N. RYTSCHKOW

 

VORSITZENDER: Ich erkläre die Gerichtsverhandlung für geschlossen.

 

(Unterschrift)

 

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Kostjuschko

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