PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VORMITTAGSSITZUNG VOM 11. MÄRZ 1938

REDE DES STAATLICHEN ANKLÄGERS, DES STAATSANWALTS DER UDSSR, WYSCHINSKI

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint. Bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Bitte sich zu setzen. Die Verhandlung wird fortgesetzt. Das Wort hat der Staatliche Ankläger, der Staatsanwalt der UdSSR Genosse Wyschinski.

WYSCHINSKI: Genossen Richter, Mitglieder des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR!

Zu Beginn meiner Anklagerede in vorliegender Sache, die eine ungewöhnliche Erscheinung darstellt, eine außerordentliche gesellschaftlich-politische Bedeutung hat, möchte ich vor allem Ihre Aufmerksamkeit auf einige besondere Züge dieser Sache, auf einige ihrer hervorstechenden Besonderheiten lenken.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Oberste Gerichtshof unseres Landes eine Sache über die schwersten Verbrechen behandelt, die gegen das Wohl unserer Heimat, gegen unser sozialistisches Vaterland - das Vaterland der Werktätigen der ganzen Welt - gerichtet sind. Aber ich dürfte mich kaum irren, wenn ich behaupte, dass unser Gericht zum ersten Male eine solche Sache wie diese zu behandeln hat, eine Sache zu behandeln hat über solche Verbrechen und solche Gräueltaten wie die, die vor Ihren Augen aufgerollt worden sind, die vor den Augen der ganzen Welt in diesem Gerichtsverfahren aufgerollt worden sind, über solche Verbrecher wie diese Verbrecher, die gegenwärtig vor Ihnen auf der Anklagebank sitzen.

Mit jedem Tag und mit jeder Stunde entrollte die gerichtliche Untersuchung der gegenwärtigen Sache immer mehr und mehr, immer furchtbarer und furchtbarer die Kette schändlicher, unerhörter, ungeheuerlicher Verbrechen, die von den Angeklagten begangen worden sind, die ganze widerliche Kette von Freveltaten, vor denen die Freveltaten der eingefleischtesten, der niederträchtigsten, der schamlosesten und gemeinsten Verbrecher verblassen und in den Schatten treten.

In der Tat, welcher Gerichtsprozess von all denen, die bei uns infolge der Bedingungen des Klassenkampfes und des erbitterten Widerstandes unserer Feinde gegen die Sache des Sozialismus in der letzten Zeit in nicht geringer Anzahl stattgefunden haben, halt mit dem gegenwärtigen Prozess an Ungeheuerlichkeit, Frechheit und Zynismus der von diesen Herrschaften begangenen Verbrechen einen Vergleich aus! In welchem anderen Prozess war es gelungen, mit solcher Kraft und Tiefe die wahre Natur dieser Verbrechen aufzudecken und zu entlarven, mit, solcher Kraft den Schurken ihre tückischen Masken vom Gesicht zu reißen und unserem ganzen Volke und allen ehrlichen Menschen der ganzen Welt das bestialische Gesicht der internationalen Räuber zu zeigen, die mit allen Künsten und allem Geschick die Hand der Verbrecher gegen unsere friedliche sozialistische Arbeit richten, die eine neue, glückliche und freudig-blühende sozialistische Gesellschaft der Arbeiter und Bauern aufgebaut hat.

Schon dieser Umstand allein zeugt hinreichend klar von der gewaltigen gesellschaftlich-politischen Bedeutung dieses Prozesses, davon, dass dieser Prozess eine hervorragende Erscheinung darstellt, dass dieser Prozess eine historische Bedeutung hat.

Worin besteht die historische Bedeutung dieses Prozesses? Worin bestehen einige seiner Besonderheiten?

Die historische Bedeutung dieses Prozesses besteht vor allem darin, dass in diesem Prozess mit außerordentlicher Sorgfalt und Genauigkeit gezeigt, bewiesen und festgestellt hat, dass die Rechten, Trotzkisten, Menschewiki, Sozialrevolutionäre, die bürgerlichen Nationalisten usw. u.a.m. nichts anderes sind als eine prinzipienlose, ideenlose Bande von Mördern, Spionen, Diversanten und Schädlingen.

Genau vor einem Jahre sagte Genosse Stalin, als er die Mängel unserer Arbeit analysierte und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und anderen Doppelangler bezeichnete:

„Ein paar Worte über die Schädlinge, Diversanten, Spione usw. Ich glaube, jetzt ist es für alle klar, dass die heutigen Schädlinge und Diversanten, unter welcher Flagge, ob unter trotzkistischer oder bucharinscher, sie sich auch maskieren mögen, schon lange aufgehört haben, eine politische Strömung in der Arbeiterbewegung zu sein, dass sie sich in eine prinzipien- und ideenlose Bande berufsmäßiger Schädlinge, Diversanten, Spione, Mörder verwandelt haben. Das ist klar, dass diese Herrschaften schonungslos zerschmettert und ausgerottet werden müssen, als Feinde der Arbeiterklasse, als Verräter an unserer Heimat. Das ist klar und bedarf keiner weiteren Erläuterungen.“

Ein Jahr ist vergangen. An dem Beispiel des gegenwärtigen Prozesses sehen wir, wie sehr Genosse Stalin mit seiner Einschätzung der Trotzkisten und Bucharinleute Recht hatte.

Die Trotzkisten und Bucharinleute, d. h. der „Block der Rechten und Trotzkisten“, dessen Spitze jetzt auf der Anklagebank sitzt, sind keine politische Partei, keine politische Strömung, es ist dies eine Bande von gemeinen Verbrechern, und nicht einfach gemeinen Verbrechern, sondern von Verbrechern, die sich an feindliche Spionagedienste verkauft haben, von Verbrechern, die sogar von kriminellen Verbrechern als die am tiefsten gesunkenen, als die allerletzten, als die allerverächtlichsten, als die korrumpiertesten unter den Korrumpierten betrachtet werden.

Der so genannte „Block der Rechten und Trotzkisten“ ist eine Organisation der Spionage, der Diversionen, des Schädlingstums, politischer Morde und des Verschacherns ihrer Heimat an die Feinde.

Der Block hat nichts Ideelles, nichts sozusagen „Geistiges“, nichts Ideologisches. Was einst in irgendeinem Maße einige von den Teilnehmern dieses Blockes besaßen, das ist schon längst verloren, eingebüßt, längst verschwunden, verwest in dem verpesteten, widerlichen unterirdischen Treiben der Spione.

Gewiss, einige von den Angeklagten, insbesondere der Angeklagte Bucharin, unternahmen auf diesem Prozess öfters den Versuch, wie die Franzosen sagen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, sich den Anschein von Menschen zu geben, die sich von einer „Idee“ leiten lassen, ihre kriminelle Banditentätigkeit mit allerlei „philosophischem“, „ideologischem“ Gerede zu verhüllen.

Bucharin bemühte sich hier, den ganzen Alpdruck seiner scheußlichen Verbrechen auf irgendwelche „ideologische Richtlinien“ zu beschränken, über die er lange und schwülstige Reden zuhalten versuchte. Bucharin sprach hier über die Arbeitsteilung in dieser Spionage- und Schädlingsorganisation, er sprach von gewissen „Programmpunkten“, von einer „ideologischen Orientierung“, die freilich, fügte er hinzu, eine ideologische Orientierung auf das Kulakentum war.

Seine eigene Rolle in dieser Bande suchte Bucharin als die Rolle eines „Theoretikers“ darzustellen. Am vierten Prozesstage, als die kriminellen Spionageverbrechen dieses so genannten Blocks bereits voll und ganz entlarvt waren, genierte er sich nicht, buchstäblich folgendes zu erklären:

„Ich befasste mich... hauptsächlich mit der Problematik der allgemeinen Leitung und mit der ideologischen Seite, was natürlich weder mein Informiertsein über die praktische Seite der Sache, noch die Ergreifung einer ganzen Reihe von praktischen Schritten meinerseits ausschloss.“

Bitte einmal die Rolle dieses Herrchens zu bewerten, der sich angeblich nicht mit der Leitung aller möglichen und dabei der ungeheuerlichsten Verbrechen, sondern mit der „Problematik“ dieser Verbrechen befasst, nicht mit der Organisierung dieser Verbrechen, sondern mit der „ideologischen Seite“ dieser schwarzen Sache. Bewerten Sie die Rolle dieses Herrchens, der die hemmungsloseste Schädlings- und Unterwühlungsarbeit betreibt, indem er, wie er selbst zugibt, alle Schwierigkeiten der Sowjetmacht ausnützt, der schwarzen Verrat an der Heimat vorbereitet und schmiedet, die Niederlage seines Landes im Kriege gegen die faschistischen Feinde vorbereitet und der seinen Verrat durch unverschämtes und zynisches Geschwätz von der Ausnützung des Krieges, der „prognostisch in der Perspektive stand“, zu verhüllen glaubt. Bewertet die Rolle dieses Herrchens, der davon schwätzt, dass der Oberbandit und englisch-deutsche Spion Trotzki bereits 1932 seine, wie hier Bucharin sagte, „linkslerische Uniform“ abgeworfen habe und dass er, Bucharie, zusammen mit Rykow und Tomski diese Bande von Verbrechern mit seiner „Ideologie“ gewappnet habe.

Am Arm gepackt, auf frischer Tat ertappt, ruft Bucharin Hegel selbst zum Zeugen auf, stürzt sich in den Dschungel der Linguistik, der Philologie und der Rhetorik, murmelt irgendwelche gelehrten Worte, um nur auf irgendwelche Weise die Spuren zu verwischen. Er hält es aber nicht aus und beendet sein wissenschaftlich-fiebertolles Gestammel mit dem Geständnis:

„Wir haben uns alle in erbitterte Konterrevolutionäre, in Verräter an der sozialistischen Heimat verwandelt, wir haben uns in Spione, Terroristen, Restauratoren des Kapitalismus verwandelt. Wir gingen auf Verrat, Verbrechen, Landesverrat aus... Wir verwandelten uns in einen Aufstandstrupp, organisierten terroristische Gruppen, befassten uns mit Schädlingsarbeit, wollten die... Sowjetmacht des Proletariats stürzen.“.

Bucharin hätte dem hinzufügen sollen: „Wir haben uns in eine .Polizeiabteilung des japanisch-deutschen Spionagedienstes verwandelt, wir haben uns in schamlose Verschacherer unserer Heimat verwandelt“.

Der Block - das ist eine Agentur der ausländischen Spionagedienste. Die Mitglieder des Blocks und seine Leiter, wie Trotzki, der hier nicht auf der Anklagebank sitzt, Bucharin, Rykow, Jagoda, Krestinski, Rosengolz und seine einfachen Mitglieder, wie Subarew, Maximow-Dikowski und andere -, das sind die Sklaven dieser Spionagedienste, das sind die Knechte Ihrer Herren.

Von was für einer Ideologie, von was für einer „Problematik“ oder „Prognostik“, einer Theorie oder Philosophie kann also hier die Rede sein?

Die Philosophie, hinter deren Rauchvorhang sich Bucharin hier zu verstecken versuchte, ist nur eine Maske zur Verdeckung der Spionage, des Verrats.

Die literarisch-philosophischen Übungen Bucharins sind ein Schirm, hinter dein Bucharin sich vor seiner endgültigen Entlarvung zu verstecken sucht.

Philosophie und Spionage, Philosophie und Schädlingstum, Philosophie und Diversionen, Philosophie und Morde sind - wie Genie und Verbrechen - zwei miteinander unvereinbare Dinge.

Ich kenne keine anderen Beispiele - das ist das erste Beispiel in der Geschichte dafür, wie ein Spion und Mörder mit der Philosophie wie mit zerstoßenem Glas hantiert, um es seinem Opfer in die Augen zu streuen, bevor er ihm mit der Räuberkeule den Schädel zertrümmert.

Die historische Bedeutung dieses Prozesses besteht vor allem darin, dass er die Banditennatur des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, seine ideologische Inhaltslosigkeit bis zum Ende entlarvt hat, dass er es entlarvt hat, dass der Block - all diese Rechten, Trotzkisten, Menschewiki, Sozialrevolutionäre, bürgerlichen Nationalisten usw. usw. -, dass sie alle die besoldete Agentur der faschistischen Spionagedienste sind.

Der „Block der Rechten und Trotzkisten“ ist nicht eine politische Gruppierung, das ist eine Bande von Spionen, von Agenten auswärtiger Spionagedienste.

Dies ist voll und ganz und unwiderleglich bewiesen. Darin besteht die gewaltige gesellschaftlich-politische und historische Bedeutung dieses Prozesses.

Der „Block der Rechten und Trotzkisten“, der jetzt auf der Anklagebank sitzt, ist - wie dies die gerichtliche Untersuchung mit aller Anschaulichkeit gezeigt hat - nur die Vorhut des internationalen Faschismus, das ist eine Horde von Henkern und illegal vorgehenden Mördern, mit deren Hilfe der Faschismus in verschiedenen Ländern, in erster, Linie in Spanien und China, sein Unwesen treibt.

Deshalb ist die Entlarvung des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, als einer Spionenbande, nicht nur für unsere sozialistische Revolution von gewaltiger Bedeutung; sie hat eine gewaltige Bedeutung für das gesamte internationale Proletariat. Sie hat eine gewaltige Bedeutung für die Sache des Friedens in der ganzen Welt. Sie hat eine gewaltige Bedeutung für die gesamte menschliche Kultur, für den Kampf um die wirkliche Demokratie und Freiheit der Völker, für den Kampf gegen alle und jegliche Kriegsbrandstifter, gegen alle und jegliche internationalen Provokationen und Provokateure.

Deshalb verfolgen die werktätigen Massen aller Länder der Welt, besonders jener Länder, in denen das Volk für seine Freiheit einen heldenmütigen Kampf gegen das faschistische Joch führt, den Verlauf dieses Prozesses mit fieberhafter Aufmerksamkeit:

Die Bucharin und Rykow, die Jagoda und Bulanow, die Krestinski und Rosengolz, Ikramow, Chodshajew und Scharangowitsch verrichten unter der Leitung Trotzkis, unter Leitung des deutschen, japanischen, polnischen und der sonstigen Spionagedienste ihre schwarze Arbeit auf Befehl ihrer Herren nicht nur in unserem Lande, sondern auch In Spanien, in China, überall, wo der Klassenkampf der Werktätigen vor sich geht, wo sich der Kampf der ehrlichen Menschen um wahrhafte Freiheit, um wahrhafte Demokratie, uns wahrhafte menschliche Kultur abspielt.

Die Bucharin und Rykow, die Jagoda und Bulanow, die Krestinski und Rosengolz, die Ikramow, Scharangowitsch, Chodshajew und die andern, das ist die gleiche „fünfte“ Kolonne, das ist die gleiche POUM, das ist der gleiche Ku-Klux-Klan. Das ist eine der Abteilungen der faschistischen Provokateure und Kriegsbrandstifter, die in der internationalen Arena tätig sind.

Die Zerschmetterung dieser Abteilung ist ein gewaltiges Verdienst an der Sache des Friedens, an der Sache der Demokratie, an der Sache der wahren menschlichen Kultur.

Die außerordentliche Bedeutung des gegenwärtigen Prozesses beschränkt sich. jedoch nicht auf das Gesagte.

Hier auf der Anklagebank sitzt nicht irgendeine beliebige antisowjetische Gruppe, die Agentur nicht irgendeines auswärtigen Spionagedienstes, hier auf der Anklagebank sitzt eine ganze Reihe antisowjetischer Gruppen, die die Agentur der Spionagedienste einer ganzen Reihe der UdSSR feindlich gesinnter auswärtiger Staaten vertreten.

In dieser „Sache“ waren die Überreste aller antisowjetischen Kräfte, Gruppen und Organisationen verwickelt, waren, wie dies durch die gerichtliche Untersuchung mit Genauigkeit festgestellt wurde, wenigstens vier auswärtige Spionagedienste verwickelt: der japanische, der deutsche, der polnische und der englische und selbstverständlich alle anderen auswärtigen Spionagedienste, die mit den erwähnten Spionagediensten einen freundschaftlichen, so genannten operativen Kontakt aufrechterhalten.

In der Tat, wenn man von Trotzki spricht, so wurde seine Verbindung mit der Gestapo schon auf den Prozessen des trotzkistisch-sinowjewschen terroristischen Zentrums im August 1936, und des antisowjetischen trotzkistischen Zentrums im Januar 1937 erschöpfend bewiesen. Jetzt aber wurde bewiesen, dass seine Verbindungen mit der deutschen politischen Polizei und mit den Spionagediensten anderer Länder schon in einem bedeutend früheren Zeitabschnitt begonnen haben, dass Trotzki mit dem deutschen Spionagedienst schon 1921 verbunden war. Darüber machte in der gegenwärtigen Gerichtsverhandlung Krestinski ganz genaue Angaben. Jetzt ist es bewiesen, dass Trotzki seit 1926 mit denn englischen Spionagedienst „Intelligence Service“ verbunden war. Darüber machte der Angeklagte Rakowski und das ist bewiesen-ganz genaue Aussagen. Der ganze Block mit. Trotzki an der Spitze bestand gänzlich aus ausländischen Spionen und zaristischen. Geheimpolizisten.

Bucharin und Rykow waren durch ihre Komplicen mit einer Reihe von auswärtigen Spionagediensten verbunden und bedienten sie systematisch.

Um Jagoda schwirrten die deutschen, japanischen und die polnischen Spione wie die Fliegen, und er deckte sie nicht nur, wie er es hier selber gestand, sondern er betrieb durch sie Spionagetätigkeit, lieferte den Spionagediensten geheimes staatswichtiges Material aus, verkaufte und verriet unser Land an diese auswärtigen Spionagedienste.

Krestinski ist nach eigenem Geständnis seit 1921 ein deutscher Spion.

Rosengolz, einer der Leiter des trotzkistischen unterirdischen Verstecks, begann, wie festgestellt ist, seine Spionagearbeit für den deutschen Generalstab, wie er selbst gestand, im Jahre 1923 und für die „Intelligence Service“, wie er auch dieses Verbrechen selbst gestand, im Jahre 1926.

Rakowski, einer der Trotzki nächststehenden Menschen und dessen besondere Vertrauensperson, war nach seinen eigenen Aussagen Agent des englischen Spionagedienstes „Intelligence Service“ seit 1924 und Agent des japanischen Spionagedienstes seit 1934.

Tschernow begann seine Spionagetätigkeit zugunsten Deutschlands nach seiner eigenen Aussage im Jahre 1928, nachdem er sich mit dem deutschen Spionagedienst auf Initiative und unter Mitwirkung des nicht unbekannten menschewistischen Emigranten Dan verbunden hatte.

Scharangowitsch wurde im Jahre 1921 vom polnischen Spionagedienst angeworben und zur Spionagearbeit nach der UdSSR geschickt.

Grinko wurde nach seinen eigenen Worten im Jahre 1932 Spion des deutschen und des polnischen Spionagedienstes und hatte schon vorher mit diesen Spionagediensten, besonders mit dem polnischen Spionagedienst, Spionageverbindung.

Ikramow und Chodshajew „arbeiten“ durch ihre Kurbaschi unter der Leitung Bucharins an der Organisierung der Verbindungen mit den Residenten der „Intelligence Service“, an deren Ausbau an den mittelasiatischen Grenzen der UdSSR der nicht unbekannte Spion und Abenteurer Lawrence nicht wenig gearbeitet hatte.

Dann folgen die Provokateure und Agenten der zaristischen Geheimpolizei: Selenski, Subarew, Iwanow. Iwanow ist dazu auch noch englischer Spion.

Nehmen Sie zu dieser Gesellschaft noch die Gruppe der Giftmischer hinzu - die Mörder Lewin, Pletnjow, Kasakow, Krjutschkow, Maximow-Dikowski und andere, die mit ihnen verbunden sind, dann wird das moralisch-politische Gesicht dieses Blocks und jedes seiner Teilnehmer restlos klar.

Deshalb können wir sagen: das ist ein übel riechender Haufen menschlichen Abschaums, der vor nichts zurückschreckte, der vor nichts zurückscheute, der zu allem bereit war - dazu, Betriebe und Eisenbahnzüge in die Luft zu sprengen, zur Vernichtung des Viehs, zum Verderben des Getreides, zu Mord, Spionage und Verrat.

Gerade all diese Eigenschaften, die kriminell-politischen und moralischen, machten denn auch die Rechten und Trotzkisten zu einem so wertvollen Material für Provokationen, für die Entfachung eines Krieges, für die niederträchtigsten Verbrechen des .Faschismus. Niemand versteht es, sich so zu maskieren wie sie. Niemand beherrschte in solchen Maße die Meisterschaft des zynischen Doppelzünglertums wie sie.

Vor der ganzen Welt wird jetzt die abscheuliche, verräterische Banditentätigkeit der Bucharin, Jagoda, Krestinski, Rykow und der übrigen Rechten und Trotzkisten entlarvt. Sie verkauften die Heimat, schacherten mit den militärischen Geheimnissen der Verteidigung der Heimat, sie waren Spione, Diversanten, Schädlinge, Mörder, Diebe - und all dies, um den faschistischen Regierungen zu helfen, die Sowjetregierung zu stürzen, die Macht der Arbeiter und Bauern zu stürzen, die Macht der Kapitalisten und Gutsherren wiederherzustellen, das Land des Sowjetvolkes zu zerstückeln, die nationalen Republiken loszutrennen und sie in Kolonien der Imperialisten zu verwandeln.

So lautete der Befehl ihrer Herren, und sie führten diesen Befehl so gut sie konnten, unter Aufbietung aller ihrer Kräfte durch.

Aus allen Kräften bemühten sie sich, unser Vaterhaus an allen vier Ecken in Brand zu stecken, sie beeilten sich, dem Feinde die Tore zu öffnen, um die Macht an sich zu reißen, und sei es auch um den Preis eines Judasverrates, um die Früchte der heroischen Arbeit unseres Volkes, das die neue sozialistische Gesellschaft aufgebaut hat, zu vernichten, um die Macht den Gutsbesitzern und Kapitalisten wiederzugeben, für die diese Verräter, ohne je die Hände in den Schoß zu legen, arbeiteten.

Von solcher Art sind diese Leute, von solcher Art sind ihre Pläne und Berechnungen, von solcher Art sind ihre schändlichen und ungeheuerlichen Verbrechen.

Der Angeklagte Bucharin sagte hier prahlend, dass sie, die Rechten, die kapitalistischen Nachbeter, den Trotzkismus mit der „geistigen“ Waffe der Theorie der kapitalistischen Restauration ausrüsteten.

Von was für einer „Theorie“ spricht Bucharin, dieser durchtriebene politische Schurke und einer der größten Organisatoren der ausländischen Spionage gegen die UdSSR?

Wie der Teufel vor dem Weihwasser, so flieht Bucharin vor dem Geständnis seiner Schuld. Bucharin leugnet hier seine Schuld.

Was ist aber sein Leugnen dieses Verbrechens wert im Lichte des Geständnisses seiner Schuld an anderen, schwersten Verbrechen, die organisch mit diesen Verbrechen verbunden sind?

Was ist dieses Leugnen wert im Lichte der Beweise, über die wir gegen Bucharin verfügen?

Ich erinnere nur daran, dass in der Vormittagssitzung vom 7. März Bucharin und Rykow der Spionageverbindungen und der Spionagetätigkeit zugunsten der deutschen und polnischen Spionagedienste vollkommen überführt worden sind. Ich erinnere kurz an das Gespräch mit Rykow in der Vormittagssitzung vom 7. März.

In der Untersuchung sagte Rykow folgendes aus:

„Tscherwjakow entfaltete in Belorussland eine äußerst aktive Tätigkeit. In seinen gegenseitigen Beziehungen zu den Polen zogen er und die mit ihm in der illegalen Tätigkeit Verbundenen alle praktischen Schlussfolgerungen aus dieser unserer Direktive.“

Rykow bestätigte dies auch vor dem Gericht. Der Staatliche Ankläger fragte ihn vor dem Gericht:

„Folglich hatten Tscherwjakow und die Leute, die mit Ihnen verbunden waren, eine systematische Verbindung mit den Polen?
Rykow: Ja.
Frage: Was ist das für eine Verbindung?
Rykow: Dort gab es auch eine Spionageverbindung.
Frage: Bestand die Spionageverbindung eines Teiles Ihrer Organisation zu den Polen auf Ihre Direktive hin?
Rykow: Gewiss.
Frage: Darunter auch auf Grund der Direktive Bucharins?
Rykow: Gewiss.
Frage: Sie und Bucharin waren miteinander verbunden?
Rykow: Unbedingt.
Frage: Sie waren also Spione.
Rykow (schweigt)
Frage: Und Organisatoren der Spionage?
Rykow: Ich bin in nichts besser als ein Spion.
Frage: Sie waren Organisatoren der Spionage - sie waren Spione?
Rykow: Man kann sagen, ja.“

Und Bucharin spricht unter diesen Verhältnissen von irgendeiner „Theorie“, sucht „theoretisch“ den Sachverhalt zu erklären, der die Rechten in das Lager der geschworenen Feinde der Sowjetmacht und des Sowjetvolkes geführt hat...

Diese Erklärungen braucht man gar nicht in der bucharinschen „Theorie“ zu suchen. Man muss sie in den bucharinschen Verbrechen suchen, obwohl sie sich in so etwas wie eine „Theorie“ zu verhüllen suchten. Gerade sie, diese Verbrechen, erklärenden wirklichen Lauf der Dinge, die wirkliche Logik der Ereignisse und des Kampfes, die zwei Welten, zwei Blocks einander gegenüberstellten: den Block der Verräter, der Söldlinge des ausländischen Kapitals, der jetzt durch den Zorn und die Macht des großen Sowjetlandes entlarvt und zerschlagen ist, den Block der Verräter, die mit ewiger Verachtung, ewiger Schmach und dem Fluch der Millionenmassen des werktätigen Volkes der ganzen Welt bedeckt sind - und den Block der Sowjetpatrioten, die in der Liebe zu ihrer Heimat groß und unbesiegbar sind, die mehr als eine historische Schlacht gegen die Feinde gewonnen haben, die unter der Leitung der Kommunistischen Partei und des großen Stalin bereit sind, jeden beliebigen Feind unter beliebigen Bedingungen zu beliebiger Zeit, woher er auch kommen möge, ungeachtet jeglichen Verrats, einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Die Bedeutung des gegenwärtigen Gerichtsprozesses wird selbstverständlich auch durch die Lehren bestimmt, die wir, alle Patrioten des Sowjetlandes, aus diesem Prozess unweigerlich ziehen müssen.

Unsere Heimat genießt das Glück des sozialistischen Sieges, das Glück und die Freude der vom kapitalistischen Joch befreiten Arbeit.

Zwanzig Jahre steht der Sowjetstaat, der sozialistische Staat der Arbeiter und Bauern wie ein unerschütterlicher Fels.

Zwanzig Jahre währt die heroische Arbeit in dem großen Lande des siegreichen Sozialismus zur Organisierung der neuen gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung, frei von Ausbeutung, von Elend und Leiden der Millionen Volksmessen, die in fast allen übrigen Ländern der Welt durch das Joch des Kapitalismus versklavt sind.

Zwanzig Jahre währt die hartnäckige und beharrliche, einmütige Arbeit der zahlreichen Völker, die sich zur brüderlichen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken vereinigt haben, welche vom Genius der Führer der sozialistischen Revolution Lenin und Stalin errichtet worden ist.

In diesen zwanzig Jahren hat sich das ehemals arme und schwache Land in ein reiches und kraftvolles, mächtiges und unbesiegbares Land verwandelt.

In diesen zwanzig Jahren hat sich das Russische Reich in einen sozialistischen Staat verwandelt.

Auf dem VIII. Außerordentlichen Unionskongress der Sowjets, der die große Stalinsche Verfassung annahm, sagte Genosse Stalin:

„Unsere Sowjetgesellschaft hat es erreicht, dass sie den Sozialismus im Wesentlichen schon verwirklicht, die sozialistische Gesellschaftsordnung geschaffen, das heißt, das verwirklicht hat, was bei den Marxisten anders die erste oder untere Phase des Kommunismus heißt. Also ist bei uns die erste Phase des Kommunismus, der Sozialismus, im Wesentlichen bereits verwirklicht. Das Grundprinzip dieser Phase des Kommunismus ist bekanntlich die Formel: ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.’“

In diesen zwanzig Jahren wurde unter der Leitung Lenin s-Stalins in unserem Lande die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen endgültig vernichtet, wurde das gesellschaftliche sozialistische Eigentum als unerschütterliche Grundlage unserer Sowjetgesellschaft endgültig festgelegt.

In diesen zwanzig Jahren veränderte sich von Grund aus das Aussehen unseres Landes, das sich in eine außerordentlich reiche und mächtige proletarische Macht verwandelt hat.

„Im Ergebnis aller dieser Veränderungen auf dem Gebiet der Volkswirtschaft der UdSSR“, sagt Genosse Stalin, „haben. wir jetzt eine neue sozialistische Ökonomik, die keine Krisen und keine Arbeitslosigkeit kennt, die kein Elend und keinen Ruin kennt, und die den Staatsbürgern alle Möglichkeiten für ein Leben in Wohlstand und Kultur gewährt.“

Der Sozialismus ist zum Alltag unseres Volkes geworden, der Sozialismus hat in unserem Lande gesiegt. Und es gibt keine Kraft in der Welt, die die Bedeutung oder die Größe dieses Sieges des Sozialismus abschwächen könnte. Und dies ungeachtet aller Schwierigkeiten, die uns im Wege standen und jetzt noch stehen. Und dies ungeachtet aller Anstrengungen der uns feindlich gesinnten auswärtigen Staaten und der untergehenden und absterbenden Überreste der Ausbeuterklassen in unserem Lande, die progressive Entwicklung unserer Gesellschaft aufzuhalten, unsere sozialistischen Erfolge zu verhindern, unsere friedliche schöpferische Arbeit am Aufbau des Sozialismus in der UdSSR zu vereiteln.

Man kann ohne jegliche Übertreibung sagen, dass unser Staat und unser Volk in den verflossenen zwanzig Jahren Sowjetgeschichte kein einziges Jahr, keinen einzigen Monat und Tag gekannt haben, an dem uns die Feinde nicht überfallen hätten, bösartige, hinterlistige, grausame Feinde, die Rache üben für ihre Niederlagen, die ihnen die Hände unserer Arbeiter und Bauern zugefügt haben, die Rache üben für das „verlorene Paradies“ ihrer ökonomischen und politischen Herrschaft.

Von den ersten Tagen der Großen Oktoberrevolution an bis zu den herrlichen Tagen der größten der Geschichtsepoche, der Epoche der Stalinschen Verfassung, steht die junge Sowjetrepublik ununterbrochen im Feuer des Klassenangriffes der Ausbeuter und ihrer zahllosen Agenturen - der Trotzkisten, Menschewiki, Sozialrevolutionäre, Bucharinleute, Sinowjewleute, Mussawatisten, Daschnaken, der georgischen, usbekischen und anderen Nationalisten, der Schwarzen Hundert, Weißgardisten, Kadetten, Popen, Kulaken usw. usf.

Dieser Prozess brachte uns nochmals in Erinnerung, und dabei mit nie dagewesener Kraft und Stärke, dass zwei Welten als unversöhnliche Todfeinde einander gegenüberstehen - die Welt des Kapitalismus und die Welt des Sozialismus.

Die Logik der Klassengegensätze und des Klassenkampfes veranlaßt die Überreste der Ausbeuterklassen innerhalb der UdSSR und die Ausbeuterklassen außerhalb der UdSSR zu immer erbitterteren Angriffen gegen den Staat der Werktätigen, der für ein besseres, für ein neues Leben der Werktätigen und der unterdrückten Völker der ganzen Welt einen breiten Weg bahnt.

Auf die Gefahr der kapitalistischen Umkreisung für die Sache des Sozialismus in der UdSSR haben unsere Lehrer Lenin und Stalin wiederholt unsere Aufmerksamkeit gelenkt. Auf dem VIII. Parteitag der KPR(B) vom März 1919 sagte Lenin :

„Wir leben nicht nur in einem Staate, sondern in einem System von Staaten, und das Nebeneinanderbestehen der Sowjetrepublik und der imperialistischen Staaten ist auf die Dauer undenkbar. Letzten Endes muss entweder die eine oder müssen die anderen siegen. Bis dieses Ende da sein wird, sind eine Reihe schrecklichster Zusammenstöße zwischen der Sowjetrepublik und den bürgerlichen Staaten unvermeidlich.“ ( Lenin , Bd. XXIV, S. 122, russ.)

„Man muss im Auge behalten“, lehrte Lenin , „dass wir ständig um Haaresbreite von jeder Art Invasion entfernt sind.“ ( Lenin ,. Bd. XXVII, S. 117, russ.)

Genosse Stalin brachte uns dieser Tage noch einmal die kapitalistische Umkreisung in Erinnerung.

„Es wäre in der Tat lächerlich und dumm“, schrieb Genosse Stalin in seiner historischen Antwort an Genossen Iwanow, „die Augen vor der Tatsache der kapitalistischen Umkreisung zu verschließen und zu glauben, dass unsere äußern Feinde, z. B. die Faschisten, nicht den Versuch machen werden, bei Gelegenheit gegen die UdSSR einen militärischen Überfall zu unternehmen. So denken können nur blinde Prahler oder versteckte Feinde, die das Volk einzuschläfern wünschen. Nicht weniger lächerlich wäre es, zu leugnen, dass im Falle des geringsten Erfolges der militärischen Intervention die Interventen den Versuch machen werden, in den von ihnen besetzten Rayons die Sowjetordnung zu zerstören und die bürgerliche Ordnung wiederherzustellen.. Haben denn Denikin und Koltschak in den von ihnen besetzten Rayons die bürgerliche Ordnung nicht wiederhergestellt? Worin sind die Faschisten besser als Denikin oder Koltschak? Die Gefahr einer militärischen Intervention und von Restaurationsversuchen bei Bestehen der kapitalistischen Umkreisung können nur Dummköpfe oder versteckte Feinde leugnen, die ihre Feindschaft hinter Prahlerei zu verstecken wünschen und das Volk zu demobilisieren trachten.“

Auf den Erfolg der Intervention hofften im Laufe einer Reihe von Jahren unsere Feinde, indem sie den Kampf organisierten und die verschiedenen antisowjetischen Gruppen innerhalb der UdSSR zu diesem Kampf gegen die Sowjetmacht aufstachelten, wobei sie darauf rechneten, mit Hilfe dieser Gruppen ihre räuberischen Absichten zu verwirklichen.

Die ganze Geschichte der bürgerlichen Konterrevolution in der UdSSR ist mit den aktiven Versuchen der reaktionärsten Kreise der internationalen Bourgeoisie, die Macht der Sowjets zu stürzen, verbunden. Bei keiner einzigen ernsten Verschwörung gegen die Sowjetmacht in der UdSSR ging es ohne die direkte und aktivste Teilnahme der ausländischen Kapitalisten und Militärs ab.

Im Jahre 1921 warnte uns Lenin :

„Wir sind von der Weltbourgeoisie umringt, die auf jede Minute des Schwankens lauert, um die ‚Ihrigen’ zurückzuholen, um die Gutsbesitzer und die Bourgeoisie wiederherzustellen.“ ( Lenin , Bd. XXVI, S. 348, russ.)

Genosse Stalin erinnert uns unermüdlich an die Gefahr der kapitalistischen Umkreisung, er beweist, dass...

„der Widerstand der untergehenden Klasse unseres Landes nicht isoliert von der Außenwelt vor sich geht, sondern von der kapitalistischen Umkreisung unterstützt wird“. (Probleme des Lenin ismus, Bd. II, S. 337, dtsch.)

Zeugt davon etwa nicht die bekannte Schachtyaffäre, wo die Rolle des Hauptdirigenten die polnisch-französisch-deutschen Kapitalisten spielten, die sich mit den Schädlingen zu einem Kampf gegen die UdSSR vereinigt hatten?

Waren etwa nicht der polnische Fabrikant Dworzanczik, die französischen Aktionäre Sansel, Rennt und Bouroz, die deutsche AEG und die Soldateska einer Reihe kapitalistischer Länder, die sowohl die ersten als auch die zweiten und die dritten unterstützte, waren sie alle etwa nicht Inspiratoren der Schachtyverschwörung, die zusammen mit den auswärtigen Generalstäben unser Land im Jahre 1928 mit Blut zu überströmen gedachten?

Zeugt etwa nicht davon die bekannte Affäre der „Industriepartei“, wo neben Ramsin und Tscharnowski die Weißemigranten Rjabuschinski und General Lukomski, der englische Spion Oberst Lawrence und der französische General Joinville, der bekannte Teilnehmer der nördlichen Intervention von 1919 und Militärattache bei Koltschak, die erste Geige spielten?

Es ist bekannt, dass sowohl die Schachtyleute als auch die Leute von der „Industriepartei“ sich nicht nur mit Schädlingsarbeit beschäftigten und für den Fall eines Krieges Diversionsakte vorbereiteten, sondern auch systematisch Spionagearbeit betrieben, wobei, wie sich dies im Prozess der „Industriepartei“ herausstellte, Ramsin zur Durchführung dieser Spionagearbeit sogar eine besondere Kommission unter dem Vorsitz eines Schädlings, des Professors Ossadschi, des ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Staatsplankommission, organisiert hatte. Im Programm der „Industriepartei“ wurde die Aufmerksamkeit auf Diversionsakte in Moskau, Lenin grad, im Donezbecken, im Ural, durch Sprengung von Brücken, Beschädigung von Eisenbahnlinien, Sprengung von Kraftwerken, Stilllegung von Industriebetrieben konzentriert.

Zeugt etwa nicht von der teuflischen Arbeit der auswärtigen Spionagedienste in unserem Lande auch der Prozess der englischen Ingenieure Tornton, Mac Donald und anderer im Jahre 1933 entlarvter Agenten der „Intelligence Service“, der Organisatoren der Schädlingsarbeit und Diversionsakte auf manchem unterer Kraftwerke, derjenigen Leute, die Stützpunkte für die bevorstehende Intervention vorbereiteten?

Zeugen schließlich etwa nicht ebenfalls davon die letzten Gerichtsprozesse der Jahre 1936-1937, die die ungeheuerlichen Verbrechen der Spionage- und Terrorbanden der Trotzkisten, Sinowjewleute und anderer sowjetfeindlicher Elemente enthüllten, die in den Dienst ausländischer Geheimpolizeien traten und die sich in eine Spionage-, Diversions- und Terroragentur dieser Geheimpolizeien verwandelten? Ja, ja, davon zeugen mit voller Überzeugungskraft, davon schreien die grauenerregenden Verbrechen dieser Banditenborden, die durch das Urteil unseres Sowjetgerichtes vernichtet worden sind.

Der Prozess gegen Sinowjew und Kamenew, der Prozess gegen Pjatakow und Radek, der Prozess gegen die Gruppe der Militärverschwörer Tuchatschewski, Jakir und der anderen haben bewiesen, dass die Feinde nicht daran denken, langsam „In den Sozialismus hineinzukriechen“, wie dies zur Bemäntelung ihrer niederträchtigen verräterischen Tätigkeit die Angeklagten Bucharin, Rykow und Konsorten prophezeiten, und dass sie zu den extremsten, zu den grausamsten Mitteln des Kampfes greifen.

Das hat restlos auch der gegenwärtige Prozess gezeigt, dessen „Haupthelden“ die Organisatoren und Inspiratoren des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ sind, die als Erzfeinde des Sozialismus, unserer Heimat, unseres Volkes überführt worden sind.

Dies ist der Grund, warum die Bedeutung des gegenwärtigen Prozesses über den gewöhnlichen, sozusagen kriminellen Rahmen weit hinausgeht und eine wahrhaft gewaltige historische Bedeutung gewinnt.

Dieser Prozess zieht das Fazit des Kampfes gegen die Partei Lenin s-Stalins und gegen den Sowjetstaat, eines Kampfes, der von Leuten geführt wurde, die, wie dies außerordentlich krass und überzeugend die gerichtliche Untersuchung bewiesen hat, ihr ganzes Leben eine Maske trugen, die diesen Kampf lange vor der gegenwärtigen Zeit begonnen haben, die unter der Hülle lauter provokatorischer Phrasen nicht der Revolution und dem Proletariat dienten, sondern der Konterrevolution und der Bourgeoisie, die die Partei und die Sowjetnacht betrogen, um bequemer ihre dunkle verräterische Arbeit zu betreiben, um länger unentlarvt zu bleiben.

Die verabscheuungswürdigen Verbrecher verstanden es, durch Betrug, Heuchelei und Doppelzünglertun die Stunde ihrer Entlarvung bis zur letzten Zeit hinauszuschieben. Aber diese Stunde hat geschlagen, und die Verbrecher sind entlarvt, vollständig und bis zu Ende entlarvt.

Im Lichte der in diesem Prozess festgestellten Tatsachen wird die gesamte verbrecherische Tätigkeit der Trotzkisten und Bucharinleute klar und begreiflich, die unter einer kunstvollen Maske ihr wahres Gesicht, das Gesicht geschworener Feinde des Sowjetvolkes verbargen...

Die Maske ist heruntergerissen. Ihr wahres Gesicht, ihre wirkliche Gestalt ist jetzt jedem klar. Jedem sind auch ihre Schandtaten klar, wie auch ihr klägliches, schändliches Los klar ist.

Die Gerichtsprozesse gegen Sinowjew-Kamenew und Pjatakow-Radek vollendeten die Entlarvung des trotzkistisch-sinowjewschen Geschmeißes als einer schamlosen und prinzipienlosen Bande von Schädlingen, Diversanten, Spionen und Mördern, die im Auftrage der Spionagedienste auswärtiger Staaten handelten.

Der Gerichtsprozess von 1937, wo auf der Anklagebank die trotzkistischen Häuptlinge Pjatakow, Radek, Sokolnikow und andere saßen, entlarvte die politische Plattform der Trotzkisten, trotzdem sie diese Plattform vor dem Volke beharrlich versteckten.

Und wie sollten sie auch nicht diese ihre Plattform verstecken, die aus Verrat, Heimtücke und Landesverrat gewoben und nur der einen Aufgabe untergeordnet war, den Sturz der Sowjetmacht und die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR zu gewährleisten.

Der gegenwärtige Prozess hat gezeigt, dass die Trotzkisten dieses, mit Verlaub zu sagen, „Programm“ bei den Rechten abgeschrieben hatten, was der Angeklagte Bucharin nicht ohne Großtuerei vor dem Gericht erklärt hat.

Der jetzige Prozess hat nicht nur die Trotzkisten restlos und bis zu Ende als faschistische Agentur entlarvt, sondern auch die Bucharinleute, die sich während einer langen Zeit geschickt maskierten, die ihrer Entlarvung als Mörder, Spione und Provokateure geschickt entgingen.

Jetzt ist es für alle und jeden klar, was die Rechten vorstellen, die bereits seit langem ebenso wie die Trotzkisten aufgehört haben, eine politische Strömung zu sein, und sich ebenso wie der Trotzkismus in eine hemmungslose und unverschämte Bande gemeiner Verbrecher verwandelt haben.

Jetzt ist der ganze Prozess ihrer Verwandlung in eine konterrevolutionäre Bande endgültig klargelegt, einer Verwandlung, die bereits seit langem zum Vorschein kam und wiederholt von unserer Partei und vom Genossen Stalin persönlich entlarvt wurde.

Wir werden noch auf die Verbrechen des Angeklagten Bucharin im Jahre 1918 speziell eingehen; augenblicklich erinnern wir an sie nur dazu, um uns den Weg dieser Umwandlung im Lichte dieser Verbrechen besser und deutlicher vorstellen zu können.

Konnte etwa Bucharin, der im Jahre 1918 mit einer Verschwörung gegen Lenin , das Haupt des Sowjetstaates, begann, der 1818 seine verbrecherische Hand gegen Lenin erhob, anders enden, als er jetzt geendet hat - auf dieser schändlichen Anklagebank, in Erwartung eines strengen, aber gerechten Urteils des Sowjetvolkes, das jetzt diesen verhassten Namen fluchend ausspricht!

Konnte Bucharin, der mit der Quacksalber-„Theorie“ ,vom friedlichen Hineinwachsen der Kulaken in den Sozialismus begann, der in all diesen letzten zehn Jahren einen unterirdischen Kampf gegen die Partei und gegen das Sowjetvolk führte, seine politische Karriere anders beenden, als er sie beendet, indem er sogar jetzt, an der Schwelle seiner vielleicht letzten Stunde, seiner Todesstunde, Komödie spielt und Possen reißt!

Zum Spionageblock mit den Trotzkisten kamen Bucharin, Rykow, Jagoda und die anderen Rechten nicht zufällig. Dass ein derartiger Block sich bildete und sich endlich im Jahre 1932 endgültig herausgebildet hat, ist nicht überraschend. In dieser Richtung verlief die gesamte Entwicklung der Beziehungen zwischen den Rechten und den Trotzkisten, die im Grunde genommen nur Abarten derselben Erscheinungen sind.

Auf dem XVI. Parteitag, im Jahre 1930, entlarvte Genosse Stalin die Zwiespältigkeit des Trotzkismus und wies darauf hin, dass diese Zwiespältigkeit... „die Tatsache erklärt, dass der Trotzkismus seine ‚wütenden’ Scheinangriffe gegen die rechten Abweichler“ (dieses Kapitulantentum mit Maske. A. W.) „in der Regel durch eine Blockbildung mit Ihnen als den Kapitulanten ohne Maske krönt“.

Die Trotzkisten und die Rechten - das sind Kapitulanten. Die einen sind Kapitulanten unter der Maske hysterischer, provokatorischer „revolutionärer“ Phrasen, die anderen sind Kapitulanten ohne Maske.

Auf der XVII. Parteikonferenz zeigte Genosse Molotow in seinem Referat über den zweiten Fünfjahrplan die vollständige Seelenverwandtschaft zwischen den Rechten und Trotzkisten auf. Die Trotzkisten treten gegen den ersten Fünfjahrplan mit verleumderischen Gegenthesen auf. Ihnen beten die Rechten nach, die dem Stalinschen Fünfjahrplan den Rykowschen Zweijahrplan entgegenstellen.

Die Trotzkisten verbreiten die Verleumdung, dass die Kulakenelemente zunähmen und dass die Staatswirtschaft in der UdSSR von ihnen abhänge. Die Rechten quieken tagein, tagaus, „die Hauptquelle des Getreides würden noch lange Zeit hindurch die individuellen Bauernwirtschaften“ (d. h., die Kulakenwirtschaften. - A. W.) „sein und deshalb müsse man mit der Offensive gegen die Kulaken nachlassen“.

Die Trotzkisten zischen verleumderisch vom „Thermidor“, d. h. vom Zusammenbruch unserer Revolution. Die Rechten beten ihnen nach und quieken, dass unsere Fabriken und Werke bald in den Besitz der Weißgardisten kommen könnten. Allerdings rauften sich die Rechten bisweilen mit den Trotzkisten, aber wie bereits Genosse Stalin zeigte, waren das „Hahnenkämpfe“, die die rechten Abweichler „gewöhnlich durch Verhandlungen krönen, die sie mit den Trotzkisten hinter den Kulissen über Blockbildung führen“. (Probleme des Lenin ismus, Bd. II, S. 389, dtsch.)

Und so geht’s jahrein, jahraus im ganzen Verlauf unserer Revolution, während der ganzen Zeit des Bestehens des Sowjetstaates.

Woraus erklärt sich diese Verwandtschaft der Positionen der Trotzkisten und der Rechten, ihre ständige Gravitation zueinander, ihr ständiges Suchen nach Blocks und schließlich das Vorhandensein dieser Blocks in den verschiedenen Etappen ihres Kampfes gegen die Partei, gegen den Sowjetstaat, gegen den sozialistischen Aufbau?

Das erklärt sich selbstverständlich vor allem aus der Gemeinsamkeit der sozialen Basis der Trotzkisten und der Rechten. Das erklärt sich daraus, dass sowohl die Trotzkisten als auch die Rechten den Druck der kapitalistischen Elemente widerspiegeln, die den Erfolgen des Sozialismus Widerstand entgegensetzen, die nicht friedlich und leise von der historischen Bühne abtreten wollen.

Das erklärt sich, wie wir jetzt wissen, daraus, dass sowohl diese als auch jene im Auftrage ein und derselben Herren handelten, die in den Generalstäben und Spionagediensten der der UdSSR feindlich gesinnten auswärtigen Staaten sitzen.

Die Trotzkisten und Bucharinleute gelangten schon vor vielen Jahren in das Lager der Konterrevolution. Der Trotzkismus und die Rechten verwandelten sich schon vor vielen Jahren in Landsknechte der bürgerlichen Konterrevolution. Die Trotzkisten und die Rechten liefern schon seit vielen Jahren der konterrevolutionären Bourgeoisie die Waffen zum Kampfe gegen den Sowjetstaat. Die Trotzkisten und die Rechten betreiben ein und dasselbe dunkle Werk des Verrats.

Das sind die Tatsachen, die einen neuen Sinn im Lichte der Umstände erhalten, welche jetzt vollständig und mit absoluter Zuverlässigkeit in der gerichtlichen Untersuchung der gegenwärtigen Verhandlung festgestellt worden sind.

Die Tatsachen stellen völlig unbestreitbar sowohl die Unvermeidlichkeit und die Natürlichkeit des zwischen den Rechten und Trotzkisten geschlossenen Blocks fest, als auch die Verwandlung dieses Blocks in eine Agentur der auswärtigen, faschistischen Spionagedienste.

Wie die Trotzkisten und Sinowjewleute gegen Lenin , gegen den Sozialismus, gegen die heldenhaften Bemühungen der proletarischen Revolution, in der UdSSR eine neue sozialistische Gesellschaft zu erbauen, gekämpft haben, das zeigten mit erschöpfender Vollständigkeit die zwei vorangehenden Gerichtsprozesse an dem Beispiel Pjatakows, Sinowjews, Kamenews, Radeks, Smirnows und der anderen.

Ich möchte jetzt an einige Tatsachen erinnern, die von diesem Standpunkt aus das Verhalten einiger Heiden des gegenwärtigen Prozesses und in erster Linie das der Angeklagten Bucharin und Rykow charakterisieren.

Bucharin liebt es, wie ich schon sagte, sich als „Theoretiker“ hinzustellen, noch dazu als Marxisten, als den orthodoxesten, der existiert. Aber wie die Sache sich in Wirklichkeit verhält, das ersieht man aus einer kurzen historischen Übersicht über die parteifeindlichen Aktionen Bucharins, angefangen vom Jahre 1909 bis zum Jahre 1936 einschließlich.

Einige kurze Angaben:

1909 - Bucharin schließt sich dem Otsowismus an.

1914-1917 - (Periode des imperialistischen Krieges) der „linke Kommunist“ Bucharin lehnt das Minimalprogramm ab, führt den Kampf gegen Lenin .

1914 - er trägt sich mit dem Plan, eine eigene Zeitung herauszugeben, um sie der bolschewistischen Presse, der Lenin schen Presse gegenüberzustellen.

Frühjahr 1915 - Bucharin ist Trotzkist. Auf der Berner Konferenz tritt er gegen die Losung des Bürgerkrieges und für die Einheit mit dem trotzkistisch-menschewistischen „Nasche Slowo“ ein.

Lenin schreibt seinen Artikel „Über den Nationalstolz der Großrussen“, Bucharin behandelt dies als eine Erscheinung des Sozialpatriotismus.

Herbst 1915 - Bucharin tritt mit Thesen auf, die das Recht der Nationen auf Selbstbestimmung verneinen.

Februar 1916 - Bucharin solidarisiert sich mit dem halb-anarchistischen Programm der holländischen linken Sozialdemokraten.

Im Jähre 1916 - entwickelt Bucharin in der Zeitschrift „Jugend-Internationale“ anarchistische, anti Lenin istische Ansichten in der Frage des Staates, der Diktatur des Proletariats.

Im Artikel „Weltwirtschaft und Imperialismus“ (1915) verteidigt Bucharin offen die trotzkistische These, dass getrennte Aktionen des Proletariats in einzelnen Ländern nicht siegen können. Mit anderen Worten: Bucharin vertagte den Sozialismus, wie Lenin sagte, „...ad calendas graecas, d. h. bis auf den Nimmerleinstag“. ( Lenin , Bd. XIX, S. 221, russ.) Lenin schrieb über Bucharin im Jahre 1916, dass er „erstens leichtgläubig gegenüber Zuträgereien und zweitens in der Politik teuflisch unbeständig ist“. ( Lenin , Bd. XXIX, S. 229, russ.)

„Der Krieg“, schrieb Lenin , „trieb ihn zu halbanarchistischen Ideen. Auf der Beratung, die die Berner Resolutionen annahm (Frühjahr 1915), legte er Thesen... vor, die der Höhepunkt des Unsinns, eine Schande, halber Anarchismus waren.“

Im Jahre 1916 entwickelte Bucharin, wie ich schon sagte, in der Zeitschrift „Jugend-Internationale“ anarchistisch-syndikalistische Ideen über die prinzipielle Feindschaft des Proletariats gegen den Staat und über die Sprengung eines jeden Staates.

Später, ein Jahr nach dem Tode W. I. Lenin s, trat Bucharin mit der frechen Behauptung hervor, in dieser Frage hätte nicht er, Bucharin, sondern Lenin sich geirrt.

1916-1917 - Bucharin redigiert zusammen mit Trotzki die trotzkistische Zeitung „Nowy Mir“ (New York), in der er die Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Lande verneint.

1917 - auf dem VI. Parteitag legt Bucharin ein trotzkistisches Schema vor. In den Oktobertagen besteht er immer wieder auf der Unmöglichkeit des Sieges des Sozialismus in Russland.

1918 - Bucharin ist Führer des „linken Kommunismus“. Diese Episode wurde, in der Gerichtssitzung mit aller Genauigkeit behandelt.

Am 8. Oktober 1918 spricht Bucharin auf dem Plenum des Moskauer Sowjets über die Fehlerhaftigkeit seines „linken Kommunismus“. „Ich war seinerzeit gegen den Brester Frieden, aber niemals habe ich die Sprengung des Friedens verteidigt, wie die ‚linken’ Sozialrevolutionäre. Jetzt muss ich offen und ehrlich bekennen, dass wir Gegner des Brester Friedens Unrecht hatten - Recht hatte Lenin .“ Wir wissen, dass Bucharin vor Gericht gestehen musste, dass er in Wirklichkeit aktiv für die Sprengung des Brester Friedens kämpfte.

1919 - auf dem VIII. Parteitag tritt Bucharin wieder gegen die Anerkennung des Rechts der Nationen auf Selbstbestimmung auf.

Dann kommen der IX. und X. Parteitag, wo Bucharin unentwegt „seine“ Linie führt, die gegen die Partei, gegen Lenin , gegen Stalin gerichtet ist.

Im Jahre 1921 nimmt Bucharin im Interesse Trotzkis eine Pufferstellung ein, schürt verräterisch die Diskussion, in die er nach einem Ausdruck Lenin s „Puffer-Öl“ gießt.

In der anti Lenin schen Fraktion tritt Bucharin zusammen mit Serebrjakow, Radek, Krestinski, Pjatakow und anderen Trotzkisten auf.

Ende 1920-Anfang 1921. Es gellt die Diskussion über die Gewerkschaften. Das Land trifft Vorbereitungen zum Übergang zur Neuen Ökonomischen Politik. Bucharin tritt als „Puffer“ auf und geht dann vollständig auf die Position Trotzkis über. Auf dem X. Parteitag erklärt er, dass die, „Republik an einem Haare hängt“.

Im Jahre 1923 schreibt Bucharin in der „Prawda“ in einem Artikel, betitelt „Nieder mit dem Fraktionismus“, über die Fehler Trotzkis und in dunklen Andeutungen über die Fehler „einer Reihe anderer Genossen“, wobei er über sich selbst schweigt.

1922 - Lenin schlägt Bucharin aufs Haupt für seinen Versuch, das Außenhandelsmonopol zu sprengen. Lenin entlarvt Bucharin direkt als Spekulanten, Kleinbürger, als Verteidiger der Interessen der Kulakenoberschicht der Bauernschaft, welche gegen das Industrieproletariat auftritt. ( Lenin , Bd. XXVII, S. 381, russ.)

1923-1924 steht Bucharin im Block mit Kamenew und Sinowjew gegen Genossen Stalin. Am Vorabend der Diskussion tritt Bucharin mit einem Artikel hervor, in dem er in verschleierter Form die Theorie des Hineinwachsens des Kulaken in den Sozialismus predigt.

Im Jahre 1925 - verkündete Bucharin die kulakische Losung „Bereichert euch!“. Allerdings gab Bucharin im Büchlein „Der Cäsarismus in der Maske der Revolution“ und auf dem XIV. Parteitag die Fehlerhaftigkeit dieser Losung zu, doch hier vor dem Gericht hat Bucharin bekannt, dass diese „Reue“ nichts weiter darstellte als ein taktisches Manöver, als ein Betrug.

1928 - Bucharin spricht auf dem Plenum des Zentralkomitees von dem Fehlen von Meinungsverschiedenheiten mit der Partei, gleichzeitig unterhandelt er mit Kamenew und trifft mit ihm ein geheimes Abkommen, verfasst die „Notizen eines Ökonomisten“.

1929 - Bucharin gibt in der „Prawda“ eine Erklärung über die Fehlerhaftigkeit seiner Anschauungen ab. „Indem wir diese unsere Fehler zugeben, werden wir unsererseits alle Kräfte anstrengen, um gemeinsam mit der ganzen Partei einen entschiedenen Kampf gegen alle Abweichungen zu führen.“ Jetzt vor Gericht hat er ausgesagt, dass auch dies nur ein taktisches Manöver war und dass er damals, im Jahre 1928, ebenfalls gelogen hat. Denn gerade in jener Zeit wurde die illegale Organisation gebildet, die mit der Waffe in der Hand gegen die Sowjetmacht auftrat.

Um nicht nackte Behauptungen aufzustellen, erinnere ich an die Aussagen Bucharins, Rykows und schließlich Iwanows, wie Bucharin den Kampf im Nordkaukasus entfachte, wie er durch Slepkow, seinen Schüler und Gehilfen in dieser Sache, Kulakenaufstände gegen die Sowjetmacht organisierte, wie er Jakowenko nach Sibirien sandte, wie es ihnen allen gelang, im Bijsker Kreis und an anderen Orten einen Kulakenaufstand zu provozieren. Ich erinnere daran, dass Bucharin zur selben Zeit in der Presse erklärte: „Wir werden alle Kräfte anstrengen, um gemeinsam mit der ganzen Partei einen entschiedenen Kampf gegen alle Abweichungen zu führen.“ Bucharin log auch hier.

Am 15. Dezember 1929 veröffentlicht Bucharin in der „Prawda“ einen Artikel, in dem er seine Fehler aufzählt und verurteilt. Und in derselben Zeit führt er illegale Unterhandlungen mit Kamenew durch.

In derselben Zeit schickt er, wie er es jetzt selbst eingestanden hat, zusammen mit Rykow Slepkow nach dem Nordkaukasus, Jakowenko nach Sibirien, um Kulakenaufstände gegen die Sowjetmacht zu entfachen. Vor Gericht hat Bucharin zugegeben, dass von ihnen eben in jener Zeit diese und jene Kulakenaufstände provoziert wurden.

Und wie benahm sich damals Bucharin?

Mit der heuchlerischen Miene eines Scheinheiligen, in der Maske der Aufrichtigkeit, begann Bucharin schon ganz zu Anfang des Kampfes, infame, intrigantenhafte, fraktionistische, geheime Machinationen gegen die Partei und ihre Führung zu betreiben. Er schloss einen Block mit den schlimmsten, entlarvten Feinden des Bolschewismus, die eben erst im November 1927 mit sowjetfeindlichen Demonstrationen in den Straßen Moskaus und Lenin grads gegen die Sowjetmacht aufgetreten waren.

Im Jahre 1930 gibt Bucharin erneut im Zentralkomitee eine Erklärung ab und gesteht seine Fehler ein. Bucharin spricht in der Erklärung von „meiner vorbehaltlosen Verurteilung aller und jeglicher Anschläge gegen die Einheit der Partei, jeglicher Fraktionsarbeit, jeglicher Versuche versteckten Kampfes gegen die Parteiführung, versteckter Verteidigung einer anderen, sich von der Parteilinie unterscheidenden politischen Linie“.

In Wirklichkeit aber, sie hörten das aus den Aussagen Buchahns, in Wirklichkeit führte er gerade zu dieser Zeit Unterhandlungen mit Semjonow über die Organisierung eines terroristischen Aktes gegen die Führer unserer Partei und Regierung.

Im Januar 1933 hält Bucharin auf dem Vereinigten Plenum des Zentralkomitees und der Zentralen Kontrollkommission der KPdSU(B) eine Rede („Prawda“ Nr. 14), in der er „schärfste Abrechnung mit der Gruppierung A. P. Smirnows“ fordert, von seiner „rechtsopportunistischen, absolut falschen allgemein-politischen Einstellung“ spricht, von seiner „Schuld vor der Partei, vor ihrer Führung, vor dem Zentralkomitee der Partei, vor der Arbeiterklasse und dem Lande“, sowie von Tomski und Rykow als von seinen „früheren Gefährten in der Führung der rechten Opposition“. Überhaupt „kritisiert“ er seine „früheren“ Anschauungen.

Aber in Wirklichkeit war dies das erste Jahr der Formierung des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, der an die Durchführung solcher Aufgaben wie Terror, Spionage, Diversionen, Schädlingsarbeit, Verrat an der Heimat, Lostrennung der nationalen Republiken von der UdSSR ging.

Anfang 1934 - auf dem XVII. Parteitag - billigt Bucharin in seiner Rede die „erbarmungslose Zertrümmerung aller Oppositionen und der rechten Opposition als Hauptgefahr, d, h. derselben Gruppierung, der ich einstmals angehörte“.

In dieser Zeit mobilisiert er jedoch alle Kräfte, um die verbrecherische Tätigkeit seiner Gruppe zu stärken, die sich schon in eine Gruppe wirklicher Spione, Mörder, Kundschafter verwandelt hat.

Anfang 1936 - In einem Artikel in den „Iswestija“ nannte Bucharin das russische Volk die „Nation der Oblomow“, in der Nummer der „Iswestija“ vom 14. Februar 1936 erklärt Bucharin die Fehlerhaftigkeit dieser seiner Behauptung. („Eine falsche Behauptung“; darüber „drücke ich mein tiefes Bedauern aus“.)

Das ist Bucharin - diese heuchlerische, lügnerische, listige Natur. Dieser frömmelnd-räuberische und würdig-tückische Mensch, diese, wie Maxim Gorki von einem Helden aus der Galerie „ehemaliger Leute“ sagte - „verfluchte Mischung von Fuchs und Schwein“.

Nicht besser sind auch die anderen - ebenfalls „Helden“.

Der Angeklagte Rykow. Vor seinen Eintritt in die Partei der Bolschewiki gehörte Rykow in Saratow zu der Vereinigten Partei der Sozialrevolutionäre und Sozialdemokraten.

1909-1911 - Rykow ist Halbtrotzkist, Halbliquidator. In der Periode der Aprilkonferenz sind Rykow und Kamenew für die Vereinigung der „lebenden Kräfte“ der revolutionären Demokratie, d. h. für einen Bund mit den Sozialrevolutionären und Menschewiki.

Im Oktober 1917 desertiert Rykow zusammen mit Kamenew und Sinowjew.

Im Dezember 1917 krächzt Rykow über die Unhaltbarkeit der Sowjetmacht, sagt, dass sich eine „rein bolschewistische Macht in einem zurückgebliebenen Lande nicht halten kann, zu einer Zeit, wo in Europa die sozialistische Revolution nicht erfolgt ist“.

Im Jahre 1920 - kämpft Rykow zusammen mit den Sapronowleuten gegen Lenin für die Kollegialität der Leitung.

Rykow ist gegen den Lenin schen Elektrifizierungsplan, ist mit Haut und Haaren dem spießbürgerlichen „Realismus“ verfallen, bis über die Ohren in Routine versunken (wie Genosse Stalin über ihn damals an Lenin schrieb).

Und nachher? Nachher kommen die Jahre 1928, 1929, 1932 - Blocks, Zentren, Verschwörungen, Verrat.

Die anderen Angeklagten sind nicht besser.

Da ist der alte Trotzkist und deutsche Spion Krestinski, der seine Verräterkarriere noch zu Lebzeiten von Wladimir Iljitsch Lenin begann. Krestinski übergibt dem deutschen Spionagedienst Spionagematerial und erhält jährlich 250000 Goldmark von der deutschen Reichswehr für die illegale trotzkistische Arbeit.

Genau so ein Erztrotzkist ist Rosengolz, der seit 1923 deutscher Spion und seit 1926 englischer Spion war.

Das sind die Leute, die mit Trotzki, Pjatakow, Jagoda, Bucharin und Rykow die Hauptmacher dieses Blocks, dieses „Zentrums der Zentren“ aller sowjetfeindlichen, faschistischen Kräfte in unserem Lande waren.

Ich halte es für erforderlich, kurz auf die hier stattgefundene Untersuchung der Umstände der Verschwörung gegen Wladimir Iljitsch Lenin im Jahre 1918 einzugehen.

Sowohl während der Voruntersuchung als auch in der Gerichtsverhandlung versuchte Bucharin, auf jegliche Art und Weise das Jahr 1918 zu umgehen, versuchte er, die Verantwortung vor der Geschichte, vor der Arbeiterklasse, vor der ganzen ehrlichen Menschheit für die ungeheuerlichen Verbrechen abzuschütteln, die er zusammen mit den „linken“ und rechten Sozialrevolutionären, zusammen mit Trotzki und seiner Gruppe organisierte und zum Teil verwirklichte.

Bucharin log in schändlicher Weise im Oktober 1918, als er sich von den „linken Kommunisten“ lossagte. Bucharin log in schändlicher Weise auch im Jahre 1924, als er unter dem Druck der Umstände einen Zipfel des Schleiers lüftete, der uns die tatsächliche Wahrheit über das schwere ungeheuerliche Verbrechen verhüllte.

Bucharin log zum Beispiel 1924, als er das Vorhandensein eines Blocks zwischen ihm und den „linken“ Sozialrevolutionären im Jahre 1918 bestritt.

Bucharin spricht auch hier die Unwahrheit vor Gericht, wenn er versucht, die Tatsachen abzustreiten, die hier durch eine Reihe von Zeugen festgestellt worden sind.

Dabei sind diese Tatsachen äußerst wichtig, sowohl vom Standpunkt der endgültigen Entlarvung des Verrätergesichtes von Bucharin als auch vom Standpunkt des vollständigeren und richtigeren Verständnisses der ganzen weiteren verbrecherischen Tätigkeit Bucharins und seiner Helfershelfer, der Bucharinleute.

Man muss sich die Tatsachen, die Umstände und die Bedingungen des Jahres 1918 vor Augen führen, um die ganze Tiefe des teuflischen Verbrechens Trotzkis und Bucharins gegen die Revolution, die ganze Tiefe ihres Verrats nach Gebühr einschätzen zu können!...

Diese Tatsachen, Genossen Richter, gehören jetzt selbstverständlich bereits größtenteils der Geschichte an, doch erlauben sie, volles Licht auf die Frage zu werfen, die uns und viele, vor allem aber jene interessiert, die mit der Vergangenheit Bucharins und der sowjetfeindlichen Gruppierungen noch nicht ganz vertraut sind: wie es geschehen konnte, dass Bucharin und Rykow, die sich so viele Jahre hindurch für Anhänger des Sozialismus, für Anhänger des sozialistischen Kampfes ausgaben, im Lager der verruchtesten Feinde der Sowjetmacht, im Lager der Verräter an der Revolution, am Sowjetvolke und an der Heimat landeten.

Diese Tatsachen, schon vom Staub der Archive bedeckt, leben im Lichte dieses Prozesses von neuem auf und beginnen neuerlich mit voller Stimme zu sprechen, mit der Stimme des Enthüllers, der die Schuldigen zur Rechenschaft zieht, wenn auch nicht vor dem Strafgericht, das durch den Rahmen der Verjährung der Verbrechen eingeengt ist, so doch jedenfalls vor dem Gericht der Geschichte, die keinerlei Verjährung, keinerlei Schonung kennt!

1918. Die junge Sowjetrepublik spannt alle ihre Kräfte an, um die gigantischen Schwierigkeiten zu überwinden, die sich ihr bei der Behauptung und Festigung des Sieges der sozialistischen Revolution in den Weg stellen.

Das Land war damals buchstäblich in den Staub getreten. Es musste auf die Höhe neuer, gewaltiger, historischer Aufgaben gebracht werden, wie sie bis dahin noch keine Revolution der Werktätigen gekannt hatte.

„Es stand uns bevor“, sagte W. I. Lenin darüber, „von der Periode des Triumphzuges zu einer ungewöhnlich mühevollen und schweren Lage überzugehen, von der mit Worten, mit glänzenden Losungen loszukommen - wie angenehm dies auch wäre -, natürlich unmöglich ist, denn wir hatten in unserem zerrütteten Lande namenlos erschöpfte Massen, die in einen solchen Zustand gelangt waren, in dem weiteres Kriegführen keineswegs möglich war, die von den Qualen des dreijährigen Krieges derart zermürbt waren, dass sie in einen Zustand vollständiger militärischer Untauglichkeit gelangten.“ (Stenographischer Bericht des VII. Parteitages, S. 19, russ.)

Unter diesen Bedingungen war der Kampf für den Frieden ein Kampf für die Zukunft der proletarischen Revolution, deren Schicksal im buchstäblichen Sinne des Wortes auf dem Spiele stand.

Unter diesen Bedingungen lief die Frage von Krieg und Frieden im Wesentlichen auf die eine Frage hinaus - Sein oder Nichtsein der Sowjetmacht, des Sowjetstaates, des Sowjetlandes.

Die geniale Lenin sche Strategie löste diese Frage in positivem Sinne. Die Geschichte hat die Richtigkeit dieser Lösung bestätigt. Sie sagte: „Sein“.

Der Lenin ismus lehrt nicht nur die Kunst des Angriffs, sondern auch die Kunst, des Rückzuges.

„...Man kann nicht siegen“, schrieb Lenin , „ohne gelernt zu haben, richtig anzugreifen, wie auch sich richtig zurückzuziehen.“ ( Lenin , Bd. XXV, S. 177, russ.)

Genosse Stalin sagte darüber:

„Das Ziel einer solchen Strategie ist: Zeit gewinnen, die Kräfte des Gegners zersetzen und die eigenen Kräfte sammeln, um später zum Angriff überzugehen.

Das Muster einer solchen Strategie ist der Brest-Litowsker Friedensschluss, der es der Partei ermöglichte, Zeit zu gewinnen, die Zusammenstöße im Lager des Imperialismus auszunützen, die Kräfte des Gegners zu zersetzen, sich die Bauernschaft zu erhalten und Kräfte zu sammeln, um die Offensive gegen Koltschak und Denikin vorzubereiten.“

Diese Strategie, die geniale Strategie Lenin s-Stalins wurde voll und ganz gerechtfertigt. Sie rettete das neue Russland und die Sowjetmacht vor unvermeidlichem Untergang.

Im Jahre 1924 brachte Genosse Stalin diesbezüglich in Erinnerung:

„Jetzt sieht auch der Dümmste“, sagte Lenin drei Jahre nach dem Brester Frieden, „dass der ‚Brester Frieden’ ein Zugeständnis war, das uns stärkte und die Kräfte des internationalen Imperialismus zermürbte.“ (Probleme des Lenin ismus, S.89, dtsch.)

Es ist bekannt, dass Trotzki und Bucharin mit ihren Anhängern in jeder Weise bestrebt waren, den Brester Frieden zu vereiteln.

Trotzki und die „linken“ Sozialrevolutionäre benahmen sich bei den Verhandlungen mit General Hoffmann wie Provokateure, die „linken Kommunisten“ mit Bucharin an der Spitze schrieen Zeter und Mordio gegen die Friedenspolitik der Sowjetregierung mit Lenin , Stalin und Swerdlow an der Spitze, forderten den Abbruch der Verhandlungen und die Verkündung des „revolutionären Krieges“.

Mit ihren scharfen, aber dem Wesen der Sache nach provokatorischen Reden und Losungen versuchten die Bucharinleute und Trotzkisten, unsere Partei vom Lenin schen Weg abzubringen.

„Weder Frieden noch Krieg“, „Heiliger Krieg gegen die Bourgeoisie der ganzen Welt“: all diese und ähnliche provokatorische Losungen der Trotzki, Bucharin und anderen hatten zum einzigen Ziel, wie Genosse Woroschilow in seiner Rede anlässlich der XX-Jahrfeier der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee und Kriegsmarine sagte, „unser Land in einen bewaffneten Zusammenstoß mit den Imperialisten in einem Augenblick zu verwickeln, wo die Sowjetmacht eine eigene kräftige Armee noch nicht besaß, und hierdurch die Sowjetmacht zu liquidieren und die Bahn für den Sieg der Bourgeoisie und die volle Restauration des Kapitalismus in unserem Lande zu ebnen“.

Bis zur heutigen Zeit gelang es den Bucharinleuten, die Wahrheit in dieser Frage vor der Geschichte zu verbergen.

Selbst in der Voruntersuchung versuchte Bucharin in den Aussagen vom 2. Juni 1937 den wirklichen Charakter des Kampfes zu verhüllen, den er in der Periode des Brester Friedens gegen Lenin als das Haupt des Sowjetstaates geführt hat.

Bucharin versuchte, diese Frage zu umgehen, indem er sich seiner Gewohnheit nach aus ihr mit allgemeinen abstrakten Betrachtungen in der Art herauszuwinden suchte, er habe „nicht verstanden“, dass „die konkreteste aller konkretesten Fragen, die Frage des ‚Mushik’ gerade die Frage war, der Masse eine ‚Atempause’ zu gewähren, und er setzte an Stelle der lebendigen Erfordernisse des Augenblicks allgemein-literarische Betrachtungen, dass das proletarische Vaterland verteidigt werden masse“.

Bucharin ist dieses Taschenspieler-Kunststück nicht gelungen. Die Untersuchung ist darauf nicht hereingefallen. Die Untersuchung hat im Gegenteil Bucharin überführt, und zwar einer viel ernsteren Sache, als es irgendwelche Maligemein-literarische Betrachtungen“ sind.

Die Untersuchung hat in vollem Maße festgestellt, - und ich halte es für notwendig, Sie, Genossen Richter, in vollem Umfange daran zu erinnern - dass im Jahre 1918, unmittelbar nach der Oktoberrevolution, in der Periode des Abschlusses des Brester Friedens, Bucharin und seine Gruppe der so genannten „linken Kommunisten“ und Trotzki mit seiner Gruppe gemeinsam mit den „linken“ Sozialrevolutionären eine Verschwörung gegen Lenin , als das Haupt der Sowjetregierung, organisiert haben.

Wie aus den Materialien der Untersuchung ersichtlich ist, verfolgten Bucharin und die anderen Verschwörer das Ziel, den Brester Frieden zu vereiteln, die Sowjetregierung zu stürzen, Lenin, Stalin und Swerdlow zu verhaften und zu ermorden und eine neue Regierung aus Bucharinieuten, die sich damals zu Maskierungszwecken „linke Kommunisten“ nannten, sowie aus Trotzkisten und „linken“ Sozialrevolutionären zu bilden.

In der Untersuchung wurden Bucharin Tatsachen vorgehalten, es wurden fünf Konfrontierungen vorgenommen. Da erinnerte sich der Angeklagte Bucharin an irgendetwas weit Ernsteres als „allgemein-literarische Betrachtungen“. Bucharin erinnerte sich z. B. an eine solche Tatsache, wie den Block mit den „linken“ Sozialrevolutionären 1918 zum Zwecke des Kampfes gegen die Sowjetregierung, an eine solche Tatsache, wie die direkte Verschwörung gegen die Sowjetmacht, wie die Vorbereitung der Verhaftung Lenin s, der Verhaftung Stalins, der Verhaftung Swerdlows.

All dies hat Bucharin, wie Sie sich erinnern, eingestanden. Aber er hat es mit Hängen und Würgen eingestanden.

Wir erinnern uns der Zeugen, die vor Gericht erschienen sind, wir erinnern uns gut ihrer Aussagen, wir haben sie gesehen und haben sie gehört. Wir erinnern uns, wie ihre Worte gleich schwerem Blei auf das Haupt Bucharins niederfielen, der Seele des provokatorischen Kampfes gegen den Lenin schen Rat der Volkskommissare, auf das Haupt Bucharins, des Organisators, wie dies völlig offenkundig in der gerichtlichen Untersuchung festgestellt wurde, der Verschwörung und des Aufstandes gegen den Sowjetstaat, des Anstifters zum Mord an den Leitern der Sowjetregierung, an den Genossen Lenin , Stalin und Swerdlow.

Auf diese Tatsachen gestützt, habe ich vollen Grund zu der Behauptung, dass all dies vollauf geklärt, vollauf präzise festgestellt, vollauf bewiesen ist.

Gestatten Sie mir, kurz bei jenen Beweisen zu verweilen, die die Richtigkeit dieser Schlussfolgerung bestätigen. Sie erinnern sich an die Aussagen, die hier von Kamkow gemacht wurden. Kamkow war einer der bedeutendsten Leiter des ZK der Partei der „linken“ Sozialrevolutionäre. Kamkow sagte aus, dass er im Jahre 1918 mit Bucharin ein Gespräch über den Brester Frieden führte, und dass Bucharin sagte, der Kampf nehme in dieser Frage äußerst scharfe Formen an. Bucharin sprach zu Kamkow von den scharfen Formen, davon, dass in den Reihen der „linken Kommunisten“ die Frage der Schaffung einer neuen Regierung erörtert wird. Dabei, sagte Kamkow, hat Bucharin Pjatakow als möglichen Kandidaten des Leiters der neuen Regierung genannt, und erklärt, dass man den Regierungswechsel durch die Verhaftung des gesamten Bestandes der Sowjetregierung mit Lenin an der Spitze zu verwirklichen gedenke.

Bucharin leugnete das nicht. Allerdings redete er hier irgendetwas von einer Verhaftung „auf 24 Stunden“. Aber dies ist nicht ernst zu nehmen. Schon 1924 hat Bucharin in der „Prawda“ selbst erläutert, wie sehr dieser Plan der Verhaftung von Wladimir Iljitsch Lenin real und ernst war. Aber Bucharin will mit dem Plan der Ermordung unserer Führer nichts zu tun haben.

Welche Beweise hat er zu seiner Rechtfertigung in dieser Angelegenheit vorgebracht? Keine, außer bloßer Ableugnung. Er wurde hier durch Jakowlewa überführt, er wurde hier durch Ossinski überführt, er wurde hier durch Manzew überführt, er wurde hier durch Karelin überführt. Und in dem entsprechenden wesentlichsten Teil der Sache wurde er auch durch Kamkow überführt, denn, wie Sie sich erinnern, bemühte sich Bucharin sogar, die Frage der Verhaftung derart darzustellen, dass die Initiative nicht von ihm, sondern von Kamkow, von den „linken“ Sozialrevolutionären ausgegangen sei. Kamkow hat hier bekräftigt, dass die Initiative von Bucharin ausging. Übrigens bin ich einverstanden, beide miteinander zu versöhnen, denn offensichtlich ging die Initiative sowohl von dem einen als auch von dem anderen aus. So erklärt sich der erbitterte Kampf, den diese Leute gegen die Sowjetregierung, gegen Lenin und gegen seine Kampfgefährten, die Genossen Stalin und Swerdlow führten.

Bucharin leugnet. Aber man kann doch wirklich nicht ein durch nichts begründetes Leugnen für ein Argument halten, um so mehr als dieses Leugnen der Logik der Dinge widerspricht.

Wenn diese Tatsache - der Plan der Ermordung Lenin s, Stalins und Swerdlows - nicht bestanden hätte, wozu brauchten denn sowohl Karelin als auch Jakowlewa und Ossinski und Manzew darüber zu sprechen, Leute, in deren Interesse es nicht liegt, jetzt eine so schändliche und fürchterliche Tatsache, ein so ungeheuerliches Verbrechen an der Heimat zu gestehen. Und dabei sprach Bucharin, wie Karelin aussagte, direkt von der physischen Vernichtung Lenin s und Stalins, Auch Jakowlewa sagt:

„Bucharin entwickelte mir gegenüber den Gedanken, dass der politische Kampf immer schärfere Formen annimmt und dass sich die Sache nicht bloß auf die politische Formulierung des Misstrauens gegen das ZK der Partei beschränken kann. Bucharin erklärte, dass die Sache unvermeidlich his zum Wechsel der Führung gehen müsse, womit die Frage der Verhaftung Lenin s, Stalins und Swerdlows und sogar ihrer physischen Vernichtung in Verbindung stehe.“ (Bd. 44, Aktenblatt 77)

Dies bestätigte Ossinski, dies bestätigte auch Manzew.

Bucharin stand nicht allein da. Dieselbe Position teilte mit ihm, wie wir nunmehr festgestellt haben, auch Trotzki, über dessen Rolle in der Verschwörung gegen W. I. Lenin im Jahre 1918 wir eine Reihe von Aussagen auf diesem Prozesse haben, darunter auch die Aussage von Bucharin selbst.

„Zu jener Zeit“, sagte der Angeklagte Bucharin aus, „entstand aufs Neue die Idee eines Umsturzes und der Verhaftung Lenin s, Stalins und Swerdlows als der ausschlaggebenden Männer der Partei- und Sowjetführung, diesmal auf Initiative von Trotzki, dem der Vorschlag der ‚linken’ Sozialrevolutionäre offensichtlich, wie ich vermute, durch Pjatakow bekannt wurde.“ (Bd. 5, Aktenblatt 124)

Bucharin spricht nicht bis zu Ende aus und bleibt seiner Taktik der halben Geständnisse treu.

Aber es gibt zwei Zeugen, Jakowlewa und Manzew, die auch in dieser Frage mit einer Genauigkeit sprechen, die an der Richtigkeit und Wahrhaftigkeit ihrer Aussagen keinerlei Zweifel zulassen.

Genügen denn diese Tatsachen nicht, um zu sagen, dass die Verschwörung der Bucharinleute, der Trotzkisten, der „linken“ Sozialrevolutionäre im Jahre 1918 gegen Lenin , Stalin und Swerdlow voll und ganz bewiesen ist!

Bucharin selbst gab das Vorhandensein dieser Verschwörung zu, Bucharin selbst gab das Vorhandensein eines Plans der Verhaftung Lenin s, Stalins und Swerdlows zu. Bucharin leugnet nur den Plan der Ermordung Lenin s, Stalins und Swerdlows.

Das erste Eingeständnis des Angeklagten Bucharin bezüglich des Planes für den Umsturz, des Planes für die Verhaftung, bestätigt im Grunde genommen auch das Folgende. In der Tat, Bucharin gestand, dass er zusammen mit seiner Gruppe „linker Kommunisten“, mit Trotzki und seiner Gruppe und mit den „linken“ Sozialrevolutionären den gewaltsamen Sturz der Sowjetregierung mit Lenin , Stalin und Swerdlow an der Spitze und sogar die Verhaftung Lenin s, Stalins und Swerdlows geplant hatte.

Weiß aber Bucharin, was der gewaltsame Sturz bedeutet? Weiß Bucharin, was Verhaftungen bedeuten, die mit der Aufgabe des gewaltsamen Sturzes verbunden sind? Weiß Bucharin, dass Leute, die auf den gewaltsamen Sturz und auf die gewaltsame Verhaftung ausgehen, dadurch auch auf Gewalt, dadurch auch auf Mord ausgehen?

Der gewaltsame Sturz schließt eine solche Form der Gewalt wie die physische Vernichtung nicht aus, sondern setzt sie voraus. Bucharin gibt den gewaltsamen Sturz zu, leugnet aber die physische Beseitigung. Das ist offensichtliche Unwahrheit, das ist offensichtlicher Unsinn, das ist offensichtlicher Mangel an Logik. Aber Bucharin befindet sich in einer solchen Lage, dass man Logik von ihm nicht verlangen kann.

Die in der Gerichtsverhandlung festgestellten Tatsachen sprechen mit mehr Autorität und Überzeugungskraft als es Bucharin scheint und als er es möchte. Bucharin erzählte freilich jetzt etwas mehr als zum Beispiel im Jahre 1924, aber alles hat er dennoch nicht gesagt. Bucharin handelt nicht das erste Mal so. Im Jahre 1924 hat Bucharin einiges von diesem schmachvollen Verbrechen erzählt, aber nur einiges.

Im Jahre 1938, an die Wand gedrückt, war Bucharin gezwungen, bereits mehr von dieser Tatsache zu erzählen. Wollten wir den Grad der Falschheit, des Jesuitentums und der Heuchelei Bucharins einschätzen, so genügte es, den Wortlaut des von ihm 1924 in der Zeitung „Prawda“ veröffentlichten Briefes mit dem zu vergleichen, was er in der Voruntersuchung gesagt hat. In diesem Briefe verheimlichte er eine ganze Reihe von Tatsachen, er sagte nicht, dass es sich um eine Verschwörung handelte, er sagte nicht, dass es sich um ein direktes Abkommen zwischen seiner Gruppe und Trotzki handelte, er sprach nicht nur nicht von der Ermordung Lenin s, sondern auch nicht von der Ermordung Stalins und Swerdlows. Das ist jetzt aufgedeckt. Das ist jetzt an den Tag gelegt, das ist entdeckt, das ist festgestellt, davon ist die ganze Welt in Kenntnis gesetzt, gegen den Willen Bucharins, trotz all seines Widerstandes gegen die Feststellung dieser Tatsache. Bucharin gestand - und zwar, wie wir in der gerichtlichen Untersuchung gesehen haben, nur halb und halb, da er sich nicht herauswinden konnte -, dass er im Jahre 1918 die Sowjetmacht für formal erklärt hat und vorgeschlagen hat, sie zu liquidieren.

Lenin entlarvt die Ungeheuerlichkeit dieser Bucharinschen „These“, indem er unter anderem auf die historischen Beispiele Frankreichs im Jahre 1793 und Preußens vom Anfang des 19. Jahrhunderts hinweist, wo die besten Männer dieser Länder in der schweren Stunde, die ihr Vaterland durchzumachen hatte, nicht verzweifelten, sondern „...unvergleichlich schwerere, bestialischere, schmachvollere, drückendere Friedensverträge unterzeichneten, als es der Brester war, daraufhin abzuwarten verstanden, das Joch des Eroberers standhaft trugen, wiederum kämpften, wiederum unter dem Drucke des Eroberers zu Boden sanken, wiederum freche und frechste Friedensverträge unterzeichneten, sich wiederum erhoben und sich letzten Endes befreiten (nicht ohne den Hader zwischen den stärkeren Konkurrenten unter den Eroberern auszunutzen)“. ( Lenin , Bd. XXII, S. 302, russ.)

Aber das waren die besten Männer ihres Landes und nicht Verräter und Provokateure, als die sich in Wirklichkeit die „linken Kommunisten“ und ihre illegalen Freunde erwiesen haben.

Aber dafür war es erforderlich, wie Lenin lehrte, seine Heimat und sein Volk zu lieben und es nicht zu verhöhnen, wie Bucharin und seine Schildknappen es verhöhnen, die sich gegen Lenin erhoben, der aufgefordert hatte, sein Volk zu lieben und zu achten.

Die Untersuchung hat festgestellt, dass Bucharin und Trotzki im Jahre 1918 mit den Sozialrevolutionären einen Block geschlossen hatten zum gemeinsamen Kampf gegen die Sowjetregierung, an deren Spitze damals Lenin , Stalin und Swerdlow standen, dass sie einen bewaffneten Aufstand planten, dass sie auf die Verhaftung und die Ermordung Lenin s, Stalins und Swerdlows ausgingen.

Ist das bewiesen oder nicht?

Das ist völlig bewiesen. Bewiesen durch die Aussagen Bucharins selbst und durch die Aussagen Jakowlewas und Karelins, Kamkows, Manzews und Ossinskis.

Bucharin leugnet die Vorbereitung des Mordes, aber wie leugnet er? Ich möchte Sie bitten, Genossen Richter, im Beratungszimmer das Protokoll der betreffenden Sitzung unserer gerichtlichen Untersuchung durchzusehen, um sich mit aller Deutlichkeit die Methode, wie Bucharin diese Tatsache leugnet, in Erinnerung zu bringen.

Hier ist dieses Gespräch: Bucharin gesteht, dass er einer der Organisatoren dieser Verschwörung war. Man fragt ihn: Sprachen Sie offen von einer Verhaftung Lenin s, Stalins und Swerdlows?

„Bucharin: Von dieser Verhaftung war die Rede, aber nicht von einer physischen Vernichtung. Das war nicht vor dem Brester Frieden, sondern nachher. Damals hatte ich ein Gespräch mit Pjatakow, als Karelin und Kamkow erschienen und erklärten, dass sie eine neue Regierung zu bilden vorschlagen...

Frage: Wann war das?

Bucharin: Das war vor dem Brester Frieden. Sie schlugen vor, durch die Verhaftung Lenin s auf 24 Stunden eine Regierung zu bilden.

Frage: Wir können also sagen, dass Sie vor dem Abschluss des Brester Friedens ein Gespräch mit den „linken“ Sozialrevolutionären Karelin und Kamkow darüber hatten, eine neue Regierung zu bilden, d. h. vorher die Regierung mit Lenin an der Spitze zu stürzen?

Bucharin: Ein solches Gespräch fand statt.

Frage: Über die Verhaftung Lenin s?

Bucharin: Das sagten die Sozialrevolutionäre.

Frage: Ihrer Behauptung nach sprachen die Sozialrevolutionäre von einer Verhaftung Lenin s, die Zeugin Jakowlewa behauptet dagegen, dass auch Bucharin von einer Verhaftung Lenin s gesprochen hat.

Bucharin: Sie verwechselt damit eine andere Frage, sie behauptet, dass das Gespräch vor dem Abschluss des Brester Friedens stattgefunden habe.

Frage: Ich frage, vor dem Abschluss des Brester Friedens fanden Unterhandlungen mit den Sozialrevolutionären darüber statt, Lenin zu verhaften?

Bucharin: Ja.“

Somit sollen davon anfangs die Sozialrevolutionäre gesprochen haben, nachher sagt Bucharin aus, dass dieses Gespräch stattgefunden hat und dass er es selbst geführt hat.

„Frage: Und nach dem Abschluss des Brester Friedens waren ebenfalls Verhandlungen? Bucharin: Ja.

Frage: Worüber?

Bucharin: Über politischen Kontakt.

Frage: Und über Verhaftung?

Bucharin: Und über die Verhaftung.

Frage: Nämlich wessen?

Bucharin: Lenin s, Stalins und Swerdlows.

Frage: Auch auf 24 Stunden?

Bucharin: Damals wurde diese Formel nicht gebraucht.“

Wie Sie sehen, sollte früher die Verhaftung auf 24 Stunden und jetzt bereits nicht mehr auf 24 Stunden vorgenommen werden. Damals handelte es sich um Lenin allein, und jetzt heißt es bereits, dass es sich um Lenin , Stalin und Swerdlow gehandelt habe.

„Frage: Und wie verhaften, zu welchem Zweck?

Bucharin: Um eine neue Regierung zu bilden.

Frage: Und was sollte mit den Verhafteten geschehen?“

Bucharin beeilt sich: „Von einer physischen Vernichtung war nicht die Rede.“

Ich hatte ihn jedoch danach noch nicht gefragt.

„Frage: Wenn man eine Regierung stürzt und sie verhaftet, wendet man da gewaltsame Methoden an?

Bucharin: Ja.

Frage: Sie hatten im Auge, bei der Verhaftung gewaltsame Methoden anzuwenden. Stimmt das oder nicht?

Bucharin: Es stimmt.

Frage: Worin bestehen jedoch gewaltsame Methoden? Haben Sie dies genau festgelegt?

Bucharin: Wir haben das nicht festgelegt.

Frage: Sie beschlossen also, so zu handeln, wie es die Umstände gestatten und erfordern werden.

Bucharin: Ja, vollkommen richtig.

Frage: Die Umstände können erfordern, sehr entschieden vorzugehen?

Bucharin: Ja.“

Der Schluss daraus ist ein einfacher: es wurde geplant, die Regierung zu stürzen, zu diesem Zwecke die Regierung - Lenin , Stalin, Swerdlow - zu verhaften, all die Maßnahmen anzuwenden, die von den Umständen und der Situation des Kampfes diktiert werden können, der den Sturz der Regierung herbeiführen sollte. Der Kampf erfolgte in der schärfsten Form, und obwohl - wenn man sich auf den Standpunkt Bucharins stellt - nach seinen Worten ein Gespräch über eine Ermordung nicht stattgefunden hat, so spricht ja die Tatsache selbst, die Aufgabe des Sturzes der Regierung, die Notwendigkeit einer Verhaftung der Führer derjenigen Regierung, deren Sturz das Ziel der Verschwörer war, ganz natürlich dafür, dass sie von einer Ermordung der Führer, von der geplanten Ermordung auf keine Weise Abstand nehmen konnten.

Die ganze Logik der Ereignisse, der ganze Sinn dieses Kampfes, die ganze Erbitterung der Atmosphäre, in der dieser Kampf vor sich ging, die ganze Schärfe der Frage selbst - soll der Brester Frieden bestehen, d. h. soll das Sowjetland bestehen, das Land, das die sozialistische Gesellschaft aufbaut, oder soll der Brester Frieden nicht bestehen, soll das Sowjetland nicht bestehen, das sie als „formal“ dem Feinde zur Zertrümmerung ausliefern wollten -, all dies sprach in allem Ernst davon, dass es um einen wirklichen Kampf geht, der immer in solchen Fällen mit der Unvermeidlichkeit der Anwendung auch solcher Maßnahmen verbunden ist, die Tod und Mord mit sich bringen. Aus diesem Grunde sage ich: für mich ist das nicht vom Standpunkt der Kriminologie von Bedeutung, denn jetzt, zwanzig Jahre nach der Verübung dieses Verbrechens, erheben wir keine selbständige Anklage gegen Bucharin -; es ist von Bedeutung, um die Verbindung einzuschätzen, die zwischen der verschwörerischen Tätigkeit des Mörders und Konterrevolutionärs Bucharin und seiner Komplicen und dem, was sie in der Folge taten, besteht. All dies ist von Bedeutung, um zu zeigen, dass Bucharin auch jetzt in der Frage, die historisch von Interesse und Bedeutung ist, nicht imstande ist, nicht willens ist, alle Verbrechen einzugestehen, die er in Wirklichkeit gegen das Sowjetland, gegen die Sowjetmacht und gegen das Sowjetvolk begangen hat.

Im Jahre 1924 schrieb Bucharin darüber folgendes:

„Ich hielt es für meine Parteipflicht, im Moment eines erbitterten Fraktionskampfes vom Vorschlag der ‚linken’ Sozialrevolutionäre zu erzählen, um die idyllische Frisierung der Vorgänge der Brester Periode zu verhindern, wie sie seitens der Genossen aus der Opposition geübt wurde...“

Es handelt sich um die Verhaftung Lenin s, um den Sturz der Sowjetmacht. Somit gestand Bucharin 1924 ein, dass dies im Moment des erbitterten Kampfes geschah.

Und weiter:

„Sie stellten die Brester Zeiten in der Partei als den ‚Gipfel der Demokratie’ dar. Ich dagegen weiß es ausgezeichnet, dass dies eine Periode war, wo die Partei um ein Haar gespalten worden wäre, und das ganze Land um ein Haar zugrunde gegangen wäre.“

Konnten unter diesen Verhältnissen, unter den Verhältnissen eines erbitterten Kampfes, Personen, die auf die Verhaftung Lenin s, auf die Verhaftung Stalins und Swerdlows, der Leiter unserer Partei und der Regierung, ausgingen, vor der Möglichkeit, ihre Gegner zu vernichten, vor der Ermordung unserer Führer haltmachen? Das ist völlig absurd, das ist mit nichts vereinbar. Das ist die Politik, die Wahrheit nicht bis zu Ende zu sagen, ein Versuch, der, wie mir scheint, hier durch die Zeugenaussagen und durch die Logik der damaligen historischen Ereignisse voll und ganz entlarvt worden ist.

Jetzt wurde auch das ungeheuerliche Verbrechen vollständig aufgedeckt, das am 30. August 1918 begangen wurde. Ich meine das Attentat auf das Leben Wladimir Iljitsch Lenin s am 30. August 1918 seitens der sozialrevolutionären Terroristin Kaplan. Auf Grund der Aussagen Karelins und Ossinskis können wir beurteilen, wie dieser Anschlag in Wirklichkeit organisiert war. Karelin erklärte hier, dass zwanzig Jahre lang alle Anstrengungen gemacht wurden, nun dieses fürchterliche Verbrechen geheim zu halten, um seinen echten und wirklichen Inhalt und Sinn nicht ans Tageslicht treten zu lassen. Karelin versicherte hier, dass die Frage eines terroristischen Aktes gegen Lenin Im Jahre 1918 von keinem anderen als gerade Bucharin aufgeworfen wurde. Karelin versicherte, dass Proschjan den Mitgliedern des ZK der Partei der „linken“ Sozialrevolutionäre darüber Meldung erstattet hat. Karelin versicherte, dass „eine solche, von ihrem Häuptling Bucharin vorgebrachte Forderung der ‚linken Kommunisten’ ihre Rolle gespielt habe, im Sinne einer Beschleunigung des terroristischen Aktes gegen Lenin , der vom ZK der Partei der rechten Sozialrevolutionäre verübt worden ist. Dieses ungeheuerliche Verbrechen ist eine Tatsache.

Ossinski sagte auf Grund der Worte Stukows aus, dass er, Stukow, der gleichen Meinung gewesen sei, die gleiche Vorstellung von dem Verbrechen vom 30. August 1918 gehabt habe. „Ende 1918“, sagte hier Ossinski aus, „sagte mir Stukow, der mit Bucharin zusammen mit den Sozialrevolutionären verbunden war, dass der Schuss, den die rechte Sozialrevolutionärin Fanja Kaplan auf Lenin abgefeuert hat, nicht nur auf Weisung der Leitung der rechten Sozialrevolutionäre abgegeben wurde, sondern auch der direkte Abschluss von Maßnahmen war, die seinerzeit vom Block zur physischen Vernichtung Lenin s, Stalins und Swerdlows vorgesehen waren.“ (Bd. 44, Aktenblatt 89)

Diese Aussagen sprechen überzeugend genug von der niederträchtigen, verräterischen, teuflischen Arbeit, die Bucharin, dieser patentierte Heuchler und Jesuit, betrieb.

Um die Charakteristik des Verhaltens Bucharins und die Charakteristik Bucharins abzuschließen, muss man sagen, dass dieser Mensch, was Heuchelei und Tricke anbelangt, die heimtückischsten und ungeheuerlichsten Verbrechen übertroffen hat, die die menschliche Geschichte je gekannt hat.

Hier vor dem Gericht zeigte er sich ganz, wie er ist.

Wir gingen Schritt für Schritt, Jahr für Jahr, Bucharins politisches Leben durch.

Wie oft schwur Bucharin auf den Namen Lenin s, und dies nur, um sofort sowohl die Partei als auch das Land, wie auch die Sache des Sozialismus besser betrügen und verraten zu können.

Wie oft näherte sich Bucharin dem großen Lehrer mit seinem verräterischen Judaskuss!

Bucharin erinnert an Wassilij Schujski und an Judas Ischariot, der mit einem Kuss verriet.

Und die Gepflogenheiten Nikolai Iwanowitsch Bucharins sind die gleichen wie die Wassilij Iwanowitsch Schujskis, wie ihn uns der berühmte Schriftsteller Ostrowski schildert:

„Der teure Wassil Iwanowitsch,

Was er auch tut, immer tut er heilig!

Ob bewusst er einen Schurkenstreich begeht,

Oder ne offne Schelmerei im Sinne hat,

Er selbst, seht ihn mal an, macht eine Fasttagsmiene

Und sagt: ‚ne heilige Sache, Brüder!’„

So auch Bucharin, - er organisiert Schädlingsarbeit, Diversion, Spionage, Morde und er macht dazu eine demütige, stille, fast heilige Miene, und fast hört man aus dem Munde Nikolai Iwanowitschs die demütigen Worte Wassilij Iwanowitsch Schujskis: „Eine heilige Sache, Brüder!“

Das ist der Gipfel der ungeheuerlichen Heuchelei, des Treubruches, des Jesuitentums und der unmenschlichen Niedertracht.

Die gerichtliche Untersuchung offenbarte und zeigte mit voller Deutlichkeit, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ eine wahrhafte Spionageagentur einiger auswärtiger Staaten darstellte, die durch diesen Block, durch diese Verschwörergruppe Spionage, Schädlingsarbeit, Diversionen, Terror, Untergrabung der militärischen Macht der UdSSR durchführten, dass dieser „Block der Rechten und Trotzkisten“ versuchte, einen kriegerischen Überfall dieser Staaten auf die UdSSR zu provozieren mit dem Ziel des Sturzes der in der UdSSR bestehenden sozialistischen Wirtschaftsordnung, der Herstellung des Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie in der UdSSR, der Zerstückelung der UdSSR und der Lostrennung der Ukraine, Belorusslands, der Mittelasiatischen Republiken, Georgiens, Armeniens, Aserbaidshans und des fernöstlichen Küstengebiets zugunsten der oben bezeichneten Staaten.

Während dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass der Block seine wahren Herren in der Person Trotzkis und der auswärtigen Spionagedienste hatte, dass seine ganze verbrecherische Tätigkeit unter der unmittelbaren Leitung der Generalstäbe Japans, Deutschlands und Polens und auf Grund der in diesen Generalstäben ausgearbeiteten Pläne vor sich ging.

Nehmen wir die Aussagen Tschernows. Tschernow tritt mit der Polizei oder - durch einen Berliner Polizeibeamten - mit Oberhaus in Verbindung. Oberhaus, erklärte Tschernow, sagte mir, dass der deutsche Spionagedienst die erforderlichen Maßnahmen zum Sturze der Sowjetmacht unternimmt. Und weiter sagte Oberhaus, indem er sich an Tschernow wendet: „Sie betrachten sich als eine Opposition in der Sowjetunion, Sie müssen sich zu einer organisierenden Kraft zusammenschließen. Wollen Sie die Macht ergreifen, so dürfen Sie sich hinsichtlich der Kampfmethoden keinen Zwang anlegen.“ Bezüglich der Kampfmethoden schlägt Oberhaus vor, die Verbindungen zwischen den Rechten und dem deutschen Spionagedienst zu festigen. Er sprach davon, dass die gesamte Organisation der Rechten in den Dienst der Ziele der deutschen Spionage gestellt werden könne.

Auf die Frage, wer die Auftraggeber waren, antwortete Tschernow hier vor denn Gericht: „Außer Rykow und dem deutschen Spionagedienst niemand.“ Ist es nicht klar, dass die Organisation dieses so genannten „Blocks der Rechten und Trotzkisten, nichts anderes war als die Expositur gewisser Spionagedienste einiger auswärtiger Staaten?

Der Angeklagte Scharangowitsch bestätigte hier voll und ganz seine Verbindungen mit dem Generalstatt Polens. Er bestätigte, dass er als Haupt der örtlichen belorussischen bürgerlich-nationalistischen illegalen Organisation sich die Wahrnehmung der Interessen des polnischen Spionagedienst und des polnischen Generalstabs zur Aufgabe gestellt hat. Er sprach davon, dass ihm im Namen eines gewissen Konsuls vorgeschlagen wurde, enge Beziehungen zu einer Reihe von Personen herbeizuführen, die der Leitung der national-faschistischen Organisation Belorusslands angehören, darunter auch zu Benek. Er sagte, dass ihm vorgeschlagen wurde, verschiedene Angaben, deren der polnische Spionagedienst bedurfte, zu machen, er wurde beauftragt, sich mit dem polnischen Generalstab so eng zu verbinden, dass dieser bei seiner Arbeit gegen den Sowjetstaat sich auf das verächtliche Häuflein von Verrätern aus der belorussischen national-faschistischen Organisation stützen könnte.

Und die Hauptziele dieser Organisation? Scharangowitsch selbst definierte sie kurz: Sturz der Sowjetpracht und Wiederherstellung des Kapitalismus, Lostrennung Belorusslands von der Sowjetunion im Falle eines Krieges mit den faschistischen Staaten. Zur Erreichung dieses Zieles wurde, wie er sagte, die Notwendigkeit betont, enge Verbindungen mit dem polnischen Generalstab herzustellen. Das war eine der wichtigsten Aufgaben, die die bürgerlich-nationalistische Organisation in Belorussland auf die Weisungen des Zentrums des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ verfolgte. Wer brauchte das? Das brauchte der polnische Spionagedienst, das brauchte der polnische Generalstab, der darauf rechnete, dass sobald er diese, wenn auch kleine, so doch gefährliche „Fünfte Kolonne“ im Bereich der UdSSR in seinen Händen haben werde, er sich in den erforderlichen Fällen einen Erfolg sichern werde.

Deshalb also sagte hier Rykow mit vollem Recht, dass die belorussische Organisation der Rechten ihrem Wesen nach eine Expositur des polnischen Generalstabs war. Rykow sagte uns hier, dass er von den Verhandlungen Karachans mit den deutschen Faschisten bereits 1933 gewusst hat, dass die deutschen Faschisten, wie sich hier der Angeklagte Rykow ausdrückte, sich gegenüber der Möglichkeit eines Machtantritts der Rechten völlig wohlwollend verhielten und dass sie versprachen, diesen Machtantritt auf jede Weise zu begrüßen und zu unterstützen.

Das Wohlwollen des deutschen Spionagedienstes war natürlich einzig und allein von den Interessen dieses Spionagedienstes diktiert: die Rechten und ihre Organisation sind ja eine faschistische Expositur. Da der deutsche Faschismus die Verrätergruppe in seinen Händen hatte und sich auf sie stützte, hätte er auch seinen räuberischen Plan einer militärischen Intervention in der UdSSR mit weniger Anstrengung verwirklichen können. Und die Aufgaben? Die Aufgaben sind nicht nur die, von denen Scharangowitsch sprach. Rykow gab uns hier einen klaren Hinweis auf noch einen im höchsten Grade charakteristischen Zug, der den „Block der Rechten und Trotzkisten“ schonungslos als Agentur einiger auswärtiger Spionagedienste entlarvt. Als Antwort auf die Frage nach der Zerstückelung der UdSSR, der Lostrennung mehrerer Republiken von der UdSSR, auf die Frage: „ob auch die Aufgabe vorlag, für die Faschisten zur Gewähr für ihren Sieg ein Aufmarschgebiet für den Überfall auf die UdSSR vorzubereiten“, antwortete Rykow: „Ja, das unterliegt keinem Zweifel.“

Es ist ganz offensichtlich, dass die Aufgabe der Vorbereitung eines Aufmarschgebietes für einen Überfall auf die UdSSR und, für die Sicherung des Sieges über die UdSSR bei diesem Überfall, von dem deutschen, dem polnischen und den anderen Spionagediensten dem „Block der Rechten und Trotzkisten“ als der direkten Agentur der faschistischen Spionagedienste gestellt war. Dies zeugt davon, dass Tschernow recht hatte, als er davon Zeugnis ablegte, dass die wahren Herren des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ außer Trotzki in Wirklichkeit die Spionagedienste einiger auswärtiger Staaten waren.

Wir erinnern uns schließlich an die Aussagen Krestinskis. Wie eine Maus in der Mausefalle wand er sich hier vor dem Gericht hin und her und tastete nach den möglichen Wegen zu seiner Rettung; es erwies sich aber als hoffnungslos. Krestinski gestand, dass er schon in den Jahren 1920, 1921 auf Anweisung Trotzkis zusammen mit anderen Trotzkisten Verhandlungen mit General Seeckt und mit der deutschen Reichswehr geführt habe; er verkaufte für jährlich 250000 Goldmark Spionageinformationen an den Generalstab Deutschlands und sicherte den ungehinderten Einlass der deutschen Militärspione in die UdSSR.

Wovon war damals die Rede, wenn nicht von der Verwandlung der UdSSR in eine Kolonie des deutschen Faschismus? Worin das Wesen dieses Abkommens mit der Reichswehr liegt, dessen Fäden zum Hoch- und Landesverrat des so genannten „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ führen - das sagte Krestinski selbst. Gestatten Sie mir, Sie kurz daran zu erinnern.

„Wir bekämen“, sagte er, „einen nicht großen Geldbetrag, und sie bekämen Spionageinformationen, die sie bei einem militärischen Überfall brauchen würden. Die deutsche Regierung“, so doziert Krestinski weiter, indem er seine Karten aufdeckt, „insbesondere Hitler, brauche jedoch Kolonien, Territorien und nicht nur Spionageinformationen. Und er (das heißt Hitler) sei bereit, anstatt der Kolonien, um deretwegen man mit England, Frankreich und Amerika kämpfen müsse, sich mit einem Territorium der Sowjetunion zu begnügen.“

Das ist die zynische, bis zu den äußersten Grenzen menschlicher Niedertracht enthüllte Fragestellung, die mit aller Deutlichkeit zeigt, wie einige Spionagedienste, darunter auch der deutsche, und einige von den reaktionärsten, vornehmlich militärischen Kreisen einiger auswärtiger Staaten sich zur Tätigkeit dieses so genannten „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ verhielten. Sie verhielten sich zu ihnen wie zu ihren Sklaven und Gefangenen. Sie verhielten sich zu ihnen wie Herren zu Ihren Dienern. Sie suchten die Hilfe der Verräter deswegen, weil diese wenigstens in ihrer eigenen Vorstellung und zum Teil unter Ausnutzung ihrer dienstlichen Stellung die Schlüssel zu den Pforten unserer Grenzen in ihren Händen hielten. Sie waren dazu geeignet, dem Feind die Pforten zu öffnen. Obwohl der Angeklagte Bucharin sich herauszuwinden und die Spuren zu verwischen suchte, gab er es jedoch zu guter Letzt zynisch zu. In einer Unterredung mit Rykow und Tomski sprach Bucharin von der Notwendigkeit, den Deutschen die Front zu öffnen. Die Frage ist, wie man so sagt, restlos klar. Die Karten, wenn es auch gezinkte Karten sind, wurden vollständig aufgedeckt. Sie sagten: „Wir geben euch nicht nur Spionageinformationen, sondern werden, sobald es erforderlich ist, euch die Front öffnen. Dafür gebt ihr uns Geld, mit dessen Hilfe wir unsere verbrecherische illegale trotzkistische Arbeit betreiben werden. Wozu sollt ihr euch mit England, Amerika und Frankreich wegen Kolonien raufen? Ihr könnt ja die UdSSR in eure Kolonie verwandeln. Wenigstens ihre blühenden Grenzrepubliken, wie z. B. die Ukraine. Wozu braucht ihr mit Amerika, England und Frankreich wegen Kolonien Krieg zu führen, wenn wir, eure untertänigsten Diener, bereit sind, euch Sowjetboden für die Goldmarkbeträge zu geben, mit denen ihr uns helfen werdet, unsere illegale Arbeit zu betreiben.“

Das eben ist der Sinn dieses Abkommens.

Spricht das Vorhandensein eines derartigen Abkommens dafür, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ eine politische Gruppe war? Nein! Der „Block der Rechten und Trotzkisten“ ist nicht nur eine ideenlose, prinzipienlose Bande von Schädlingen, Diversanten, Mördern, Spionen, sondern er ist auch die reinste Bande von Agenten der auswärtigen Spionagedienste im wahren Sinne eben dieses Wortes. Sie öffnet dem Feinde die Pforten, sie schießt aus versteckten Fenstern auf die Straßen, um dem in die Städte und Dörfer eingedrungenen Feind zu Hilfe zu kommen, und fördert die Niederlage der eigenen Heimat.

Krestinski sagte: „Wir gingen auf die Wiederherstellung der kapitalistischen Verhältnisse in der UdSSR und auf territoriale Konzessionen an die bürgerlichen Staaten aus, mit denen Wir bereits Abkommen darüber geschlossen hatten.“

Darin liegt, im Grunde genommen, auch der ganze Sinn der verbrecherischen Tätigkeit des Blocks.

An Zynismus seiner Aussagen bleibt auch Grinko hinter Krestinski nicht zurück. Grinko hat ja direkt ausgesagt, dass die Aufgabe, die ihnen von ihren Herren, den auswärtigen Spionagediensten, gestellt wurde, hauptsächlich darin bestand, den fremden Angreifern zu helfen. Das war, sagte Grinko hier, die gemeinsame Position sowohl der Trotzkisten als auch der Rechten, sowie der bürgerlich-nationalistischen Organisationen, und im Besonderen der ukrainischen national-faschistischen Organisation.

Das bedeutete eine Untergrabung der Wehrmacht der Sowjetunion, eine Unterwühlungsarbeit in der Armee und der Verteidigungsindustrie, die Öffnung der Front im Falle eines Krieges und die Provozierung dieses Krieges.

Fürwahr, ehrenvolle Aufgaben!

Die bloße Aufzählung dieser verbrecherischen Ziele kennzeichnet diesen Block voll und ganz als reinste Bande der Spionage- und Kundschafterorganisationen einiger auswärtiger Staaten.

Ikramow erzählte uns hier, wie die Rädelsführer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ und in erster Linie Bucharin ihn überredeten, alle Maßnahmen zu ergreifen, um ein richtiger Agent der auswärtigen Spionagedienste zu werden.

Die Moskauer Rädelsführer des „Blocks- der Rechten und Trotzkisten“ informierten Ikramow über die japanisch-deutsche - wie sie sich ausdrückten - „Orientierung“, über die Verbindung mit den Deutschen und ,Japanern. In wessen Interesse? Im Interesse derselben Aufgabe, die sowohl von Grinko als auch von Krestinski so plastisch dargestellt worden ist.

Die zweite Zusammenkunft war der Beratung der Schädlingstätigkeit gewidmet. Die dritte Zusammenkunft war der Frage der Verbindung mit England gewidmet. Davon sprach hier der Angeklagte Chodshajew sehr ausführlich und vollständig.

Was sagte ihm denn Bucharin? Er sagte, man müsse sich auf England orientieren, wenn es jetzt keinen Krieg geben werde, wenn es nicht bald eine Intervention gebe, dann sei unsere Sache „kaputt“. Bucharin sagte zu Ikramow: „Man kann uns alle erwischen, und die Frage der Beschleunigung des Krieges können wir wegen England nicht entscheiden, das in gewisser Beziehung ein internationaler Schiedsrichter ist.“

Interessant ist die Vorstellung der Verschwörer, die all ihre Hoffnungen auf einen kriegerischen Überfall auf die UdSSR setzten, von England als einen internationalen Schiedsrichter. Es ist bekannt, sagt Bucharin, dass die Engländer schon seit langem Turkestan als einen fetten Bissen betrachten. Werden solche Vorschläge gemacht werden, so wurden die Engländer vielleicht eher auf die Seite des Aggressors gegen die Sowjetunion übergehen.

Bucharin hat hier dieses Gespräch eigentlich nicht abgeleugnet. Er sprach von einigen Einzelheiten, stritt über einige Worte, sagte, das sei anders formuliert worden, in der Hauptsache jedoch bestätigte Bucharin, dass solche Bespräche stattgefunden haben, dass „eine Orientierung auf den britischen Schiedsrichter“ bestand, der bereit war, einen so „fetten Bissen“ wie Turkestan an sich zu bringen. Dies bestätigte auch ein anderer Angeklagter, Chodshajew, der eingestand, dass Bucharin mit ihm Gespräche geführt habe, als er in Mittelasien die Tätigkeit organisierte, die voll und ganz als Hochverrat, als Vorbereitung einer Niederlage, als Zerstückelung der UdSSR gekennzeichnet werden kann. Die Lostrennung ganzer Gebiete und sogar ganzer Unionsrepubliken von der UdSSR betrachteten sie als Entgelt für die Hilfe, die der kriegerische Aggressor bereit war, dein Block bei seinem verbrecherischen Kampf tun die Machtergreifung, um den Sturz der gesetzlichen Sowjetregierung in unserem großen Lande zu erweisen.

Ich sagte bereits, dass es aus all den Umständen, die mit solch erschöpfender Vollständigkeit in der gerichtlichen Untersuchung der vorliegenden Sache aufgedeckt worden sind, erhellt, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ einfach eine Agentur der auswärtigen Spionagedienste darstellte. Durch diesen Umstand wurde auch der ganze Charakter und die ganze Natur der Wechselbeziehungen bestimmt, die sich zwischen diesem so genannten „Block“, und einigen auswärtigen Spionagediensten, welche die wirklichen Herren dieser Verbrecher waren, herausbildeten und bestanden.

Darüber, welches diese Wechselbeziehungen zwischen den auswärtigen Spionagediensten und dem Block waren, kann man auf Grund einer Reihe von Tatsachen urteilen, die in der gerichtlichen Untersuchung unwiderlegbar festgestellt wurden.

Ich erinnere Sie an das Verhör des Angeklagten Rykow. Auf die Frage, was die national-faschistische Organisation vorstellte, die in Belorussland unter der Leitung Golodeds, Tscherwjakows und Scharangowitschs tätig war, musste Rykow zugeben, dass sogar die Ernennung auch nur einigermaßen bedeutender Mitarbeiter auf leitende Posten in Belorussland vorher mit dem polnischen Spionagedienst vereinbart wurde.

Diese Tatsache charakterisiert an und für sich schon zur Genüge die wirkliche Natur der Beziehungen, die zwischen dem „Block der Rechten und Trotzkisten“ und dem polnischen Spionagedienst bestanden. Wenn der polnische Spionagedienst entscheidet, wen man auf diesen oder jenen verantwortungsvollen Posten ernennen soll, so ist es klar, dass die echten, wahren Herren, die über das, Geschick des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ über seine ganze verbrecherische Tätigkeit verfügten, der polnische Spionagedienst war. Herren dieses „Blocks“ waren auch die Spionagedienste anderer Staaten, zu denen einzelne Teilnehmer der verbrecherischen Verschwörerorganisation im Auftrage, mit Wissen und Zustimmung der Leiter dieses „Blocks“ verbrecherische Beziehungen und Verbindungen hatten.

Ich erinnere Sie an die Aussagen des Angeklagten Iwanow, der hier bereits davon sprach, dass die Teilnehmer des Blocks bisweilen nicht unterschieden, wo die Rechten und wo der auswärtige Spionagedienst handelt, so sehr hatte sich alles bei ihnen verflochten. Ich erinnere Sie auch daran, dass Bucharin, nach den Aussagen Iwanows, ihm empfohlen hat, sich mit dem englischen Spionagedienst in Verbindung zu setzen. Bucharin. sagte, England besitze sehr große Interessen im Nordgau. Bucharin sagte, dass zwischen diesem Lande und dem Zentrum der Rechten ein Abkommen vorhanden sei, die Rechten beim Sturz der Sowjetmacht zu unterstützen, und dass in diesen Abkommen vorgesehen sei, die Interessen der englischen Forstindustriellen an der Forstwirtschaft des Nordgaus sicherzustellen.

Hier äußert sich auch deutlich das konkrete wirtschaftliche Interesse des Spionagedienstes, mit dem in Verbindung zu treten Bucharin dem Angeklagten Iwanow empfahl und mit dem der Angeklagte Iwanow in Ausführung der Weisung Bucharins auch in Verbindung getreten ist. Iwanow sagte aus, dass Bucharin ihm empfohlen hat, die Sache so einzurichten, dass der englischen Bourgeoisie gezeigt wird, dass die Rechten auf eine Befriedigung jeglicher wirtschaftlicher und finanzieller Interessen dieser Bourgeoisie gerne eingehen, dass Bucharin ihm empfohlen hat, der englischen Bourgeoisie Vorschüsse zu leisten, um weder die Unterstützung noch das Vertrauen einzubüßen.

Es ist klar, dass dieses „Vertrauen“ nur auf dem einen beruhte: auf der Fähigkeit der Verschwörer, für die Hilfe, die ihnen die ausländischen Aggressoren bei ihrer verräterischen Tätigkeit für ihre verbrecherischen Ziele erweisen wollten, mit Sowjetboden und Sowjetblut bar zu bezahlen.

Davon sprach eigentlich auch Rakowski, als er aussagte, was für eine widerspruchsvolle Lage sich häufig für die „gewissenhaften“ Agenten der auswärtigen Spionagedienste herausbildete, wie dieser freundliche Greis einer war, der hier vor Ihnen auf der Anklagebank sitzt. Die Lage war eine äußerst schwierige für Spione, die gleichzeitig für mehrere Spionagedienste tätig waren. Und solche Angeklagte gibt es hier. Rakowski selbst stellt einen solchen Spezialisten dar, der gleichzeitig sowohl dem japanischen als auch denn englischen Spionagedienst diente und zusammen mit Jurenew in eine für sie „schwierige“ Lage geraten war.

„Wir“, sagte hier Rakowski - eine Äußerung Jurenews wiedergebend -, „befinden uns auf einmal in einer solchen Zwickmühle, dass man manchmal nicht weiß, wie man sich benehmen soll. Man hat Angst, wie man den einen unserer Kontrahenten befriedigen soll, ohne den andern zu beleidigen. Jetzt z. B. entsteht ein Gegensatz zwischen England und Japan in der chinesischen Frage, aber wir müssen sowohl mit dem englischen wie mit dem japanischen Spionagedienst Verbindung haben...“

Eine schwierige Lage für einest Kundschafter! Eine schwierige für einen englischen und japanischen Spion.

„... Wir Trotzkisten“, sagte Rakowski, „müssen im gegenwärtigen Augenblick mit drei Karten spielen: mit der deutschen, der japanischen und der englischen.“

Wir sehen, dass dieses Spiel für die Spieler nicht gut ablaufen kann.

„... Die deutsche Karte war für mich mindestens damals nicht genügend klar...“ Obwohl genügend gezinkt!

„... Persönlich dachte ich, dass... Japan... der aktuelle Aggressor gegen die UdSSR sei.“

Und weiter fährt er fort:

„Die japanische Karte war für uns Trotzkisten äußerst wichtig, aber anderseits darf man die Bedeutung Japans als unseres Bundesgenossen gegen die Sowjetregierung nicht überschätzen. Sogar wenn die japanische Aggression imstande sein wird, auf das Territorium der UdSSR vorzudringen, wird sie im weiten Raum und in der Taiga untergehen. Was aber Großbritannien anbelangt, so ist da die Sache ernster. Großbritannien befindet sich im gegebenen Moment im Gegensatz zu Japan. Man darf nicht vergessen, dass England die Koalition gegen die französische Revolution geführt und 25 Jahre lang gekämpft hat.“

Das heißt also, dass die Karte des englischen Spionagedienstes die stärkste ist. Es ist nicht meine Aufgabe, die Qualität all dieser „Karten“ und ihren Unterschied zu prüfen. Ich möchte bloß zeigen, in welcher schwierigen Lage sich jene Herren befanden, die imstande waren, sich vor drei Göttern gleichzeitig zu verneigen, gleichzeitig drei Spionagediensten zu dienen. Man kann nicht umhin, ein menschliches Mitgefühl mit ihnen zu haben, aber helfen können wir ihnen nur auf eine Weise - dadurch, dass wir die Möglichkeit zerstören, mit irgendwelchen Karten zu spielen, wie ernst auch ihnen selbst diese Karten erscheinen mögen.

Über die Verbindungen mit den englischen Aggressoren sagte der Angeklagte Rakowski aus, dass der Block die Niederlage der UdSSR vorbereitete und sich systematisch mit Spionage beschäftigte.

In diesem Zusammenhang muss man von Bucharin sprechen, der beweisen wollte, dass er eigentlich weder für die Niederlage der UdSSR, noch für Spionage, noch für Schädlingstätigkeit, noch für Diversion sei, da er mit dieser praktischen Angelegenheit überhaupt nichts zu tun habe, denn er sei ein „Theoretiker“, der sich mit der Problematik der allgemeinen Fragen beschäftigte.

Aber auch Bucharin musste das Tüpfelchen aufs „i“ setzen. Er sagte:

„Mit einem Wort, ich war, als einer der Leiter des Zentrums der Rechten verpflichtet, einem der Leiter unseres Peripheriezentrums unsere Position darzulegen.“

Worin bestand diese Position?

„Diese Position bestand kurz darin, dass man im Kampfe gegen die Sowjetmacht die Kriegskonjunktur ausnutzen und diese oder jene Zugeständnisse an die kapitalistischen Staaten machen kann, um sie zu neutralisieren und manchmal auch, um von ihnen Unterstützung zu erhalten.“

Entziffert man diese gewundene Aussage Bucharins, so bedeutet das den direkten Verrat, den Übergang auf die Seite des Feindes je nach den Kriegsverhältnissen und der Kriegslage, um die Hilfe dieser Feinde zur Irreichung seiner verbrecherischen Ziele auszunützen.

Als man Bucharin diesbezüglich die Frage stellte: „Mit anderen Worten, Orientierung auf die Hilfeleistung einiger auswärtiger Staaten“, antwortete er: „Ja, man kann das auch so sagen.“ Er will es nicht direkt sagen, sondern sagt: “Man kann das auch so sagen.“

Man kann und muss das so sagen, denn es entspricht den Tatsachen. Auf die Frage: „Mit anderen Worten, Orientierung auf eine Niederlage der UdSSR?“ antwortet Bucharin, seinen nebelhaften Wortkünsteleien treu bleibend: „Im allgemeinen, summarisch, wiederhole ich - ja.“

Und so bekennt Bucharin „summarisch“ die Orientierung auf eine Niederlage der UdSSR, und in den konkreten Verhältnissen, in denen er sich als Leiter des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ befand, bedeutete dieses asummarisch“: „Wir bereiteten die Niederlage der UdSSR vor, wir waren bereit, den Feinden die Tore zu öffnen.“

„Den Feinden die Front zu öffnen“, wie dies Rykow bestätigte, wie dies auch Bucharin nicht umhin konnte, zu bestätigen.

In Verbindung damit möchte ich Ihre Aufmerksamkeit, Genossen Richter, darauf lenken, wie Bucharin auch hier versucht hat, sich herauszuwinden, wie er, seine Verbindung mit der militärischen Verschwörerorganisation Tuchatschewskis und Jakirs zugebend, mit der Bedeutung des Worte „Wir sollen“ die Front öffnen, zu spielen versuchte, wie er versuchte, eine wirkliche Antwort auf diese ihm im höchsten Grade unangenehme Frage zu vermeiden.

Wie sehr raffiniert sich auch Bucharin hier in einzelnen Worten und Phrasen anstellte, wie sehr er sich auch bemühte, zu versichern, dass der „Begriff sollen“, obwohl er durch dasselbe Wort ausgedrückt wird, doch verschiedene Bedeutung hat, können wir uns doch ausgezeichnet die wirkliche Haltung Bucharins in dieser Frage vorstellen.

Bucharin organisierte zusammen mit Rykow und Tomski keine unwichtige, sondern eine ernste Sache, die Sache des Sturzes der Sowjetregierung und Sowjetnacht, ohne Scheu vor der Anwendung absolut aller Mittel. Da sie Jede Stütze innerhalb der UdSSR verloren hatten und alle ihre Hoffnungen auf einen der UdSSR feindlichen Staat setzten, vereinbarten sie mit ihm die Öffnung der Front, die gemeinsame Absicht, das Sowjetvolk zu zerschlagen, den Sowjetstaat zu zerschlagen, um auf dem Wege des Verrats zur Macht zu gelangen, die sie im selben Moment vollständig, ungeteilt und restlos den Faschisten, ihren wirklichen Herren, würden ausliefern müssen.

Genug des Spiels mit Worten! Genug der Wortkünstelei, der „Philosophie“! Es ging um Hochverrat, um den Übergang auf die Seite des Feindes, um die Öffnung der Front, um die Niederlage der UdSSR, um die Zertrümmerung unseres Vaterlandes.

Die gesamte Spionagearbeit der einzelnen Komplicen dieser Verschwörung in allen ihren Zweigen und in ihrer Gesamtheit wurde von Bucharin und Rykow geleitet. Alle Spionageinformationen gelangten an die entsprechenden Organe, durch Kanäle, Hilfsmittel und Verbindungen, die sich in den Händen von Rykow, Bucharin, Jagoda und ihrer Helfershelfer befanden.

Hier vor Gericht wurde in vollem Umfang die Verbindung Rykows, Bucharins und Jagodas mit den Spionagediensten einer Reihe auswärtiger Staaten aufgedeckt. Gemeinsam mit den Menschewiki, mit Dan, mit der II. Internationale, mit den Sozialrevolutionären, mit Maslow, mit den auswärtigen Spionageorganisationen, gemeinsam mit den Aggressoren versuchten sie, die Sowjetmacht zu stürzen und die Macht des wirklichen, mit allen Wassern gewaschenen, hundertprozentigen Kapitalismus, der wirklichen Herrschaft der Großgrundbesitzer und Fabrikanten wiederherzustellen.

All diese Schädlingsakte, Verrätereien, Treubrüche verbanden sich mit systematischer Belieferung der fremden Spionagedienste mit geheimen Nachrichten und Informationen verschiedenster Art. Krestinski, Rosengolz, Iwanow, Scharangowitsch, Tschernow, Rakowski, Jagoda und andere übermittelten systematisch auswärtigen Spionagediensten Geheimnisse des Sowjetstaates.

Über die systematische Belieferung auswärtiger Spionagedienste durch die Verschwörer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ haben wir vertrauenswürdige Nachrichten. Ich führe hier einen Auszug aus der in Tokio erscheinenden Zeitung „Miako“ vom 20. Februar 1937 an, die eine Information über eine vertrauliche Sitzung der so genannten Plan- und Budgetkommission enthält. Der Abgeordnete Iosida wandte sich an den Kriegsminister General Sugijama mit der Frage: „Ob ihm und der Armee die Leistungsfähigkeit der Sibirischen Eisenbahn bekannt sei.“ Der Minister antwortete auf diese Frage bejahend und sagte, dass ihnen die Leistungsfähigkeit der Sibirischen Eisenbahn bekannt sei, dass sie von in Russland befindlichen Elementen, die in Opposition zur jetzigen Sowjetregierung stehen, systematisch Informationen über die Leistungsfähigkeit der Sibirischen Eisenbahn haben. Durch sie erhalte Japan Informationen über die Sibirische Eisenbahn.

Nun, das sind diese Elemente, das sind diese Kundschafter, Späher, Lakaien des Imperialismus, die die Interessen unseres Landes verschachern. Da sind sie, die Agenten des Kriegsministers, der seine Streitkräfte an den Pforten unseres Landes zum Überfall auf unsere geheiligten Grenzen konzentriert.

Ich kann nicht umhin, noch einen Umstand anzuführen. Das Organ des japanischen Außenministeriums „Japan Times“ schrieb in einem Leitartikel im Jahre 1937:

„Dass beide Länder - Deutschland und Japan - natürlicherweise bestrebt sind, jegliche Information von militärischem Wert über die UdSSR zu erhalten, kann als Tatsache angenommen werden. Wenn sie dies nicht täten, wären sie Dummköpfe, die ihre Pflicht gegenüber dem Staat und dem Land nicht erfüllen würden. Die Möglichkeit eines bewaffneten Zusammenstoßens mit der Sowjetunion an einem zukünftigen Zeitpunkt kann nicht mit Bestimmtheit von der Hand gewiesen werden, obwohl man hoffen muss, dass ein solcher nicht eintreten wird. Deswegen sind Staaten, die vor einer solchen Perspektive stehen, genötigt, sich auf allen möglichen Wegen zur Sicherung des Sieges hei einem Zusammenstoß vorzubereiten.“

Sie, meine Herren Angeklagten, wollen außer Ihren Aussagen Beweise für Ihre verbrecherische provokatorische Spionage- und Erkundungstätigkeit haben? Suchen Sie diese Beweise in den Spalten des Organs des japanischen Außenministeriums, in den Spalten der Zeitungen von Tokio.

Die japanischen Aggressoren verheimlichen nicht nur nicht ihre Spionagegelüste, sondern, wenn es um die UdSSR geht, wie in diesem Falle, preisen sie die Spionage als eine hohe patriotische Tugend. Es ist klar, dass wir ums zu diesen „tugendhaften“ Leuten, die jetzt auf der Anklagebank sitzen, so verhalten müssen, wie es der Qualität und Größe der „Tugend“ dieser Spione entspricht.

Bucharin, Tomski, Rykow, Jagoda schickten sich an, die Front zu öffnen. Aber auch hier, wie auch sonst, wie in ihrer ganzen Verräterarbeit handelten sie als Provokateure. Und auch dies ist nicht zufällig, denn es kennzeichnet die Arbeitsmethoden dieser Herren. Sie bereiten sich dazu vor, die Front zu öffnen, aber sie wollen den Arbeitern und Bauern unseres Landes, unserem ganzen Volk, die Sache so darstellen, dass nicht sie die Front geöffnet haben, sondern irgend jemand anderer, dass sie im Gegenteil gegen die Öffnung der Front, gegen den Verrat sind. Sie haben sogar unter sich vereinbart, wie sie jene, die die Front auf ihren eigenen Befehl hin öffnen werden, vor Gericht stellen werden, um, wie Bucharin zynisch äußerte, patriotische Losungen auszuspielen. Ich bezweifle nicht, dass Bucharin entweder seine Verteidigungsrede oder das letzte Wort dazu ausnützen wird, um noch einmal mit wahrhaft ungeheuerlicher Seiltänzerkunst dieser Sache seinen eigenen besonderen Sinn zuzuschreiben, statt jenen, den ich, der Staatliche Ankläger, ihr auf diesem Prozess zuschreibe. Doch scheint es mir, dass man ihr einen anderen Sinn nicht zuschreiben kann.

Ich habe in einer der Sitzungen während der gerichtlichen Untersuchungen die Aussage Bucharins zitiert, in der er von der hoch ansteigenden Welle des Sowjetpatriotismus spricht, der niemandem und niemals erlauben wird, mit seinem Lande zu spielen, der für jeden Schritt des Verrats die Sühne mit dem Kopfe, mit dem Leben der Verräter fordert.

Bucharin und seine Freundchen verstanden und bewerteten ausgezeichnet die Bedeutung dieses gewaltigen, wahrhaft volkstümlichen Patriotismus, auf dessen hohem Niveau unser ganzes Land steht, das ausnahmslos bereit ist, in der notwendigen Minute das Vaterland vor der Invasion der ausländischen Interventen mit dem Einsatz des Lebens zu schützen. Sie zogen dies in Betracht, sie wussten und verstanden, dass man mit der Liebe des Volkes zu seinem Mutterland nicht spielen darf. Und indem sie das in Betracht zogen, bauten sie das ganze System der Provokation und des Verrats auf. Sie sind bereit, der ausländischen Intervention weit die Tore zu öffnen, aber sie wollen die Sache so darstellen, als ob sie das Werk irgendeiner fremden Hand sei, gegen die sie, diese Jesuiten und Pharisäer, diese Judas Ischariot und Wassilij Schuiskij, angeblich ihre Stimme des „Patriotismus“ erheben, Bucharin sagte - die Schuldigen an der Öffnung der Front vor Gericht stellen, patriotische Losungen ausspielen.

Das Spiel ist aufgedeckt. Die Verrätermasken sind ihnen heruntergerissen, ein für allemal heruntergerissen. Kein einziger der Angeklagten wagte, seine verbrecherische Arbeit zur Vorbereitung der Niederlage der UdSSR und der. Zerstückelung der UdSSR zu bestreiten. Die einen sprachen davon einfach, grob, zynisch, die andern aber, hier beziehe ich mich wieder auf Bucharin und Rykow, verschleierten ihre Geständnisse in jesuitischer Weise, aber auch sie wagten und vermochten letzten Endes nicht, dieses Verbrechen vor unserem öffentlichen Sowjetgericht abzustreiten. Zu stark spricht der Tatbestand, zu überzeugend sind die Beweise!

Trotzki, wie auf den vorhergehenden Prozessen festgestellt wurde und wie es auf dem gegenwärtigen Prozess wieder seine Bestätigung gefunden hat, verständigte sich mit dem deutschen und japanischen Spionagedienst über den gemeinsamen Kampf gegen die UdSSR und die Sowjetmacht. Wir haben auf diesem Prozess in dieser Frage sehr eingehende Aussagen eines der Angeklagten, und zwar des Angeklagten Bessonow. Er sagte, dass diese Verabredung auf der Grundlage jener fünf Punkte getroffen wurde, die er in seinen Aussagen angeführt hat. Dies ist erstens beiderseitige Sabotage aller offiziellen Beziehungen, Sabotage der Normalisierung der Beziehungen zwischen der UdSSR und Deutschland. Was bedeutet das?

Das bedeutet ein System der Provokation in den internationalen Beziehungen, und dies sind natürlich nicht nur Worte, denn wir wissen, dass die Trotzkisten es verstanden, sich unter der Maske der Doppelzüngigkeit eine ganze Reihe ziemlich verantwortlicher Posten zu erschleichen, die für die praktische Durchführung unserer Außenpolitik von größter Bedeutung sind. Die Rakowski, Krestinski, Jurenew und andere, die Bessonow und dergleichen - das sind doch alles Leute, die mit der diplomatischen Vertretung der UdSSR in auswärtigen Staaten betraut waren. Dadurch wird unter anderem Ihre Schuld und die Schwere ihrer Verantwortung vor dem Sowjetstaat und dem Sowjetvolk noch mehr vertieft.

Entsandt dazu, um die Interessen unseres Staates zu vertreten, kämpften sie in Wirklichkeit mit allen Mitteln gegen diese Interessen. Diese Herrschaften benützten ihre Dienststellung - und so handelten sowohl Rakowski wie Grinko und Krestinski um die Sache des Friedens zu sprengen, um alle Maßnahmen zur Provokation möglicher Zusammenstösse zugunsten der Imperialisten zu treffen.

Der zweite Punkt des Übereinkommens - die allseitige Zusammenarbeit der trotzkistischen Organisationen in der UdSSR mit deutschen illegalen und Spionageorganisationen und ihren Agenten. Zu welchem Zweck? Zur Unterwühlung der militärischen und wirtschaftlichen Macht der UdSSR, zur Beschleunigung der Niederlage der UdSSR im Kriege.

Der dritte Punkt - Unterstützung des deutschen Faschismus für einen Staatsstreich in der UdSSR zwecks Übergangs der Macht in die Hände des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“.

Viertens - Beschleunigung der Intervention und unverzüglicher Friedensschluss mit der neuen Regierung nach ihrem Machtantritt, ein natürlicher Schritt im Plan der verräterischen Tätigkeit, die diese Herren ausübten.

Fünftens - Lostrennung der Ukraine von der UdSSR zugunsten Deutschlands sowie Lostrennung des fernöstlichen Küstengebiets zugunsten Japans, wie auch Lostrennung Belorusslands zugunsten Polens sowie Zerstückelung unserer ganzen Sowjetunion durch Lostrennung einzelner Gebiete und Republiken und ihre Auslieferung an die ausländischen Imperialisten.

Bucharin musste hier eingestehen, dass die Bedingungen, unter denen dieser so genannte „Bund“ abgeschlossen wurde - es ist jedoch keineswegs ein „Bund“ (es ist im Grunde genommen ein Vertrag zwischen Unternehmer und Kommis) - diese Bedingungen waren: Zerstückelung der UdSSR, Lostrennung der Ukraine, des fernöstlichen Küstengebietes und Belorusslands von der UdSSR. Ich fragte Bucharin: „Zu wessen Gunsten?“ Und er antwortete: „Zugunsten Deutschlands, zugunsten Japans, teilweise zugunsten Englands.“ Das ist das eigene Geständnis Bucharins, von dem er nicht loskommen kann und das er nicht umgehen können wird.

Die Trotzkisten und Rechten handelten in Übereinstimmung mit eben diesem Abkommen. Grinko zeigte, wie die ukrainischen Nationalfaschisten in Ausführung dieses Abkommens handelten. Krestinski bestätigte, dass sie in Ausführung dieses Abkommens handelten. Sie sahen, wie auch Trotzki angewiesen hatte, Diversions-, Spionage- und Schädlingstätigkeit, die Tätigkeit der Hitlerleute und Trotzkisten in der UdSSR vor.

In dem antisowjetischen „Block der Rechten und Trotzkisten“ nahmen einen angesehenen Platz bürgerlich-nationalistische Gruppen ein, die sich in manchen nationalen Republiken unter dem direkten Einfluss der Agenturen derselben auswärtigen Spionagedienste und unter der unmittelbaren Leitung des so genannten Zentrums des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ gebildet hatten.

Die Verräter Grinko, Chodshajew, Scharangowitsch, Ikramow - das sind geriebene Erzkonterrevolutionäre verschiedener Schattierungen mit großer konterrevolutionärer Vergangenheit, von den Borotbisten, von der „Milk Istiklal“ und „Milli Ittichad“ bis zum „Block der Rechten und Trotzkisten“.

Rykow versicherte Chodshajew, dass die usbekische nationalistische Organisation unter Führung der Rechten die „Unabhängigkeit“ der Usbekischen Republik erreichen kann.

Chodshajew musste eingestehen - und Sie haben Chodshajew gesehen, das ist ein hinreichend intelligenter Mensch, der sich in all den Feinheiten und Wechselfällen jenes Kampfes, an dem er teilnahm, glänzend zurechtfand. Chodshajew musste gestehen, dass er die Verlogenheit und den Betrug dieser Losung der so genannten Unabhängigkeit der Usbekischen Republik wohl verstanden hat, dass er glänzend verstand, dass sich unter dieser Losung in Wirklichkeit die Abhängigkeit des usbekischen Volkes von den Ausbeutern jenes kapitalistischen Landes verbirgt, das dieser Republik helfen wird, diese ihre schattenhafte Unabhängigkeit zu erlangen.

Zusammen mit Rykow wirkte in derselben Richtung auch Bucharin, der nach Chodshajews Worten den deutschen Faschismus verherrlichte und sagte, dass das faschistische Deutschland jetzt mit allen Kräften daran arbeitet, um Deutschland zum Hegemon Europas zu machen, und dass ein Übereinkommen zwischen Japan und Deutschland für den Kampf gegen die UdSSR möglich ist.

Bucharin überredete Chodshajew, Pfade und Wege zum englischen Spionagedienst über jene Kurbaschi zu finden, von denen hier Chodshajew aussagte. Bucharin schlug vor, mit englischen Kreisen in Verbindung zu treten, England etwas zu versprechen. Er sagte: „Usbekistan mit seiner 57-Millionen-Bevölkerung kann zwischen zwei Kolossen, auf der einen Seite die Sowjetunion, auf der anderen Seite England, nicht ein unabhängiger Staat werden. Man muss an irgendeinem Ufer landen.“ Und Bucharin stößt Chodshajew vorwärts, der übrigens genügend selbst dazu vorbereitet war, um am Ufer der bürgerlichen Konterrevolution zu landen.

Bucharin spricht von der Stabilisierung des Kapitalismus, davon, dass der Faschismus, besonders der deutsche, in dieser Sache eine gewaltige Rolle spielte. Als treuer Kettenhund dieses Faschismus bellt er freudig, wahrend er sein. - Entzücken über diesen deutschen Faschismus verkündet.

Bucharin bearbeitete in dieser Richtung auch Ikramow, obwohl Ikramow ein Mann ist, der selbst weiß, was er zu tun hat. Bucharin log über Lenin . Er sagte, dass die kolonialen Länder nicht unter Umgehung des Kapitalismus mit Hilfe des Proletariats der UdSSR zum Sozialismus gelangen können usw. Bucharin predigte ihm damit die Theorie und Praxis der Wiederherstellung des Kapitalismus nicht nur in Usbekistan, sondern in der ganzen UdSSR. Er wollte, dass Ikramow sich diese Praxis und Theorie endgültig aneigne. Er sagte: „Eure Mittel sind kleinlich. Ihr wollt warten, bis für die Sowjetnacht ein schwieriger Moment kommt, und dann werdet ihr bandeln. Nein, es ist besser zu handeln. Wir billigen eure Handlungen in der Frage der Lostrennung Usbekistans. In dieser Frage haben die Rechten Abmachungen mit den ukrainischen Nationalisten, mit den belorussischen Nationalisten und den Nationalisten der anderen Republiken.“

Die rechten, trotzkistischen und bürgerlich-nationalistischen Hochverräter wollten ihren kapitalistischen Herren zuliebe die durch die Große Sozialistische Revolution befreiten und früher vom Zarismus, von den Großgrundbesitzern und Kapitalisten unterdrückten Völker unserer brüderlichen Unionsrepubliken wieder unter das kapitalistische Joch bringen. Ohne es zu wagen, offen über ihre verräterischen Pläne zur Unterjochung der Völker zu sprechen, die im Ergebnis der Lenin -Stalinschen Nationalitätenpolitik eine gewaltige Höhe des kulturpolitischen und wirtschaftlichen Aufschwungs erreicht haben, ließen diese Verräter ihre verlogenen, verräterischen, betrügerischen Losungen und Reden von der Unabhängigkeit dieser Republiken vom Stapel.

Gibt es denn ein anderes Land in der Welt außer der UdSSR, wo die wahre nationale Unabhängigkeit, die wahre und volle nationale Kultur, das wahre Aufblühen der Millionenmassen der Völker wirklich gewährleistet wäre? Ein solches Land außer der UdSSR gibt es in der ganzen Welt nicht! Während in den Kolonien der kapitalistischen Länder - in Indien, Algier, Tunis, Marokko, wie auch in den Ländern des Orients - die Völker unter dem schweren Joch der kapitalistischen Unterdrückung stöhnen, Armut und Elend immer mehr um sich greifen, die Massen vor Hunger sterben, Syphilis und Tuberkulose wüten, Zerrüttung und Pauperisierung immer mehr zunehmen, wächst in der UdSSR, in ihren glorreichen elf Bundesrepubliken immer mehr der materielle Wohlstand der Massen an, hebt sich die in der Form nationale, dem Inhalt nach sozialistische Kultur immer höher und höher, leuchtet mit ihren starken segnenden Strahlen immer freudiger und heller über den reichen unermesslichen Flächen dieser Republiken die neue sozialistische Sonne, die Sonne des nie welkenden Ruhmes, des unerschütterlichen brüderlichen Bundes der Völker - des Bundes der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken.

Die Provokateure, Spione, Faschisten erstrebten natürlich die Lostrennung der Bundesrepubliken von unserer Union. Warum erstreben sie das? Weil, wie Genosse Stalin schon vor achtzehn Jahren gesagt hat, die Lostrennung der Randgebiete die revolutionäre Macht des zentralen Russland, die der Befreiungsbewegung des Westens und Ostens Impuls gibt, brechen würde. „...Die abgetrennten Randgebiete“, sagte Genosse Stalin, „würden unvermeidlich in die Knechtschaft des internationalen Imperialismus fallen.“ Die wahre Unabhängigkeit der nationalen Republiken ist nur unter den Verhältnissen des Sowjetstaates, unter den Verhältnissen des siegreichen Sozialismus, auf der Grundlage der großen Stalinschen Verfassung gesichert.

Diese Verräterbande wirkte durch schon bekannte, vom Gericht wiederholt aufgedeckte verbrecherische Methoden: die Methode der Schädlingstätigkeit, der Diversion, der Spionage, des Terrors. Schädlinge, Diversanten, Spione drangen in eine Reihe von Zweigen ein und besetzten dort leitende Stellungen. So war es mit Tschernow, der den hohen Posten eines Volkskommissars der Landwirtschaft der Union bekleidete; so war es mit Grinko, der den hohen Posten eines Volkskommissars der Finanzen der UdSSR bekleidete, so war es mit Rosengolz, der die hohe Stellung eines Volkskommissars für Außenhandel der UdSSR innehatte, so war es mit Selenski, dem ehemaligen Vorsitzenden des Zentrosojus, so war es auch in einer Reihe anderer Fälle. Diese Verbrecher hatten natürlich die Möglichkeit, die umfassendste und gleichzeitig am meisten maskierte und gefährlichste Schädlingstätigkeit auszuüben, wie selten solche Verbrecher

haben.

Die grundlegende Aufgabe der Wühl- und Schädlingstätigkeit dieses „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ war, auf jede Weise die wirtschaftliche Macht der UdSSR zu untergraben. Das sozialistische Wirtschaftssystem zu liquidieren, die Wehrfähigkeit der UdSSR, die Verteidigungsindustrie zu schwächen, die Landwirtschaft durch Liquidierung der Kollektivwirtschaften und Sowjetwirtschaften zu zerstören, den Transport zu zerstören, dessen Rolle in der ganzen Volkswirtschaft außerordentlich groß ist - das sind die ungeheuerlichen Aufgaben, die sich die Verbrecher stellten.

Sie stellten die Aufgabe, den Eintritt all dieser verderblichen Folgen dem Augenblick des kriegerischen Überfalls der ausländischen Aggressoren auf die UdSSR anzupassen und nicht nur dem Moment des Überfalls anzupassen, sondern auch zu erreichen, dass diese verbrecherischen Handlungen auch eine selbständige Rolle spielen als bestimmte Wege zur Schwächung der Macht des Sowjetstaates.

In Verfolgung seines Hauptzieles, des Sturzes der Sowjetmacht, machte der „Block der Rechten und Trotzkisten“ - wie unser Gerichtsverfahren nachgewiesen hat - vor den schmutzigsten und zynischsten Methoden nicht halt, um das Vertrauen der Massen zu den Organen der Sowjetmacht zu untergraben, um unter der Bevölkerung Unzufriedenheit mit den Sowjets zu säen und nach Möglichkeit das Volk gegen die Sowjetmacht aufzuwiegeln.

Diese provokatorische Tätigkeit, die von jedem Angeklagten durchgeführt wurde, wo er nur arbeitete, stellt eine gewaltige allgemein-politische Gefahr dar. Davon zeugen besonders solche Vorkommnisse wie z. B. die Lepel-Augelegenheit, die hier vor Gericht erwähnt wurde: Exzesse und Gesetzwidrigkeiten, die von den Verschwörern und Verbrechern auf Befehl dieses Blocks verübt wurden, darauf gerichtet, dass durch die Praxis der gesetzwidrigen Handlungen die Sowjetmacht in den Augen der breitesten Massen der Bevölkerung diskreditiert würde.

Gerichtsverhandlung und Untersuchung haben gezeigt, wie gewissenlos zynisch und ungeheuerlich verbrecherisch die Methoden und Mittel waren, die der Block zur Durchführung seiner Ziele anwandte. Diese Schädlings- und Wühlarbeit stellte angesichts der außergewöhnlichen und besonderen Stellung, die eine Reihe der Angeklagten im System des Sowjetstaatsapparates bekleideten, eine besondere Gefahr dar.

Nehmen wir die Finanzen. Die Hauptdirektive der Schädlinge im Finanzwesen war, wie dies Rykow im Einverständnis mit Bucharin formulierte, „die Sowjetregierung mit dem Sowjetrubel zu schlagen“. Dies ist eine Paraphrasierung der alten trotzkistischen Losung, die aus den anderen Prozessen durch Pjatakow bekannt wurde: „Mit den fühlbarsten Mitteln gegen die empfindlichsten Stellen zu schlagen.“

„Der Sowjetregierung durch den Sowjetrubel einen Schlag zu versetzen“ - das ist die Direktive; die die ganze Tätigkeit Grinkos bestimmte, des ehemaligen Volkskommissars für Finanzen, der gleichzeitig als Agent der deutschen und polnischen Spionagedienste und als Handlanger Bucharins und Rykows handelte. Er war bestrebt, eben diese Direktive, den Beschluss des „Blocks“ nach bestem Wissen und Gewissen (wenn auch nach einem verderbten Gewissen) durchzuführen.

Mehr noch. Es ist bekannt, dass die Finanzarbeit nicht eine in sich geschlossene Bedeutung hat, dass sie die Richtung und Entwicklung aller anderen Zweige der Industrie bestimmt. Und dies wird von dem verbrecherischen Block der Schädlinge in Betracht gezogen. Schädlingstätigkeit im Finanzwesen überträgt sich auf die verschiedenen wirtschaftlichen Gebiete. In der Landwirtschaft, die für die UdSSR eine gewaltige Bedeutung hat, sollte die Schädlingsarbeit, soweit nur irgend möglich, die Aufgabe vereiteln, eine Ernte von 7-8 Milliarden zu erzielen, die uns Partei und Regierung gestellt hatten.

Grinko hat daran erinnert, wie er auf dem Gebiete des Steuerwesens und auf dem Gebiete des Sparkassenwesens Schädlingsarbeit gemacht hat, um in jeder Weise die Bevölkerung zu erbittern. Jeder von uns weiß gut, wie skandalös das Sparkassenwesen unter Grinko eingerichtet war, als man eine Masse Zeit verlieren musste und auf alle möglichen endlosen Unannehmlichkeiten und Frechheiten, grobes und unachtsames Verhalten gegenüber den Sparern stieß, als man auf jede Weise das Bestreben zeigte, die Bevölkerung zu erbittern und von den Sparkassen abzuschrecken.

Jetzt hat Grinko rundweg erklärt, wo hier das Geheimnis lag, und es lag in dem Bestreben, die Erbitterung des Sparers hervorzurufen, das Sparkassenwesen zu untergraben. An die Spitze des Sparkassenwesens wurde ein solcher, nach dem Ausdruck von Grinko selbst, Halsabschneider wie Oserjanski gestellt, der zu gleicher Zeit terroristische Akte gegen die Führer unserer Partei und Regierung vorbereitete.

Ich berühre die anderen Tatsachen nicht, die davon sprechen, dass wir in der Person von Grinko einen alten Erzfeind der Sowjetmacht vor uns sehen, der sich voll und ganz dem deutschen Spionagedienst verkauft hat, der durch Schädlingstätigkeit, Diversion, Verrat und Terror aktiv gegen die Sowjetmacht für die Wiederherstellung des Kapitalismus kämpfte.

Nehmen wir den zweiten Spion - Tschernow. Einen zweifellos „talentierten“ Menschen, denn er brachte es zustande, an einem Abend mit Kibrik bei Dan zu sein, sich mit Polizisten herumzuschlagen, ins Polizeipräsidium zu gelangen und deutscher Spion zu werden.

Aber daran ist nichts Unwahrscheinliches. Im Leben geht es eben mit solchen Leuten so wie mit Tschernow zu. Jetzt sieht er mehr oder weniger frisch und gesund aus. Die Haft hat ihm in bedeutendem Maße geholfen. Als er frei war hatte er ein anderes Gesicht, das versoffene Gesicht eines Trunkenboldes, der mehr trank als arbeitete. Das war ein Mensch, der an der sozialen Krankheit des Alkoholismus litt. Und nun fährt er einmal im Auftrag der Regierung ins Ausland. Aber gleichzeitig übernimmt er einen Auftrag des „Blocks“, der diese zufällige Kommandierung dazu benützt, um ihn zur Organisierung der Verbindung mit Dan zu beordern. Er kommt zu Dan und Kibrik, Dan und Kibrik sind - das ist klar - deutsche Spione. Das ist schon daraus zu ersehen, dass das Gespräch, welches er mit Dan und Kibrik führte, sofort im Spionagedienst des Polizeipräsidiums bekannt wurde.

Man sagt, dass Wände Ohren haben, aber es gibt auch Wände, die Augen haben, Wände, durch die man nicht nur alles sehen kann, sondern die auch für den photographischen Apparat kein Hindernis sind. Und siehe, als Tschernow mit Dan und Kibrik trank und schmauste, knipste ein Photoapparat und verewigte auf der Platte diese „Begegnung der Freunde“ Tschernows und Dans. So hat das Polizeipräsidium ein Dokument, das Tschernow die ganze Karriere verderben kann, Gefahren ist er im Auftrag der Regierung, aber es stellt sich heraus, dass er mit solchen Erzmenschewiki wie Dan und Kibrik in Verbindung trat und Gaunereien mit ihnen durchführte. Das kann Tschernow nicht nur die politische Karriere kosten, und darauf spekulierte der deutsche Spionagedienst. Er betrachtet Tschernow nicht als einen genügend hoch stehenden Menschen, um ihn im Taxi heranzuschaffen, - ein Autobus tut’s auch. Aber den Autobus besteigen Leute, welche eine Schlägerei, einen Skandal beginnen, der im Polizeirevier endet. Ein feines Bild –d er Volkskommissar, der einen Skandal inszeniert und Polizisten ohrfeigt. Man füge dem die kompromittierende Photoaufnahme hinzu, und Tschernow „saß fest“. Tschernow musste nun entweder ehrlich mit dieser Sache brechen und eine jähe Wendung von 180 Grad machen, oder mit dem Strom weiterschwimmen, mit dem er herangeschwommen war. Dem muss man hinzufügen, dass Tschernow ein früherer Menschewik ist, der seinen Menschewismus bis in die allerletzte Stunde bewahrt hat. Demnach hätte er wie Rosengolz dieselben Worte des Gebetes wiederholen körnten - „Und zerstreue meine Feinde“. Sogar Rykow hat über Tschernow den Witz gemacht, dass es Tschernow an einem Abend fertig brachte, ins Polizeipräsidium zu gelangen und Spion zu werden.

Aber geht denn die Anwerbung von Agenten der Spionagedienste auf andere Weise vor sich? Aus der Fülle des Materials, das in der letzten Zeit veröffentlicht, wurde, ist bekannt, wie man sie in den Tanzsälen einfängt, in Privatgesprächen und Liebesangelegenheiten, wobei man speziell Vertreterinnen des schönen Geschlechts verwendet, die die Rolle bei weitem nicht schöner Vertreterinnen der bei weitem nicht schönen Institutionen spielen. Es ist bekannt, dass man sie auch bei einem Spielchen oder einem Fläschchen Kognak einfängt. Man fängt sie, wie man die Schmetterlinge fängt, die ins Licht fliegen.

Auf dem vorhergehenden Prozess haben wir gesehen, dass der deutsche Spionagedienst, man muss es ihm lassen, Stroilow kunstvoll angeworben hat. Rakowski erzählte hier, wie ihn, einen Mann mit großer Erfahrung in irdischen Verhältnissen, der englische und japanische Spionagedienst angeworben haben und wie ihn irgendein Armstrong oder Leckart zum englischen Spion machte.

Und da ist nun Tschernow, der im Auftrag des deutschen Spionagedienstes handelt und offen sagt: „Als besondere Bedingung stellte der deutsche Spionagedienst die Organisierung der Schädlingstätigkeit auf dem Gebiete der Pferdezucht“, mit dem Ziel, wie Raiwid sagt, dass die Rote Armee keine Pferde bekomme. Eine klare Fragestellung. Es fällt Tschernow nicht schwer, diesen Auftrag zu erfüllen, und er schreitet an seine Erfüllung. Dieser Mensch wählt speziell drei Fabriken aus: die in Kaschinzew, in Orel und Stawropol. Wozu? Dazu, wie er sich hier ausdrückte, um „Biopräparate mit ungeschwächten Bakterien“ zu erzeugen. Er tut dies zu dem Zweck, um die Pferdezucht zu hintertreiben, sie völlig zu vernichten, überhaupt die Viehzucht zu untergraben.

Natürlich, wer kann dies tun, wenn nicht eine Person, die einen so hohen Posten bekleidet wie Tschernow? Wer noch konnte spezielle Fabriken zur Verstellung von infektiösen Präparaten organisieren? Nur er. Und er führte das durch. Er hat hier selbst gesagt, dass in seinem Auftrag 25000 Pferde zugrunde gerichtet wurden. In solchen Gauen wie Sibirien wurde eine große Zahl von Pferden vernichtet. Man impfte die Schweine speziell mit Rotlauf und Pest. Dies tat man auch im Woronesher Gebiet, im Asow-Schwarzmeer-Gau und im Lenin grader Gebiet. Die Aufgabe war einfach gestellt - die Wehrfähigkeit der Roten Armee zu schwächen. Das ist nicht nur Schädlingstätigkeit, das ist Schädlingstätigkeit von Spionen, das sind die Späher des militärischen Feindes, der beschlossen hat, das Beispiel der Epoche der Ilias und Odyssee zu befolgen, das trojanische Pferd ins Innere der Stadt hineinzubringen, damit es im gegebenen Falle die Rolle eines Stützpunktes gegen die Verteidiger der Heimat spiele.

Auch Rosengolz handelt so, wie es das Interesse der Deutschen und Japaner erfordert. Speziell im Interesse dieser ausländischen Staaten schließt er ein Naphtha-Abkommen ab. Auf besondere Schädlingsart organisiert er im Interesse dieser Staaten den Export von Goldabfällen und verletzt direkt die Interessen seines Vaterlandes. Er organisiert den schädlichen und verbrecherischen Export von Roheisen nach Japan, damit dieses Roheisen zur Erzeugung eben jener Geschosse verwendet werde, mit denen die japanische Militärclique sich anschickt, unser Vaterland, wenn nicht zu bombardieren, so doch auf jeden Fall einzuschüchtern. Mit allen Mitteln hemmt er den Import für Verteidigungszwecke. Er handelt so wie es ihm der Spionagedienst befohlen hat und nutzt seine hohe Stellung aus, um zu betrügen, um seine Staatspflicht verräterisch-eidbrüchig zu verraten.

Ikramow und Chodshajew gehen in der Schädlingstätigkeit ihren zentralen „Kollegen“ in nichts nach. Ikramow selbst sagte hier über die Schädlingsarbeit in Namangan aus, über die Schädlingsarbeit in den Seidenspinnereien, In den Baumwollbearbeitungsfabriken, über Schädlingsarbeit in der Organisierung der Baumwollwirtschaft. In der Organisierung dieser Schädlings- und Wühlarbeit war die Rolle Rykows und Bucharins eine vollkommen unmissverständliche - eine Rolle, die man als eine leitende bezeichnen kann.

Selenski. Hier werde ich auf die schmachvolle Anwendung der Methode eingehen, in die Lebensmittel, besonders in Butter, Glas und Nägel zu werfen, wodurch die lebenswichtigsten Interessen, die Interessen der Gesundheit und des Lebens unserer Bevölkerung getroffen wurden. Glas und Nägel in der Butter! Das ist ein so ungeheuerliches Verbrechen, dass wie mir scheint, alle anderen Verbrechen dieser Art davor verblassen.

In unserem Lande, das an allen möglichen Vorräten reich ist, konnte und kann keine solche Lage eintreten, wo es an irgendeinem Produkt mangelt. Eben deshalb war es die Aufgabe dieser ganzen Schädlingsorganisation, eine solche Lage herbeizuführen, um das, was es bei uns in Überfluss gibt, zur Defizitware zu machen, den Markt und die Bedürfnisse der Bevölkerung in angespanntem Zustand zu halten. Ich werde hier nur an eine Episode aus der Tätigkeit Selenskis erinnern, an die Sache mit den 50 Waggons Eiern, die Selenski absichtlich vernichtet hat, uni Moskau ohne dieses äußerst notwendige Lebensmittel zu lassen.

Jetzt ist es klar, warum es bei uns bald hier bald dort Stockungen gibt, warum auf einmal trotz Reichtum und Überfluss diese oder jene Produkte fehlen. Eben deswegen, weil diese Verräter daran schuld sind. Umso mehr gab ihnen dies eine Grundlage für die Schaffung einer Stimmung gegen das System unserer wirtschaftlichen Verwaltung, gegen das ganze System der Sowjetmacht. Einen Schlag gegen die dringendsten alltäglichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu führen - das bedeutet im Grunde, die alte Direktive Rjabuschinskis zu erfüllen, der die proletarische Revolution durch die Knochenhand des Hungers erwürgen wollte. Es ist ihm nicht gelungen!

Mit der Organisierung der Schädlingstätigkeit verfolgten alle diese Rykow und Bucharin, Jagoda und Grinko, Rosengolz und Tschernow usw. auf diesem Gebiete ein bestimmtes Ziel… Die Revolution durch die Knochenland des Hungers zu erwürgen. Es ist nicht gelungen und wird niemals gelingen!

Scharangowitsch organisiert die Verbreitung der Pferdeanämie, 30000 Pferde gehen ein. Scharangowitsch untergräbt die Torfindustrie. Scharangowitsch sät bewusst nationale Zwietracht, entfacht nationalistische Gefühle unter der belorussischen Bevölkerung.

Iwanow zerstört Fabriken, er zerstört die Papier- und Zellulose-Industrie, wenn auch mit Vorsicht; er ist darauf bedacht, die Interessen der englischen Herren nicht allzu sehr zu schädigen, denen der „Block der Rechten und Trotzkisten“ die Holzwirtschaft übergeben wollte und zu deren Gunsten er, Iwanow, nach Kräften und Möglichkeiten arbeitete.

Das ist das empörende, ungeheuerliche Bild des sorgfältig durchdachten, streng organisierten und - man muss den Verrätern Gerechtigkeit widerfahren lassen - streng planmäßigen Systems der Schädlings- und Diversionsmaßnahmen, die nicht nur darauf gerichtet waren, die Wehrfähigkeit und wirtschaftliche Macht unseres Landes zu untergraben, sondern auch noch darauf, unter den breitesten Massen der Bevölkerung mit Mitteln, die schwer aufzudecken waren, Unzufriedenheit hervorzurufen, und diese Massen aufzureizen.

Und dazu kommt noch die Organisierung von direkten und offenen bewaffneten Aktionen gegen die Sowjetnacht; diese Organisierung hat ebenfalls ihre Geschichte. Bucharin schickt gemeinsam mit Rykow Slepkow nach dem Nordkaukasus, Jakowenko nach Sibirien, die dort auch eine Aufstandsbewegung hervorrufen, mit weißgardistischen Kosakenkreisen im Ausland in Verbindung treten, eine Landung von Kosaken im Nordkaukasus vorbereiten. Rykow und Subarew organisieren im Ural Aufstandsabteilungen. Ikramow und Chodshajew organisieren in Mittelasien Aufstandsabteilungen unter Leitung derselben Bucharin, Rykow und anderer aus Mullahs, Beys und aller Art deklassierten Elementen. Sogar Iwanow im Nordgau arbeitet daran, Aufstandsabteilungen, im direkten Auftrag von Bucharin aus verschickten Kulaken zu organisieren. Offensichtlich wollte Bucharin auf diese Weise den Kulaken die Möglichkeit des Hineinwachsens in den Sozialismus sichern.

Ich gehe jetzt zum nächsten Kapitel über, und zwar zur terroristischen Tätigkeit der Angeklagten und zu den von ihnen geplanten und verwirklichten Mordtaten an führenden Persönlichkeiten des Sowjetstaates: den Morden an S. M. Kirow, W. R. Menshinski, W. W. Kuibyschew, A. M. Gorki und zur Ermordung M. A. Peschkows.

Das ist einer der dunkelsten und schwersten Momente des Prozesses.

Wie motivierte Rykow den Übergang seiner illegalen Gruppe zum Terror? Sehr aufrichtig. Er sagte: „Bei dem illegalen verschwörerischen Charakter der konterrevolutionären Organisation der Rechten, beim Fehlen einer Massenbasis für ihre konterrevolutionäre Arbeit, beim Fehlen der °Hoffnung, auf irgendeinem anderen Wege zur Macht zu gelangen, bot der Übergang zum Terror, nach Meinung des Zentrums, gewisse Perspektiven.“

Rykow erzählte vor dem Gericht ausführlich, Schritt für Schritt, wie die Organisation der Rechten sich in der Illegalität formierte, wie der Übergang zu immer schärferen Formen und Methoden des Kampfes zustande kam. Das Anwachsen der terroristischen Stimmungen datiert Rykow noch vor 1930. Ungefähr im Jahre 1932, nach den Aussagen Rykows, formierte sich das, was er positives Verhalten zur Anwendung des Terrors als einer Methode des Kampfes um die Macht nannte. Hier schweifte Rykow philosophisch um einiges ab, indem er unterstrich, dass er sich den Terror in der Theorie ohne Praxis nicht denken kann. Und tatsächlich ist Rykow, nachdem er sich für den Terror entschieden hatte, sofort zur Organisierung terroristischer Akte übergegangen und begann diese terroristischen Akte vorzubereiten, begann die Ermordung unserer Führer mit derselben Pedanterie und mit derselben Ruhe vorzubereiten, mit welcher er hier vor dem Gericht seine Erläuterungen gab und mit welcher er wahrscheinlich seinerzeit die Anordnungen Im Postressort unterschrieb.

Todeskälte und Übelgeruch sind um diese Aussagen Rykows und anderer faschistischer Verschwörer der Rechten und Trotzkisten.

Terror mit Volldampf. Mit diesem Terror befasst sich systematisch und pedantisch der ganze Block.

Bucharin war auch hier für den Terror, obwohl, wie er erklärte, er sich weniger auf den Terror orientierte, als vielmehr auf Massenaufstände. Wie er sich orientiert hat, das zu klären ist seine Sache. Wir wissen aber, dass er schon seit langer Zeit, jetzt kann man das als vollständig erwiesen betrachten - schon seit 1918 - an der Organisierung terroristischer Akte sowohl der Kaplan, als auch der „linken“ Sozialrevolutionäre, der Trotzkisten und der rechten Sozialrevolutionäre teilgenommen hat. Er selbst spricht laut davon, dass er später, im Jahre 1932, mit dem ehemaligen Sozialrevolutionär Semjonow, dem Organisator terroristischer Akte und Führer der sozialrevolutionären Kampfgruppen, über die Organisierung eines terroristischen Kampfes gegen Genossen Stalin und Genossen Kaganowitsch Verhandlungen geführt hat. Im Jahre 1932 führt Bucharin durch Pjatakow und Sedow Verhandlungen über die Bedingung, Direktive oder, wie er es nennt, Einstellung Trotzkis, die die Notwendigkeit des Übergangs zum Terror vorsah. Und es ist charakteristisch, Bucharin geht sofort zur praktischen Verwirklichung dieser Einstellung über. Jetzt ist es klar, dass die bucharinsche Stellung in dieser Frage bei weitem keine theoretische ist, er handelt als ein wirklicher Praktiker, denn er hat ja mit Semjonow Verhandlungen geführt, er hat Semjonow die Organisierung terroristischer Akte aufgetragen. Er ist es ja doch gerade, der, wenn auch etwas später, Slepkow und anderen seiner Schüler die Organisierung bewaffneter, blutiger Kulakenaufstände auftrug. Der Verschwörerblock entfaltet in breitem Maße die Organisierung von terroristischen Gruppen, die praktisch die Verwirklichung terroristischer Akte, die Ermordung Kirows vorbereiten. Diese Mordtat wurde auf dem vorhergehenden Prozess völlig aufgedeckt, aber erst jetzt ist es festgestellt worden, dass die Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewschen Zentrums, das Sergej Mironowitsch Kirow ermordete, keinen selbständigen Charakter trug. Jetzt ist es festgestellt, dass Kirow auf Anordnung eben dieses „Zentrums der Rechten und Trotzkisten“, eben dieses Blocks ermordet wurde, den man jetzt Zentrum aller Zentren nennen kann.

Der Angeklagte Jagoda bestätigte vor Gericht, dass die Ermordung Kirows auf direkten Beschluss des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ verübt wurde, dass dieser Beschluss von Jagoda verwirklicht wurde, dem man eben diese schändliche Pflicht auferlegt hatte. Und Jagoda hat diese Pflicht erfüllt. Er befahl dem Stellvertretenden Chef der Gebietsverwaltung des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten in Lenin grad, Saporoshez, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit dieser Mord durchgeführt werde. Einige Monate vor der Ermordung wurde Leonid Nikolajew festgenommen und in die Gebietsverwaltung eingeliefert. Man fand bei ihm einen Revolver mit Patronen und die Beschreibung des täglichen Weges Kirows, die die Vorbereitung dieses ungeheuerlichen Verbrechens durch diesen Schurken vollständig entlarvte. Saporoshez aber, der die direkten Befehle Jagodas befolgte, ließ diesen Schurken frei, so dass Nikolajew nach einigen Monaten Kirow ermordete, indem er diese verbrecherische Tat unter direkter Beteiligung des verächtlichen Verräters Jagoda verwirklichte, der damals mit dem Schutz der Regierungsmitglieder beauftragt war.

Jagoda bestätigte vor Gericht, dass Rykow und Bucharin an der Annahme dieses Beschlusses beteiligt waren, dass Rykow und Jenukidse an der Sitzung des Zentrums teilnahmen, in der die Frage der Ermordung S. M. Kirows erörtert wurde, dass Rykow und Jenukidse demnach unmittelbar an der Beratung der Frage der Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows teilnahmen. Auf meine direkte Frage, ob Bucharin und Rykow die Wahrheit sagen, wenn sie erklären, dass sie von der Ermordung nichts gewusst hätten, sagte Jagoda, dass dies unmöglich sei. Denn als Jenukidse darüber sprach, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ auf der gemeinsamen Sitzung die Frage der Vollziehung eines terroristischen Aktes an Kirow beschloss - habe er, Jagoda, dies aus gewissen „taktischen“ konspirativen Erwägungen abgelehnt. Trotzdem aber sei er unterrichtet gewesen, dass dies der Beschluss ihres Zentrums und nicht die Aktion irgendeines Partisanenhäufleins von Verschwörern sei, dass dieser Beschluss vom „Block der Rechten und Trotzkisten“ ausgehe, an dem Bucharin und Rykow aktiven Anteil nahmen.

Jetzt ist genau festgestellt, dass die Ermordung des Genossen Kirow unter engster Teilnahme Jagodas erfolgt ist. Ich betrachte auch als erwiesen, dass die Ermordung unter nächster Teilnahme Rykows und Bucharins erfolgt ist.

Welche Beweise habe ich dafür?

Wenn wir annehmen sollten, dass Rykow und Bucharin an diesem Mord nicht teilgenommen haben, dann müssten wir anerkennen, dass zwei der maßgebenden Führer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, der den Beschluss über die Ermordung Kirows fasste, aus irgendeinem Grunde bei diesem verbrecherischen Akt beiseite gestanden hätten. Warum sollen Menschen, die Spionage, Aufstandsbewegungen, terroristische Akte organisierten, die nach ihren eigenen Eingeständnissen von Trotzki Anweisung zum Terror erhielten, im Jahre 1934 plötzlich bei der Ermordung eines der größten Gehilfen Stalins, eines der Wichtigsten Führer der Partei und der Regierung, abseits gestanden haben.

Bucharin und Rykow wussten davon! Solche wichtigen Anführer dieses „Blocks der Rechten und Trotzkisten, wie Rykow und Bucharin es waren, konnten über diesen größten terroristischen Akt unmöglich nichts gewusst haben. Wenn sie nichts gewusst hätten, so wäre das unnatürlich, jeder Logik bar.

Bucharin und Rykow gestanden ein, dass in ihren Plänen die Ermordung von Führern der Partei und der Regierung, von Mitgliedern des Politischen Büros vorgesehen war. Darüber wurden Verhandlungen bei Semjonow mit Bucharin oder bei Bucharin mit Semjonow geführt. Warum sollen wir annehmen, dass Bucharin, der den Weg der Verhandlungen mit Semjonow über die Organisierung der Ermordung von Mitgliedern des Politbüros betrat, eines der einflussreichsten Mitglieder des Politbüros, das sich durch den unversöhnlichen Kampf mit den Trotzkisten, Sinowjewleuten und Bucharinleuten hervorgetan hatte, von der Liste der zu Ermordenden strich? Wo bleibt die Logik bei einem solchen Verhalten? Diese Logik gibt es nicht.

Schließlich: Rykow gestand ein, dass er im Jahre 1934 Artemenko die Aufgabe stellte, die Automobile der Regierung zu beobachten. Zu welchen Zwecken? Zu terroristischen Zwecken. Rykow organisiert die Ermordung von Mitgliedern unserer Regierung, von Mitgliedern des Politbüros. Warum soll Rykow bei Sergej Mironowitsch Kirow eine Ausnahme machen, der doch auf Grund des Beschlusses dieses verfluchten Blocks ermordet wurde? Er machte diese Ausnahme nicht.

Jenukidse und Jagoda waren Mitglieder des Zentrums und standen Bucharin und Rykow am nächsten. Wie kann man annehmen, dass Jenukidse und Jagoda - Teilnehmer an der Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows, die Rykow und Bucharin am nächsten stehenden Menschen, Menschen, die im Mittelpunkt des gesamten Systems der Verwirklichung terroristischer Akte gegen Führer der Partei und Regierung standen, - wie kann man annehmen, dass gerade Rykow und Bucharin das nicht wussten, was Jenukidse wusste - der nächste Freund, Komplice und Mittäter Bucharins und Rykows, was Jagoda wusste - der nächste Freund, Komplice und Mittäter Bucharins und Rykows und Rykow und Bucharin sollten davon nichts gewusst haben?

Das ist der Tatbestand, der die Teilnahme Rykows und Bucharins an der Organisierung der Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows vollständig offenbart.

Allein auf die Ermordung Kirows beschränkte sich die terroristische Tätigkeit der rechten und trotzkistischen Verräter nicht, wie durch das Gerichtsverfahren festgestellt wurde.

Wie durch das Gerichtsverfahren festgestellt wurde, fielen Alexej Maximowitsch Gorki, Wjatscheslaw Rudolfowitsch Menshinski und Walerian Wladimirowitsch Kuibyschew als Opfer terroristischer Akte, die auf Anordnung desselben „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ erfolgt sind. Als Opfer eines Mordes fiel auch der Sohn A. M. Gorkis - M. Peschkow. Jagoda machte über diese Frage folgende Aussagen:

„Ich erkläre kategorisch, dass die Ermordung Kirows auf Beschluss des Zentrums des ‚Blocks der Rechten und Trotzkisten’ durchgeführt wurde. Auf Beschluss desselben Zentrums wurden Terrorakte und die Tötung Kuibyschews, Menshinskis und Gorkis verübt.“

Das haben auch jene Personen bestätigt, die unmittelbar an diesem Mord teilgenommen haben. Das niederträchtige Vorhaben des Mörderhäuptlings Jagoda wurde auf die infamste, niederträchtigste und jesuitischste Weise verwirklicht. Jagoda versuchte anfangs, seine Teilnahme an der Organisierung der Ermordung Maxim Alexejewitsch Peschkows zu bestreiten. Später hat er dies auf der geschlossenen Gerichtssitzung eingestanden Er bestätigte vollinhaltlich, wie es in den Protokollen der gerichtlichen Untersuchung geschrieben steht, seine Aussagen während des Untersuchungsverfahrens, bestätigte, dass er die Ermordung Maxim Peschkows organisiert habe und erklärte seine Abneigung, darüber zu sprechen, damit, dass die Motive zur Ermordung rein persönlicher Natur seien.

Aber über die Ermordung Menshinskis sprach Jagoda auch auf der öffentlichen Sitzung, wo er jedoch bestritt, dass er sich von persönlichen karrieristischen Erwägungen habe leiten lassen. Er sagte offen:

„Ich bestreite, dass ich mich bei der Tötung Menshinskis von persönlichen Gesichtspunkten leiten ließ. Den Posten des Leiters der Vereinigten Staatlichen Politischen Verwaltung erstrebte ich nicht aus persönlichen Erwägungen, nicht aus karrieristischen Erwägungen, sondern im Interesse unserer Verschwörerorganisation.“

Das ist ganz wahrscheinlich, aber eines schließt das andere nicht aus. Die Tatsache, dass Jagoda zum Mord aus persönlichen Motiven fähig ist, beweist sein persönliches Eingeständnis über die Ermordung Maxim Peschkows. Er sagte offen, dass es persönliche Motive waren. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Jagoda auch hier von persönlichen Motiven geleitet wurde.

Er sagt, dass es in dieser Frage einen speziellen Beschluss des Zentrums gab, den ihm Jenukidse überbrachte, Hierbei war die Ausnutzung von Ärzten vorgesehen, was eine volle Garantie gegen die Entlarvung gab.

Wie wir sehen, Jagoda ist nicht nur einfach Mörder, sondern er ist Mörder mit Garantie für Nichtentlarvung, Seine Voraussetzungen sind jedoch auch hier nicht eingetroffen, die Garantie stellte sich als faul heraus, sie erlitt Schiffbruch. Jagoda und seine niederträchtige, verbrecherische Tätigkeit sind entlarvt. Entlarvt nicht von dem verräterischen Erkundungsdienst, den der Verräter Jagoda organisierte und gegen die Interessen des Sowjetstaates und unserer Revolution richtete, sondern er ist entlarvt worden von jenem wirklichen, wahrhaft bolschewistischen Erkundungsdienst, den einer der hervorragendsten Mitkämpfer des Genossen Stalin - Nikolai Iwanowitsch Jeshow leitet.

Jenukidse und Jagoda unterhalten sich über das Thema, wie man vom Standpunkt der Garantien aus, die Jagoda suchte, Menshinski und andere von ihnen vorgesehene Opfer besser ins Jenseits befördern könne. Jagoda rückt seinen schlauen Gedanken in den Vordergrund: den Tod, wie er sich ausdrückte durch Krankheit herbeizuführen, oder, wie er hier vor Gericht sagte: „Ich bekenne meine Schuld an der Erkrankung Maxim Peschkows.“ Dies ist, nebenbei gesagt, nicht so paradox, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Solche Umstände herbeizuführen, unter denen ein schwacher und zerrütteter Organismus erkrankt, und dann solche Heilmethoden auszuarbeiten, oder, wie Pletnjow sagte, dem geschwächten Organismus irgendeine Infektion beizubringen, mit der Krankheit nicht zu kämpfen, nicht dem Kranken, sondern der Infektion zu helfen, und auf diese Weise den Kranken ins Grab zu bringen -, das ist gar nicht so paradox.

Jagoda stand bei der Tötung von Menschen mit den heimtückischsten Mitteln auf der Höhe der Technik. Es war das letzte Wort der Banditen„wissenschaft“, er überflügelte eine ganze Reihe anderer Verbrecher, die die weit- und tiefgehenden verbrecherischen Vorhaben Jagodas nicht verstanden.

Jenukidse lehnte den Vorschlag Jagodas ab, dass Sergej Mironowitsch Kirow durch eine Krankheit getötet werden solle. Er sagte: Die Ermordung Kirows muss so durchgeführt werden, wie das Zentrum es vorsah. Er versprach aber sofort - wie Jagoda aussagte -, dass sie beim nächsten Fall die von Jagoda vorgeschlagenen Rezepte und Mittel ausnützen werden. Dies trat ein, als die Frage der nächsten Morde auftauchte.

„Als Jenukidse den Beschluss des Kontaktzentrums über die Ermordung Kirows mitteilte, äußerte ich Befürchtungen“, sagte Jagoda, „dass ein direkter Terrorakt nicht nur zu meiner, sondern auch zur Entdeckung der ganzen Organisation führen könne. Ich wies Jenukidse auf ein weniger gefährliches Mittel hin und erinnerte ihn, Jenukidse, daran, wie Menshinski mit Hilfe von Ärzten getötet worden war. Jenukidse erwiderte, dass die Ermordung Kirows so vollzogen werden müsse, wie vorgesehen,. und dass diesen Mord die Trotzkisten und Sinowjewleute auf sich genommen hätten, unsere Sache aber sei - nicht zu stören.

Was das gefahrlose Mittel der Tötung mit Hilfe von Ärzten anbelangt, so sagte Jenukidse, dass das Zentrum in der nächsten Zeit beraten werde, wen namentlich von den Führern der Partei und der Regierung man in erster Linie mit Hilfe dieses Mittels ermorden werden müsse.“

Kann man in diesem grenzenlosen Zynismus und in der Heimtücke noch weitergehen, wenn Menschen mit abscheulicher Ruhe und Kaltblütigkeit erörtern, wer von den Führern der Partei und der Regierung zuerst zu ermorden sei, und mit welchen Mitteln das geschehen müsse, um einer Entlarvung zu entgehen?

Jagoda sagte weiterhin:

„Tatsächlich teilte mir Jenukidse nach einiger Zeit bei der folgenden Zusammenkunft mit, dass das Zentrum den Beschluss gefasst habe, zu einer Reihe von Terrorakten gegen Mitglieder des Politbüros zu schreiten, und außerdem persönlich gegen Maxim Gorki. Jenukidse erklärte mir, dass der ‚Block der Rechten und Trotzkisten’, der als nächste Perspektive den Sturz der Sowjetmacht im Auge hat, in der Person Gorkis eine gefährliche Persönlichkeit sehe. Gorki sei ein unerschütterlicher Anhänger der Stalinschen Führung und wird im Falle einer Durchführung der Verschwörung zweifellos die Stimme des Protestes gegen uns Verschwörer erheben.“

Das ist es, warum die Frage der Tötung Alexej Maximowitsch Gorkis aufgeworfen und von diesem Block endgültig beschlossen wurde.

Es wurde auch ein Beschluss über die Beseitigung Walerian Wladimirowitsch Kuibyschews, als eines der aktiven Mitglieder des Lenin schen-Stalinschen Politbüros, gefasst.

Somit sind in dieser kurzen Zeit drei Opfer gefallen. Drei hervorragende Menschen sind vorzeitig umgekommen, sanken auf Beschluss des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ ins Grab. Drei der besten Menschen unseres Landes, ergebene Söhne unserer Heimat fielen als Opfer dieser schamlosen Verschwörung von Verrätern. Unter diesen Opfern befindet sich der Stolz der russischen und der Weltliteratur, der große russische Schriftsteller, der geniale Künstler Alexej Maximowitsch Gorki.

Jede Zeile seiner Gesänge und Märchen, seiner Erzählungen und Romane atmet Edelmut, ist voller Feuer revolutionärer Taten. Nicht umsonst hat er sein Leben mit deut großen Lenin und dem großen Stalin als ihr bester und nächster Freund verbunden. Lenin hat nicht umsonst mehr als einmal geschrieben, dass Gorki ein gewaltiges künstlerisches Talent ist, das der internationalen proletarischen Bewegung viel Nutzen gebracht hat und noch bringen wird.

Lenin schrieb nicht umsonst, dass Gorki gewiss der größte Vertreter der proletarischen Kunst ist, der durch seine großen künstlerischen Werke eng mit der Arbeiterklasse Russlands und mit der Arbeiterklasse der ganzen Welt verbunden ist. Gorki fühlte den herannahenden Sturm, er verkündete den Sieg unserer Bewegung, den Sieg des lichten proletarischen Verstandes über die Finsternis und über die Niederträchtigkeit des Kapitalismus.

Unter den verräterischen Schlägen gegen das kranke Herz dieses großen Menschen fiel einer der besten Freunde der werktätigen Menschheit, erlosch einer der allerhellsten und stärksten Leuchten des menschlichen Verstandes und der menschlichen Schönheit. Diese Leuchte verlöschten diese Verräter, diese Tiere in Menschengestalt, die kaltblütig und verräterisch das heiße und edle Herz dieses großen Menschen für immer zum Stehen brachten.

Jetzt ist alles aufgedeckt. Jetzt sind nicht nur die Methoden des Mordes, sondern auch die Motive und die Mörder selbst bekannt. Bessonow sagt, dass er im Juli 1934 mit Trotzki in Paris zusammentraf, mit Trotzki, der Gorki immer glühend gehasst hatte, wie auch Gorki diesen Oberbanditen der internationalen Spionage und des Verrätertums hasste. Damals sagte Trotzki, dass Gorki unter allen Umständen beseitigt werden müsse, dass Gorki als nächster Freund Stalins, als Verfechter der Generallinie der Partei äußerst populär ist. Trotzki gab Bessonow einen direkten Auftrag, den er an Pjatakow zu übergeben befahl. Wie Bessonow sagt, wurde in der allerkategorischsten. Form der Auftrag gegeben, Gorki unter allen Umständen physisch zu vernichten. Und dieser Befehl des Volksfeindes und Oberbanditen Trotzki wurde von Bessonow hierher in die UdSSR gebracht und Pjatakow übergeben, dem Block übergeben, der, wie Jagoda aussagte, und wie ich weiterhin beweisen werde, diesen Auftrag entgegennahm und die Ermordung A. M. Gorkis beschloss. Dies ist so ungeheuerlich, dass ich es als nötig erachte, darauf besonders und speziell einzugehen. Die erste Frage, die ich hier aufwerfen möchte, ist die Frage, ob Rykow und Bucharin an dieser Sache teilnahmen, ob sie wussten, dass diese ungeheuerliche Missetat vorbereitet wird. Auf diese Frage antworte ich fest und ohne zu schwanken: ja, sie wussten davon, ja, sie nahmen daran teil. Ich will nicht mit anderen Aussagen operieren. Insbesondere nicht mit den Aussagen Jagodas. Ich werde operieren: 1.) mit den Aussagen Rykows und Bucharins und 2.) mit dem, was ich die Logik der Dinge nenne. Um was handelt es sich hier? Sehen Sie nach, was Rykow zu dieser Sache sagt. Rykow sagte aus, dass er ein Gespräch mit Jenukidse hatte, d. h. mit einem der aktivsten Teilnehmer und Organisatoren des verschwörerischen Blocks. Inwieweit er bei der Organisierung von Mordtaten aktiv beteiligt war, darüber haben wir die Aussagen Maximow-Dikowskis. Jenukidse lud ihn mehr als einmal zu sich und gab ihm Anweisungen, wie der Tod Walerian Wladimirowitsch Kuibyschews am sichersten herbeigeführt werden kann. Jenukidse beschäftigte sich zusammen mit Jagoda mit dieser „Sache“. Also mit diesem Jenukidse führt Rykow ein Gespräch. Worüber? Nehmen wir nur das, was Rykow selbst gesagt hat: „Mir hat Jenukidse mitgeteilt, dass die Trotzkisten und Sinowjewleute über den Einfluss, den Gorki gewinnt, außerordentlich besorgt sind, dass er entschiedener Anhänger Stalins und der Generallinie der Partei ist.“ Das ist dasselbe, was Bessonow im Jahre 1934 von Trotzki vernahm und was er im Herbst 1934 hierher brachte und den Hauptmanagern, den Leitern, den Anführern dieses Blocks übergab.

Und so geht aus den Aussagen Rykows die erste unwiderlegbar festgestellte Tatsache hervor: Rykow und Jenukidse führen im Jahre 1935 ein Gespräch über Gorki, sie sprechen von dem gewaltigen Einfluss, den Alexej Maximowitsch Gorki als treuer Freund und Kämpfer für die Generallinie der Partei auf die Öffentlichkeit hat, als treuer Freund und Anhänger der Stalinschen Führung. Gerade das beunruhigt die Trotzkisten und Sinowjewleute, es beunruhigt sie genau so, wie sie damals beunruhigt waren, als sie die Ermordung Sergej Mironowitsch Kirows berieten. Zumal sie Sergej Mironowitsch Kirow aus denselben Motiven heraus als Opfer ihrer Verbrechen wählten. Und darin liegt die vollständige Übereinstimmung, die volle historische Logik dieser Verschwörung.

Was folgt dann? „In Anbetracht der Bedeutung Gorkis bei uns und im Auslande, die keines weiteren Beweises mehr bedarf, bestehen - sagte Rykow - sie (die Trotzkisten und Sinowjewleute) auf die - wie er sich ausdrückte Liquidierung seiner politischen Aktivität.“ Falls Rykow nur das gesagt hätte, was er gesagt hat, so würde dies ausreichen. Sogar für Kinder wäre es vollständig klar, um was sich handelt. Wie kann man die politische Aktivität eines erwachsenen Menschen in unserem Lande liquidieren? Wie konnte man Gorki zwingen, seine politische Aktivität aufzugeben, jene Aktivität, durch die er sich als Kämpfer für die bolschewistische, Lenin sche-Stalinsche Wahrheit auszeichnete? Wie kann man Ihn zwingen?

In Amerika organisieren verschiedene Al Capones Banditenüberfälle, machen Menschen oder ihre Kinder zu Gefangenen, um nachher Geld zu erpressen. Bei uns aber kann man so etwas nicht machen, da wir allen Al Capones die Hände abhacken. Wie konnte man in unserer Lande, unter den Bedingungen des Sowjetstaates, wie konnten sie Gorki die Möglichkeit der politischen, Aktivität nehmen, ohne seinem Lesen ein Ende zu machen? Und Rykow sagte auf meine Frage offen. „Er, das heißt Jenukidse, sprach in solch scharfem Ton und in so schroffen feindseligen Ausdrücken, dass es mir klar war, dass sich hinter diesem Ton die Möglichkeit der Anwendung gewaltsamer Maßnahmen verbirgt.“ Infolgedessen betrachte ich als vollständig festgestellt, dass im Jahre 1935 Jenukidse mit Rykow über Gorki in einem das Leben Gorkis bedrohenden Ton sprach. Wobei es für Rykow vollständig ohne Zweifel war, dass über die Anwendung gewaltsamer Mittel in Bezug auf Gorki gesprochen wird. Und da stelle ich wieder die Frage „was sind das für Gewaltmaßnahmen?“ Gedachten sie A. M. Gorki zu isolieren, gedachten sie, ihn irgendwie einzukerkern? Wie konnte man das in unserer Lande, im Lande der proletarischen Diktatur machen? Das konnte nur auf eine Weise erreicht werden, durch die Tötung Gorkis, Rykow begreift, dass diese Frage nur so gestellt werden konnte, und nur so dürfen wir dieses verbrecherische Gespräch auslegen, das nichts anderes war, als die Informierung Rykows durch Jenukidse über die Vorbereitung der Ermordung Alexej Maximowitsch Gorkis.

Endlich, auf meine letzte Frage in der gerichtlichen Untersuchung: „Was bedeutet, zu Gewaltmaßnahmen greifen? Kann man das so verstehen zum Mord greifen?“ sagte Rykow offen: „Selbstverständlich.“

Ich fragte Rykow: „Wussten Sie von der Vorbereitung der Ermordung Gorkis?“ Wie müsste Rykow mir auf meine Frage geantwortet haben, wenn er von diesem Verbrechen nichts gewusst hätte? Er hätte mir sagen müssen: „Ich wusste nichts davon.“ Was aber sagte Rykow? Hier ist das Stenogramm. Er sagte: „Nicht ganz so.“ Das bedeutet nicht ganz so, aber doch so!

Ich halte folgende Tatsachen für vollständig bewiesen und festgestellt, aus denen nur ein Schluss gezogen werden kann, der Schluss, dass Rykow sich an der Vorbereitung der Tötung von A. M. Gorki beteiligte. Erstens, im Jahre 1935 sprachen Jenukidse und Rykow über die besondere Wut, die der Block auf Alexej Maximowitsch Gorki hat. Sie schieben freilich diese Sache auf den trotzkistisch-sinowjewschen Teil des Blocks, das ändert jedoch nichts an der Sache. Zweitens, sie drückten diese zornige Stimmung so aus, dass sie von der Vorbereitung von Gewaltmaßnahmen sprachen, von der „Liquidierung der politischen Aktivität“ Gorkis. Drittens, zur Liquidierung der politischen Aktivität Gorkis wurde die Anwendung von Gewaltmaßnahmen geplant.

Viertens, diese Gewaltmaßnahmen umfassten auch die Ermordung von Alexej Maximowitsch Gorki. Von diesen Gewaltmaßnahmen wussten Rykow und Bucharin. Sie wussten, dass ein Mord an Gorki vorbereitet wird, sie organisierten diesen Mord, sie deckten diesen Mord. Rykow und Bucharin waren auf diese Weise Teilnehmer dieses gemeinsten Mordes an A. M. Gorki.

Und Bucharin, diese verfluchte Spottgeburt von Fuchs und Schwein, wie hielt er sich in dieser Frage? Wie es einest Fuchs und Schwein geziemt. Er dreht, er windet sich. Aber schließlich und endlich sagt Bucharin dasselbe, was Rykow sagt. Nehmen wir Bucharins Aussagen zu diesem Punkt. Gestatten Sie mir, auf folgenden Teil dieser Aussage hinzuweisen: „Im Jahre 1935 sagte mir Tomski, dass Trotzki irgendeine feindliche Aktion oder einen feindlichen Akt gegen Gorki vorbereitet.“

Woher wusste Tomski davon? Er wusste es natürlich von Bessonow, der diese Direktive aus dem Ausland mitbrachte. Und welches war die Direktive von Trotzki? Gorki zu vernichten, physisch zu vernichten. Bucharin sagt aus: „Tomski sagte, dass Trotzki eine feindliche Aktion oder einen feindlichen Akt gegen Gorki vorbereitet.“

Ich frage, durch wen bereitet Trotzki diese feindliche Aktion vor? Natürlich durch den Block, den Trotzki beherrschte, durch den Block, in dem sich Rechte und Trotzkisten, Menschewiki und Sozialrevolutionäre, bürgerliche Nationalisten und einfache Schurken aller Grade, aller Schattierungen und aller Kategorien verflochten.

Diese Tatsache ist festgestellt. Bucharin selbst gesteht, dass Tomski im Jahre 1935, ein Jahr vor Gorkis Tod, Bucharin mitteilte, dass Trotzki einen feindlichen Akt gegen Gorki vorbereitet. Das ist vollständig dasselbe, wie das, was Rykow bei der Wiedergabe seines Gesprächs mit Jenukidse gesagt hat. Und das ist wieder dasselbe wie das, was Bessonow gesagt hat, als er sein Gespräch im Juli 1934 in Paris mit Trotzki anführte. Hier gibt es keine Widersprüche.

Untersuchen wir die zweite Frage: worin besteht dieser feindliche Akt, was stellt dieser feindliche Akt dar? Von Bucharin auf eine direkt gestellte Frage eine Antwort zu bekommen, ist wahrlich nicht so leicht.

Ich befragte Bucharin: „Worin bestand dieser feindliche Akt?“ Offen antwortet er nichts. Er sagt: „Die Aktion gegen den ‚Stalinisten Gorki’ als den Verteidiger des sozialistischen Aufbaus im Allgemeinen und der Stalinschen Parteipolitik im Besonderen.“ Also davon war die Rede. Es war „die Rede von dem großen Widerhall, den jedes Wort von Alexej Maximowitsch in der internationalen Arena im Allgemeinen und bei der Intelligenz im Besonderen fand.“

Wieder einmal ein vollständiges Zusammentreffen der Tatsachen, über die Rykow sprach, über die Bessonow sprach, über die Jagoda sprach und wusste, über die Bulanow sprach und wusste. Hier ist alles organisch verbunden.

Ich frage: „Verband Tomski die Durchführung eines feindlichen Aktes gegen Gorki mit der Frage des Sturzes der Sowjetregierung?“ Bucharin antwortet, dass „er es eigentlich damit verband“. Folglich war die Rede nicht einfach davon, Gorki eine persönliche Unannehmlichkeit zuzufügen, wie Rykow ausweichend sagte - „seine politische Aktivität zu liquidieren“. Die Rede war davon, dass gegen Gorki ein solcher feindlicher Akt verübt werden sollte, der unmittelbar ein Element des Sturzes der Sowjetmacht gewesen wäre.

Es ist klar, dass bei solcher Fragestellung die Rede nicht mehr davon ist, dass Gorki der Möglichkeit beraubt werden sollte, Artikel zu schreiben oder Vortrage zu halten, obwohl auch das nicht in Ihrer Macht steht, meine Herren Mörder. Folglich müssen wir hier das anerkennen, was auch Bucharin bestätigte, dass der feindliche Akt gegen Gorki mit der Aufgabe des Sturzes der Sowjetmacht verbunden war, dass er eine der Kampfeshandlungen gegen die Sowjetmacht war.

Wir wissen, wie die Verschwörer die Frage des Kampfes gegen die Sowjetmacht stellten. Ihre Methoden sind Terror, Verrat usw.

Bucharin sagt, dass, wenn man von einem feindlichen Akt spricht, man darunter alles verstehen kann bis zu terroristischen Akten, die Amplitude der Schwankungen ist hier sehr groß. Bucharin gesteht, dass die Ermordung Gorkis damals nicht ausgeschlossen war. Das ist ein verschleiertes Geständnis, das Bucharin mit Haut und Haar ausliefert.

Ich habe schon von den Methoden gesprochen, nach denen drei terroristische Akte - gegen Menshinski, gegen Kuibyschew und gegen Alexej Maximowitsch Gorki - durchgeführt wurden.

Bemerkenswert ist die Methode, nach der diese Morde verübt wurden. Das ist die Methode der allmählichen Tötung, des „Mordes mit Garantie“, von dem Jagoda sprach, das ist die Methode des Mordes durch Benutzung der speziellen Kenntnisse der Teilnehmer. Nicht schlecht erdacht! Lewin, Pletnjow, Kasakow, Maximow-Dikowski, Krjutschkow, Bulanow - eine Bande von Mördern, eine speziell vorbereitete Bande - nahm an der „Sache“ teil. Ich will Ihre Aufmerksamkeit auf die besondere Methode und die besondere Rolle bei der Verwirklichung des Mordes lenken, die die angeklagten Ärzte Lewin, Kasakow und Pletnjow gespielt haben. Aber vorher will ich einige Bemerkungen machen. Die Geschichte und die Chronik der Kriminalverbrechen zeigt, dass Vergiftungen mit Hilfe von professionellen Mördern in den letzten Jahrzehnten fast nicht mehr vorgekommen sind.

Die Stelle der Giftmischer haben Ärzte eingenommen. Wenn Sie das Lehrbuch der gerichtlichen Medizin von Dr. Karl Emmert, Professor an der Berner Universität, aufschlagen, werden Sie dort außerordentlich lehrreiche Hinweise finden. Emmert schreibt:

„Morde durch Vergiftung sind jetzt im Vergleich zu früher seltener geworden, zum Teil deshalb, weil es einem Nichtmediziner schwerer geworden ist, Gift zu erlangen. Deshalb trifft man professionelle Giftmischer nicht mehr. Wenn aber ähnliche Fälle vorkommen, handelt es sich oft um Personen aus dem Ärztestand.“

Deshalb ist es gar nicht zufällig, dass Jagoda für seinen ungeheuerlichen Plan und dessen Realisierung eben Ärzte wählte. Er berücksichtigt sozusagen die historische Konjunktur.

Wir haben eine ganze Reihe historischer Beispiele dafür, dass alle Bestrebungen der Mörder, die mit Giftmitteln arbeiten, eben darauf gerichtet sind, nicht entlarvt zu werden. Sehr charakteristisch ist folgender Umstand: in einer ganzen Reihe von Fällen wird die Vergiftung so durchgeführt, dass die Tatsache der Vergiftung selbst als natürlicher Tod infolge Krankheit erklärt werden könne, wie das auch Jagoda zu tun gedachte. Vor allem ist es notwendig zu erklären, dass die Vergiftung nach den modernen wissenschaftlichen Anschauungen eine der Arten, und zwar die gefährlichste Art des in der Wissenschaft so genannten verräterischen Mordes ist, dessen Gefährlichkeit darin besteht, dass für seine Durchführung gar keine spezifischen, das menschliche Leben vernichtende Mittel benötigt werden, dass beliebige Mittel für diese verbrecherischen Ziele angewendet werden können. Wie uns hierüber die Geschichte erzählt und lehrt, ist für solch eine Vergiftung lediglich die geheime Einführung irgendeines Mittels in den Organismus notwendig, das zur Verkürzung der Lebensdauer oder zum Tode führt. Und dies sind nicht immer solche Mittel, die speziell als Gift bezeichnet werden. Sind doch eine ganze Reihe voll Medikamenten ihrer Natur und ihrem Charakter nach für solche Zwecke brauchbar, und hiervon machen die Verbrecher oft Gebrauch.

Bekannt ist z. B. aus der Geschichte, aus Tacitus, ein solcher Fall wie die Ermordung des Sejanus durch ein Gift, das den Eindruck erweckte, dass Sejanus an einer gewöhnlichen Krankheit gestorben sei. Darin besteht denn auch die Kunst des Verbrechens. Es ist bekannt, dass Philipp II. bei Vergiftungen gern solche Gifte anwendete, die man sogar bei sorgfältiger Untersuchung nicht entdecken konnte. Dieses Gift wurde von ihm „Requiescat in pace“ (Ruhe in Frieden) genannt. Es ist bekannt, dass Johann von Kastilien mit Hilfe vergifteter Schuhe ermordet wurde. Es ist schließlich bekannt, dass der Papst Clemens II. durch den Rauch vergifteter Kerzen ermordet wurde. Folglich sind die Methoden zur Ermordung von Menschen unter Ausnutzung der privilegierten Stellung der Mörder und der Kenntnis der Chemie, Medizin, Pharmakologie bekannt - Methoden, die die allerverschiedensten sein können.

Wir erinnern an die berüchtigte Suche Buturlins, Der Mörder Buturlins war kein anderer als der im vorrevolutionären Russland sehr bekannte Dr. Pantschenko, der sich im vorrevolutionären Russland mit der Verbreitung und Anwendung des unter der Bezeichnung „Spermin Pöhl“ bekannten Mittels befasste. Dr. Pantschenko verabreichte dem Kranken in Form von „Spermin Pöhl“ Diphtheritiskulturen und ermordete ihn durch Diphtherie.

Dies wurde ganz zufällig an den Tag gebracht. Hatte nicht Dr. Pantschenko gestanden, so wäre die Ermordung Buturlins wahrscheinlich unentdeckt geblieben. Hätte nicht Lewin gestanden, so wäre es vielleicht unmöglich gewesen, den mit allen Feinheiten ausgearbeiteten verbrecherischen Plan zur Ermordung der Genossen Menshinski, Kuibyschew und Gorki aufzudecken.

Zum Schluss könnte ich noch an die berüchtigte Sache Protschar erinnern. Dieser Protschar rief bei seinem Opfer einen chronischen Magenkatarrh hervor und brachte es auf diese Weise um. Zuletzt die Sache des Dr. Palmer, der sein Opfer mit Arsen und Strychnin vergiftete, die er in Dosen anwendete, wie sie die Medizin gestattet. Zuletzt noch ein Beispiel, welches beweist, dass, wenn von einer Vergiftung gesprochen wird, man nicht unbedingt Zyankali, Arsen usw. verwendet haben muss. Nein, sehr oft werden von den Mördern auch Ärzte und das medizinische System benutzt, angeblich zur Behandlung, in der Tat aber, um ihre verbrecherischen Ziele zu erreichen.

Die Prozesse gegen Palmer, Protschar und Pantschenko und eine Anzahl anderer historischer Beispiele können angeführt werden, um zu beweisen, dass jener Weg, den Jagoda wählte, der Weg war, den das genaue Studium der Geschichte der Verbrechen eingegeben hat, der Geschichte der Morde, die in verschiedenen Ländern, und von verschiedenen Ausgeburten des menschlichen Geschlechts organisiert wurden.

Ich muss schließlich sagen, dass der Terrorakt gegen Nikolai Iwanowitsch Jeshow von den Verbrechern und Mördern auf dieselbe Weise geplant wurde. Ist doch dieser Mord ziemlich geschickt ausgeheckt worden, durch Vergiftung der Luft, die Nikolai Iwanowitsch Jeshow in seinem Dienstzimmer einatmen sollte, durch Vergiftung der Luft mit in Säure aufgelöstem Quecksilber. Dabei warnte Jagoda vor Anwendung von Schwefelsäure, denn Schwefelsäure hinterlasse Spuren und könne die Vorhänge und Gardinen verätzen, die nach Jagodas Anweisung durchtränkt werden sollten, damit Nikolai Iwanowitsch Jeshow durch das Einatmen dieser Luft zugrunde gehe.

Ich will, Genossen Richter, einige Angaben des Sachverständigengutachtens zu dieser Frage erwähnen, die keinen Zweifel zulassen, dass dieser sehr raffinierte, infame und niederträchtige Plan von Jagoda mit Wissen und Billigung des „Zentrum“ der Rechten und Trotzkisten erdacht worden ist, besonders in Bezug auf Kuibyschew, Gorki und Nikolai Iwanowitsch Jeshow, den sie beseitigen wollten, uni nicht entlarvt zu werden.

Vor allem lenke ich Ihre Aufmerksamkeit auf den Umstand, dass das Sachverständigengutachten von hervorragenden Persönlichkeiten der Sowjet- und Weltmedizin aufgestellt wurde. Ich lenke ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Sachverständigen zu einem einmütigen Schluss gelangt sind: das Sachverständigengutachten hat bestätigt, dass die von den Mördern getroffenen Maßnahmen zur Tötung von A. M. Gorki, W. W. Kuibyschew, W. R. Menshinski wirklich aufs genaueste durchdacht waren und als Ergebnis den Tod dieser hervorragenden Menschen zur Folge hatten, den jene Herren anstrebten. In Bezug auf die Tötung Gorkis wurden den Sachverständigen folgende Fragen gestellt:

„Ist es möglich, anzunehmen, dass genügend erfahrene Ärzte eine so falsche Heilmethode ohne böse Absicht anwenden konnten?“ Die Antwort lautete: „Das kann nicht angenommen werden.“

Den Sachverständigen wurde eine andere Frage gestellt: „Ist überhaupt eine lang dauernde gleichzeitige intravenöse, subkutane und innerliche Einführung großer Dosen von Herzmitteln zulässig, besonders von Digitalis, Digalen (ein Fingerhut-Präparat), Strophanthin und Strophanthus, zumal beim schwerkranken A. M. Gorki, 68 Jahre alt, der an der oben erwähnten Affektion der inneren Organe litt?“

Antwort der Sachverständigen:

„Absolut unzulässig.“

Noch eine Frage: „Kann man auf Grund der Gesamtheit dieser Tatsachen als festgestellt betrachten, dass die Methode der Behandlung A. M. Gorkis den Charakter einer bewussten Schädigung trug?“

Antwort der Sachverständigen:

„Ja, man kann dies einwandfrei als festgestellt betrachten.“ Und dasselbe gilt auch für die anderen Fälle.

Deshalb gestatte ich mir, zu erklären, dass die in der Anklageschrift von mir als Staatlichem Ankläger vorgebrachten Beschuldigungen auch in diesem Teil in ihrem vollen Umfange als erwiesen betrachtet werden können. Die Anklage wird hier voll und ganz von autoritativen medizinischen Sachverständigen bestätigt, die gründlich das gesamte ihnen zur Verfügung stehende Tatsachen-material untersuchten. Die Geständnisse der Angeklagten können wir selbstverständlich auch nicht von dieser Rechnung streichen.

Wenn ich von diesem Teil der Anklage spreche, möchte ich besonders auf zwei Angeklagte hinweisen - auf Jagoda und Lewin.

Über Jagoda ist nicht viel zu sagen.

Jagoda ist der Hauptorganisator und die Seele dieser ungeheuerlichen Verbrechen. Seine Verantwortung ist umso größer und ernster, als Jagoda nicht einfach Jagoda ist. Er ist der ehemalige Stellvertretende Vorsitzende der Vereinigten Staatlichen Politischen Verwaltung, faktisch der Vorsitzende derselben. Das ist ein Mann, dem der Schutz der staatlichen Sicherheit anvertraut war. Wenn Jagoda von denjenigen Vorbrechen, die er beging und die er gestand, auch nur den millionsten Teil begangen hätte, so würde ich auch dann das Recht haben, vom Gericht die Erschießung Jagodas zu fordern.

Lewin spielte bei diesen Morden auch eine hervorragende Rolle. Lewin war der Hauptorganisator der von Jagodas geplanten Mordtaten. Er war es auch, der Kasakow und Pletnjow herangezogen hat. Er war, möchte ich sagen, in dieser Angelegenheit die rechte Hand Jagodas, ebenso wie Bulanow die rechte Hand Jagodas bei allen seinen Verbrechen war.

Als Alexej Maximowitsch Gorki von der Hand Lewins ums Leben kam, veröffentlichte Lewin, Doktor der Medizin, einen Nachruf - „Die letzten Tage Alexej Maximowitsch Gorkis“. In diesem Nachruf seufzte und stöhnte er über den Tod des großen Menschen. „Große Menschen“, schrieb er pharisäisch, heuchlerisch und doppelzünglerisch, „leben und sterben wie große Menschen.“ Sterben wie große Menschen! - Lewin fügte aber nicht hinzu - “von der Hand des Verfassers dieses Nachrufes, eines der niederträchtigsten Mörder!“

Wenn wir diesen Artikel jetzt im Zusammenhang mit den Sachverständigengutachten betrachten, so wird er meines Erachtens ein gewisses, bedeutendes Interesse für die Beurteilung der Rolle Lewins darstellen.

Erstens zeigt sich hier das jetzt gänzlich aufgedeckte Vorgehen bei der Tötung von Alexej Maximowitsch. Das Vorgehen, das vor allem auf die therapeutische Vorbereitung der Tötung Alexej Maximowitschs abzielte. Lewin schrieb in seinem Nachruf: „Im Laufe der zehn Jahre meiner ärztlichen Obhut über Alexej Maximowitsch war dies die sechste Erkrankung an Grippe. Jedes Mal komplizierte sich die Grippe mit Bronchitis und katarrhalischer Lungenentzündung.“

Das bedeutet, dass Lewin bereits gut wusste, von welcher Seite man in diesem Kampfe Alexej Maximowitsch Gorkis mit der Krankheit eine Komplikation erwarten könne.

„Bei dem unermüdlichen Kämpfer verlief die Krankheit jedes Mal sehr schwer. Schon in den ersten Tagen einer jeden Erkrankung begann die Sorge. Wenn man mich in den guten, ruhigen Lebenszeiten Alexej Maximowitschs über seinen Gesundheitszustand befragte, so antwortete ich immer: - Verhältnismäßig gut, aber nur bis zur nächsten Grippe.“

Und weiter:

„Aus Erfahrung wusste ich, wie schwer bei Alexej Maximowitsch die Grippe verläuft, wie schnell sie in seinem Organismus die Stellen des geringsten Widerstandes affiziert, die Lungen angreift, und wie gefährlich das ist bei seinen, durch einen alten tuberkulösen Prozess veränderten Lungen und bei seinem kranken Herzen. Und fünfmal ermöglichte sein kräftiger Organismus uns den Sieg. Der Organismus Alexej Maximowitschs war in der Tat mächtig. Gorki war von dem Schlage Menschen, die hundert Jahre leben, und zweifellos hätte er hundert Jahre gelebt, wenn nicht die schlimme Tuberkulose gewesen wäre.“

Der Mörder plaudert das Geheimnis des Mordes aus. Denn gerade hier liegt die Stelle des geringsten Widerstandes, - die Ärzte sagen: locus minoris resistentiae - auf die denn auch die Organisatoren des Mordes den entscheidenden Schlag gegen den kranken A. M. Gorki richteten.

Schamloses Doppelzünglertum, Treulosigkeit, Heuchelei wetteifern hier mit der Unverschämtheit des Giftmischers, der am Kopfkissen des Opfers seiner so genannten „Behandlung“ weint.

So ist dieser Lewin! Er ist nicht weit von Jagoda entfernt!

Ich möchte Sie zum Schluss noch an die Aussagen Jagodas erinnern, in denen er sein wirkliches, sein - wenn dieser Ausdruck hier zulässig ist - moralisch-menschliches Gesicht zeigt.

Hier sind Auszüge aus den Aussagen Jagodas auf dem Aktenblatt 58:

„Mein ganzes Leben lang trug ich eine Maske, gab mich für einen unversöhnlichen Bolschewik aus, tatsächlich aber war ich nie Bolschewik im wahren Sinne.“

Und ferner:

„Meine kleinbürgerliche Herkunft, das Fehlen einer theoretischen Vorbildung - dies alles hat in mir gleich zu Anfang der Organisierung der Sowjetmacht den Unglauben an den endgültigen Sieg der Sache der Partei erzeugt.

Ich teilte nicht die Anschauungen und das Programm der Trotzkisten, aber ich verfolgte sehr aufmerksam den Gang des Kampfes, wobei ich mir von vornherein vornahm, dass ich mich der Seite anschließen würde, die in diesem Kampfe siegt. Daraus ergibt sich auch jene besondere Linie, die ich in der Zeit des Kampfes mit dem Trotzkismus durchführte.

Als die Repressalien gegen die Trotzkisten beginnen, war die Frage, wer siegen würde, die Trotzkisten oder das ZK der KPdSU(B), noch nicht endgültig entschieden, Jedenfalls war das meine Meinung. Deshalb ging ich als Stellvertretender Vorsitzender der Vereinigten Staatlichen Politischen Verwaltung in der Strafpolitik davon aus, die Trotzkisten nicht gegen mich zu erbittern. Bei der Verschickung der Trotzkisten schuf ich Ihnen dort solche Bedingungen, dass sie ihre Tätigkeit fortsetzen konnten.

Die Sache entwickelte sich folgendermaßen: einerseits bestimmten meine Gespräche mit Rykow meine persönliche Sympathie für die Rechten, anderseits erhielt ich daraus, was mir Rykow über die Rechten sagte, dass außer ihm Bucharin, Tomski, Uglanow, die ganze Moskauer und Lenin grader Organisation und die Gewerkschaften auf Seiten der Rechten seien, den Eindruck, dass die Rechten im Kampfe mit dem ZK siegen können. Und da damals schon die Frage des Wechsels der Führung der Partei und der Sowjetmacht gestellt wurde, so war es klar, dass die Rechten sich der Macht nähern.

Und gerade weil mir die Rechten als eine reale Kraft erschienen, erklärte ich Rykow, dass ich mit ihnen war.

...Deshalb traf ich mit Rykow meine Vereinbarung über meine besondere Stellung unter den Rechten.“

Wie es sich herausstellt, beeinflusste Rykow bestimmt sogar Jagoda. Im Grunde genommen ist ja, was Jagoda sagt, die alte verräterische doppelzünglerische Schule eines politischen Karrieristen und ehrlosen Schuftes, ist ja das System von Joseph Fouché. Ich kann nicht umhin, bloß einige Zeilen aus dem bekannten Buch Stephan Zweigs „Joseph Fouché“ zu zitieren:

„Mit den Siebenhundertfünfzig, die den Saal des entthronten Königs feierlich beschreiten, tritt auch, die dreifarbige Binde des Volksbeauftragten quer über der Brust, Joseph Fouché, der Deputierte von Nantes, schweigend ein. Schon ist die Tonsur überwachsen, längst das Kleid des Priesters abgetan: er trägt, wie sie alle, schmucklose Bürgertracht.

Wo wird er Platz nehmen, Joseph Fouché? Bei den Radikalen am Berge oder bei den Gemäßigten in der Tiefe? Joseph Fouché zögert nicht lange. Er kennt nur eine Partei, der er treu war und treu bleibt bis ans Ende: die stärkere, die Majorität. So wägt und zählt er auch diesmal innerlich die Stimmen und sieht: zur Stunde steht die Macht noch bei den Girondisten, bei den Gemäßigten. Also setzt er sich hin auf ihre Bänke, zu Condorcet, zu Roland, zu Servan, zu den Männern, die die Ministerien in der Hand halten, die alle Ernennungen beeinflussen und die Pfründen verteilen. Dort in ihrer Mitte fühlt er sich sicher, dort setzt er sich hin“.

Das ist die Quelle, aus der Jagoda seine geistigen Kräfte schöpfte, wenn er jemals mit dem Leben und der Tätigkeit Joseph Fouchés bekannt war - woran ich zweifle: denn aus den Aussagen und dem Prozessmaterial ist nur eine einzige Bekanntschaft Jagodas mit der Literatur bekannt, mit dem Buch von Alexander Dumas „Die drei Musketiere“, die für Jagoda ein Ideal waren. Wie aus den Aussagen Bulanows ersichtlich ist, sagte Jagoda, dass man um den Erfolg der Machtergreifung sicherzustellen, sich einige Dutzend solcher Kerle wie die drei Musketiere aussuchen müsse, und mit ihnen könne man alles erreichen, was man will.

Das ist Jagoda, der auf der Anklagebank neben Bucharin und Rykow einen wichtigen Platz einnimmt. Das ist einer der größten Verschwörer, einer der bedeutendsten Feinde der Sowjetmacht, einer des frechsten Verräter, ein Mensch, der versucht hat, sogar im Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten eine Gruppe zu organisieren und die er zum Teil aus den Hochverrätern Pauker, Wolowitsch, Gaj, Winezki und anderen organisiert hat, die sich als polnische und deutsche Spione und Späher erwiesen haben. Ein solcher war auch Jagoda selbst, der statt unseren ruhmreichen Erkundungsdienst zum Wohle des Sowjetvolkes, zum Wohle des sozialistischen Aufbaus zu lenken, versucht hat, ihn gegen unser Volk, ihn gegen unsere Revolution, gegen den Sozialismus zu wenden.

Es ist missglückt, es ist gescheitert! Jagoda wurde entlarvt, wurde aus unserem Staatsapparat hinausgeworfen, auf die Anklagebank gesetzt, entwaffnet, und muss jetzt gänzlich aus dem Leben geworfen, gänzlich gestrichen werden.

Ich schließe. Zum Schluss will ich einige Fragen stellen, die ich juridische Fragen nennen möchte.

Vor allem die Frage der Mitbeteiligung. Wie die gerichtliche Untersuchung gezeigt hat, waren nicht alle Angeklagten in demselben Grade an den Verbrechen beteiligt, die in diesem Gerichtsprozesse verhandelt wurden.

Daher die Frage, in welchem Ausmaße und Grade jeder der Angeklagten die Verantwortung für die ihm gemäß der Anklageschrift zur Last gelegten Beschuldigungen tragen kann und muss.

Die zweite Frage, in welchen Ausmaße und Grade die den Angeklagten zur Last gelegten Beschuldigungen bewiesen sind.

Und die dritte Frage, welche Strafe verdienen die Angeklagten?

Ich antworte vor allem auf die zweite Frage. Sind die von den Angeklagten verübten Verbrechen bewiesen und in welchem Grade? Ich glaube, dass Sie, Genossen Richter, in Ihrem Urteil auf diese Frage bejahend antworten werden: ja, sie sind bewiesen. Sie sind bewiesen durch das Geständnis der Angeklagten selbst, sie sind bewiesen durch die Zeugen, die vor dem Gericht erschienen, sie sind bewiesen durch das Gutachten der ärztlichen Sachverständigen, sie sind bewiesen durch Beweisstücke.

Die Gesamtheit der in einem Kriminalprozess denkbaren Beweise liegt hier vor, steht dem Gericht zur Verfügung. Auf Grund dieser Beweise wird das Gericht seinen endgültigen Beschluss fällen können über den Grad der Schuld dieses oder Jene' Verbrechers, der diese Verbrechen begangen hat.

Aber es gibt noch einen äußerst wichtigen Beweis, das ist die Logik der Umstände der Sache selbst.

Die Hauptanklage, die gegen die hier Angeklagten erhoben wird, ist gemäß des Artikels 58 1a, 58 11 - Organisierung einer verräterischen Verschwörung. Diese Anklage ist bewiesen durch die Geständnisse aller Angeklagten, sogar jener, die sich nicht voll oder teilweise irgendeines anderen Verbrechens schuldig bekannt haben. Dies ist bezüglich aller Angeklagten zu sagen.

Zweitens. In welchem Maße muss jeder der Angeklagten auf Grund unseres Gesetzes die Verantwortung tragen für die Gesamtheit der von dieser Verschwörerbande verübten Verbrechen? Auf diese Frage antworte ich: im vollen Umfange. Warum?

Jeder Angeklagte muss die Verantwortung für die Gesamtheit der Verbrechen tragen, als Mitglied der Verschwörerorganisation, deren verbrecherische Aufgaben und Ziele, deren verbrecherische Methoden zur Durchführung jedem von ihnen bekannt waren, von jedem gebilligt und angenommen wurden. Hier bemerken wir nur eine eigenartige „Arbeitsteilung“ in der verbrecherischen Tätigkeit, je nach den speziellen Eigenschaften und Mitteln, die jedem Teilnehmer der Bande zur Verfügung standen. Das ist vom Standpunkte der Interessen der gesamten Verschwörung als Ganzes vollkommen natürlich und rechtmäßig.

Es gibt eine Meinung unter den Kriminalisten, dass für das Vorhandensein der Mitbeteiligung ein allgemeines Einverständnis und die Zustimmung eines jeden einzelnen der Verbrecher, der Komplicen, zu jedem einzelnen der Verbrechen erforderlich ist. Aber dieser Standpunkt ist unrichtig. Wir können ihn nicht annehmen, und er wurde niemals angewendet und angenommen. Er ist eng und scholastisch. Das Leben ist weiter als dieser Standpunkt. Das Leben kennt Beispiele, wo das Resultat einer allgemeinen verbrecherischen Tätigkeit durch selbständige Beteiligung der Komplicen an dieser Tätigkeit erreicht wird, die bloß durch eine einheitliche, allen gemeinsame verbrecherische Aufgabe vereinigt sind.

Für die Mitbeteiligung ist es notwendig, dass ein alle Komplicen des gegebenen Verbrechens vereinigendes Prinzip, ein gemeinsamer verbrecherischer Vorsatz vorhanden ist. Für die Mittäterschaft ist eine Vereinigung des Willens in einer gemeinsamen und für alle Teilnehmer des Verbrechens einheitlichen Richtung notwendig. Wenn zum Beispiel eine Bande von Räubern so handeln wird, dass der eine der Komplicen an einem Orte Häuser anzündet, Frauen vergewaltigt, mordet usw. und der andere Teil der Bande an einem anderen Orte, so werden sie, obwohl die einen und anderen in die von irgendeinem Teile der allgemeinen Bande getrennt verübten Verbrechen nicht eingeweiht wären, für die Gesamtheit der Verbrechen in vollem Umfange die Verantwortung tragen, sobald es bewiesen sein wird, dass sie sich über die Teilnahme an dieser Bande zur Verübung dieser oder anderer Verbrechen verständigt haben.

In dieser Gerichtssache, Genossen Richter, handelt es sich um eine Verschwörergruppe, eine Agentur auswärtiger Spionagedienste, die durch einen für alle ihre Mitglieder gemeinsamen Willen, durch ein ihnen allen gemeinsames verbrecherisches Ziel vereinigt ist. Die konkreten Verbrechen, die von diesen oder jenen Verbrechern verübt wurden, sind nur Sonderfälle dieses für alle Angeklagten einheitlichen Planes der verbrecherischen Tätigkeit.

Diese Gemeinsamkeit der verbrecherischen Tätigkeit wird juridisch in der gegen alle Angeklagten erhobenen Anklage durch Artikel 58 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR ausgedrückt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle in gleichem Maße die Verantwortung zu tragen haben. Das schließt nicht die Pflicht des Gerichts aus, das Strafausmaß individuell zu bestimmen, je nach der konkreten Rolle jedes Angeklagten in dieser Sache.

Von diesem Standpunkt ausgehend bin ich der Auffassung, dass man zwei - Rakowski und Bessonow - aus der Gesamtzahl der Angeklagten aussondern müsse. Ich bin der Auffassung, dass Rakowski, obwohl er die schwersten Verbrechen gegen den Sowjetstaat, gegen die Sowjetmacht verübt hat, durch seine ganze Stellung in dieser Verschwörung, durch seine, wenn man sich so ausdrücken kann, gewisse Losgelöstheit von allen wichtigsten, vom „Block der Rechten und Trotzkisten“ verübten Verbrechen, es verdient, dass ihm gegenüber ein weniger strenges Strafmaß angewendet wird als den übrigen Angeklagten gegenüber.

Dasselbe kann in gewissem Maße auch von Bessonow gesagt werden, der sich natürlich von Tschernow, Rosengolz, Krestinski oder Rykow unterscheidet, sei es bloß dadurch, dass sich seine Rolle auf die Rolle eines Verbindungsmannes beschränkte, die zwar auch verbrecherisch ist, aber ihrem ganzen Wesen nach anders gewertet werden muss als die Verbrechen der Hauptangeklagten in dieser Gerichtssache.

In Bezug auf diese Personen würde ich die Anwendung des Gesetzes vom 2. Oktober 1937 für möglich halten, das dem Gericht anheim stellt, in besonderen Fällen ein Strafausmaß zwischen 10 Jahren Freiheitsentzug und dem höchsten Maß des sozialen Schutzes zu wählen. Ich bin der Meinung, dass man sich in Bezug auf Rakowski und Bessonow auf 25 Jahre Gefängnis beschranken kann.

Gemäß der Anklageschrift sind alle Angeklagten überführt, in den Jahren 1932, 1933 im Auftrage von Spionagediensten auswärtiger Staaten eine Verschwörergruppe unter dem Namen „Block der Rechten und Trotzkisten“ gebildet zu haben, der sich die Verübung der Verbrechen, die hier voll und ganz bewiesen wurden, zur Aufgabe gestellt hat.

Es ist erwiesen, dass dieser Block aus Agenten der Spionagedienste einiger auswärtiger Staaten bestand. Es ist erwiesen, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ systematische ungesetzliche Beziehungen zu einigen auswärtigen Staaten unterhalten hat, zwecks Erlangung von Hilfe, um seine verbrecherischen Pläne zu verwirklichest, zwecks Sturzes der Sowjetmacht und Wiederherstellung der Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten in der UdSSR.

Es ist erwiesen, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ sich systematisch zugunsten dieser Staaten mit Spionage beschäftigte, und dass er die Spionagedienste derselben mit wichtigsten geheimen Staatsdokumenten belieferte.

Es ist bewiesen, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ zu demselben Zweck systematisch Schädlings- und Diversionsakte in den verschiedenen Zweigen unserer Volkswirtschaft durchführte - auf dem Gebiete der Industrie, Landwirtschaft, Finanzwirtschaft, Kommunalwirtschaft, des Eisenbahntransports usw.

Es ist erwiesen, dass der „Block der Rechten und Trotzkisten“ eine Reihe von terroristischen Akten gegen die Führer der KPdSU(B) und der Sowjetregierung organisiert hat, dass dieser „Block der Rechten und Trotzkisten“ terroristische Akte gegen S. M. Kirow, W. R. Menshinski, W. W. Kuibyschew, A. M. Gorki und auch die Tötung von M. A. Peschkow durchgeführt hat.

Es ist erwiesen, dass der Block eine Reihe von Terrorakten gegen die Führer von Partei und Regierung organisierte, was zu verwirklichen ihm aber zu unserem Glücke nicht gelungen ist.

Das sind die Tatsachen dieser gegenwärtigen Sache. Das ist die Rolle eines jeden der Angeklagten in dieser Angelegenheit, die jetzt, Genossen Richter, Ihr Urteil erwarten.

Es fehlen die Worte, um die Ungeheuerlichkeit der von den Angeklagten verübten Verbrechen zu schildern. Ja, und sind denn, frage ich, noch irgendwelche Worte dazu erforderlich? Nein, Genossen Richter, diese Worte sind nicht mehr erforderlich. Alles ist schon gesagt, alles bis in die kleinsten Einzelheiten erörtert. Das ganze Volk sieht jetzt, was diese Ungeheuer darstellen.

Unser Volk und alle ehrlichen Menschen der ganzen Welt erwarten Ihr gerechtes Urteil. Möge Ihr Urteil in unserem ganzen großen Lande erschallen wie eine Sturmglocke, die zu neuen Heldentaten, zu neuen Siegen ruft! Möge Ihr Urteil, das wie ein erfrischendes und reinigendes Gewitter der gerechten Sowjetstrafe wirkt, erschallen!

Unser ganzes Land, jung und alt, erwartet und fordert das eine: die Verräter und Spione, die unsere Heimat dem Feinde verschachern wollten, müssen wie räudige Hunde erschossen werden!

Unser Volk fordert das eine: Zertretet das verfluchte Otterngezücht! Die Zeit wird vergehen, Unkraut und Disteln wird die Gräber der verhassten Verräter überwuchern, die auf ewig von den ehrlichen Sowjetmenschen, dem ganzen Sowjetvolk geächtet sein werden.

Aber über uns, über unserem glücklichen Lande wird nach wie vor unsere Sonne mit ihren hellen Strahlen klar und freudig leuchten. Wir, unser Volk, werden nach wie vor, geführt von unserem geliebten Führer und Lehrer - dem großen Stalin, den vom letzten Schmutz und Unrat der Vergangenheit gesäuberten Weg gehen, vorwärts und immer weiter vorwärts, dem Kommunismus entgegen!

VORSITZENDER: Die Verhandlung wird bis 8 Uhr abends unterbrochen.

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Batner

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