PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VORMITTAGSSITZUNG VOM 4. MÄRZ 1938

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN SCHARANGOWITSCH

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint, bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Bitte Platz zu nehmen, die Sitzung wird fortgesetzt. Wir schreiten zum Verhör des Angeklagten Scharangowitsch.
Angeklagter Scharangowitsch, bestätigen Sie Ihre Aussagen, die Sie in der Voruntersuchung gemacht haben?

SCHARANGOWITSCH: Ich bestätige sie vollinhaltlich. Ich will dem Gericht voll und offen von meinem treulosen Verhalten und meinen verräterischen Verbrechen erzählen. Ich ersuche, mir die Möglichkeit zu geben, dies nach dem Plan zu tun, den ich mir entworfen habe.

VORSITZENDER (zu Wyschinski): Der Angeklagte ersucht, alles im Zusammenhang darlegen zu dürfen.

WYSCHINSKI: Das ist sein Recht.

VORSITZENDER (zu Scharangowitsch): Verweilen Sie bei den Hauptetappen Ihrer verbrecherischen Tätigkeit.

SCHARANGOWITSCH: Ich wurde Im August 1921 zum Verräter an meiner Heimat und blieb es bis zu meiner Verhaftung. Im August 1921, nach dem Friedensschluss mit Polen, kehrte ich aus dem polnischen Gefängnis durch Austausch als Geisel mit einer Gruppe Verurteilter zurück. Ich hielt mich in Warschau auf. In Warschau ließ man uns der Reihe nach in die Sowjetbotschaft kommen, uni festzustellen, wer wir seien. In der Sowjetbotschaft arbeitete damals ein gewisser Wnorowski, ich weiß nicht genau, welche offizielle Funktion er bekleidete.

WYSCHINSKI: Wie hieß er?

SCHARANGOWITSCH: Seinen Vornamen und seinen Vatersnamen kenne ich nicht. Mit diesem Wnorowski hatte ich drei Unterredungen. Ich will nicht... das heißt, man kann nicht sagen, ich will nicht, aber ich denke, es ist nicht notwendig, die Einzelheiten dieser Unterredungen darzulegen, doch ihr Wesen bestand darin, dass Wnorowski mir erklärte, dass die Polen mich nicht außer Landes lassen wollen und dass sie dies nur zulassen können, wenn ich mein Einverständnis geben werde, im polnischen Spionagedienst zu arbeiten. Ich gab mein Einverständnis und wurde dann vom polnischen Spionagedienst in die Sowjetunion entsandt. Nach meinem Eintreffen in Minsk wurde ich durch denselben Wnorowski mit dem verantwortlichen Residenten des polnischen Spionagedienstes Boguzki in Verbindung gebracht, der damals einen verantwortlichen Posten in Belorussland bekleidete. Lange Unterredungen hatte ich mit Boguzki nicht, und es war auch keine ergänzende Werbung bei mir notwendig, weil Boguzki von allen meinen Unterredungen mit Wnorowski und von meiner Zustimmung durch Wnorowski gut unterrichtet war. Deshalb verständigte ich mich mit Boguzki, und er sagte mir damals, dass er es mir mitteilen werde, wenn irgendwelche konkreten Dienste oder Aufträge nötig sein werden. Aber ich habe von Boguzki im Verlaufe von ein oder zwei Jahren keine konkreten Aufträge erhalten. Boguzki verließ Belorussland im Jahre 1923 und stellte vor seiner Abreise die Verbindung zwischen mir und dem verantwortlichen polnischen Residenten Slawinski her, der damals in Belorussland auf ziemlich verantwortlichem Posten stand. Dabei war Slawinski natürlich über all diese Einzelheiten bezüglich meiner Anwerbung durch Wnorowski und der Vereinbarung, die mit Boguzki bestand, gut unterrichtet. Von Slawinski erhielt ich bereits einen Auftrag. Ich erinnere mich jetzt natürlich nicht genau an alle diese Aufträge. Ich war damals in Belorussland von Mitte 1923 bis Mitte 1924 als Erster Gehilfe des Staatsanwalts der Republik tätig. Durch meine Hände gingen zahlreiche Akten, Spionage- und andere noch wichtigere Angelegenheiten. Im Auftrag Slawinskis informierte ich ihn über das Wesen dieser Angelegenheiten und über die Personen, die dort figurierten.
Darauf ging ich Ende 1924 zur Gewerkschaftsarbeit über, und deswegen wurde die Ausführung dieses Auftrages Slawinskis unterbrochen. Während meiner Arbeit in den Gewerkschaften erhielt ich von Slawinski keinerlei Aufträge. 1925 reiste Slawinski aus Belorussland ab. Anfang 1926 fuhr ich von Belorussland nach Sibirien, und meine Verbindungen mit dem polnischen Spionagedienst brachen vorübergehend ab. Ich blieb natürlich Agent des polnischen Spionagedienstes, aber irgendwelche konkreten Aufgaben erhielt ich nicht.
Diese Verbindung wurde erneut aufgenommen - und aktiver als die vorhergehende - Ende 1932 oder Anfang 1933, und zwar mit dem Konsul eines der ausländischen Staaten, die an Belorussland grenzen. Dies war bereits nach meinem Eintritt in die national-faschistische antisowjetische Organisation in Belorussland.
Das war so: An mich wandte sich ein gewisser Shebrowski, der damals den Posten des dritten Sekretärs des ZK der Kommunistischen Partei Belorusslands bekleidete, aber mit ihm hatte ich eigentlich ein sondierendes Gespräch. Ein deutlicheres Gespräch diesbezüglich hatte ich mit Benek, der im Volkskommissariat für Landwirtschaft in Belorussland arbeitete. Benek schlug mir im Namen dieses Konsuls folgendes vor: obwohl dieser Konsul auch schon genügend enge Verbindungen mit einer Reihe von Leuten hat, die zur Leitung der national-faschistischen Organisation in Belorussland gehören, darunter mit ihm, Benek, will er auch mit mir Verbindung herstellen, in Anbetracht dessen, dass ich mit Parteiarbeit beschäftigt bin.
Eigentlich muss ich sagen, dass es damals zu meiner Anwerbung keiner irgendwie großen Überredungskunst bedurfte, weil ich damals schon einer der Leiter der national-faschistischen Organisation in Belorussland war, weil ich damals schon von der engen Verbindung der anderen Leiter der national-faschistischen Organisationen in Belorussland mit den Polen wusste. So z. B. wusste ich das von Goloded, Tscherwjakow und eben jenem Benek. Oberhaupt führten mich alle früheren Momente und meine Verbindung mit den Polen, wie man so sagt, ohne jede Überredung auf diesen Weg.
Zu dieser Zeit übermittelte ich durch Benek den Inhalt einiger Beschlüsse des ZK der KPdSU(B), die sich auf Belorussland bezogen. Später gab ich Informationen über die Chausseen, über das Netz der Parteizellen und über eine Reihe von politischen Fragen. Aber wichtig ist natürlich nicht nur, dass ich Mitteilungen machte und persönliche Verbindungen hatte, sondern wichtig ist vor allein, dass unsere national-faschistische Organisation, zu deren Leitern ich gehörte, schon zu jener Zeit dem Wesen nach mit dem polnischen Generalstab eng verbunden war. Und darüber will ich ausführlicher sprechen, nachdem ich die mit der national-faschistischen Organisation verbundenen Fragen dargelegt haben werde.
Für die national-faschistische Organisation war ich von Goloded und Tschernyschewitsch Anfang 1932 angeworben worden. Ich werde nicht von den Umständen der Verbindungen sprechen und davon, was mich dazu gebracht hat, in diese Organisation einzutreten, weil es aus dem, was ich schon erzählt habe, als selbstverständlich hervorgeht. Ich gehörte dieser national-faschistischen Organisation an, und das war es, wonach ich gestrebt hatte. Mir scheint, dass es kaum notwendig ist, hier über die Umstände der Anwerbung oder der Hineinziehung zu sprechen.
Als ich in die national-faschistische Organisation eintrat, das war augenscheinlich im März oder Ende Februar...

WYSCHINSKI: In welchem Jahre?

SCHARANGOWITSCH: 1932. Goloded informierte mich ausführlich über die Zusammensetzung dieser Organisation und darüber, dass diese national-faschistische Organisation mit dem Moskauer Zentrum der Rechten in Verbindung steht und von ihm Direktiven, und zwar von Bucharin und Rykow persönlich, erhalt. Die Hauptziele der national-faschistischen Organisation In Belorussland formulierte Goloded kurz folgendermaßen: Sturz der Sowjetmacht und Wiederherstellung des Kapitalismus, Lostrennung Belorusslands von der Sowjetunion im Falle eines Krieges mit den faschistischen Staaten. Was jedoch die Methoden und die Mittel anbetrifft, so gehören dazu: Schädlingsarbeit, Diversion und Terror.
Ich muss unterstreichen, dass Goloded mich schon damals über diese Einstellungen des Moskauer Zentrums der Rechten informierte, die Rykow und Bucharin gaben.
Besonders wurde von Goloded die Notwendigkeit hervorgehoben, zur Verwirklichung dieser Aufgaben eine enge Verbindung mit dem polnischen Generalstab herzustellen. Ja, eigentlich ergab sich dies ganz klar aus den gestellten Zielen.
Ich sage nicht, dass wir, als wir alle diese Einstellungen annahmen, ausführten und uns von ihnen leiten ließen, Kinder waren und dass wir ihr Wesen nicht verstanden und uns sozusagen nicht des ganzen Ernstes der verräterischen, verbrecherischen Ziele, Methoden und Mittel, von denen ich spreche, bewusst waren; ich muss jedoch feststellen, dass diese Einstellungen bestanden. Ich muss hier nebenbei, wenn man so sagen kann, entwickeln, warum wir uns National-Faschisten nannten. Die Sache ist die, dass der grundlegende Bestand des Zentrums und die grundlegenden Kader nationalistisch waren. Natürlich waren sowohl im Zentrum als auch die Kader Rechte und Trotzkisten. Aber es ist nicht möglich, irgendeinen Trennungsstrich zwischen ihnen zu ziehen, oder sogar, wenn Sie wollen, von einem Block zu sprechen, denn wenn man einen beliebigen von uns, den wichtigsten Leitern des Zentrums nimmt, so waren sie sowohl Rechte als auch in erster Linie Nationalisten. Nimmt man zum Beispiel solche Leute wie Shebrowski, der ein aktiver Trotzkist war, so trat er in allen Fragen, die mit den Zielen und Aufgaben verbunden waren, schärfer auf als wir. Nimmt man Gikalo, der ein Rechter war, so war er in den nationalistischen Fragen nicht weniger scharf gestimmt als wir und war mit den Zielen einverstanden, die wir uns stellten.
Darum muss ich sagen, dass im Wesen die Nationalisten dort die grundlegende Gruppe waren, die alle Kader und Kräfte zum Kampf gegen die Sowjetmacht, zum Sturze der Sowjetmacht um sich sammelten. Ich muss sagen, dass unsere Verbindung mit dem Moskauer Zentrum der Rechten nicht eine theoretische und formale war und auch nicht den Charakter irgendeines lokalen Blocks hatte. Wir haben in dieser Richtung vom Moskauer Zentrum der Rechten sowohl systematische Direktiven als auch Instruktionen erhalten. Ich will dies mit einer Reihe von „Tatsachen bekräftigen.
Im November 1932 waren Goloded und Tscherwjakow in Moskau. Sie kamen mit Rykow und Bucharin zusammen, wobei ich bemerken muss, dass, soweit mir bekannt ist, Tscherwjakow schon seit 1928 und Goloded seit 1930 mit Rykow in Verbindung standen. Ich erinnere mich, dass nach der Rückkehr Golodeds und Tscherwjakows von einer Reise nach Moskau im Jahre 1932 bei uns in Minsk eine Beratung des Zentrums unserer gesamten Organisation stattfand, In der sie uns informierten. Diese Information lief darauf hinaus, dass sowohl Rykow als auch Bucharin alle ihre früheren Direktiven für unsere Organisation bestätigten und ihrer Unzufriedenheit mit der schwachen Tätigkeit unserer Organisation Ausdruck gaben. Dort in Moskau wurde auch eine Reihe konkreter Direktiven erteilt, in erster Reihe in Fragen der Schädlings- und Diversionstätigkeit, und zweitens bezüglich der Verstärkung und Herstellung einer noch engeren Verbindung mit dem polnischen Generalstab. Später trafen sich Goloded und Tscherwjakow systematisch mit Rykow und Bucharin.
Außer diesen Verbindungen, von denen ich schon gesprochen habe, bahnten sich zwischen mir persönlich Verbindungen zuerst mit Sulimow an, meiner Meinung nach im Oktober 1932, als er als Bevollmächtigter des ZK der KPdSU(U) und des Rats der Volkskommissare der UdSSR in Sachen der Kartoffelverfrachtung nach Belorussland kam. Schon damals hatte ich mit Sulimow ein eingehendes Gespräch. Es lief darauf hinaus, dass mich Sulimow darüber informierte, was ich schon durch Goloded und Tscherwjakow wusste; ich erzählte ihm auch über die Kader und über das, was unsere Organisation tut. Weitere Begegnungen mit Sulimow hatte ich nicht. Doch stellte ich im Frühjahr 1933 die Verbindung mit Antipow her. Die erste Begegnung mit Antipow vermittelte mir Goloded in seinem Amtszimmer. Bei dieser Begegnung mit Antipow interessierte sich dieser zuerst für die Tätigkeit unserer Organisation, wobei er die Einstellungen bestätigte, die ich bereits kannte. In dieser Unterredung mit Antipow stellte ich ihm einige Fragen, jedoch nicht deshalb, weil ich mit ihm nicht einverstanden gewesen wäre oder weil ich irgendwelche besondere Erläuterungen benötigt hätte, sondern zwecks ihrer Bekräftigung durch Antipow selbst, weil Goloded, als diese Unterredungen organisiert wurden, sagte, dass Antipow ein Leiter der parallelen Gruppe der Rechten sei. Während dieses Gesprächs stellte ich Antipow die Frage, wie er eine solche offene und scharfe Einstellung zu der Verbindung mit dem polnischen Generalstab beurteilt. Darauf erklärte mir Antipow folgendes: Sehen Sie mal, wenn wir uns die Frage des Sturzes der Sowjetmacht stellen, wenn wir uns die Frage der Niederlage der Sowjetunion im Falle eines Krieges mit den faschistischen Staaten stellen, wenn wir uns die Aufgabe der Lostrennung Belorusslands stellen, wie sollen wir da nicht eine so reale Kraft wie das faschistische Polen ausnützen und uns nicht zu einer Übereinkunft mit ihm entschließen?
Die zweite Frage, die ich Antipow stellte, war die Frage der Lostrennung Belorusslands und der Bildung eines bürgerlichen belorussischen Staates sozusagen unter dem Protektorat Polens. Verstanden natürlich alle, was dieses Protektorat bedeutete, Weil dafür uns durchaus keine theoretische Formel war. Es bedeutete, Sowjet-Belorussland dem Joch der polnischen Großgrundbesitzer und Kapitalisten auszuliefern unter Anwendung aller jener Mittel, über die wir damals schon verfügten. Darauf antwortete mir Antipow, dass diese Formel die Möglichkeit gebe, alle nationalistischen und sowjetfeindlichen Kader besser zusammenzuschließen und zweitens, dass wir mit dieser Formel gleichzeitig, wenn man so sagen kann, den polnischen Generalstab anlocken. Das war also unsere erste Begegnung. Man muss sagen, dass Antipow 1933 ziemlich häufig nach Belorussland kam, weil er Vorsitzender der Kommission zur Reinigung der belorussischen Parteiorganisation war.
Bei der zweiten Begegnung mit Antipow waren anwesend: Goloded, Tscherwjakow, Gikalo und ich. Die Begegnung fand in einem Landhaus in der Umgebung von Minsk statt. Nachdem Antipow die Information über die verbrecherische Tätigkeit und die Wühlarbeit unserer Organisation angehört hatte, forderte er neuerlich von uns eine Aktivisierung besonders in den Fragen der Schädlingstätigkeit und Diversion, in den Fragen der Organisierung terroristischer Gruppen und in den Fragen der Verbindung mit dem polnischen Generalstab.

WYSCHINSKI: Erzählen Sie konkret von Ihrer verbrecherischen Tätigkeit auf dem Gebiete der Schädlingsarbeit.

SCHARANGOWITSCH: Ich komme noch dazu.

WYSCHINSKI: Sie brauchen sehr lange, um dazu zu kommen, und mich interessiert das in erster Linie. Behandeln Sie konkret Ihre Schädlingsarbeit. Später werden wir auch zu Ihren Spionageverbindungen kommen. Jetzt erzählen Sie bitte von Ihrer verbrecherischen Tätigkeit auf dem Gebiete der Schädlingsarbeit, welche Aufgaben vor Ihnen standen, wie diese Aufgaben durchgeführt wurden usw.

SCHARANGOWITSCH: Wir stellten uns die Aufgabe, die Schädlingstätigkeit auf allen Gebieten der Volkswirtschaft möglichst breit zu entfalten.

WYSCHINSKI: Zu welchem Zweck?

SCHARANGOWITSCH: Zur Vorbereitung der Niederlage der UdSSR und zur Erzeugung von Unzufriedenheit unter der Bevölkerung für Lande.

WYSCHINSKI: Zu provokatorischen Zwecken?

SCHARANGOWITSCH: Selbstverständlich. Zum Zwecke der Untergrabung der Wehrfähigkeit. Gemäß der Rollenverteilung bei uns, beschäftigte ich mich konkret mit Schädlingsarbeit in der Landwirtschaft.

WYSCHINSKI: Über die Rollenverteilung werden wir jetzt nicht sprechen. Sagen Sie mir folgendes. Diese Aufgaben der Untergrabung der Macht der belorussischen Republik, der Schwächung der Wehrfähigkeit, der Vorbereitung günstigerer Bedingungen für einen Überfall von Seiten der Feinde - wurden diese Aufgaben von Ihrer belorussischen Gruppe selbständig gestellt, oder wurden ihr diese Aufgaben von irgendjemand anderem gestellt?

SCHARANGOWITSCH: Diese Aufgaben wurden gestellt und formuliert nicht nur im Zusammenhang mit der allgemeinen Fragestellung der Schädlingsarbeit, sondern auch im Zusammenhang mit der konkreten Fragestellung durch das Moskauer Zentrum der Rechten, durch Rykow und Bucharin.

WYSCHINSKI: Und wurden sie von noch jemand gestellt?

SCHARANGOWITSCH: Auch von dem polnischen Spionagedienst.

WYSCHINSKI: Sie arbeiteten also gleichzeitig unter der Leitung des Zentrums der Rechten und unter der Leitung des polnischen Spionagedienstes?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Worin kam konkret Ihre verbrecherische Tätigkeit zum Ausdruck?

SCHARANGOWITSCH: Ich beschäftigte mich mit Schädlingsarbeit, hauptsächlich auf landwirtschaftlichem Gebiete. Im Jahre 1932 entfalteten wir, und ich persönlich, auf diesem Gebiete eine große Schädlingstätigkeit. Zuerst in Bezug auf die Unterbindung des Tempos der Kollektivierung.

WYSCHINSKI: Was haben Sie damals für eine Funktion bekleidet?

SCHARANGOWITSCH: Ich war zweiter Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Belorusslands.

WYSCHINSKI: So dass Sie also große Möglichkeiten hatten?

SCHARANGOWITSCH: Natürlich. Ich selbst gab einer Reihe von Funktionären die Anweisungen zur Schädlingsarbeit.

WYSCHINSKI: Ihren Komplicen?

SCHARANGOWITSCH: Ja, den Komplicen. Wir organisierten Austritte aus den Kollektivwirtschaften, darin stifteten wir Verwirrung mit den Saatflächen an. Das Wesen dieser Sache bestand darin, dass wir den einen Rayons solche Saatflächen gaben, die sie nicht bewältigen konnten, und dagegen andern Rayons, die große Saatflächen hatten, verminderte Aufgaben erhielten. Außerdem organisierten wir das Misslingen der Getreidebeschaffungen. 1932 wurde dies auf folgende Weise durchgeführt. Zuerst ergriff unsere national-faschistische Organisation alle Maßnahmen, damit die Getreidebeschaffungen schlecht vor sich gingen. Das heißt, wir führten ihr Misslingen herbei. Später, als ein besonderer Beschluss des Zentralkomitees der KPdSU(B) über den Verlauf der Getreidebeschaffungen in Belorussland gefasst wurde, ergriff unsere Organisation aus Furcht, hochzufliegen und möglicherweise entlarvt zu werden, eilige Maßnahmen, um die Getreidebeschaffungen einigermaßen aufzuholen.
Ich muss auch sagen, dass wir im Jahre 1932 unter den Schweinen die Pest verbreiteten, deren Ergebnis ein massenhaftes Eingehen von Schweinen war, wobei die Impfung der Schweine gegen Pest als Schädlingsarbeit durchgeführt wurde.

WYSCHINSKI: Auf Grund Ihrer persönlichen Anweisungen?

SCHARANGOWITSCH: Ja, auch auf meine persönlichen Anweisungen.

WYSCHINSKI: Mich interessiert Ihre verbrecherische Tätigkeit.

SCHARANGOWITSCH: Ich wiederhole: Es waren meine Anweisungen und auch Anweisungen anderer.

Außerdem führten wir die Organisierung von Sowjetwirtschaften in der Republik auf Kosten der Ländereien der Kollektivbauern und Einzelbauern durch.

WYSCHINSKI: Unter Verletzung der Interessen der Kollektivbauern und Einzelbauern?

SCHARANGOWITSCH: Natürlich, ja.

WYSCHINSKI: Zu welchen Zwecken?

SCHARANGOWITSCH: Zu Schädlingszwecken, zu verbrecherischen Zwecken, zur Erzeugung von Unzufriedenheit.

WYSCHINSKI: Mit provokatorischen Zielen?

SCHARANGOWITSCH: Etwas später betrieben wir Schädlingstätigkeit auf dem Gebiete der Landwirtschaft bei der Zuteilung von Hofland an die Kollektivbauern.
Ich muss besonders bei der Frage der Einzelbauern verweilen, da dies mit den Plänen unserer national-faschistischen Organisation verbunden war. In Belorussland gab es Anfang dieser Periode noch etwa 100000 Einzelbauern. Wir gaben eine solche Richtlinie, dass, wenn der Einzelbauer nicht in die Kollektivwirtschaft geht, er ein Feind der Sowjetmacht sei. Das taten wir zu provokatorischen Zwecken gegenüber den Einzelbauern, die der Kollektivierung Widerstand leisteten; auf Grund unserer provokatorischen Einstellung wandten wir solche Steuermaßnahmen an, die unter den Einzelbauern Unzufriedenheit und aufrührerische Stimmungen hervorriefen.

WYSCHINSKI: Erinnern Sie sich nicht an die Sache von Lepel?

SCHARANGOWITSCH: Ich verbinde ja dies alles mit der Sache von Lepel. Die Sache von Lepel war, wenn man sich so ausdrücken kann, bloß eine Episode in der Kette unserer Wühlarbeit.

WYSCHINSKI: Die Sache von Lepel war also das Ergebnis Ihrer bewusst verbrecherischen provokatorischen Tätigkeit?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Worin fand dies konkret seinen Ausdruck?

SCHARANGOWITSCH: Bei der Sache von Lepel kam die Schädlingsarbeit darin zum Ausdruck, dass dort der Druck auf die Einzelbauern besonders stark war. Dann, nachdem das ZK der KPdSU(B) die entsprechenden Maßnahmen zur Ausbesserung dessen ergriff, was wir angestellt hatten, änderte sich die Lage. Die Stimmung der Einzelbauern, jenes Teiles, der provoziert wurde, verbesserte sich stark. Aber ich wiederhole, dass die Sache von Lepel nur eine Episode war, weil sich ähnliche Tatsachen in schärferer Weise in anderen Rayons äußerten.

WYSCHINSKI: Und all dies geschah auf Ihre unmittelbaren Anweisungen?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.
Weiter will ich über unsere Diversion in der Landwirtschaft auf dem Gebiete der Pferdezucht einiges sagen. 1936 wurde von uns in Belorussland weithin die Anämie verbreitet. Dies wurde von uns deswegen durchgeführt, weil das Pferd in Belorussland eine gewaltige Bedeutung für die Verteidigung besitzt. Wir waren bestrebt, diese starke Basis zu untergraben, für den Fall, dass man ihrer in Verbindung mit einem Kriege bedürfen wird.
Infolge dieser Maßnahme sind, soweit ich mich jetzt erinnern kann, etwa 30000 Pferde eingegangen. Ich muss sagen, dass wir diese Maßnahme in Bezug auf die Pferde nicht nur aus eigener Initiative durchgeführt haben.

WYSCHINSKI: Sondern auf wessen noch?

SCHARANGOWITSCH: Wir hatten eine direkte Richtlinie aus dem Moskauer Zentrum der Rechten. Ferner betrieben wir auf landwirtschaftlichem Gebiete eine Schädlingsarbeit, infolge deren die wirtschaftlichen Kennziffern in den Grenzrayons schlechter waren, als in den Rayons des Hinterlandes. Das ist eigentlich das Wichtigste.

WYSCHINSKI: Und auf dem Gebiete der Industrie?

SCHARANGOWITSCH: Auf dem Gebiete der Industrie wurde die Schädlingstätigkeit an solchen Objekten wie dem Torf betrieben. Der Torf hat als Brennstoffbasis für die Energetik Belorusslands eine sehr große Bedeutung, und deshalb führte die Untergrabung dieser Brennstoffbasis zur Unterwühlung aller Industriezweige.
Zur Energetik: Hier konzentrierte sich die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Station Belgres, die die Industrie von Witebsk, Orscha und Mohilew mit Strom versorgt. Hier wurde das Brennmaterial nicht rechtzeitig herangebracht. Die Bauarbeit wurde gebremst. Ich nehme konkret das Zementwerk in Kritschewsk, das Flachskombinat in Orscha, die Rohrgießerei In Mohilew...

WYSCHINSKI: Und so weiter.

SCHARANGOWITSCH: Ja. Und noch eine ganze Reihe von Schädlingstaten auf dem Gebiete der Industrie. Was die Schädlingstätigkeit anbelangt, muss ich ferner bei der Kulturfront verweilen, da unsere national-faschistische Organisation diesem Abschnitt unter den Verhältnissen einer nationalen Republik besondere Bedeutung beilegt. An diesem Abschnitt war eine bedeutende Anzahl von Teilnehmern unserer national-faschistischen Organisation tätig, und außerdem gab es hier eine genügende Anzahl solcher Leute, die, wenn sie nicht gerade Beteiligte waren, so doch leichter heranzuziehen waren und durch die diese Arbeit leichter durchzuführen war. Diese Schädlingstätigkeit wurde betrieben, um die Nationalitätenpolitik der Partei und der Sowjetmacht zu kompromittieren. Hier verlief die Schädlingstätigkeit sowohl auf der Linie der Schulen als auch auf der Linie der Schriftstellerorganisationen und des Theaters.

WYSCHINSKI: Mit einem Wort, auf allen Linien der Kulturfront, wo man nur irgend schädigen konnte?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Wenn wir also Ihre verbrecherische Schädlingstätigkeit zusammenfassen, so kann man sagen, dass kein einziges Gebiet des sozialistischen Aufbaus außerhalb Ihrer Schädlingstätigkeit blieb.

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: In der Landwirtschaft Kampf gegen die Kollektivierung, Gesetzwidrigkeiten in Bezug auf die Einzelbauern, mit dem provokatorischen Ziele, unter der Bevölkerung Unzufriedenheit hervorzurufen, Stiftung von Verwirrung in der Frage der Saatflächen mit demselben Ziele...

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Vereitelung des Aufbaus der Sowjetwirtschaften durch völlig unrationelle, unwirtschaftliche und gesetzwidrige Maßnahmen sowohl gegen die Sowjetwirtschaften als auch gegen die Einzelbauern?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Verhinderung der Getreidebeschaffungen, aller Art, wiederum durch ungesetzliche Maßnahmen?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Ein ganzes System solcher Maßnahmen. Ferner Ausrottung des Viehbestandes, nicht wahr?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Bewusste Verseuchung des Viehs durch Pest, Maul- und Klauenseuche, Schädigung der Pferdezucht?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Schädigung der Pferdezucht mit dem Ziel, sowohl die Landwirtschaft zu ruinieren als auch die Wehrfähigkeit des Landes zu untergraben?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Schließlich in der Torfindustrie Verhinderung der Entwicklung der Energetik und Energiewirtschaft?

SCHARANGOWITSCH: Richtig. Richtig.

WYSCHINSKI: Wie und wo man nur konnte Schädigung an der gesamten Kulturfront, indem man nationalen Hader säte, chauvinistische Stimmungen entfachte und dadurch die Durchführung der Lenin -Stalinschen Nationalitätenpolitik zu vereiteln suchte.

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Und all dies führten Sie als Leiter der Organisation durch, auf Grund direkter Anweisungen, die Sie vom Zentrum der Rechten als einem Teile des Blocks, und von dem polnischen Spionagedienste erhielten...

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: ... deren Agent Sie seit 1920 waren?

SCHARANGOWITSCH: Seit 1921.

WYSCHINSKI: In dem Material der Untersuchung gibt es Tatsachen, dass schon seit 1920, doch spielt das keine große Rolle. Sie kamen demnach bereits in der Eigenschaft als polnischer Spion in die UdSSR?

SCHARANGOWITSCH: Ja.

WYSCHINSKI: Und polnischer Spion blieben Sie lange Jahre?

SCHARANGOWITSCH: Bis zum Tage der Verhaftung.

WYSCHINSKI: Also 1922, 1923, 1924, 1925, mit einem Wort all die Jahre, 16 bis 17 Jahre?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig. Es gab Unterbrechungen, aber das ändert an der Sache nichts.

WYSCHINSKI: Unterbrechungen, die nicht von Ihnen abhingen, zufällige Unterbrechungen?

SCHARANGOWITSCH: Gewiss. Darf ich fortfahren? Jetzt über den Terror. Wir hatten Anweisung für den Terror.

WYSCHINSKI: Von wem?

SCHARANGOWITSCH: Vom Moskauer Zentrum der Rechten.

WYSCHINSKI: Von wem unmittelbar?

SCHARANGOWITSCH: Von Rykow.

WYSCHINSKI: Unmittelbar oder durch jemanden?

SCHARANGOWITSCH: Ich hatte sie von Goloded, Antipow, Tscherwjakow.

WYSCHINSKI: Sie hatten keine Gelegenheit, sich mit Rykow persönlich zu treffen?

SCHARANGOWITSCH: Nein. Wir, darunter auch ich, nahmen diese terroristische Richtlinie 1932 an.

WYSCHINSKI: Im Allgemeinen gesprochen, haben Sie sich für die Theorie interessiert oder mehr für die Praxis?

SCHARANGOWITSCH: Ich denke, dass für eine solche verbrecherische Tätigkeit, wie ich sie durchführte...

WYSCHINSKI: Und in Ihrer Stellung als Spion des polnischen Spionagedienstes?

SCHARANGOWITSCH: Ja, in meiner Organisation, die ich leitete, war überhaupt keine Theorie notwendig. Was für Theorie, gestatten Sie, ist für solche Halsabschneider notwendig, wie wir? Was ist das auch schon für eine große Theorie, die notwendig ist, um...

WYSCHINSKI: Die Aufträge irgendeines Spionagedienstes zu erfüllen. Ich erinnere Sie deswegen daran, damit Sie nicht auf das Gebiet der Theorie abschweifen, womit Sie begonnen haben. Halten Sie sich mehr an die Praxis.

SCHARANGOWITSCH: Ferner haben wir den Terror als praktische Aufgabe angenommen und durchgeführt. Wir schufen terroristische Gruppen, bereiteten terroristische Akte vor, in erster Linie bereiteten wir im Jahre 1936 einen terroristischen Akt gegen Woroschilow vor, als er zu den Manövern nach Belorussland kam. Damals wurden von uns zwei terroristische Gruppen geschaffen, doch gelang es uns nicht, diesen Terrorakt durchzuführen. Außerdem wurden terroristische Akte auch gegen die anderen Führer der Partei und der Sowjetregierung vorbereitet. Daneben bildeten wir hier in Moskau eine Gruppe, die mit der belorussischen national-faschistischen Organisation in Verbindung stand und für den Fall der Durchführung eines terroristischen Aktes in Moskau bestand.

WYSCHINSKI: Die mit Ihnen verbunden war?

SCHARANGOWITSCH: Unmittelbar?

WYSCHINSKI: Als mit dem Leiter der Organisation?

SCHARANGOWITSCH: Nein.

WYSCHINSKI: Woher wissen Sie also, dass eine solche Gruppe in Moskau bestand?

SCHARANGOWITSCH: Ich erfuhr es von Goloded und Wolkowitsch.

WYSCHINSKI: Nun, waren Sie einer der Leiter dieser Organisation?

SCHARANGOWITSCH: In dieser Periode...

WYSCHINSKI: Diese Gruppe bestand in der Periode, als Sie einer der Leiter der national-faschistischen Gruppe in Belorussland waren?

SCHARANGOWITSCH: Ich gehörte damals nicht unmittelbar zum Zentrum.

WYSCHINSKI: Ob Sie dazu gehörten oder nicht, frage ich Sie nicht. Welche Funktion bekleideten Sie zur Zeit Ihrer Verhaftung?

SCHARANGOWITSCH: Ich war erster Sekretär.

WYSCHINSKI: Sie waren einer der Leiter der faschistischen Gruppe in Belorussland, die einen Teil des sowjetfeindlichen „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ bildete?

SCHARANGOWITSCH: Als dieser terroristische Akt 1936 vorbereitet wurde, war ich nicht dort.

WYSCHINSKI: Und wann waren Sie dort?

SCHARANGOWITSCH: Nach Belorussland kam ich im März 1937.

WYSCHINSKI: 1937 waren Sie also in Belorussland?

SCHARANGOWITSCH: ja.

WYSCHINSKI: Und leiteten die illegale sowjetfeindliche provokatorische Arbeit?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Und diese Gruppe bestand bis zum letzten Moment?

SCHARANGOWITSCH: Ja.

WYSCHINSKI: Und Sie erfuhren davon durch Goloded und Wolkowitsch?

SCHARANGOWITSCH: Ja.

WYSCHINSKI: Als Komplice?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Diese Gruppe handelte infolgedessen mit Ihrem Wissen?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Und da Sie Leiter waren, kann man also sagen, auch unter Ihrer Leitung?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Das sage ich ja gerade. Fahren Sie fort.

SCHARANGOWITSCH: Außer diesen beiden terroristischen Akten, von denen ich gesprochen habe, wurde auf diesem Gebiet eine große Arbeit entfaltet und eine ganze Reihe von terroristischen Gruppen gebildet.

WYSCHINSKI: Fassen wir kurz zusammen, wessen Sie sich in vorliegender Sache schuldig bekennen.

SCHARANGOWITSCH: Erstens, dass ich meine Heimat verraten habe.

WYSCHINSKI: Als alter polnischer Spion.

SCHARANGOWITSCH: Zweitens, dass ich ein Verschwörer bin.

WYSCHINSKI: Ein Verschwörer.

SCHARANGOWITSCH: Drittens, dass ich unmittelbar Schädlingstätigkeit durchgeführt habe.

WYSCHINSKI: Nein, drittens, sind Sie einer der hauptsächlichen Leiter der national-faschistischen Gruppe in Belorussland und einer der aktiven Teilnehmer des antisowjetischen „Blocks der Rechten und Trotzkisten“.

SCHARANGOWITSCH: Richtig. Ferner, dass ich persönlich Schädlingsarbeit durchgeführt habe.

WYSCHINSKI: Diversionen.

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

VORSITZENDER: Organisator von terroristischen Akten gegen die Führer der Partei und Regierung.

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

VORSITZENDER: Und all dies haben Sie verübt mit dem Ziele...?

SCHARANGOWITSCH: Und all dies habe ich verübt mit dem Ziele, die Sowjetmacht zu stürzen, dem Faschismus zum Sieg zu verhelfen und im Falle eines Krieges mit den faschistischen Staaten die Niederlage der Sowjetunion herbeizuführen.

VORSITZENDER: Ausgehend auf die Zerstückelung der UdSSR, auf die Lostrennung Belorusslands, auf seine Verwandlung in...?

SCHARANGOWITSCH: Auf seine Verwandlung in einen kapitalistischen Staat unter dem Joch der polnischen Großgrundbesitzer und Kapitalisten.

VORSITZENDER: Sie bekennen sich dessen in vollem Maße schuldig?

SCHARANGOWITSCH: Ja. Ja, ich bekenne mich dessen schuldig.

VORSITZENDER: Ich habe keine Fragen mehr. Setzen Sie sich.

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