PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

URTEIL
(13. MÄRZ 1938, 4 UHR MORGENS)

GERICHTSKOMMANDANT: Das Gericht erscheint. Bitte sich von den Plätzen zu erheben.

VORSITZENDER: Ich verkünde das Urteil des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofs der Union der SSR:

URTEIL IM NAMEN DER UNION DER SOZIALISTISCHEN SOWJETREPUBLIKEN

Das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR bestehend aus

dem Vorsitzenden:

Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR, Armee-Militärjurist W. W. ULRICH

den Mitgliedern:

Stellvertretender Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR, Korps-Militärjurist I. O. MATULEWITSCH und Mitglied des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR, Divisions-Militärjurist B. I. JEWLEW

dem Sekretär:

Militärjurist 1. Ranges A. A. BATNER

unter Teilnahme des Staatlichen Anklägers, des Staatsanwalts der Union der SSR, Genossen A. J. Wyschinski und der Mitglieder des Moskauer Verteidigerkollegiums, der Genossen I. D. Braude und N. W. Kommodow, hat in öffentlicher Gerichtsverhandlung in der Stadt Moskau vom 2.-13. März 1938 die Sache gegen folgende Angeklagten geprüft:

  1. Bucharin, Nikolai Iwanowitsch, geboren 1888;
  2. Rykow, Alexej Iwanowitsch, geboren 1881;
  3. Jagoda, Genrich Grigorjewitsch, geboren 1891;
  4. Krestinski, Nikolai Nikolajewitsch, geboren 1883;
  5. Rakowski, Christian Georgijewitsch, geboren 1873;
  6. Rosengolz, Arkadij Pawlowitsch, geboren 1889;
  7. Iwanow, Wladimir Iwanowitsch, geboren 1893;
  8. Tschernow, Michail Alexandrowitsch, geboren 1891;
  9. Grinko, Grigorij Fjodorowitsch, geboren 1890;
  10. Selenski, Isaak Abramowitsch, geboren 1890;
  11. Bessonow, Sergej Alexejewitsch, geboren 1892;
  12. Ikramow, Akmal, geboren 1898;
  13. Chodshajew, Faisulla, geboren 1896;
  14. Scharangowitsch, Wassilij Fomitsch, geboren 1897;
  15. Subarew, Prokopij Timofejewitsch, geboren 1886;
  16. Bulanow, Pawel Petrowitsch, geboren 1895;
  17. Lewin, Lew Grigorjewitsch, geboren 1870;
  18. Pletnjow, Dmitrij Dmitrijewitsch, geboren 1872;
  19. Kasakow, Ignatij Nikolajewitsch, geboren 1891;
  20. Maximow-Dikowski, Wenjamin Adamowitsch (Abramowitsch), geboren 1900 und;
  21. Krjutschkow, Pjotr Petrowitsch, geboren 1889 -

alle angeklagt wegen Verbrechen gemäß Artikel 58 1a, 58 2, 58 7, 58 8, 58 9 und 58 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR vorgesehen sind, und Iwanow, Selenski, Subarew außerdem wegen Verbrechen, die in dem Artikel 58 13 des Strafgesetzbuches der RSFSR vorgesehen sind.

Durch die Voruntersuchung und Gerichtsverhandlung ist festgestellt:

Die Angeklagten Bucharin, Rykow, Jagoda, Krestinski, Rosengolz, Grinko, Scharangowitsch, Chodshajew, Ikramow, Iwanow, Subarew, Selenski und Tschernow, die unversöhnliche Feinde der Sowjetmacht sind, organisierten in den Jahren 1932-1933 im Auftrag der der UdSSR feindseligen Spionagedienste der auswärtigen Staaten eine Verschwörergruppe unter dem Namen „Block der Rechten und Trotzkisten“, der die unterirdischen antisowjetischen Gruppen der Trotzkisten, der Rechten, der Sinowjewleute, der Menschewiki, der Sozialrevolutionäre, der bürgerlichen Nationalisten der Ukraine, Belorusslands, Georgiens, Armeniens, Aserbaidshans, der Mittelasiatischen Republiken vereinigte.

Der „Block der Rechten und Trotzkisten“ setzte sich zum Ziele den Sturz des in der UdSSR bestehenden sozialistischen gesellschaftlichen und staatlichen Systems, die Wiederherstellung des Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie in der UdSSR mit Hilfe von Diversions- und Schädlings-, terroristischer und verräterischer Spionagetätigkeit, die auf die Untergrabung der wirtschaftlichen Macht und der Wehrmacht der Sowjetunion und auf Unterstützung der ausländischen Aggressoren hei der Herbeiführung der Niederlage und bei der Zerstückelung der UdSSR gerichtet ist.

Ohne jede Unterstützung innerhalb der UdSSR haben die Führer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ zum Zwecke der Verwirklichung ihrer verbrecherischen Vorhaben durch den Feind des Volkes L. Trotzki und einzelne Teilnehmer den antisowjetischen „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ eine Vereinbarung getroffen, mit den Vertretern einiger auswärtiger Staaten über bewaffnete Hilfe zum Sturze der Sowjetmacht in der UdSSR, unter der Bedingung der Zerstückelung der Sowjetunion und der Lostrennung der Ukraine, Belorusslands, Primorjes, der Mittelasiatischen und der Transkaukasischen Republiken von der UdSSR zugunsten der erwähnten auswärtigen Staaten.

Diese landesverräterische Übereinkunft des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ mit den Vertretern auswärtiger Staaten wurde dadurch erleichtert, dass die führenden Teilnehmer der antisowjetischen Verschwörung direkte Agenten der auswärtigen Spionagedienste waren und viele Jahre hindurch Spionagetätigkeit zugunsten dieser Spionagedienste geleistet haben.

Krestinski trat im Jahre 1921 auf direkte Anweisung des Feindes des Volkes - des Agenten der deutschen und englischen Spionagedienste L. Trotzki in hochverräterische Verbindung mit der deutschen Reichswehr und war deutscher Spion bis zum Tage seiner Verhaftung im Jahre 1937, wobei er für seine Spionagetätigkeit und für die Zwecke der verbrecherischen Tätigkeit der trotzkistischen Organisation jährlich 250000 deutsche Goldmark erhielt.

Rosengolz begann seine Spionagetätigkeit für den deutschen Generalstab im Jahre 1923, für den englischen Spionagedienst im Jahre 1926.

Rakowski war Agent des englischen Spionagedienstes seit dem Jahre 1924 und japanischer Spion seit dem Jahre 1934.

Tschernow begann Spionagearbeit zugunsten Deutschlands im Jahre 1928, indem er mit dem deutschen Spionagedienst unter Mithilfe des bekannten Menschewiken - des Emigranten Dan in Verbindung trat.

Scharangowitsch wurde im Jahre 1921 vom polnischen Spionagedienst angeworben und zum Zwecke der Spionagearbeit im Jahre 1921 in die UdSSR entsandt und war polnischer Spion bis zum Tage seiner Verhaftung.

Grinko war deutscher und polnischer Spion seit dem Jahre 1932.

Im Auftrag des Volksfeindes L. Trotzki und der führenden Teilnehmer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ - Bucharin, Rykow und Jagoda - sind die Mitglieder des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ Rosengolz, Krestinski, Rakowski, Grinko und Bessonow zu eindeutig hochverräterischen Zwecken in unmittelbare Verbindungen mit den Vertretern der der UdSSR feindseligen auswärtigen Staaten getreten und führten mit ihnen Verhandlungen über die Form der Hilfe für die ausländischen Aggressoren im Falle ihres Überfalls auf die Sowjetunion (Organisierung terroristischer und Diversions- und Schädlingsakte, Spionage).

Die Führer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, darunter Rykow, Bucharin und Jagoda, waren nicht nur völlig informiert über die Spionagetätigkeit ihrer Helfershelfer, sondern förderten in jeder Weise den Ausbau der Spionageverbindungen und gaben selbst den Teilnehmern des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ Anordnungen bei ihren hochverräterischen Unterhandlungen mit den Vertretern der auswärtigen Staaten, indem sie die Vorbereitung einer ausländischen Intervention forcierten.

Auf die unmittelbaren Direktiven der ausländischen Spionagedienste hin organisierten die Teilnehmer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ Diversions- und Schädlingsgruppen, mit denen sie eine Reihe von Unternehmen der Industrie, des Verkehrswesens, der Landwirtschaft und des Systems des Warenumsatzes erfassten und eine zerstörerische Tätigkeit betrieben, deren Ziel es war, das wirtschaftliche Leben des Landes zu lähmen und die Wehrfähigkeit der Sowjetunion zu schwächen.

Auf die Weisungen des japanischen Spionagedienstes hin organisierten die Teilnehmer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ im Fernöstlichen Gau die Entgleisung eines Zuges mit Militärgut auf der Station Wolotschajewka und des Zuges Nr. 501 auf der Strecke Chor-Dormidontowka und führten auch mehrere Diversionsakte in den Schächten von Sutschan durch. Alle diese Diversionsakte waren von Menschenopfern begleitet.

Auf die Direktive des Volksfeindes L. Trotzki hin und auf Grundlage der Übereinkunft mit den Vertretern auswärtiger Staaten, betrieb Rosengolz im System des Volkskommissariats für Außenhandel eine Schädlingstätigkeit, die auf die Hilfeleistungen an Deutschland und Japan gerichtet war und die wirtschaftliche Schädigung der UdSSR zur Folge hatte. Außerdem finanzierte Rosengolz mit Hilfe verschiedener Valutakombinationen systematisch Trotzki.

Tschernow nutzte im Auftrage des deutschen Spionagedienstes und auf Weisung Rykows seine verantwortliche Stellung in den landwirtschaftlichen Organen der UdSSR zur Organisierung einer Reihe von bedeutenden Diversions- und Schädlingsakten mit Hilfe seiner Mittäter aus, um den Ernteertrag der landwirtschaftlichen Kulturen zu senken, die landwirtschaftlichen Mobilisationsvorräte zu verderben, den Pferde- und Rindviehbestand, insbesondere mit Hilfe künstlicher Verbreitung der Maul- und Klauenseuche zu verringern, was allein in Ostsibirien im Jahre 1936 das Eingehen von etwa 25000 Pferden zur Folge hatte.

Grinko führte im Auftrag der Leiter des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ und des deutschen Spionagedienstes, um in der Bevölkerung Unzufriedenheit hervorzurufen und damit die Anwerbung ihrer Anhänger zu erleichtern, im System des Volkskommissariats für Finanzen eine breit entfaltete Schädlingsarbeit durch, die sich in der Verzögerung der Auszahlung der Arbeitslöhne, in der schlechten Bedienung der Bevölkerung durch die Sparkassen, in der ungesetzlichen Erhebung verschiedener Steuern von den Bauern und in anderen Schädlingsmaßnahmen ausdrückte.

Scharangowitsch entfaltete als einer der Leiter der belorussischen national-faschistischen Organisation im Auftrage der polnischen Spionageorgane und der Leiter des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ - Rykows und anderer, eine weit ausgedehnte Diversions- und Schädlingstätigkeit auf dem Gebiete der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Industrie Belorusslands und erleichterte damit die Verwirklichung der Aufgaben der Aggressoren für den Fall ihres bewaffneten Überfalles auf die Belorussische SSR.

Ikramow und Chodshajew entfalteten auf Weisung Bucharins eine große Diversions- und Schädlingsarbeit in den verschiedenen Zweigen der Volkswirtschaft von Usbekistan, um die Unzufriedenheit der Bevölkerung hervorzurufen und damit günstige Voraussetzungen für die Vorbereitung bewaffneter Aktionen gegen die Sowjetmacht zur Zeit einer ausländischen Intervention zu schaffen.

Selenski organisierte im „Zentrosojus“ und im System des Konsumgenossenschaftswesens Schädlingsgruppen und brachte mit ihrer Hilfe, um die Unzufriedenheit der Bevölkerung hervorzurufen, die Planierung der Waren durcheinander, verzögerte deren Zustellung ins Dorf, verdarb Nahrungsmittel und setzte sie dem Verfaulen aus, mischte Glas und Nägel unter sie, vereitelte mit Vorbedacht die Versorgung des unteren Handelsnetzes des Konsumgenossenschaftswesens mit Massenbedarfsartikeln.

Iwanow betrieb im Auftrage Bucharins Schädlings- und Diversionstätigkeit in der Forstwirtschaft des Nordgaus.

Subarew befasste sich als aktiver Teilnehmer an der unterirdischen Organisation der Rechten im Auftrage Rykows mit Schädlingstätigkeit auf denn Gebiete .der Landwirtschaft in einer Reihe von Gebieten der RSFSR.

Neben der aktiven Diversions- und Schädlingstätigkeit bereiteten die Teilnehmer am „Block der Rechten und Trotzkisten“ im Auftrage des deutschen, japanischen und polnischen Spionagedienstes unter der unmittelbaren Leitung Rykows und Bucharins und aktiver Beteiligung Iwanows, Chodshajews, Ikramows, Subarews, Scharangowitschs, Grinkos und Selenskis in Sibirien, im Nordkaukasus, in der Ukraine, in Belorussland, Usbekistan und in anderen Gegenden der Sowjetunion Banditen- und Aufstandskader von Kulaken zur Organisierung bewaffneter Aktionen im Rücken der Roten Armee zu Beginn der Intervention gegen die UdSSR vor.

Zwecks Erweiterung der aufständischen Banditen- und Kulakenbasis stellte, auf Beschluss der Leiter des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, Bucharin organisatorische Verbindungen mit dem illegalen Zentralkomitee der Organisation der Sozialrevolutionäre, die in der UdSSR tätig war, ebenso wie mit dem Auslands-Zentralkomitee der Sozialrevolutionäre her.

Gemäß der direkten Übereinkunft mit den ausländischen Spionagediensten und im Auftrage des Volksfeinds L. Trotzki organisierte der „Block der Rechten und Trotzkisten“ eine Reihe von Terrorakten gegen die Führer der KPdSU(B) und der Sowjetregierung.

Im Jahre 1934 schuf einer der leitenden Teilnehmer am „Block der Rechten und Trotzkisten“, Rykow, persönlich eine Terroristengruppe zur Vorbereitung und zur Verübung von Terrorakten gegen die Genossen STALIN, MOLOTOW, KAGANOWITSCH und WOROSCHILOW.

Im August 1937 versuchte Rosengolz persönlich, einen Terrorakt gegen Genossen STALIN zu verüben, zu welchem Zwecke er mehrmals darauf bestand, von ihm empfangen zu werden.

Die ruchlose Ermordung S. M. KIROWS, die am 1. Dezember 1934 vom Lenin grader trotzkistisch-sinowjewistischen terroristischen Zentrum durchgeführt wurde, war, wie dies von der Voruntersuchung und dem Gerichtsverfahren festgestellt wurde, auf Beschluss des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ organisiert worden, wobei sich an der Organisierung dieses Terroraktes der Angeklagte Jagoda unmittelbar beteiligte, der seinen Mittätern, die in der Lenin grader Verwaltung des Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten arbeiteten, spezielle Weisungen erteilte, der Verübung dieses Verbrechens keine Hindernisse in den Weg zu legen.

Auf Anweisung des Volksfeindes L. Trotzki fassten die Leiter des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ in Jahre 1934 den Beschluss, den großen proletarischen Schriftsteller MAXIMGORKI zu ermorden. Die Organisierung dieses ungeheuerlichen Terroraktes wurde Jagoda aufgetragen, der den Hausarzt M. Gorkis - Doktor Lewin und später den Arzt Pletnjow in die Ziele der Verschwörung einweihte und ihnen auftrug, durch Schädlingsmethoden bei der Heilbehandlung den Tod M. Gorkis herbeizuführen, was auch unter leitender Teilnahme des Doktor Lewin an diesem Verbrechen durchgeführt wurde. Die Teilnehmer des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“, der frühere Sekretär M. Gorkis - Krjutschkow und der frühere Sekretär den Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten - Bulanow, nahmen an diesen Verbrechen aktiven Anteil.

Auf Beschluss der Leiter des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ organisierte Jagoda durch Schädlingsmethoden bei der Heilbehandlung die Ermordung des Vorsitzenden der Vereinigten Staatlichen Politischen Verwaltung, Genossen W. R. MENSHINSKI, und des Stellvertreters des Vorsitzenden den Rates der Volkskommissare der UdSSR, Genossen W. W. KUIBYSCHEW, wobei Lewin und der frühere Sekretär Kuibyschews, der Teilnehmer der unterirdischen Organisation der Rechten seit denn Jahre 1928, Maximow-Dikowski an der Ausübung des terroristischen Aktes an dem Genossen KUIBYSCHEW innmittelbar teilnahmen; an der Verübung des terroristischen Aktes an dem Genossen W. R. MENSHINSKI nahmen Bulanow und der von Jagoda und Lewin in die Verschwörergruppe angeworbene Doktor Kasakow unmittelbar Anteil.

Außerdem ist festgestellt, dass Lewin und Krjutschkow in direktem Auftrage Jagodas durch Schädlingsmethoden hei der Heilbehandlung den Sohn A. M. Gorkis - M. A. PESCHKOW töteten.

Im Zusammenhang mit der im September 1936 erfolgten Ernennung des Genossen N. I. JESHOW zum Volkskommissar für Innere Angelegenheiten der UdSSR befürchtete der „Block der Rechten und Trotzkisten“ die volle Entlarvung und Zertrümmerung der antisowjetischen Kader und beauftragte Jagoda, einen terroristisches Akt an dem Genossen N. I. JESHOW zu verüben.

Diesen frevlerischen Auftrag durchführend, verübte Jagoda, bei unmittelbarer Beteiligung Bulanows, im Herbst 1936 einen Anschlag auf das Leben des Genossen N. I. JESHOW durch eine allmähliche Vergiftung seines Organismus, durch ein speziell dafür hergestelltes Gift, wodurch der Gesundheit des Genossen N. I. JESHOW bedeutender Schaden zugefügt wurde.

Außerdem ist festgestellt, dass Bucharin auf Beschluss des Zentrums der antisowjetischen Organisation der Rechten schon im Jahre 1930 mit dem sozialrevolutionären Terroristen Semjonow, dem Organisator der Ermordung des Genossen WOLODARSKI und des Anschlags auf das Leben W. I. Lenin S im Jahre 1918, über die Schaffung einer Reihe terroristischer Gruppen zur Vorbereitung und Vollziehung von terroristischen Akten gegen die Führer der KPdSU(B) und der Sowjetregierung durch ihn übereinkam.

Es ist ferner festgestellt, dass Bucharin und die von ihm geleitete Gruppe „linker Kommunisten“ im Jahre 1918 gemeinsam mit Trotzki und „linken“ Sozialrevolutionären eine Verschwörung gegen die Sowjetregierung organisiert hatten.

Bucharin und seine Mitverschworenen hatten sich das Ziel gesetzt, den Brester Vertrag zu sprengen, die Sowjetregierung zu stürzen, W. I. Lenin , J. W. STALIN und J. M. SWERDLOW zu verhaften und zu ermorden und eine neue Regierung aus Bucharinleuten, Trotzkisten und „linken“ Sozialrevolutionären zu bilden.

In Erfüllung des Plans der Verschwörung führten die „linken“ Sozialrevolutionäre mit Wissen und Einverständnis Bucharins im Juli 1918, zwecks Sturz der Sowjetregierung, in Moskau einen Aufruhr herbei, wobei festgestellt ist, dass der von der Sozialrevolutionärin Kaplan am 30. August 1918 verübte Anschlag auf das Leben W. I. Lenin S ein direktes Ergebnis der verbrecherischen Vorhaben der „linken Kommunisten“ mit Bucharin an der Spitze und ihrer Helfershelfer, der „linken“ und rechten Sozialrevolutionäre war.

Durch die Voruntersuchung und durch die Gerichtsverhandlung ist festgestellt, dass die in dieser Sache Angeklagten - Selenski, Iwanow und Subarew schon in den Jahren des Zarismus den Weg des Kampfes gegen die revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse beschritten haben.

Selenski war von 1911-1913 Lockspitzel der Gendarmerieverwaltung in Samara.

Iwanow war von 1911-1916 Lockspitzel der Ochranaabteilung und der Gendarmerieverwaltung in Moskau und in anderen Städten.

Subarew, der im Jahre 1908 in der Stadt Kotelnitsch als Lockspitzel angeworben wurde, übte seine provokatorische Tätigkeit bis zum Jahre 1917 aus.

Somit hat das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR die Schuld 1. Bucharins N. I., 2. Rykows A. I., 3. Jagodas G. G., 4. Krestinskis N. N., 5. Rakowskis Ch. G. , 6. Rosengolz A. P., 7. Iwanows W. I., 8. Tschernows M. A., 9. Grinkos G. F., 10. Selenskis I. F., 11. Bessonows S. A., 12. Ikramows A., 13. Chodshajews V. , 14. Scharangowitschs W. F., 15. Subarews P. T., 16. Bulanows P. P., 17. Lewins L. G., 18. Pletnjows D. D., 19. Kasakows I. N., 20. Maximow-Dikowskis W. A., und 21. Krjutschkows P. P. festgestellt, die darin besteht, dass sie als aktiv Beteiligte an der Verschwörergruppe unter dem Namen „Block der Rechten und Trotzkisten“, der auf direkte Anordnungen der Spionagedienste auswärtiger Staaten handelte, eine landesverräterische Spionage-, Diversions-, Schädlings- und terroristische Tätigkeit durchführten und den kriegerischen Überfall dieser Staaten auf die UdSSR mit dem Ziel, die Niederlage und die Zerstückelung der Sowjetunion herbeizuführen und von ihr die Ukraine, Belorussland, die Mittelasiatischen Republiken, Georgien, Armenien, Aserbaidshan, Primorje loszutrennen - zugunsten der der UdSSR feindlichen auswärtigen Staaten -, provozierten, und sich den Sturz des in der UdSSR herrschenden sozialistischen gesellschaftlichen und staatlichen Systems, die Wiederherstellung des Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie in der UdSSR als Endziel stellten, das heißt, dass sie die schwersten Staatsverbrechen gemäß Artikel 58 1a, 58 2, 58 7, 58 8, 58 9 und 58 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR begangen haben und dass Iwanow, Selenski, Subarew außerdem noch Verbrechen gemäß Artikel 58 13 des Strafgesetzbuches der RSFSR begangen haben.

Auf Grund des Dargelegten und gemäß Artikel 319 und 320 zier Strafprozessordnung der RSFSR verurteilte das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR:

  1. Bucharin, Nikolai Iwanowitsch,
  2. Rykow, Alexej Iwanowitsch,
  3. Jagoda, Genrich Grigorjewitsch,
  4. Krestinski, Nikolai Nikolajewitsch,
  5. Rosengolz, Arkadij Pawlowitsch,
  6. Iwanow, Wladimir Iwanowitsch,
  7. Tschernow, Michail Alexandrowitsch,
  8. Grinko, Grigorij Fjodorowitsch,
  9. Selenski, Isaak Abramowitsch,
  10. Ikramow, Akmal,
  11. Chodshajew, Faisulla,
  12. Scharangowitsch, Wassilij Fomitsch,
  13. Subarew, Prokopij Timofejewitsch,
  14. Bulanow, Pawel Petrowitsch,
  15. Lewin, Lew Grigorjewitsch,
  16. Kasakow, Ignatij Nikolajewitsch,
  17. Maximow-Dikowski, Wenjamin Adamowitsch (Abramowitsch) und
  18. Krjutschkow, Pjotr Petrowitsch,

zum höchsten Strafmass - zur Erschießung und Beschlagnahme ihres gesamten persönlichen Eigentums.

  1. Pletnjow, Dmitrij Dmitrijewitsch,

als nicht unmittelbar aktiv an der Tötung der Genossen W. W. KUIBYSCHEW und A. M. GORKI beteiligt, obwohl er auch zu diesen Verbrechen Beihilfe geleistet hat - zu fünfundzwanzig Jahren Gefängnis unter Aberkennung der politischen Rechte für die Dauer von 5 Jahren nach Verbüßung der Gefängnisstrafe und Beschlagnahme seines gesamten persönlichen Eigentums.

  1. Rakowski, Christian Georgijewitsch und
  2. Bessonow, Serge j Alexejewitsch,

als nicht direkt Beteiligte an der Organisierung terroristischer und Diversions- und Schädlingstätigkeit - zu Gefängnisstrafen in Höhe von: Rakowski - zwanzig Jahren und Bessonow - fünfzehn Jahren unter Aberkennung der politischen Rechte für die Dauer von fünf Jahren nach Verbüßung der Gefängnisstrafe für jeden von ihnen und unter Beschlagnahme ihres gesamten persönlichen Eigentums.

Die Dauer der Gefängnishaft für Pletnjow, Rakowski und Bessonow wird vom Tage ihrer Verhaftung an gerechnet.

Vorsitzender:
Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR: Armee-Militärjurist W. ULRICH

Mitglieder:
Stellvertretender Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes. der Union der SSR: Korps-Militärjurist I. MATULEWITSCH
Mitglied des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR: Divisions-Militärjurist B. Jewlew

VORSITZENDER: Ich erkläre die Gerichtsverhandlung für geschlossen.

 

(Unterschrift)

Der Vorsitzende:
Vorsitzender des Militärkollegiums des
Obersten Gerichtshofes der UdSSR
Armee-Militärjurist W. Ulrich

Der Sekretär:
Militärjurist I. Ranges A. Batner

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