PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VORMITTAGSSITZUNG VOM 5 MÄRZ 1938

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN SELENSKI

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint. Bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Bitte sich zu setzen.
Wir gehen zum Verhör des Angeklagten Selenski über. Angeklagter Selenski, Sie bestätigen die Aussagen, die Sie in der Voruntersuchung gemacht haben?

SELENSKI: Ja, ich bestätige sie und bitte das Gericht, mir die Möglichkeit zu geben, die entlarvenden Momente meiner verräterischen und verbrecherischen Tätigkeit als Mitglied des konterrevolutionären verräterischen „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ darzulegen, welcher sich die Restauration des Kapitalismus im Sowjetlande zum Ziel gesetzt hatte.

VORSITZENDER: Möglichst kurz und konkret.

SELENSKI: Vor allem muss ich das für mich schwerste Verbrechen berühren, nämlich meine Arbeit in der zaristischen Ochrana. Ich war Agent der Samaraer Ochrana von 1911 bis 1913. Die Umstände, unter denen ich angeworben wurde, sind folgende: Im Sommer 1911 wurde bei mir eine Haussuchung vorgenommen, es wurden dabei einige Dokumente gefunden, die mich der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Organisation überführten. Ich wurde nach der Gendarmerieverwaltung gebracht, dort von Oberst Betipash verhört, der mir folgendes erklärte: entweder man werde gegen mich einen Zuchthausprozess anstrengen, oder aber ich muss Informator der Ochrana werden. Mir waren mehrere Fälle bekannt, wo die Samaraer Ochrana derartige Prozesse anzettelte. Ich wurde kleinmütig, und anstatt mich zu weigern, stimmte ich zu, Spitzel zu werden; ich ließ mich überreden und beging Verrat an der Sache der Revolution. In dieser Sache kann ich keinerlei mildernde Umstände anführen. Ich kann mich nicht auf meine Jugend berufen, denn ich war damals 21 Jahre alt; ich kann mich nicht auf Unerfahrenheit berufen, denn ich stand seit 1906 in der revolutionären Bewegung. Ehe ich nach Samara kam, war ich zweimal verhaftet und verbannt gewesen und war somit ein „geriebener“ Mensch. Und umso schwerer ist mein Verbrechen.
Bei der Anwerbung wurde mir der Deckname „Otschkasty“ beigelegt. Ich wurde aufgefordert, über die Tätigkeit der örtlichen sozialdemokratischen bolschewistischen Gruppe, über ihren Kampf gegen die Liquidatoren zu informieren. In der Folge erhielt ich regelmäßig Geld für diese verräterische Tätigkeit: 25, 40, 50 und sogar 100 Rubel. Das dauerte bis zum Februar 1912.
In jener Zeit bestand meine verräterische, verbrecherische Arbeit in folgendem: ich informierte über die Tätigkeit der Bolschewiki im Verein für gegenseitige Hilfe beim Buchdruckerklub und in der Konsumgenossenschaft. Ich gab eine allgemeine Charakteristik über die Tätigkeit der sozialdemokratischen bolschewistischen Gruppe in Samara. Selbstverständlich hatte ich in einer konspirativen Wohnung Zusammenkünfte mit einem Gendarmerieoffizier, dessen Familiennamen ich nicht kannte, man nannte ihn Wassilij Konstantinowitsch. Ich teilte ihm die Namen der leitenden Funktionäre der Organisation von Samara mit. Die Zusicherung, dass man von mir keine Namen verlangen werde, die man mir damals bei den ersten Verhandlungen und Überredungsversuchen gemacht hatte, erwies sich als Fiktion. Zuerst verlangte man eine allgemeine Information und dann verlangte man auch die Namen der aktiven Teilnehmer der revolutionären Sache. Ich verriet mehrere Personen, die daraufhin verhaftet wurden. Außer meiner Tätigkeit als Spitzel beauftragte mich die Gendarmerie auch mit provokatorischer Arbeit: ich erhielt den Auftrag, mich mit den Mitarbeitern der lokalen Zeitungen in Verbindung zu setzen. Es gelang mir jedoch nicht, dies auszuführen, weil zwischen mir und den Sozialdemokraten, die an der einen Zeitung mitarbeiteten, äußerst gespannte und schlechte persönliche Beziehungen bestanden. Der Redakteur der anderen Zeitung war damals der verstorbene Swiderski, welcher faktisch auf dem Boden der Kadettenpartei stand. Ich wurde beauftragt, eine Druckerei zu organisieren. Ich wurde beauftragt, mit Hilfe von Quittungsbüchern die Einsammlung von Mitgliedsbeiträgen zu organisieren, und zwar mit Stempeln, d. h. es wurde mir die Aufgabe gestellt, Tatsachenmaterial vorzubereiten, das bei einer Verhaftung der Organisation als Grundlage für die Anstrengung einer Gerichtsverhandlung auf Grund des Artikels 102 und für die Verurteilung dieser Personen zu Zuchthaus dienen könnte. Im Februar 1912 wurde ich zusammen mit den Personen, die ich verraten hatte, verhaftet: Bujanow, Blagodarowa, Lewin, Wulfsohn, Kutschmenko. Anlässlich der Vorbereitungen zur Januarkonferenz und nach der Januarkonferenz, im Jahre 1912, war Serebrjakow nach Samara gekommen. Ich berichtete auch über diese Ankunft Serebrjakows, der dann zusammen mit uns verhaftet wurde. Ich teilte auch die Adresse mit, die Serebrjakow für Verbindungen mit dem Ausland mitgebracht hatte. Als ich verhaftet und in das Samaraer Gefängnis gebracht. wurde, wandte ich mich an Betipash mit dem Gesuch, mich zu einem Verhör vorzuladen, da ich die Gründe für meine Verhaftung erfahren wollte. Betipash lud mich vor und erklärte über den Grund meiner Verhaftung, dass sie zu dem Zwecke erfolgt sei, mich zu schützen: „Für Sie ist es ja besser, dass wir Sie verhaftet haben.“ Im Gefängnis saß ich 6 Monate und wurde dann nach dem Gebiet Narym verschickt. Vor dem Abtransport erschien bei mir im Gefängnis derselbe Gendarmerieoffizier, mit dem ich Zusammenkünfte in der konspirativen Wohnung gehabt hatte, und verlangte, ich solle aus der Verbannung über die Stimmungen der Verbannten informieren.
Ich muss sagen, dass außer den unmittelbaren Verbindungen mit dem Gendarmerieoffizier die Ochrana mich noch mit einem anderen Agenten in Verbindung brachte, mit dem Provokateur Polonko, der einen Teil der Informationen, die ich gab, weiterleitete, d. h. als Verbindungsmann diente.
Als die Gendarmerieverwaltung mich verpflichtete, aus der Verbannung Informationen zu übermitteln, teilte sie mir eine konspirative Adresse für den Verkehr mit, nämlich die Druckerei von Awerbuch. Später hat auf Grund dieser Aussage, wie mir der Untersuchungsrichter mitteilte, der verhörte Awerbuch meine Mitteilungen voll und ganz bestätigt. Somit war ich bereits als Verräter der Arbeiterbewegung in die Verbannung, nach dem Gebiet Narym, gekommen.
Natürlich wäre es jetzt lächerlich davon zu reden, weder die Zeit noch der Ort ist dazu geeignet, wie qualvoll ich diesen Verrat empfand. Aus Narym sandte ich 2 Briefe, wonach meine Verbindungen mit der Ochrana abrissen. Ich muss die Umstände erklären, unter denen dieser Bruch erfolgte. Es gab zwei Möglichkeiten eines Bruches, wie mir damals schien. Die erste Möglichkeit war die eines ehrlichen Geständnisses, insofern man überhaupt in diesem Falle von Ehrlichkeit reden kann; sie bestand darin, meinen Verrat vor der Parteiorganisation aufzudecken, sich dem Gericht der Parteiorganisation zu stellen und den Beschluss der Parteiorganisation hinzunehmen. Das wäre der einzig richtige und ehrliche Weg bei diesem Verbrechen gewesen.
Diesen Weg schlug ich jedoch nicht ein. Ich brach die Beziehungen folgendermaßen ab: Anfang 1913 erkrankte ich ziemlich schwer, danach trat Tauwetter ein, und ich wurde nach einer kleineren Ortschaft des Gebietes Narym, Barabel, gesandt, wo sich nur eine kleine Anzahl Verbannter befand. Im Frühjahr siedelte ich bereits nach Narym über. Da ich mein Verbrechen vor den Parteiorganisationen und den Parteimitgliedern verheimlichte, genoss ich ihr Vertrauen als Parteimitglied. Ich nahm damals den Vorschlag von Alexander Smirnow an...

WYSCHINSKI: Gehen Sie bereits zum folgenden Teil Ihrer Aussagen über.

SELENSKI: Ich möchte zuerst all das sagen, was sich bezieht...

WYSCHINSKI: Ich glaube, dass man zuerst diese Periode Ihrer Arbeit in der Ochrana abschließen muss.

SELENSKI: Bitte.

WYSCHINSKI: Haben Sie über Ihre Arbeit als Spitzel, als Ochrana-Agent, als Agent der Samaraer Gendarmerieverwaltung bereits alles gesagt, oder wollen Sie noch etwas sagen?

SELENSKI: Mir scheint, alles.

WYSCHINSKI (wendet sich an das Gericht): Dann gestatten Sie mir, einige Fragen zu stellen.

VORSITZENDER: Bitte.

WYSCHINSKI: In welchem Monat wurden Sie angeworben?

SELENSKI: Das war im Sommer, mir scheint, im Juni oder im Juli.

WYSCHINSKI: Im Juni oder Juli welchen Jahres?

SELENSKI: 1911.

WYSCHINSKI: Wissen Sie nicht, ob sich während Ihrer Verhaftung, die 1912 erfolgte, die Gendarmerieverwaltung für Sie interessierte?

SELENSKI: Ich begreife nicht...

WYSCHINSKI: Sie wurden 1912 verhaftet?

SELENSKI: Ja. Ich habe darüber berichtet.

WYSCHINSKI: Ist Ihnen nicht bekannt, oh sich die Gendarmerieverwaltung während Ihrer Verhaftung im Jahre 1912 für Sie persönlich interessiert hat? Hat sie nicht die anderen Ochrana-Abteilungen ach den Gründen der Verhaftung gefragt, was mit Ihnen passiert sei usw.?

SELENSKI: Ich weiß es nicht, wahrscheinlich hat sie angefragt. Das ist mir unbekannt.

WYSCHINSKI: Das ist Ihnen unbekannt?

SELENSKI: Ich glaube, dass, da ich an anderen Orten gerichtlich belangt worden war, sie wahrscheinlich angefragt hat.

WYSCHINSKI: Im August 1911 oder im Frühjahr 1911 - genaue Angaben liegen mir nicht vor - wurde bei Ihnen eine Haussuchung vorgenommen?

SELENSKI: Das war eben jene Haussuchung, nach der ich zur Gendarmerieverwaltung gebracht wurde, wo ich dann auch angeworben wurde.

WYSCHINSKI: Und angeworben wurden?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Bis zu jenem Zeitpunkt standen Sie in keinerlei Verbindung mit der Ochrana?

SELENSKI: Nein.

WYSCHINSKI: Wodurch ist es dann zu erklären, dass am 11. August 1911 eine Anfrage des Chefs der Saratower Gouvernements-Gendarmerieverwaltung bei der Rayonverwaltung erfolgte, in der angegeben wurde, dass „aus von der Agentur erhaltenen Briefen zu ersehen ist, dass der von Ihnen verhaftete Selenski im Frühjahr oder im Sommer dieses Jahres von Ihnen angeblich einer Haussuchung unterworfen wurde. Da eine Mitteilung darüber von Ihnen nicht eingegangen ist, bitte ich mitzuteilen, ob dies der Wahrheit entspricht; was als Anlass zu seiner Haussuchung gedient hat und welches die Ergebnisse derselben sind.“ Somit hat sich der Chef der Saratower Gendarmerieverwaltung am 11. August 1911 für Ihre Angelegenheit speziell interessiert. Wodurch lässt sich das erklären?

SELENSKI: Ich selbst bin aus Saratow gebürtig, wurde in Saratow gerichtlich belangt, hatte zu einigen Saratower Parteiarbeitern Verbindung, stand mit ihnen in Briefwechsel, und es ist sehr leicht möglich, dass dies, insoweit mein Briefwechsel mit diesen Leuten überwacht wurde, die Gendarmen interessieren konnte.

WYSCHINSKI: Also unabhängig davon, dass Sie ein Agent der Ochrana waren?

SELENSKI: Unabhängig davon.

WYSCHINSKI: Vielleicht aber auch im Zusammenhang damit?

SELENSKI: Ich weiß es nicht.

WYSCHINSKI: Wussten Sie nicht, dass am 4. September 1911 der Chef der Orenburger Gouvernements-Gendarmerieverwaltung anfragte: „Bitte mitzuteilen, was in der letzten Zeit mit Selenski vorgefallen sein könnte.“ Dasselbe tut auch der Chef der Samaraer Gouvernements-Gendarmerieverwaltung. Demnach interessieren sich für Sie gleich drei Gendarmerie-Ochrana-Verwaltungen auf einmal: die von Samara, wo Sie im Juli 1911 angeworben worden waren, sodann die Saratower am 11. August 1911 und endlich im September die Orenburger Gendarmerieverwaltung.

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Die Peripherie scheint recht ausgedehnt gewesen zu sein?

SELENSKI: Die Peripherie wo ich arbeitete.

WYSCHINSKI: „Was könnte in der letzten Zeit mit Selenski vorgefallen sein?“ Was bedeutet das?

SELENSKI: Darüber kann ich keine Auskunft geben.

WYSCHINSKI: Sie können nicht? Sie persönlich können dafür keine Erklärung geben? Ich habe eine Erklärung, aber ich möchte sie von Ihnen hören.

SELENSKI: Ich erkläre das folgendermaßen: Ich war in Orenburg tätig, in Orenburg verhaftete man mich und in Orenburg hatte ich ebenfalls Verbindungen und Personen, die mit mir verbunden waren. Ich glaube, dass, insofern man sowohl bei als auch vor meiner Verhaftung in Saratow wie auch in Orenburg Kenntnis von meiner Arbeit hatte, die Gendarmerieverwaltungen dieser Ortschaften wohl eine Nachricht von meiner Verhaftung erhielten und sich natürlich dafür interessierten, ob nicht in der Saratower Gendarmerieverwaltung Material vorläge, das Personen, die in Orenburg und Saratow mit mir in schriftlicher oder in anderen Beziehungen standen, überführen oder aufdecken könne.

WYSCHINSKI: Sehen Sie sich doch mal die Formulierung an: „Bitte mitzuteilen, was in der letzten Zeit mit Selenski vorgefallen sein könnte?“ Das ist doch eine sehr bestimmte Formulierung; es soll heißen, Selenski ist unser Mann, und Sie verhaften ihn! Was ist der Grund? Was ist mit ihm passiert? Nur so kann man das verstehen. Oder kann man das auch anders verstehen?

SELENSKI: Ich kann folgendes sagen...

WYSCHINSKI: Kann man das so verstehen?

SELENSKI: Man kann das so verstehen, man kann es aber auch nicht so verstehen.

WYSCHINSKI: Wo waren Sie im Jahre 1912 in Haft?

SELENSKI: Im Gefängnis von Samara.

WYSCHINSKI: Wandten Sie sich nicht an Seine Hochwohlgeboren, den Herrn Chef...

SELENSKI: Ich reichte ein Gesuch ein, mit der Bitte, mich zum Verhör vorzuladen.

WYSCHINSKI: Zum Verhör?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Und nicht zur Klärung einiger Fragen?

SELENSKI: Ich sagte bereits, dass ich bat, mich vorzuladen...

WYSCHINSKI: Zum Verhör?

SELENSKI: Ja, das stand in dem Gesuch. Ich beabsichtigte, die Gründe meiner Verhaftung zu erfahren.

WYSCHINSKI: Grund für die Verhaftung eines Revolutionärs ist ganz natürlich seine revolutionäre Tätigkeit. Und Sie warteten, man würde Ihnen sagen, wer Sie verraten hat?

SELENSKI: Nein, nicht, wer mich verraten hat.

WYSCHINSKI: Was wollten Sie?

SELENSKI: Ich reichte ein Gesuch ein mit der Bitte, mich zum Verhör zu laden.

WYSCHINSKI: Ich dagegen glaube, dass Sie nicht so geschrieben haben. Gestatten Sie, Ihr Gesuch zu verlesen? Nachher können Sie streiten.

SELENSKI: Bitte um Verzeihung, gestatten Sie mir zu sagen, vielleicht ist es nicht der Mühe wert, Ihre Zeit damit zu vergeuden.

WYSCHINSKI: Gestatten Sie mir, die Zeit zu vergeuden und es vorzulesen:
„Seiner Hochwohlgeboren, dem Herrn Chef der Samaraer Gendarmerieverwaltung. Gesuch.
Ich habe die Ehre, Sie allerergebenst zu bitten, mich in die Verwaltung vorzuladen oder sich in das Gouvernementsgefängnis von Samara begeben zu wollen zwecks Klarlegung von Fragen, die mit meiner Verhaftung im Zusammenhang stehen; ferner mir eine Zusammenkunft mit meinem Bruder Jakow Abramowitsch Selenski zu, gestatten.“
War nicht Ihr Bruder Agent der Gendarmerieverwaltung?

SELENSKI: Nein, nicht dieser, sondern mein anderer Bruder.

WYSCHINSKI: Wie hieß er?

SELENSKI: Alexander.

WYSCHINSKI: Er war ebenfalls Agent der Gendarmerieverwaltung?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Welcher?

SELENSKI: Ebenfalls der von Samara.

WYSCHINSKI: Ebenfalls der von Samara?

SELENSKI: Ebenfalls der von Samara.

WYSCHINSKI: Folglich war das bei Ihnen ein Familiengeschäft?

SELENSKI (schweigt)

WYSCHINSKI: Ist Ihnen nicht bekannt, dass sich 1913 der Polizeimeister für Sie interessierte? Und warum? Seine Anfrage an die Samaraer Gouvernements-Gendarmerieverwaltung lautet: „Da wir es benötigen, bitte ich mich freundlichst in Kenntnis zu setzen, wohin und für welche Frist Isaak Awrumowitsch Selenski verschickt ist.“ Das sind Sie?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Im Juli 1911 wirbt man Sie als Agent der Samaraer Gendarmerieverwaltung, im August fragt die Saratower Gendarmerieverwaltung an und ins September die Orenburger Gendarmerieverwaltung, was mit Ihnen vorgefallen sein könnte. Endlich erkundigt sich im Januar 1913 der Polizeimeister, wohin man Sie verschickt hat und für welche Frist. Folglich suchen alle mit Ihnen Verbindungen und sind um Ihr Geschick besorgt. Ist es so oder nicht? (Selenski schweigt)

SELENSKI: Ich glaube...

WYSCHINSKI: Ich frage, ist das eine Tatsache?

SELENSKI: Das ist Tatsache.

WYSCHINSKI: Sagen Sie, waren Sie mit Polonko bekannt?

SELENSKI: Bekannt war ich nicht, er war Agent, Provokateur.

WYSCHINSKI: Welche Beziehungen hatten Sie zu ihm?

SELENSKI: Er war Agent der Ochrana, und ich wurde aufgefordert, mit der Ochrana durch Polonko Verbindung zu halten.

WYSCHINSKI: Augenblicklich habe ich keine weiteren Fragen, ich bitte jedoch das Gericht, sich auf Grund des Bandes Nr. 51 der vorliegenden Strafsache zu vergewissern; dort befindet sich eine Archiv-Auskunft des zeitweiligen Chefs der Gendarmerieverwaltung Istomin. In dieser Auskunft der Gendarmerieverwaltung heißt es: „Polonko, Alexander Alexandrowitsch, Apothekerlehrling, Eisenbahnangestellter...“

SELENSKI: Ich kenne seinen Stammbaum nicht.

WYSCHINSKI: Es ist nicht Stammbaum, sondern es ist Tatsache, dass „Alexander Alexandrowitsch Polonko Geheimagent der Samaraer Gouvernements-Gendarmerieverwaltung unter dem Decknamen ‚Nowikow’ war“. Sie kannten seinen Decknamen „Nowikow“?

SELENSKI: Nein.

WYSCHINSKI: Und welchen Decknamen hatten Sie?

SELENSKI: „Otschkasty“.

WYSCHINSKI: Warum?

SELENSKI: Offenbar darum, weil ich eine Brille trug.

WYSCHINSKI: Nein, ich glaube nicht deswegen. Und welchen noch?

SELENSKI: „Salaw“.

WYSCHINSKI: Warum?

SELENSKI: Ich weiß es nicht.

WYSCHINSKI: Gemäß der Auskunft derselben Gendarmerieverwaltung erhielt Polonko im Jahre 1910 40 Rubel monatlich. Die Bezahlung erfolgte nach der Lohnliste Nr. 25 für das Jahr 1910: „September-Oktober 60 Rubel, November-Dezember 40 Rubel, … Februar 60 Rubel, März 60 Rubel, im April 100 Rubel“ Und wie stand es bei Ihnen?

SELENSKI: Ebenfalls 25, 40, 50, ebenfalls 100.

WYSCHINSKI: Folglich hielten Sie mit Polonko gleichen Schritt?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Polonko ist somit bei uns dokumentarisch festgestellt. Ist Ihnen Awerbuch bekannt?

SELENSKI: Persönlich bin ich mit ihm nicht bekannt, aber das tat derselbe Familienname, an dessen Adresse ich die Briefe in die Ochrana aus der Verbannung zu senden hatte.

WYSCHINSKI: Aus der Verbannung sandten Sie Briefe auf den Namen Awerbuchs. Wer war Awerbuch?

SELENSKI: Besitzer einer Druckerei.

WYSCHINSKI: Und gleichzeitig Agent der Ochrana?

SELENSKI: Wahrscheinlich wohl.

WYSCHINSKI: Wenn Sie Ihre Briefe auf seinen Namen aus der Verbannung sandten und er dieselben an die Ochrana zu übergeben hatte, so muss er doch wohl ein Agent der Ochrana gewesen sein?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Ich bitte das Gericht, sich zu vergewissern, dass im gleichen Band 51, Blatt 24, das Protokoll des Verhörs des im Dezember 1937 verhafteten Leib Moissejewitsch Awerbuch enthalten ist. Ist das derselbe?

SELENSKI: Ich sagte ja, ich kenne seinen Namen nicht.

WYSCHINSKI: „Ich kenne seinen Namen nicht.“ Aber Awerbuch ist Awerbuch?

SELENSKI: Ich glaube, dass es derselbe ist.

WYSCHINSKI: Und nun sagt Awerbuch aus: „Außerdem benutzten meine Adresse die Gendarmerieverwaltung von Samara und die Agenten der Gendarmerieabteilung, welche sich in der Verbannung befanden. Ich erinnere mich, durch meine Hände gingen die Meldungen eines gewissen Isaak Abramowitsch, der sich in der Verbannung befand.“ Das sind Sie?

SELENSKI: Ich glaube, es ist so.

WYSCHINSKI: „Seine Briefe übermittelte ich der Gendarmerieverwaltung.“ Frage: „Wem persönlich übergaben Sie die Briefe des Isaak Abramowitsch?“ Antwort: „An den Familiennamen der Person erinnere ich mich nicht.“ Frage: „Wie viel Briefe haben Sie übergeben?“ Antwort: „Insgesamt habe ich von 1913 bis 1916 vier bis fünf Briefe an die Gendarmerieverwaltung übergeben.“

SELENSKI: Von 1913 bis 1916 war ich nicht in Narym.

WYSCHINSKI: Das bezieht sich nicht allein auf Sie, es konnten auch Briefe von anderen sein. Und das, was sich auf Sie bezieht, ist Tatsache?

SELENSKI: Tatsache.

WYSCHINSKI: Ferner sagt er aus: „Einen Isaak Abramowitsch mit dem Familiennamen Selenski kenne ich nicht. Mir ist aus den Briefen, die an die Gendarmerieverwaltung übersandt wurden, ein Isaak Abramowitsch bekannt, dessen Familiennamen ich doch nicht kenne, von denn ich Briefe erhielt und an die Gendarmerieverwaltung übergab.“ Er selbst bezog 50 Rubel monatlich, Sie bezogen mehr.
Sie bestätigen dies alles, Angeklagter Selenski?

SELENSKI: Ich bestätige es.

WYSCHINSKI: Sagen Sie bitte, ist es Tatsache, dass der Angeklagte Jagoda im Jahre 1924 Sie aufgesucht hat und Ihnen diese photographischen und daktyloskopischen Belege aus der Gendarmerieverwaltung vorlegte?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI (wendet sich an den Vorsitzenden): Darf ich den Angeklagten Jagoda befragen?

VORSITZENDER: Ja.

WYSCHINSKI: Angeklagter Jagoda, Sie bestätigen diese Tatsachen?

JAGODA: Ja. Das war die Strafsache seines Bruders.

WYSCHINSKI: Das war die Strafsache seines Bruders?

JAGODA: Ja, sein Bruder wurde verhaftet. Selenski war in großer Aufregung. Der Bruder war ein Provokateur und wurde 1924 erschossen.

WYSCHINSKI: Und Sie übergaben dieses Material an Selenski? Warum?

JAGODA: Ich übergab dieses Material nicht. Dsershinski hatte mich aufgefordert, das Aktenmaterial Selenski zu zeigen. Ich sagte Selenski, dass er kommen solle. Damals war er Sekretär des Moskauer Parteikomitees. Er kam nicht, rief mich jedoch telephonisch an, dass ich kommen solle.

WYSCHINSKI: Sie waren bei ihm?

JAGODA: Ich war bei ihm. Ich zeigte ihm das ganze Material. Selenski geriet in sehr große Aufregung und bat mich, es ihm zu lassen.

WYSCHINSKI: Und Sie ließen es?

JAGODA: Nein, ich nahm es wieder mit.

WYSCHINSKI: Wie kam nun aber das Material zu ihm?

JAGODA: Ich erinnere mich dessen nicht.

SELENSKI: Er brachte mir die Akten meines Bruders und meine eigenen Samaraer Akten.

WYSCHINSKI: Eben diese Akten?

WYSCHINSKI: Zwei?

SELENSKI: Zwei oder wie viel es sonst sein mögen.

WYSCHINSKI: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, ganze neun Aufnahmen.

SELENSKI: Sie sind ja alle auf einem Abzug.

WYSCHINSKI: Auf dem einen Abzug befinden sich aber neun Aufnahmen.

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Jetzt können Sie zu Ihrer weiteren Epoche übergehen.

SELENSKI: Aber diese Aufnahmen bestätigen ja nicht... Sie bestätigen, dass ich in einem Verfahren wegen Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Organisation einer Gendarmerieuntersuchung unterzogen wurde.

WYSCHINSKI: Für mich ist es augenblicklich von Interesse, die Aussagen des Angeklagten Jagoda zu fixieren, dass Sie in Aufregung gerieten, sich interessierten und das im Ergebnis dieser Ihrer Interessen und Aufregungen neun Aufnahmen Ihres Bruders, eines Provokateurs, sich in Ihrem Besitz erwiesen.

SELENSKI: Nicht meines Bruders, sondern meine Aufnahmen. Das zweite Exemplar dagegen verblieb in den Akten.

WYSCHINSKI: Und dieses blieb bei Ihnen?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Was waren Sie damals?

SELENSKI: Sekretär des Moskauer Komitees.

WYSCHINSKI: Teilten Sie damals dem Zentralkomitee der Partei diese Tatsache mit?

SELENSKI: Betreffs meines Bruders?

WYSCHINSKI: Nein, über sich selbst.

SELENSKI: Nein, ich teilte nichts mit.

WYSCHINSKI: Folglich haben Sie all dies verhehlt? Erzählen Sie jetzt weiter.

SELENSKI: Ich flüchtete also, unter Ausnutzung des Vertrauens der Parteigenossen zu mir aus der Verbannung nach Zaryzin mit dem Auftrage, dort die Parteiorganisation wieder aufzubauen und dort eine Kampagne anlässlich der Neuwahlen der Krankenkassen durchzuführen. Ich war in Zaryzin zwei bis zweieinhalb Monate tätig, wurde verhaftet und nach Narym zurückgebracht. In Narym habe ich auch weiterhin meine Verbrechen vor der Partei verborgen. Nach Ablauf der Verbannungsfrist fuhr ich fort, mit der Parteiorganisation in Verbindung zu stehen, leistete Parteiarbeit. Ich arbeitete in der Nähe von Moskau, in Bogorodsk im Stromübertragungswerk, dann arbeitete ich in Sormowo und wurde im September 1915 erneut verhaftet und nach Wercholensk, Gouvernement Irkutsk, verbannt, nachdem ich über 8 Monate im Gefängnis gesessen hatte. In Irkutsk habe ich wiederum vor den Verbannten meine Teilnahme, meine frühere provokatorische Tätigkeit verheimlicht. Aus der Irkutsker Verbannung flüchtete ich im Dezember 1916. Und hier erfuhr ich auf der Durchreise aus der Verbannung bei der Begegnung mit meinem Bruder davon, dass er ebenfalls von der Ochrana angeworben ist, und ich forderte ihn auf, anstatt ihn zu entlarven, jegliche Beziehungen zur Parteiorganisation abzubrechen. Ich weiss nicht, ob er das getan hat oder nicht, weil er im Februar 1917 entlarvt, als Provokateur erklärt, verhaftet und vor Gericht gestellt wurde. Das ist sozusagen die erste schmachvolle Epoche aus meinem verbrecherischen Leben. Mit den Rechten trat ich Ende 1928 oder im Jahre 1929 in Verbindung.
Bevor ich über den Charakter meiner Verbindungen mit den Rechten erzähle, möchte ich auf einen von mir ebenfalls begangenen parteifeindlichen und verbrecherischen Schritt eingehen, von dem zwar die Partei Kenntnis hatte, der aber keine genügende Beleuchtung gefunden hat.
Ich meine den Brief, den ich im Sommer 1924 aus Taschkent an Kamenew schrieb. Ich möchte davon erzählen, nicht allein zu dem Zweck, um meine Verbrechen aufzudecken, sondern auch deswegen, weil dies von einem gewissen öffentlichen Interesse ist und einige Fragen klärt, die auf den Stand der Moskauer Organisation zu jener Zeit und die Vorbereitung eines Angriffs gegen die Partei von Seiten Kamenews schon im Sommer 1924 einiges Licht wirft. Mein Brief wurde als Brief eines Menschen betrachtet, der sich durch Enthebung von der Arbeit beleidigt fühlt. In Wirklichkeit verhielt es sich nicht so. Der Brief trägt zweifellos einen fraktionellen Charakter. Der Brief enthält eine parteifeindliche, anti Lenin sche Gegenüberstellung der Linie Lenin s, der Linie Stalins. Der Brief zeugt davon, dass schon damals die Einleitung eines parteifeindlichen Kampfes gegen Stalin geplant war. Das Wesen der Sache besteht in folgendem:
Kamenew züchtete in Moskau in gesteigertem Maße Prestigestimmungen, er strebte danach, dass die Moskauer Organisation sein Herrensitz werde.

WYSCHINSKI: Vielleicht fassen Sie sich kürzer, uns interessiert Kamenew augenblicklich nicht.

SELENSKI: Es kommt auf die Lage, auf die Tendenzen an, die sich einstellen können.

WYSCHINSKI: Für uns sind nicht die Tendenzen von Wichtigkeit, die sich einstellen können, sondern für uns ist die Tatsache wichtig, die Ihre verbrecherische Tätigkeit feststellt. Alles Übrige können Sie in Ihrem letzten Wort sagen, jetzt dagegen findet das Verhör durch das Gericht statt. Folglich seien Sie so gut, Tatsachen mitzuteilen, die sich auf Ihre verbrecherische Tätigkeit als Mitglied des antisowjetischen „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ und der Verschwörung beziehen. Sie dagegen holen sehr weit aus.

SELENSKI: Das eben teile ich mit.

VORSITZENDER: Über diesen Brief bestehen Aussagen von Ihnen, die für die offene Gerichtsverhandlung kein besonderes Interesse bieten, die mit der Sache unmittelbar nichts zu tun haben.

SELENSKI: Sie haben insofern damit zu tun, als sie zeigen, dass IM Sommer 1924 Kamenew einen Vorstoß gegen das ZK der Partei vorbereitete.

WYSCHINSKI: Das ist ebenfalls bekannt.

SELENSKI: Und ich war sein Komplice bei dieser Sache.

WYSCHINSKI: Dann sagen Sie doch offen, dass Sie bereits im Jahre 1924 ein Komplice Kamenews im antisowjetischen Kampf waren.

SELENSKI: Damals gab es noch keinen antisowjetischen Kampf, er wurde erst vorbereitet.

WYSCHINSKI: Aber im Grunde genommen war dies ein Kampf gegen die Partei und gegen den Sowjetstaat?

SELENSKI: Jetzt gehe ich zu meiner Schädlingstätigkeit über. Ich schloss mich Ende 1928 oder Anfang 1929 der Organisation der Rechten aus Gründen an, die in der Anklageschrift angeführt werden, nämlich aus Angst vor einer Entlarvung meiner verbrecherischen Tätigkeit.

WYSCHINSKI: Welcher verbrecherischen Tätigkeit?

SELENSKI: Als Provokateur.

WYSCHINSKI: Dann sagen Sie es auch so.

SELENSKI: Ich schloss mich der Organisation der Rechten nicht nur deswegen an, sondern auch darum, weil die damals beschlossene Linie der Partei, die Offensive gegen das Kulakentum, die endgültige Liquidierung des Kulakentums, der letzten Ausbeuterklasse, mich besonders heftig in das Lager der Konterrevolution trieb. Ich trat mit Smirnow in Verbindung. Das geschah aus dem Grunde, weil ich von früher her mit ihm bekannt war und ihm nahe stand, und weil mir die Verbindung mit ihm bequemer vorkam, da er einen hohen Parteiposten einnahm. Ich wurde von A. P. Smirnow angeworben. Immer, wenn ich aus Taschkent kam, nahm ich an einer Reihe von Versammlungen der Rechten teil, die in den Jahren 1929 und 1930 bei Smirnow stattfanden. An den Versammlungen beteiligten sich viele Personen, deren Namen ich in meinen Aussagen nannte, und die ich hier nennen zu dürfen bitte.

WYSCHINSKI: Das ist belanglos, wer vor 10 Jahren an den Versammlungen teilgenommen hat. Gehörte jemand von den Angeklagten dazu?

SELENSKI: Nein.

WYSCHINSKI: Sie nahmen teil?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Also, vor allem sprechen Sie von sich selbst.

SELENSKI: In den Versammlungen wurde an der Parteilinie scharfe Kritik geübt und eine Linie des Kampfes gegen das ZK der Partei ausgearbeitet. Gelegentlich eines Besuches teilte mir Smirnow mit, dass ein Zentrum der Rechten aus Bucharin, Rykow, Tomski, Uglanow und ihm, Smirnow, bestünde.
Bei der Darstellung der Taktik des Zentrums im Zeitraum 1929-1930 muss ich hervorheben, dass Smirnow bereits damals eine hochgradige Unzufriedenheit äußerte. Er hielt die Linie der Rechten: Bucharins und Tomskis nicht für aktiv und entschieden genug. Er verlangte entschiedenere Aktionen, entschiedenere Handlungen im Kampf für den Wechsel der Leitung. Bereits damals sprach er sich für die Notwendigkeit eines Blocks mit Kamenew und Sinowjew aus.
In den Jahren 1929-1930 gab mir Smirnow eine Reihe von Direktiven über die Hintertreibung der Kollektivierung in Mittelasien. Diese Direktiven bestanden in folgendem: auf jede mögliche Art und Weise müsse man, wie sich Smirnow ausdrückte, eine leistungsfähige Wirtschaft bewahren, wobei er darunter die Kulakenwirtschaften verstand; auf jede mögliche Art und Weise müsse man die Entwicklung der Kollektivierungsbewegung, den Ausbau der Kollektivwirtschaften hemmen und vereiteln. Er wies auf die Notwendigkeit hin, der bürgerlich-nationalistischen Organisation bei ihrem Kampf gegen die Partei Unterstützung zu erweisen. Ich gab diese Direktiven weiter. Bezüglich Mittelasiens bestanden sie konkret darin, dass ich dem ZK der Partei einen Plan für die Kollektivierung vorlegte, der die tatsächlichen Möglichkeiten bedeutend verkleinerte und ein reduziertes Tempo darstellte. Dieser Kollektivierungsplan, der von mir für das erste Planjahrfünft vorgelegt wurde, sah die Möglichkeit einer Kollektivierung von 52 Prozent der Bauernschaft vor. Das ZK lehnte diesen Plan ab und setzte den Prozentsatz der Kollektivierung auf 68 fest.
Anstatt nun mit allen Mitteln einen Kampf für die Verwirklichung dieses Plans durch die Verstärkung der organisatorisch-wirtschaftlichen Arbeit in den Kollektivwirtschaften zu organisieren und Kader heranzubilden, stellte ich nach meiner Ankunft in Taschkent die Losung auf „die in Bezug auf Kollektivierung fortgeschrittenen Rayons der Union einzuholen und zu überholen“. Auf Grund dieser Direktive arbeiteten die lokalen Organisationen einen Plan beschleunigten Tempos der Kollektivierung aus, und traten an die Organisierung von Kollektivwirtschaften heran, wobei sie von administrativen Methoden Gebrauch machten. Diese Methode der Hintertreibung des Kollektivwirtschaftsaufbaus wurde von den national-chauvinistischen Organisationen aufgegriffen, die eine Reihe von Übergriffen organisierten. Als die Unzufriedenheit ein beträchtliches Ausmaß angenommen hatte, und es nicht mehr möglich War, diese bei der Kollektivierung begangenen groben Fehler vor dem ZK zu verbergen, gab ich die Anweisung, man solle, anstatt die Fehler zu korrigieren, es so einrichten, dass die Leute aus den Kollektivwirtschaften austreten, und dass man das nicht verhindern soll. Unter dieser scheinbar legalen Formel öffneten wir Tür und Tor für die Kulakenagitation und die Kulakenaktivität, die auf den Zerfall der Kollektivwirtschaften hinausliefen. Die Zahl der kollektivierten Bauernwirtschaften, die Ende 1930 55 Prozent betrug, war nach dem Austrat aus den Kollektivwirtschaften auf 28 Prozent gesunken, d. h. 15-18 Prozent der Kollektivwirtschaften schieden aus. Außer dieser Schädlingsarbeit auf dem Gebiete der Kollektivierung unterstützte ich die Rechten in den nationalen Republiken, darunter Faisulla Chodshajew in Usbekistan, Atabajew in Turkmenien, Chadshibajew in Tadshikistan usw.
Nach meiner Absetzung in Taschkent und nach der Ankunft in Moskau fuhr ich fort, die Beziehungen zu Smirnow als Vertreter des Zentrums der Rechten aufrechtzuerhalten. Als Smirnow Ende 1931 oder Anfang 1932 vom Misserfolg der Taktik der Rechten zur Vereitelung der Kollektivierung sprach, machte er mich mit der Rjutinschen Plattform bekannt. Die Rjutinsche Plattform ist bekanntlich eine Plattform der Restauration des Kapitalismus. Als Smirnow über diese Plattform sprach, erzählte er mir von der neuen Taktik, die vom Zentrum der Rechten geplant wird und in folgendem besteht: Anwendung von Doppelzünglertum, konspirativer Charakter der Organisation, Übergang zur Taktik der Schädlingsarbeit, der Diversionen, der Unterwühlungsarbeit, der Vorbereitung von Aufstandskadern, Übergang zum Terror...
Als Smirnow von der Notwendigkeit sprach, die Kräfte im Kampf für die Beseitigung der Leitung der Partei und des Landes zu konzentrieren, hielt er es für möglich, alle Mittel zu gestatten, und darunter verstand er den Kampf auch auf dem Wege von Aufständen und mittels Terror. Er brachte damit die Meinung des Zentrums zum Ausdruck, mit der ich mich. ebenfalls solidarisch erklärte.
Nachdem Smirnow als Rechter entlarvt worden war, unterhielt ich Verbindungen mit Antipow, der mir als aktiver Teilnehmer der konterrevolutionären Organisation der Rechten bekannt war. Von ihm erhielt ich Weisungen zur Aktivierung der Schädlingsarbeit ins Genossenschaftswesen und im „Zentrosojus“. Das Ziel der Schädlingsarbeit, das sich die Organisation der Rechten im Handelswesen stellte, bestand in folgendem: Antipow und alle Rechten maßen der Desorganisation der Wirtschaft in denjenigen Zweigen besondere Bedeutung bei, mit denen die Bevölkerung in unmittelbare Berührung kommt: Wohnungswesen, Genossenschaften, Handel, Warenumsatz usw.

VORSITZENDER: Sie sprechen von der Geschichte der Organisation der Rechten. Erzählen Sie lieber von Ihrer eigenen Schädlingsarbeit. Sie treten sonst hier als Zeuge auf, ohne etwas über sich selbst zu sagen.

SELENSKI: Jeder Angeklagte ist gleichzeitig auch Zeuge.

VORSITZENDER: Schön, aber vergessen Sie auch nicht, von Ihrer Schädlingsarbeit zu erzählen.

SELENSKI: Ich lege Zeugnis ab über den Inhalt der Schädlingsarbeit und über diejenigen Ziele, die die Schädlingsarbeit verfolgte. Ich glaube, dass dies von Bedeutung ist.
Die Ziele der Schädlingsarbeit bestanden also darin, bei der Bevölkerung wegen der schlechten Versorgungsarbeit Unzufriedenheit zu erwecken, Unzufriedenheit mit der Tätigkeit der Versorgungs- und Handels-, in diesem Falle der Genossenschaftsorgane, und hierdurch gleichzeitig Erbitterung gegen die Regierung zu erzeugen, und zwar mit offenbar provokatorischem Zweck.
Auf welchem Wege führte ich diese Schädlingsarbeit durch? Ich warb sowohl im „Zentrosojus“ als auch an Ort und Stelle...

VORSITZENDER: Namen brauchen Sie nicht zu nennen.

SELENSKI: Schön. Ich warb mehrere Mitarbeiter an. Der Inhalt der Schädlingsarbeit lief auf folgendes hinaus: die Rechten organisierten Stockungen im Handel mit den notwendigsten Bedarfsartikeln. So wurden z. B. derartige Stockungen im Kursker Gebiet organisiert. Im ersten Quartal 1936 im Handel mit Zucker. Viele Geschäfte hatten im Verlauf von ein oder zwei Wochen keinen Zucker. Ebensolche Stockungen im Interesse der Schädlingsarbeit wurden im Lenin grader Gebiet im Handel mit Machorka organisiert. Ebensolche Stockungen waren im Sommer 1936 im Handel mit Backwaren in einer Reihe ländlicher Ortschaften der Sowjetrepublik Belorussland, die in den Grenzrayons gelegen sind.
Um sich eine gewisse Vorstellung davon zu verschaffen, von welcher Natur diese Stockungen waren, will ich auf folgendes hinweisen: von den 30000 Läden, die von den Handelsgenossenschaftssektionen der Sowjets und den Handelsinspektoren untersucht wurden, hatten im ersten Quartal 1936 3700 Verkaufsstellen kein Salz. Von den 42000 Verkaufsstellen wurde in 2000 kein Zucker verkauft. Im dritten Quartal des Jahres 1936 gab es in 1600 Verkaufsstellen von 36000 keine Machorka, so dass dies keine vereinzelte Erscheinung war, sondern eine ziemlich verbreitete.
Die Rechten bekämpften nicht die Maß-, Gewichts- und Preisbetrügereien an der Bevölkerung, im Gegenteil, sie unterstützten dieses verbrecherische Unternehmen...

VORSITZENDER: Sprechen Sie von sich selbst.

SELENSKI: Gut. Das wurde auf folgende Weise erreicht.

WYSCHINSKI: Sie sprechen über Preisbetrügerei?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Und wie stand es dank Ihrer verbrecherischen Tätigkeit um die Butter?

SELENSKI: Ich will auch dazu übergehen. Das gedenke ich auch zu beleuchten.

WYSCHINSKI: Angesichts des Verlaufs der Untersuchung interessiert es mich, wie es um die Butter stand? Sie sprachen von Salz und vom Zucker und davon, wie Sie durch Ihre Schädlingsarbeit den Verkauf dieser Nahrungsmittel an die Bevölkerung hemmten usw. Wie war es jedoch mit der Butter bestellt?

SELENSKI: Mit Butter handeln wir auf dem Lande nicht.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie nicht danach, womit Sie handeln, vor allem handelten Sie in der Hauptsache mit der Heimat, ich spreche davon, welche Maßnahmen Ihre Organisation ergriffen hat, um den Warenumsatz zu hintertreiben und die Bevölkerung der notwendigsten Bedarfsartikel zu berauben. Ist Ihnen außer über Zucker und Salz etwas über Butter bekannt?

SELENSKI: Ich sagte Ihnen, dass die Genossenschaften auf dem Lande mit Butter nicht handeln.

WYSCHINSKI: Sie sind ja kein Genossenschaftler, sondern Sie sind das Mitglied einer Verschwörerorganisation. Ist Ihnen etwas über Butter bekannt?

SELENSKI: Nein.

WYSCHINSKI: Zum Beispiel der Umstand, dass man billige Buttersorten nicht auf den Markt brachte?

SELENSKI: Das ist eine ganz andere Sache.

WYSCHINSKI: Wieso eine andere?

SELENSKI: Das kann ich Ihnen gleich erklären. Ich will Ihnen erzählen, was Bezug hatte auf...

WYSCHINSKI: Nein. Sie teilen Ihre Tätigkeit in zwei Teile ein: in Ihre Tätigkeit als Genossenschaftler und in Ihre Tätigkeit als Verschwörer, ich dagegen will, dass Sie hier nicht als Genossenschaftler, sondern als Verschwörer reden.

SELENSKI: Richtig, aber eine gewisse Folgerichtigkeit in der Darstellung wird man mir doch gestatten können?

WYSCHINSKI: Sie halten ja keinen Vortrag.

SELENSKI: Aber für die Darstellung meiner verbrecherischen Tätigkeit ist ja eine gewisse Folgerichtigkeit vonnöten.

WYSCHINSKI: Ich halte für folgerichtig eben die Antworten auf diejenigen Fragen, die die gerichtliche Untersuchung an Sie richtet und frage Sie: sind Ihnen die verbrecherischen Manipulationen bei der Versorgung der Bevölkerung mit Butter, speziell mit billigen Buttersorten, bekannt oder nicht? Manipulationen, die auf die Weisung Ihres „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ vorgenommen wurden. Sind sie Ihnen bekannt oder nicht?

SELENSKI: Ja, sie sind mir bekannt.

WYSCHINSKI: Worin bestanden sie?

SELENSKI: Sie bestanden in folgenden: alle Beschaffungsorganisationen bedienten sich bei der Erzeugung von Butter des Weltstandards, der die Sorte der Butter bestimmt.

WYSCHINSKI: Das ist es nicht.

SELENSKI: Das ist es eben.

WYSCHINSKI: Nein.

SELENSKI: Wieso nein? Dies wurde gemacht...

VORSITZENDER: Angeklagter Selenski, streiten Sie nicht, sondern antworten Sie zur Sache.

WYSCHINSKI: Sie wollen mir die Technik der Sache erklären, ich dagegen will das eigentliche Wesen der Sache klären. So sagten Sie in der Voruntersuchung aus, dass die eigentliche Unterwühlung auch in folgendem bestand: die festgesetzte Skala zur Bestimmung der Buttersorten, die aus Milch gewonnen werden, hatte zur Folge, dass nur Butter einer höheren Sorte gewonnen wurde, während billige Butter nicht auf den Markt kam.

SELENSKI: Eben dies wollte ich Ihnen vorhin erklären.

WYSCHINSKI: Ist das Tatsache oder nicht?

SELENSKI: Tatsache.

WYSCHINSKI: Weiter. Dies wirkte sich auf das Budget des, Verbrauchers aus. Ist es so oder nicht?

SELENSKI: Richtig.

WYSCHINSKI: Rief dies bei der Bevölkerung Zufriedenheit oder Unzufriedenheit hervor?

SELENSKI: Unzufriedenheit.

WYSCHINSKI: Sie strebten das an?

SELENSKI: Wir strebten es an.

WYSCHINSKI: Ihre Organisation strebte das an?

SELENSKI: Sie strebte das an.

WYSCHINSKI: Und war die Butter, die auf den Markt gebracht wurde, stets hochwertig, oder gingen Sie auch darauf aus, sie minderwertig zu machen?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI' Kam es vor, dass Mitglieder Ihrer Organisation, die mit der Buttergewinnung zu tun hatten, in die Butter Glas warfen?

SELENSKI: Es kam vor, dass in der Butter Glas gefunden wurde.

WYSCHINSKI: Nicht „gefunden wurde“, sondern es wurde Glas hineingeworfen. Sie verstehen den Unterschied: es wurde Glas hineingeworfen. Kamen solche Fälle vor oder nicht?

SELENSKI: Es kam vor, dass in die Butter Glas hineingeworfen wurde.

WYSCHINSKI: Kam es vor, dass Ihre Komplicen, Ihre Komplicen bei der verbrecherischen Verschwörung gegen die Sowjetmacht und das Sowjetvolk, Nägel in die Butter warfen?

SELENSKI: Es kam vor.

WYSCHINSKI: Zu welchem Zweck? Damit sie „besser schmeckt“?

SELENSKI: Dies ist klar.

WYSCHINSKI: Dies ist eben die Organisierung von Schädlings- und Diversionsarbeit. Dessen bekennen Sie sich schuldig?

SELENSKI: Ich bekenne mich dessen schuldig.

WYSCHINSKI: Und Sie sagen: „Wir befassten uns nicht damit, dies ist nicht Sache der Genossenschaften.“

Sind Sie Mitglied des „Verschwörerblocks der Rechten und Trotzkisten“?

SELENSKI: Jawohl.

WYSCHINSKI: Beteiligten Sie sich an der Schädlings-, Diversions-, Terror- und Spionagearbeit dieses Blocks?

SELENSKI: An der Schädlings- und Diversionsarbeit beteiligte ich mich.

WYSCHINSKI: Die Spionagearbeit verschweigen Sie vorläufig?

SELENSKI (schweigt)

WYSCHINSKI: Tragen Sie die Verantwortung für die gesamte verbrecherische Tätigkeit des Blocks?

SELENSKI: Ich trage sie.

WYSCHINSKI: Darunter auch für die Diversionstätigkeit?

SELENSKI: Ich bin auch dafür verantwortlich.

WYSCHINSKI: Für die Nägel, für das Glas in der Butter, die in den Hals und die Magen unseres Volkes schnitten.

SELENSKI: Ich bin dafür verantwortlich. Darf ich fortfahren?

VORSITZENDER: Bitte.

SELENSKI: Ich blieb bei der Darstellung der Schädlingstätigkeit durch Maß-, Gewichts- und Preisbetrügereien stehen, die dadurch hervorgerufen wurden, dass die örtlichen Großhandelsorganisationen keine Preislisten besaßen.

WYSCHINSKI: Da sprechen Sie schon wieder von den Preisbetrügereien. Und wie steht’s um die Eier?

SELENSKI: Dann belieben Sie den Modus des Verhörs festzusetzen.

VORSITZENDER: Angeklagter Selenski, wenn Sie Ihre Verteidigungsrede oder das letzte Wort halten werden, wird Sie niemand unterbrechen. Jetzt dagegen, wo man an den Angeklagten Fragen richtet, haben Sie die Güte zu antworten.

SELENSKI: Ich beantworte alle Fragen.

VORSITZENDER: Angeklagter Selenski, der Staatsanwalt der Union richtet Fragen an Sie. Sie können antworten oder nicht antworten, Sie können überhaupt nicht sprechen und Ihren Platz einnehmen, aber wenn man Fragen an Sie richtet, so haben Sie die Güte zu antworten.

WYSCHINSKI: Sie reden von den Preisbetrügereien, mich dagegen interessieren die Fragen, die sich mehr auf die Butter beziehen. Ich will über die Eier reden und erst dann über die Preisbetrügereien. Sie ergriffen derartige Maßnahmen sowohl bezüglich der Butter als auch bezüglich der Versorgung der Bevölkerung mit Eiern. Diese Frage interessiert die Bevölkerung ebenfalls. War ein solcher Fall oder waren solche Fälle, wo man Moskau von Zeit zu Zeit ohne Eier lassen wollte. Kamen solche Fälle vor?

SELENSKI: Ja, sie kamen vor.

WYSCHINSKI: War es im Jahre 1936 der Fall, dass Moskau ohne Eier war durch Ihr Verschulden, nicht durch Ihr persönliches Verschulden, sondern durch das Verschulden eines der aktiven Teilnehmer dieses Verschwörerblocks?

SELENSKI: Ein solcher Fall ist vorgekommen.

WYSCHINSKI: Erinnern Sie sich nicht, wann dies besonders krass in Erscheinung trat?

SELENSKI: Augenblicklich kann ich den Monat nicht bezeichnen, aber ich kann folgende Tatsache mitteilen. Im Jahre 1936 kam es dank der Schädlingsarbeit dazu, dass 50 Waggons Eier verdarben.

WYSCHINSKI: 50 Waggons Eier? Wo war das? In Moskau?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Das geschah absichtlich?

SELENSKI: Ich glaube.

WYSCHINSKI: Sie glauben nur? Und wer hat das zugelassen? Ich frage nicht nach dem Namen, sondern in Bezug auf Ihre Organisation?

SELENSKI: Das hat ein Mann zugelassen, den ich zur Leitung dieser Organisation bestellt hatte, es war der Leiter der Eier- und Geflügelabteilung Kulinowski und der Leiter des Moskauer Kontors, der zwar von mir nicht angeworben war, von dem ich aber glaube, dass er Mitglied der Organisation war.

WYSCHINSKI: Aber sie führten die Operation mit Ihrem Wissen durch?

SELENSKI: Nein, ich erfuhr erst später davon.

WYSCHINSKI: Also aus eigener Initiative?

SELENSKI: Offenbar.

WYSCHINSKI: Aber wurde die Direktive erteilt, mit allen möglichen Mitteln zu schädigen?

SELENSKI: Jawohl.

WYSCHINSKI: Und die Leute, die an der Spitze des Eierhandels standen, schädigten auf diesem Gebiet? Geschah dies mit Ihrem Wissen?

SELENSKI: Ja, das geschah mit meinem Wissen.

WYSCHINSKI: Etwa aus eigener Initiative?

SELENSKI: Nein, unter meiner Verantwortung.

WYSCHINSKI: Als eines Mitglieds...

SELENSKI: Einer konterrevolutionären Organisation.

WYSCHINSKI: Und was waren Sie damals?

SELENSKI: Vorsitzender des „Zentrosojus“.

WYSCHINSKI: Folglich war es Ihre Pflicht, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: So also versorgten Sie die Bevölkerung mit Lebensmitteln! Und in die Eier wurden keine Nägel geschüttet?

SELENSKI: Nein.

WYSCHINSKI: Warum? Weil nichts dabei heraus kam? Weil die Schale hinderte?

Jetzt können Sie weiterreden.

SELENSKI: Meines Erachtens sind die Maß-, Gewichts- und Preisbetrügereien keine geringere Schädlingsarbeit.

WYSCHINSKI: Ja, das ist eine ernste Sache.

SELENSKI: Und ich möchte die Mechanik dieser Sache aufdecken.

WYSCHINSKI: Erzählen Sie zuerst, worin die Sache bestand, und dann werden Sie von der Mechanik sprechen.

SELENSKI: Mir scheint, dass die Fragen hinsichtlich des Preis-, Maß- und Gewichtsbetrugs für einen jeden klar sind. Dies ist sehr klar. Die Sache besteht darin, dass, wenn einer in den Laden kommt, um etwas einzukaufen, man ihn hinsichtlich des Preises, des Maßes und des Gewichts betrügt, d. h. man nennt ihm einen Preis, der höher ist als der, zu dem die Ware verkauft wird, oder man gibt ihm ein geringeres Gewicht als ihm zukommt, oder man verabfolgt ihm eine Ware von anderer Qualität.

WYSCHINSKI: Und wozu geschieht dies?

SELENSKI: Zu dem Zweck, unter der Bevölkerung Unzufriedenheit hervorzurufen.

WYSCHINSKI: Das heißt zu Provokationszwecken?

SELENSKI: Selbstverständlich. Die Mechanik dieser Sache besteht darin, dass es in den Großhandelsorganisationen an Preislisten mangelt. Auf diese Weise sind die revidierenden Organisationen und die Konsumenten selbst häufig der Möglichkeit beraubt, die Richtigkeit der angegebenen Preise nachzuprüfen. Die Preise werden von den Handelsorganisationen oder von den Verkäufern des Ladens sehr häufig nach eigenem Ermessen, d. h. ohne Kontrolle festgesetzt. Somit ist es fast unmöglich, die Person, die den Konsumenten beim Preise betrügt, zu packen. Diese Erscheinung nahm einen ernsten Charakter an und gewann eine große Verbreitung Um das Ausmaß dieser Schädlingstätigkeit zu kennzeichnen, will ich nur anführen, dass von den 135000 Verkaufsstellen, die von der Inspektion des Handels- und Genossenschaftsnetzes geprüft wurden, in 13000 Verkaufsstellen Fälle von Preisbetrügereien an den Käufern festgestellt werden konnten. In Wirklichkeit jedoch war ihre Anzahl bedeutend größer.
Eine sehr wichtige Art von Schädlingstätigkeit, ebenfalls zur Hervorrufung von Unzufriedenheit unter der Bevölkerung bestand darin, dass man den Warenumsatz einfrieren ließ, was durch die falsche oder nicht zeitgemäße Versendung von Waren erzielt wurde. So kam es zum Beispiel vor, dass Sommerwaren im Winter versandt wurden und umgekehrt, Winterwaren in den Verkaufsstellen im Sommer eintrafen.

WYSCHINSKI: Das heißt im Sommer bot man der Bevölkerung Filzstiefel an und im Winter leichte Schuhe.

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Dieser Plan ging von Ihnen aus?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: War das Zufall, oder war das ein Plan und ein System?

SELENSKI: Ist es einmal Schädlingsarbeit, so kann also von einem Zufall keine Rede sein.

WYSCHINSKI: Folglich geschah das absichtlich, auf Ihre Weisungen hin?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Zu denselben Provokationszwecken?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Welches Ausmaß gewann diese Schädlingsarbeit?

SELENSKI: Das Gesamtausmaß, das diese ökonomische Schädlingsarbeit angenommen hatte, äußerte sich in folgendem: In der Regel übertraf das Ausmaß dieser oder jener Restbestände im Handelsnetz ein bis anderthalb Prozent, d. h. es machte 100-150 Millionen Rubel aus. In Wirklichkeit jedoch war das Ausmaß des Einfrierenlassens höher, weil in einigen Gebieten: in Westsibirien zum Beispiel, im Gebiet Kursk, Saratow, die Warenrestbeträge noch länger liegen blieben, als im Plan vorgesehen war, um acht bis zehn Tage usw.
Ich muss noch eine Methode der Schädlingstätigkeit in der Zufuhr und dem Einfrierenlassen von Waren anführen. Im vierten Quartal 1936 wurden die Waren für die Getreidebeschaffungsgegenden bestimmt. Die Waren wurden nach allen Rayons der Getreidebeschaffungen versandt, und es zeigte sich, dass die Getreidebeschaffung in Tatarien, Baschkirien und an anderen Orten unbefriedigend verlief. Die Waren aber, die für den Getreidebeschaffungsfonds bestimmt waren, wurden dort 4-6 Monate lang aufgehalten, und erst nach Ablauf dieser Zeit wurde die Frage ihrer Freigabe gestellt. Die Bevölkerung sah in den Verkaufsstellen die Waren und hatte keine Möglichkeit, sich welche anzuschaffen, und das rief seinerseits eine hochgradige Unzufriedenheit unter der Bevölkerung hervor.
Ich muss noch eine sehr wichtige Frage berühren, nämlich die Förderung von Veruntreuungen und Unterschlagungen.

VORSITZENDER: Kürzer bitte.

SELENSKI: Meine Förderung der Veruntreuungen und Unterschlagungen äußerte sich in zwei Formen: ich erteilte den Auftrag, eine Schädlingsinstruktion für die Inventuraufnahme auszuarbeiten. Das Wesen der Schädigung bestand hier darin, dass ich Gruppeneintragungen von Handelsoperationen vorzunehmen gestattete, nach dem so genannten Gruppensystem, was die Möglichkeit einer Kontrolle beeinträchtigte. Außerdem schränkte ich stark die buchhalterische Rechnungsführung ein, während eine recht bedeutende Rechnungslegung, nämlich die operative, beibehalten wurde, was jegliche Möglichkeit einer Rechnungslegung seitens der Personen, die einen Vorschussbetrag erhalten hatten, beeinträchtigte.
Absichtlich hemmte ich die Arbeit der Revisionskommissionen der ländlichen Konsumvereine. Ohne die Tätigkeit der Revisionskommissionen, ohne die Organisierung einer öffentlichen Kontrolle ist es jedoch unmöglich, einen Kampf gegen Veruntreuungen und Unterschlagungen zu führen. Ich ergriff absichtlich keine Maßnahmen, diese Arbeit zu organisieren. ich muss darauf noch hinweisen, dass wir Maßnahmen ergriffen, zum, die Feststellung der Zahl der Mitglieder und die Errechnung der Beitragssumme zu hintertreiben, was die Heranziehung der Mitglieder zur Verwaltung der Geschäfte der Genossenschaft hemmte. Das sind die wichtigsten Arten und Zweige der Arbeit, die vom Schädlingswesen erfasst waren, und dieses Schädlingswesen organisierte ich, und ich trage dafür die volle Verantwortung.
Ich muss folgendes sagen: wir Schädlinge konnten eine so ausgedehnte Tätigkeit nur bei Vorhandensein von Komplicen entfalten. Solche Komplicen waren auf dem Gebiete des Warenumsatzes die Schädlingsorganisationen des Volkskommissariats für Innenhandel und der Staatlichen Planungskommission. Komplicen waren diejenigen Personen, die revidieren und kontrollieren hätten müssen, d. h. Antipow, und er gerade war die Person, von der ich unmittelbar Direktiven für die Schädlingsarbeit erhielt.
Aber ich möchte noch auf zwei Umstände hinweisen. Diese Umstände sind folgende: erstens machten wir uns bei unserer Schädlingsarbeit die Reibungen in den einzelnen Ressorts und die verschiedenen bürokratischen Winkelzüge in den Sowjetorganisationen zunutze: dieser Umstand bot uns die Möglichkeit, die Schädlingsarbeit zu bemänteln, und die Schädlingsarbeit war nur bei Vorhandensein eines solchen Umstandes möglich, wie es das opportunistische, duldsame, spießbürgerliche Verhalten seitens vieler Kommunisten und Parteiloser war, die sich zu allerlei Äußerungen geringfügiger Schädlingsarbeit duldsam verhielten, als zu Mängeln geringfügiger angeblich objektiver Natur. Um das Schädlingswesen auszurotten, wurden Maßnahmen auf der Linie des Volkskommissariats des Innern ergriffen, aber wenn man auch solche Schädlinge, wie wir es sind, auf dem Wege der Verhaftung ausrotten kann, so ist es unmöglich, solche Umstände mit Hilfe der Organe des Volkskommissariats des Innern zu beseitigen. Man muss die Sache so organisieren, dass...

VORSITZENDER: Wir werden ohne Sie auskommen.

SELENSKI: Ich muss noch eine Frage berühren. Die Rechten maßen der Ausnutzung des Genossenschaftsapparats für sowjetfeindliche Zwecke große Bedeutung hei. Ich erhielt den Auftrag und verfolgte das Ziel, diesen Apparat durch fremde, feindliche, antisowjetische Aufstandselemente zu verseuchen. Die Verseuchung des Apparats des „Zentrosojus“ ist daraus zu ersehen. dass im Apparat des „Zentrosojus“ während meiner Leitung etwa 15 Prozent an ehemaligen Menschewiki, Sozialrevolutionären, Anarchisten, Trotzkisten usw. tätig waren. In einigen Gegenden war die Zahl der fremden Elemente aus anderen Parteien, von Koltschak-Offizieren usw. eine bedeutend größere, zum Beispiel im Gau Krassnoiarks, Irkutsk, Westsibirien.
Ich gab Anweisung, dass man diese Leute nicht aus dem Apparat verjage, wobei ich von der Erwägung ausging, dass bei dem weit verzweigten Apparat, den die Genossenschaften auf dem flachen Lande besitzen, diese Leute stets einen Anziehungspunkt für allerlei sowjetfeindliche Elemente bilden und Organisationen von allerlei Aufstandsgruppen und Banden sein können.
Die Rechten gedachten, die Genossenschaften auch bei den bevorstehenden Wahlen zum Obersten Sowjet auszunutzen. Aber hier konnte nichts gemacht werden, weil Verhaftungen einsetzten. Die Rechten gedachten, den ländlichen Apparat für die Aufstellung ihrer Kandidaturen, in erster Linie zu den örtlichen Genossenschaftsorganen, auszunutzen.

WYSCHINSKI: Betrieben Sie während Ihres Aufenthaltes in Mittelasien eine illegale, konterrevolutionäre Arbeit?

SELENSKI: Während meines Aufenthaltes in Mittelasien betrieb ich die Arbeit, von der ich redete. Ich arbeitete an der Hintertreibung der Kollektivierung.

WYSCHINSKI: Sie betrieben dort eine konterrevolutionäre Unterwühlungsarbeit?

SELENSKI: Ich arbeitete an der Hintertreibung der Kollektivierung, was eine konterrevolutionäre Unterwühlungsarbeit ist.

WYSCHINSKI: Sie betrieben also eine konterrevolutionäre Unterwühlungsarbeit. Habe ich Sie richtig verstanden?

SELENSKI: Richtig.

WYSCHINSKI: Sodann kamen Sie nach Moskau? In welchem Jahre?

SELENSKI: Im Jahre 1931.

WYSCHINSKI: Nachher brachen Sie Ihre Beziehungen zu Ihren Komplicen in Mittelasien ab?

SELENSKI: Ich habe in Mittelasien keine Organisation geschaffen.

WYSCHINSKI: Ich spreche nicht von einer Organisation, sondern von Ihren Beziehungen. Sie haben Ihre Beziehungen abgebrochen?

SELENSKI: Jawohl.

WYSCHINSKI: Und in Moskau nahmen Sie nicht zusammen mit Ikramow an illegalen Beratungen teil?

SELENSKI: Ich nahm mit Ikramow an einer illegalen Beratung bei Smirnow teil, die 1929 oder 1930 stattfand.

WYSCHINSKI: Und wer hat Ikramow dorthin eingeladen? Sie erinnern sich dessen nicht?

SELENSKI: Möglicherweise ich.

WYSCHINSKI: Gestatten Sie, den Angeklagten Ikramow zu befragen? Angeklagter Ikramow, Sie erinnern sich dessen nicht, wie Sie in die illegale Beratung von 1929 oder 1930 geraten, sind?

IKRAMOW: Ob eine illegale oder legale, kann ich jetzt nicht sagen, aber bei Smirnow fand eine Beratung statt, zu der mich Selenski einlud. In dieser Beratung waren nur Rechte anwesend.

WYSCHINSKI: Wer hat Sie eingeladen?

IKRAMOW: Ich war zweimal dort, das eine Mal hatte mich Selenski, das andere Mal Antipow eingeladen.

WYSCHINSKI (zu Ikramow): Selenski hatte Sie eingeladen?

IKRAMOW: Ja.

WYSCHINSKI: Er hatte Sie hingeführt?

IKRAMOW: Ja.

WYSCHINSKI: Er hat Sie in Verbindung gebracht?

IKRAMOW: Nein.

WYSCHINSKI: Sondern?

IKRAMOW: Ich weiß nicht, aus welchen Gründen, aber offene antisowjetische Gespräche wurden dort nicht geführt, man sprach in Andeutungen.

WYSCHINSKI: War es nicht so, dass einige von den Teilnehmern dieser Beratung sich schroff gegen die Politik der Sowjetmacht aussprachen?

IKRAMOW: Ich wollte davon in den Aussagen sprechen.

WYSCHINSKI: Wurden solche Äußerungen gemacht?

IKRAMOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie wurden also gemacht, und warum sagen Sie dann, dass keine gemacht wurden?

IKRAMOW: Es waren Andeutungen.

WYSCHINSKI: Aber recht klare Andeutungen. Wurde nicht dort in dieser Versammlung zum Beispiel eine direkte Verleumdung gegen Kirow ausgesprochen?

IKRAMOW: Jawohl.

WYSCHINSKI: War dies eine Andeutung oder eine Verleumdung?

IKRAMOW: Eine offene Verleumdung.

WYSCHINSKI: War das eine antisowjetische Verleumdung?

IKRAMOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und Selenski beteiligte sich daran?

IKRAMOW: Ja.

WYSCHINSKI: Stimmt das, Angeklagter Selenski?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Sie haben nichts über Ihre antisowjetischen Verbindungen mit dem Auslande gesagt. Erzählen Sie kurz, wie Sie einige persönliche Verbindungen im Ausland zu sowjetfeindlichen Zwecken auszunutzen versuchten.

SELENSKI: Ich benutzte das Auslandsbüro des „Zentrosojus“ zu den Zwecken der Versendung tendenziöser und falscher Informationen über den Zustand der Genossenschaften, über ihr Verhalten zur Sowjetregierung. Indem ich den selbständigen Charakter der Genossenschaften betonte und ihre wirtschaftspolitische Bedeutung übertrieb, suchte ich davon zu reden...

WYSCHINSKI; Sagen Sie offen heraus, haben Sie Ihre Stellung als Vorsitzender des „Zentrosojus“, also in einem Apparat, in dem sich ein Auslandsbüro befand, für antisowjetische konterrevolutionäre Tätigkeit im Ausland ausgenutzt?

SELENSKI: Ich glaube, dass die Versendung tendenziöser...

WYSCHINSKI: Tendenziöser, provokatorischer Angaben mit sowjetfeindlicher Schattierung. Das ist sowjetfeindliche Arbeit.

SELENSKI: Alle Bulletins wurden einer sorgfältigen Zensur unterzogen.

VORSITZENDER: Von amtlichen Beziehungen wird hier nicht gesprochen.

SELENSKI: Andere gab es nicht.

WYSCHINSKI: Gab es dabei ein tendenziöses Moment?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI: Es passierte die Zensur und blieb dennoch bestehen?

SELENSKI: Ja.

WYSCHINSKI. Sie verstanden die legalen Möglichkeiten zu illegalen Zwecken auszunutzen?

SELENSKI (schweigt)

VORSITZENDER: Sie versuchten sich mit englischen Kreisen über die Erweisung eventueller Hilfe für den Fall eines Aufstands gegen die Sowjetmacht zu verständigen?

SELENSKI: Ich habe diesbezügliche Aussagen vor dem Staatsanwalt gemacht.

VORSITZENDER: In Ihren Aussagen ist folgender Satz enthalten: „...mich mit diesen Leitern über die Erweisung eventueller Hilfe für den Fall eines Aufstands gegen die Sowjetmacht zu verständigen.“ Bestätigen Sie das oder nicht?

SELENSKI: Ich bestätige es.

VORSITZENDER: Wie versuchten Sie das auszunutzen?

SELENSKI: Bei der Zusammenkunft mit einem gewissen Alexander...

VORSITZENDER: Wer ist dieser Alexander?

SELENSKI: Der leader der englischen Genossenschaftspartei, die der Labour-Party angehört. Bei seiner Durchreise stellte ich die Frage, wie sich die englischen Genossenschaftler verhalten würden, wenn im Sowjetland die Rechten die Macht ergriffen, welche Hilfe sie der Regierung der Rechten erweisen könnten.

VORSITZENDER: Hat Alexander diese Hilfe versprochen oder enthielt er sich einer Antwort?

SELENSKI: Alexander erklärte, er würde den Regierungsantritt der Rechten begrüßen. Was die Hilfe anbetrifft, so erklärte er, dass die englischen Genossenschaftler jedenfalls die Zuweisung solcher Kredite und die Erweisung einer solchen Hilfe garantieren könnten, wie sie der Sowjetregierung zur Zeit des Embargo zur Verfügung gestellt wurden.

VORSITZENDER: Haben Sie keine Fragen mehr, Genosse Staatsanwalt?

WYSCHINSKI: Nein.

VORSITZENDER: Die Verhandlung wird bis 6 Uhr abends unterbrochen.

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Batner

Zurück zum Inhaltsverzeichnis