"Stalin"

Über den Grossen Vaterländischen
Krieg der Sowjetunion

ANTWORTEN DES GENOSSEN
J. W. STALIN

AUF DIE FRAGEN DES BERICHTERSTATTERS
DER AMERIKANISCHEN PRESSEAGENTUR
ASSOCIATED PRESS

Der Moskauer Berichterstatter der amerikanischen Presseagentur Associated Press, Herr Cassidy, hatte sich mit einem Brief an den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, Genossen J. W. Stalin, gewandt, worin er bat, mündlich oder schriftlich drei Fragen zu beantworten, die die amerikanische Öffentlichkeit interessieren.

Genosse J. W. Stalin antwortete Herrn Cassidy mit folgendem Brief:

Herr Cassidy!

Da ich sehr beschäftigt bin und es mir darum unmöglich ist, Ihnen ein Interview zu geben, beschränke ich mich darauf, Ihnen auf Ihre Fragen eine kurze schriftliche Antwort zu geben.

1. "Welchen Platz nimmt in der sowjetischen Einschätzung der gegenwärtigen Lage die Möglichkeit der zweiten Front ein?"

Antwort: Einen sehr wichtigen, man kann sagen, einen erstrangigen Platz.

2. "Inwieweit ist die von den Verbündeten der Sowjetunion erwiesene Hilfe effektiv, und was könnte man tun, um diese Hilfe zu erweitern und zu verbessern?"

Antwort : Im Vergleich zu der Hilfe, die die Sowjetunion den Verbündeten dadurch erweist, dass sie die Hauptkräfte der faschistischen deutschen Truppen auf sich abzieht, ist die Hilfe der Verbündeten für die Sowjetunion einstweilen noch wenig effektiv. Zur Erweiterung und Verbesserung dieser Hilfe ist nur eins erforderlich: die vollständige und rechtzeitige Erfüllung ihrer Verpflichtungen durch die Verbündeten.

3 . "Wie groß ist noch die sowjetische Widerstandsfähigkeit?"

Antwort: Ich denke, die sowjetische Widerstandsfähigkeit gegen die deutschen Räuber ist ihrer Stärke nach nicht im geringsten kleiner - wenn nicht größer - als die Fähigkeit des faschistischen Deutschlands oder irgendeiner anderen aggressiven Macht, sich die Weltherrschaft zu sichern.

Hochachtungsvoll
3. Oktober 1942
J. Stalin

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