PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VORMITTAGSSITZUNG VOM 3. MÄRZ 1938

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN SUBAREW

VORSITZENDER: Wir kommen zum Verhör des Angeklagten Subarew. Angeklagter Subarew, bestätigen Sie die Aussagen, die Sie in der Untersuchung im Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten und den Organen der Staatsanwaltschaft gemacht haben?

SUBAREW: Ja, ich bestätige sie.

VORSITZENDER: Vollständig?

SUBAREW: Ich bestätige sie vollständig.

VORSITZENDER: Genosse Staatsanwalt, haben Sie Fragen?

WYSCHINSKI: Angeklagter Subarew, wann haben Sie den Weg der verbrecherischen Tätigkeit in der konterrevolutionären Organisation der Rechten betreten?

SUBAREW: Ich wurde im Jahre 1929 zur konterrevolutionären Organisation der Rechten herangezogen.

WYSCHINSKI: Und seit dieser Zeit?

SUBAREW: Und seit dieser Zeit leistete ich aktive Arbeit bis zum Tage der Verhaftung.

WYSCHINSKI: Worin drückte sich Ihre aktive verbrecherische Arbeit aus, die bis zum Tage der Verhaftung dauerte?

SUBAREW: Im Jahre 1929 wurde ich durch Alexander Petrowitsch Smirnow, mit dem ich seit 1919 bekannt war, in die Organisation der Rechten hineingezogen. Bei einer Zusammenkunft mit ihm Anfang 1928 äußerte ich meine Unzufriedenheit und Nichtübereinstimmung mit der Linie der Partei bezüglich der Politik auf dem Lande, er unterstützte dies voll und ganz und bekräftigte es sogar. Er kannte meine konterrevolutionären Anschauungen im Jahre 1929, als er mir ungefähr im Mai/Juni in Moskau ausführlich den politischen Zustand des Landes charakterisierte: die Unzufriedenheit im Dorfe sowohl infolge der Getreidebeschaffungen als auch infolge der Anwendung außerordentlicher Maßnahmen gegen die Kulakenoberschicht des Dorfes, sowie infolge der Verdrängung der Privatinitiative der Bauernbevölkerung. Er erzählte ferner von dem Verfall und dem Rückgang der Saatflächen besonders in den extensiven Gebieten, namentlich im Ural. Er entwickelte den Standpunkt, dass es den Rechten nicht gelingt, diesen Zustand mit innerparteilichen Mitteln zu ändern, dass ein einziger Weg verbleibe - der Weg des Kampfes gegen die Sowjetmacht. Damals informierte er mich auch darüber, dass eine Organisation der Rechten besteht, und ich erfuhr im Jahre 1929 zum ersten Male, dass er Mitglied dieser Organisation ist. Damals erfuhr ich auch zum ersten Male, dass ein Unionszentrum dieser Organisation besteht.
Ferner sprach er davon, dass die Rechten dem Ural eine große Bedeutung beimessen, dass der Ural in zwei Beziehungen wertvoll ist. (Ich spreche nicht vom gegenwärtigen Uralgebiet, weil damals ein Uralgebiet bestand, das auch das gegenwärtige Gebiet Tscheljabinsk umfasste, das heißt, dies war nicht nur ein sehr großer Industriebezirk, sondern auch ein sehr großer landwirtschaftlicher Bezirk, der den gesamten östlichen Teil, der an den Ural stößt, umfasste.) Er sprach davon, dass der Ural sowohl in industrieller als auch in landwirtschaftlicher Beziehung eine außerordentliche Bedeutung besaß, dass sie (und speziell er) auch auf meine Teilnahme an der konterrevolutionären Arbeit rechnen.
Als ich die Zustimmung dazu gab, erklärte er mir damals auch, dass ich im Ural nicht allein sein werde, dass im Ural bereits ein aktives Mitglied der konterrevolutionären Organisation, ein sehr einflussreiches, vorhanden sei, dass es bereits unmittelbar mit dem Unionszentrum durch Rykow in Verbindung stehe. Er nannte Kabakow.

WYSCHINSKI: Wann begann die Verbindung mit Rykow?

SUBAREW: Die Verbindung mit Rykow begann 1930, als er nach Swerdlowsk zur Parteikonferenz kam.

WYSCHINSKI: Unter welchen Umständen entstand Ihre Verbindung mit Rykow als mit dem Führer des rechten Verschwörerzentrums?

SUBAREW: Ich war damals auf Parteiarbeit. Während der Konferenz hatte ich mit Rykow ein ziemlich langes Gespräch.

WYSCHINSKI: Worüber?

SUBAREW: Rykow berief sich auf A. P. Smirnow, dass er von ihm erfuhren habe, dass ich ein aktiver Teilnehmer der Organisation der Rechten sei. Ich schilderte ihm die allgemeine Lage des Ural, den Zustand unserer Organisation, wies darauf hin, dass wir mit Kabakow bereits Ende 1929 im Dezember eine leitende Gebietsgruppe organisiert haben, die die gesamte Arbeit Vereinheitlicht. Ich nannte ihm die Zusammensetzung dieser Gruppe, der folgende Personen angehörten: Kabakow, ich, Sowjetnikow u. a. Ich erzählte ihm auch von der Arbeit, die ich im Auftrage Smirnows und durch Kabakow auch in seinem, in Rykows Auftrag verrichtet habe.
In der Hauptsache lief die Arbeit damals auf die Vorbereitung von Kadern, auf die Vereinigung der zersplitterten Kräfte hinaus, die damals in der Organisation vorhanden waren. Rykow billigte diese Arbeit und gab mir seinerseits eine eingehende Charakteristik des damaligen Zustandes im Lande, da dies im Frühjahr 1930 der Fall war, d. h. zur Zeit der gespanntesten Verhältnisse auf dem Lande, in der Periode des Klassenkampfes, der in Verbindung mit der Durchführung der Massenkollektivierung und der Politik der Entkulakisierung erfolgt war.
Er kennzeichnete den Zustand als einen außerordentlich gespannten; infolge der Massenkollektivierung, infolge der Entkulakisierung und infolge der Anwendung administrativer Maßnahmen beginne in einer ganzen Reihe von Rayons ein spontaner bewaffneter Aufstand, die Politik der Entkulakisierung habe nicht allein bisweilen die Kulakenoberschicht, sondern auch einige wohlhabende Mittelbauernschichten des Dorfes erfasst, und dieses größte Drama im Dorfe habe auch ein feindliches Verhalten zur Politik der Partei hervorgerufen. Er schilderte ferner, dass die Partei diese Suppe eingebrockt habe, möge sie sie auch auslöffeln, für uns sei es umso besser, je schlimmer es ist. Rykow sagte, dass wir uns lächerlich machen würden, wenn wir nicht unseren Kampf für diesen Kulakenaufstand führen, wenn wir selbst absolut keine Maßnahmen zur Organisierung einer derartigen Kulakenbewegung ergreifen und nicht die Leitung in die Hand nehmen würden. Rykow sagte, vor allem sei es notwendig, dass wir unsererseits diesen Moment dazu benutzen, um die Unzufriedenheit auf dem Lande zu schüren. Die Aufgaben, die damals Rykow in der Unterredung mit mir aufstellte, laufen auf drei Hauptmomente hinaus.
Das erste Moment ist die Schädlingsarbeit im Dorfe: Hintertreibung der Aussaatkampagne durch verspätete Lieferung und Zufuhr von Saatgut, Herabsetzung seiner Qualität, dies würde die Bevölkerung natürlicherweise erbittern. Andererseits waren die der Festigung der Kollektivwirtschaften zuwiderlaufenden Malinahmen darauf gerichtet, die Unzufriedenheit der bäuerlichen Bevölkerung hervorzurufen.
Was die Industrie anbetrifft, so wurden damals konkret Aufgaben auf denn Gebiete der Schädlingsarbeit in der Industrie nicht gestellt, wenigstens gab es unmittelbar keine bestimmten Weisungen. Abgesehen davon, dass wir in der Großindustrie Kader schaffen und festigen und besonders in den wichtigsten Industriezweigen im Ural festen Fuß fassen müssen und das wir uns in dieser Arbeit nicht zersplittern dürfen, dass die Industrie allzu verschiedenartig ist, weshalb wir unsere Arbeit auf die wichtigsten Industriezweige und auf die wichtigsten Betriebe konzentrieren sollen.
Das zweite Moment ist die Erregung der Bevölkerung durch verschiedenartige provokatorische Maßnahmen, die falsche Organisation der Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln und besonders die falsche Organisierung des öffentlichen Ernährungswesens. Dies geschah in einer ganzen Reihe von Ortschaften im folgenden Jahre 1932, speziell in Perm, Lyswa und, soweit mir bekannt, im Rayon Kisel, in Beresnjaki.
Das dritte Moment. Konsolidierung aller der Sowjetmacht feindlich gesinnten Elemente, Abschluss eines Blocks mit den ebenfalls im Ural bestehenden Organisationen, im Besonderen mit den trotzkistischen, sinowjewistischen und sozialrevolutionären. Uns wurde betont, dass wir, ohne unsere Selbständigkeit aufzugeben, uns mit ihnen in Verbindung setzen und Beziehungen sowie den Kontakt“ mit ihnen aufnehmen sollen.
Das sind in der Hauptsache die Einstellungen, die ich erhalten habe, und zwar von Kabakow. Ich weiß, dass er gleichzeitig besonders damals recht lang dauernde Besprechungen mit Rykow im Eisenbahnwagen hatte, und der Inhalt, das Wesen dieser Unterredungen ist mir durch Kabakow selbst bekannt, der mir davon erzählte. Der Inhalt dieser Unterredungen läuft darauf hinaus, wovon ich bereits gesprochen habe.

WYSCHINSKI (wendet sich an das Gericht): Gestatten Sie mir, den Angeklagten Rykow zu befragen.

Angeklagter Rykow, was haben Sie über diesen Teil der Aussagen des Angeklagten Subarew zu sagen? Sie bestätigen die Zusammenkunft?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und die Gespräche, die Aufträge?

RYKOW: Ich bestätige die Gespräche über meine Charakterisierung der damaligen Stimmungen auf dem Lande. Aufträge musste ich erteilen, und ich erteilte sie auch. Hier kommt es jedoch in der Hauptsache auf die Schlussfolgerungen an. Bezüglich der Schlussfolgerungen ist die grundlegende Stellung des Schädlingswesens...

WYSCHINSKI: Zuerst die Tatsachen, dann die Schlussfolgerung. Haben Sie Subarew Aufträge erteilt?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Wann?

RYKOW: Im Mai 1930.

WYSCHINSKI: Sie haben also Aufträge bezüglich der illegalen Werbung von Mitgliedern für die Organisation der Rechten erteilt?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie bestätigen das?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und möchten Sie die weiteren Weisungen, die Sie Subarew bezüglich seiner verbrecherischen Arbeit gaben, präzisieren?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: In der Hauptsache sind sie richtig?

RYKOW: In der Hauptsache sind sie, man kann wohl sagen richtig. Bezüglich des Dorfes sprach ich, in unserer Sprache ausgedrückt, von einer Sabotage der Parteipolitik im Dorfe auf dem Gebiete der Kollektivierung und von einer Unterstützung der Einzelwirtschaft im Dorf.

WYSCHINSKI: Sie gaben Anweisungen zur Sabotage der Maßnahmen der Regierung zur Kollektivierung, über Hintertreibung der Kollektivierung...

RYKOW: Und zur Unterstützung der bäuerlichen Einzelwirtschaft.

WYSCHINSKI: Zum Zwecke einer Hintertreibung der Kollektivierung?

RYKOW: Eins schließt das andere aus.

WYSCHINSKI: Gaben Sie Weisungen zur Sabotage der Politik der Partei?

RYKOW: Nun ja, natürlich. Und der Politik der Partei im Dorfe überhaupt.

WYSCHINSKI: Sie bestätigen dies?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Setzen Sie sich. (Wendet sich an das Gericht) Gestatten Sie, den Angeklagten Subarew zu befragen.

Angeklagter Subarew, sagen Sie, wie beteiligten Sie sich konkret an den Verbrechen gegen die Sowjetregierung?

SUBAREW: In der Landwirtschaft hatten wir in der Leitung Mitglieder unserer Organisation...

WYSCHINSKI: Für mich ist es nicht wichtig, welche Mitglieder der Organisation Sie nennen werden. Für mich ist es von Wichtigkeit, was Sie, Subarew, bei der Begehung von Verbrechen gegen die Sowjetregierung gemacht haben.

SUBAREW: Ich gab auf der Linie der Landwirtschaft Weisungen zur Vereitelung der Getreidebeschaffungen, zur Anstachelung feindseliger Stimmungen im Zusammenhang mit der Getreidelieferung, zum Widerstand gegen die Kollektivierung, zum Widerstand gegen die Malinahmen, die von der Partei und der Regierung zur Festigung der Kollektivwirtschaften ergriffen wurden.

WYSCHINSKI: In welchem Jahre war das?

SUBAREW: Diese Weisungen gab ich, als ich im Ural war, im Jahre 1931.

WYSCHINSKI: Gaben Sie auch Weisungen zur Organisierung von Kulakenaufständen?

SUBAREW: Ich gab welche. Sie waren direkt von diesen Maßnahmen abhängig.

WYSCHINSKI: Sagen Sie, woran Sie sich in dieser Beziehung namentlich erinnern.

SUBAREW: Was von uns in Bezug auf Kulakenaufstände an Organisationsmaßnahmen getan wurde? Es wurden an der Peripherie Organisationsgruppen geschaffen. Etwas anderes konnten wir damals natürlich konkret nicht unternehmen.

WYSCHINSKI: Zu welchem Zweck?

SUBAREW: Zu dein Zweck, um im geeigneten Augenblick zur Leitung eines derartigen Aufstandes und einer derartigen Aufstandsbewegung bereit zu sein.

WYSCHINSKI: Dies taten Sie aus persönlicher Initiative oder nicht aus persönlicher?

SUBAREW: Ich führte die Direktiven aus, die ich von Smirnow, von Rykow erhalten habe. Diese Weisungen hatte auch Kabakow, der die ganze Zeit hindurch unmittelbare Beziehungen zu Rykow und Tomski aufrechterhielt.

WYSCHINSKI: Weiter, im Jahre 1932, im Jahre 1933?

SUBAREW: Ich muss sagen, dass ich Ende 1931 nach Moskau abreiste, aber bei Begegnungen mit Teilnehmern der Uraler Organisation erfuhr ich von einer ganzen Reihe Maßnahmen, die im Ural durchgeführt wurden. Persönlich gab ich keine unmittelbaren Weisungen. Ende September reiste ich ab und kehrte nicht mehr nach dem Ural zurück, und meine Verbindungen wurden nur durch Begegnungen mit einzelnen Teilnehmern der Organisation aufrechterhalten. ich wusste jedoch von der Schädlingsarbeit, die in der Industrie verrichtet wurde, und von den Verbindungen, die die Uraler Organisation mit den Trotzkisten und den Sozialrevolutionären hatte.

WYSCHINSKI: Wann war dies?

SUBAREW: In den Jahren 1932, 1933 und 1934. Dies weiß ich aus den Erzählungen einer ganzen Reihe von Teilnehmern, und darunter direkt von Kabakow selbst.

WYSCHINSKI: Welche Tatsachen von Schädlingsarbeit kamen In Ihrer Tätigkeit vor?

SUBAREW: Ich erteilte Schädlingsweisungen, die dem Sowjetstaat auf dem Gebiete der Landwirtschaft im Ural Schaden zufügten. Was meine Arbeit in Moskau anbetrifft, so beginnt meine konterrevolutionäre Tätigkeit in Moskau Mitte 1933.

WYSCHINSKI: Sagen Sie, worin äußerte sich Ihre Schädlingstätigkeit?

SUBAREW: Als ich im Volkskommissariat für Landwirtschaft der Union auf dem Gebiet der Saatzucht tätig war, äußerte sie sich darin, wovon gestern der Angeklagte Tschernow sprach: Durcheinanderbringung der Saatzucht, Verschlechterung der Qualität des Saatgutes, Verwendung minderwertigen Materials, schlechte Reinigung desselben, nachlässige Aufbewahrung, was alles nicht allein eine Herabsetzung der Ernteerträge, sondern auch eine feindselige Stimmung seitens der Bauernschaft und eine Unzufriedenheit mit diesem so genannten hochwertigen Saatgut hervorrief.

WYSCHINSKI: Wann wurden diese Ihre Verbrechen begangen?

SUBAREW: Sie fanden Ende 1933 und Anfang 1934 statt.

WYSCHINSKI: Und weiter?

SUBAREW: Und weiter gab ich im März 1934 meine Arbeit im Volkskommissariat für Landwirtschaft der Union auf und ging zur Arbeit in das Volkskommissariat für Landwirtschaft der RSFSR über. Im Volkskommissariat für Landwirtschaft der RSFSR bestand ebenfalls eine Organisation von uns, und ich hatte die Möglichkeit mich durch Muralow mit dieser Organisation in Verbindung zu setzen, da Muralow, ein Mitglied der Organisation, längere Zeit hindurch Volkskommissar für Landwirtschaft der RSFSR war und sein Stellvertreter Lissizyn war. Von Muralow erfuhr ich, dass auch Lissizyn Mitglied unserer Organisation ist.

WYSCHINSKI: Worin bestand Ihre verbrecherische Tätigkeit im Volkskommissariat für Landwirtschaft der RSFSR?

SUBAREW: Hier bestand meine verbrecherische Tätigkeit vor allem in einer falschen Planung der Aussaat von Gemüse, speziell wurde der Entwicklung des Gemüsebaus in unseren Ostbezirken wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wo die Entwicklung des Gemüsebaus von gewaltiger Bedeutung war, besonders angesichts der Entwicklung der Industrie, im besonderen im Fernöstlichen und im Westsibirischen Gau. Die Zufuhr von Gemüse aus den wichtigsten Gemüsebezirken des zentralen Teils von Russland dorthin war mit größten ökonomischen Schwierigkeiten verbunden und belastete den Transport mit außerordentlich unvorteilhaften Frachten - das erstens. Zweitens wurde genau die gleiche Arbeit in Bezug auf die schwache Entwicklung von Obstbaumschulen verrichtet. Die Obstbaumzucht hatte in der letzten Zeit sich außerordentlich rasch zu entwickeln begonnen, die Kollektivwirtschaftler begannen angesichts ihres wachsenden materiellen Wohlstandes immer mehr die Nachfrage zu steigern, und wir waren nicht in der Lage, diese Nachfrage zu befriedigen. Die schwache Entwicklung der Obstbaumschulen wurde ebenfalls als eine der Schädlingsmaßnahmen verwirklicht.
Auf der Linie der Sowjetwirtschaften bestand die wichtigste Schädlingstätigkeit darin, dass bis zur jüngsten Zeit kein richtiger Fruchtwechsel festgesetzt wurde, und in einer ganzen Reihe von Sowjetwirtschaften fehlte der Fruchtwechsel überhaupt All dies setzte natürlicherweise die Ernteerträge herab. Eine ganze Reihe von Sowjetwirtschaften, die eine große Menge Vieh besaßen, blieben infolge des falschen Aufbaus des Fruchtwechsels ohne Futtermittel, eine Folge davon war Eingehen des Viehs, langsame Entwicklung der Viehzucht. Warum spreche ich nur von diesem Maßnahmenkreis? Das liegt daran, dass auf der Linie des Volkskommissariats für Landwirtschaft der RSFSR der Kreis unserer Maßnahmen ein äußerst beschränkter war, denn die wichtigsten Maßnahmen waren im Volkskommissariat für Landwirtschaft der Union konzentriert.

WYSCHINSKI: War es Ihnen bekannt, dass zum Programm dieses Zentrums und der ganzen Gruppe des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ terroristische Akte gehörten?

SUBAREW: Ja, das war mir bekannt.

WYSCHINSKI: Sie wussten also davon: nahmen Sie persönlich in irgendeinem Maße an der Organisierung terroristischer Akte Anteil?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Wann, gegen wen?

SUBAREW: Ende 1936, ungefähr im Dezember, hatten wir - ich und Lissizyn - die Direktive, eine terroristische Gruppe im Volkskommissariat für Landwirtschaft der RSFSR zu organisieren. Zu dieser Gruppe gehörten...

WYSCHINSKI: Es ist augenblicklich nicht von Belang, wer ihr angehörte. Sie gehörten dieser Gruppe an?

SUBAREW: Ja, ich gehörte ihr an.

WYSCHINSKI: Sie organisierten diese Gruppe?

SUBAREW: Ich war einer ihrer Teilnehmer und einer ihrer Organisatoren.

WYSCHINSKI: Gegen wen beabsichtigten Sie Ihre verruchten terroristischen Akte zu vollziehen?

SUBAREW: Anfangs hatten wir konkret keine bestimmten Personen Im Auge, sondern planten überhaupt terroristische Akte gegen die Führerschaft des Zentralkomitees der KPdSU(B), im Besonderen gegen die Mitglieder des Politbüros. Kraft unserer Stellung, kraft unserer Verbindungen und der großen Möglichkeiten im Sinne der Organisierung eines terroristischen Aktes wählten wir Molotow.

WYSCHINSKI: Molotow, den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR?

SUBAREW: Ja, Molotow.

WYSCHINSKI: Und hatten Sie noch derartige verbrecherische Absichten?

SUBAREW: Wir blieben dabei. Andere Möglichkeiten sahen wir nicht. Anfangs wurde die Frage bezüglich Stalin, Kaganowitsch, Woroschilow und Molotow gestellt; aus den Erwägungen, von denen ich bereits sprach, wählten wir jedoch Molotow.

WYSCHINSKI: Und zwar aus technischen Gründen?

SUBAREW: Aus technischen Gründen und gemäß unseren Möglichkeiten.

WYSCHINSKI: Erzählen Sie, unter welchen Umständen Sie zum Agenten der zaristischen Ochrana geworden sind.

SUBAREW: Nicht der Ochrana, sondern der zaristischen Polizei.

WYSCHINSKI: Besteht hier ein Unterschied?

SUBAREW: Ein kleiner Unterschied besteht, im Wesentlichen ist es jedoch ein und dasselbe.

WYSCHINSKI: Ich glaube es auch.

SUBAREW: Im Jahre 1908 wurde im Dorf bei meinem Vater, wo ich mich zu jener Zeit ebenfalls aufhielt, von einem großen Polizeiaufgebot eine Haussuchung durchgeführt. Bei der Haussuchung wurde eine bedeutende Menge Literatur gefunden.

WYSCHINSKI: Was für Literatur?

SUBAREW: Illegale Literatur. Der Polizeioberst Wassiljew, der die Haussuchung leitete, stellte mir folgende Frage: „Wollen Sie, Subarew, Repressalien vermeiden, so gibt es für Sie nur eine einzige Möglichkeit, nämlich meinen Vorschlag anzunehmen, dass Sie Polizeiagent werden.“ Damals gab ich keine bestimmte Antwort, ich sagte nur, dass ich im Falle meiner Zustimmung bei ihm vorsprechen werde.
Nach einiger Zeit suchte ich ihn in seiner Wohnung in der Stadt Kotelnitsch auf, erhielt von ihm Aufträge betreffend Information über die Zusammensetzung der Kotelnitscher Organisation, über die Charakteristik einzelner, besonders aktiver Leiter: Tschibissow, Petuchow und Popow, ich sollte Angaben über die Streichholzfabrik und über die Militärgarnison machen. Das war im Dezember-November 1908. Im März suchte ich ihn das zweite Mal auf, sodann verreiste ich aus dem Gouvernement Wjatka nach dem Gouvernement Ufa und erhielt eine Anstellung als Rechnungsführer in einer Genossenschaft einer Kreisstadt. In der ersten Zeit hatte ich dort keine Zusammenkünfte mit der Polizei, aber dann kam Mitte 1910 eine Verbindung zwischen mir und dem Kreispolizeichef von Sterlitamak zustande.

WYSCHINSKI: Was für eine Verbindung?

SUBAREW: Die eines Agenten.

WYSCHINSKI: Das heißt, Sie wurden Agent der Polizei von Sterlitamak?

SUBAREW: Ja, der Polizeioberst Wassiljew erklärte mir, dass er eine entsprechende Benachrichtigung an den Ort meines späteren Aufenthaltes geschickt habe. Seit dieser Zeit begann nun meine Arbeit, wobei ich den Decknamen „Parenj“ erhielt.

WYSCHINSKI: Das war Ihr zweiter Deckname?

SUBAREW: Ja. Der erste Deckname war „Wassili“.

WYSCHINSKI: Hatten Sie noch Decknamen?

SUBAREW: Ich hatte noch den Decknamen „Prochot“, in Ufa.

WYSCHINSKI: Wann war das?

SUBAREW: Anfang 1916.

WYSCHINSKI: Womit beschäftigten Sie sich damals außer mit Ihrer Arbeit als Provokateur? Ihre offizielle Stellung?

SUBAREW: Ich war in der Stadt Sterlitamak als Kreisinstrukteur für das Genossenschaftswesen tätig.

WYSCHINSKI: Wen haben Sie verraten?

SUBAREW: Die Kader der Genossenschaften und die Kader der Semstwo-Mitarbeiter. In Sterlitamak hatte ich den Auftrag, Angaben über die Verbannten zu liefern, von denen es in Sterlitamak eine bedeutende Anzahl gab.

WYSCHINSKI: Sie informierten über die Verbannten?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Über die bolschewistischen Verbannten informierten Sie ebenfalls?

SUBAREW: Es gab dort einen Sozialdemokraten, den Agronomen Silin, und noch einen Sozialdemokraten, an dessen Namen ich mich augenblicklich nicht erinnere.

WYSCHINSKI: Alle, die Sie verraten haben, sind Ihnen somit schwer erinnerlich?

SUBAREW: Jedenfalls, da ich ja die Tatsache selbst nicht ableugne...

WYSCHINSKI: Ich sage es ja, an alle können Sie sich nicht erinnern. So Ende 1915 und Anfang 1916 übersiedelten Sie nach Ufa?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Unter welchen Umständen? Warum zogen Sie nach Ufa?

SUBAREW: Vom Gouvernements-Semstwo wurde mir vorgeschlagen, die Stellung eines Gouvernement-Instrukteurs für das Genossenschaftswesen zu bekleiden. Ich kam nach Ufa und wurde nach 1½ Monaten mobilisiert...

WYSCHINSKI: Als Sie nach Ufa kamen, traten Sie wiederum mit der Polizei in Verbindung?

SUBAREW: Ja, Anfang Februar 1916.

WYSCHINSKI: Und hier bekamen Sie den Decknamen „Prochor“?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Und dann wurden Sie zur Armee eingezogen?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Und als Sie in der Armee waren, fuhren Sie fort, die Polizei über politische Fragen zu informieren?

SUBAREW: Nach der Abreise aus Ufa nicht.

WYSCHINSKI: Ich frage, als Sie in der Armee waren...

SUBAREW: Jedenfalls bedrückte mich diese Sache sehr, denn mein Eintritt in die zaristische Ochrana als Agent war nicht durch einen angeborenen organischen Fehler hervorgerufen.

WYSCHINSKI: Nicht durch einen organischen Fehler?

SUBAREW: Ich will sagen, dass ich...

WYSCHINSKI: Ob dies durch einen organischen Fehler oder durch einen nichtorganischen Fehler hervorgerufen war, werden wir später klarlegen. Sie sind also mit der Polizei im Jahre 1908 in Verbindung getreten?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Diese Verbindung dauerte eine Reihe von Jahren hindurch. Dann halten Sie sich in Sterlitamak auf und treten hier mit der Polizei in Verbindung, weil der Polizeioberst Wassiljew an diese neue Stelle über Sie Mitteilung gemacht hat. 1910 wohnen Sie in Sterlitamak, 1911 ebenfalls.

SUBAREW: Ich wohnte dort bis 1914.

WYSCHINSKI: In dieser ganzen Zeit unterhielten Sie Verbindungen mit der Polizei?

SUBAREW: Ja, ich unterhielt welche.

WYSCHINSKI: Das heißt, in den Jahren 1910, 1911, 1912, 1913, 1914 und einen Teil des Jahres 1915 standen Sie mit der Polizei in Verbindung und wohnten damals in Sterlitamak?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Sodann übersiedelten Sie nach Ufa und traten wiederum mit der Polizei in Verbindung. Nachher wurden Sie in die Armee eingezogen. Als Sie in der Armee waren, fuhren Sie dann fort, die Polizei über die revolutionären Stimmungen in der Armee zu informieren?

SUBAREW: Ich erhielt den Auftrag, über die politischen Stimmungen des Truppenteils zu informieren, in welchem ich mich befand.

WYSCHINSKI: Sie haben dies getan?

SUBAREW: Ja, einmal tat ich dies, sodann verließ ich Ufa.

WYSCHINSKI: Sie hatten also keine Gelegenheit mehr.

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Folglich waren Sie im Verlauf eines großen Zeitraums bis zur Revolution mit der Polizei in Verbindung?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie erhielten eine Entschädigung für diese Ihre Arbeit?

SUBAREW: Zweimal vom Polizeiobersten Wassiljew je 30 Rubel.

WYSCHINSKI: Je 30 Silberlinge?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Zweimal soviel als Judas?

SUBAREW: Ja.

VORSITZENDER: Sie befassten sich mit Spionagetätigkeit?

SUBAREW: Ich vergaß davon zu sprechen.

VORSITZENDER: Sie befassten sich mit Spionagetätigkeit?

SUBAREW: Ja.

VORSITZENDER: Erzählen Sie von Ihrer Spionagetätigkeit.

SUBAREW: Meine Spionagetätigkeit begann Ende 1935. In diese Organisation zur Mitteilung geheimer Angaben wurde ich von Iwanow, denn Sekretär Sulimows, hineingezogen. Angaben geheimer Natur betreffend die Landwirtschaft lieferte ich zweimal: im Januar und im Dezember 1936. Ich schilderte ausführlich den Zustand auf dem Lande, behandelte die Getreidevorräte, die Saatgut- und Lebensmittelfonds, besonders die Futtermittel, sprach vom Zustand des Viehs. Von Iwanow erfuhr ich, dass diese Angaben für das faschistische Deutschland bestimmt waren. Aber durch wen konkret diese Verbindungen verwirklicht wurden, war mir aus völlig begreiflichen Gründen nicht bekannt und ist mir noch jetzt, unbekannt.

WYSCHINSKI: Ich bitte den Polizeiobersten Wassiljew, der seinerzeit Subarew angeworben hat, als Zeugen vorzuladen, um diesen Umstand nachzuprüfen.

VORSITZENDER (zu Subarew): Setzen Sie sich, einstweilen.

Das Gericht beschließt, dem Ansuchen des Staatsanwalts stattzugeben und Wassiljew als Zeugen zu laden.

WYSCHINSKI: Ich bitte, ihn sofort zu verhören. Ich habe dafür Sorge getragen, dass er geladen wird, er befindet sich jedoch außerhalb des Gerichtssaales.

VORSITZENDER: Genosse Kommandant, führen Sie den Zeugen Wassiljew herein.

(Der Zeuge Wassiljew wird hereingeführt.)

Ihr Name Ist Wassiljew?

WASSILJEW: Wassiljew.

VORSITZENDER: Ihr Vor- und Vatersname?

WASSILJEW: Dimitrij Nikolajewitsch.

VORSITZENDER: Wann sind Sie geboren?

WASSILJEW: 1870.

VORSITZENDER: In welchen Städten wohnten Sie in den Jahren 1907, 1908, 1909 und 1910?

WASSILJEW: In der Stadt Kotelnitsch.

VORSITZENDER: Welchen Posten bekleideten Sie?

WASSILJEW: Ich war Land-Polizeioberst des IV. Landbezirkes.

VORSITZENDER: In welchen Jahren waren Sie Polizeioberst?

WASSILJEW: Von 1906 bis 1917.

VORSITZENDER: Hatten Sie während Ihrer Tätigkeit als Polizeioberst Gelegenheit, jemand als Provokateur anzuwerben?

WASSILJEW: Ich hatte Gelegenheit dazu.

VORSITZENDER: Hatten Sie im besonderen Gelegenheit, Subarew anzuwerben?

WASSILJEW: Subarew, ja, jawohl.

VORSITZENDER: Erzählen Sie ganz kurz, wie Sie ihn angeworben haben.

WASSILJEW: Der Polizeiwachtmeister des Landbezirks Smerdinsk, wo Prokopij Timofejewitsch Subarew in einem Dorfe im Hause seines Vaters lebte, teilte mir mit, dass sich dort junge Leute versammeln, revolutionäre Lieder singen, revolutionäre Bücher lesen. Nun, ich begab mich natürlich gemäß meiner Dienstpflicht mit dem Wachtmeister Konew nach dem Dorfe, machte eine Haussuchung, entdeckte wirklich viele revolutionäre Schriften, beschlagnahmte dieselben und musste natürlich Subarew verhaften. In meiner Kanzlei sagte Subarew, dass bei ihnen im Dorfe noch revolutionär gesinnte Personen vorhanden seien, nannte mir die Vornamen zweier Personen, jedoch nicht die Familiennamen, und sagte, er werde diese beiden Personen ausfindig machen. Ich berichtete darüber dem Kreispolizeichef. Der Kreispolizeichef befahl, ihn anzuwerben und von ihm einen Revers unterschreiben zu lassen.

VORSITZENDER: Was für einen Revers?

WASSILJEW: Darüber, dass er sich verpflichtet, der Polizei Angaben zu machen. Als er den Revers unterzeichnete, sagte. er, dass sein Deckname „Wassili“ sein werde.

VORSITZENDER: Er sagte das selbst?

WASSILJEW: Ja, er sagte das selbst. Ich erinnere mich dessen gut.

VORSITZENDER: Begann er, von Geld zu reden?

WASSILJEW: Von Geld sprach er später.

VORSITZENDER: Was für eine Bezahlung wurde festgesetzt?

WASSILJEW: Der Kreispolizeichef übersandte ihm 30 Rubel.

VORSITZENDER: Hatten Sie nachher Gelegenheit, ihm noch Geld zu gehen?

WASSILJEW: Ich erinnere mich gut an das eine Mal, aber möglicherweise habe ich ihm noch etwas gegeben, ich stelle dies nicht in Abrede.

WYSCHINSKI: Wie lange standen Sie mit Subarew in Verbindung?

WASSILJEW: Von 1908 bis 1909.

WYSCHINSKI: Wie lange insgesamt?

WASSILJEW: Ein Jahr insgesamt.

WYSCHINSKI: Etwas über ein Jahr?

WASSILJEW: Ja. In Verbindung trat er Anfang 1908 und verließ Anfang 1909 den Kreis Kotelnitsch.

WYSCHINSKI: Und Sie kannten seine Familie von Ihrem Wohnort her?

WASSILJEW: Nein, ich kannte sie nicht. Mir unterstanden sechs Landbezirke mit großer Einwohnerschaft.

WYSCHINSKI: Und wie können Sie sich seiner gut erinnern?

Seit der Zeit sind nicht wenige Jahre vergangen, und Sie erinnern sich dieses Subarews so gut?

WASSILJEW: Ich habe ihn im Gedächtnis behalten.

WYSCHINSKI: Sie erinnern sich seiner also auf Grund Ihrer damaligen Arbeit?

WASSILJEW: Auf Grund meiner Arbeit.

WYSCHINSKI: Ist er noch einmal mit Ihnen zusammengekommen?

WASSILJEW: Nach 1909 sah ich ihn nicht mehr. Damals war er noch ein junger Mann, und jetzt scheint er ein älterer Mann zu sein.

WYSCHINSKI: Nun ja, ich glaube es! Sie waren damals ebenfalls jünger. (Zum Vorsitzenden) Darf ich Subarew befragen?

VORSITZENDER: Angeklagter Subarew.

WYSCHINSKI: Sie erinnern sich nicht, war dieser Wassiljew damals Polizeioberst?

SUBAREW: Da 30 Jahre verflossen sind, fällt es mir schwer, mich jetzt daran zu erinnern, aber es scheint derselbe zu sein... Ich leugne dies nicht.

WYSCHINSKI: Ist er ihm ähnlich?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Damals war er jünger?

SUBAREW: Natürlich.

WYSCHINSKI: Bekamen Sie von Wassiljew Geld oder von jemand anderem? Und wem übergaben Sie die Mitteilungen?

SUBAREW: Ja, von Wassiljew, und die Angaben übergab ich an Wassiljew.

WYSCHINSKI: Wievielmal, erinnern Sie sich dessen?

SUBAREW: Ich war zweimal bei ihm.

WYSCHINSKI: Wo wohnte er damals?

SUBAREW: In Kotelnitsch.

WYSCHINSKI: Und in Kotelnitsch erschienen Sie bei ihm?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Und wo wurden Sie verhaftet?

SUBAREW: Ich wurde damals nicht verhaftet.

WYSCHINSKI: Nahm er Sie damals nicht mit Literatur fest?

SUBAREW: Ja, aber er stellte mir damals eine Bedingung...

WYSCHINSKI: War da bei Ihnen eine Haussuchung?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Wurde damals illegale Literatur bei Ihnen gefunden?

SUBAREW: Ja.

WYSCHINSKI: Infolgedessen wurden Sie festgenommen?

SUBAREW: Ja, ich wurde festgenommen, mir wurde jedoch die Bedingung gestellt, dass, wenn ich Mitteilungen machen werde...

WYSCHINSKI: Damals nahm er auch von Ihnen einen Revers ab?

SUBAREW: Ich erinnere mich dessen im Augenblick nicht, aber es scheint, es war dies der Fall.

WYSCHINSKI: Aber an diese Tatsache erinnern Sie sich sicher.

SUBAREW: Ja. Nachher verließ ich Kotelnitsch und übergab die Nachrichten in Sterlitamak.

WYSCHINSKI: Und den Decknamen „Wassili“ haben Sie selbst gewählt?

SUBAREW: Ich erinnere mich dessen nicht, wer ihn mir gegeben hat, ob ich ihn selbst genommen habe, oder ob er ihn mir seinerseits vorgeschlagen hat, ich erinnere mich dessen nicht und fürchte zu bestreiten, dass er ihn mir gab oder ich selbst ihn wählte, es ist aber eine Tatsache.

WYSCHINSKI: Sie bestätigen, dass der Zeuge Dimitrij Nikolajewitsch Wassiljew Sie an den Polizeiobersten Wassiljew erinnert, der Sie zum ersten Male für den Polizeidienst angeworben hat?

SUBAREW: Ja, ich bestätige dies.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Angeklagter Subarew, haben Sie Fragen an den Zeugen?

SUBAREW: In den Aussagen, die ich dem Gericht gemacht habe, erzählte ich bereits, dass mich der Polizeioberst Wassiljew für den Dienst in der Polizei angeworben hat.

VORSITZENDER: Kann man dann den Zeugen entlassen?

WYSCHINSKI: Ja.

VORSITZENDER: Sie können gehen. (Wendet sich an Wyschinski.) Haben Sie fragen an Subarew?

WYSCHINSKI: Nein.

VORSITZENDER: Es wird eine Pause bis 6 Uhr eingelegt.

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Batner

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