PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VORMITTAGSSITZUNG VOM 7. MÄRZ 1938

FORTSETZUNG DES VERHÖR DES ANGEKLAGTEN BUCHARIN

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint, bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Bitte sich zu setzen.

Angeklagter Bucharin, setzen Sie Ihre Aussagen über Ihre sowjetfeindliche Tätigkeit fort.

BUCHARIN: Jawohl. Vorgestern hatte ich damit abgeschlossen, dass sich Ende 1932 der Block der Rechten, Trotzkisten und Sinowjewleute ungefähr auf Grundlage der Rjutinschen Plattform bildete. Unter den Teilnehmern der konterrevolutionären Organisation der Rechten begannen zu dieser Zeit bereits terroristische Stimmungen zu entstehen. Man konnte sie im Kreis meiner so genannten Schüler feststellen, in der Gruppe Matwejews, die sich um Uglanow gruppierte, unter den Anhängern Rykows und unter einigen Gewerkschaftlern, was seinerzeit in der Presse aufgedeckt wurde. In diese Zeit fällt die Schaffung einer Gruppe von Verschwörern in der Roten Armee. Ich hörte darüber von Tomski, der unmittelbar von Jenukidse informiert worden war, mit dem er in persönlicher Verbindung stand und mit dem er bequemer verkehren konnte, weil sie im Kreml auf dem gleichen Korridor wohnten.
Beide, sowohl Tomski als auch Jenukidse, wie ich hörte... richtiger gesagt - „hörte“ ist nicht ein besonders passendes Wort -, eher wurde ich von Tomski und Jenukidse darüber informiert, die mir sagten, dass in der Spitze der Roten Armee in dieser Zeit die Vereinigung der Rechten, der Sinowjewleute und der Trotzkisten stattgefunden hat. Hierbei wurden mir Namen genannt, ich bürge nicht dafür, dass ich mich an alle genau erinnere, aber die Namen, deren ich mich entsinne - sind Tuchatschewski, Kork, Primakow und Putna.
Die Verbindung mit dem Zentrum der Rechten verlief somit auf folgender Linie: Militärgruppe, Jenukidse, Tomski und die übrigen. Ungefähr zur gleichen Zeit, das heißt gegen Ende 1932 oder Anfang 1933, bildete sich das so genannte Kontaktzentrum, zu dem Vertreter verschiedener antiparteilicher, konterrevolutionärer Strömungen gehörten, darunter auch die Rechten.
Ich kehre zum Bericht oder zu den Aussagen hinsichtlich der verbrecherischen Aktivität des konterrevolutionären Blocks der Rechten zurück und will vor allem bei der Idee des Staatsstreiches verweilen, da diese eine der zentralen verbrecherischen Ideen ist und bei seiner praktischen Vorbereitung, da diese Idee und die entsprechende praktische Vorbereitung in Abhängigkeit von den verschiedenen Perioden und der allgemeinen politischen Konjunktur in verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung geraten war.
Die Entstehung der Idee des Staatsstreiches bei uns, bei den rechten Verschwörern, fällt etwa in die Jahre 1929-1930, wobei damals, in seinem Embryonalzustand, dieser Staatsstreich so gedacht war - richtiger über ihn gesprochen wurde - als über einen Staatsstreich auf verhältnismäßig sehr schmaler Basis. Ich würde sagen, dass dies die Idee eines engen Staatsstreiches, oder richtiger, einer „Palastrevolution“ war, die zum ersten Male von Tomski (ich fürchte wieder, das zu sagen, damit nicht der Eindruck entsteht, als ob ich hier die Verantwortung von mir abwälzen wollte) geäußert wurde, und zwar im Zusammenhang mit dem Umstand, dass in den Händen von Jenukidse, der mit Tomski persönliche Verbindung hatte und oft zusammenkam, damals die Bewachung des Kremls konzentriert war. Hinzu kam, dass man zu gleicher Zeit über die Ausnutzung der dienstlichen Stellung Rykows sprechen konnte, der Vorsitzender des Rats der Volkskommissare war und im Zusammenhang damit eine ganze Reihe legaler Möglichkeiten und Deckungen hatte, die jegliche konspirativen, verbrecherischen Handlungen erleichterten und die gewisse Bedingungen schufen, unter denen die „Palastrevolution“ gedacht war. Das war etwa 1929-1930, jedoch schritten wir damals nicht zur Durchführung der „Palastrevolution“ und taten das eigentlich nicht aus zwei Gründen: eine Ursache war die umfassendere...

WYSCHINSKI: Warum Sie nicht schritten - das ist nicht so interessant als das, warum Sie schritten; warum Sie nicht dazu schritten, warum es nicht geschah, das interessiert uns nicht.

BUCHARIN: Gut, ich werde mich dabei nicht aufhalten, wenn es nicht von Interesse ist.

WYSCHINSKI: Sie sind schon bis zum Jahre 1933 gekommen.

BUCHARIN: Ich wollte deswegen an diese Frage erinnern, weil das Zusammenhang hat mit der praktischen Vorbereitung...

WYSCHINSKI: Nun so sprechen Sie auch von der praktischen Vorbereitung. Sie aber fangen an davon zu sprechen, warum das eine oder das andere nicht geschehen ist. Das Gericht interessiert, was und warum es geschah.

BUCHARIN: Ja, aber jede Verneinung enthält eine Bejahung. Bürger Staatsanwalt. Schon Spinoza sagte, dass auf dem Gebiet der Determination...

WYSCHINSKI: Sagen Sie konkret: wie haben Sie die Machtergreifung vorbereitet, mit wessen Hilfe, mit welchen Mitteln, um welcher Aufgaben und Ziele willen?

BUCHARIN: Da wir nicht zur „Palastrevolution“ schritten aus Gründen, von denen hier zu hören nicht interessant ist, gingen wir zur Orientierung auf Kulakenaufstände über...

WYSCHINSKI: Was bedeutet der Ausdruck „Palastrevolution“? Handelt es sich um eine direkte Machtergreifung, um die Machtergreifung mit den Kräften Ihres Blocks? Verstehe ich du richtig?

BUCHARIN: Ganz richtig, politisch mit den Kräften des Blocks. Aber warum sage ich „Palastrevolution“? Das heißt, mit Kräften, die organisatorisch im Kreml konzentriert waren.

WYSCHINSKI: Mit solchen Kräften, die Ihnen zur Verfügung ständen, aber entschieden nicht unbedingt mit den Kräften, die im Kreml waren?

BUCHARIN: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Ist es dann nicht besser, nicht von einer „Palastrevolution“ zu sprechen, sondern vom Versuch der Machtergreifung durch bewaffneten Aufstand?

BUCHARIN: Nein, bewaffneter Aufstand zu sagen, ist nicht ganz richtig.

WYSCHINSKI: Wie denn? Wollten Sie die Macht mit der Waffe in der Hand ergreifen?

BUCHARIN: Bewaffneter Aufstand ist eine Sache der Massen, aber hier handelt es sich um einen engeren...

WYSCHINSKI: Was für Massen, Sie hatten keinerlei Massen.

BUCHARIN: Folglich ist dies kein Aufstand.

WYSCHINSKI: Aufstand mit Hilfe einer Gruppe.

BUCHARIN: Wenn es Ihnen beliebt, den Aufstand einer Gruppe als Aufstand zu definieren, so ist das richtig.

WYSCHINSKI: In jedem Fall ist das richtiger als von einer „Palastrevolution“ zu sprechen, die sich angeblich in irgendeinem Palast abspielt.

BUCHARIN: Als ich von „Palastrevolution“ sprach, hatte ich im Auge...

WYSCHINSKI: Eine Gruppe von Verschwörern?

BUCHARIN: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Ich denke, dass man auch besser so sagt. Sagen Sie, wie bereiteten Sie die Verschwörergruppe zur Machtergreifung vor?

BUCHARIN: Das bezieht sich schon auf die nächste Periode. Sie gestatten vielleicht, in chronologischer Reihenfolge zu erzählen, wie mein Material geordnet ist: zuerst über die „Palastrevolution“, danach über den Übergang zum Aufstand, vom Aufstand zum eigentlichen Staatsstreich.

WYSCHINSKI: Sagen Sie, welches war die Hauptaufgabe der Verschwörergruppe auf diesem Gebiet?

BUCHARIN: Sogar in dieser Periode war die Hauptaufgabe der Sturz der Sowjetregierung auf gewaltsamem Wege.

WYSCHINSKI: Nun, und so sagen Sie, wie Sie sich vorbereiteten, die Sowjetregierung auf gewaltsamem Wege zu stürzen.

BUCHARIN: In dieser Periode erörterten wir bereits die Frage des Sturzes der Sowjetregierung auf gewaltsamem Wege mit Hilfe einer Gruppe von Militärs, die Teilnehmer an der Verschwörung waren.

WYSCHINSKI: Einer Gruppe?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Einer Gruppe von Teilnehmern an Ihrer Verschwörung?

BUCHARIN: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: In der Person Tuchatschewskis, Primakows und einiger anderer?

BUCHARIN: Dabei war noch die Gruppe Jenukidses.

WYSCHINSKI: Über die Gruppe Jenukidses haben wir schon gesprochen.

BUCHARIN: Ganz richtig. Gegen 1931-1932 wurde im Zusammenhang mit der Veränderung der politischen Konjunktur der Nachdruck auf die Entwicklung der Aufstandsbewegung und der konterrevolutionären Organisation der Rechten verlegt. Mit dem Zentrum der Rechten an der Spitze wurden einige Kulakenaufstände provoziert, über die, Bürger Staatsanwalt, zum Teil schon gesprochen wurde, als Sie mich im Zusammenhang mit Jakowenko, Slepkow u. a. verhörten.

WYSCHINSKI: Auf Ihre unmittelbaren Anweisungen hin und unter Ihrer Leitung?

BUCHARIN: Ganz richtig. Ich kann hier über noch eine Tatsache sprechen, die nicht erwähnt wurde. Damals sprach ich über mich selbst. Ich schickte Slepkow zur Vorbereitung des Kulakenaufstandes an den Kuban, Rykow schickte Eismont, der mit dem Rechten Piwowarow und dem Trotzkisten Beloborodow in Verbindung trat, in den Kaukasus, worüber in der gerichtlichen Untersuchung gesprochen wurde. Außerdem kann ich mitteilen, dass mir P. Petrowski und Saizew über Kulakensabotage als ein gewisses vorbereitendes Stadium für schärfere Kampfformen Mitteilung machten.

WYSCHINSKI: Sie erwähnten hier Eismont, ich bitte Sie aber, über Ihre Verbindung mit weißgardistischen Kreisen und deutschen Faschisten auszusagen.

BUCHARIN: Ich verstehe nicht, worauf Sie hinauswollen.

WYSCHINSKI: Ich wiederhole, erzählen Sie von Ihren Verbindungen, von den Verbindungen Ihrer Verschwörergruppe mit weißgardistischen Kreisen im Ausland und mit deutschen Faschisten. Ist die Frage klar?

BUCHARIN: Davon ist mir nichts bekannt. Jedenfalls erinnere ich mich nicht.

WYSCHINSKI (zum Gericht): Gestatten Sie, Rykow zu befragen. Haben Sie meine Frage gehört? Was können Sie dazu sagen?

RYKOW: Mir war durch Piwowarow bekannt, dass die Kosakenvereinigung, die auf Anweisung, auf den Rat Slepkows hin organisiert wurde...

WYSCHINSKI: Eine weißgardistische Kosakenvereinigung?

RYKOW: Ja... er hatte durch die Reemigranten, die den Kadern dieser konterrevolutionären Organisation angehörten, Verbindung mit den Überresten der Kosakenemigration im Ausland, und bei dieser Verbindung leisteten die deutschen Faschisten Hilfe.

WYSCHINSKI: Also hatte die Verschwörergruppe im Nordkaukasus Verbindung mit der weißgardistischen Kosakenvereinigung im Ausland und mit den deutschen Faschisten, worüber Sie aus dem Munde Piwowarows erfahren hatten?

RYKOW: Ja, so ist es.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, wussten Sie davon, kannten Sie Piwowarow?

BUCHARIN: Ich kannte Piwowarow nicht.

WYSCHINSKI: Was war Piwowarow im Nordkaukasus?

BUCHARIN: Er stand an der Spitze der Sowjetmacht im Nordkaukasus.

WYSCHINSKI: Sie wussten also, dass Piwowarow Vorsitzender des Gau-Exekutivkomitees im Nordkaukasus war?

BUCHARIN: Ich wusste, dass er Vorsitzender des Gau-Exekutivkomitees ist, aber ich kannte Piwowarow nicht persönlich.

WYSCHINSKI: Rykow wusste, dass Piwowarow im Nordkaukasus an der Spitze der örtlichen Organisation der Verräter, der Konterrevolutionäre steht, und dass er mit weißgardistischen Kosakenkreisen im Auslande Verbindung hat, und Sie, Bucharin, wussten das nicht?

BUCHARIN: Ich bestreite nicht die Möglichkeit einer solchen Tatsache, aber ich wusste das nicht.

WYSCHINSKI: War das Tatsache oder nicht, dass Piwowarow mit weißgardistischen Kosakenkreisen im Ausland Verbindung hatte?

BUCHARIN: Ich kann das nicht bestreiten, ich kann vermutungsweise sagen, dass dies so gewesen sein konnte, da wir eine Orientierung auf Ausnutzung jeglicher Kräfte hatten.

WYSCHINSKI: Darunter auch weißgardistischer?

BUCHARIN: Das war nicht ausgeschlossen.

WYSCHINSKI: Für Sie war das klar?

BUCHARIN: Dass dies sein konnte, bestreite ich nicht, aber ich kann mich nicht mit genügender Genauigkeit daran erinnern, ich habe nichts in meinem Bewusstsein, was mich an Verbindungen mit der weißgardistischen Kosakenvereinigung im Ausland erinnern könnte.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, lag eine solche Tatsache vor, von der Rykow spricht, dem das als einem der Führer Ihrer Organisation bekannt war?

BUCHARIN: In meinem Bewusstsein gibt es keine solche Tatsache. Aber die Möglichkeit einer solchen Tatsache kann ich nicht leugnen. Mehr noch, es ist sehr wahrscheinlich, dass eine solche Verbindung bestand.

WYSCHINSKI: Sie wollen die Sache so darstellen, dass Sie zu diesem Verbrechen keine praktische Beziehung hatten?

BUCHARIN: Wie denn - nicht hatte, wo ich Jakowenko zur Organisierung bewaffneter Kulakenaufstände nach Sibirien schickte, Slepkow zum gleichen Zweck in den Nordkaukasus sandte.

WYSCHINSKI: Angeklagter Rykow, war Bucharin diese Tatsache bekannt oder nicht?

RYKOW: Die Initiative zur Organisierung dieser Vereinigung gehörte nach Piwowarows Worten Slepkow, den Bucharin in den Nordkaukasus geschickt hat und dem Bucharin, wie ich annehme, bestimmte Anweisungen und Direktiven gab.

WYSCHINSKI: Demzufolge wurde also Slepkow auf Initiative Bucharins nach dem Nordkaukasus geschickt. Angeklagter Bucharin, bestätigen Sie das?

BUCHARIN: Ich schickte Slepkow als einen dafür qualifizierten Menschen zur Organisierung der Aufstandsbewegung. Aber Slepkow konnte an Ort und Stelle gewisse Schritte ohne mich unternehmen, nachdem er sich orientiert und festgestellt hatte, welche Organisationen es dort gibt.

WYSCHINSKI: Tragen Sie als einer der Leiter der Organisation die Verantwortung für diese verbrecherischen Handlungen?

BUCHARIN: Selbstverständlich trage ich die Verantwortung.

WYSCHINSKI: Für die Verbindung Ihrer Organisation mit weißgardistischen Kosakenkreisen und deutschen Faschisten?

BUCHARIN: Selbstverständlich trage ich die Verantwortung.

WYSCHINSKI: Hat diese Tatsache bestanden?

BUCHARIN: Wenn andere sagen, dass die Tatsache bestand, dann war es so.

RYKOW: Ich behaupte kategorisch, dass es diesen Auftrag gab, dass Slepkow nach dem Nordkaukasus geschickt wurde, weil er eine große Rolle spielte und imstande war, eine konterrevolutionäre Organisation zu bilden. Ich weiß nicht, ob er darüber mit Bucharin gesprochen hat, aber die Initiative hatte dort, nach den Worten Piwowarows, Slepkow.

WYSCHINSKI: Folglich ging diese Verbindung von der Linie Bucharins aus?

RYKOW: Die Idee ging von Bucharins Linie aus.

WYSCHINSKI: Die Idee und ihre praktische Verwirklichung.

RYKOW: Slepkow hat das gemacht.

BUCHARIN: Ich leugne nicht, dass ich Slepkow schickte. Ich schickte ihn, damit er mit weißgardistischen Kosakenkreisen Verbindung aufnehme.

WYSCHINSKI: Lag das im Plan Ihrer Leitung?

BUCHARIN: Konkret habe ich es nicht gesagt.

WYSCHINSKI: Sie behaupten, dass Sie über die Verbindung mit den deutschen Faschisten und mit weißgardistischen Kosakenkreisen nichts gewusst haben?

BUCHARIN: Ich habe nichts gewusst.

WYSCHINSKI: Rykow wusste davon, Slepkow wusste es und Sie wussten es nicht?

BUCHARIN: Sie waren dort an Ort und Stelle.

WYSCHINSKI: Haben Sie Slepkow geschickt?

BUCHARIN: Ja, ich habe ihn geschickt.

WYSCHINSKI: Hatten Sie mit Slepkow Verbindung, als er an; Ort und Stelle war?

BUCHARIN: Nein.

WYSCHINSKI: Haben Sie mit ihm darüber gesprochen, was er an Ort und Stelle gemacht hat?

BUCHARIN: Später?

WYSCHINSKI: Ja, später.

BUCHARIN: Ein ausführliches Gespräch hat nicht stattgefunden.

WYSCHINSKI: Aber Sie trafen sich mit ihm?

BUCHARIN: Einmal habe ich mich mit ihm getroffen.

WYSCHINSKI: Einmal trafen Sie sich, das genügt, um zu erfahren, ob er Ihren Auftrag ausgeführt hat oder nicht.

BUCHARIN: Nein. Darüber haben wir nicht gesprochen.

WYSCHINSKI: Erzählen Sie, worüber haben Sie mit ihm gesprochen?

BUCHARIN: Wir haben wenig gesprochen.

WYSCHINSKI: Sie schickten Slepkow zur Organisierung eines Kulakenaufstands. Slepkow organisierte diesen Aufstand, arbeitete in dieser Richtung.

BUCHARIN: Er gab mir keine ausführliche Antwort.

WYSCHINSKI: Ich frage, war es so oder nicht?

BUCHARIN: Ich habe ihn geschickt.

WYSCHINSKI: Hat er Ihren Auftrag ausgeführt?

BUCHARIN: Den Auftrag hat er offenbar ausgeführt.

WYSCHINSKI: Offenbar?

BUCHARIN: Offenbar.

WYSCHINSKI: Hat er Ihnen davon etwas gesagt?

BUCHARIN: Ich sage, dass ich mich mit ihm einmal getroffen habe.

WYSCHINSKI: Hat Ihnen Slepkow gesagt, wie er Ihren Auftrag ausgeführt hat?

BUCHARIN: Ich erinnere mich nicht, dass er viel gesprochen hätte.

WYSCHINSKI: Aber warum sagen Sie, dass er nicht über Einzelheiten gesprochen hat?

BUCHARIN: Er sprach im Allgemeinen.

WYSCHINSKI: Im Allgemeinen sprach er?

BUCHARIN: Im Allgemeinen sprach er.

WYSCHINSKI: Wenn er im Allgemeinen sprach, hat er also gesprochen?

BUCHARIN: Wenn er im Allgemeinen sprach, hat er also gesprochen.

WYSCHINSKI: Aber Sie sagten eben erst, dass er nichts gesagt habe.

BUCHARIN: Er hat nichts Einzelnes gesagt.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, Angeklagter Bucharin, haben Sie Slepkow zur Organisierung weißgardistischer Kulakenaufstände geschickt?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Hat er Ihnen mitgeteilt, wie er Ihren Auftrag ausgeführt hat?

BUCHARIN: Er hat nichts davon gesagt, wie er ihn ausgeführt hat.

WYSCHINSKI: Und wie hat er ihn ausgeführt?

BUCHARIN: Er sagte, dass dort Unruhen waren.

WYSCHINSKI: Nicht Aufstand, sondern Unruhen?

BUCHARIN: Das Gespräch ging schnell auf ein anderes Thema über - auf die Vorbereitung einer Konferenz im Jahre 1932.

WYSCHINSKI: Bei Ihnen gingen natürlich die Gespräche sehr schnell von einem Thema auf das andere über.

Für mich ist es wichtig festzustellen, dass zu dieser Zeit im Nordkaukasus ein Teil Ihrer rechten Verschwörerorganisation bestand.

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Also Tatsache?

BUCHARIN: Tatsache.

WYSCHINSKI: Dass Sie davon wussten?

BUCHARIN: Tatsache.

WYSCHINSKI: Dass Sie Slepkow dorthin zur Verbindung mit dieser Organisation schickten. Dass Slepkow dort irgendetwas in dieser Richtung tat und zu Ihnen darüber sprach... Das ist Tatsache?

BUCHARIN: Tatsache.

WYSCHINSKI: Dass dort Kulakenunruhen waren? Ist das Tatsache?

BUCHARIN: Tatsache.

WYSCHINSKI: Dass dies mit seiner Tätigkeit in Verbindung stand, ist das Tatsache?

BUCHARIN: Tatsache.

WYSCHINSKI: Dass das mit Ihrer Tätigkeit verbunden war? Ist das Tatsache?

BUCHARIN: Tatsache.

WYSCHINSKI: Weiter ist bekannt, dass diese Nordkaukasus-Gruppe mit kosakischen weißen Emigrantenkreisen Verbindung hatte... Ist das Tatsache oder nicht?

BUCHARIN: Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich diese Tatsache nicht abstreiten kann, Bürger Staatsanwalt.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, ist es Tatsache oder nicht, dass die Gruppe Ihrer Mittäter im Nordkaukasus mit weißen Emigrantenkreisen der Kosaken im Ausland Verbindung hatte? Ist das Tatsache oder nicht? Rykow spricht davon, Slepkow spricht davon.

BUCHARIN: Wenn Rykow davon spricht, habe ich keinen Grund, ihm nicht zu glauben.

WYSCHINSKI: Können Sie mir ohne Philosophie antworten?

BUCHARIN: Das ist keine Philosophie.

WYSCHINSKI: Ohne philosophische Schnörkel.

BUCHARIN: Ich habe doch ausgesagt, dass die Rede um diese Frage ging.

WYSCHINSKI: Sagen Sie mir „nein“.

BUCHARIN: Ich kann nicht „nein“ sagen und kann nicht leugnen, dass es gewesen ist.

WYSCHINSKI: Das heißt also weder „ja“ noch „nein“?

BUCHARIN: Keinesfalls, denn es gibt Tatsachen, unabhängig. davon, ob sie im Bewusstsein des einen oder anderen Menschen existieren. Das ist das Problem der Realität der Außenwelt. Ich bin kein Solipsist.

WYSCHINSKI: Also unabhängig davon, ob diese Tatsache in Ihrem Bewusstsein vorhanden war oder nicht, war Ihnen als Verschwörer und Leiter eine solche Tatsache bekannt?

BUCHARIN: Mir war sie nicht bekannt.

WYSCHINSKI: Nicht?

BUCHARIN: Aber auf Ihre Frage kann ich sagen: da diese Sache im Rahmen des allgemeinen Plans lag, halte ich sie für wahrscheinlich, und da Rykow davon bejahend spricht, habe ich keinerlei Gründe, sie zu leugnen.

WYSCHINSKI: Folglich ist das Tatsache?

BUCHARIN: Vom Standpunkt mathematischer Wahrscheinlichkeit kann man mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass dies Tatsache ist.

WYSCHINSKI: Sie sind also nicht fähig, einfach zu antworten?

BUCHARIN: Nicht „nicht fähig“, sondern es gibt solche Fragen, auf die man nicht geradezu mit „ja“ oder „nein“ antworten kann, wie Sie aus der elementaren Logik ausgezeichnet wissen.

WYSCHINSKI: Erlauben Sie noch Rykow zu fragen: war Bucharin diese Tatsache bekannt?

RYKOW: Ich habe darüber mit ihm nicht gesprochen.

WYSCHINSKI: Wusste Bucharin davon oder nicht?

RYKOW: Ich persönlich glaube mit mathematischer Wahrscheinlichkeit, dass er davon wissen musste.

WYSCHINSKI: Das ist klar. Angeklagter Bucharin, war Ihnen bekannt, dass Karachan Teilnehmer der Verschwörergruppe der Rechten und Trotzkisten war?

BUCHARIN: Das war mir bekannt.

WYSCHINSKI: War Ihnen bekannt, dass Karachan ein deutscher Spion ist?

BUCHARIN: Nein, das war mir nicht bekannt.

WYSCHINSKI (zu Rykow): War Ihnen das bekannt, Angeklagter Rykow, dass Karachan deutscher Spion ist?

RYKOW: Nein, das war mir nicht bekannt.

WYSCHINSKI: Und dass Karachan mit gewissen deutschen Kreisen Unterhandlungen führte, das war Ihnen nicht bekannt?

RYKOW: Die Verhandlungen auf Veranlassung des Zentrums der Rechten?

WYSCHINSKI: Ja, natürlich, auf Veranlassung des Zentrums der Rechten.

RYKOW: Ja, ja.

WYSCHINSKI: Verräterische Verhandlungen?

RYKOW: Verräterische.

WYSCHINSKI: Mit wem führte er sie denn, mit welcher Institution?

RYKOW (schweigt)

WYSCHINSKI: Nun?

RYKOW: Das weiß ich nicht.

WYSCHINSKI: Dann sagen Sie also, in welcher Richtung wurden die Unterhandlungen geführt?

RYKOW: Er führte sie in Richtung... Damals verhandelte man mit deutschen Regierungskreisen.

WYSCHINSKI: Was waren das für Kreise?

RYKOW: In der Frage über ihr Verhalten zu den Rechten, zum möglichen Umsturz durch die Rechten.

WYSCHINSKI: Gab es bezüglich der Organisierung einer Niederlage der UdSSR Unterhandlungen oder nicht?

RYKOW: Das weiß ich nicht.

WYSCHINSKI: Dann will ich Rykow an seine Aussagen in der Voruntersuchung, Band 1, Aktenblatt 112, erinnern. „Folglich war in Richtung der Vorbereitung der Niederlage der UdSSR nicht nur die Gruppe Tuchatschewskis tätig, die einen Bestandteil unserer Organisation bildete. Diese Niederlage wurde von unserer ganzen internationalen Orientierung und den Unterhandlungen Karachans vorbereitet.“ Ist das richtig?

RYKOW: Richtig.

WYSCHINSKI: Und was folgt daraus?

RYKOW: Ich hatte nicht eine Niederlage im direkten Sinne im Auge. Ich meinte, dass wenn die Gruppe der Verschwörer irgendeines Landes mit dem Feind unterhandelt, so muss schon allein die Tatsache dieser Unterhandlungen an sich erstens zur Beschleunigung des Krieges beitragen, - der Feind wird um so schneller zum Überfall schreiten, je größere Unterstützung er innerhalb des Landes hat; und zweitens, dass die Fähigkeit des einen Landes, sich zu verteidigen, und des anderen, zum Überfall zu schreiten, sich in entsprechender Weise verändert, d. h. die Verteidigung wird geschwächt, der Angriff aber verstärkt.

WYSCHINSKI: Diese Tatsache hat es also gegeben?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und weiter: „In der internationalen Orientierung selbst gingen wir davon aus, dass es notwendig ist, Unterstützung seitens der internationalen Bourgeoisie zu erhalten, und unsere Tätigkeit und den Erfolg unserer konterrevolutionären Arbeit in der UdSSR brachten wir mit der direkten Unterstützung seitens des Faschismus in Verbindung.“ In Klammern steht: „Unterhandlungen Karachans“. Kann man daraus eine solche Schlussfolgerung ziehen, dass Karachan mit Ihrem Wissen Unterhandlungen mit faschistischen Kreisen darüber geführt hat, Ihre verräterische Tätigkeit unter bestimmten Bedingungen zu unterstützen? War die Sache so?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und worin bestanden die Bedingungen?

RYKOW: Erstens in einer ganzen Reihe ökonomischer Zugeständnisse und zweitens in der so genannten Zerstückelung der UdSSR.

WYSCHINSKI: Was bedeutet das?

RYKOW: Das bedeutet, die nationalen Republiken loszutrennen und sie unter Protektorat oder in Abhängigkeit zu bringen, formal nicht in Abhängigkeit, aber faktisch in Abhängigkeit...

WYSCHINSKI: Das heißt territoriale Zugeständnisse?

RYKOW: Natürlich.

WYSCHINSKI: Hatte Karachan die Absicht, im Namen Ihres Blocks den Deutschen irgendeinen Teil des Territoriums der Union abzutreten?

RYKOW: Es war nicht ganz so.

WYSCHINSKI: Ich spreche über den Sinn dieser Zugeständnisse.

RYKOW: Ich bin mit Karachan selbst nicht zusammengekommen, ich weiß das von Tomski, der es in meiner Anwesenheit und in Anwesenheit Buchahns auseinandersetzte.

WYSCHINSKI: Also wusste es auch Bucharin?

Gestatten Sie mir, Bucharin zu befragen.

Wussten Sie es?

BUCHARIN: Ich wusste es.

RYKOW: Die Darstellung war so, dass die deutschen Faschisten diese Bedingungen annahmen, d. h. Vergünstigungen bei Konzessionen, Handelsverträgen usw., aber sie fordern ihrerseits, dass den nationalen Republiken das Recht auf freies Ausscheiden gewährt wird.

WYSCHINSKI: Nun, und was bedeutet das?

RYKOW: Das bedeutet nicht das, was wir vorgeschlagen hatten. Das war eine neue Forderung der Deutschen. Das bedeutet natürlich in sachlicher Sprache die Zerstückelung der UdSSR.

WYSCHINSKI: Das heißt Abgabe eines Teils der UdSSR an die Deutschen?

RYKOW: Natürlich.

WYSCHINSKI: Also ist Ihnen bekannt, dass Karachan mit Ihrem Wissen mit deutschen Kreisen Unterhandlungen geführt hat, um einen Teil der UdSSR abzugeben. Welchen Teil namentlich?

RYKOW: Darüber wurde nicht gesprochen.

WYSCHINSKI: War in Ihrem Plan enthalten, die Ukraine zugunsten der Deutschen loszutrennen oder nicht?

RYKOW: Ich persönlich kann hinsichtlich der Ukraine nichts sagen; ich wiederhole, nicht deswegen, weil wir gegen die Lostrennung der Ukraine waren.

WYSCHINSKI: Aber für die Lostrennung? Dagegen oder dafür?

RYKOW: Über die Lostrennung der Ukraine wurde unter uns einfach nicht gesprochen, und die Frage wurde nicht entschieden.

WYSCHINSKI: Hatten Sie im Auge, die Ukraine zugunsten des deutschen Faschismus loszutrennen?

RYKOW: So war die Formulierung.

WYSCHINSKI: Nicht die Formulierung, sondern praktisch?

RYKOW: Praktisch konnte es sich um Belorussland handeln.

WYSCHINSKI: Und was die Ukraine betrifft?

RYKOW: Darüber nichts. Wir konnten diese Frage nicht ohne Einverständnis der ukrainischen konterrevolutionären Organisationen entscheiden.

WYSCHINSKI: Dann wende ich mich an den Angeklagten Bucharin. Hatten Sie im Jahre 1934 darüber mit Radek Unterhandlungen?

BUCHARIN: Nicht Unterhandlungen, sondern Gespräche.

WYSCHINSKI: Bitte sehr Gespräche. Gab es solche oder nicht?

BUCHARIN: es gab welche, nur darüber nicht.

WYSCHINSKI: Sondern worüber?

BUCHARIN: Radek erzählte mir von seinen Unterhandlungen mit Trotzki, darüber, dass Trotzki mit den deutschen Faschisten über territoriale Abtretungen für Hilfeleistung an die konterrevolutionären Organisationen unterhandelte.

WYSCHINSKI: Na, also.

BUCHARIN: Ich widersprach damals Radek.

WYSCHINSKI: Sagte Ihnen Radek, dass nach Anweisung Trotzkis, die Ukraine den Deutschen abgetreten, abgegeben werden sollte?

BUCHARIN: Was die Ukraine betrifft, erinnere ich mich positiv.

WYSCHINSKI: Sprach er darüber oder nicht?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Und was den Fernen Osten betrifft?

BUCHARIN: Betreffs der Ukraine erinnere ich mich positiv. Es wurde auch über andere Gebiete gesprochen, aber über welche, erinnere ich mich nicht.

WYSCHINSKI: Sie haben folgendermaßen ausgesagt: „Dass Trotzki, obwohl er den Terror forcierte, dennoch die Niederlage der UdSSR im Krieg mit Deutschland und Japan für die Hauptchance des Blockes hält, um an die Macht zu kommen auf Kosten territorialer Abtretungen (den Deutschen die Ukraine, den Japanern den Fernen Osten).“ War es so?

BUCHARIN: Ja, so war es.

WYSCHINSKI: Das sind eben Abtretungen.

BUCHARIN: Ich war nicht einverstanden.

WYSCHINSKI: Weiter heißt es: „Ich erhob gegen die Idee einer Abmachung mit Japan und Deutschland keinen Einspruch, aber ich war mit Trotzki über das Ausmaß nicht einverstanden.“

BUCHARIN: Lesen Sie noch den nächsten Satz, dort werden Ausmaße und Charakter erklärt.

WYSCHINSKI: Habe ich gelesen. Ich will darüber sprechen.

BUCHARIN: Ich sagte, dass ich gegen territoriale Abtretungen war.

WYSCHINSKI: Nein, ich will darüber sprechen. Somit sagte Ihnen Radek, dass Trotzki die Anweisungen gab, auf Abtretung der Ukraine an die Deutschen einzugehen. Sagte er das?

BUCHARIN: Er sagte es, aber ich hielt die Anweisungen Trotzkis für mich nicht für verpflichtend.

WYSCHINSKI: War das Rykow bekannt oder war ihm von dem Gespräch mit Radek nichts bekannt?

RYKOW: Wen fragen Sie?

WYSCHINSKI: Bucharin.

BUCHARIN: Ich erinnere mich nicht, ob ich es Rykow gesagt habe.

WYSCHINSKI: Und Rykow?

RYKOW: Er hat es mir nicht gesagt.

WYSCHINSKI: Folglich wussten Sie von dem Gespräch Bucharins mit Radek nichts? (Rykow schweigt) Aber hat er mit Bucharin privat gesprochen?

RYKOW: Wer?

WYSCHINSKI: Radek. Angeklagter Bucharin, wie hat Radek mit Ihnen gesprochen. Welche Stellung bekleideten Sie damals?

BUCHARIN: Es handelt sich nicht um die Stellung.

WYSCHINSKI: Welche Stellung bekleideten Sie?

BUCHARIN: Ich war Redakteur der „Iswestija“.

WYSCHINSKI: Sprachen Sie mit Radek als Redakteur der „Iswestija“ oder als Mitglied der Verschwörerorganisation?

BUCHARIN: Sie verstehen ausgezeichnet, dass ich als Mitglied der Verschwörerorganisation mit ihm gesprochen habe.

WYSCHINSKI: Rykow und Tomski bildeten damals das Zentrum, und trotz dieses Umstands haben Sie über das Gespräch mit Radek nichts gesagt?

BUCHARIN: Entschuldigen Sie, ich möchte Ihnen auf diese Frage antworten. Ich kann nicht auf jede Frage mit einem Wort antworten, dazu mangelt es mir an Fähigkeiten.
Die Bedingungen der Zusammenkünfte waren konspirativ, da wir uns fast nie gemeinsam versammelten, sondern von Fall zu Fall sprachen und Begegnungen in den Korridoren, auf der Straße usw. ausnutzten. Die Umstände konnten so gewesen sein, dass ich ihm von diesem Gespräch nichts gesagt habe. Ich sage das nicht zur Rechtfertigung Rykows; das erklärt sich durch die konspirative Praxis in der Organisation der Rechten.

WYSCHINSKI: Sie leugnen, dass Sie Rykow dieses ernste Gespräch wiedergaben, das Sie mit Radek hatten? Sie gaben Rykow diese ernsten Gespräche mit Radek nicht wieder?

BUCHARIN: Bürger Staatsanwalt, ich betrachtete die Direktiven Trotzkis als nicht für uns alle verpflichtend.

WYSCHINSKI: Ich sage nicht Direktiven, sondern Gespräche.

BUCHARIN: Ich erinnere mich nicht, und darum kann ich nicht sagen, ob ich darüber gesprochen habe. Ich erinnere mich nicht daran.

WYSCHINSKI: Sie streiten es nicht ab, aber Sie erinnern sich nicht. Ich werde Rykow fragen.

Angeklagter Rykow, auf Kosten welcher Gebiete der UdSSR war die Rede über die Zerstückelung der UdSSR?

RYKOW: Bei der Darstellung der Frage durch Tomski über die ergänzenden Forderungen der deutschen Faschisten an die Rechten nahmen wir in der Grundlage und im Allgemeinen dienen Vorschlag an.

WYSCHINSKI: Wovon war hier die Rede oder von welchen Teilen der UdSSR?

RYKOW: Von welchen Republiken, von welchen Teilen - war konkret nicht die Rede.

WYSCHINSKI: Sie sagten in der Voruntersuchung und hier in der Gerichtsverhandlung aus, dass Karachan mit den deutschen Faschisten Unterhandlungen über Hilfe für ihre Verschwörung geführt habe. Ist das Tatsache, oder war das nicht so?

RYKOW: Über Hilfe für die Verschwörung? Wenn man politische Hilfe im Auge hat, so für wohlwollendes Verhalten zu ihr.

WYSCHINSKI: Für was?

RYKOW: Ich habe das schon aufgezählt.

WYSCHINSKI: Für territoriale Abtretungen. Welchen Teil der UdSSR betraf das?

RYKOW: Das legten wir nicht fest.

WYSCHINSKI: Sie präzisierten das nicht?

RYKOW: Wir präzisierten das nicht.

WYSCHINSKI: Hatten Sie irgendeinen Teil der UdSSR im Auge oder nicht? Oder sprachen Sie nur allgemein und abstrakt?

RYKOW: Es war so, wie ich schon gesagt habe.

WYSCHINSKI: Das heißt?

RYKOW: Wir nahmen die Bedingungen an, die die praktische Tätigkeit des Zentrums der Rechten begünstigten. Das wurde in der Arbeit, in der Führung in Bezug auf Belorussland realisiert.

WYSCHINSKI: Zu wessen Gunsten kümmerten sich also die Deutschen um Belorussland?

RYKOW: Um was sich die Deutschen kümmerten - kann ich nicht sagen.

WYSCHINSKI: Beunruhigten sie sich darum, wem Sie Belorussland geben? Nicht den Deutschen?

RYKOW: Den Polen.

WYSCHINSKI: Und was den Deutschen? Demnach bemühen sich die Deutschen um wessentwillen? Um der Polen willen? Die Deutschen erweisen Ihnen einen Dienst, und als Gegenleistung dafür gehen Sie den Polen Belorussland. Die Deutschen befinden sich in einer lächerlichen Lage.

RYKOW (schweigt)

WYSCHINSKI: Ich gehe zur ersten Frage über. Führte also Karachan Unterhandlungen mit den Deutschen. Anscheinend geschah das mit Wissen Ihres Blocks. Wusste Bucharin davon?

RYKOW: Tomski sagte mir und Bucharin davon.

WYSCHINSKI: Bucharin wusste also davon?

Angeklagter Bucharin, wussten Sie davon?

BUCHARIN: Bürger Staatsanwalt, ich habe schon zweimal gesagt, dass ich davon wusste.

WYSCHINSKI: Billigten Sie das?

BUCHARIN: Was bedeutet dieses „das“?

WYSCHINSKI: Das, was Sie schon zweimal gesagt haben.

BUCHARIN: Ich billigte das nicht. In der Voruntersuchung habe ich ausführlich ausgesagt, dass Karachan...

WYSCHINSKI: Sie billigten das?

BUCHARIN: Ich wurde vor diese Tatsache gestellt, weil Karachan...

WYSCHINSKI: Billigten Sie diese Unterhandlungen Karachans mit den deutschen Faschisten?

BUCHARIN: Ich sage, Bürger Staatsanwalt, dass es eine politische Tatsache war.

WYSCHINSKI: Billigten Sie die Unterhandlungen, die Karachan im Namen des Blocks mit den deutschen Faschisten führte?

BUCHARIN: Im Allgemeinen bezüglich der Unterhandlungen... Ich billigte das, d. h. ich war der Meinung, dass es zweckmäßig...

WYSCHINSKI: Nicht im Allgemeinen, sondern die Unterredungen, die Karachan führte?

BUCHARIN: Ich erklärte Ihnen schon, Bürger Staatsanwalt, dass sich die Sache so verhielt: Karachan fuhr ohne vorherigen Beschluss des allgemeinen Zentrums hin und kehrte...

WYSCHINSKI: War Ihnen bekannt, dass Karachan Unterhandlungen mit den deutschen Faschisten führte?

BUCHARIN: Das war mir bekannt. Das war mir durch Tomski bekannt, durch Karachan selbst...

WYSCHINSKI: Billigten Sie diese Unterhandlungen?

BUCHARIN: Oder ob ich sie desavouierte? Ich desavouierte sie nicht, folglich billigte ich sie.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, billigten Sie oder nicht?

BUCHARIN: Ich wiederhole, Bürger Staatsanwalt: da ich nicht desavouierte, so billigte ich folglich.

WYSCHINSKI: Folglich billigten Sie?

BUCHARIN: Wenn ich nicht desavouierte, so billigte ich folglich.

WYSCHINSKI: So frage ich denn: also billigten Sie das?

BUCHARIN: „Folglich“ - das ist das gleiche wie „also“.

WYSCHINSKI: Was also?

BUCHARIN: Also billigte ich das.

WYSCHINSKI: Sie sagen aber, dass Sie davon post factum erfahren haben.

BUCHARIN: Ja, das eine widerspricht dem anderen nicht im Geringsten.

WYSCHINSKI: Gestatten Sie, den Angeklagten Rykow zu befragen?

VORSITZENDER: Bitte.

WYSCHINSKI: Angeklagter Rykow, führte Karachan diese Unterhandlungen auf eigene Initiative?

RYKOW: Er führte sie im Auftrage, auf Initiative Tomskis; aber ich und Bucharin billigten diese Initiative, als man uns über die Unterhandlungen berichtete.

WYSCHINSKI: Sie billigten nicht nur die Tatsache der Unterhandlungen, sondern auch die Initiative, d. h. dieselbe Sache im Ganzen?

RYKOW: Wir beide sind keine Kinder. Wenn man solche Sachen nicht billigt, so muss man gegen sie kämpfen. In solchen Sachen kann man nicht Neutralität spielen.

WYSCHINSKI: Also kann man feststellen, dass Karachan mit Wissen Bucharins Unterhandlungen mit den deutschen Faschisten führte. Angeklagter Rykow, bestätigen Sie das?

RYKOW: Ja.

BUCHARIN: Was heißt „mit Wissen Bucharins“? Die Situation war nicht so, dass ich wusste, dass er dahin fährt.

WYSCHINSKI: Dass er fährt - darüber spreche ich nicht. Sie wissen, was das heißt: Initiative...

BUCHARIN: Ich errate es dunkel.

WYSCHINSKI: Dunkel? Ich sehe, dass Ihre Lage Sie nötigt, ganz klare Dinge dunkel zu erraten.

BUCHARIN: Möglich.

WYSCHINSKI: Der Angeklagte Rykow sagte soeben vor dem Gericht in Ihrer Anwesenheit aus, dass Karachan Unterhandlungen mit den Deutschen nicht auf seine Initiative begann, sondern auf Initiative Tomskis...

BUCHARIN: Aber damals wussten weder Rykow noch ich davon...

WYSCHINSKI: Aber als Sie dann davon erfuhren, billigten Sie es?

BUCHARIN: Rykow sagte hier schon, dass es in solchen Fällen keine Neutralität geben kann: wenn ich sie nicht unterbrach, so heißt das, dass ich billigte. Und das ist eine Paraphrase dessen, was ich sagte: wenn ich nicht desavouierte, so billigte ich.

WYSCHINSKI: Also, Angeklagter Bucharin, tragen Sie für diese Unterhandlungen Karachans mit den Deutschen Verantwortung?

BUCHARIN: Gewiss.

WYSCHINSKI: Unterhandlungen über die Vorbereitung der Niederlage?

BUCHARIN: So stand die Frage nicht.

WYSCHINSKI: Über Hilfe für sie?

BUCHARIN: Im Allgemeinen über Hilfe... über Neutralisierung sagte ich...

WYSCHINSKI: Rykow hat Ihnen das schon erklärt.

WYSCHINSKI: Sie waren über die Sache auf dem Laufenden? Und war Bucharin über die Sache auf dem Laufenden?

BUCHARIN: ich kann mit Tscherwjakow nicht zusammen.

WYSCHINSKI: Nicht darum handelt es sich, dass Sie mit Tscherwjakow nicht zusammenkamen. Ich spreche von Rykow. Ich lege ihm die drei Absätze hier aus seinen Aussagen vor. Der erste Absatz: „Ich muss jedoch sagen, dass die Frage der Orientierung auf Polen im Jahre 1930-1931 mehrmals erörtert wurde“. Der zweite Absatz: „in jener Zeit, d. h. in der Zeit von 1930-1931, war diese Frage, d. h. die Frage, über die früher gesprochen wurde, die Frage der Orientierung auf Polen, mehrmals Gegenstand von Erörterungen zwischen mir, Bucharin, Tomski und dem früheren Vorsitzenden des Zentralen Exekutivkomitees Belorusslands, Tscherwjakow. Tscherwjakow ist seit 1928 ein versteckter, aber außerordentlich aktiver Teilnehmer der rechten Organisation“. Der dritte Absatz: „die allgemeine Formel, auf die wir uns damals einigten, lief darauf hinaus, dass wir in den Unterhandlungen mit den Polen, mit denen zu jener Zeit bereits die Verbindung durch Tscherwjakow hergestellt war, auf die Lostrennung der belorussischen Sowjetrepublik von der UdSSR eingehen werden“.
Bestätigen Sie das?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, wussten Sie von all dem?

BUCHARIN: Im Jahre 1930 konnte eine solche Frage nicht stehen, Hitler war zu dieser Zeit noch nicht an der Macht.

WYSCHINSKI: Aber diese Frage stand. Die Geschichte Ihres Verrates beginnt nicht mit Hitler.

BUCHARIN: Das ist richtig.

WYSCHINSKI: Hatten Sie in den Jahren 1930-1931 Gespräche mit Rykow und Tomski?

BUCHARIN: Ich erinnere mich nicht daran.

WYSCHINSKI: Nun, Rykow sagt darüber aus, dass solche Gespräche stattfanden. Ich frage Sie - gab es solche Gespräche oder gab es sie nicht? Ja oder nein?

BUCHARIN: Und ich sage - ich erinnere mich nicht. Ich habe das Recht, vor dem Gericht nicht so zu sprechen, wie Sie es wollen, sondern so, wie es in Wirklichkeit ist.

WYSCHINSKI: Ich verlange das auch nicht von Ihnen.

BUCHARIN: Ich habe das Recht, es vor dem Gericht zu sagen und sage - ich erinnere mich nicht.

WYSCHINSKI: Sie erinnern sich nicht? Angeklagter Rykow, was sagen Sie?

RYKOW: Die erste Mitteilung darüber wurde von Tomski gemacht, sie bezog sich auf Tscherwjakow, der bei ihm in seinem Landhaus gewesen war. Und nach der Mitteilung Tomskis erörterten wir dann zu dritt diese Frage, und nahmen diesen Vorschlag über den Kontakt mit der konterrevolutionären belorussischen Organisation an. Jedenfalls geschah das in Anwesenheit von Bucharin.

WYSCHINSKI: Da dies in Anwesenheit von Bucharin geschah, so wusste also Bucharin davon.
Gestatten Sie, dass ich mich an Scharangowitsch wende, der einer der Führer der belorussischen illegalen Verschwörerorganisation ist.
Was sagen Sie hierzu, Angeklagter Scharangowitsch?

SCHARANGOWITSCH: Sowohl Goloded wie Tscherwjakow informierten unsere Organisation über diese Einstellung als über eine vollendete Tatsache. Hierbei muss ich sagen, dass Tomski niemals in den Gesprächen über diese Einstellung figurierte, es war die Rede von Rykow und Bucharin. Dabei hatte Tscherwjakow einige Gespräche mit Bucharin, und nach den Gesprächen informierte er nicht nur mich, sondern auf der Beratung des Zentrums informierte er auch unsere Organisation, indem er sich auf Bucharin und Rykow bezog.

WYSCHINSKI: Der nächste Absatz der Antwort Rykows: „Es gab einige Varianten, welche gerade darin bestanden. Polen dachte diese Kompensation unter den Bedingungen des Machtantritts in Kriegszeiten zu realisieren. Die Faktoren, die einen Krieg, einen überfall der imperialistischen Staaten (Polen und Deutschland) hervorrufen, einen Krieg, den wir zwecks Machtantritt organisierten, diese Faktoren verschärften und stimulierten wir auf jegliche Weise durch unsere ganze praktische Tätigkeit.“
Bestätigen Sie Ihre Aussagen?

RYKOW: Ich bestätige sie.

WYSCHINSKI: An wen dachten Sie dabei?

RYKOW: Ich dachte dabei an das Zentrum der Rechten.

WYSCHINSKI: Persönlich an wen?

RYKOW: Ich habe darüber schon ziemlich viel gesprochen.

WYSCHINSKI: Ich möchte, dass Sie sich nicht genieren und es auch hier sagen.

RYKOW: Ich hatte Bucharin im Auge. Das Zentrum bestand aus drei Personen: aus mir, Bucharin und Tomski. Folglich bezieht sich das auch auf Bucharin.

WYSCHINSKI: Folglich bezieht sich das auch auf Bucharin?

RYKOW: Selbstverständlich.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, bestätigen Sie das?

BUCHARIN: Im Allgemeinen gab es eine solche Einstellung des Zentrums.

WYSCHINSKI: Der nächste Absatz der Antwort Rykows, Aktenblatt 120: „Tscherwjakow entfaltete in Belorussland eine außerordentlich aktive Tätigkeit in seinen Beziehungen zu den Polen. Er war durch die illegale Tätigkeit mit ihnen verbunden. Er hatte alle praktischen Schlussfolgerungen aus dieser unserer Direktive gezogen.“ Bestätigen Sie das, Rykow?

RYKOW: Selbstverständlich.

WYSCHINSKI: Folglich hatten Tscherwjakow und die Leute, die mit Ihnen verbunden waren, eine systematische Verbindung mit den Polen?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: In Ausführung Ihrer Direktiven?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Ist das nicht eine Spionageverbindung?

RYKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Was ist das für eine Verbindung?

RYKOW: Dort gab es auch eine Spionageverbindung.

WYSCHINSKI: Eine Spionageverbindung in einem Teil Ihrer Organisation bestand mit den Polen auf Grund Ihrer Direktive?

RYKOW: Gewiss.

WYSCHINSKI: Eine Spionageverbindung?

RYKOW: Gewiss.

WYSCHINSKI: Darunter auch auf Grund der Direktive Bucharins?

RYKOW: Gewiss.

WYSCHINSKI: Sie und Bucharin waren miteinander verbunden?

RYKOW: Unbedingt.

WYSCHINSKI: Sie waren also Spione?

RYKOW (schweigt)

WYSCHINSKI: Und Organisatoren der Spionage?

RYKOW: Ich bin in nichts besser als ein Spion.

WYSCHINSKI: Sie waren Organisatoren der Spionage – Sie waren Spione.

RYKOW: Man kann sagen, ja.

WYSCHINSKI: Man kann sagen, ein Spion. Ich frage, Sie organisierten die Verbindung mit dem polnischen Spionagedienst und mit den entsprechenden Spionagekreisen? Bekennen Sie sich der Spionage schuldig?

RYKOW: Wenn es sich um die Organisierung handelt, so bekenne ich mich in diesem Falle natürlich schuldig.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, bekennen Sie sich der Spionage schuldig?

BUCHARIN: Ich bekenne mich nicht schuldig.

WYSCHINSKI: Und was sagt Rykow? Und was sagt Scharangowitsch?

BUCHARIN: Ich bekenne mich nicht schuldig.

WYSCHINSKI: Als in Belorussland die Organisationen der Rechten organisiert wurden, führten Sie sie, geben Sie das zu?

BUCHARIN: Ich habe es Ihnen gesagt.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, geben Sie es zu oder nicht?

BUCHARIN: Ich habe mich für die belorussischen Angelegenheiten nicht interessiert.

WYSCHINSKI: Sie haben sich für Spionageangelegenheiten interessiert?

BUCHARIN: Nein.

WYSCHINSKI: Und wer hat sich interessiert?

BUCHARIN: Ich habe über diese Art der Tätigkeit keinerlei Informationen bekommen.

WYSCHINSKI: Angeklagter Rykow, hat Bucharin über diese Art Tätigkeit irgendwelche Informationen bekommen?

RYKOW: Ich habe mit ihm darüber nicht gesprochen.

WYSCHINSKI: Wieso nicht, und das Gespräch mit Bucharin über die Spionageverbindungen der belorussischen Organisation mit den Polen?

RYKOW: Da wurde nicht hervorgehoben, dass es speziell eine Spionageverbindung war.

WYSCHINSKI: Ich spreche über den Charakter, über das Wesen.

RYKOW: Unvermeidlich, wie auch immer unter diesen Bedingungen die Verbindung mit den Polen gewesen sein möge, wächst sie automatisch und unvermeidlich - und das ist für jeden verständlich - sehr rasch in eine Spionageverbindung hinüber.

WYSCHINSKI: Sie musste nicht nur übergehen, sondern sie ist auch übergegangen?

RYKOW: Gewiss.

WYSCHINSKI: Unter Ihrer Führung?

RYKOW: Das heißt, diesen Übergang haben wir unmittelbar nicht geleitet, aber die Frage liegt nicht in der unmittelbaren Führung, sie betrifft die allgemeine Führung. Wir tragen dafür ganz bestimmt die Verantwortung.

WYSCHINSKI: Sie haben keinen Grund, eine scheinheilige Miene zu machen, Angeklagter Bucharin. Man muss das, was ist, zugeben. Und es ist folgendes: Sie hatten eine Gruppe Ihrer Komplicen, Verschwörer in Belorussland, an deren Spitze Goloded, Tscherwjakow und Scharangowitsch standen. Richtig, Scharangowitsch?

SCHARANGOWITSCH: Richtig.

WYSCHINSKI: Und gemäß der Direktive Bucharins und Rykows, unter ihrer Leitung haben Sie die Verbindung mit dem polnischen Spionagedienst, mit dem polnischen Generalstab aufgenommen? Richtig, Scharangowitsch?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Und was die Spionageverbindung anbelangt - unter Ihrer Führung. Richtig, Scharangowitsch?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Wer war folglich Organisator der Spionage, mit der Sie sich befassten?

SCHARANGOWITSCH: Rykow, Bucharin.

WYSCHINSKI: Also waren sie Spione?

SCHARANGOWITSCH: Ganz richtig.

WYSCHINSKI: Ebenso wie...

SCHARANGOWITSCH: Wie ich selbst.

WYSCHINSKI: Setzen Sie sich. (Zu Rykow) Angeklagter Rykow, im Jahre 1932 hat Ihnen Goloded erzählt, dass alle einigermaßen bedeutenden Ernennungen von Leuten auf führende Posten in Belorussland vorher mit dem polnischen Spionagedienst vereinbart wurden?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Bucharin wusste davon?

RYKOW: Das kann ich nicht sagen.

WYSCHINSKI: Sie wissen das nicht? Sie wollen das Freundchen nicht preisgeben?

RYKOW: Das heißt, was er, wie ich weiß, unwahr spricht, dessen überführe ich ihn, aber dessen, was ich nicht weiß, kann und werde ich nicht tun.

WYSCHINSKI: Ich befrage Sie darüber, dass die Polen ihre Zustimmung zu verschiedenen Ernennungen auf Funktionen in Belorussland gegeben haben. War dies Ihrem führenden Zentrum bekannt?

RYKOW: Es war mir bekannt. Mit Bucharin habe ich darüber nicht gesprochen. Mir war auch bekannt, dass Tscherwjakow und Goloded außer mit mir mit Bucharin und Tomski in Verbindung standen. Ob sie darüber mit Bucharin gesprochen haben oder nicht, kann ich nicht sagen, weil ich bei diesen Gesprächen nicht anwesend war.

WYSCHINSKI: Sind Sie der Meinung, dass es natürlich gewesen wäre, dass Goloded über diese Frage mit Bucharin spricht, oder sollten sie dies vor Bucharin geheim halten?

RYKOW: Ich denke, es ist natürlich, dass er mit Bucharin gesprochen hat, aber worüber sie gesprochen haben, ist mir nicht bekannt.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie jetzt nach Ihrer Vermutung. Vermuten Sie, dass Bucharin darüber informiert war?

RYKOW: Dieser Umstand... Ich ziehe vor, nur das zu sagen, was ich weiß, aber was ich nicht weiß - meine Lage in diesem Saale ist durchaus nicht eine solche, dass ich auch noch Vermutungen äußern sollte.

WYSCHINSKI: Aber über die belorussischen Verschwörerangelegenheiten gab es Gespräche mit Bucharin?

RYKOW: Das einzige Gespräch, das stattfand, und an das ich mich erinnere, vielleicht gab es auch andere, aber ich erinnere mich nicht, das war das Anfangsstadium unserer Beziehungen, die als Ergebnis der Mitteilung Tomskis entstanden.

WYSCHINSKI: Gestatten Sie, Sie haben doch gesagt, dass Sie sogar in der Periode von 1931 einige Male mit Bucharin über diese Fragen gesprochen haben. Ich habe Sie doch soeben an die Aktenblätter 119-120 erinnert.

RYKOW: Aber nicht nur davon, worüber Sie mich fragten, handelte das Gespräch.

WYSCHINSKI: Sie haben einige Male mit Bucharin gesprochen?

RYKOW: Darüber, dass in Belorussland eine Organisation bestand, schon eine Arbeit durchgeführt wurde...

WYSCHINSKI: Was für eine Arbeit?

RYKOW: Eine konterrevolutionäre Arbeit zur Unterstützung unseres...

WYSCHINSKI: Zu der auch Spionagearbeit gehört?

RYKOW: Ich erinnere mich an keine Gespräche über diese spezielle Spionagearbeit. Ich schließe nicht aus, dass es solche gab, aber ich erinnere mich nicht daran.

WYSCHINSKI: Sagen Sie bitte, bestand eine Direktive der Polen über Wühlarbeit auf dem Gebiete der Wehrfähigkeit?

RYKOW: Mir sind zwei Fälle bekannt. - Sie haben mir diese Frage schon vor zwei Sitzungen gestellt. Ich habe auf zwei Fälle hingewiesen, die mir bekannt sind, das sind der Pferdebestand und der Straßenbau. Sie fragten - warum der Straßenbau, ich antwortete - offensichtlich deswegen, um das Vorrücken unserer Truppen zu erschweren.

WYSCHINSKI: Bucharin wusste davon? Von dieser Direktive des polnischen Spionagedienstes, unsere Wehrfähigkeit zu stören und zu zerstören?

RYKOW: Ich kann auf diese Frage ebenso wie auf die vorhergehenden Fragen nicht antworten.

WYSCHINSKI: Betreffs der verräterischen Tätigkeit des polnischen Spions Uljanow, - ist Ihnen das bekannt?

RYKOW: Ist mir bekannt.

WYSCHINSKI: Bucharin wusste davon?

RYKOW: Ich weiß nicht.

WYSCHINSKI: Betreffs der verräterischen Tätigkeit des polnischen Spions Benek, - ist Ihnen das bekannt?

RYKOW: Ist mir bekannt.

WYSCHINSKI: Bucharin ist es bekannt?

RYKOW: Ich weiß nicht.

WYSCHINSKI: Dann gestatten Sie, Genosse Vorsitzender, dass ich Aktenblatt 127 vorlese, wo eine gewisse Frage an Rykow und seine Antwort enthalten ist:
„Frage: In Bezug auf das Informiertsein und die Leitung der Tätigkeit Ihrer Organisation in Belorussland sprechen Sie die ganze Zeit ausschließlich von sich, aber welche war die Rolle der übrigen Mitglieder des Zentrums? Antwort: Das, was ich hier ausgesagt habe...“
Aber ausgesagt haben Sie hier über Benek, über Uljanow, über die Direktive der Polen betreffs der Untergrabung der Wehrfähigkeit, der Ernennung von leitenden Personen im Einverständnis mit dem polnischen Spionagedienst - das haben Sie ausgesagt?

RYKOW: Und noch einiges dazu.

WYSCHINSKI: Das haben Sie ausgesagt?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: „Das, was ich hier ausgesagt habe, versteht sich, wussten auch die übrigen Mitglieder des Zentrums, wussten Bucharin und Tomski.“ Bestätigen Sie das?

RYKOW: Das bezieht sich auf unsere ganze Beziehung zu Belorussland.

WYSCHINSKI: Nein, Sie werden sich hier nicht herauswinden. Ich lese weiter ... „das, was ich hier ausgesagt habe“, aber ausgesagt haben Sie hier über die polnische Direktive, die Verkehrswege von Verteidigungsbedeutung zu ruinieren. Dies auf Aktenblatt 123, über die Spionage- und Verrätertätigkeit Beneks auf Aktenblatt 124, über die Spionage- und Verrätertätigkeit Uljanows auf Aktenblatt 125-126, und schließlich Aktenblatt 127 heißt es: „Aus den Informationen Tscherwjakows erinnere ich mich an die Hauptsache, nämlich, dass die Führung unserer Organisation in Belorussland aktiv von den polnischen Spionageorganen in der Sache der Zersetzung der revolutionären Bewegung in West-Belorussland usw. unterstützt wurde.“ Und die Frage: Sie sprechen von sich, aber sprechen Sie von den Beteiligten, die davon wussten. Und die Antwort: Es wussten auch die übrigen Mitglieder des Zentrums, Bucharin und Tomski.

RYKOW: Dort steht das Wort: „Es versteht sich“. Das heißt, dass dies meine Annahme ist, meine Überzeugung ist nicht auf unmittelbare Tatsachen gegründet.

WYSCHINSKI: Ich habe Sie gefragt, und Sie haben geantwortet, dass Sie es vorziehen, von dem zu sprechen, was Sie wissen.

RYKOW: Ich habe ja hier auch eine Einschränkung gemacht - „es versteht sich“.

WYSCHINSKI: Dann werde ich weiter lesen: „Es wusste Bucharin und Tomski…“ Hier heißt es schon nicht mehr „es versteht sich“, hier wird gesagt, Bucharin und Tomski wussten es, teilweise war auch Schmidt in diese Sachen eingeweiht - Sie haben Wassili j Schmidt im Auge - „Aber bei meiner Rolle verweilte ich länger aus dem Grunde, weil auf Beschluss des Zentrums die wichtigsten Verbindungen mit der belorussischen antisowjetischen Organisation der Rechten in meinen Händen konzentriert waren.“ Ist das klar?

RYKOW: Mir ist das klar.

BUCHARIN: Mich hat man in der Voruntersuchung nicht ein einziges Wort gefragt, und auch Sie, Bürger Staatsanwalt, haben mich im Verlaufe von drei Monaten darüber nicht verhört, nicht ein Wort.

WYSCHINSKI: Ich verhöre Sie jetzt, das ist mein Recht.

BUCHARIN: Und in der Voruntersuchung?

WYSCHINSKI: Seien Sie so liebenswürdig, lehren Sie mich nicht, wie ich die Voruntersuchung zu führen habe, umso mehr als Sie davon nichts verstehen. Sie verstehen mehr von jenen Dingen, für die Sie sich jetzt auf der Anklagebank befinden.

BUCHARIN: Möglich.

WYSCHINSKI: Die Verbindung mit den konterrevolutionären Organisationen wurde auf Grund Ihres Beschlusses dem Angeklagten Rykow auferlegt?

BUCHARIN: In allgemeiner Form wurde sie ihm auferlegt.

WYSCHINSKI: Und Sie befanden sich in einem konspirativen Zustand.

BUCHARIN: Hier im Innern gab es keinen konspirativen Zustand.

WYSCHINSKI: Bezüglich der Verbindungen mit der belorussischen Gruppe?

BUCHARIN: Überhaupt war alles konspirativ.

WYSCHINSKI: Aber Sie waren besonders konspirativ?

BUCHARIN: Hier kann man diesen Terminus nicht anwenden. Er passt nicht.

WYSCHINSKI: Sie wollen über den Terminus streiten?

BUCHARIN: Nein, ich will nicht streiten, im Gegenteil, ich verstumme.

WYSCHINSKI: Ich bitte das Gericht, sich zu überzeugen. Das, was ich vorgelesen habe, ist vollständig identisch mit dem, was in dem Originalprotokoll geschrieben und von Rykow unterzeichnet ist, und ich ersuche, dies Rykow vorzulegen, damit er seine Unterschrift identifiziert.

RYKOW: Ich streite es nicht ab.

WYSCHINSKI: Das Wort „versteht sich“ bezieht sich auf den vorhergehenden Satz, und bezüglich Bucharins wird ohne das Wort „versteht sich“ gesagt: „Bucharin und Tomski wussten davon, teilweise wusste es auch Schmidt.“

VORSITZENDER: Ich bestätige, dass diese Worte dem Originalprotokoll entsprechen, die Unterschrift Rykows steht auf jeder Seite.

RYKOW: Ich bekräftige, dass das Wort „es versteht sich“ sich darauf bezieht, was vorgelesen wurde.

WYSCHINSKI: Das Wort „versteht sich“ steht hier nicht.

RYKOW: Das, was ich aussagte: „wusste Bucharin und Tomski, teilweise wusste es Schmidt“, muss man unter dem Worte „versteht sich“ verstehen. Ich hin kein so guter Stilist. Wenn ich im ersten Satz das Wort gesagt habe: „es versteht sich“ und der zweite Satz ein Wiedererzählen des ersten Satzes ist, so ist hier das Wort „es versteht sich“ mit dazuzudenken.

WYSCHINSKI: Ihrer Annahme nach wusste Bucharin von dieser Spionageverbindung oder nicht?

RYKOW: Er musste davon wissen, aber weniger detailliert und genau als ich. Aber welche Details, welche Einzelheiten, welche Tatsachen von dem, was ich mitteilte und was ich genauer als er wusste, das kann ich nicht sagen.

WYSCHINSKI: Wenn Sie auf Beschluss des Zentrums der Bevollmächtigte für Verbindung mit der belorussischen Gruppe waren, heißt das, dass Sie alle Details der Verbindung wussten.

RYKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Von der Verbindung, die Sie durchführten, müssen Sie alles wissen.

RYKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Von Ihrer Verbindung, die Sie hatten, müssen Sie alles wissen, was Sie taten?

RYKOW: Ob ich wissen muss, was ich tat? Ich verstehe nicht was Sie wollen.

WYSCHINSKI: Ich frage, müssten Sie das, was Sie taten, wissen?

RYKOW: Das, was ich tat?

WYSCHINSKI: Natürlich.

RYKOW: Das heißt, Sie wollen fragen, ob ich bei Bewusstsein oder im bewusstlosen Zustand war? Immer bei Bewusstsein.

WYSCHINSKI: Und Bucharin wusste alles?

RYKOW: Ich habe mit Bucharin über Details nicht gesprochen.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie nicht über Details, sondern über das Wesentliche. Das Wesentliche wusste Bucharin?

RYKOW: Über das Wesentliche der Verbindung war Bucharin informiert, und er wusste davon.

WYSCHINSKI: Und das wollte ich auch feststellen. Gestatten Sie mir, als festgestellt zu betrachten, dass Rykow und Bucharin von dem Wesen der verräterischen Verbindung, zu der auch Spionage gehörte, wussten. Ist das richtig, Rykow?

RYKOW: Das heißt, aus der sich Spionage ergab.

BUCHARIN: Auf die Weise kommt es so heraus, dass ich irgendetwas wusste, aus dem sich irgendetwas ergab.

WYSCHINSKI: Darüber streiten Sie in Ihrer Musezeit.

RYKOW: Ich fürchte, dass es diese Musezeit nicht mehr geben wird.

WYSCHINSKI: Das ist Sache des Gerichts. Ich habe weiter keine Fragen.

VORSITZENDER: Angeklagter Bucharin, fahren Sie fort.

BUCHARIN: Im Jahre 1933-1934 war das Kulakentum bereits zertrümmert. Die Aufstandsbewegung hatte aufgehört, eine reale Möglichkeit darzustellen, und deswegen trat im Zentrum der Organisation der Rechten neuerlich eine Periode ein, wo die Orientierung auf einen konterrevolutionären verschwörerischen Umsturz zur zentralen Idee wurde. Auf diese Weise gingen wir von der „Palastrevolution“, der Kombination des Umsturzes mit dem Massenaufstand und der Orientierung auf Massenaufstände und der entsprechenden Praxis der Sache zum nackten konterrevolutionären Verschwörertum über, und im Mittelpunkt standen die Ideen eines Staatsstreiches, der durch eine bewaffnete Verschwörung verwirklicht werden sollte.
Die Kräfte der Verschwörung, das waren die Kräfte Jenukidses plus Jagoda, ihre Organisation im Kreml und im Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten, wobei es Jenukidse zu jener Zeit, soweit ich mich erinnere, gelang, den früheren Kommandanten des Kremls Peterson anzuwerben, der, nebenbei bemerkt, seinerzeit Kommandant des Eisenbahnzuges Trotzkis gewesen war. Ferner war das die militärische Verschwörerorganisation: Tuchatschewski, Kork und andere.

WYSCHINSKI: In welchem Jahre war das?

BUCHARIN: Ich glaube, das war 1933-1934.

WYSCHINSKI: Und gleichzeitig führten Sie Unterhandlungen defätistisch-verräterischen Charakters mit Chodshajew?

BUCHARIN: Mit Chodshajew hatte ich im Jahre 1936 ein einziges Gespräch.

WYSCHINSKI: 1936. Und wovon handelte dieses Gespräch?

BUCHARIN: Welches, dieses?

WYSCHINSKI: Das Sie mit Chodshajew führten.

BUCHARIN: 1936?

WYSCHINSKI: Ja.

BUCHARIN: Eigentlich, ich habe doch die Aussage von Chodshajew gehört, ich habe gehört, wie sie vor Gericht aufgetreten sind, und zu diesem Auftreten muss ich eine ganze Reihe von Korrektiven vorbringen.

WYSCHINSKI: Zuerst das, was keine Korrektiven erfordert, und danach werden Sie schon korrigieren.

BUCHARIN: Bitte.

WYSCHINSKI: Sie sprachen mit Chodshajew darüber, dass es bereits ein Übereinkommen mit dem faschistischen Deutschland gibt?

BUCHARIN: Nein, darüber sprach ich nicht.

WYSCHINSKI (zum Gericht): Gestatten Sie, den Angeklagten Chodshajew zu fragen.

Angeklagter Chodshajew, sprach Bucharin mit Ihnen darüber?

CHODSHAJEW: Ja, er sprach darüber.

WYSCHINSKI: Wie, wo, wann, worüber konkret?

CHODSHAJEW: lm August, als Bucharin nach Taschkent kam...

WYSCHINSKI: Legen Sie kurz dar, was Sie vor Gericht ausgesagt haben, ohne sich zu wiederholen.

CHODSHAJEW: Ich habe in der Voruntersuchung ausgesagt und habe auch vor Gericht ausgesagt. Das Gespräch zwischen mir und Bucharin hat bei mir im Landhaus in Tschimgan stattgefunden.

BUCHARIN: Das habe ich auch ausgesagt.

CHODSHAJEW: Nach einem Überblick über die internationale Lage der UdSSR, nach einem Überblick über die Lage in den verschiedenen europäischen Ländern, das ist genau in den Aussagen in der Voruntersuchung wiedergegeben, kam ein Überblick über die innere Lage der Sowjetunion. Bucharin sagte, dass unsere Tätigkeit in eine solche Richtung gelenkt werden müsse, dass diese Tätigkeit die Niederlage der Union herbeizuführen hilft.

WYSCHINSKI: Das heißt, er betrachtete das als einen natürlichen Prozess?

CHODSHAJEW: Nach seinen Worten führte die innere und äußere Lage dazu. Er sagte, dass wir Rechten ein Übereinkommen mit dem faschistischen Deutschland haben und ein Übereinkommen mit Japan ins Auge fassen.

WYSCHINSKI: Angeklagter, Bucharin, waren Sie bei Chodshajew in seinen Landhaus?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Führten Sie ein Gespräch?

BUCHARIN: Ich führte auch ein Gespräch, und der Kopf saß mir die ganze Zeit auf den Schultern, aber daraus folgt nicht, dass ich ein Gespräch über das geführt habe, worüber jetzt Chodshajew sprach. Und ich führte das erste Mal ein Gespräch...

WYSCHINSKI: Das erste Mal oder nicht das erste Mal - das ist nicht wichtig. Bestätigen Sie ein solches Gespräch?

BUCHARIN: Nicht ein solches, sondern ein anderes Gespräch. Auch ein konspiratives.

WYSCHINSKI: Ich frage nicht über ein Gespräch schlechthin, sondern über dieses Gespräch.

BUCHARIN: In der „Logik“ Hegels wird das Wort „dieses“ als das schwierigste angesehen...

WYSCHINSKI: Ich bitte das Gericht, den Angeklagten Bucharin darüber aufzuklären, dass er hier nicht als Philosoph, sondern als Verbrecher steht, und was die Hegelsche Philosophie anbelangt, so wäre es für ihn nützlich, sich zu enthalten, über sie zu sprechen. Das wird besser sein, vor allem für die Hegelsche Philosophie...

BUCHARIN: Vielleicht ein Philosoph-Verbrecher.

WYSCHINSKI: Ja, das heißt jene, die sich als Philosophen vorkommen, erweisen sich als Spione. Die Philosophie ist hier nicht am Platze. Ich frage Sie, jenes Gespräch, das jetzt Chodshajew wiedergibt, bestätigen Sie oder streiten Sie ab?

BUCHARIN: Ich verstehe nicht das Wort „jenes“. Ein Gespräch im Landhaus fand statt.

WYSCHINSKI: Was ist hier nicht zu verstehen? Ein Gespräch jenem Inhalts, den hier Chodshajew dargelegt hat. Ist das klar?

BUCHARIN: Wenn Sie vom Inhalte des Gesprächs sprechen., so war der Inhalt etwas anders, aber dieses Gespräch im Landhaus hat stattgefunden.

WYSCHINSKI: Was für ein anderer Inhalt?

BUCHARIN: Ich sprach das erste Mal im Leben mit Chodshajew politisch. Dies erklärt den Charakter des Gesprächs. Ich sprach mit ihm darüber, dass es notwendig ist, zum Sturz der Sowjetmacht auf gewaltsamem Wege bereit zu sein, und dass es dazu notwendig ist, mögliche Massenbewegungen auszunützen, welche dort sein könnten. Zweitens...

WYSCHINSKI: Was hat das Übereinkommen mit dem faschistischen Deutschland damit zu tun?

BUCHARIN: Ich habe nicht von einem Übereinkommen gesprochen.

WYSCHINSKI: Angeklagter Chodshajew, sprach Bucharin von einem Übereinkommen?

CHODSHAJEW: Ich bestätige, dass das von ihm gesagt wurde, worüber er hier gesprochen hat, aber gerade danach sprach er von dem Übereinkommen mit Deutschland.

WYSCHINSKI: War von England die Rede?

CHODSHAJEW: Ja. Er sagte, dass ein Übereinkommen mit England ins Auge gefasst wird, und dass das Zentrum der Rechten von seiner Seite aus Maßnahmen ergreift, damit es zu diesem Übereinkommen komme, und dass wir das Zentrum der nationalistischen Organisation Usbekistans ebenso auch von unserer Seite aus die notwendigen Schritte in dieser Richtung unternehmen sollen.

WYSCHINSKI: Nämlich?

CHODSHAJEW: Im Sinne der Verbindung mit den englischen Residenten.

WYSCHINSKI: Durch?

CHODSHAJEW: Was die Frage des „durch“ anbelangt, so haben wir, ich und Bucharin, das gemeinsam festgestellt, nicht im Sinne einer Direktive, sondern nur in Art eines Gespräches.

WYSCHINSKI: Einer Konsultierung?

CHODSHAJEW: Ja.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, Sie bestätigen diesen Teil der Aussage Chodshajews?

BUCHARIN: Ich sagte Chodshajew, dass man in der außenpolitischen Orientierung alle Klaviertasten ausnutzen muss, darunter auch die englischen...

WYSCHINSKI: Sie sprachen nicht von der englischen Orientierung, sondern von den englischen Klaviertasten.

BUCHARIN: Wenn es ihnen beliebt, von den englischen Klaviertasten.

WYSCHINSKI: Und einfach könnten Sie das sagen?

BUCHARIN: In der auswärtigen Politik war unsere Orientierung ausschließlich auf Neutralisierung und Unterstützung von Seiten Japans oder Deutschlands gerichtet, was indessen nicht ausgeschlossen hat, auch die internationalen Widersprüche auszunützen...

WYSCHINSKI: Auf wen muss man sich orientieren?

BUCHARIN: Verzeihen Sie, ich spreche doch, und nicht Sie.

VORSITZENDER: Angeklagter Bucharin, vergessen Sie nicht, dass nicht Sie hier Fragen und Antworten regeln.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, auf wen muss man sich Ihrer Meinung nach orientieren?

BUCHARIN: Ich sagte ihm, dass man die internationalen Widersprüche ausnutzen muss...

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, Sie bestätigen die Aussagen Chodshajews?

BUCHARIN: Ich sagte, dass wir mit verschiedenen auswärtigen Staaten zu tun haben, und dass man nicht nur mit einer Gruppierung zu tun haben darf, sondern auch mit den anderen zu tun haben muss.

WYSCHINSKI: Das heißt, Sie sagten Chodshajew, dass man sich auf einige auswärtige Staaten orientieren muss?

BUCHARIN: Sehen Sie, ich habe aufgehört, den Ausdruck Orientierung wegen seiner Zweideutigkeit zu gebrauchen, und deswegen präzisiere ich...

WYSCHINSKI: Nun, präzisieren Sie.

BUCHARIN: Ich sagte ihm...

WYSCHINSKI: Von England wurde gesprochen?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Von Japan wurde gesprochen?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Von Deutschland wurde gesprochen?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Davon, dass man die einen und die andern im Interesse Ihres Kampfes gegen die Sowjetmacht ausnutzen muss, wurde gesprochen?

BUCHARIN: Eine solche Fragestellung gab es nicht. Sprach ich doch mit Chodshajew das erste Mal.

WYSCHINSKI: Sie sprachen bei diesem ersten Mal vom Sturz der Sowjetmacht?

BUCHARIN: Ja, aus einem sehr einfachen Grunde. Sie winken vergeblich mit der Hand.

VORSITZENDER: Angeklagter Bucharin, vergessen Sie nicht, wo Sie sich befinden.

BUCHARIN: Dieses Gespräch fand in einer vollkommen konspirativen Terminologie statt, und es wurde nicht ein Wort gesagt...

WYSCHINSKI: Ich frage Sie nicht nach der Terminologie, ich frage Sie nach dem Inhalt des Gesprächs.

BUCHARIN: Ich spreche mit denselben Worten, mit denen ich in meinen Aussagen in der Voruntersuchung gesprochen habe...

WYSCHINSKI: Ich spreche doch nicht von den Worten. Ich werde gezwungen sein, das Verhör dann einzustellen, weil Sie offensichtlich eine bestimmte Taktik befolgen und nicht die Wahrheit sagen wollen, indem Sie sich hinter einem Strom von Worten verstecken, Finten machen, sich in das Gebiet der Politik, Philosophie, Theorie usw. zurückziehen - was Sie ein für allemal vergessen müssen, denn Sie sind der Spionage angeklagt und sind offensichtlich auf Grund der Tatsachen der Untersuchung Spion eines der Spionagedienste. Deshalb lassen Sie das Fintenmachen. Wenn Sie sich auf diese Weise verteidigen wollen, werde ich das Verhör einstellen.

BUCHARIN: Ich antworte auf Ihre Fragen.

WYSCHINSKI: Haben Sie mit Chodshajew über den von Ihrer Verschwörergruppe vorbereiteten Sturz der Sowjetmacht gesprochen?

BUCHARIN: Ich sprach davon in nicht offenen, nebelhaften Formulierungen.

WYSCHINSKI: Immerhin in solchen Formulierungen, dass er Sie verstand?

BUCHARIN: Ganz richtig.

WYSCHINSKI (zu Chodshajew): Sie verstanden ihn?

CHODSHAJEW: Absolut.

WYSCHINSKI: Es handelt sich also nicht um die Worte, sondern um den Inhalt. Sprachen Sie davon, dass es nötig sei, sich in den auswärtigen Beziehungen auf verschiedene auswärtige Staaten zu orientieren, ausgehend von den inneren Widersprüchen und den internationalen Widersprüchen, im Interesse des Kampfes Ihrer Gruppe von Verschwörern gegen die Sowjetmacht?

BUCHARIN: Ganz recht.

WYSCHINSKI: Sie sprachen davon?

BUCHARIN: Ich sprach davon.

WYSCHINSKI: Chodshajew hat also recht, dass Sie mit ihm bezüglich der Verbindungen mit den englischen Spionen sprachen.

BUCHARIN: Das war nicht der Fall.

WYSCHINSKI (zu Chodshajew): War das so, Chodshajew?

CHODSHAJEW: So war es.

BUCHARIN: Das ist ja widersinnig, weil die Hilfe nicht von den Spionen bestimmt wird...

CHODSHAJEW: Ich spreche nicht von den Spionen, sondern von den Residenten.

WYSCHINSKI: Wie Sie sehen, nicht einfach von den Spionen, sondern von den Residenten.

CHODSHAJEW: Wir legten mit ihm fest, dass es besser sei, entweder durch die tadshikischen Leute zu handeln oder einen Menschen nach Afghanistan zu schicken.

WYSCHINSKI (zu Bucharin): Sie bestreiten das?

BUCHARIN: Ich bestreite es. Kein Mensch hat mich diesbezüglich gefragt.

WYSCHINSKI: Nun, ich befrage Sie ja.

BUCHARIN: In dem Jahre, das ich im Gefängnis sitze, hat man mich nicht einmal darüber befragt.

WYSCHINSKI: Wir befragen Sie hier vor dem öffentlichen proletarischen Gericht, wir befragen Sie hier vor diesem Gericht angesichts der ganzen Welt.

BUCHARIN: Aber früher haben Sie mich danach nicht gefragt.

WYSCHINSKI: Ich frage noch einmal auf Grund dessen, was hier gegen Sie ausgesagt wurde: Beliebt es Ihnen nicht, vor dem Sowjetgericht zu bekennen, von welchem Spionagedienst Sie angeworben wurden - vom englischen, deutschen oder japanischen?

BUCHARIN: Von keinem.

WYSCHINSKI: Ich habe an Bucharin vorläufig keine Fragen.

VORSITZENDER: Die Verhandlung wird für eine halbe Stunde unterbrochen.

 

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint, bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Bitte sich zu setzen.

Angeklagter Bucharin, setzen Sie Ihre Aussagen fort, nur sprechen Sie etwas konkreter.

BUCHARIN: Gut, ich werde das befolgen.
Ich habe meine Aussage damit beendet, dass die Organisation einer verbrecherischen konterrevolutionären Verschwörung geschaffen wurde, zu der die Kräfte Jenukidses, Jagodas, der Organisation im Kreml, im Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten gehörten, die Kräfte der militärischen Organisation und der Moskauer Garnison, die sich unter der Führung der Verschwörer der militärischen Gruppe befanden, was selbstverständlich nicht die Ausnützung auch anderer Gruppen und Kader aus dem Bestande der Trotzkisten und Sinowjewleute ausschloss. Dies um so mehr, als in der militärischen Gruppe selbst, die der unmittelbare Organisator der Kräfte der vorgesehenen und faktischen Organisation des militärischen Umsturzes war, schon verhältnismäßig lange ein Block zwischen den Rechten, Trotzkisten und Sinowjewleuten bestand, die, wenn mich das Gedächtnis nicht täuscht, zu dieser militärischen Gruppe gehörten, bevor das Kontaktzentrum organisiert wurde.
In der Periode ungefähr des XVII. Parteitages tauchte auf Initiative Tomskis der Gedanke auf, den Staatsstreich mittels Anwendung bewaffneter konterrevolutionärer Kräfte gerade auf den Zeitpunkt des XVII. Parteitages anzusetzen. Nach Tomskis Idee war das ungeheuerliche Verbrechen - den XVII. Parteitag zu verhaften - ein Bestandteil dieses Umsturzes.
Dieser Gedanke Tomskis wurde einer Beratung unterzogen, freilich einer sehr flüchtigen, doch erhoben sich von allen Seiten gegen diesen Gedanken Einwendungen. Ich fürchte, mich zu irren, doch scheint mir, dass die Sache folgendermaßen war, dass dies zuerst im Zentrum der Rechten beraten wurde, doch weil das dort durchfiel, wurde die Frage im so genannten Kontaktzentrum beraten.
Pjatakow sprach sich gegen diese Idee nicht aus prinzipiellen Erwägungen aus, sondern aus Erwägungen taktischer Natur, dass das unter den Massen eine außergewöhnliche Empörung hervorrufen würde. Mit einem Wort, nicht aus prinzipiellen Erwägungen sprach man sich dagegen aus, sondern aus rein taktischen Erwägungen. Diese Idee wurde abgelehnt. Doch der Umstand allein, dass diese Idee entstand und einer Beratung unterzogen wurde, spricht krass genug von der ganzen Ungeheuerlichkeit und Ruchlosigkeit dieser Organisation.
Ich muss sagen, dass ich schon in einer bedeutend früheren Periode persönlich Semjonow den Auftrag erteilt hatte, terroristische Gruppen zu organisieren, wobei ich in unserem Zentrum der Rechten darüber berichtete. Dies wurde angenommen. Auf diese Weise bin ich mehr als irgendjemand anderer von den Mitgliedern des Zentrums für die Organisierung der terroristischen Gruppen Semjonows verantwortlich.
Ich muss gleichfalls bei der Fortführung des Gedankens, den ich teilweise schon berührt habe, oder der Tatsachen, die ich erwähnt habe, verweilen - der Blockierung mit den verschiedenen konterrevolutionären Kräften, insbesondere und namentlich mit den Sozialrevolutionären und Menschewiki. Was meine unmittelbare praktische Tätigkeit in jener Zeit anbelangt, und nicht nur die theoretisch richtunggebende, so muss ich diesbezüglich aussagen, dass ich durch einige Personen, und auch selbst versuchte, eine Verbindung solcher Art herzustellen. Ich gab auch dem Sozialrevolutionär Semjonow, von dem vorgestern beim Verhör die Rede war, den Auftrag, mit den illegalen Mitgliedern des sozialrevolutionären ZK in Verbindung zu treten, welche sich, wenn ich nicht irre, damals in der Verschickung befanden (doch dies ändert die Sache nicht), und infolgedessen trage ich dafür schon unmittelbar die Verantwortung nicht nur als Mitglied des Zentrums der Rechten, sondern auch unmittelbar im engsten Sinne des Wortes. Zweitens versuchte ich, mit den Auslandsorganisationen und Gruppen der Sozialrevolutionäre durch einen gewissen Tschlenow in Verbindung zu treten. Das ist einer der Mitarbeiter unseres diplomatischen Dienstes, den ich schon viele Jahre kenne, noch aus der Zeit des Gymnasiums her, als er in der sozialdemokratischen Organisation der damaligen Zeit war. Ich sage das nicht deswegen, um mich in einen historischen Exkurs einzulassen, sondern um zu erklären und auszusagen, warum ich ohne Rücksicht auf die Konspiration der damaligen Arbeit ein solches Vertrauen zu ihm hegte. Und er bemühte sich, die Verbindung mit dem ZK der Sozialrevolutionäre herzustellen, wobei er, als er zurückkehrte, nicht dazu kam, mit mir darüber ausführlich zu sprechen, doch konnte ich aus diesem Gespräch etwa folgendes entnehmen. Die Sozialrevolutionäre antworteten mit einer prinzipiellen Zustimmung zur Unterstützung des Blocks und Unterhaltung des Kontakts mit den Rechten, Trotzkisten, Sinowjewleuten und anderen. Aber sie forderten formelle Garantien, und zwar fast in schriftlicher Form. Die Bedingungen, die sie stellten, liefen auf eine Änderung der Bauernpolitik im Geiste einer Kulakenorientierung und ferner auf die Legalisierung der Parteien, der Sozialrevolutionäre und Menschewiki, hinaus, woraus sich selbstverständlich die koalitionsmäßige Zusammensetzung jener Regierung ergab, die im Falle eines Erfolges der Verschwörung entstehen sollte.
Außerdem knüpfte ich unmittelbar persönlich während meiner letzten Auslandsreise im Jahre 1935, nach einem Gespräch mit Rykow, Beziehungen zum Menschewik Nikolajewski an, der den führenden Kreisen der menschewistischen Partei sehr nahe steht. Aus der Unterredung mit Nikolajewski konnte ich feststellen, dass er über die Vereinbarungen zwischen den Rechten, den Sinowjew-, den Kamenewleuten und den Trotzkisten auf dem Laufenden war, dass er überhaupt von allen möglichen Dingen unterrichtet war, darunter auch von der Rjutinschen Plattform. Das Konkrete und Neue, wovon unter uns die Rede war, bestand darin, dass im Fall eines Auffliegens des Zentrums der Rechten oder des Kontaktzentrums oder überhaupt der Spitzenorganisation der gesamten Verschwörung Nikolajewski sich mit den Führern der II. Internationale dahin verständigen wird, dass sie eine entsprechende Kampagne in der Presse einleiten werden.
Außer mir persönlich hatten einige andere der prominenteren Führer der Organisation der Rechten und Trotzkisten (in diesem Falle kann ich von den Rechten reden, über die anderen liegen mir keine Angaben vor) ebenfalls Verbindungen und stellten einen verbrecherischen Kontakt mit den Vertretern seit langem gebildeter konterrevolutionärer Organisationen her. Rykow besaß durch Nikolajewski Verbindungen mit den Menschewiki. Ich vergaß zu sagen, dass die Unterredung mit Nikolajewski für mich erleichtert und nicht allein erleichtert, sondern auch durch den Umstand bemäntelt wurde, dass ich gemäß der Bestimmung meiner Dienstreise mit diesem Nikolajewski zusammentreffen müsste. Somit hatte ich eine völlig legale Tarnung, um konterrevolutionäre Gespräche zu führen und diese oder jene Abkommen zu treffen. Sehr ausgedehnte Verbindungen hatte Smirnow, der so genannte Foma, schon seit langem. Sie wurden bereits damals hergestellt, als er im Volkskommissariat für Landwirtschaft tätig war, wo sich bekanntlich eine ganze Reihe bedeutender Parteiarbeiter der sozialrevolutionären oder von Mitläufern der sozialrevolutionären Bewegung befanden. Allen ist es bekannt, dass gegen einen Teil von ihnen Prozesse wegen Schädlingstätigkeit angestrengt wurden. Und Smirnow bahnte ebenfalls seinerseits Verbindungen mit den Sozialrevolutionären an.
Somit unterliegt es keinem Zweifel, und ich gestehe dies voll und ganz ein, dass außer der Blockbildung mit den Trotzkisten, den Sinowjewleuten, den Kamenewleuten, den bürgerlich-nationalistischen Organisationen noch eine vollkommen unmittelbare und reale Verbindung mit den Sozialrevolutionären und den Menschewiki bestand, deren unmittelbarer Urheber ich selbst in hohem Maße war, selbstverständlich als leitendes Zentrum der Rechten. Es handelte sich in erster Linie um die illegalen Sozialrevolutionäre, die hier im Lande geblieben waren, d. h. um das ehemalige Zentralkomitee der offiziellen Partei der Sozialrevolutionäre, und zweitens um die Auslandsorganisation, die sich hauptsächlich um so einen Mann wie Mark Wischnjak, den ehemaligen Sekretär der Konstituierenden Versammlung, konzentrierte.
Nachdem im Zusammenhang mit der Ermordung von Sergej Mironowitsch Kirow eine große Zertrümmerung der Trotzkisten und Sinowjewleute erfolgt war, nachdem...

WYSCHINSKI: Sie wollen schon zu einer anderen Periode übergehen, ich möchte Sie jedoch über Fragen im Zusammenhang mit den Sozialrevolutionären befragen. Hier sagte Bessonow über seine Reise nach Prag und die Zusammenkunft mit Sergej Maslow aus. Im Gespräch zwischen Bessonow und Maslow berief man sich dort auf Bucharin und Rykow. Bessonow sagte es hier, erinnern Sie sich dessen?

BUCHARIN: Mir schien es, er habe davon gesprochen, dass er über die illegale Tätigkeit Bucharins und Rykows informiert war

WYSCHINSKI: Ich möchte also vorher darüber Bessonow befragen. Angeklagter Bessonow, sagte Ihnen Maslow, dass er über die illegale Tätigkeit Bucharins unterrichtet ist?

BESSONOW: Er sagte, dass er über die konterrevolutionären Ansichten der rechten Opposition und über ihre illegale Tätigkeit unterrichtet ist.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, Sie hatten unmittelbare Verbindungen mit Maslow?

BUCHARIN: Nein.

WYSCHINSKI: Ist Ihnen bekannt, was Maslow in Prag war, dass er der Organisator einer konterrevolutionären Kulakenpartei war, dass er von den Mitteln eines ausländischen Spionagedienstes und von den Einkünften seiner Zeitungen und Zeitschriften lebte? Ist dem so, Angeklagter Bessonow?

BESSONOW: Vollkommen richtig.

WYSCHINSKI: Durch wen war er informiert?

BUCHARIN: Mir ist dies unbekannt, ich nehme jedoch an, dass dies durch die übrig gebliebenen Mitglieder des Auslands-Zentralkomitees der Sozialrevolutionäre geschah.

WYSCHINSKI: Standen Sie in Verbindung mit dem ZK der Sozialrevolutionäre?

BUCHARIN: Durch Tschlenow mit Rappoport.

WYSCHINSKI: Dem Sozialrevolutionär?

BUCHARIN: Dieser Rappoport stand mit Mark Wischnjak in Verbindung.

WYSCHINSKI: Und sie waren miteinander verbunden?

BUCHARIN: Ich weiß es nicht, ich kann nur vermuten. Sie wissen ja, dass in der Emigration alte Bekannte gewöhnlich Verbindungen miteinander haben.

WYSCHINSKI: Sie vermuten also, dass Sergej Maslow über Ihre illegale Tätigkeit durch die Mitglieder des Auslands-ZK der sozialrevolutionären Organisation informiert war oder...

BUCHARIN: Entweder durch Rappoport oder durch Wischnjak.

WYSCHINSKI: Und auf der Linie Rykow durch Nikolajewski?

BUCHARIN: Nein, das glaube ich nicht.

WYSCHINSKI: Angeklagter Rykow, vermuten Sie nicht, woher Sergej Maslow die Information erhielt?

RYKOW: Ich habe zu dieser Frage keine Angaben und keine Vermutungen.

WYSCHINSKI: Machten Sie über Ihre illegale Tätigkeit Mitteilungen an die Menschewiki, mit denen Sie verbunden waren?

RYKOW: Nein.

WYSCHINSKI: Wieso nicht?

RYKOW: Sie wussten, dass ich gegen das ZK arbeite.

WYSCHINSKI: Woher wussten sie das?

RYKOW: Von mir wussten sie es.

WYSCHINSKI: Und Sie sagten...

RYKOW: Hier begriff ich, dass es sich darum handelt, dass eine bestimmte Organisation eine Arbeit betreibt, aber welche Arbeit...

WYSCHINSKI: Eine illegale, eine sowjetfeindliche Arbeit. Wussten sie das?

RYKOW: In dieser Form wussten sie es, aber konkretere Dinge wussten sie nicht.

WYSCHINSKI: Und es war nicht erforderlich, konkretere Dinge zu wissen. Folglich kann man voraussetzen, dass im Emigrantenkreis, wo Nikolajewski verkehrte, durch ihn Nachrichten über Ihre illegale Tätigkeit verbreitet wurden?

RYKOW: Zu dieser Frage kann ich nichts sagen.

WYSCHINSKI: Das ist nicht eine Sachverständigenuntersuchung, sondern eine Klarlegung der Verbindungen, die Sie hatten.

RYKOW: Von meinen Verbindungen habe ich gesprochen. Sie fragen, ob diese Verbindung sich auf Maslow erstreckte?

WYSCHINSKI: Klar.

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie informierten Nikolajewski über Ihre illegale Arbeit?

RYKOW: Ja.

WYSCHINSKI: Man kann feststellen, Angeklagter Bucharin, dass aus den Aussagen Bessonows zu ersehen ist, dass Maslow mit den Rechten einen Kontakt aufrechterhielt und über ihre konterrevolutionäre Tätigkeit informiert war. Folglich waren Sie als Leiter dieser konterrevolutionären Organisation ebenfalls in der Sphäre dieses Kontaktes. Sie bestätigen das?

BUCHARIN: Ich war nicht in der Sphäre dieses Kontaktes. Ich war in der Sphäre des Kontaktes mit den Sozialrevolutionären. Was sie machten, darüber liegen mir keine Angaben vor, aber auf Ihre Frage spreche ich die Vermutung aus, auf welcher Linie dies sein konnte.

WYSCHINSKI: Durch welche Kanäle konnte dies erfolgen?

BUCHARIN: Ja, durch Kanäle, durch welche dies erfolgen konnte.

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, fahren Sie fort.

BUCHARIN: Somit beendete ich die Frage bezüglich der Zusammensetzung des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, der, wie aus allein zu ersehen ist, sich als Zentrum der Rechten und Trotzkisten bezeichnet, in Wirklichkeit jedoch einen weit breiteren Inhalt hat, und zwar nicht nur vom Standpunkt seiner Ausläufer oder seiner Umgebung, sondern auch vom Standpunkt seiner Zusammensetzung aus.

WYSCHINSKI: Als Sie von diesen Verbindungen Ihres Zentrums und Ihres Blocks sprachen, sagten Sie nichts von den Verbindungen mit dem ausländischen Spionagedienst und mit den faschistischen Kreisen.

BUCHARIN: Darüber habe ich nichts auszusagen.

WYSCHINSKI: Abgesehen von dem, was Sie ausgesagt haben?

BUCHARIN: Ja, abgesehen von dem, was ich ausgesagt habe.

WYSCHINSKI: Weiter.

BUCHARIN: Als die Faschisten in Deutschland zur Macht gelangten, setzte in der Spitze der konterrevolutionären Organisationen ein Meinungsaustausch bezüglich der Möglichkeit einer Ausnutzung der auswärtigen Staaten in Bezug auf die Kriegssituation ein. Hier muss ich geradeheraus sagen, und vor Gericht erzähle ich das, woran ich mich namentlich erinnere, wie sich die Sache mit dieser hochwichtigen Frage verhielt, die für die Beurteilung durch das Gericht und für die Anwendung dieser oder jener Sanktionen gerichtlicher Natur ein sehr großes Objekt darstellt. Die Sache verhielt sich so, dass es sich bei den Trotzkisten gleich von vornherein um territoriale Abtretungen handelte, während es sich im großen und ganzen in den Sphären der leitenden Kreise der rechten konterrevolutionären Organisation in erster Linie um Konzessionen, Handelsverträge, Preise, Tarife, Lieferung von Rohstoffen, von Brennstoffen usw., mit einem Wort um verschiedene Zugeständnisse wirtschaftlicher Natur handelte. Gleich zu Beginn meiner Aussagen erklärte ich dem Gericht, dass ich als einer der Führer des konterrevolutionären Blocks, und nicht als Weichensteller, entschieden die Verantwortung für die Gesamtheit all dessen trage, was von dieser Organisation gemacht wurde. Aber insofern es sich um konkrete Dinge handelt, so scheint mir, dass man die Sache so charakterisieren kann, dass das leitende Prinzip im Block, das aktivste politische Prinzip im Sinne der Schärfe des Kampfes, irre Sinne der weitgehenden verbrecherischen Verbindungen usw. - dennoch der trotzkistische Teil war. Wiederum sage ich dies nicht zu dem Zweck, um die Verantwortung vom rechten Teile abzuwälzen, weil es im vorliegenden Fall vom Standpunkt der Kriminalogie aus nicht wichtig ist, wer zuerst „a“ gesagt hat, wer dieses „a“ wiederholt hat, wer es aufgedeckt und darüber Anzeige gemacht hat, sondern vom Standpunkt der inneren Mechanik dieser Sache, und vom Standpunkt der Klarlegung der persönlichen Rolle Trotzkis, der leider vom Gericht nicht erreichbar ist, hat, wie mir scheint, diese Frage eine gewisse Bedeutung, und deshalb erlaube ich mir, sie hier zu betonen.
Im Sommer 1934 sagte mir Radek, dass von Trotzki Direktiven eingetroffen sind, dass Trotzki mit den Deutschen Verhandlungen führt, dass Trotzki den Deutschen bereits eine ganze Reihe territorialer Abtretungen versprochen hat, darunter die Ukraine. Wenn mich das Gedächtnis nicht trügt, so war dort auch von territorialen Abtretungen an Japan die Rede. Überhaupt benahm sich Trotzki bei diesen Verhandlungen bereits nicht nur als Verschwörer, der die Hoffnung hegt, in Zukunft auf dem Wege eines bewaffneten Umsturzes zur Macht zu gelangen, sondern fühlte sich bereits selbst als Herr des Sowjetlandes, das er aus einem sowjetischen in ein nichtsowjetisches verwandeln will.
Ich muss sagen, dass ich damals, zu jener Zeit, Einwendungen gegenüber Radek erhob. Dies bestätigt Radek in seinen Aussagen, ebenso wie er bei einer Konfrontierung mit mir bestätigte, dass ich dagegen Einwendungen erhob, dass ich es für notwendig hielt, dass er, Radek, an Trotzki schreibe, dass Trotzki in diesen Verhandlungen zu weit geht, dass er nicht nur sich selbst, sondern auch all seine Verbündeten kompromittieren kann, im besonderen uns, die rechten Verschwörer, und dass dies zu unserem sicheren Auffliegen führen wird. Mir schien es, dass bei der Entwicklung des Massenpatriotismus, der keinem Zweifel unterliegt, dieser Standpunkt Trotzkis politisch und taktisch vom Gesichtspunkt des Verschwörerplanes selbst unzweckmäßig ist, und dass man hier viel vorsichtiger vorgehen muss.

WYSCHINSKI: Wer sagte dies?

BUCHARIN: Ich sagte dies. Ich war sogar der Ansicht, dass Vorverhandlungen nicht nötig sind.

WYSCHINSKI: Um nicht hochzugehen?

BUCHARIN: Nein, hier gab es auch andere Erwägungen...

WYSCHINSKI: Wie Sie soeben sagten, wiesen Sie damals darauf hin, dass dies allzu weit führen könne... Sie fürchteten sich vor einem Hochfliegen?

BUCHARIN: Ich spreche nicht von einem Hochfliegen im Sinne einer Verhaftung, sondern im Sinne eines Misserfolgs der ganzen Sache.

WYSCHINSKI: Ich spreche ebenfalls davon. Aus Vorsicht, um nicht Ihre Verschwörung zum Scheitern zu bringen, äußerten Sie einen solchen Standpunkt?

BUCHARIN: Hier muss man die Sache etwas umdrehen...

WYSCHINSKI: Sie können drehen, wie Sie wollen... In welchem Jahre war dies?

BUCHARIN: Das Gespräch mit Radek fand im Sommer 1934 statt.

WYSCHINSKI: Und das Gespräch mit Karachan fand später statt?

BUCHARIN: Das war nach seiner Ankunft in Moskau im Jahre 1935.

WYSCHINSKI: Und diesem Gespräch mit Karachan ging ein Gespräch mit Jenukidse voraus, oder fand das diesbezügliche Gespräch mit Jenukidse später statt?

BUCHARIN: Das erste Gespräch hatte ich mit Tomski.

WYSCHINSKI: Somit lag das Gespräch mit Tomski zugrunde?

BUCHARIN: Aus diesem Anlass fanden drei Gespräche statt.

WYSCHINSKI: Dazu werden wir später übergehen. Fahren Sie fort.

BUCHARIN: Soll ich auf die innere Seite der Sache eingehen, auf die Gespräche, die stattgefunden haben, oder ist dies uninteressant?

WYSCHINSKI: Je nachdem, wovon diese Gespräche handelten.

BUCHARIN: Natürlich nicht vom Wetter.

WYSCHINSKI: Erzählen Sie von Ihren Verbrechen.

BUCHARIN: Tomski hielt es für möglich, den Krieg und die vorherigen Abmachungen mit Deutschland auszunutzen. Dann trat ich mit folgenden Argumenten dagegen auf. Ich sagte: erstens, wenn es sich um die Einmischung Deutschlands während eines Krieges in dieser oder jener Form handelt, um dem konterrevolutionären Umsturz zu Hilfe zu kommen, so wird es, wie das stets vorkommt, und da dasselbe einen recht starken militärischen und technischen Faktor darstellt, unvermeidlich die Füße auf den Tisch legen und jegliches Abkommen zerreißen, das vorher abgeschlossen worden wäre. Zweitens brachte ich das Argument vor, dass, soweit es sich um einen militärischen Umsturz handelt, kraft der Logik der Dinge das spezifische Gewicht gerade der militärischen Verschwörergruppe ungemein groß sein wird und dass, wie es in derartigen Fällen stets zu geschehen pflegt, gerade dieser Teil der Gesamtheit der an der Spitze stehenden konterrevolutionären Kräfte über große materielle Mittel und folglich auch über politische verfügen wird, und dass daraus eine eigenartige bonapartistische Gefahr entstehen kann, und die Bonapartisten, speziell hatte ich Tuchatschewski im Auge, werden als erstes mit ihren Bundesgenossen, den so genannten Inspiratoren, in napoleonischer Art und Weise Abrechnung halten. In den Gesprächen bezeichnete ich stets Tuchatschewski als „potentielles Napoleönchen“, und es ist ja bekannt, wie Napoleon mit den so genannten Ideologen fertig wurde.

WYSCHINSKI: Und Sie hielten sich für einen Ideologen?

BUCHARIN: Unter anderem auch für einen Ideologen des konterrevolutionären Umsturzes und für einen Praktiker. Sie würden es natürlich vorziehen, wenn ich sagen würde, dass ich mich als Spion betrachte, aber ich betrachtete mich nicht und betrachte mich auch nicht als solchen.

WYSCHINSKI: Das wäre am zutreffendsten.

BUCHARIN: Das ist Ihre Meinung, meine Meinung ist jedoch eine andere.

WYSCHINSKI: Wir werden sehen, was die Meinung des Gerichts darüber sein wird. Sagen Sie, als Sie mit Tomski dieses „ideologische“ Gespräch hatten oder ein anderes Mal, legte Ihnen da Tomski zwei Varianten der Machtergreifung vor?

BUCHARIN: Nach einigen Zeilen wird gerade bei mir davon die Rede sein.

WYSCHINSKI: Ich werde warten.

BUCHARIN: Schön. Ich wollte sagen, dass nach diesen Vorbesprechungen im Jahre 1935, ich weiß nicht welche Faktoren vor der Annahme irgendeines Beschlusses durch das Zentrum der Rechten und durch das Kontaktzentrum noch mitgespielt haben, ob Jenukidse auf Tomski einen Druck ausübte oder die militärischen Kreise, oder Jenukidse, die Trotzkisten und die Sinowjewleute zusammen, - aber Tatsache ist, dass Karachan ohne Vorbesprechung mit den Mitgliedern des leitenden Zentrums, mit Ausnahme von Tomski, abreiste.
Und jetzt will ich dem Gericht das mitteilen, was in meinem Gedächtnis bezüglich der drei Gespräche haften geblieben ist, die nach dem Eintreffen Karachans stattfanden. Das erste Gespräch hatte ich mit Tomski, das zweite mit Jenukidse und das dritte mit Karachan, der in das Gespräch einige Details und einen zusätzlichen Koeffizienten hineintrug.
Wie ich mich erinnern kann, erzählte mir Tomski, dass Karachan ein Abkommen mit Deutschland unter vorteilhafteren Bedingungen als Trotzki erzielt hat.

WYSCHINSKI: Vor allem erzählen Sie von Tomski. Mich interessiert Ihr Gespräch mit Tomski über das Wesen Ihres Plans zur Durchführung eines Staatsstreiches oder, wie Sie dies nennen, der Machtergreifung. Wann hatten Sie das Gespräch darüber, den Deutschen die Front zu öffnen?

BUCHARIN: Ich gehe sofort dazu über.

WYSCHINSKI: Kann man nicht die Frage berühren, wie Sie mit Tomski den Deutschen im Falle des Krieges die Front zu öffnen gedachten?

BUCHARIN: Darüber werde ich etwas später sprechen.

WYSCHINSKI: Sie wollen nicht davon sprechen, was die Untersuchung jetzt gleich interessiert?

BUCHARIN: Ich werde über diese Front sprechen.

WYSCHINSKI: Ich stelle zum dritten Male die Frage: wann hatten Sie ein Gespräch darüber, den Deutschen die Front zu öffnen?

BUCHARIN: Als ich Tomski fragte, wie er sich den Mechanismus des Umsturzes denkt, erwiderte er, dies sei Sache der militärischen Organisation, die die Front öffnen solle.

WYSCHINSKI: Folglich gedachte Tomski, die Front zu öffnen?

BUCHARIN: Er hat dies nicht gesagt.

WYSCHINSKI: Ja oder nein?

BUCHARIN: Ich sagte, wie man sich den Mechanismus dieser Einmischung denkt.

WYSCHINSKI: Wessen Einmischung?

BUCHARIN: Einiger fremder Staaten.

WYSCHINSKI: Sagte er, wie man sich das denkt?

BUCHARIN: Tomski sagte...

WYSCHINSKI: Tomski sagte: die Front öffnen?

BUCHARIN: Ich werde es genau sagen.

WYSCHINSKI: Was sagte er?

BUCHARIN: Tomski sagte, dies sei Sache der Militärorganisation, die die Front öffnen soll.

WYSCHINSKI: Warum sollte sie die Front öffnen?

BUCHARIN: Das sagte er nicht.

WYSCHINSKI: Warum sollte sie die Front öffnen?

BUCHARIN: Sie sollte, von meinem Gesichtspunkt aus, die Front nicht öffnen.

WYSCHINSKI: Vom Standpunkt Ihrer Organisation aus?

BUCHARIN: Vom Standpunkt unserer Organisation aus.

WYSCHINSKI: Aber vom Standpunkt Tomskis aus, sollte sie die Front öffnen oder nicht?

BUCHARIN: Vom Standpunkt Tomskis aus? Er hatte jedenfalls gegen diesen Standpunkt nichts einzuwenden.

WYSCHINSKI: Er war also einverstanden?

BUCHARIN: Wenn er nichts einzuwenden hatte, so war er wahrscheinlich zu drei Viertel einverstanden.

WYSCHINSKI: Ein Viertel hat er jedoch als Reserve versteckt?

BUCHARIN: Dies will ich nur betonen.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, beantworten Sie die Frage.

BUCHARIN: Bürger Staatsanwalt, Sie sagten, dass jedes Wort für das Gericht sehr wichtig ist.

WYSCHINSKI: Gestatten Sie mir, die Aussagen Bucharins, Band V, Aktenblatt 95-96 vorzulesen: „Tomski sagte mir, dass zwei Varianten beraten wurden: der Fall, wo eine neue Regierung zur Friedenszeit organisiert wird“, und folglich die Verschwörer zur Friedenszeit eine neue Regierung bilden und „der Fall, wo eine solche während eines Krieges organisiert wird, wobei für den letzteren Fall die Deutschen große wirtschaftliche Zugeständnisse verlangen“, Zugeständnisse, von denen ich bereits sprach, „und auf territoriale Abtretungen bestehen“. Sagen Sie, stimmt das oder nicht?

BUCHARIN: Ja, das stimmt alles.

WYSCHINSKI (liest weiter): „Ich fragte Tomski, wie man sich in diesem Zusammenhang den Mechanismus des Umsturzes denkt. Er sagte, dies sei Sache der Militärorganisation, die den Deutschen die Front öffnen soll.“

BUCHARIN: Ja, richtig.

WYSCHINSKI: War Tomski damit einverstanden oder nicht?

BUCHARIN: Er sagte: nicht „soll“, aber „muss“.

WYSCHINSKI: Lassen Sie Ihre Philologie beiseite. „Soll“ - das heißt „soll“.

BUCHARIN: Dies bedeutet, dass in Militärkreisen der Gedanke gehegt wurde, dass in diesem Falle diese Militärkreise...

WYSCHINSKI: Nein, nicht der Gedanke, sondern sie sollten. Folglich...

BUCHARIN: Nein, nicht folglich.

WYSCHINSKI: Folglich sollten sie nicht die Front öffnen?

BUCHARIN: Das heißt von wessen Standpunkt? Tomski sprach davon, was ihm die Militärs sagten, was Jenukidse sagte.

WYSCHINSKI: Und was sagten Sie aus?

BUCHARIN: Ich kenne meine Aussagen sehr gut.

WYSCHINSKI: „Tomski sagte, dass den Umsturz zu vollziehen, Sache der Militärorganisation sei, die den Deutschen die Front öffnen soll.“ Ist die Sache klar?

BUCHARIN: Ich sagte, ich fragte Tomski: „Und wie denkt man sich den Mechanismus dieser Einmischung?“ Und er sagte: „Dies ist Sache der Militärorganisation, die den Deutschen die Front öffnen soll.“ Darauf erwiderte ich ihm, dass...

WYSCHINSKI: Weiter ist noch nicht nötig. Sie sollten die Front öffnen. Folglich gedachte man, den Deutschen die Front zu öffnen?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: In welchen Kreisen?

BUCHARIN: In den Kreisen der Militärorganisation.

WYSCHINSKI: War Tomski damit einverstanden?

BUCHARIN: Direkt sagte er es nicht.

WYSCHINSKI: Zu drei Viertel war er einverstanden?

BUCHARIN: Ich sage Ihnen, dass aus dem, was er sagte, folgte, dass er damit wahrscheinlich einverstanden ist.

WYSCHINSKI: Und als er Ihnen das sagte, erhoben Sie Einwendungen?

BUCHARIN: Ich erhob Einwendungen.

WYSCHINSKI: Und warum haben Sie nicht geschrieben, „ich erhebe Einwendungen“?

BUCHARIN: Das ist bereits weiter unten geschrieben.

WYSCHINSKI: Aber weiter unten steht etwas ganz anderes geschrieben.

BUCHARIN: Dies bedeutet eben, dass ich Einwendungen erhebe.

WYSCHINSKI: Weiter ist folgendes geschrieben: „Darauf sagte ich ihm, dass in diesen Fall“... In welchem Fall?

BUCHARIN: Im Fall der Öffnung der Front.

WYSCHINSKI: Richtig. „In diesem Fall ist es zweckmäßig, die an der Niederlage an der Front Schuldigen vor Gericht zu stellen. Dies wird uns die Möglichkeit geben, die Massen für uns zu gewinnen, indem wir mit patriotischen Losungen jonglieren.“

BUCHARIN: Aber bitte sehr, ich werde Ihnen das erklären, wenn Sie gestatten.

WYSCHINSKI: Sofort. Wollen wir der Reihe nach untersuchen, der Reihe nach. Das war eben Ihr Einwand?

BUCHARIN: Ja.

WYSCHINSKI: Und Sie sagten ihm auch so: „Die Front darf man nicht öffnen.“

BUCHARIN: Richtig.

WYSCHINSKI: Und wo steht dies geschrieben?

BUCHARIN: Dies steht nicht geschrieben, versteht sich aber von selbst.

WYSCHINSKI: Und was bedeutet, mit patriotischen Losungen jonglieren?

BUCHARIN: „Jonglieren“ hat hier keinen odiösen Sinn...

WYSCHINSKI: „Sollen“ - nicht in diesem Sinne, „jonglieren“ auch nicht in diesem Sinne.

BUCHARIN: „Sollen“ hat in der russischen Sprache zwei Bedeutungen.

WYSCHINSKI: Und wir wollen hier eine Bedeutung haben.

BUCHARIN: Ihnen beliebt es so, ich dagegen habe das Recht, damit nicht einverstanden zu sein. Bekanntlich haben in der deutschen Sprache „sollen“ und „müssen“ zwei Bedeutungen...

WYSCHINSKI: Sie haben sich daran gewöhnt, deutsch zu sprechen, wir dagegen sprechen die Sowjetsprache.

BUCHARIN: Die deutsche Sprache an und für sich ist nicht odiös.

WYSCHINSKI: Sie fahren fort, deutsch zu sprechen, Sie haben sich bereits daran gewöhnt, mit den Deutschen Verhandlungen in ihrer Sprache zu führen, hier jedoch sprechen wir russisch. Als Ihnen Tomski mitteilte, dass man den Deutschen die Front öffnen müsse, hätten Sie, falls Sie Einwendungen erhoben, sagen müssen: „Ich erhob Einwendungen, ich sagte, dass ich in einen derartigen Verrat nicht einwillige.“ Sagten Sie dies?

BUCHARIN: Nein, ich sagte das nicht. Wenn ich jedoch sage, was man zu machen hat...

WYSCHINSKI: Mit patriotischen Losungen zu jonglieren, d. h. mit. heiler Haut davonzukommen, die Sache so darzustellen, als ob irgendjemand Verrat begangen hätte, aber wir sind Patrioten...

BUCHARIN: Das stimmt nicht ganz, weil ich an den anderen Stellen meiner Aussagen und darunter auch bei einer Konfrontierung mit Radek sowie bei sämtlichen Gesprächen mit Rad* gegen ihn Einwendungen erhob, sagte, dass Tomski nicht begreift...

WYSCHINSKI: Angeklagter Bucharin, davon, dass Sie hier eine jesuitische Methode, eine infame Methode anwandten, zeugt auch folgendes. Gestatten Sie, weiter zu verlesen: „Ich hatte im Auge, dass dadurch, d. h. durch die Verurteilung der an der Niederlage Schuldigen, es sich erreichen lassen wird, uns nebenbei von der mich beunruhigenden bonapartistischen Gefahr zu befreien.“

BUCHARIN: Ja, vollkommen richtig.

WYSCHINSKI: So also „erhoben“ Sie „Einwendungen“ gegen die Öffnung der Front.

BUCHARIN: Die eine Aufgabe stört durchaus nicht die andere.

WYSCHINSKI: Die eine Aufgabe war die Öffnung der Front...

BUCHARIN: Nein, nicht die Öffnung der Front.

WYSCHINSKI: Die an der Niederlage an der Front Schuldigen vor Gericht zu stellen, mit patriotischen Losungen zu jonglieren und mit heiler Haut davonzukommen.

BUCHARIN: Eine ganz andere Orientierung.

WYSCHINSKI: Das also war Ihr Gespräch mit Tomski? Ist das hier richtig niedergeschrieben?

BUCHARIN: Richtig natürlich, aber Sie haben nicht alles verlesen.

WYSCHINSKI: Ich verlas drei Absätze; sind sie richtig niedergeschrieben?

BUCHARIN: Die drei Absätze sind völlig richtig.

WYSCHINSKI: Mit Jenukidse haben Sie darüber gesprochen?

BUCHARIN: Mit Jenukidse habe ich gesprochen.

WYSCHINSKI: Mit Karachan haben Sie gesprochen?

BUCHARIN: Habe ich gesprochen.

WYSCHINSKI: Was sagten dazu Jenukidse und Karachan?

BUCHARIN: Jenukidse...

WYSCHINSKI: Hat dies im Allgemeinen bestätigt?

BUCHARIN: Im Allgemeinen hat er dies bestätigt. Man informierte Tomski und Karachan und Jenukidse.

WYSCHINSKI: Das heißt?

BUCHARIN: Sie bestätigten erstens, dass Karachan mit den Deutschen einen Vertrag zu Bedingungen wirtschaftlicher Abtretungen von Territorien abgeschlossen hat, worauf Karachan keine Antwort gab, sondern erklärte, diese Sache müsse noch beraten werden. Darunter befindet sich auch eine Formulierung über das Ausscheiden von Unionsrepubliken. Und drittens bezüglich der Verträge.

WYSCHINSKI: Und drittens über die Öffnung der Front?

BUCHARIN: Drittens bezüglich der Verträge der UdSSR mit der Tschechoslowakei und Frankreich über gegenseitige Hilfe.

WYSCHINSKI: Sie hatten einen Vertrag mit ihnen?

BUCHARIN: Ich übergebe das, was Tomski darüber gesagt hat, was Karachan übergeben hat. So sagte er. Die Deutschen verlangten den Bruch dieser Verträge.

WYSCHINSKI: Wessen mit wem?

BUCHARIN: Der neuen Regierung.

WYSCHINSKI: Sie dachten, dass Sie bereits eine Regierung sind?

BUCHARIN: Nicht wir dachten, sondern Karachan sprach für den Fall...

WYSCHINSKI: Wurde dazu die Sanktion erteilt?

BUCHARIN: Danach wandte man nichts dagegen ein, folglich sanktionierte man.

WYSCHINSKI: Folglich glaubten Sie, dass Sie als Regierung handeln?

BUCHARIN: Der Sinn des Vertrags...

WYSCHINSKI: Dann werden Sie das Bündnis mit der Tschechoslowakei brechen?

BUCHARIN: Sie ließen mich nicht zu Ende sprechen. Karachan beantwortete diese Frage bejahend. Wir rechneten darauf, dass wir die Deutschen anführen und diese Forderung nicht erfüllen werden.

WYSCHINSKI: Somit haben Sie hier alles auf Betrug aufgebaut, aber man rechnete darauf, Sie zu betrügen?

BUCHARIN: Dies ist immer der Fall.

WYSCHINSKI: Sie auszunutzen und dann auf den Müllhaufen zu werfen.

BUCHARIN: Richtig.

WYSCHINSKI: Im Allgemeinen haben sowohl Sie als auch jene verspielt.

BUCHARIN: Zum Glück ist es so.

WYSCHINSKI: Zu unserem Glück ist es so. Und mit Karachan sprachen Sie über die Öffnung der Front?

BUCHARIN: Karachan sagte, dass die Deutschen ein militärisches Bündnis mit Deutschland fordern.

WYSCHINSKI: Und für den Bundesgenossen sind die Tore geschlossen?

BUCHARIN: Darauf antwortete mir Karachan...

WYSCHINSKI: Für den Bundesgenossen sind die Tore geschlossen?

BUCHARIN: Nein.

WYSCHINSKI: Also werden die Tore geöffnet?

BUCHARIN: Verzeihen Sie, es hat noch gar kein Bündnis gegeben.

WYSCHINSKI: Die Absicht, Pläne waren vorhanden.

BUCHARIN: Gegenwärtig befindet sich die Sowjetunion in einem Bündnis mit Frankreich, aber dies bedeutet nicht, dass sie die Sowjetgrenzen öffnet.

WYSCHINSKI: Und was hatten Sie?

BUCHARIN: Nichts hatten wir, es gab nur in Worte gefasste Pläne.

WYSCHINSKI: Sie wollen nicht eingestehen, dass Sie der Initiator der Öffnung der Front im Falle eines Überfalls der Deutschen waren?

BUCHARIN: Nein. Rykow behauptet dies deswegen, weil - dies ist jetzt vollkommen klar...

WYSCHINSKI: Und Rykow bestätigt, dass Bucharin der Initiator dieses Gedankens war. Angeklagter Rykow, ist das richtig?

RYKOW: Von einer Öffnung der Front hörte ich zum ersten Male aus dem Munde Bucharins.

BUCHARIN: Und das stimmt auch. Aber dies bedeutet nicht, dass ich der Initiator war. Das war nach dem Gespräch mit Tomski.

WYSCHINSKI (wendet sich an Rykow): Bucharin erhob dagegen Einwendungen?

RYKOW: In meiner Gegenwart erhob er keine Einwendungen.

WYSCHINSKI: Setzen Sie sich. (Wendet sich an Bucharin) Fahren Sie in Ihrer Erzählung fort. Die Frage der Öffnung der Front halte ich für klargestellt. Ich habe keine Fragen mehr.

BUCHARIN: Ich vergaß etwas zu sagen und hervorzuheben. Als Trotzki Verhandlungen mit den Deutschen führte, bildeten die Rechten bereits einen Bestandteil des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ und sind folglich Mitbeteiligte an diesen Verhandlungen, sogar ungeachtet dessen, dass Trotzki es aus eigener Initiative, unabhängig von einer vorausgehenden Verständigung getan hat. Dies scheint mir in der Hauptsache alles zu sein.

VORSITZENDER: Genosse Staatsanwalt, der Angeklagte Bucharin hat seine Aussagen beendet.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Genosse Staatsanwalt, jetzt muss man die Frage der Vorladung der Zeugen entscheiden. Oder soll man sofort zum Verhör Bucharins über die Vorkommnisse von 1918 übergehen?

WYSCHINSKI: Ich habe verhört.

VORSITZENDER: Man muss feststellen, zu welcher Stunde man die Zeugen vorladen soll, entweder jetzt gleich oder nach der Pause.

WYSCHINSKI: Wenn die Zeugen hergebracht worden sind, so möchte ich bitten, sie sogleich vorzuladen.

VORSITZENDER: Als erster Zeuge soll Jakowlewa vorgeladen werden?

WYSCHINSKI: Ja.

VORSITZENDER: Rufen Sie die Zeugin.

WYSCHINSKI: Bis man die Zeugin gerufen hat, gestatten Sie, eine Frage an Bucharin zu richten im Zusammenhang mit seinen Aussagen in der Voruntersuchung, Aktenblatt 94, Band V. Bitte um Erlaubnis, zu verlesen.

VORSITZENDER: Bitte sehr.

WYSCHINSKI: „Wir sahen deutlich das riesige Anwachsen des Sowjetpatriotismus, das mit der real fühlbaren Zunahme der Macht, der Kraft und der Wohlhabenheit der breiten Massen im Zusammenhang stand, mit der ungemeinen Popularität der Stalinschen Losung, dass wir keinen einzigen Fußbreit Sowjetboden hergeben werden, was in unseren Augen ein ganz augenscheinliches Kennzeichen dieses wachsenden Patriotismus war.“ Dies bestätigen Sie?

BUCHARIN: Ich bestätige.

WYSCHINSKI: „Sich dieser Losung entgegenstellen, wie raffiniert hier auch die politischen Kalkulationen sein mögen, würde bedeuten, sich sicher von den Massen völlig und für immer zu isolieren, von vornherein die eigene Lage sinnlos und die eigenen Pläne vollkommen aussichtslos zu machen.“ Dies bestätigen Sie?

BUCHARIN: Bestätige ich voll und ganz.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Setzen Sie sich.

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