PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VORMITTAGSSITZUNG VOM 9. MÄRZ 1938

VERHÖR DES ANGEKLAGTEN PLETNJOW

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint, bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Bitte sich zu setzen. Die Verhandlung geht weiter.
Angeklagter Pletnjow, erzählen Sie dem Gericht von Ihren Verbrechen gegen die Sowjetmacht.

PLETNJOW: Im Sommer 1934 wandte sich Dr. Lewin an mich und sagte, dass mich Jagoda sehen wolle, wobei er hinzufügte, dass er sich an mich nicht als Patient wenden werde. Das Thema der Unterredung gab er nicht konkret an, so dass ich nicht genau wusste, worum es sich handelt, er sagte jedoch, dass innerhalb der Regierung Differenzen bestehen, dass ein gewisser Antagonismus vorhanden sei, und dass Jagoda wahrscheinlich über dieses Thema mit mir sprechen werde. Er führte mir weder Vornamen, noch Familiennamen, noch konkrete Tatsachen an.
Nach einigen Tagen schickte man ein Auto zu mir und man brachte mich ins Amtszimmer Jagodas. Er begann mit mir ein Gespräch über ein politisches Thema. Er sagte, dass ein Umsturz heranreife, an dem er teilnehme; von anderen Personen nannte er nur Jenukidse. Nach einiger Zeit nannte mir Lewin außer Jenukidse noch Rykow als Teilnehmer der sowjetfeindlichen Verschwörung. Jagoda sagte, er und Jenukidse hätten beschlossen, außer Lewin auch mich heranzuziehen, und dass unsere Hilfe bei der Beseitigung zweier Personen erforderlich sei. Diese beiden Personen wären Maxim Gorki und Kuibyschew. Ich wandte ein, dass erstens Maxim Gorki ein Schriftsteller ist, dass es sich zweitens um zwei kranke Männer handle, denen eigentlich nicht so lange zu leben vergönnt sei. Jagoda erwiderte darauf: „Sie sind krank, aber sie sind außerordentlich aktiv, und es handelt sich nicht darum, nur Gesunde aus dem Wege zu räumen, sondern darum, die Dauer und die Intensität der Aktivität dieser Personen zu verringern.“ Er fügte hinzu, dass Maxim Gorki sowohl im Lande selbst als auch im Ausland von besonderer Bedeutung ist. Er sagte, er habe mich nicht nur als ärztliche Person, sondern auch deshalb gewählt, weil er meine antisowjetische Gesinnung kenne. Sein Vorschlag wurde durch heftige Drohungen mir und meiner Familie gegenüber bekräftigt. Er sagte, er kenne meine Beziehungen zu Dr. Nikitin. Bezüglich Dr. Nikitin muss ich folgendes sagen: Dr. Nikitin war der Lieblingsarzt Leo Tolstois, machte Reisen mit ihm, wenn er krank war, wohnte er bei ihm in Jassnaja Poljava, fuhr nach der Krim und war sodann im gleichen Krankenhaustätig wie ich. Er wandte sich mit einem Gespräch an mich über die Gruppierung, die unter den Ärzten besteht. Ich konnte jedoch Dr. Nikitin nie für eine auch nur halbwegs politische Persönlichkeit halten, und, wie ich in der Untersuchung ausgesagt habe, so behaupte ich auch jetzt, dass ich ein Gespräch mit ihm ablehnte. Nach einiger Zeit erfuhr ich, dass er und mit ihm mehrere Personen in die Verbannung gingen. Worin das Wesen ihrer Tätigkeit, außer diesen Gesprächen, somit bestand, kann ich persönlich kaum sagen. Aber an der so genannten Nikitinschen Affäre habe ich nicht den geringsten Anteil genommen. Kuibyschew besuchte ich selten. Gorki besuchte ich zusammen mit Dr. Lewin, wenn Gorki schwerkrank war. Ich war konsultierender Arzt, Hausarzt von Gorki war Lewin.
Der Plan der Behandlung wurde von mir zusammen mit Lewin ausgearbeitet, für ihn trage ich ebenso wie Lewin die Verantwortung.
Die Schilderungen Lewins bestätige ich: Gorki war von sehr schwacher Gesundheit, was damals allen Ärzten bekannt war. Die Obduktion bestätigte es, dass Gorki nur ein Drittel der Lungen besaß, folglich konnte sich eine physische Übermüdung, irgendeine Infektion als unheilvoll erweisen. Irgendwelche Hilfe wurde nicht von außen eingeführt, sondern es wurde ein Regime durchgeführt, das für Gorki schädlich war.
Dr. Lewin sagte ganz richtig, dass, als die Behandlung durchgeführt wurde, die Grenzen der zulässigen und möglichen Dosen nicht überschritten wurden. Gestern richtete man an Dr. Lewin die Frage, ob er je 30-40 Ampullen Kampfer injiziert habe. Das ist nicht die Höchstgrenze. Ich hatte Gelegenheit, einer alten Frau mit kruppöser Lungenentzündung eine weit größere Menge Kampfer einzuspritzen, nämlich 50 Ampullen. Seit der Zeit sind 8 Jahre verflossen, und jahrein jahraus erscheint sie bei mir. Der Kampfer verschwindet aus dem Organismus in höchstens 25-30 Minuten. Aber das ist nicht immer so, und gleichzeitig wird das, was für Iwan eine normale zulässige Dosis ist, für Peter eine zu große sein. Dasselbe kann man vom Alkohol sagen. Dem einen genügen drei Gläschen, um betrunken zu werden, dem anderen dagegen machen zwei Flaschen nichts aus.
Hinsichtlich der Quantität und der Qualität waren alle diese Medikamente zulässig, individuell für Gorki waren sie jedoch schädlich. Natürlich ändert das nichts an der Sache. Der toxische Einfluss, der schädliche Einfluss trat deswegen ein, weil die Resistenzgrenze bei Gorki niedriger war als bei einer anderen Person.
Was die Tötung Kuibyschews betrifft, so ist das von Lewin Geschilderte vollkommen richtig. Infolge der sehr angestrengten, sehr nervösen Tätigkeit reichten die Kräfte Kuibyschews nicht aus, es waren erregende Mittel erforderlich, die ihm in Form verschiedenartiger Hormone eingespritzt wurden. Man durfte sie nicht ununterbrochen 365 Tage im Jahr hindurch einspritzen, man hätte Pausen machen müssen, diese Pausen wurden jedoch nicht gemacht. Eine entsprechende Wirkung übte auch die Verabreichung von Herzmitteln aus, die Lewin verordnete.
Wie ersichtlich, stimmen meine Aussagen mit denen Lewins überein, vielleicht unterscheiden sie sich von jenen in irgendwelchen Kleinigkeiten, aber hier sind Kleinigkeiten nicht ausschlaggebend, und ich trage die gleiche Verantwortung wie er.
Vielleicht gestatten Sie mir, jetzt gleich die Fragen nach meiner Herkunft, nach meiner Tätigkeit usw., zu beantworten, die gestern an Lewin gestellt wurden und die offenbar auch mir gestellt werden.

WYSCHINSKI: Wie charakterisieren Sie Ihre Stimmungen zu der Zeit, wo Sie von Jagoda zu einer Abmachung über die Ermordung Kuibyschews und Gorkis eingeladen wurden? Hatten Sie damals sowjetfeindliche Stimmungen?

PLETNJOW: Jawohl.

WYSCHINSKI: Und Sie maskierten diese Stimmungen?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: In welcher Weise?

PLETNJOW: Ich sprach wiederholt von der vollen Unterstützung all der Maßnahmen, die von der Sowjetmacht durchgeführt wurden.

WYSCHINSKI: Und in Wirklichkeit?

PLETNJOW: Ich war kein Sowjetmensch.

WYSCHINSKI: Ein sowjetfeindlicher?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie maskierten sich?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie waren ein Doppelzüngeler?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie logen?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie betrogen?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Woraus bestand der Plan, den Sie mit Lewin zusammen zur Tötung Alexej Maximowitsch Gorkis ausgearbeitet hatten? Formulieren Sie ihn kurz.

PLETNJOW: Den Organismus zu ermüden und dadurch seine Widerstandsfähigkeit herabzusetzen.

WYSCHINSKI: So sehr...

PLETNJOW: Damit nicht... mit einem Wort, die Widerstandsfähigkeit herabzusetzen, zu erreichen, dass der Organismus keinen Widerstand zu leisten vermag.

WYSCHINSKI: Bis zur äußersten Grenze herabzusetzen?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Bis zur äußerst möglichen Grenze?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Bis zur möglichen und den menschlichen Kräften zugänglichen Grenze?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und diesen Zustand des geschwächten Organismus wozu auszunutzen?

PLETNJOW: Zu einer eventuellen Erkältung und einer infolge der Erkältung eintretenden Infektion.

WYSCHINSKI: Das heißt, absichtlich eine Lage zu schaffen, wo die Erkrankung an irgendeiner Krankheit unvermeidlich ist?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und die Krankheit auszunutzen, uni was zu tun?

PLETNJOW: Um eine falsche Behandlungsmethode anzuwenden.

WYSCHINSKI: Zu welchem Zwecke?

PLETNJOW: Zur Tötung Gorkis.

WYSCHINSKI: Und das war also Ihr Plan?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und Sie haben ihn ausgeführt?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Wie bereiteten Sie den Organismus Gorkis dazu vor, dass er nicht imstande war, sich einer Krankheit zu widersetzen?

PLETNJOW: Diese Technik hat Lewin hier geschildert.

WYSCHINSKI: Und Sie haben diesen Plan unterstützt?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie hatten in dieser Sache ebenfalls eine Meinung, war sie von Bedeutung?

PLETNJOW: Technisch konnte ich nichts voraussehen, aber ich trage die volle Verantwortung dafür.

WYSCHINSKI: Die Verantwortung tragen Sie natürlich in vollem Maße. Mich interessiert augenblicklich eine andere Frage: worin äußerte sich Ihre faktische Teilnahme. Darin, dass Sie zusammen mit Lewin diesen verbrecherischen ungeheuerlichen Plan ausgearbeitet haben? Verstehe ich richtig?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie haben zusammen mit Lewin das ungeheuerliche Resultat erzielt, das Sie erstrebten?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Bezüglich Walerian Wladimirowitsch Kuibyschew haben Sie ebenfalls den Plan seiner Tötung zusammen mit Lewin ausgearbeitet?

PLETNJOW: Ebenfalls mit Lewin zusammen.

WYSCHINSKI: Und mit Lewin zusammen trugen Sie dafür Sorge, dass dieser Plan ausgeführt wurde?

PLETNJOW: Insofern ihn Lewin ausführte, war dies ein gemeinsamer Plan.

WYSCHINSKI: Und warum wählte Lewin Sie zu seinem Gehilfen oder zum Leiter, wie denken Sie selbst darüber?

PLETNJOW: Wir trafen mit ihm sehr häufig hei Konsultationen in Regierungskreisen zusammen.

WYSCHINSKI: Er traf ja nicht nur mit Ihnen allein zusammen.

PLETNJOW: Ich glaube, dass er diese Frage besser beantworten wird als ich.

WYSCHINSKI: Und welcher Auffassung sind Sie selbst?

PLETNJOW: Wahrscheinlich wegen dieser antisowjetischen Stimmungen.

WYSCHINSKI: Waren ihm diese bekannt?

PLETNJOW: Sie waren ihn bekannt.

WYSCHINSKI: Sind Sie schon lange mit Lewin bekannt?

PLETNJOW: Etwa 40 Jahre.

WYSCHINSKI: Seit der Studentenzeit?

PLETNJOW: Ein wenig später.

WYSCHINSKI: Hatte er Grund zur Annahme, dass Sie ihn nicht verraten werden?

PLETNJOW: Ich habe Sie nicht verstanden.

WYSCHINSKI: Sie befürchteten nicht, dass Lewin Sie hineinlegen wird?

PLETNJOW: Das kann ich nicht sagen.

WYSCHINSKI: Befürchteten Sie das oder nicht?

PLETNJOW: Sowieso bin ich für diese Sache verantwortlich.

WYSCHINSKI: Aber befürchteten Sie, dass er Sie ausliefern wird, oder nicht?

PLETNJOW: Darüber dachte ich nicht nach.

WYSCHINSKI: Selbstverständlich. Sie akzeptierten diesen Plan wohlwollend?

PLETNJOW: Ich sagte bereits in der Voruntersuchung aus, dass hier ein schwerer Kampf stattfand.

WYSCHINSKI: Warum verzichteten Sie nicht auf diesen verbrecherischen Plan?

PLETNJOW: Jagoda sprach mir gegenüber Drohungen aus.

WYSCHINSKI: Warum maßen Sie den Drohungen Jagodas ernste Bedeutung bei?

PLETNJOW: Er war ja immerhin Volkskommissar für Innere Angelegenheiten.

BULANOW: Nun, als er aber aufgehört hatte, Volkskommissar zu sein, was hat Sie damals davon abgehalten, bei den zuständigen Organen zu erscheinen und Ihrer Bürgerpflicht nachzukommen?

PLETNJOW: Ich hielt die Frage für erledigt und begraben.

WYSCHINSKI: Begraben waren Ihre Opfer, die Frage dagegen ist bis jetzt lebendig.

PLETNJOW: Jetzt sehe ich, dass sie lebendig ist.

WYSCHINSKI: Sie fürchteten sich vor Jagoda, als er Leiter des Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten war; es gab aber eine Zeit, die länger als einen Tag und länger als einen Monat währte, in der Jagoda für Sie keine Gefahr darstellte, als er von der Arbeit im Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten entfernt war.

PLETNJOW: Ich glaubte, mit dem Alpdruck sei es nun zu Ende...

WYSCHINSKI: Dass Gras darüber gewachsen ist, dass niemand etwas erfahren wird?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Und dass Sie wie früher eine Leuchte der medizinischen Welt vorstellen konnten, während Sie in Wirklichkeit eine Leuchte der Banditenwelt sind. Ist es so?

PLETNJOW: Ja.

VORSITZENDER: Hat die Verteidigung irgendwelche Fragen?

VERTEIDIGER KOMMODOW: In Ihren Aussagen, Angeklagter Pletnjow, gibt es eine Stelle, wo Sie sagen, dass Jagoda im Gespräch mit Ihnen, als Sie Einwendungen zu erheben begannen, Ihnen erklärt hat: Der Vorschlag ist nicht gemacht, um diskutiert, sondern um verwirklicht zu werden. Gab es eine solche Stelle?

PLETNJOW: Ja.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Ist es bei der Zusammenkunft mit Jagoda vorgekommen, dass Jagoda Ihnen sagte, es liege gegen Sie kompromittierendes Material vor?

PLETNJOW: Er hat mir dasselbe nicht gezeigt, sondern davon gesprochen.

WYSCHINSKI (zu Pletnjow): Und Sie fragten nicht, was das denn für ein Material sei?

PLETNJOW: Nein, ich fragte nicht.

WYSCHINSKI: Vielleicht war gar kein Material vorhanden?

PLETNJOW: Von meinem Gesichtspunkt aus? Ich weiß es bis jetzt nicht.

WYSCHINSKI: Wenn Sie ein ernster Mensch gewesen wären, hätten Sie doch fragen müssen, was für Material vorliegt.

PLETNJOW: Ich fragte nicht danach. Aber meine Kadetten-Vergangenheit...

WYSCHINSKI: Nicht Sie allein haben eine Kadetten-Vergangenheit, was hat Sie denn erschreckt?

PLETNJOW: Die allgemeine Situation.

WYSCHINSKI: Das ist begreiflich.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Sie hatten sowjetfeindliche Stimmungen?

PLETNJOW: Ja, wie ich bereits sagte.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Sie konnten annehmen, dass die Organe für staatliche Sicherheit von Ihren sowjetfeindlichen Stimmungen wissen?

PLETNJOW: Da ich sie hatte, war auch Grund zu einer solchen Annahme vorhanden.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Hätten Ihre sowjetfeindlichen Stimmungen an und für sich Sie zur Verübung eines Verbrechens in Ihrer Tätigkeit veranlassen können, wenn nicht die Weisungen Jagodas vorhanden gewesen wären?

PLETNJOW: Keinesfalls.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Seit wie viel Jahren üben Sie Ihre ärztliche Tätigkeit aus?

PLETNJOW: 40 Jahre makellose ärztliche Tätigkeit.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Diese 40 Jahre waren Sie praktischer Arzt oder befassten Sie sich mit wissenschaftlicher Tätigkeit?

PLETNJOW: Ich war praktischer Arzt, war Pädagoge, befasste mich mit wissenschaftlicher Forschungsarbeit und war Redakteur einer der führenden medizinischen Zeitschriften in der UdSSR.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Haben Sie wissenschaftliche Arbeiten verfasst?

PLETNJOW: Ich habe eine ganze Reihe Arbeiten verfasst.

VERTEIDIGER KOMMODOW: Ich habe keine Fragen mehr.

WYSCHINSKI (zu Pletnjow): Wie viel Jahre, sagten Sie, waren Sie ärztlich tätig?

PLETNJOW: 40 Jahre.

WYSCHINSKI: Sie halten diese Tätigkeit für makellos?

PLETNJOW: Ja, ich halte sie dafür.

WYSCHINSKI: Für makellos?

PLETNJOW: Ja, ich halte sie dafür.

WYSCHINSKI: In diesen 40 Jahren sind nie Verbrechen vorgekommen, die Sie in Ihrem Beruf begangen hätten?

PLETNJOW: Ihnen ist eins bekannt.

WYSCHINSKI: Ich frage Sie, weil Sie Ihre Tätigkeit in den 40 Jahren für makellos ausgeben.

PLETNJOW: Ja, aber wie ich damals in Abrede stellte...

WYSCHINSKI: Sind Sie nicht der Meinung, dass jenes Urteil, das in der Ihnen gut bekannten Affäre über eine von Ihnen an einer Patientin verübte Gewalttat vorliegt, ein Moment ist, das für Ihre Tätigkeit schmachvoll ist?

PLETNJOW: Das Urteil, ja...

WYSCHINSKI: Schändet das Urteil Ihre Tätigkeit oder nicht?

PLETNJOW: Es schändet sie.

WYSCHINSKI: Folglich gab es in diesen 40 Jahren schändende Momente?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Sie bekannten sich in nichts schuldig?

PLETNJOW: Ich kann nicht sagen, in nichts.

WYSCHINSKI: Sie haben also einiges gestanden?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Wirft das einen Makel auf Sie?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Folglich gab es in den 40 Jahren Momente, die einen Makel auf Sie werfen?

PLETNJOW: Ja.

WYSCHINSKI: Ich habe keine Fragen mehr.

VORSITZENDER: Die anderen Angeklagten haben keine Fragen? (Fragen sind nicht vorhanden.)

Haben die Sachverständigen Fragen? (Fragen sind nicht vorhanden)

(Zu Pletnjow) Setzen Sie sich bitte.

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